Posts mit dem Label AKTUELL werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label AKTUELL werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 28. Februar 2025

Engagement

Vor Wochen, bevor der Bundestagswahlkampf in seine heiße Phase ging, hatte ich kurz überlegt, einer Partei beizutreten. Aber was hätte das geholfen? Weder hätte ich einen erklecklichen finanziellen Beitrag leisten noch in irgendwelchen Fußgängerzonen Wahlkampf machen können. Also nicht.

Aber jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, habe ich mich entschieden, denn gar nichts zu tun ist auch keine Lösung.

Also bin ich jetzt den OmasGegenRechts beigetreten. Zwar kann ich nicht auf die Straße gehen, aber vielleicht hilft mein kleiner Beitrag, ein weiteres Transparent/Plakat hochzuhalten. Angesichts des derzeit regen Zulaufs bin ich dann eine von vielen, aber das ist in Ordnung. Und gegen rechts zu sein ist dringend geboten.

Außerdem gehöre ich jetzt Correctiv an und unterstütze unabhängigen Journalismus und Faktenchecks.

Damit fühle ich mich jetzt gut und werde weiter verfolgen, was in dieser verrückt gewordenen Welt passiert.

Montag, 30. Dezember 2024

Kurz vor Schluss

So, der allgemeine Feiertagswahnsinn liegt nun wohl hinter jedem, ich hoffe, Ihr hattet schöne Weihnachten. Hier war es etwas anders als üblich organisiert, aber nicht minder schön.

Morgen ist schon der letzte Tag dieses Jahres, und vielleicht seid Ihr mit mir einer Meinung, nämlich dass es nun auch genug ist damit und weg kann.

Ich feiere seit Jahren kein Silvester mehr, erstens habe ich in meinem Leben alle möglichen Silvesterfeiern schon erlebt, zweitens werde ich nicht jünger und bin total zufrieden, den Abend mit meinen Büchern auf dem Sofa zu verbringen, etwas leckeres zu Essen dabei.

Kommt also gut ins neue Jahr, bleibt gesund und mir gewogen.


(Foto aufgenommen im Authentikka Hamburg-Mitte, sehr zu empfehlen!)

Montag, 29. Januar 2024

Alpha1 - Dosisreduzierung und/oder Produktwechsel

Seit dreizehn Jahren bekomme ich die wöchentliche Infusion mit Prolastin (pdf). Sehr seltene unerwünschte Wirkungen kamen vor (Hautausschlag, Fieber, Müdigkeit), gerade aber die Müdigkeit wurde in den letzten Wochen immer stärker. Wortwörtlich konnte ich die Uhr danach stellen. Nun kam auch noch Schüttelfrost dazu, hoher Puls und Muskelschmerzen, zwei Tage lang starkes Krankheitsgefühl. Sind zwei Tage weniger Lebensqualität - jede Woche.

Da ich in diesen dreizehn Jahren aber etwa 25 kg Körpergewicht verloren habe und das Medikament für die Substitution nach kg Körpergewicht berechnet wird, war mein Vorschlag, von 5 g Produkt die Dosis auf 4 g = 4 kleine Flaschen Infusionslösung zu reduzieren.

Diesem Vorschlag ist mein Doc gefolgt. Außerdem gab es heute eine Blutentnahme zur Bestimmung des Eiweißspiegels. Zur Überprüfung der gewünschten Menge ist es üblich, das Restvorkommen an Tag sieben unmittelbar vor der nächsten Infusion zu bestimmen.

("Soweit nicht anders verordnet, reicht in den meisten Fällen eine einmalige wöchentliche Dosis von 60 mg Wirkstoff/kg Körpergewicht (entsprechend 180 ml gebrauchsfertige Infusionslösung mit 25 mg/ml Alpha-1-Proteinaseinhibitor (human) bei einem 75 kg schweren Patienten) als Kurzinfusion aus, um den Alpha-1-Proteinaseinhibitor-Serumspiegel ständig über 80 mg/dl zu halten, was einem Lungenspiegel von 1.3 μM entspricht. Diese Spiegel im Serum und der Flüssigkeit des Lungenepithels gelten theoretisch als Schutz gegen eine weitere Verschlechterung des Lungenemphysems." Gemäß Beipackzettel Prolastin.)

