Dienstag, 27. Juli 2021

Gelesen: Forderung

Forderung von John Grisham (Roman)
Heyne Taschenbuch
ISBN 978-3-453-43970-2

Warum dieses Buch? Auch ein Tochterbuch zur weiteren Verwertung.

Klappentext:
"Die Studenten Zola, Todd und Mark stehen kurz vor dem Juraexamen, als sie erkennen, dass sie betrogen worden sind. Die private Hochschule, an der sie studieren, bietet eine derart lückenhafte Ausbildung, dass die drei die Prüfung nicht schaffen werden. Doch ohne Abschluss wird es für sie unmöglich sein, einen gut bezahlten Job zu finden. Und ohne Anstellung werden sie die Schulden, die sie für die Zahlung der Studiengebühren aufgenommen haben, nicht begleichen können. Statt zu verzweifeln, schmieden die drei einen genialen Plan. In schicken Anzügen und ausgestattet mit Aktenkoffern, nehmen sie ihre Arbeit als Anwalt auf. Zwar ohne Lizenz, aber niemand fragt danach. Natürlich geht das nicht lange gut, aber die Zeit reicht, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Zu einem Preis, der sich gewaschen hat."

Es ist lange, wirklich sehr lange her, dass ich "Grishams" gelesen habe, der "Regenmacher" war das letzte Buch von ihm, als ich feststellte, dass seine Romane irgendwie alle gleich waren. Entsprechend gespannt war ich auf diesen Roman.

Der Klappentext erzählt den Plot ganz gut, etwas komplizierter ist die Geschichte schon, vor allem die ersten hundert Seiten werden damit zugebracht, das System der privaten Hochschulen und Kreditvergaben zu erklären und dem Leser die Protagonisten nahe zu bringen. Der Vierte im Bunde begeht Selbstmord, nachdem er die unglaublichen finanziellen Verknüpfungen von privaten Unis mit den Kreditgebern der Studentenkredite und Anwaltskanzleien herausgefunden hat. Die verbliebenen Freunde werfen ihr Studium hin, und eine beispiellose Geschichte nimmt Fahrt auf, bis sie am Ende flüchten und mit neuen Identitäten weit weg von Amerika, dafür aber mit einem gesunden finanziellen Polster, ein neues Leben beginnen können.

Im Grunde sind die Protagonisten kriminell, aber man entwickelt unweigerlich Sympathien für sie, zumal sie für eine Art ausgleichender Gerechtigkeit gesorgt haben.

Der Roman liest sich gut weg, ist mäßig spannend, dabei einigermaßen unterhaltend.

Sonntag, 25. Juli 2021

Gelesen: Die Entscheidung

Die Entscheidung von Charlotte Link (Krimi)
Blanvalet/Random House
ISBN 978-3-7341-0522-7

Warum dieses Buch? Tochterbuch zur weiteren Verwertung.

Klappentext:
"«Ich glaube, ich habe einen Mann umgebracht!» Als Simon, ein deutscher Urlauber, der in seinem südfranzösischen Ferienhaus einem einsamen Weihnachtsfest entgegensieht, diese Worte von der jungen Französin hört, die er am Strand getroffen hat, reagiert er mit Fassungslosigkeit: Nathalie, verwahrlost und halb verhungert, redet von ominösen Verfolgern, die sie zur Flucht aus Paris veranlssst haben, und von einem in Notwehr begangenen Tötungsdelikt. Der von Selbstzweifeln gequälte Simon, der einmal im Leben eine richtige Entscheidung treffen wollte und der Fremden daher seine Hilfe angeboten hat, findet sich in einem Albtraum wieder. Gehetzt von skrupellosen Verbrechern, deren Ziele und Motive weder er noch Nathalie kennen. Und als Teil einer viel größeren Geschichte, deren Anfänge bis nach Osteuropa reichen, wo Eltern verzweifelt nach ihren verschwundenen Töchtern suchen..."

