Samstag, 31. Dezember 2022

Jahreswechsel

Und wieder mal ist es so weit, ein Jahr ist vergangen. In diesem speziellen Falle möchten wir wohl alle nur einen Haken dran machen ✔✔✔ Oder drei.

Krieg in der Ukraine, Inflation, Energiekrise - es reicht.

Natürlich hatte dieses Jahr auch seine guten Seiten, schöne Erlebnisse, die aber wohl eher privat.

Wie dem auch sei, mit diesem Foto von Silvester 1959/1960 wünsche ich Euch einen guten Rutsch in ein hoffentlich freundliches Jahr 2023 mit Gesundheit für alle.

Freitag, 30. Dezember 2022

Gelesen: Die Schokoladenvilla

Die Schokoladenvilla von Maria Nikolai (Roman)

ISBN 978-3-328-10322-6
Penguin Verlag

Warum dieses Buch? Zur Zweitverwertung von meiner Tochter bekommen.

Klappentext:
Willkommen im Schokoladenimperium der Familie Rothmann
"Kaum war die unwirtliche Außenwelt ausgesperrt, versöhnte Judith der unverwechselbare Duft aus Schokolade und Zuckerwerk, der sie im Laden umfing. Unzählige feine Köstlichkeiten präsentierten sich auf der blank polierten Verkaufstheke und in den weiß lackierten Vitrinen entlang der Wände.
Wo man auch hinsah, standen Schalen und Etageren, gläserne Bonbonnieren und kunstvoll gestaltete Dosen mit verführerischem Inhalt. Schokoladenumhülltes Konfekt aus getrockneten Früchten oder Marzipan fand sich neben schokoladeüberzogenen Zuckerstäbchen, verschiedenste Sorten Tafelschokolade neben allerlei Arten von Bonbons. Eine exklusive Auswahl Rothmann'scher Leckereien wartete, sorgsam auf heller Spitze in hübsch bemalten Holzkästchen arrangiert, auf die gebotene Aufmerksamkeit..."

Judith, Tochter des Schokoladenfabrikanten Rothmann, macht nichts lieber, als neue Schokoladenkreationen zu entwickeln und frische Ideen zur Präsentation einzubringen. Ihr Vater jedoch verlobt sie mit dem nichtsnutzigen Bankierssohn Albrecht, im Gegenzug erwarten ihn Kreditzusagen, die ihm helfen sollen, sein marodes Unternehmen zu retten. Judith wehrt sich nach Kräften gegen diese Verbindung, hat sich in den smarten Victor verliebt, der ebenfalls im Unternehmen arbeitet.

1903/1904, Stuttgart ist eine aufstrebende Stadt mit Industrieunternehmen, die z.T. noch heute bestehen. Die Gesellschaft gibt Frauen kein Mitspracherecht, nicht einmal das über ihr eigenes Leben. Junge Mädchen werden nach wirtschaftlichen Erwägungen ihrer Väter verheiratet, so dass es manche unglückliche Ehe gibt, so auch die von Judiths Eltern. Ihre Mutter reist in ein Sanatorium an den Gardasee, um von ihren Depressionen zu genesen, beginnt letztlich in Riva ein neues Leben ohne Mann und Kinder.

Was zunächst und unter Berücksichtigung des Klappentextes den Anschein eines trivialen Romans hatte, entpuppt sich als Gesellschaftsroman mit ein wenig Liebe und einem Schwerpunkt auf Aspekten des Wandels, insbesondere der Frauenrechte, festgemacht an der Person der Protagonistin und ihrer Mutter, aber auch des zum Teil ausgebeuteten Hauspersonals. Die Fabriken bieten Arbeitsplätze mit besseren Bedingungen, die junge SPD erhält regen Zulauf von deren Arbeitern.

Ich habe das Buch sehr gern gelesen, lediglich der Schluss der Geschichte steuerte mir ein wenig zu kurz und glatt auf ein umfassendes "Happy End" zu. 

Der Schreibstil ist modern, jedoch gleichzeitig stark orientiert an der Sprache und den Begriffen der damaligen Zeit, diesen scheinbaren Widerspruch konnte die Autorin sehr gut auflösen.