Nächste Woche dann die Gegenprobe nach den heutigen vier Flaschen.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, künftig das Produkt eines anderen Herstellers zu verwenden. Respreeza (pdf), dieses Produkt unterscheidet sich fast gar nicht vom bisherigen, jedoch werden im Herstellungsprozess ein paar unnötige Eiweißstoffe mehr ausgefiltert.

Auf jeden Fall wartet man auf meine Rückmeldung spätestens am Donnerstag.

Update 05.02.2024
Letzte Woche habe ich die 4 g Prolastin sehr gut vertragen. Der gemessene Spiegel aus dem Rest der Vorwoche liegt mit 90 mg/dl an der Untergrenze des Alpha-Spiegels einer gesunden Person.

Heute dann die erste Infusion mit 4 g Respreeza. Das Produkt scheint etwas dünnflüssiger zu sein als Prolastin, denn trotz nur moderater Einstellung des Ventils war ich nach zehn Minuten schon fertig! Nochmal Blutabnahme zur Messung des Spiegels von 4 g in der letzten Woche.

Montag, 1. Januar 2024

Neujahr 2024

Ich wünsche meinen Lesern ein gesundes und glückliches neues Jahr!

Angesichts globaler Probleme wird es bestimmt kein einfaches werden, aber wir verlieren nicht den Mut!

Mittwoch, 29. März 2023

Norovirus

Eigentlich habe ich mein Paket an Krankheiten und Co. für dieses Jahr schon weg, aber es geht immer noch mehr.

Mein Bein wird allmählich besser, der Schmerz etwas rückläufig.

Dafür habe ich mir während meiner derzeit täglichen Besuche im Pflegeheim nun das Norovirus mitgenommen. Dort herrscht eigentlich wegen Noro momentan Besuchsverbot, nur ich darf immer und jederzeit kommen. Nun, die akute Phase habe ich wohl jetzt hinter mir gelassen, lebe von zermatschter Banane, trockenem Knäckebrot, Brühe und Saft mit Wasser. Super Menü also.

Ansonsten bin ich komplett klapprig, kann natürlich auch gerade Mama nicht besuchen, ich rufe nur jeden Tag dort an, um zu hören, wie es ihr geht.

Montag, 2. Januar 2023

Diary - Just for the Records

Seit Silvester kurzatmig. Am Neujahrstag eskaliert, Wege von einem Zimmer zum anderen erfordern hinterher minutenlanges Luftholen in Ruhe. Mittags 40 mg Prednisolon blieben ohne Wirkung, eine zusätzlich gegen 17 Uhr, allmählich leichte Besserung. Alle denkbaren NW vom Predni.

Gerade zurück vom Arzt. Bin immer noch extrem kurzatmig. Als ich zur Infusion ankam, beschloss ich spontan, dass ich zum Doc rein musste. Das bedeutete natürlich volles Programm, also Blut, BGA, LuFu, abhorchen, Gespräch. Interessanterweise war die Lungenfunktion besser als im ganzen Jahr 2022. Tabletten weiter nehmen wie gestern und heute früh schon. Mit nur drei Stunden Schlaf letzte Nacht hat mich das ganze Procedere schon sehr angestrengt, bin froh, dass ich jetzt wieder zu Hause bin und mir erstmal einen Kaffee gemacht habe.

Je nach Labor werde ich morgen angerufen, auf jeden Fall soll ich mich am Donnerstag melden.

Update 05.01.2023 Telefonat mit meinem Doc. Tabletten weiter bis incl. Sonntag nehmen. Labor war einwandfrei. Status: besser als Montag, aber immer noch sehr angestrengt und luftlos.

Update 06.01.2023 Endlich wieder gut geschlafen. Befinden ist deutlich besser!

Samstag, 31. Dezember 2022

Jahreswechsel

Und wieder mal ist es so weit, ein Jahr ist vergangen. In diesem speziellen Falle möchten wir wohl alle nur einen Haken dran machen ✔✔✔ Oder drei.

Krieg in der Ukraine, Inflation, Energiekrise - es reicht.

Natürlich hatte dieses Jahr auch seine guten Seiten, schöne Erlebnisse, die aber wohl eher privat.

Wie dem auch sei, mit diesem Foto von Silvester 1959/1960 wünsche ich Euch einen guten Rutsch in ein hoffentlich freundliches Jahr 2023 mit Gesundheit für alle.