Es gibt zwei Handlungsstränge, einer dreht sich um junge bulgarische Mädchen, die ihr Glück in Westeuropa suchen wollten (sehr schnell ahnt hier die Leserin, dass es um Mädchenhandel geht) und den Hauptstrang von Nathalie, Simon, dubiosen Verfolgern, die vor keiner Schandtat zurückschrecken. Eine rasante Geschichte quer durch Frankreich, die nur wenig Zeit zum Luftholen lässt.

Das Ende des Romans ist kein klassisches Happy End, wenngleich die akute Gefahr gebannt ist und Täter festgenommen sind.

Ein echter Pageturner und in zwei Tagen durchgelesen.

Freitag, 23. Juli 2021

Aussortiert

Viele Bücher laufen in der Familie rund, so dass ich, bevor ich Bücher weggebe, immer auch mit einer Tochter bespreche, welche sie zuerst noch haben möchte. Dafür lädt aber die "Große" auch hier ab, denn wo sie wohnt, gibt es kein öffentliches Bücherregal/öffentlichen Bücherschrank. Ist die "Kleine" hier, bekommt sie meist einfach alle mit und guckt, was sie davon lesen möchte oder bringt die Bücher für mich weg, sie wohnt noch näher dran als ich.

Nun, gestern habe ich also voller Freude eines der Regale in einer der beiden ehemaligen englischen Telefonzellen gefüllt. Mir war, nachdem die Geschäfte wieder hatten öffnen dürfen und ich das erste Mal wieder unterwegs war, aufgefallen, dass die beiden Bücherschränke komplett leer waren. Vorher monatelang gut gefüllt mit Bücherclub-Büchern aus den 60er Jahren - genau davon habe ich hier von meinen Eltern selber noch einen Schrank voll. Entweder haben die Leute in ihrer Isolation alles gelesen, was sie in die Hände bekommen konnten, oder irgendjemand hat dort mal "tabula rasa" gemacht und Ungeliebtes entsorgt?

Keine Frage, dass Bücher, die mir ans Herz gewachsen sind, hier im Laufe der Jahre/Jahrzehnte wiederholt gelesen werden, aber es gibt genug Bücher, die nicht das Potenzial dazu haben, was nicht in jedem Fall ein Qualitätsurteil sein muss.

(Wer ganz genau hinschaut, sieht, dass ich ganz dezent gleich mal einen "Elbstone" dort hinterlassen habe.)

Donnerstag, 22. Juli 2021

Gelesen: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert von Joël Dicker (Roman)
aus dem Franzöischen "La Vérité sur l'Affaire Harry Quebert"
Piper Verlag, München
ISBN 978-3-492-05600-7

Warum dieses Buch? Ich habe es von einer lieben Bücherfreundin bekommen, und es wartet schon eine ganze Zeit darauf, gelesen zu werden.

Klappentext:
"Es ist der Aufmacher jeder Nachrichtensendung. Im Garten des hochangesehenen Schriftstellers Harry Quebert wurde eine Leiche entdeckt. Und in einer Ledertasche direkt daneben: das Originalmanuskript des Romans, mit dem er berühmt wurde. Als sich herausstellt, dass es sich bei der Leiche um die sterblichen Überreste der vor dreiunddreißig Jahren verschollenen Nola handelt und Quebert auch noch zugibt, ein Verhältnis mit ihr gehabt zu haben, ist der Skandal perfekt. Quebert wird verhaftet und des Mordes angeklagt. Der einzige, der noch zu ihm hält, ist sein ehemaliger Schüler und Freund Marcus Goldman, inzwischen selbst ein erfolgreicher Schriftsteller. Überzeugt von der Unschuld seines Mentors - und auf der Suche nach Inspiration für seinen nächsten Roman - fährt Goldman nach Aurora, und beginnt auf eigene Faust im Fall Nola zu ermitteln."
---Ich habe den Klappentext wie immer nur abgetippt, die enthaltenen Grammatikfehler stehen genau so auf dem Umschlag, ich musste mehrfach gucken, und es widerstrebte mir eigentlich.---

Ich wurde gefragt, ob dieses Buch ein Krimi sei. Klare Antwort "jein." Es ist viel mehr, was sich wie eine Schachtel-in einer Schachtel-in einer Schachtel-Geschichte entwickelt. (Oder, wie letztens in einer anderen Buchbesprechung bereits einmal bildhaft gesagt, eine Matrjoschka.)

