Das Schweigen des Sammlers von Jaume Cabré (Roman)
Aus dem Katalanischen "Jo confesso"
Insel Taschenbuch
ISBN 978-3-458-35926-5
Warum dieses Buch? Mich hatte die Umschlaggestaltung angesprochen, und der Rückseitentext gefiel mir auch.
Klappentext:
"Der Antiquitätenladen des Vaters in Barcelona ist eine wahre Schatzkammer, doch die Faszination des jungen Adrià gehört allein einer wertvollen Storioni-Geige aus dem 18. Jahrhundert mit einem bezaubernden Klang.
Heimlich tauscht Adrià sie eines Tages mit seiner eigenen Geige aus, um sie stolz seinem besten Freund zu zeigen. Als er die Storioni zurücklegen möchte, sind seine Geige und sein Vater verschwunden, der Antiquitätenhändler wurde kaltblütig ermordet. Viele Jahre danach - Adrià ist inzwischen Gelehrter und Sammler - sucht er das Rätsel um die Storioni zu lösen und so den wahren Grund für den Mord herauszufinden. Er ahnt nicht, dass die Vergangenheit des Musikinstrumentes Familiengeheimnisse, dunkle Mordfälle, Hass und Intrigen, Liebe und Verrat verbirgt. Für Adrià steht einiges auf dem Spiel - auch seine große Liebe Sara..."
Gelesen 372 von841 Seiten. Und nun mit großem Bedauern abgebrochen. Zweifellos ein großes Stück Literatur, und zunächst hatte mich das Buch in seinen Bann ziehen können. Schriftstellerisch und sprachlich ganz fein, werden hier die Kindheit und Jugend des Jungen Adrià geschildert, man leidet förmlich mit, einem hochintelligenten, sprachbegabten Jungen in einem emotional eisigen Elternhaus aufwachsen zu sehen.
Der Roman hat große Zeitsprünge in der Erzählung, beispielsweise beginnt alles mit der Geschichte eines Mönchs Jahrhunderte zuvor, die aus einem alten Schriftstück hervorgeht, welches Adrià als Kind genötigt wird zu lesen.
Es geht auch um Geigenunterricht, den er nicht mag, aber das Gelernte weiter gibt an seinen Freund, dessen Eltern nicht so gut betucht sind. Der Vater stirbt, die Mutter übernimmt das Antiquitätengeschäft, aber immer noch wird mit dem Sohn nicht wirklich gesprochen. Er zieht zum Studieren weg, verliebt sich, sein Freund besucht ihn... Hier wird die Geschichte zusehends wirr, es werden Begebenheiten aus der NS-Zeit eingestreut, ohne Überleitung und Erklärung. Manche Treffen mit dem Freund werden so ausführlich geschildert, dass die Leserin gern einschlafen würde...
Die Erzählung wird immer unübersichtlicher.
Da ich ganz hinten ein paar Seiten vom Schluss gelesen habe, erklärt sich das Wirre dann, aber dafür noch über 400 Seiten durchhalten wollte ich dann doch nicht.
Schade.