Dienstag, 15. November 2022

Endlich darf ich wieder...

 ... ungebremst lesen und schreiben.

Neue Lesebrille ist super, Gleitsichtbrille dauert noch zwei Tage oder so. 

Am 7. September hatte ich die Augen-OP mit anschließendem Leseverbot. Einmal war ich unartig und habe zwei Stunden auf dem Kindle gelesen, weil man da ja die Schriftgröße frei einstellen kann, die Quittung hatte ich hinterher: ich habe durch die Überanstrengung den Rest des Tages alles nur noch verschwommen gesehen.

Nun hoffe ich, dass das linke Auge sich noch ein bisschen Zeit lässt und ich meine sehr teuren Brillen ausreichend werde nutzen können...

OP-Bericht für Neugierige folgt noch, denn bei meiner Recherche habe ich zwar jede Menge Infos auf Wikipedia, von Ärzten und Linsenherstellern gefunden, das war aber kein bisschen unterschiedlich von dem, was mir meine Augenklinik erzählt hat. Erfahrungsberichte von Betroffenen fand ich keine. Also, es war ein bisschen unheimlich, aber vollkommen schmerzfrei. Der Rest kommt dann hier noch. Wollte nur erstmal ein Lebenszeichen geben.

Ich habe in diesen gut zwei Monaten so viele Fotos gemacht, schon auch um mir selber zu verdeutlichen, dass ich gelebt habe... also gegen das Vergessen mal wieder.

CUsoon

Freitag, 4. März 2022

Ukraine/Russland

Wenn ich nachts wachliege, gehen mir ja die merkwürdigsten Dinge "ungefiltert" durch den Kopf. Zum Beispiel habe ich sinniert, wohin ich flüchten möchte, wenn der Krieg hierher "überschwappen" würde. Ganz spontan ist mein Favorit eine kleine dänische Insel. (Natürlich ist das Blödsinn, weil auch Europa und nur 300 km von mir entfernt.) Und was wäre mit meiner Familie?

Als ich dann aufwachte und vom Angriff aufs KKW las (zuerst die ZDF-Schlagzeilen gelesen, kaum, dass die Augen auf waren), hatte ich das Gefühl, es gäbe kein Entkommen.

Erinnert Ihr Euch an den Reaktorunfall in Tschernobyl? Das ist 36 Jahre her, mein Baby saß in der Sandkiste und spielte, was dann ab sofort nicht mehr erlaubt war. Meine anderen Kinder waren im Kindergarten, durften nicht draußen spielen und mussten trotz großer Wärme Pullover mit langen Ärmeln tragen. Niemand wusste, welche Lebensmittel unbedenklich wären, welche gefährlich. Radioaktiven Niederschlag gab es hier nicht, Glück durch die passende Windrichtung.

Und wenn nun durch den durchgeknallten Herrn P. das riesige KKW in die Luft fliegen sollte... bezweifle ich, dass wir nochmal Glück haben werden. Da muss man keine Nachlassregelung mehr treffen.

Ich geh denn mal zur Tagesordnung über.

Freitag, 4. Februar 2022

Ist denn schon Februar?

Wie immer: Die Zeit läuft, mit allen Hochs und Tiefs.

Ich wurschtel mich so durch, mal supergut, dann wieder eher nicht, kümmere mich so um dieses und jenes, letzte Woche vor allem um die Planung einer anstehenden Sanierung.

Froh war ich, als ich bei meinen Mietvertragsunterlagen (ich wohne hier im 41. Jahr) die professionelle Küchenzeichnung fand. Da war es super hilfreich, diese als Grundlage für meine Planung zu nehmen und auf einer Kopie alle meine Wünsche einzuzeichnen. Ich möchte nochmal die Familie drüber gucken lassen, bevor ich die Hausverwaltung dann mit ins Boot hole. Allzulange möchte ich damit nicht mehr warten, man bedenke den Wasserschaden, den ich knapp vor Weihnachten hatte. Aber Planung macht Spaß!

Weniger spaßig ist, dass das Heiminfusionsprogramm meines Medikamentenherstellers mit Ende März ausläuft. Es gab da ein Gerichtsverfahren, welches der Mitbewerber angestoßen hatte - Wettbewerbsrecht, denke ich mir. Man versucht zwar, an anderen Lösungen zu basteln, aber erstmal werde ich ab April wieder wöchentlich in meine Arztpraxis müssen dafür. Und nach zwei Jahren hochprofessioneller Heiminfusion bin ich nun auch noch etwas verwöhnt. Tja, kannste machen niiiixxxxx....

