Donnerstag, 20. August 2026

Maßnahmen

Vorab: Ich schreibe dies nicht, weil ich mich so unglaublich wichtig finde, sondern als Erinnerungshilfe. In der Vergangenheit hab ich schon häufiger auf meine alten Berichte zurückgegriffen, was immer sehr nützlich war. Wer allerdings eine Implantation von Lungenventilen in Erwägung zieht, mag hier gerne verfolgen, wie es mir ergeht/erging. You're welcome.

30.06.2026

Es zieht sich alles so unglaublich.

Heute dann endlich der Anruf vom KH zur ersten Vorstellung beim Prof. Stationäre Aufnahme (noch) nicht, Köfferchen kann also hier bleiben. Soll werden: Gespräch, Lungenfunktion, BGA, Herzecho.

02.07.2026

Zuhause. Unglaublich müde, bin ja seit 5:00 Uhr auf... Einfach mal so runtererzählt: Top modernes Krankenhaus. Wartemarke ziehen wie bei einer Behörde. - Warten -

Aufruf über Bildschirm, den Platz suchen. Sieben Papiere unterschreiben. Im 4. Stock einmal alles vorzeigen. -Warten-

Lungenfunktionstest. - Warten-

Blutgasanalyse. -Warten-

Gespräch mit einer sehr netten Ärztin. -Warten-

Blutabnahme zwecks Auszählung der Eosinophilen.

Die Bäckerei noch etwas reicher gemacht (Goldgrube, bestimmt!)


Zurück in den 4. Stock. - Warten-

Herzultraschall, etwas schwierig bei mir, immerhin schlägt es. Zwischendurch kommt der Prof. rein (ich mit Tuch vor der Brust), spricht mit mir. Stationäre Aufnahme für zwei Tage (weil wir nun das Herzecho schon gemacht haben, sind es keine drei) demnächst, Termin wird mir mitgeteilt.

Leute, ich bin so durch. Aber der Anfang ist gemacht.

27.07.2026

Warten ist nicht meine Stärke, Geduld schon.
Ich wusste ja, dass Herr Prof zwei Wochen außer Haus sein würde. Ich saß hier voller Erwartung, dass  während dieser Zeit seine Sekretärin einen Termin mit mir absprechen würde. Aber nada. Vergangenen Dienstag rief ich sie an, sie wollte zurückrufen. Der Rückruf ist nicht erfolgt.

Ich gehe so ungern anderen Leuten auf den Geist. Aber ich werde aus der Ferne ein bisschen gecoached von einem Mit-Alpha, der diese ganze Prozedur schon hinter sich hat, von ihm bekam ich die Mailadresse vom Herrn Prof. Nach reichlichem Herumdenken - ich muss dabei ja sachlich und unemotional bleiben - schickte ich ihm gestern Abend eine Mail.

Langer Rede kurzer Sinn: In Kürze darf ich mit Köfferchen einrücken.

01.08.2026

Mein Krankenhausbrief mit sämtlichen Befunden war heute in der Post. Nach einem (!!!) Monat. Aber nicht nur die technischen Sachen (Werte), sondern alles gut ausformuliert als komplette Beurteilung. Dann weiß ich ja, dass der nächste Brief wohl auch einen Monat brauchen wird, mindestens. (Tatsächlich bekam ich dann den kompletten Bericht bei Entlassung mit.) Die ganze Prozedur zieht sich... 04.08.2026 Nun also mit Köfferchen los. Mein Schwager-und-bester-Freund hat mich abgeholt und begleitet, bis ich zu den ersten Untersuchungen musste, hat sich brav um mein rosa Köfferchen gekümmert. Zuerst gab es Verwaltungswirrwar, denn ich war ja mit der Überweisung von neulich bereits aufgenommen gewesen, was eine Mitarbeiterin nicht hatte wahrhaben wollen. Wieder auf der bekannten Station, Köfferchen wurde erstmal weggeschlossen, M. nach Hause verabschiedet, und die Untersuchungsrallye ging los: Lungenfunktionstest - warten Blutgasanalyse - warten 6 Minuten Gehtest. Horror für mich. 130 m, endend mit einem SpO2 von 62 %. Blutabnahme. Die Krankenschwester/Pflegerin? hatte es etwas zu eilig, mich loszuwerden, ließ mir keine Zeit, um die Vene richtig abzudrücken. Folge: Ein fieser Bluterguss. Und das, nachdem ich ihr eine alternative Stelle zum Blutzapfen gezeigt hatte, weil sie sich nicht an meine Armbeuge mit den Infusionsvernarbungen traute. (Was alle anderen Leute dort prima hinbekamen.) EKG, dann wurde ich ohne Warterei gescheucht, mit Koffer, wohl weil Schichtwechsel? Fahrstuhl, dann rechts rum, langer Gang: CT und Röntgen. Wieder mal fiel mir auf, wie modern und megaschnell die Geräte sind, normale Praxisausrüstung ist nichts dagegen. Dann durfte ich mit Köfferchen mein Zimmer beziehen, natürlich auch nach sehr langen Wegstrecken am Ende eines Ganges und nochmal links rum (oder so ähnlich), Hinweise deuteten auf Privatstation hin, wohl weil ich Patientin vom Prof. war. Zunächst allein im Zimmer, das änderte sich aber im Laufe des Nachmittags noch.

