Søg - Land ohne Licht von Jens Henrik Jensen (Thriller)
(Der dritte Fall)
Aus dem Dänischen, Originaltitel "Spøgelsfangen"
Deutsche Erstausgabe 2022
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-21979-22002-6
[Die ABC 2023 Lese-Challenge - C 3 Buch mit dem gleichen Wort 3]
"Søg" bedeutet übersetzt "Suche".
Warum dieses Buch? Ganz einfach, es ist das dritte Buch der Nina Portland-Reihe.
Rückseitentext:
«Ein schweres Unwetter über der Westküste. Mitten in den Dünen havariert eine Privatmaschine. An Bord finden die Bergungskräfte einen Toten und zwei Schwerverletzte. Alles sieht nach einem Unglück aus...»
"Äußerst widerwillig übernimmt Nina Portland die Routineuntersuchung der Unfallumstände. Warum lässt man sie nicht in dem Bandenkrieg ermitteln, der Esbjerg erschüttert? Sie ahnt nicht, dass das Flugzeugwrack ein Geheimnis birgt. Und dass in der kargen menschenleeren Gegend ein Mann vor Feinden flieht, die im Dunkeln operieren."
Klappentext:
"Nach einem langen heißen Sommer suchen Herbstunwetter die dänische Küste heim. Seit Nina die polizeiinterne Fortbildung aus politischer Überzeugung geschmissen hat, darf sie keine wichtigen Ermittlungen mehr leiten: Wellen schlagen nur die Fälle der Kollegen. Traut ihr Chef Birkedal Nina nichts mehr zu? Während in der Stadt ein brutaler Bandenkrieg entbrennt, wird sie gegen ihren Willen zu einer Routineuntersuchung außerhalb entsandt. In Strandnähe ist ein Privatjet verunglückt. Obwohl alles nach einem tragischen Unfall aussieht, lässt Nina der Anblick des Wracks nicht los. Hier muss etwas Anderes, Größeres geschehen sein. Ihre Ermittlungen führen sie in eine düstere und undurchsichtige Welt. Es ist die Kehrseite der Zivilgesellschaft - wo Menschen keine Namen haben, Tod und Folter nur Teile eines Plans sind."
Der Roman beginnt, ähnlich wie die Oxen-Bücher, aus der Sicht eines Täters und seiner Taten. Parallel dazu wird ein zweiter Handlungsstrang entwickelt, der den Absturz des kleinen Flugzeuges schildert, ebenfalls aus der Sicht eines Täters? Oder Opfers? Als Leserin habe ich zunächst gehofft und gebangt, dass der Flüchtende bitte entkommen möge.
In Esbjerg kommen kurz nacheinander zwei Personen zu Tode, da es sich um Opfer zweier unterschiedlicher Ethnien handelt, schließt die Polizei auf einen Bandenkrieg. Dies schlägt medial hohe Wellen, aus allen Landesteilen werden Polizeikräfte zusammen gezogen, und allerhöchste Ebenen bis hin zur Justizministerin zeigen Präsenz. Nur Nina darf nicht mit ermitteln.
Sie wird an den Strand nahe Vejers geschickt, wo das kleine Geschäftsflugzeug abgestürzt ist. Zwei Schwerverletzte wurden geborgen. War nicht noch eine weitere Person mit an Bord? Die Frage lässt ihr keine Ruhe. Sie tut, was sie am besten kann und ermittelt eigeninitiativ weiter.
Als sie von ihrem Chef zu einer Besprechung eingeladen wird, an der außer dem dänischen Geheimdienstchef auch jemand vom CIA sowie ihr Freund Tim Wejse teilnehmen, entwickelt dieser Absturz plötzlich Brisanz...
Das Rundherum des Settings ist aus den vorherigen Büchern bekannt: Nina, alleinerziehende Mutter von Jonas, der sich nun gelegentlich pubertär benimmt, die Familie als ihr persönlicher Anker auf Fanø, Beschreibung der "wilden Westküste" Dänemarks.
Am Ende werden sowohl die anfänglich geschilderten Morde als auch der Geheimdienstfall zusammen geführt, aber wie üblich beim Geheimdienst bleibt ein etwas ungutes Gefühl, da eine Leiche auf Nimmerwiedersehen verschwindet und ein Mensch sich eine komplett neue Existenz aufzubauen gezwungen ist.
Auch dieses Buch habe ich die meiste Zeit gern gelesen, aber qualitativ fällt es deutlich sowohl gegen die ersten beiden Bände als auch gegen die Oxen-Reihe deutlich ab, bis zur Mitte fand ich es zäh und war nicht immer motiviert, weiter zu lesen. Insgesamt solide Kost.