Letzte Nacht konnte ich nicht einschlafen... ich schau ja häufiger mal die Talk-Sendungen, und gestern ging es um Ukraine/Russland und die NATO... das hat mich thematisch vermutlich ganz gut mitgenommen, ein Blick auf die Fitbit sagte, mein Puls war dauerhaft über 90. Also um halb zwölf wieder raus aus dem Bett und ran ans Buch. Bis ich dann runtergefahren war, hat es tatsächlich zwei Stunden gedauert. Und da ich heute mit Wecker aufstehen musste, bin ich einigermaßen platt heute... Physio ging trotzdem ganz prima.

Samstag, 1. Januar 2022

Happy New Year

365 Seiten eines neuen Tagebuchs liegen vor uns, lasst sie uns mit vielen guten Erlebnissen und netten Menschen füllen. Gesundheit für alle und ein friedvolles Herz!

(Das Foto ist etwas älter, denn auch bei diesem Jahreswechsel waren Feuerwerkskörper nicht erlaubt.)

Samstag, 11. Juli 2020

In Sorge

Chronisch krank sein ist auch unter dem Aspekt des sozialen Umfeldes mehr als blöd.

Alte Freundschaften gehen den Bach runter, vielleicht habe ich in einer gesundheitlichen Krisensituation mehr geäußerte Sorge oder Anteilnahme erwartet, eventuell bin ich nicht die einzige Person, die nun dauerhaft im Schmollwinkel sitzt. Es kann auch sein, dass wir einander nicht mehr so sehr brauchen wie viele Jahrzehnte lang. Da hilft dann auch die miteinander geteilte Geschichte nichts.

Neue Freundschaften rekrutieren sich derzeit überwiegend aus dem Kreis der ähnlich chronisch Kranken, vielfach auch mit genau dieser Art von Gendefekt, mit wöchentlicher Infusion etc. pp. Da bin ich teilweise die "Blinde unter den Einäugigen", meine Lungenfunktion und Belastbarkeit, egal wie vermindert, ist überwiegend noch viel besser als die z.B. von Freundin S.

Freundin S., wohnhaft in einer anderen Stadt, ging drei Tage nach einem Sturz mit einer Fußverletzung in das örtliche Krankenhaus. Anscheinend sind dort gewisse Dinge eskaliert. Gestern habe ich erfahren, dass sie im künstlichen Koma liegend beatmet wird. (Kein Covid19!). Ihre Tochter wird sich wieder bei mir melden, so bald es etwas Neues gibt.

Ich bin seit gestern Abend sehr geschockt, tatsächlich kann ich überhaupt nichts tun außer das Beste zu hoffen.

Dabei kommt mir natürlich auch der Gedanke, wie wenig klug es generell ist, sich seine Freunde unter gleichartigen Leuten zu suchen. Da ist das gegenseitige Verständnis - und das ist mehr als bequem - vom Grundsatz her gegeben, man muss überhaupt nichts zu seinen Einschränkungen erklären, auf der anderen Seite... kann man sie auch durch genau diese Gemeinsamkeit bedingt schneller verlieren als man sich vorstellen kann.

Sonntag, 7. Juni 2020

Vierundachtzig

Es waren wohl vor allem die Bilder aus Norditalien, Bilder überfüllter Krankenhäuser und von Militärtransporten mit Särgen, die uns die Gefahr von "Corona" vor Augen führten. Das war Europa, nicht das ferne China...

Am 14. und 15. März häuften sich on- und offline die Berichte, Bilder, Töne von Italienern, die - ganz frisch in häuslicher Quarantäne - auf ihren Balkonen sangen.

Am 16. März begann ich, auf Facebook jeden Tag ein italienisches Lied einzustellen, den Anfang hatte Angelo Branduardi gemacht. Ich bin immer noch dabei, im In- und Ausland darf man sich wieder fast unbegrenzt in der Öffentlichkeit bewegen, die Infektionszahlen sind gesunken (Hamburg hat sogar immer wieder einzelne Tage ohne Neuinfektionen gemeldet). Und von mir gibt es weiterhin jeden Nachmittag ein italienisches Lied.