(Aussicht)
So, Ende mit allem und Ruhe. So dachte ich zumindest. Nun gab es ein Rein und Raus im Zimmer. Es erschienen: Ein Küchenmensch mit den Essenoptionen. Irgendwas ausgesucht. (Später festgestellt, dass das Essen in diesem KH praktisch ungenießbar ist, vielleicht später mehr dazu.) Diverse Krankenpfleger*innen mit unterschiedlichen Geräten - aber ein Pulsoximeter klemmten sie alle mal schnell an, bin schon froh, meine Fingernägel von allem Schnick und Schnack befreit zu haben, was mir unnötige Diskussionen ersparte. Einmal sogar am Fuß (am zweiten Zeh), also hatte sie an den Händen schon gar keine Werte zurückbekommen. Aber gestorben war ich immerhin noch nicht. Also Blutdruckmessen (trotzdem er in den letzten Monaten niedrig war, zeigte er hier natürlich tendenziell hohe Werte, Krankenhausstress eben). Ich weiß nicht, wie oft in diesen beiden Tagen. Gefühlte hunderttausendmal wurde ich nach Größe und Gewicht gefragt.

Zwei Personen mit irgendwelchen Fragen (Hilfsmittel? Rollator? Pflegegrad? Hörgeräte? Brille? loser Zahnersatz?) Ist wohl alles normal, wenn man sehr krank ist, hat mich aber trotzdem etwas verstört, die Psyche ist ja immer mit dabei.

Dann gab es einen Stapel Fragebogen zum Ankreuzen für mich. Der übliche CAT-Bogen und der mMRC auch. Dazu noch ein siebenseitiger Fragebogen "The St George's Respiratory Questionnaire" mit 50 Fragen zur Lebensqualität von Patienten mit COPD. Irgendwann zeigten sich ein Arzt (Oberarzt, Stationsarzt?) und der Prof. zwecks Aufklärung für den nächsten Tag. Da war nämlich die Bronchoskopie angesagt, vor der ich einen Heidenrespekt hatte. Dann um 17 Uhr Abendessen. (Uh, unlecker!) Es erschien eine Pflegerin mit der üblichen Heparinspritze in den Bauch (ach, die hatte ich schon ganz vergessen, mein letzter Klinikaufenthalt ist ja erst 25 Jahre her) als Thromboseprophylaxe. Das war es noch immer nicht, gegen Abend kam nämlich eine Pflegerin mit einem Gerät hereinspaziert für die "Kapnometrie", eine Verkabelung für die Nacht zwecks Aufzeichnung bestimmter Werte. Dafür gab es später ein Pflaster mit einem Sensor an die Stirn geklebt. (Außer, dass mir das ganze auseinanderfiel, als ich nachts mal raus musste und ich minutenlang im Licht meines Handys die beiden Teile des Kabels gesucht und wieder zusammengesteckt habe, mir den Sensor wieder auf die Stirn pappte.) Nun, die Auswertung war wohl trotzdem ausreichend.

