Sommerzeit. Die Umstellung der Uhren schafft mich von Jahr zu Jahr mehr.
Natürlich bin ich eine brave Bürgerin, die trotzdem vor acht Uhr im Büro eintrifft und irgendwie funktioniert. Aber das Aufstehen kurz vor fünf - was ja in Wirklichkeit kurz vor vier Uhr ist - kollidiert mit meinem Biorhythmus dergestalt, dass ich den ganzen Tag lang durchhänge. Egal, wie viel Kaffee ich in mich hinein schütte.
Heute der zweite Sommerzeit-Arbeitstag.
Ein Regen- und Sturmtief zieht durch die Republik. Das Gehen bei Sturmwind strengt mich mächtig an, verbraucht Kraft und Puste. Im Gegensatz zu gestern funktionierten heute die Rolltreppen an den Bahnhöfen...
Trotz allem bin ich ziemlich früh und vollkommen erschöpft im Büro angekommen (was nur zeigt, wie durcheinander mein Körper ist - sicherheitshalber stehe ich nämlich noch früher auf als sonst) und habe auch ganz gut funktioniert. Jedenfalls, sofern ich keine komplizierten Sachverhalte zu besprechen hatte. Das geht früh am Tage (acht Uhr ist früh!) noch gar nicht.
Seit heute Morgen anhaltendes Ohrgeräusch - jetzt kann ich mir vorstellen, wie es Menschen mit Tinnitus gehen mag.
Heute Nachmittag - Feierabend mache ich am Dienstag ja immer um 16 Uhr - ab in die City zum Doc. Lieblings-MTA nicht anwesend. Aber ich glaube, dass der folgende Ablauf auch mit ihr nicht besser gewesen wäre...
Azubine im letzten Lehrjahr, mir sehr gut bekannt, fragt, ob sie ausnahmsweise mir die Nadel setzen darf, bei dem zweiten Prolastin-Patienten hätte sie es schon häufiger gemacht. Na klar. Versuch macht klug. Nadel sitzt - nichts läuft. Gar nichts. (Und ich glaube nicht, dass es an der Azubine liegt!) Abgeklemmt, Tupfer drauf, den weltbesten nadelsetzenden Arzt geholt.
Dr. L. guckt, knetet am Arm rum, setzt die Nadel. Verklebt das Schlauchsystem. Infusion läuft nicht. Nadel wieder raus, verpflastert.
Ab jetzt muss der zweite Arm dran glauben. Trotz mehrfacher Versuche bleibt es auch weiterhin eine Unmöglichkeit, die Nadel so zu setzen, dass die Infusion läuft.
Mein Kreislauf läuft im Kreis, Dr. L. gibt auf, die Azubine holt mir ein Glas Wasser. (Ärgerlich, nächste Woche muss ich pausieren, ich habe dann frei und Handwerker im Hause.) Somit also zwei Wochen Pause. Das ist ein Luxus, den ich vor mir selber nur rechtfertige, wenn ich verreise. Mehr als sechs Aussetzer pro Jahr sollen nicht sein.
Azubine überlegt, die fertige Infusionsflüssigkeit für den Donnerstags-Patienten aufzubewahren. An dieser Stelle bin ich entgeistert...! Das Zeugs darf nicht länger als zwei Stunden nach Zubereitung aufbewahrt und angewendet werden. Nächstes Mal muss ich das nochmal bei meiner MTA ansprechen, damit die anderen Praxismitarbeiter auch Bescheid wissen. (Außerdem ist es *meine* Charge, ich bezweifle, dass die so einfach austauschbar ist.) So landet ein Medikament im Wert von knapp zweitausend Euro im Orkus.
Fertig verpflastert wanke ich zur U-Bahn. Ursprünglich wollte ich noch zur Europapassage gehen - Ostern naht, ich wollte Kleinigkeiten besorgen. Mein verwackelter Zustand plus das anstrengende Gehen gegen den Wind sagen mir, ich solle den Plan heute besser fallen lassen. An der Haltestelle Stephansplatz warte ich 20 Minuten (!) auf die U-Bahn. Grund: der Sturm hat Bäume auf die Gleise befördert - in Volksdorf. Die Bahn kommt, brechend voll. Ich quetsche mich rein, die Leute geben mir Halt, es ist keine Festhaltemöglichkeit in greifbarer Nähe.
Am Jungfernstieg quelle ich mit der Menschenmasse aus der U-Bahn, quetsche mich die Treppe (schön am Geländer festhaltend: letztens hatte mich ja auch mein Knie wieder ein wenig geärgert, da ist das sicherer) runter... üblicherweise steht dort dann schon die S-Bahn bereit.
Heute kommt eine Bahn nach Bergedorf - nach Poppenbüttel und zum Airport - nach Aumühle - nach Poppenbüttel... so geht es eine halbe Stunde lang. Meine Bahn verschwindet immer wieder aus dem Anzeiger, die Ansagen stimmen auch nicht. Kurz: Es herrscht Chaos. Ach ja, der Grund: Bäume irgendwo auf den Gleisen. Was sonst.