84 Songs bis heute.

Sonntag, 15. März 2020

Corona-Alltag

Natürlich ist mir klar, dass ich mich hier mit den letzten Posts wiederholt habe.

Wie bei allen anderen Menschen auch, müssen meine Familie und ich unseren Alltag ändern und neu strukturieren, teilweise laufen eben die Gedanken rund in unser aller Köpfen. Da bleiben Wiederholungen nicht aus.

Meine Lage ist vergleichsweise übersichtlich, trotzdem ändert sich auch mein Leben. Soziale Kontakte finden nur noch via Telefon, WhatsApp und Facebook statt. Mehr als nichts, immerhin.

Aushäusiges entfällt, da bemerke ich plötzlich, wie mir die Wege fehlen. Also gehe ich zu regelmäßigen einsamen Spaziergängen über. Als typischer Einsiedlerkrebs (da kommt mein Naturell der aktuellen Lage direkt entgegen) sind meine Fotokamera und ich miteinander sehr zufrieden dabei. Und das Wetter spielt derzeit auch mit.

Für weitere Bewegung hilft mir mein Ergometer, das ich jetzt regelmäßig traktiere, meist während im TV irgendwas halbwegs Interessantes läuft.

Somit habe ich frische Luft, Bewegung, dazu gesunde Ernährung. Im Moment achte ich besonders auf Ausgewogenheit. Mehr geht derzeit nicht.

Samstag, 14. März 2020

Meistens zuhause

Ende Februar schrieb ich hier, ich würde meinen gebuchten Sprachkurs nicht stornieren. Inzwischen habe ich ihn storniert. Zehn Leute, die ich nicht kenne, von denen ich nicht weiß, ob sie vielleicht doch "erkältet" zum Unterricht kämen, ein Klassenraum, von dem ich nicht weiß, was Andere vor uns Unsichtbares auf den Tischen hinterlassen haben... Die Einschläge kommen näher, das Risiko ist mir nun doch zu groß.

Ich fahre nicht mehr mit der Bahn, besuche meine Mutter nicht mehr im Heim, vermeide Supermärkte. Für meine wöchentlichen Infusionen, die ich derzeit aussetze, bin ich auf der Suche nach einer Möglichkeit, meine Physio-Jasmin hat da gute Ideen.

Achso, Physio, auch da suchen wir nach einer Möglichkeit. Irgendwie sortiert sich das Alltagsleben gerade komplett neu.

Ich vermisse meine Enkelkinder. Auch deren Kita wurde ab sofort geschlossen.

Freitag, 13. März 2020

Corona-Alarm

Das macht mich irgendwie gerade alles blöd im Kopf.

Ich sehe stundenlang alle Sondersendungen, Talkrunden, lese im Netz. Klar, die Symptome gleichen "nur" einer Erkältung. Und es sind "nur" Leute über 60 und Menschen mit Grunderkrankungen gefährdet. Alles klar?

Die zweite Woche fahre ich nicht mit der Bahn, meide Menschen, gehe in keinen Supermarkt. Ich habe nichts auszustehen, vermisse aber meine Enkelkinder. Die dürfen ab sofort nicht mehr in die Kita gehen... Kann meine Mutter im Heim nicht mehr besuchen und merke am Telefon, dass sie gerade abzubauen scheint mangels normaler Unterhaltung...

Wenn hier nach dem Triage-System (wie in Bergamo) vorgegangen werden muss - was ich nicht hoffe - dann falle ich durchs Raster... super. Nach sterben ist mir noch nicht.

Also versuchen wir alle, den schnellen Anstieg der Infektionskurve ein wenig aufzuhalten.

(Was bin ich froh, dass ich nicht mehr arbeite, ein Ausfall, weil ich nicht mehr mit Öffis fahren und mit Menschen zusammenkommen soll, wäre sicherlich nicht unproblematisch.)

Infos beim NDR incl. des täglichen Podcasts von Herrn Prof. Dr. Christian Drosten

Donnerstag, 27. Februar 2020

COVID19

Das Bundesministerium für Gesundheit

Spektrum lässt sich über die Gefahr der Pandemie aus

Ich denke, dass die Gefahr für den gesunden Normalbürger eher gering ist. Aber für Menschen wie mich (und ich kenne noch ein paar hundert von meiner Sorte - meine persönliche Filterbubble) ist es sehr gefährlich, wir sind ggf. Hochrisikopatienten und werden im Zweifelsfalle sehr krank und evtl. sterben... Trotzdem ist Panik natürlich hier vollkommen fehl am Platze.

