Yesteryear von Caro Claire Burke (Roman)
Aus dem Englischen
Wilhelm Heyne
ISBN 978-3-453-27535-5
Klappentext:
"Als Natalie Heller Mills eines Morgens aufwacht, ist alles anders: Ihre eigentlich so sorgfältig ausgeleuchtete Küche wird nur noch vom Schein eines spärlichen Kaminfeuers erhellt, ihre Kinder, die sonst in makellosen Outfits vor die Tür und Kamera treten, tragen schmutzige Klamotten und von den Kindermädchen und Hilfsarbeitern auf der Farm fehlt jede Spur. Es gibt nicht einmal mehr Strom oder fließendes Wasser. Natalie, die nun plötzlich Brennholz schleppen, Kleidung am Waschbrett schrubben und mehrmals täglich den schweißtreibenden Weg zum Brunnen antreten muss, kann nicht fassen, was passiert ist. Das ist nicht ihre schöne heile Welt, die sie allen vorgespielt hat, sondern die brutale Realität. Von nun an beherrscht sie ein einziger Gedanke - wo zur Hölle ist sie gelandet und wie kommt sie hier wieder raus?"
Die ganze Geschichte wird aus der Sicht von Natalie erzählt. Es sind verschiedene Abschnitte, von denen sie berichtet. Da wäre zuerst einmal ihr Dasein als Tradwife-Influencerin. Ihr Farmhaus soll aussehen als sei es aus der Zeit der Pioniere Amerikas, alle elektrischen Geräte sind so verbaut, dass sie nicht auf den Videos ins Bild kommen. Sie hat zwei Kindermädchen und eine Producerin, die sich darum kümmert, dass die Videos professionell werden. Nebenbei verkauft Natalie allerlei "eigene" Produkte.
Ein Abschnitt erzählt von ihrem Aufwachsen bei Mutter und Schwester in einem sehr christlichen (evangelikalen?) Haushalt. Dann von ihrer Collegezeit, wo sie schnell zur Außenseiterin wird. Es folgt das Kennenlernen und spätere Heirat mit Caleb, den sie selber als Weichei beschreibt.
Natalie kommt nicht sympathisch rüber, eher satirisch-zynisch.
Nun wacht sie eines Morgens auf und findet sich in einem Haus wieder, das ihr Haus ist und doch wieder nicht. Ihre Kinder sind ihre Kinder und doch nicht ihre Kinder. Sie verrichtet Schwerstarbeit, an manchen Tagen aber macht sie gar nichts. Das alles wird unendlich oft und ausführlich von ihr geschildert. Was ist los?
Mehr kann ich hier nicht sagen, denn irgendwann folgt ein Plottwist, mit dem ich nicht gerechnet habe. Der ist von der Idee her gut, scheint mir aber nicht ganz ausgereift zu sein. Es bleiben so viele Fragen offen.
Der Schreibstil ist eingängig, und ich habe das Buch in kurzer Zeit gelesen. Es ist keine "Literatur für den Bücherschrank", denn schwerlich wird das Thema "Tradwife-Influencerin" noch in einigen Jahren aktuell sein. Ich werde es kein zweites Mal lesen wollen. Das Buch kann die Runde bei meinen Töchtern machen und am Ende weg gegeben werden.