Unweigerlich und unvermeidbar ist es jetzt Herbst. Die Dunkelheit wird mehr, und ich genieße es, morgens aufstehen zu dürfen, wenn andere bereits im Büro sitzen, dann ist es nämlich auf jeden Fall hell! Dafür kann ich ganz anarchiemäßig bis in die Nacht entweder die späten Talkshows ansehen, Binge-Watching betreiben oder mal einen Krimi vom Nachmittag in einem Rutsch lesen.
Wenn es am Nachmittag sonnig ist, bieten sich auch zwei Stunden auf der Terrasse an - wozu wurden Wolldecken erfunden? Wahlweise ein Spaziergang, je nach tagesaktueller gesundheitlicher Verfassung.
Mein jüngstes Kind hatte Geburtstag... daran merke ich spätestens, wie die Zeit geflogen ist. 💗
Letzte Woche mein Lungencheck fiel erwartungsgemäß stabil mittelschlecht aus, der nächste erfolgt - keine besonderen Vorkommnisse vorausgesetzt - erst Ende März. Mein Doc wünscht nach wie vor nicht, dass ich mich mit langen Bahnfahrten einer erhöhten Infektionsgefahr aussetze. Grippeschutzimpfung erledigt.
Heute habe ich dann nach wochenlangem Herumdenken auf dem Thema mit der Heimleitung des Pflegeheims meiner Mutter gesprochen in der Absicht, doch gelegentlich wenigstens zu Besuch zu kommen.
1. Dass die Nachverfolgungszettel korrekt ausgefüllt werden, wird sporadisch kontrolliert, da vertraut man den Besuchern der Bewohner.
2. Abstandsregeln - Nasen-Mund-Bedeckungen etc. wurde alles den Bewohnern erklärt, aber fast alle sind kognitiv nicht in der Lage, dieses umzusetzen. (Mir wurde nahegelegt, mit meiner Mutter mich nächstes Mal an einen der großen Tische im Festsaal zu setzen, da sei der Abstand gewährleistet und gut einzuhalten bei entsprechender Platzierung einander gegenüber. Essen und trinken gemeinsam bleiben verboten, aber eine Möglichkeit an der Seite, um ein Glas Wasser zu trinken, sei vorhanden.)
Mein Einwand, dass ich doch bei jedem Telefonat mit meiner Mutter über alles mit Corona-Bezug sprechen würde, wurde so nicht angenommen mit nochmaligem Hinweis auf die kognitiven Fähigkeiten. Meine Idee, dass meine Mutter doch im Kopf für ihre 93 Jahre noch ganz gut sei, wurde vorsichtig abgeschwächt. (Hmja, ich habe vor Wochen von der Bereichsleitung gehört, dass meine Mutter sich derzeit verändern würde...)
3. Mein Hinweis auf eine Pflegekraft, die in meinem Beisein ohne Maske meiner Mutter sehr (!) nahe gekommen war, wird verfolgt. Alle Mitarbeiter sind geschult worden, die Heimleitung redet sich den Mund fusselig...
Das Gespräch verlief wirklich sehr freundlich und ja auch tatsächlich in gemeinsamem Interesse.