Es ist die Geschichte über das Bemühen, ein Buch zu schreiben.
Es ist die Geschichte einer Männerfreundschaft.
Es ist eine Liebesgeschichte.
Und es ist auch eine Geschichte über einen Kriminalfall.
Auf jeden Fall haben wir es hier mit einem ganz und gar ungewöhnlichen Buch zu tun, das immer wieder überrascht durch unerwartete Wendungen.

Der Roman bewegt sich durch unterschiedliche Zeitebenen, was auch immer wieder deutlich gemacht wird durch das Aufgreifen von erzählender wörtlicher Rede mit Schilderung einer Begebenheit, die bereits früher beschrieben wurde.

Das Buch liest sich flüssig, und ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

Mittwoch, 14. Juli 2021

Gelesen: Kein Ort ohne dich

Kein Ort ohne dich von Nicholas Sparks (Roman)
aus dem Amerikanischen "The Longest Ride"
Heyne/Random House, Taschenbuch
ISBN 978-3-453-41840-0

Warum dieses Buch? Zweitverwertung, gehört der Tochter.

Klappentext:
"Nach einem Autounfall auf einer einsamen Landstraße schwebt der 91jährige Ira zwischen Leben und Tod. In seinen Halluzinationen erscheint ihm seine verstorbene Frau Ruth, und gemeinsam erinnern sie sich an die großen Stationen in ihrem dramatischen, aber auch sehr glücklichen Eheleben.
Gleichzeitig kämpft ein junges Paar um seine Liebe. Die Studentin hat sich in den sympathischen Rodeoreiter Luke verliebt. Allerdings eher gegen ihren Willen, denn wie soll eine gemeinsame Zukunft zwischen einer weltoffenen Kunsthistorikerin und einem provinziellen Rancher funktionieren, der auf wilden Bullen reitend Kopf und Kragen riskiert?
Doch dann verschlingen sich die Wege der beiden Liebespaare auf schicksalhafte Weise."

Tatsächlich habe ich zwei Lieblingsbücher von Nicholas Sparks, aber bald danach habe ich vor vielen Jahren aufgehört, seine Romane zu lesen, weil sie mir alle sehr ähnlich vorkamen. Und wieviele Liebesromane verträgt ein Mensch? Seine Bücher, so auch dieses hier, lesen sich flott weg, zwei Tage habe ich dafür gebraucht, und schrammen ganz knapp am Kitschroman vorbei. Folglich keine anspruchsvolle Lektüre, aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Immerhin.

Zur Handlung dieses Buches ist mit dem Klappentext eigentlich schon alles gesagt: Zwei Handlungsstränge, deren Verbindung auf eine durchaus überraschende Art erst zum Schluss hergestellt wird, wie im Märchen wird am Ende alles gut.

Sonntag, 11. Juli 2021

Gelesen: Der Verrat

Der Verrat von Ellen Sandberg (Roman)
Penguin  Verlag
ISBN 978-3-328-10090-4

Warum dieses Buch? Die Tochter hat es hier angeschleppt zur Zweitverwertung.

Klappentext:
"Ein Weingut an der Saar. Ein altes Verbrechen. Und eine Schuld, die nie verjährt...
Als Nane nach zwanzig Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, hat sich vieles verändert. Nicht aber die Schuld, die auf ihr lastet. Nicht die Erinnerung an die Nacht, die ihr Leben zerstörte, und schon gar nicht das Verhältnis zu ihrer Schwester Pia.
Pia hat es gut getroffen. Die erfolgreiche Restaurateurin lebt mit ihrem Mann auf einem idyllischen Weingut an der Saar. Da lässt es sich gut verdrängen, auf welch zerbrechlichem Fundament ihr Glück gebaut ist. Doch dann tritt ihre Schwester Nane wieder in ihr Leben und Pia ahnt: Es ist die Zeit für die Wahrheit. Und damit Zeit für Rache - oder Vergebung."