Den ausführlichen Anhang empfehle ich zu lesen, dort werden die im Roman genannten Fabriken und historischen Persönlichkeiten aufgelistet und ausführlich erklärt.

Aus dem hinteren Klappentext geht hervor, dass es der Auftakt zu einer 20. Jahrhundert-Trilogie ist.

Sonntag, 18. Dezember 2022

Gelesen: Das Weihnachtswunder des Henry N. Brown

Das Weihnachtswunder des Henry N. Brown (Roman) von Anne Helene Bubenzer

Hardcover, Thiele Verlag
ISBN 978-3-85179-261-4

Warum dieses Buch? Als ich "Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown" kaufte, hatte ich dieses Büchlein gleich dazu genommen. 

Klappentext:

"Wie jeder Teddy ist auch Henry N. Brown sprach- und bewegungslos, doch er weiß: Liebe ist eine Sprache, in der ohne Worte alles gesagt werden kann. Er verbringt sein Leben als Zuhörer. Er macht den Menschen ihr Herz leichter.

Nach einem abenteuerlichen Bärenleben hat Henry sein Zuhause bei der Schriftstellerin Flora Sommer gefunden. Doch das friedliche Weihnachtsfest, das er ersehnt, wird alles andere als geruhsam und harmonisch: Überraschende Gäste lösen Familienturbulenzen aus - der ganz normale Wahnsinn eines Heiligen Abends. Am Ende allerdings stellt Henry fest, dass es trotz des ganzen Chaos eigentlich das schönste Weihnachten war, das er seit langem erlebt hat.

Eine turbulente Weihnachtsgeschichte - eingerahmt von Henrys Gedanken über das Fest der Liebe, über Zeit, Geschenke, Gemeinsamkeit und Einsamkeit. Und natürlich auch mit Erinnerungen an sein Leben."

Rückseitentext:

Ein kleiner Bär mit einem großen Herzen erlebt sein schönstes Weihnachtsfest.

"Mein Name ist Henry N. Brown, ich bin einundneunzig Jahre alt und habe viel von der Welt gesehen. Niemals habe ich an etwas anderes geglaubt als an die Liebe. Aber seit letztem Weihnachten glaube ich an Wunder."

Henry N. Brown - der Teddybär, dessen Unglaubliche Geschichte Zehntausende von Leserinnen und Lesern berührt hat - in einem bezaubernden Weihnachtsbuch über eine Familie, die feststellt, dass sie immer noch eine ist, wenn auch ganz anders als früher.

+++

Mehr als der Buchumschlag beschreibt, mag ich gar nicht erzählen, denn eine Geschichte von 126 Seiten ist sonst schnell gespoilert. Es ist ein anrührendes kleines Buch mit viel Gefühl, das trotzdem nicht kitschig ist. Um alle Zusammenhänge zu verstehen, sollte einem die ursprüngliche Geschichte von Henry unbedingt geläufig sein! Es ist eine Liebes-, Familien- und Erinnerungsgeschichte, die eine Tür in die Zukunft öffnet, sowohl für die Protagonisten als auch für den Bären.

Ein Buch, das an einem kalten Winterabend der Leserin das Herz erwärmte.

Sonntag, 11. Dezember 2022

Weihnachtsausstellung - Kitsch as Kitsch can

Vor ein paar Tagen haben wir meinen Weihnachtsbaum gekauft, der jetzt auf der Terrasse ausharrt, bis seine Zeit gekommen ist.

Der Baumarkt hat eine wunderfeine Weihnachts(verkaufs)ausstellung, die uns bereits im vergangenen Jahr Freude gemacht hatte. Genüsslich haben wir gestöbert - na, wer jetzt nicht in Weihnachtsstimmung kommen würde, hätte selber Schuld gehabt!








"The Mystery of Banksy - A Genius Mind"

Schon lange hatte ich diese Ausstellung besuchen wollen, einzig der plötzliche Zeitdruck, weil sie genau heute enden sollte, ließ mich dann eine Eintrittskarte buchen.