(Monitor Kapnometrie)
Mehr oder weniger geschlafen. Mein Bett fehlte mir und meine üblichen Routinen. 05.08.2026 Die Bronchoskopie (Bronchoskopie – Wikipedia) Der Tag begann ohne Frühstück, aber mit einem sexy Flügelhemdchen, das es wohl in jedem Krankenhaus gibt. Kurz nach 8:00 Uhr wurde ich mitsamt Bett abgeholt und von diversen Personen nacheinander durchs Gebäude und die Lifte geschoben, das ging so schnell, dass mir davon zwischendurch direkt schwindlig wurde. Schlussendlich landete ich im OP der Endoskopie. Es erschien ein Pfleger, der mir mal wieder eine Blutdruckmanschette und einen Fingerclip verpasste sowie in der rechten Armbeuge einen Zugang legte (kein Problem mit den Narben!). Diverse Monitore wurden oberhalb um mein Bett herum drapiert. Der mir schon bekannte Arzt kam hinzu, zwei offenbar in Ausbildung befindliche künftige Ärzte, die eher schüchtern im Hintergrund standen, dann der Prof. Nun wurde es ernst. Nochmal die Abfrage meines Körpergewichtes vom Prof., der mir eine Spritze in den Zugang setzte und meinte, ich sei gleich weg, schon begann sich alles ganz sanft um mich zu drehen. (Propofol-Schlaf) Es war 8:55 Uhr. Um 9:05 Uhr öffnete ich die Augen, da war schon alles vorbei und ich wurde in den Aufwachraum/die Überwachung geschoben, wo ich eine halbe Stunde verharrte, bis mich wieder jemand ins Zimmer schob.

Kurze Zeit später kam ein Atemtherapeut zu mir, dem ich erklärte, er möge bitte wiederkommen, wenn ich nicht mehr so derangiert sei. - Kleidung gegriffen und ins Bad geflohen, mich vom Flügelhemd befreit und halbwegs tageslichttauglich hergerichtet Dann Mittagessen. (Uh, dreimal mit der Gabel durchgefahren und geschmeckt, dann den Deckel wieder drauf gemacht. Ungenießbar.)

Der Atemtherapeut erschien. Vorausschicken muss ich, dass ich während eines Arztgespräches gesagt hatte, ich hätte gern etwas, das mir hilft für die Zeit bis zum geplanten Eingriff, weil es mir wirklich sehr schlecht geht. Der Atemtherapeut, ein überaus freundlicher und umgänglicher junger Mann (Witz! Für mich sind inzwischen die meisten Leute "jung" - alles eine Frage der Perspektive), hatte einen mobilen Sauerstoffkonzentrator dabei und bat mich, mit ihm mal ein Stück auf dem Gang zu gehen. Das funktionierte nur so mittelgut. Er stellte fest, dass ich nicht demandfähig sei und machte den nächsten Versuch mit Flüssigsauerstoff. So kam ich zu meiner derzeitigen Sauerstoffverordnung (LTOT). Später am Nachmittag besuchte mich Prof. E. dann im Zimmer und fragte mich, wie es mir ginge. "Ganz gut, nur ein bisschen müde." Nun, das sei der Grund, warum er seine schwerkranken Patienten immer noch einen Tag hierbehalten würde. Schließlich müsse sich der Rest des Schlafmittels noch abbauen. (Das Etikett "schwerkrank" setzt mir auch noch zu, aber wo er Recht hat, hat er Recht.) Alles in allem sähe es bei mir so weit gut aus, das Nächste sei dann eine Nuklearuntersuchung, wo ich wohnen würde? Ach dann sei das Krankenhaus... ja passend. Und ich könne am nächsten Tag dann nach Hause gehen.

