Keine Werbung - ein erster Erfahrungsbericht!
Meine Mama langweilt sich. Tageszeitung, TV, Pflegedienst, Lebensmittellieferung. Das ist ihr Alltag. Wenn ich sie besuche, seitdem ich Rentnerin bin passiert das ja auch häufiger, bin ich die Einzige, die ein bisschen für Entertainment sorgt.
Das Thema "Internet" tauchte ja im Laufe der Jahre immer mal wieder auf, aber - ganz klar - ich hatte keine Nerven, eine 24/7-Hotline zu werden, außerdem hat sie nicht das nötige technische Equipment. Und alles, was den Besuch eines Technikers erforderlich machen würde (Telefonanschluss aus 1970), ist ihr suspekt, und für einen Router meint sie keinen Platz zu haben. Hat sie wohl, aber der Menschin Wille ist ihr Himmelreich...
Nun begegnete mir im Inernet dann und wann die Werbung von
Media4Care für ein Senioren-Tablet. Immer mal wieder habe ich mir alles gründlich durchgelesen und bei einem meiner letzten Besuche angekündigt, ich würde es jetzt bestellen.
Es gibt Modelle für WLAN und Modelle mit einer SIM-Karte. Fein, ich habe das mit der SIM bestellt, hoffentlich ist der Empfang bei Mama gut genug!
Man kann es zwei Wochen lang kostenlos testen, danach läuft es über ein Monatsabo.
Heute habe ich es erhalten, ausgepackt und in Betrieb genommen:
Sehr wertige Aufmachung, sorgfältige Verpackung.
Mit Gebrauchsanweisung, persönlichem Anschreiben und Schutzhülle.
Leider sind die Tasten, wie bei Tablets üblich, ein bisschen wenig griffig. Rechts, sehr klein, die Einschalttaste. Die größere ist für die Lautstärke. Damit habe ich sogar bei meinem Tablet immer ein Problem, und ich bin feinmotorisch noch in Ordnung.
Schnell mal festgehalten, wer das Teil gebaut hat, Trekstor also. Lustig und für Senioren bestimmt gut ist die fette rote Beschriftung STROM, ob Mama den kleinen USB-Stecker reingestöpselt bekommt, müssen wir sehen - sonst könnte das vielleicht am Abend der Pflegedienst schaffen?
Das Hauptmenü, damit startet das Teil.
Ein Blick auf die Menüstruktur. Für "Internet Browser" braucht es eine Freischaltung, ich konnte nur nicht feststellen, welcher Code da eingegeben wird. Einer der Punkte für die Hotline am Montag.
Diese Kommunikationsoptionen sind nicht schlecht für Menschen, die sich nicht mehr gut ausdrücken können...
Das habe ich ein wenig getestet...
Die Broschüre mit der Gebrauchsanleitung (Gerätebilder stimmen nicht mit dem Artikel überein), hier die Menüstruktur. Das Teil enthält einen Menüpunkt "Reisewörterbücher", jedoch mit drei Sprachen, die nur nützlich sind, wenn man mit Leuten aus dem Nahen Osten kommunizieren möchte. Unsere üblichen europäischen Sprachen sind nicht dabei. Ich werde dazu den Support befragen.
So weit, so gut. Nun dient das Teil ja auch der Kommunikation, Familienmitglieder sollen gern Bilder aus dem Alltag schicken, alles, was den älteren Herrschaften Freude und Familienanbindung bedeuten könnte. Das geht natürlich, wenn man registriert ist (jeder Teilnehmer braucht eine explizite Einladung vom Gerät aus über seine Mailadresse, dann Registrierung), kann man Bilder (Text? Nicht geprüft, morgen mal gucken) auf das Gerät schicken. Dafür gibt es eine Handy-App.
Schön, bei meinen Töchtern hat es sofort funktioniert. Bei mir nicht. Beim Aufruf der App zeigt mein Handy nur eine weiße Fläche, und es passiert nichts. (Ich habe da so eine Idee... aber erstmal den Support angeschrieben, was man dazu sagt...)
Das Gerät ist standardmäßig im Standby-Betrieb und schaltet automatisch zwischen 22:00 Und 7:00 Uhr ab. Ich werde nachfragen, ob man die Betriebszeiten etwas verschieben (lassen) kann.
UPDATE 09.05.2019:
Das Android meines Smartphones ist eine Nummer zu alt. Und eine alte App-Version für mein 4.4 gibt es nicht. Aber mein Tablet kann damit umgehen.
Das Internet "säuft immer wieder ab", besonders hartnäckig bei meiner Mutter. Man konnte mir nicht sagen, ob das Tablet eine E- oder D-Netz-SIM beinhaltet, nur den Anbieter. E-Netz ist immer problematisch, besonders (!) bei meiner Mutter. Es funktionierten folglich keine Kommunikationsprogramme für Bilder oder Texte. Das war ja das eigentlich Schöne daran. Und internetbasierte Anwendungen hatten "kein Internet." (Ein Trauerspiel, denn immerhin leben wir nicht in der Pampa sondern in der Großstadt.)
Die vorinstallierten hauseigenen Apps für Senioren fanden nicht den Gefallen meiner Mutter.
Morgen schicke ich das Senioren-Tablet zurück.