Sonntag, 15. März 2020

Corona-Alltag

Natürlich ist mir klar, dass ich mich hier mit den letzten Posts wiederholt habe.

Wie bei allen anderen Menschen auch, müssen meine Familie und ich unseren Alltag ändern und neu strukturieren, teilweise laufen eben die Gedanken rund in unser aller Köpfen. Da bleiben Wiederholungen nicht aus.

Meine Lage ist vergleichsweise übersichtlich, trotzdem ändert sich auch mein Leben. Soziale Kontakte finden nur noch via Telefon, WhatsApp und Facebook statt. Mehr als nichts, immerhin.

Aushäusiges entfällt, da bemerke ich plötzlich, wie mir die Wege fehlen. Also gehe ich zu regelmäßigen einsamen Spaziergängen über. Als typischer Einsiedlerkrebs (da kommt mein Naturell der aktuellen Lage direkt entgegen) sind meine Fotokamera und ich miteinander sehr zufrieden dabei. Und das Wetter spielt derzeit auch mit.

Für weitere Bewegung hilft mir mein Ergometer, das ich jetzt regelmäßig traktiere, meist während im TV irgendwas halbwegs Interessantes läuft.

Somit habe ich frische Luft, Bewegung, dazu gesunde Ernährung. Im Moment achte ich besonders auf Ausgewogenheit. Mehr geht derzeit nicht.

Samstag, 14. März 2020

Meistens zuhause

Ende Februar schrieb ich hier, ich würde meinen gebuchten Sprachkurs nicht stornieren. Inzwischen habe ich ihn storniert. Zehn Leute, die ich nicht kenne, von denen ich nicht weiß, ob sie vielleicht doch "erkältet" zum Unterricht kämen, ein Klassenraum, von dem ich nicht weiß, was Andere vor uns Unsichtbares auf den Tischen hinterlassen haben... Die Einschläge kommen näher, das Risiko ist mir nun doch zu groß.

Ich fahre nicht mehr mit der Bahn, besuche meine Mutter nicht mehr im Heim, vermeide Supermärkte. Für meine wöchentlichen Infusionen, die ich derzeit aussetze, bin ich auf der Suche nach einer Möglichkeit, meine Physio-Jasmin hat da gute Ideen.

Achso, Physio, auch da suchen wir nach einer Möglichkeit. Irgendwie sortiert sich das Alltagsleben gerade komplett neu.

Ich vermisse meine Enkelkinder. Auch deren Kita wurde ab sofort geschlossen.

Freitag, 13. März 2020

Corona-Alarm

Das macht mich irgendwie gerade alles blöd im Kopf.

Ich sehe stundenlang alle Sondersendungen, Talkrunden, lese im Netz. Klar, die Symptome gleichen "nur" einer Erkältung. Und es sind "nur" Leute über 60 und Menschen mit Grunderkrankungen gefährdet. Alles klar?

Die zweite Woche fahre ich nicht mit der Bahn, meide Menschen, gehe in keinen Supermarkt. Ich habe nichts auszustehen, vermisse aber meine Enkelkinder. Die dürfen ab sofort nicht mehr in die Kita gehen... Kann meine Mutter im Heim nicht mehr besuchen und merke am Telefon, dass sie gerade abzubauen scheint mangels normaler Unterhaltung...

Wenn hier nach dem Triage-System (wie in Bergamo) vorgegangen werden muss - was ich nicht hoffe - dann falle ich durchs Raster... super. Nach sterben ist mir noch nicht.

Also versuchen wir alle, den schnellen Anstieg der Infektionskurve ein wenig aufzuhalten.

(Was bin ich froh, dass ich nicht mehr arbeite, ein Ausfall, weil ich nicht mehr mit Öffis fahren und mit Menschen zusammenkommen soll, wäre sicherlich nicht unproblematisch.)

Infos beim NDR incl. des täglichen Podcasts von Herrn Prof. Dr. Christian Drosten

Mittwoch, 4. März 2020

Corona / COVID19


Solche Aufsteller sind bei meinem Doc an zwei Stellen im Treppenhaus, einer, wenn man die Treppe rauf oder aus dem Lift kommt, einer neben der Eingangstür zur Praxis.

Nach meiner Infusion gestern sollte ich außerplanmäßig ins Arztgespräch... Dr. T. erzählte, dass die Patienten diese Hinweise nicht beachten würden, er hätte zwei gehabt, die aus benannten Risikogebieten zurückgekehrt gewesen seien. Sie wären ins Wartezimmer gegangen und hätten dort herumgehustet. (Sofort zum Test geschickt, kein COVID19! Aber hätte ja sein können.)

So lange die Pandemie dauert, möchte er mich daher aus Sicherheitsgründen für mich nicht in der Praxis sehen, am liebsten würde er mich in Isolation schicken, auf jeden Fall soll ich Menschenansammlungen meiden, eh klar. Also versuchen wir, von Fa. Grifols die Heiminfusion des Prolastin für mich zu bekommen.

Update: Das Heiminfusionsprogramm der Firma kann derzeit nicht ausgeweitet werden. Die Gründe sind mir bekannt, kann ich hier aber nicht kommunizieren. Heute Nachmittag möchte aber die Vertreterin/Betreuerin/whatever vor Ort in meiner Praxis mit dem Doc drüber sprechen. Vermutlich kommt nur ein Aussetzen der Infusionen für einen begrenzten Zeitraum in Frage, mal sehen. Ich bin gespannt.