06.08.2026 Nach einer mäßig guten Nacht gab es dann auch für mich ein Frühstück:


Auch, wenn es so ganz gut aussah, es war nicht lecker. Der mir schon bekannte Arzt erschien auf der Bildfläche und entließ mich. Papiere könne ich am Tresen abholen. Gesagt, getan, Köfferchen geschnappt und raus an die frische Luft! Nach diesen brutal heißen Tagen war der Wind eine richtige Wohltat. M. angerufen, der mich dann in der Bäckerei vom Kaffeetisch einsammelte. [Ich hatte den Wunsch geäußert, einen kleinen Einkauf zu machen, nach dem gruseligen Krankenhausessen brauchte ich Obst und Salatsachen, so fuhr er einen wahrhaft tollen Rewe an und half mir dabei. Zuhause dann rückte er mir noch ein paar Kleinmöbel, um Platz zu schaffen für die geplante Lieferung von Sauerstoffgeräten am nächsten Tag.] Zuhause hatte ich dann schon die Klinik für Nuklearmedizin auf dem AB, ein Termin war schnell gemacht. Ja, ich mache gleich noch Fotos von den Sauerstoffgeräten, jedoch um der Chronologie willen kommt noch ein kleiner Exkurs: Zahnschmerzen! Ich bekam also an diesem Rückkehr-Donnerstag noch Schmerzen an dem Zahn, der ohnehin der Sorgenzahn von meiner Zahnärztin und mir war, wurzelbehandelt, trotzdem irgendwie inzwischen unrettbar. Nun nahm ich aber am Abend wegen meiner Rückenschmerzen (Krankenhausbett!) eine Tablette, womit dann auch der Zahn Ruhe hielt. Aber die Augen verschließen vor der Tatsache, dass er mich in Kürze wieder ärgern würde? Folglich habe ich Freitagmittag den Sauerstoffmann abgewartet und bin dann gleich zu Dr. G. gegangen, die glücklicherweise freitags durchgehend bis 14:00 Uhr da ist. Und, klar, den Zahn musste sie "rupfen", wofür eine normale Betäubung bei mir nicht ausreichte und erst nach der zweiten Ladung alles tot war. Zahn raus, Gesicht taub vom Auge bis zur Lippe. Alles hing, Kaffee mit Strohhalm (dafür habe ich sie seit 30 Jahren hier liegen, der Vorrat eines Päckchens reicht bis an mein Lebensende) und Kekse zum Stippen... Nun habe ich hier einen Sauerstoffkonzentrator, der fast rund um die Uhr meine Stromrechnung in die Höhe treibt, mit 10 m Schlauch, außerdem eine Sauerstofftonne mit Flüssigsauerstoff, um das mobile Teil aufzufüllen, damit ich unterwegs sein kann.

(Der Konzentrator, der permanent Betriebsgeräusche macht, da ich nachts die Durchflussmenge reduziere und die Tür anlehne, ist es erträglich damit.)
Der Sauerstoff hilft (körperlich geht es mir fast unverschämt gut damit, habe sogar inzwischen meinen Kraftsport bei der Physio so gut machen können, dass ich in dieser Woche nur noch aus Muskelkater zu bestehen scheine, außerdem schlafe ich besser), ich soll mindestens 16 Stunden am Tag dran sein, de facto bin ich länger dabei. Wenn ich draußen auf der Terrasse sitze mit Buch oder mit Besuch, lasse ich alles ab, da bin ich unbelastet und genieße die Freiheit. ABER es nervt! Diese 10 m Schlauch sind tückisch, entweder sie verheddern sich mit sich selber oder verhaken sich an irgendeinem Möbelstück, fabrizieren Fußfallen... ständig muss ich mich konzentrieren, gehe auch mal mit ein paar Metern Schlauch aufgewickelt durch die Wohnung. Muss immer überlegen, durch welche Tür ich gehe (mein Wohnzimmer hat zwei Türen, eine von der Küche, eine vom Flur aus, kommt immer drauf an, was ich machen möchte: Essen mit ins Wohnzimmer nehmen? Oder erwarte ich ein Paket und gehe reflexartig vom Sofa zur Haustür? Für die ganze Runde reichen 10 m nicht, meine Wohnung ist nicht klein.