Ein wenig über meinen gebuchten Sprachkurs nachgedacht, soll ich jetzt hysterisch werden, wenn dort jemand niest??? Jedenfalls storniere ich den Kurs nicht, ich könnte ja auch ansonsten das Haus nicht mehr verlassen.

Sonntag, 2. Februar 2020

Dies und das

Ich musste gestern mein Medikament so hoch dosieren, dass eine mögliche Nebenwirkung jetzt bei mir zum Tragen kommt: Schlaflosigkeit. Nach zwei Stunden war meine Nacht erstmal zu Ende. Ich bin seit Stunden wach, auf, lesend...und nun auch schreibend. Da aber Sonntag ist und ich heute keine aushäusigen Termine habe, ist das alles halb so wild. Ich kann also auch gleich ins Bett gehen und dann bis Mittag schlafen. Eventuell. Falls es klappt.

+++

Ich habe gewählt. Gestern. Per Brief.
Wir haben in Hamburg ja am 23.02. die Wahl der Bürgerschaft, also unseres Landesparlaments, und da ich mangels hellseherischer Fähigkeiten nie weiß, ob ich am Wahltag imstande bin, den Weg ins Wahllokal zu managen, mache ich seit vielen Jahren sicherheitshalber Briefwahl.

Übrigens darf man hier als junger Mensch (deutsch und seit mindestens drei Monaten in Hamburg gemeldet) ab sechzehn Jahren seine Kreuzchen machen. Das finde ich gut, ganz besonders angesichts der aktuellen Klima- und Umweltproblematiken. Passend habe ich gestern - zumindest auf dem Stimmzettel für meinen Wahlbezirk und innerhalb meiner grundsätzlichen politischen Ausrichtung - nach jungen Leuten Ausschau gehalten, denn da es konkret um die Zukunft der Generation meiner Kindeskinder und deren Kinder gehen wird, helfen hier keine "alten" Politiker, die das Jahr 2050 selber vielleicht gar nicht mehr erleben werden. - Ich übrigens auch nicht, meine Mutter schon gar nicht, mit ihr rede ich im Moment viel über solche Dinge, man braucht auch im Pflegeheim ja immer wieder Themen, um die Besuchsnachmittage zu füllen. Es braucht viel mehr gebildete, engagierte junge Leute, gerade auch in der Politik. (Was helfen uns da supernette ehemalige Ärzte, Anwälte, Banker aus den Jahrgängen 1945 bis 1960? Die sind doch auch längst tot, wenn's richtig losgeht.)

Auf jeden Fall habe ich meine Kreuzchen gesetzt, und Mama hat heute ihre Anforderung für die Briefwahlunterlagen ausgefüllt, ich hoffe auf eine gute Wahlbeteiligung hier in unserer Stadt.

+++

Vergangenen Dienstag, auf dem Rückweg von der Infusion, S-Bahn fuhr ein, ich stand schon mal auf... bremste das Ding kurz vorher auf freier Strecke und schleuderte mich irgendwo zwischen Sitze und Haltestangen. Ja, ich konnte mich noch auffangen... Das tat sehr böse weh, und zumindest die Leute in der Nähe hatten es mitbekommen. Niemand hat sich gekümmert. Nein, ich lag nicht auf dem Boden, das hätte möglicherweise weniger schmerzhafte Folgen gehabt, wer weiß? Trotzdem finde ich es traurig, dass nicht einer gefragt hat, ob ich klarkomme, Hilfe brauche, irgendwie so etwas...

Es tat mein linkes Bein weh (das Bein, welches immer in Ordnung war), zwischen Kniekehle und etwas oberhalb. Kein Bänderriss... fühlte sich eher wie eine muskuläre Angelegenheit an, eine Zerrung oder Prellung vielleicht. Außerdem schmerzte rechts der Brustmuskel bei jeder Armbewegung... Kühlung, Diclofenac, Elastikbinde, mein übliches Placebo-Programm fürs Bein in solchen Fällen...
Hätte schlimmer kommen können, klar. Hätte aber nicht passieren sollen... Das Wetter nahm mir seit Tagen sowieso ein Großteil meiner Luft, durch den Schreck-Schock wurde sie dann sofort noch weniger. Ja, auch die Psyche reagiert natürlich sofort.