Ich wusste ja, dass ich nicht viel Ahnung von Banksy hatte, nur seine bekanntesten "Murals" waren mir geläufig. So habe ich denn nun gelernt, dass er mehr gemacht hat, als auf Wände zu sprayen, die meisten Bilder mit Schablonen. Banksy hat eine große Anzahl von Siebdrucken in limitierter Auflage sowie einige Gemälde produziert, dazu kommen Skulpturen, einige einzelne Objekte und sein "Dismaland", eine Persiflage des Disneyland - ausdrücklich ein Erlebnispark nicht für Kinder. Es gab wohl kein gesellschaftskritisches Thema, mit dem sich Banksy nicht beschäftigt hätte, jedes Objekt wurde mit einer Hinweistafel ausführlich beschriftet.









Das ist selbstverständlich nur ein kleiner Eindruck!

Durch einen Teil einer britischen Underground-Bahn kam ich in einen riesigen Multimedia-Saal, wo ich es aber nicht länger als vielleicht zehn Minuten aushielt, es war laut und grell mit schnellen Bildfolgen und bunten Lichtern.

Es gab noch viel mehr zu sehen, teilweise mit Videos begleitet, so z.B. dieses Objekt, welches während seiner Versteigerung geshreddert wurde:

Zur Eröffnung der Biennale in Venedig 2019 platzierte Banksy einen Mann mitsamt Klappstuhl, Zeitung und Kunststand am zentralen Markusplatz. Zu sehen war eine Installation aus verschiedenen gerahmten und übereinander gestapelten Kunstwerken, die das Gesamtbild eines riesigen Kreuzfahrtschiffes in einem venezianischen Kanal ergeben. Der Titel "Venice in Oil" bekommt hier eine doppelte Bedeutung: Das Schild gibt Auskunft über das Werk und das Material, zusätzlich kritisiert es die Umweltverschmutzung durch die Schifffahrt und den Tourismus. (...) "Obwohl ich das größte und prestigeträchtigste Kunstereignis der Welt bin, wurde ich aus irgendeinem Grund nie eingeladen." (Abgeschrieben von der Infotafel)


Wer mehr Fotos von der Ausstellung sehen möchte, ist herzlich eingeladen.

Ich liebe diese Museumsshops, in die man auf dem Weg nach draußen geleitet wird, von Banksy habe ich mir ein Malbuch mitgenommen, weil mir spontan eigene Interpretationen der Motive einfielen.

"Monets Garten - Ein immersives Ausstellungserlebnis"

Den Besuch dieser Ausstellung hatte ich mir zum Geburtstag gewünscht, und vor einer Woche war ich mit Tochter und Mann dort. Ich hatte keine Vorstellung davon, was mich mit dieser Ausstellung erwarten würde, aber Monet und ganz allgemein die impressionistische Malerei waren mir seit Teenagertagen vertraut.

Die Ausstellung ist übrigens auch sehenswert für Leute, die üblicherweise nicht kunstaffin sind oder keinen Bezug zum Impressionismus bzw. Monet haben, allein schon wegen der gigantischen Multimedia-Effekte. 

Die Location sah sehr provisorisch aus, was man aber sofort vergaß, es war grandios!

Wer keine Vorstellung von Monet und seinem Leben hatte (oder, wie ich, nicht mehr ganz gegenwärtig hatte), dem wurden nochmal die wichtigsten Stationen seines Lebens auf einer Schautafel nahegebracht.

Zur Einstimmung konnte man einige seiner Gemälde auf Monitoren betrachten, sie bewegten sich, zerlegten sich in ihre einzelnen Farben und setzten sich wieder zusammen.


Es gab einen "Photo Point", von dem aus man eine Darstellung beeinflussen konnte, wenn man sich umarmte, die Aufnahme von Personen wurde in einzelne Farbpunkte zerlegt, was einer intuitiven Erklärung des Impressionismus nahe kam.

