Sønderho ist immer schon mein Herzensort gewesen, vielleicht wegen der vielen schönen reetgedeckten Friesenhäuser, von denen bestimmt viele noch aus der Seefahrerzeit vor 1900 stammen. Ich möchte nicht wissen, wieviel Kapital erforderlich ist, sie instand zu halten.
Dieses Haus mit der Galionsfigur war bei jedem Besuch mein bevorzugtes Motiv, ich habe hier ein Foto, auf dem meine Jüngste etwa neunjährig vor dieser Pforte steht. (Nun war es meine Große mit ihrem Jüngsten.)
In einer Seitenstraße entdeckten wir einen Pop-up-Store (die Werkstatt ist wohl in Nordby):
Hier gab es kleine "Herrlichkeiten" aus dem Stoff, aus dem die Fanø-Trachten genäht werden. (Ich besitze daraus ein kleines Tuch noch aus Mädchenzeiten.)
Und "Pulswärmer" aka Handstulpen in den passenden Farben. Wer mich kennt, weiß, dass ich solcherlei Wärmendes mag und haben musste.
Unser Weg führte uns weiter:
Alle Gullydeckel, die ich sah, trugen statt einer lokalen Beschriftung oder eines Wappens diese Windrose. Dazu passt auch die Inschrift auf dem Straßenschild, nämlich dass man die Straßennamen 1983 nach den alten Bezeichnungen mit den Himmelsrichtungen vergeben hat. (Sønder = Süd...)
Gartencafé auch im Oktober noch geöffnet, wenngleich nur spärlich besucht:
Hier ist noch ein kleiner "Kunstladen", in den ich ausnahmsweise mal nicht eingekehrt bin.
Dann gab es für die Kinder ein Eis. Das kleinste, was man bekommen konnte war das größte Softeis, das ich jemals gesehen habe. Wir saßen draußen und guckten den Jungs zu, wie sie das Eis bewältigten.
Nun ging es zum Ende der Hauptstraße Richtung "Ostküste", also zur landseitigen Wasserkante. Dort kam ich wirklich aus dem Wundern nicht mehr heraus: Ich habe fast nichts wieder erkannt, so sehr hat sich die Landschaft verändert:
Meine Kinder nennen es "den alten Hafen", mir ist diese Bezeichnung gänzlich fremd. Früher (war nicht alles besser, aber manches anders) war hier eine Dünenabbruchkante, auf der die Angler saßen und mehr Krebse als Fische aus dem Wasser holten. Und man konnte quer über die Salzwiesen zur absoluten Südspitze spazieren und sich das Wirken von Ebbe und Flut ansehen.
Außerdem gab es eine große vorgelagerte Sandbank, die bei schönem Wetter nicht überspült wurde. Wenn ich es richtig sehe, ist sie jetzt zu einem bewachsenen Stück Land geworden.
Also sind die Orte mir sehr vertraut überall, aber die Insel hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten einiges an Land erobern können. Und ich bin sicher, hätten wir mehr Zeit gehabt, hätte ich mich noch sehr häufig wundern dürfen.