Als die Bahn endlich einläuft, kann ich schon kaum noch stehen, ein Fuß ist komplett ohne Gefühl, ich bin in klammer Kleidung gründlich durchgefroren und habe nur einen Wunsch: Bitte einen Sitzplatz. Halte in der Jackentasche meinen Behindertenausweis in Bereitschaft (ich vermeide nach Möglichkeit, ihn zu benutzen, die meisten Leute stellen sich bei einer Bitte um einen Sitzplatz sowieso blind und taub - Erfahrung!), den ich dann nicht benötige. Ganz am Ende des Waggons finde ich einen Platz.
Herumspielen mit dem Smartphone hält mich wach und lenkt ab.
Am Ende bin ich zu Hause angekommen, sämtliche Einkaufspläne sind verschoben. Mit einem kleinen Glas Wein tippe ich mir jetzt den Frust weg. Meine Ohren hören immer noch Geräusche, die nicht vorhanden sind.
Essen machen muss ich noch. Oder zumindest irgendwas essen.
Und meinen Büroproviant vorbereiten, meine Kleidung für morgen heraus hängen.
Feierabend.
Feierabend?
Dienstag, 31. März 2015
Montag, 30. März 2015
Netbook ASUS-Ärger
Irendwie scheinen meine Fotos perdu zu sein... sollte ich sie noch finden, werden sie später hier eingefügt... Ich möchte dieses leidige Thema allerdings gerne abschließen und neugierigen Lesern den Rest der Story erzählen.
Ich bekam also das Teil zugestellt an meine Büroadresse und gab es meinem Kollegen mit nach Hause. Er öffnete es und stellte fest (hier fehlen die Fotos, die ich danach vom offenen Gerät anfertigte!), dass man (der ASUS-Service) den Akku des Gerätes abgestöpselt (Stecker gezogen) hatte... Dieses war weder von mir beauftragt noch gewünscht! Dabei wurde der Stecker beschädigt, mehrere Pins ware abgebrochen!
Der ursprünglice Reparaturgrund (AC-Adapter) wäre vom Hobbyschrauber ohne Probleme in Ordnung gebracht worden.... aber (hier fehlen mir im Moment wieder meine Fotos!) die abgebrochenen Pins am Akkustecker gehen zu Lasten des "Service!"
Es ist also mit dem Netbook eindeutig etwas gemacht worden, das ich nicht beauftragt hatte, was das Gerät am Ende zerstört hat.
Wir haben die Festplatte entnommen, das Gerät ist inzwischen in den Elektroschrott-Container verfrachtet worden.
Resumée: Vertraue weder dem Media-Markt noch dem ASUS-Kundendienst!
Ich bekam also das Teil zugestellt an meine Büroadresse und gab es meinem Kollegen mit nach Hause. Er öffnete es und stellte fest (hier fehlen die Fotos, die ich danach vom offenen Gerät anfertigte!), dass man (der ASUS-Service) den Akku des Gerätes abgestöpselt (Stecker gezogen) hatte... Dieses war weder von mir beauftragt noch gewünscht! Dabei wurde der Stecker beschädigt, mehrere Pins ware abgebrochen!
Der ursprünglice Reparaturgrund (AC-Adapter) wäre vom Hobbyschrauber ohne Probleme in Ordnung gebracht worden.... aber (hier fehlen mir im Moment wieder meine Fotos!) die abgebrochenen Pins am Akkustecker gehen zu Lasten des "Service!"
Es ist also mit dem Netbook eindeutig etwas gemacht worden, das ich nicht beauftragt hatte, was das Gerät am Ende zerstört hat.
Wir haben die Festplatte entnommen, das Gerät ist inzwischen in den Elektroschrott-Container verfrachtet worden.
Resumée: Vertraue weder dem Media-Markt noch dem ASUS-Kundendienst!
Dienstag, 24. März 2015
Besserwisser und Besserkönner
Tochter erzählte - und ich erinnerte mich gleich daran: Kaum hat man ein Baby, kommen viele Leute, die meinen, alles besser zu wissen, erteilen Ratschläge, um die sie nicht gebeten wurden. Warum glaubt eigentlich jeder, besser als die Mutter zu wissen, was "Sache" ist? Ungehörige Grenzverletzungen, egal ob es jetzt um das Herumtragen geht ("ganz schön verwöhnt") oder das Kümmern, wenn Kindchen quäkt. (Schon vor 35 Jahren mein Thema - was wurde ich angegriffen dafür, dass ich mich um mein schreiendes oder weinendes Kind gekümmert habe!)