Durch einen Durchgang kamen wir in "Monets Garten" mit einer Nachbildung seiner Brücke, vielen künstlichen Pflanzen und einer tollen Atmosphäre. In einer Ecke war ein kleiner Maltisch, an dem einige Leute vorgedruckte Seerosenbilder ausmalten, die dann auf die "Teiche" neben der Brücke projiziert wurden.




Weiter ging es in einen Saal, wow! - Alle Wände waren Projektionsflächen mit "viel Multimedia", die das Leben und Wirken des Malers zeigten. Auf dem Boden lagen Matratzen für die Besucher, wir saßen auf Polsterwürfeln nahe einer Wand. Auch der Boden wurde in das Erleben einbezogen - es lässt sich kaum beschreiben. Hier ein paar Bilder davon:




Wer Lust auf mehr Bilder und die Videos hat, ist herzlich eingeladen, hier das ganze Album anzuschauen.

Samstag, 10. Dezember 2022

Gelesen: Die Köchinnen von Fenley

Die Köchinnen von Fenley von Jennifer Ryan (Roman)

Aus dem Englischen "The Kitchen Front"
ISBN 978-3-462-00392-5
Kiepenheuer & Witsch

Warum dieses Buch? Es war ein Geburtstagsgeschenk.

Klappentext:
"Zwei Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs leidet Großbritannien unter seinen Verlusten. Um den britischen Hausfrauen beim Kochen mit rationierten Lebensmitteln zu helfen, veranstaltet die BBC-Radiosendung "The Kitchen Front" einen Kochwettbewerb. Die Gewinnerin wird die erste weibliche Co-Moderatorin der Sendung. Für vier sehr unterschiedliche Frauen (und begnadete Köchinnen) aus dem Dörfchen Fenley wäre der Gewinn des Wettbewerbs eine entscheidende Chance auf ein besseres Leben: Für die junge Witwe Audrey ist es die Chance, die Schulden ihres Mannes zu begleichen und ihren Kindern ein Dach über dem Kopf zu bieten. Für das Küchenmädchen Nell ist es die Chance, die Knechtschaft zu verlassen und die Freiheit zu finden. Für die Gutsherrin Lady Gwendoline ist es die Chance, dem zunehmend feindseligen Verhalten ihres Ehemanns zu entkommen. Und für die ausgebildete Köchin Zelda ist es die Chance, ihre männlichen Kollegen endlich herauszufordern."

(Für den langweiligen und wortwiederholungsreichen Klappentext ist der Verlag verantwortlich 😉)

Audrey hat ihren Mann im Krieg verloren, lebt mit ihren drei Kindern in einem Haus, das hochverschuldet und beinahe unbewohnbar ist. Geld ist keines vorhanden. Rechtzeitig bei Kriegsausbruch hatte sie ihren Ziergarten in einen Gemüsegarten umgestaltet, so dass sie das Glück hat, auf frisches Obst, Kräuter und Gemüse zugreifen zu können. Sie verdient ein wenig Geld mit der Zubereitung von Pies (warmen Pasteten), die sie in der Umgebung verkauft. Zu allem Überfluss war ihr Geldgeber der Hypothek auf dem Haus Sir Strickland, der Mann ihrer Schwester Gwendoline, mit der kein gutes Einvernehmen besteht.

"Lady Gwendoline" Strickland arbeitet für das Ministerium für Ernährung und hält Vorträge für gesunde Ernährung in Kriegszeiten unter Zuhilfenahme der rationierten Lebensmittel. Zunächst kommt sie hochmütig daher, hofft, mit ihrer Teilnahme am Kochwettbewerb einer unglücklichen Ehe entkommen zu können.

Nell ist das Küchenmädchen von Fenley Hall (bei Sir Strickland), die von ihrer betagten Freundin Mrs. Quince, der Köchin, deren Koch- und Backkünste gelernt hat. Zunächst ist sie sehr schüchtern. Auf der Farm von Mr. Barlow, Zulieferer für die Küche von Fenley Hall, trifft sie auf den italienischen Kriegsgefangenen Paolo, der ihr ein italienisches Gericht als Inspiration kocht, und entwickelt zarte Gefühle.