(Die Tonne mit dem Flüssigsauerstoff)


(Draufsicht mit dem "Parkplatz" fürs Mobilteil und Ladestation)
Das Mobilteil trage ich mit entsprechendem breiten Trageriemen auf der Schulter, ständig haut es mir beim Gehen gegen meinen Oberschenkel, das muss ich optimieren. Da ja die Hoffnung besteht, dass es nur eine Übergangslösung ist und es mir nach dem geplanten Eingriff deutlich besser gehen möge, weigere ich mich, Geld für z.B. einen Spezialrucksack auszugeben, der mal eben hundert Euro kosten würde. Einen normalen darf man nicht benutzen, weil weder die Lüftungsschlitze verdeckt werden noch das Gerät evtl. umkippen dürfte. (Ich habe damals bei Sabine gesehen, was dann passiert: es lief einiges aus und vereiste das Gerät augenblicklich.)
(Das Mobilteil)
10.08.2026 Normaler Infusionstermin. Bei der Gelegenheit Vorstellung bei meiner Ärztin auch zwecks Ausstellung der notwendigen Überweisung. 11.08.2026 Nuklearmedizin. Das liest sich spannender, als es tatsächlich war. Es ging um eine "Lungenperfusionsszintigrafie" zwecks Messung der Durchblutung der einzelnen Lungenbereiche. Dafür bekam ich eine Injektion mit einer radioaktiven Flüssigkeit, dann senkte sich die Kamera über mich. Keine Kamera, wie wir sie vielleicht kennen: Das Teil sah aus wie eine große graue Platte, die in eher geringem Abstand sich langsam über meinen Oberkörper bewegte und nun die Gammastrahlen aufzeichnete. Das dauerte ein paar Minuten (zehn? fünfzehn?), dann war ich entlassen. Ich sollte sechs Stunden lang weder Schwangeren noch kleinen Kindern nahe kommen. Ich hatte Anweisung, die Erledigung telefonisch der Sekretärin des Herrn Prof. mitzuteilen, was ich dann natürlich auch tat. Den schriftlichen Befund hatte ich schon am nächsten Tag in der Post. Ein Normalsterblicher kann damit so gar nichts anfangen, Google half mir ein bisschen (!) weiter, ich hatte also Hoffnung, dass das Ergebnis wohl in meinem Sinne sein würde. 17.08.2026 Morgens ein Anruf von Herrn Professor, am nächsten Tag sei die "Emphysemkonferenz", er würde sich dann wieder bei mir melden. Im positiven Falle könnte ich mit Anfang September im KH rechnen. Seither bin ich angespannt und habe zwecks Adrenalinabbau gleich mein Köfferchen wieder gepackt. 20.08.2026 Anruf von Herrn Prof., ich bin für den Eingriff geeignet. Anruf von seiner Sekretärin, Termin ist abgesprochen. Außerdem weiß ich jetzt, dass mich am ersten Tag wieder der volle diagnostische Durchlauf erwartet (LuFu, BGA, EKG, Rö, Blut), so kommt keine Langeweile auf. Fahrt ist mit Schwager-und-bestem-Freund auch schon geklärt. P.S. Zum Essen ein andermal mehr, ich habe jetzt hier so viele Stunden geschrieben, dass ich eine Pause brauche. Rechtschreibfehler mögen mir gern zur Kenntnis gebracht werden.

To be continued...

Montag, 22. Juni 2026

Medizinisch

 ... wird einiges auf mich zukommen.

Meine neue Ärztin in der altbekannten Praxis greift durch - mir geht es nun ja seit etwa einem halben Jahr wirklich sehr schlecht. Ein aktuelles CT habe ich schon machen lassen - und nun wird ein Rattenschwanz an Untersuchungen und mindestens ein Eingriff folgen. Ich bin - zugegebenermaßen - ein wenig bänglich. Habe heute eine Serie von Telefonaten geführt mit der Familie und einem, der das, was vor mir liegt, bereits hinter sich hat. Immer gut, vernetzt zu sein. Somit weiß ich schon ein wenig mehr von dem, was auf mich zukommen wird. Vermutlich also mehrfach stationär (wo ich bis heute Nachmittag von 1 x 4 Tagen ausgegangen war.) Nun ja, das Leben ist kein Ponyhof.

Dieses Kind

 ... mit dem ich Wimmelbilder angeschaut, Farben geübt und mit ihm zusammen das erste Mal "Nanane"  gesagt habe, das auf meinem Schoß den ersten Schokoladenhasen probiert hat, schreibt mittlerweile lange Geschichten, gewinnt Lesewettbewerbe, hat einen Bericht fürs Jahrbuch der Schule verfasst und nimmt am englischen Buchstabierwettbewerb teil./ Stolze Oma.

