Montag, 18. Oktober 2021

Gelesen: Ein Kind Afrikas

Ein Kind Afrikas von Ilona Maria Hilliges (Roman)
Weltbild Verlag
ISBN 978-3-8289-9626-7

Warum dieses Buch? Es ist die Fortsetzung von "Sterne über Afrika", ich wollte unbedingt die Geschichte von Amelie von Freyer weiter verfolgen.

Klappentext:
"«Bibi dactari, du willst stärker sein als der Tod.» So kommentiert Amelies schwarze «Mamma» ihr Vorhaben, ein modernes Krankenhaus für Eingeborene in der Wildnis der Usambara-Berge zu errichten. Doch die junge Ärztin setzt sich über alle Vorbehalte hinweg.
Sie ist Mitte des Jahres 1907 auf die Familienfarm Salama zurückgekehrt, um inneren Frieden zu finden, denn hinter ihr liegt eine anstrengende Expedition durch die Kolonie Deutsch-Ostafrika. Aber die Situation auf Salama ist angespannt: Ihr Bruder Hanns hat mit der Tochter des Vorarbeiters eine kleine Tochter. Amelie hat die dunkelhäutige Lotte in ihr Herz geschlossen.
Ganz im Gegensatz zu Professor Freyer, für den seine Enkelin ein «Bastard» ist. Er will seinen Erstgeborenen Hanns enterben. Amelie stellt sich das erste Mal in ihrem Leben gegen ihren Vater. Und macht eine erschreckende Entdeckung: Die kleine Lotte ist einem geheimen Schlangenkult geweiht - mit Wissen von Hanns. Endlich trifft Amelies Verlobter Gustav ein, von dem sie sich Unterstützung erhofft. Doch der Stabsoffizier eröffnet ihr, dass er von Deutsch-Ostafrika zurück ins heimische Berlin versetzt werden soll. Die Ereignisse auf Salama spitzen sich dramatisch zu..."

Auch mit dem zweiten Teil der Geschichte ist der Autorin ein spannender Roman gelungen, der den Zusammenprall zweier Kulturen und auch die Emanzipation der Frauen in der Frühzeit des zwanzigsten Jahrhunderts beschreibt. Ein Abenteuer zwischen Ostafrika mit seinen traditionellen Gebräuchen und Berlin, das vom Patriarchat bestimmt wird.

Sehr gern innerhalb eines Tages durchgelesen. 

Gelesen: OstfriesenZORN

OstfriesenZORN von Klaus-Peter Wolf (Krimi)
Fischer Taschenbuch
ISBN 978-3-596-70008-0

Warum dieses Buch? Wie gehabt: ein Tochterbuch zur weiteren Verwertung.

Klappentext (Rückseite):
"Sie will Urlaub machen auf Langeoog und am Strand entspannen. Dabei ist ihr Schicksal längst besiegelt. Denn der Mörder weiß genau, wo er sie später am Abend finden und ihr den Weg in die Ewigkeit zeigen wird. Sie ist das erste Opfer, weitere werden folgen. Bei ihren Ermittlungen erhält Ann Kathrin Klaasen unerwartet Hilfe von Dr. Bernhard Sommerfeldt. Eine Finte oder ein ehrliches Hilfsangebot?"

Da der Autor bereits eine große Menge an Ostfriesland-Krimis verfasst hat, nehme ich an, dass die Protagonisten bekannt sein sollten. Für mich war es die erste Bekanntschaft mit Ann Kathrin Klaasen, ihrem Ehemann und Kollegen Frank Weller, dem Hauptkommissar Rupert, alle von der Mordkommission Aurich. Weiterhin in einer Nebenrolle der Journalist Holger Bloem.

Es wird gemordet auf Langeoog, mit einer Stahlschlinge. Der Täter ist dem Leser von Anfang an bekannt, er hat sich im Darknet einen Namen mit "Upskirting"-Fotos gemacht (was inzwischen ein Straftatbestand ist). Aus dieser Fotogalerie sucht er sich nach seiner Rückkehr aufs Festland seine neuen Opfer aus, er möchte unbedingt berühmt werden als Serienmörder. 

Dr. Bernhard Sommerfeldt ist ein verurteilter Serienmörder, der unter diesem Namen Bücher veröffentlicht hat und dadurch während seiner Haftstrafe eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. Unser aktueller Täter versucht, Kontakt zu ihm herzustellen und schickt ihm stets die Fotos seiner Opfer.

So weit das Setting, mehr hieße zu spoilern.