Vordergründig geht es um drei Schwestern und ihre Lebenswege. Nach und nach lernt man die komplette Familie, ihre Lieben und Leidenschaften kennen. Und fragt sich die ganze Zeit, worum es bei dieser alten Schuld wohl gehen mag, alles scheint verworren, wird aber nach und nach aufgelöst. Die Geschichte ist vielschichtig und spielt auf zwei Zeitebenen. Die "alte Schuld", ein Geheimnis, über das in der Familie nicht gesprochen werden darf, entpuppt sich wie eine Matroschka-Puppe und hält die Leserin fast atemlos.

Ich habe die 462 Seiten innerhalb von drei Tagen verschlungen

Donnerstag, 8. Juli 2021

Gelesen: Unterleuten

Unterleuten von Juli Zeh (Roman)
Luchterhand Literaturverlag/Random House
ISBN 978-3-630-87487-6

Warum dieses Buch? Dieses Buch wurde von Anfang an so sehr gehyped, dass ich bei einem meiner Besuche von Thalia nicht dran vorbei kam. Das ist schon ein bisschen her, und nun habe ich mich herangetraut. Irgendwie "wollte" ich immer nicht, bis es irgendwann den Fernsehfilm dazu gab...

Klappentext:
"Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf Unterleuten irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den Gutshäusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist..."

Jedes Kapitel trägt die Übereschrift des Protagonisten, auf den die Autorin das Augenmerk lenken möchte, und es ist anerkennenswert, wie sorgfältig die Persönlichkeiten entwickelt werden. Schmunzeln musste ich gleich zu Beginn über den Lebenslauf des ehemaligen ältlichen Ex-Dozenten, der sich nun als Vogelschutzwart um die "Kampfläufer" kümmert. (Hier gab es vor Jahrzehnten etwas Ähnliches mit einem "Wachtelkönig". Aber ich schweife ab.)

Allmählich, wirklich sehr allmählich, wird das unsichtbare Netz sichtbar, welches das Dorf zusammenhält, aus gemeinsamer Geschichte, gegenseitigen Abhängigkeiten und Verpflichtungen.

Wirklich genial. Aber leider sehr zäh zu lesen bis hin zur Langeweile, weshalb ich dafür fast einen Monat gebraucht habe. (Ich hatte meist anderen Beschäftigungen den Vorzug gegeben.)

Übrigens bildet der sehr gute Fernsehfilm nur einen Aspekt der Geschichte ab und ist weitaus unterhaltsamer als das Buch.

Donnerstag, 1. Juli 2021

In zwei Wochen...

... sollte ich dann immun sein.

Meinem Arzt gezeigt, dass ich noch lebe (Werte kontrolliert) und die 2. Covid-Impfung erhalten.
 
Für ihn stellt die Apotheke im Haus die digitalen Zertifikate aus. Die Apothekerin war so lieb und fragte mich extra, ob ich das hinbekommen würde mit dem Einlesen und ob ich auch die App hätte. Vermutlich wegen meines hohen Alters... Aber wirklich sehr, sehr reizend. Und als ich sie auf die Caudalie-Kosmetik (man verkauft sie dort) ansprach, packte sie mir gleich einen Haufen Proben ein.
 
Aber, hey, das Wetter war unter aller Kanone für mich: warm und schwül, in der Innenstadt und dem Tunnelsystem im Hauptbahnhof ganz besonders. Habe alle Wege gut geschafft und bin nun aber auch k.o.
 
Und ich habe drei Stunden die Maske getragen, vielleicht bin ich auch deshalb so platt... (je eine Stunde Hin- und Rückfahrt, eine Stunde Praxisdurchlauf mit allem.)