Montag, 15. Juni 2026

Gelesen: Yesteryear

Yesteryear von Caro Claire Burke (Roman)

Aus dem Englischen
Wilhelm Heyne
ISBN 978-3-453-27535-5

Klappentext:
"Als Natalie Heller Mills eines Morgens aufwacht, ist alles anders: Ihre eigentlich so sorgfältig ausgeleuchtete Küche wird nur noch vom Schein eines spärlichen Kaminfeuers erhellt, ihre Kinder, die sonst in makellosen Outfits vor die Tür und Kamera treten, tragen schmutzige Klamotten und von den Kindermädchen und Hilfsarbeitern auf der Farm fehlt jede Spur. Es gibt nicht einmal mehr Strom oder fließendes Wasser. Natalie, die nun plötzlich Brennholz schleppen, Kleidung am Waschbrett schrubben und mehrmals täglich den schweißtreibenden Weg zum Brunnen antreten muss, kann nicht fassen, was passiert ist. Das ist nicht ihre schöne heile Welt, die sie allen vorgespielt hat, sondern die brutale Realität. Von nun an beherrscht sie ein einziger Gedanke - wo zur Hölle ist sie gelandet und wie kommt sie hier wieder raus?"

Die ganze Geschichte wird aus der Sicht von Natalie erzählt. Es sind verschiedene Abschnitte, von denen sie berichtet. Da wäre zuerst einmal ihr Dasein als Tradwife-Influencerin. Ihr Farmhaus soll aussehen als sei es aus der Zeit der Pioniere Amerikas, alle elektrischen Geräte sind so verbaut, dass sie nicht auf den Videos ins Bild kommen. Sie hat zwei Kindermädchen und eine Producerin, die sich darum kümmert, dass die Videos professionell werden. Nebenbei verkauft Natalie allerlei "eigene" Produkte.

Ein Abschnitt erzählt von ihrem Aufwachsen bei Mutter und Schwester in einem sehr christlichen (evangelikalen?) Haushalt. Dann von ihrer Collegezeit, wo sie schnell zur Außenseiterin wird. Es folgt das Kennenlernen und spätere Heirat mit Caleb, den sie selber als Weichei beschreibt.

Natalie kommt nicht sympathisch rüber, eher satirisch-zynisch.

Nun wacht sie eines Morgens auf und findet sich in einem Haus wieder, das ihr Haus ist und doch wieder nicht. Ihre Kinder sind ihre Kinder und doch nicht ihre Kinder. Sie verrichtet Schwerstarbeit, an manchen Tagen aber macht sie gar nichts. Das alles wird unendlich oft und ausführlich von ihr geschildert. Was ist los?

Mehr kann ich hier nicht sagen, denn irgendwann folgt ein Plottwist, mit dem ich nicht gerechnet habe. Der ist von der Idee her gut, scheint mir aber nicht ganz ausgereift zu sein. Es bleiben so viele Fragen offen.

Der Schreibstil ist eingängig, und ich habe das Buch in kurzer Zeit gelesen. Es ist keine "Literatur für den Bücherschrank", denn schwerlich wird das Thema "Tradwife-Influencerin" noch in einigen Jahren aktuell sein. Ich werde es kein zweites Mal lesen wollen. Das Buch kann die Runde bei meinen Töchtern machen und am Ende weg gegeben werden.

Gelesen: Circle of Days

Circle of Days von Ken Follett (Roman)

Auf Deutsch erhältlich als "Stonehenge"
Quercus, London/John Murray Group
ISBN 978-1-529234-2

Klappentext, ich beschränke mich hier nur auf die Überschriften:
"A flint miner with a gift.
A priestess who believes the impossible.
A monument that will define a civilization."

Wieso-weshalb-warum ich dieses Buch auf Englisch gekauft hatte und von dem ganzen Drumherum mit der Veranstaltung hatte ich schon berichtet.

Vorne im Buch ist eine Doppelseite mit einer Zeichnung des Gebietes, in dem die verschiedenen Stämme leben. Diese Abbildung empfand ich als hilfreich und habe während des Lesens immer mal nachgesehen, um mich zu orientieren.

