Normal oder nicht normal, das ist hier die Frage.
Mein "Normal" ist nicht Euer "Normal", so viel vorweg.
Eigentlich ist mir auf meinen Standardwegen immer bewusst, was anstrengungs- und atmungstechnisch für mich (noch) als normal anzusehen ist, das schwankt durchaus von Tag zu Tag und überrascht mich manchmal auch total. Tagesform- und wetterabhängig reagiert meine Lunge auch noch unterschiedlich.
Bin ich aber krank - bei "ganz doll krank" geht gar nichts mehr, da muss ich mich nix fragen - dann fange ich an, mich zu beobachten... Nein, mit Hypochondrie hat das nichts zu tun. Mein Doc nennt es "eine gute Selbstwahrnehmung haben" und verlässt sich auf meine Aussagen.
Gerade liegt so ein Standardweg hinter mir.
Draußen ist es knackig kalt, minus vier Grad, dafür aber trocken.
Gute Voraussetzungen für mich.
Trockene Kälte kann ich gut ab.
Aber instinktiv versuche ich, wie wohl jeder Mensch, der Kälte irgendwie davonzulaufen. (Man ist ja nicht in jeder Minute vernunftgesteuert.)
Das ist dann wieder Überanstrengung und zwingt mich zu Verschnaufpausen.
Dann frage ich mich, ob es mir doch noch zu schlecht geht?
Insgesamt habe ich diesen Weg ganz gut hinbekommen, trotzdem war ich dann, unter Dach und Fach, erstmal total fertig. Hmja. Immerhin war ich an der frischen Luft. Habe nichts geschleppt, nur einen Weg zur Post und zur Apotheke gemacht, einmal durch Kik (böse!) und Budni (gut!) geschlendert, ohne große Einkäufe.
Heute Vormittag... wenn ich zuhause bin, sehe ich ganz dekadent fern, zwischen halb elf und zwölf laufen Vorabendkrimiwiederholungen... da packte es mich:
Böse, böse. Cortison-induzierter Heißhunger. Ich nenne es "Fress-Flash".
(Wäre das nun nötig gewesen?)
Da lebe ich seit Jahren auf Geheiß meiner Ärztin annähernd zuckerfrei - und jetzt das! Das ist doch nicht normal? (Um den Dreh zum Thema wieder zu finden.)
Ich werde es mir verzeihen und nachher Ofengemüse machen, zuckerfrei und total gesund.