Nein, ich verallgemeinere nicht, "die Menschen" sind nicht schlecht, nur sehr auf sich selbst bezogen. Es gibt auch die "Guten", die mich draußen ansprechen, wenn ich irgendwo angelehnt stehe und drauf warte, wieder Luft zur Fortsetzung meines Weges zu bekommen, angelehnt an alles, was sich so bietet. Immer mal wieder werde ich gefragt, ob ich Hilfe benötige. Benötige ich nicht, ich komme klar, etwas unangenehm ist es mir auch, aber ich stelle fest, dass recht viele Leute doch einen Blick für ihre Mitmenschen haben.

+++

Gestern, auf dem Rückweg vom Pflegeheim, angekommen an meiner S-Bahn-Haltestelle... habe ich den Lift genutzt. Üblicherweise brauche ich ihn aufwärts (alle Bewegungen gegen die Schwerkraft, also Treppen zum Beispiel, sind sehr anstrengend für mich und nehmen mir die Luft), da es mir aber nicht gut geht/ging, nutzte ich ihn auch für die eine Etage abwärts. Ich bin die erste am Lift, dann eine Frau mit gut gefülltem Einkaufstrolley. Kaum sind wir drin, kommen zwei Mütter mit Kinderwagen, die letztgekommene quetscht ihren Babywagen quer rein, findet selber keinen Platz und fängt an zu schimpfen... die Frau mit dem Trolley soll doch das Teil mal neben sich stellen. Ich sage, dass ich dort doch stehe. Motzt (!) sie mich an, ich hätte doch als schnell gehender Mensch eh nichts im Lift zu suchen, wie könnte ich nur...! Ich fragte sie, ob sie eventuell meinen Behindertenausweis sehen möchte??? Na, jedenfalls ist sie wutentbrannt ausgestiegen und hat mit dem Kinderwagen dann auf die nächste Fahrt gewartet. Und vor lauter Ärger blieb mir die Luft weg...
Wie kann man nur so frech sein?

Grundsätzlich, wenn ich auf einem Bahnsteig stehe und auf den Lift warte, bin ICH diejenige, die alle mit Kinderwagen, Rollatoren, Rollstühlen sowieso, vorlasse, ich bin nämlich nett. In dieser Situation trafen allerdings die jungen Frauen mit Kinderwagen erst ein, nachdem die Dame mit Trolley und ich längst im Fahrstuhl waren...

Und es gibt freundliche Menschen, die mich kommen sehen und den Lift noch anhalten, damit ich mitkommen kann. Das sind manchmal die Leute, denen man das rein vom optischen Eindruck her gar nicht zutrauen würde.

+++

Nun bin ich seit fast fünf Stunden wach und versuche es mal mit schlafen...

Mittwoch, 22. Januar 2020

Emotionen

Bei jedem Besuch im Heim eine neue Überraschung.

Sie konnte ihre Emotionen noch nie richtig kontrollieren - das wird deutlich heftiger.

Ich höre mir alles an und versuche, einen sachlichen Blick auf alles zu haben und "reklamiere" nur das, was objektiv nicht okay ist. Mama ist nicht zufrieden mit mir insofern, als dass ich mich nicht aufrege. Frage ich sie, ob ich mich um irgendwas direkt kümmern soll, bekomme ich gar keine Antwort außer, dass ich nun doch mal bestätigen soll, dass dieses oder jenes nicht in Ordnung sei.

Ich bestätige mal gar nichts, denn ich war nicht dabei.

Niemand kennt meine Mutter besser als ich.

Puh. Ich bin eine gute Tochter, ommmmmmm....

Donnerstag, 16. Januar 2020

Organspende

Ich lass hier im ZDF die Bundestagsdebatte über die Organspende laufen und werde nun endlich mal meinen Organspendeausweis ausfüllen unter Ausschluss meiner beiden defekten Organe. Es bleibt ja hoffentlich noch genug Brauchbares über von mir...

Ein Hamburger hat gesprochen wie folgt: Die Verteilung von Spenderorganen erfolgt über Eurotransplant, weshalb Deutschland profitiert von den Spenden aus Ländern mit Widerspruchslösung, die in der Mehrzahl sind. Stimmt.