Zelda Dupont, einst Köchin eines Hotels, das den Bomben zum Opfer fiel, arbeitet in einer Fabrikkantine, bis sie ihre fortschreitende Schwangerschaft nicht mehr verbergen kann. Nach einer höchst unerfreulichen Kindheit hatte sie sich hochgearbeitet und wünscht sich nichts mehr, als nach dem Krieg wieder in London zu arbeiten und Küchenchefin zu werden.

Das sind die Ausgangsbedingungen für eine herzerwärmende Geschichte vierer Frauen, die alles Andere als rührselig ist, garniert mit den jeweiligen Rezepten der Gerichte, mit denen sie sich um den ersten Platz des Kochwettbewerbs bemühen.

Die BBC-Sendung und weitere Wettbewerbe hat es tatsächlich gegeben, die Rahmenbedingungen beruhen u.a. auf den Archiven des Senders, wie im Anhang erklärt wird.


Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen.

Donnerstag, 1. Dezember 2022

Advent, Advent

Ich bin zurück von meinem Ausflug zu Blume2000, hier bei mir gibt es ja nichts, kein Blumengeschäft und auch sonst nicht viel.

In der Einkaufspassage (die auch schon bessere Zeiten gesehen hat), ist zwar Weihnachtsbeleuchtung installiert, aber nicht angestellt. Alles sieht so traurig aus. Energiesparen schön und gut, ich beleuchte meine Fenster auch nicht mehr 24/7 wie sonst, aber an Tagen wie diesen, an denen es gar nicht hell zu werden scheint, habe ich auch schon mal um 15 Uhr meine Lichter in den Fenstern eingeschaltet. Die Seele braucht das, und vielleicht erfreuen sich auch heimkehrende Nachbarn daran.

Ich habe Blumen für meine Mutter ausgesucht. In den Vorjahren hatte ich ihr eine Mini-Konifere im Blumentopf geschmückt und hingestellt, aber - genau wie alle anderen Topfpflanzen - waren sie stets nach kürzester Zeit vertrocknet und unansehnlich. Jetzt also ein Strauß, die passende Vase nehme ich mit. Solcherlei Sträuße waren nicht fertig gebunden vorrätig, also habe ich die Sachen selbst zusammengesucht und dann binden lassen. Aber auch hier: Inflation! Von allen guten Geistern verlassen habe ich gut 20 Euro dafür hingelegt, und die Amaryllis werden nicht bis Weihnachten halten. 


Betrifft fehlende Berichte: Ich werde sie rückdatieren, damit sie hier in der richtigen (chronologischen) Reihenfolge erscheinen, sonst sähe das etwas merkwürdig aus für Dezember. Richtig, Dezember, noch bin ich mal wieder zu nichts gekommen. (Stichwort: Rentner haben nie Zeit. Anderes Stichwort: An den langen, dunklen Winterabenden erledigen... Wo sind die bitte lang?)

Wie auch immer, habt eine schöne Vorweihnachtszeit, lasst Euch nicht stressen und genießt die Feiertage dann mit Euren Lieben.

Dienstag, 22. November 2022

Gelesen: OXEN - NOCTIS

 OXEN - NOCTIS von Jens Henrik Jensen (Thriller)

Aus dem Dänischen
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-26324-5

Warum dieses Buch?  Ich bin fasziniert von Oxen, denn Intelligenz zieht mich einfach an. Es ist auch hier gut, die ersten Bände gelesen zu haben, denn es geht um dieselben Personen, und das Vorherige wird als bekannt voraus gesetzt.

