Sonntag, 27. August 2023

Gelesen: Aimée & Jaguar

Aimée & Jaguar - Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943 von Erica Fischer

ISBN 978-3-462-03499-8
KiWi-Taschenbuch/Verlag Kiepenheuer und Witsch

[Die ABC 2023 Lese-Challenge - C 29 Ein Buch, in dem eine gleichgeschlechtl. Beziehung vorkommt]

Vor sehr langer Zeit hatte mir eine Freundin dieses Buch ausgeliehen, aber ich fand keinen Zugang. Es war einfach für mich die falsche Zeit dafür. Nun fiel es mir wieder ein, als ich die Punkte unserer Lese-Challenge studierte.

Klappentext bzw. Vorsatzblatt:
Über das Buch:
"Berlin 1942. Lilly Wust, 29, verheiratet, vier Kinder, führt das Leben von Millionen deutscher Frauen. Doch dann lernt sie die 21-jährige Felice Schragenheim kennen. Es ist Liebe fast auf den ersten Blick. «Aimée und Jaguar» schmieden Zukunftspläne, schreiben einander Gedichte, Liebesbriefe, schließen einen Ehevertrag. Als Jaguar-Felice ihrer Geliebten gesteht, dass sie Jüdin ist, bindet dieses gefährliche Geheimnis die beiden Frauen noch enger aneinander. Doch ihr Glück währt nur kurz. Am 21. August 1944 wird die Jüdin Felice verhaftet und deportiert. Erica Fischer ließ sich von der 80jährigen Lilly Wust die Geschichte erzählen und verarbeitete sie zu einem eindringlichen Zeugnis. Nach Erscheinen des Buches 1994 meldeten sich weitere Zeitzeuginnen, und so konnte in der vorliegenden Ausgabe neues Material hinzugefügt werden. In der Verfilmung von Max Färberböck mit Juliane Köhler und Maria Schrader in den Hauptrollen wurde die Geschichte von Aimée und Jaguar weltweit bekannt."

Ich habe das Buch über einen längeren Zeitraum gelesen, weil es mich stark beschäftigte und ich zur Verarbeitung des Gelesenen ein wenig Zeit brauchte.

Es ist eine Liebesgeschichte, ja, eine ganz wunderbare, und es hatte mich schon erstaunt, dass die Berliner Gesellschaft seinerzeit so tolerant war, die lesbische Beziehung offenbar zu dulden. Natürlich bot auch die lange Zeit weiterhin bestehende Ehe von Lilly einen gewissen Schutz.

Weit mehr als eine Liebesgeschichte ist dieses Buch ein erschütterndes und beeindruckendes Zeitzeugnis aus der Nazizeit. Judenverfolgung bis hin zum Abtransport in Konzentrationslager und Mord, alles wird dokumentiert anhand verzweifelter Liebesbriefe und später Mitteilungen, die über Dritte geschickt werden mussten. Viele geschilderte Dokumente sind zusammen mit Fotos im Anhang abgebildet. - Am Ende bleibt Lilly unglücklich und depressiv zurück.