Der Roman beginnt mit den Vorbereitungen zum Mittsommerfest, das bei den Priesterinnen stattfindet, parallel mit der Geschichte von Seft, einem jungen Feuersteinschläger, der vom Vater misshandelt und von den Brüdern drangsaliert wird. Zum Sonnenwendfest kommen Leute aus den verschiedenen Stämmen zusammen, auch um nach den Feierlichkeiten den einen oder anderen One-Night-Stand zu haben, denn schon damals war es wichtig, Inzucht entgegen zu wirken. Wer sich nun mit wem oder zu welchem Zwecke zusammentat, alle hatten ihren Spaß dabei.

Follett verwendet viel Mühe darauf, die Stämme zu schildern, überall hatte sich eine ganz eigene Gesellschaftsform mit speziellen Sitten und Gebräuchen gebildet. Hirten, Farmer, Waldbewohner, Steinschläger, sie kamen alle zum Fest zusammen. Problematisch fand ich die Namen, hatte oft die Schwierigkeit, überhaupt zu erkennen, ob ich es mit einem Mann oder einer Frau zu tun hatte.

Im Laufe der fiktiven Geschichte gibt es eine lange anhaltende Dürre und Hungersnot, Überfälle, Landraub bis hin zum Krieg. Um das Monument geht es erst im letzten Drittel des Romans. Der ursprüngliche Steinkreis aus Holz war einem Feuer zum Opfer gefallen und Seft (inzwischen verpartnert und Vater dreier Kinder) und die Priesterin Joia (Schwester seiner Frau Neem) entwickeln den Plan, den Kreis aus riesigen Steinen neu zu bauen. Viel dreht sich jetzt also um das Anwerben von freiwilligen Helfern und Bewältigen logistischer Probleme.

Das ist so etwa eine ganz kurze Zusammenfassung. Außer Alltagsproblemen, Mord und Totschlag geht es auch um Sex. Ein älterer Gentleman (Follett) sollte nicht darüber schreiben. Handlungen werden sehr technisch-beschreibend geschildert, ohne Empathie. Außerdem gibt es zu viele Vergewaltigungen und Missbrauch innerhalb der Priesterinnenschaft. Die Hälfte hätte es auch getan.

So sehr ich mich auf diese Lektüre gefreut hatte, so bin ich doch enttäuscht. Zunächst empfand ich die Sprache als zu simpel - Follett sagte ja, ihm sei wichtig, dass jeder seine Bücher lesen kann - aber wenn ich das als Fremdsprachenleserin so empfinde, ist es vielleicht doch zu sehr "einfache Sprache"?

Weiterhin hatte der Roman deutliche Längen. Von den fast 600 Seiten hätten gerne 300 gekürzt werden können, so war denn im zweiten Teil meine Lesemotivation nicht mehr sehr stark. Schade.

Mittwoch, 27. Mai 2026

Just for the Records - Erfahrungsbericht

Mein sehr geschätzter Lungenfacharzt hat seine Kassenpatienten abgegeben (er wird ja auch nicht jünger) an eine neue Ärztin in der "alten" Praxis. Gestern hatte ich das Vergnügen mit ihr. Hatte mir einen vorgezogenen Termin geholt, weil es mir seit Jahresanfang schlecht geht, eine Exazerbation nach der anderen, wobei ich bezweifle, dass es einzelne Schübe waren. Sie offenbar auch. (Ja, ich hatte beim bisherigen Arzt einen letzten Kontrolltermin Ende März gehabt, er hatte sich so gar nicht irritiert gezeigt.)

Ich bin sehr angetan von Frau Doktor, erstmal hat sie mein Standardmedikament umgestellt, weiterhin schickt sie mich zum CT und zum Kardiologen. Damit verschafft sie sich einen Überblick über das, was in mir vorgeht, danach wird weiter entschieden, ob ich evtl. für ein Biologicum in Frage kommen kann.

Neue Besen kehren gut. Ich empfinde einen frischen Blick auf meine Situation als positiv - was auch immer bei den Untersuchungen herauskommen mag.

Übrigens bin ich mit dem neuen Medikament schon gleich viel besser durch die Nacht gekommen.

Samstag, 23. Mai 2026

Wichtig - Notfälle und unser digitales Leben

Dieser Text hier, er ist lang, sei jedem als Pflichtlektüre dringend ans Herz gelegt. Und danach dann handeln!