Ich musste gestern mein Medikament so hoch dosieren, dass eine mögliche Nebenwirkung jetzt bei mir zum Tragen kommt: Schlaflosigkeit. Nach zwei Stunden war meine Nacht erstmal zu Ende. Ich bin seit Stunden wach, auf, lesend...und nun auch schreibend. Da aber Sonntag ist und ich heute keine aushäusigen Termine habe, ist das alles halb so wild. Ich kann also auch gleich ins Bett gehen und dann bis Mittag schlafen. Eventuell. Falls es klappt.
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Ich habe gewählt. Gestern. Per Brief.
Wir haben in Hamburg ja am 23.02. die
Wahl der Bürgerschaft, also unseres Landesparlaments, und da ich mangels hellseherischer Fähigkeiten nie weiß, ob ich am Wahltag imstande bin, den Weg ins Wahllokal zu managen, mache ich seit vielen Jahren sicherheitshalber Briefwahl.
Übrigens darf man hier als junger Mensch (deutsch und seit mindestens drei Monaten in Hamburg gemeldet) ab sechzehn Jahren seine Kreuzchen machen. Das finde ich gut, ganz besonders angesichts der aktuellen Klima- und Umweltproblematiken. Passend habe ich gestern - zumindest auf dem Stimmzettel für meinen Wahlbezirk und innerhalb meiner grundsätzlichen politischen Ausrichtung - nach jungen Leuten Ausschau gehalten, denn da es konkret um die Zukunft der Generation meiner Kindeskinder und deren Kinder gehen wird, helfen hier keine "alten" Politiker, die das Jahr 2050 selber vielleicht gar nicht mehr erleben werden. - Ich übrigens auch nicht, meine Mutter schon gar nicht, mit ihr rede ich im Moment viel über solche Dinge, man braucht auch im Pflegeheim ja immer wieder Themen, um die Besuchsnachmittage zu füllen. Es braucht viel mehr gebildete, engagierte junge Leute, gerade auch in der Politik. (Was helfen uns da supernette ehemalige Ärzte, Anwälte, Banker aus den Jahrgängen 1945 bis 1960? Die sind doch auch längst tot, wenn's richtig losgeht.)
Auf jeden Fall habe ich meine Kreuzchen gesetzt, und Mama hat heute ihre Anforderung für die Briefwahlunterlagen ausgefüllt, ich hoffe auf eine gute Wahlbeteiligung hier in unserer Stadt.
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Vergangenen Dienstag, auf dem Rückweg von der Infusion, S-Bahn fuhr ein, ich stand schon
mal auf... bremste das Ding kurz vorher auf freier Strecke und schleuderte
mich irgendwo zwischen Sitze und Haltestangen. Ja, ich konnte mich noch
auffangen... Das tat sehr böse weh, und zumindest die Leute in der Nähe hatten es mitbekommen. Niemand hat sich gekümmert. Nein, ich lag nicht auf dem Boden, das hätte möglicherweise weniger schmerzhafte Folgen gehabt, wer weiß?
Trotzdem finde ich es traurig, dass nicht einer gefragt hat, ob ich klarkomme, Hilfe brauche, irgendwie so etwas...
Es tat mein linkes Bein weh (das Bein,
welches immer in Ordnung war), zwischen Kniekehle und etwas oberhalb.
Kein Bänderriss... fühlte sich eher wie eine muskuläre Angelegenheit an,
eine Zerrung oder Prellung vielleicht. Außerdem schmerzte rechts der
Brustmuskel bei jeder Armbewegung... Kühlung, Diclofenac, Elastikbinde, mein übliches Placebo-Programm fürs Bein in solchen Fällen...
Hätte schlimmer kommen können, klar. Hätte aber nicht passieren
sollen... Das Wetter nahm mir seit Tagen sowieso ein Großteil meiner Luft, durch
den Schreck-Schock wurde sie dann sofort noch weniger. Ja, auch die Psyche reagiert natürlich sofort.
Nein, ich verallgemeinere nicht, "die Menschen" sind nicht schlecht, nur sehr auf sich selbst bezogen. Es gibt auch die "Guten", die mich draußen ansprechen, wenn ich irgendwo angelehnt stehe und drauf warte, wieder Luft zur Fortsetzung meines Weges zu bekommen, angelehnt an alles, was sich so bietet. Immer mal wieder werde ich gefragt, ob ich Hilfe benötige. Benötige ich nicht, ich komme klar, etwas unangenehm ist es mir auch,
aber ich stelle fest, dass recht viele Leute doch einen Blick für ihre Mitmenschen haben.
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Gestern, auf dem Rückweg vom Pflegeheim, angekommen an meiner S-Bahn-Haltestelle... habe ich den Lift genutzt. Üblicherweise brauche ich ihn aufwärts (alle Bewegungen gegen die Schwerkraft, also Treppen zum Beispiel, sind sehr anstrengend für mich und nehmen mir die Luft), da es mir aber nicht gut geht/ging, nutzte ich ihn auch für die eine Etage abwärts. Ich bin die erste am Lift, dann eine Frau mit gut gefülltem Einkaufstrolley. Kaum sind wir drin, kommen zwei Mütter mit Kinderwagen, die letztgekommene quetscht ihren Babywagen quer rein, findet selber keinen Platz und fängt an zu schimpfen... die Frau mit dem Trolley soll doch das Teil mal neben sich stellen. Ich sage, dass ich dort doch stehe. Motzt (!) sie mich an, ich hätte doch als schnell gehender Mensch eh nichts im Lift zu suchen, wie könnte ich nur...! Ich fragte sie, ob sie eventuell meinen Behindertenausweis sehen möchte??? Na, jedenfalls ist sie wutentbrannt ausgestiegen und hat mit dem Kinderwagen dann auf die nächste Fahrt gewartet.
Und vor lauter Ärger blieb mir die Luft weg...
Wie kann man nur so frech sein?
Grundsätzlich, wenn ich auf einem Bahnsteig stehe und auf den Lift warte, bin ICH diejenige, die alle mit Kinderwagen, Rollatoren, Rollstühlen sowieso, vorlasse, ich bin nämlich nett. In dieser Situation trafen allerdings die jungen Frauen mit Kinderwagen erst ein, nachdem die Dame mit Trolley und ich längst im Fahrstuhl waren...
Und es gibt
freundliche Menschen, die mich kommen sehen und den Lift noch anhalten, damit ich mitkommen kann. Das sind manchmal die Leute, denen man das rein vom optischen Eindruck her gar nicht zutrauen würde.
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Nun bin ich seit fast fünf Stunden wach und versuche es mal mit schlafen...