Mich konnte der Krimi, immerhin mehr als 500 Seiten, nicht überzeugen. Die Handlung schien sehr konstruiert, die Gefühle und Gedanken sämtlicher Personen zu ausführlich geschildert. Man hätte die Story gut um die Hälfte kürzen können. So wundert es nicht, dass sich das Lesen bei mir endlos hinzog und ich häufig keine Lust hatte, zu diesem Buch zu greifen.

Montag, 4. Oktober 2021

Gelesen: Unsere allerbeste Zeit

Unsere allerbeste Zeit von Gaby Hauptmann (Roman)
Piper Verlag, Taschenbuch
ISBN 978-3-492-06267-1

Warum dieses Buch? Wieder ein Tochterbuch zur weiteren Verwertung.

Klappentext:
"Eigentlich hat Katja alles, was Frau braucht: ein gemütliches Apartment mitten in Hamburg, einen tollen Job, Freunde, bei denen sie sich aufgehoben fühlt. Aber als ihre Freundin Doris anruft, um ihr zu erzählen, dass sie zu Hause gebraucht wird, bricht Katja spontan alle Brücken ab. Kurzerhand zieht sie zurück in ihre alte Heimat. Sie möchte näher bei ihrer Mutter sein, deren Demenz nicht mehr zu leugnen ist Der Umzug wird für Katja auch eine Reise in die Vergangenheit, zu ihrer besten Freundin und ihrer alten Liebe. Doch die Rückkehr an den Ort, der so vertraut und altbekannt erschien, gestaltet sich abenteuerlicher, als sie sich das vorgestellt hatte...
«Unsere allerbeste Zeit» ist immer die, die hinter uns liegt - oder vor uns. Nie die, die wir gerade erleben. Und das ist ausgerechnet dann, wenn man sich vermeintlich am wohlsten fühlt, nicht wirklich logisch. Aber was ist schon logisch, wenn das Leben selbst die Entscheidungen trifft."


Rückseitentext:
"Wenn dir das Leben eine Frage stellt...
... dann brauchst du Mut für die Antwort. Du kannst zögern oder zupacken.
Als für Katja der Hilferuf aus der Heimat kommt, folgt sie ihren Gefühlen und packt zu. Sie gibt ihre Stadt und ihren guten Job auf, und sich um ihre Mutter zu kümmern. Wieder daheim genießt sie das Zusammensein mit ihren alten Freunden, aber es tun sich auch ungeahnte Hindernisse auf. Ziemlich große sogar, findet Katja. Und sie fragt sich, ob ihre schnelle Entscheidung dem Leben standhält?"

Oh je, Gaby Hauptmann... ihr erstes Buch "Suche impotenten Mann fürs Leben" hatte ich seinerzeit in einer langen Nacht in einem Rutsch gelesen und mich dabei herrlich amüsiert. Nachdem ich vier oder fünf weitere ihrer Romane gelesen hatte, war ich mit ihr "durch": Alle gleich und für mich längst nicht mehr lustig. Aber das war in den 1990er Jahren, ich war jünger - und die Protagonistinnen auch. Ich ging also nicht ohne Vorbehalte an dieses Buch

Leider ist das Muster der Handlung gleich geblieben: Alleinstehende, getrennte Frau stürzt ins Chaos, lernt sehr spezielle Charaktere kennen inklusive einer (natürlich) großen Liebe, und am Ende wird alles gut.

Der Schreibstil von Gaby Hauptmann ist flüssig, das Buch sehr gut zu lesen, unterhaltend ist es auch. Zentrales Thema ist hier die beginnende Demenz ihrer Mutter, ein Thema, das derzeit sehr aktuell ist und auch mich persönlich anspricht. Allerdings kommt es mir zu weichgespült daher.

Probleme im Job lassen sich mit Hilfe der Freunde lösen, da eine Selbständigkeit winkt, die Familienprobleme werden leichter durch die vorher kaum gekannte Schwägerin mit ihren Kindern... und so weiter, und so fort.

Nette Lektüre für ein verregnetes Wochenende, aber nicht mehr.

Gelesen: Erklär mir Italien!

Erklär mir Italien! von Roberto Saviano und Giovanni di Lorenzo
Untertitel: Wie kann man ein Land lieben, das einen zur Verzweiflung treibt?
Kiepenheuter & Witsch
ISBN 978-3-462-04971-8

Warum dieses Buch? Das ist eine etwas längere Geschichte:
Als das Buch erschien, stellte Giovanni di Lorenzo es in einer TalkShow vor. Da meine Mutter etwa dreißig Jahre lang "italiensüchtig" war und sie di Lorenzo zu schätzen schien, schenkte ich es ihr zu ihrem nächsten Geburtstag. Das Buch war wohl für sie kein Volltreffer, das Lesezeichen steckte bei Seite 80, als ich es vor zwei Jahren anlässlich der Wohnungsräumung übernahm. Meine Mutter blieb wohl lieber bei der rein touristischen Sicht auf das Land: Dolce Vita, Kunst, Kultur und Essen... Nun war ich neugierig genug, es selber zu lesen.