Sehr lebhaft meine Erinnerung an den ersten Spazierweg mit meinem ersten Baby... wir hatten zwei Wochen (ich insgesamt drei) im Krankenhaus sein müssen und waren froh, in die Freiheit entlassen worden zu sein! Es war ein langer und harter Winter gewesen, Eis und Schnee waren weg getrocknet, aber Ende März war es noch eisig... Was konnte ich dafür, dass mein Kind absolut keine Mütze aufhaben wollte? Wurde ihm eine Kopfbedeckung aufgesetzt, brüllte er wie verrückt und schlug mit dem Kopf hin und her... also ohne Mütze raus, dafür gut eingemummelt. (Das Kind hat es bisher 35 Jahre überlebt!) ... Kam eine ältere Frau daher: "oh.... du hast ja gar kein Mützchen auf... hast ein kaltes Köpfchen... musst frieren, armes Kind...!"
Ich war so vor den Kopf geschlagen ob dieser Einmischung, dass mir die Worte fehlten.
Die Welt hat sich nicht zum Positiven geändert - auch heute noch weiß es jeder "besser!"
Es gibt verschiedene Familien mit unterschiedlichen Kindern. Nichts Neues. Manche Babies sind pflegeleicht, manche brauchen sehr viel Aufmerksamkeit, damit sie zufrieden sind. Es könnte sein, dass mein kleines Enkelkind meinen eigenen Kindern im Verhalten ein wenig ähnlich ist - und es hat bezaubernde Eltern, die sich kümmern und alles schaffen... es *könnte* allerdings sein, dass es nicht einfach ist, den Alltag, den Haushalt, zu bewältigen.
Meine Erfahrung sagt: alles geht irgendwie. Aber nichts, gar nichts, ist einfach, wenn man einen Säugling hat.
Später habe ich mich gewundert über Medienberichte über "die armen, überlasteten alleinerziehenden Mütter mit einem Kind," die unter der Last der Alltagsbewältigung förmlich zusammen brachen. Ich hatte drei, die ich von einem bestimmten Zeitpunkt an allein großgezogen habe. Und mich zwar belastet - aber nicht überlastet - fühlte.
Die Andeutung, mein Kind evtl. etwas entlasten zu können, um ein bisschen mehr zu schaffen... provozierte offenbar sofort einen Kommentar des Inhaltes: "ich hatte auch meine Kinder, ABER...!" Himmelherrgottnochmal...!!!
Vor langer, langer Zeit... hätte ich mich sehr gefreut, es hätte beispielsweise eine Mutter, Schwiegermutter... das Bedürfnis gehabt, mir gelegentlich zu helfen. Anstatt mich ständig anzugreifen, weil ich tat, was *ich* für das Beste hielt.
*grml*
Sehr lebhaft meine Erinnerung an den ersten Spazierweg mit meinem ersten Baby... wir hatten zwei Wochen (ich insgesamt drei) im Krankenhaus sein müssen und waren froh, in die Freiheit entlassen worden zu sein! Es war ein langer und harter Winter gewesen, Eis und Schnee waren weg getrocknet, aber Ende März war es noch eisig... Was konnte ich dafür, dass mein Kind absolut keine Mütze aufhaben wollte? Wurde ihm eine Kopfbedeckung aufgesetzt, brüllte er wie verrückt und schlug mit dem Kopf hin und her... also ohne Mütze raus, dafür gut eingemummelt. (Das Kind hat es bisher 35 Jahre überlebt!) ... Kam eine ältere Frau daher: "oh.... du hast ja gar kein Mützchen auf... hast ein kaltes Köpfchen... musst frieren, armes Kind...!"
Ich war so vor den Kopf geschlagen ob dieser Einmischung, dass mir die Worte fehlten.
Die Welt hat sich nicht zum Positiven geändert - auch heute noch weiß es jeder "besser!"
Es gibt verschiedene Familien mit unterschiedlichen Kindern. Nichts Neues. Manche Babies sind pflegeleicht, manche brauchen sehr viel Aufmerksamkeit, damit sie zufrieden sind. Es könnte sein, dass mein kleines Enkelkind meinen eigenen Kindern im Verhalten ein wenig ähnlich ist - und es hat bezaubernde Eltern, die sich kümmern und alles schaffen... es *könnte* allerdings sein, dass es nicht einfach ist, den Alltag, den Haushalt, zu bewältigen.
Meine Erfahrung sagt: alles geht irgendwie. Aber nichts, gar nichts, ist einfach, wenn man einen Säugling hat.
Später habe ich mich gewundert über Medienberichte über "die armen, überlasteten alleinerziehenden Mütter mit einem Kind," die unter der Last der Alltagsbewältigung förmlich zusammen brachen. Ich hatte drei, die ich von einem bestimmten Zeitpunkt an allein großgezogen habe. Und mich zwar belastet - aber nicht überlastet - fühlte.
Die Andeutung, mein Kind evtl. etwas entlasten zu können, um ein bisschen mehr zu schaffen... provozierte offenbar sofort einen Kommentar des Inhaltes: "ich hatte auch meine Kinder, ABER...!" Himmelherrgottnochmal...!!!
Vor langer, langer Zeit... hätte ich mich sehr gefreut, es hätte beispielsweise eine Mutter, Schwiegermutter... das Bedürfnis gehabt, mir gelegentlich zu helfen. Anstatt mich ständig anzugreifen, weil ich tat, was *ich* für das Beste hielt.
*grml*
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