Klappentext:
"Sehnsuchtsort der Deutschen, Sorgenkind Europas: Wie kann ein Land bloß so schön und doch so verdorben sein? Zwei Männer, die Italien eng verbunden sind, versuchen im Gespräch, dieses Rätsel zu ergründen: Roberto Saviano, der nicht nur die Machenschaften der Mafia durchleuchtet, sondern sich auch als herausragender Interpret der italienischen Politik und Zeitgeschichte erweise, und Giovanni di Lorenzo, der mit der leidvollen Leidenschaft eines Weggezogenen auf seine frühere und heute noch zeitweilige Heimat schaut."

Einleitend geht es los mit einigen Klischees, Familienverhältnissen (warum leben junge Leute bis in ihre 40er hinein noch zuhause?), dann geht es schnell in die Tiefe: Mafia, Berlusconi und die korrupte Politik. Mussolini, Auswanderer und Lampedusa, über ein breites Spektrum italienischer Besonderheiten und Probleme wird hier gesprochen, warum die Verwaltung ist, wie sie ist, und "Vitamin B" immer noch am besten nützt. Angesichts so verknäulter Sachverhalte mag man verzweifeln. Der interessierte Leser bekommt einen Blick hinter die Kulissen fernab vom Dolce Vita.

Das ist keine leichte Lektüre, aber eine aufschlussreiche.

Samstag, 2. Oktober 2021

Herbst

Mögliche Stammleser mögen denken, mein Blog sei mittlerweile zu einem reinen Bücherblog geworden. Das wäre ja nicht schlimm, soll aber nicht so sein. Das einzige, was fehlt, sind meine langen "einsamen" Ausflüge, sonstige Aktionen finden meist mit der Familie statt, und Fotos sind nie ohne Menschen, so dass ich sie hier nicht einfach so einstellen kann.

Es ist zu schnell herbstlich geworden, für mein Empfinden, denn der August fiel praktisch aus. Das Wetter ließ zu wünschen übrig, schöne Sommertage beschränkten sich auf kurze Zeiten im Juni und Juli, der August war sehr zurückhaltend: kalt und nass.

Wie schön, dass gestern bilderbuchmäßiges Herbstwetter war, sozusagen als Geburtstagsgeschenk für mein jüngstes Kind, das ja schon sehr lange kein Kind mehr ist.



Es fehlen hier auch Gartenbilder von meiner Terrasse. Die ist im Moment besonders schön, nachdem im April mein Neffe sie gemäß meiner Wünsche pflegeleicht umgestaltet hat und ich nur noch in Töpfen und Kübeln gärtnere. Ungewünschte Pflanzen sind deutlich weniger geworden, das Rupfen beschränkte sich auf ungefähr vier Male. Allerdings findet die wilde Brombeere an den abenteuerlichsten Stellen ihre Wege. Obwohl viele Wurzelknäule ausgegraben wurden, kommt sie wieder und muss gut beobachtet und auch immer mal wieder zumindest abgeschnitten werden.

Inzwischen habe ich die Geranien eingetopft und reingeholt, um sie über den Winter zu bringen.

Im Moment sieht es draußen so aus und sollte auch mit evtl. Eis und Schnee noch dekorativ sein, außerdem habe ich Blumenzwiebeln verteilt, so dass für freudige Begrüßung des Frühlings auch gesorgt sein wird: 



 Gelegentliche sonnige Tage lassen sich - zumindest stundenweise - noch draußen verbringen.

Ansonsten war ich viele Monate lang damit beschäftigt, die Erinnerungsbücher für meine Töchter mit Geschichten und Fotos zu füllen, nun sind sie seit ein paar Tagen fertig und können eingepackt werden und auf Weihnachten warten.

Da die ganze Familie inzwischen gegen Covid durchgeimpft ist, sind wir erleichtert, uns wieder mehr sehen zu können, auch Pflegeheimbesuche sind seit längerer Zeit wieder möglich, Impfnachweis genügt. Aber es ist nicht wirklich einfach, zu sehen, wie die kognitiven Fähigkeiten meiner alten Dame nach und nach weniger werden...

Morgen werden wir den Geburtstag nachfeiern, nächste Woche haben die Kinder gewünscht, mit und bei mir Steine anzumalen, meine Infusionen bekomme ich seit April 2020 zuhause - es wird nicht langweilig.

... Und die nächsten Posts werden wieder Buchbesprechungen sein, zwei Bücher warten drauf.