Klappentext:
«Lagerplatz, Schutzhütten, Kriegsveteranen. Das waren unbehagliche Parallelen zwischen seinem eigenen Gefühl einer latenten Bedrohung draußen im Gribskov und den Ereignissen, die sich offenbar tatsächlich in Ostjütland abgespielt hatten.»
"Niels Oxen träumt von einem Leben ohne Angst. Die Sitzungen bei Trauma-Therapeutin Leyla Damjanovic geben ihm Kraft. Flashbacks quälen ihn seltener, und das Verhältnis zu seinem Sohn Magnus entspannt sich zusehends.
Ausgerechnet jetzt bittet Ex-PET-Chef Mossman ihn um Unterstützung in einem Fall, der weite Kreise zieht. Auf dem Gelände einer verlassenen Kiesgrube und an einer geschützten Stelle im Wald sind die Leichen von sieben Veteranen gefunden worden. Die Männer wurden aus einiger Entfernung erschossen. Wird das Land von einem Sniper bedroht? Und was hat es mit der gemeinsamen Militärvergangenheit der Opfer auf sich? Als Ex-Elitesoldat fühlt Niels Oxen sich verantwortlich und gibt Mossmans Drängen nach. Immerhin wird Margrethe Franck an seiner Seite sein, die schon mit ihm den Danehof zerschlug. Doch ist er wirklich stark genug?

Die Geschichte beginnt damit, dass am Lagerplatz im Wald ehemalige Soldaten systematisch erschossen werden, wobei die Leserin zunächst die Perspektive des Täters erlebt und einigermaßen verwirrt zurück bleibt.

Es wird eine Wasserleiche geborgen, wobei es eine unbekannte Zuschauerin bzw. Ermittlerin gibt, Sally Finnsen, die eigentlich nur auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bruder ist und später mit zum festen Ermittlerteam gehört.

Nach und nach werden unterschiedliche Erzählstränge entwickelt, zunächst erschließt sich nicht, wie sie miteinander verknüpft sind, die Geschichte nimmt allmählich Fahrt auf.

Im Rahmen der Ermittlungen gerät Oxen in Gefangenschaft und in den Untergrund, was hier wörtlich zu nehmen ist, es wird nach Belieben gefoltert (was zwar beschrieben wird, aber einigermaßen verträglich ist für die Leserin), Dekadenz ausgelebt.

Mossman bemüht alle ihm zur Verfügung stehenden internationalen Geheimdienstkontakte, einmal noch hat der pensionierte PET-Chef die Fäden in der Hand...

Im Übrigen gibt es in diesem Buch zweimal ein Crossover mit einer anderen Bücherreihe, die hier schon wartet, deren Protagonistin Nina Portland kurz eingebunden wird.



Das war für mich allerfeinste und spannende Unterhaltung, trotzdem werde ich mit dem nächsten Buch zur Erholung das Genre wechseln. 

Nachtrag: Oxen wird derzeit für das dänische Fernsehen verfilmt, unter Beteiligung des Autors.

Dienstag, 15. November 2022

Endlich darf ich wieder...

 ... ungebremst lesen und schreiben.

Neue Lesebrille ist super, Gleitsichtbrille dauert noch zwei Tage oder so. 

Am 7. September hatte ich die Augen-OP mit anschließendem Leseverbot. Einmal war ich unartig und habe zwei Stunden auf dem Kindle gelesen, weil man da ja die Schriftgröße frei einstellen kann, die Quittung hatte ich hinterher: ich habe durch die Überanstrengung den Rest des Tages alles nur noch verschwommen gesehen.

Nun hoffe ich, dass das linke Auge sich noch ein bisschen Zeit lässt und ich meine sehr teuren Brillen ausreichend werde nutzen können...

OP-Bericht für Neugierige folgt noch, denn bei meiner Recherche habe ich zwar jede Menge Infos auf Wikipedia, von Ärzten und Linsenherstellern gefunden, das war aber kein bisschen unterschiedlich von dem, was mir meine Augenklinik erzählt hat. Erfahrungsberichte von Betroffenen fand ich keine. Also, es war ein bisschen unheimlich, aber vollkommen schmerzfrei. Der Rest kommt dann hier noch. Wollte nur erstmal ein Lebenszeichen geben.

Ich habe in diesen gut zwei Monaten so viele Fotos gemacht, schon auch um mir selber zu verdeutlichen, dass ich gelebt habe... also gegen das Vergessen mal wieder.

CUsoon

Dienstag, 4. Oktober 2022

Hören statt lesen

Nacherzählt am 11.01.2023

Da ich nun nicht lesen durfte, jedenfalls keine Bücher und längeren Texte, habe ich mich versuchsweise durch die ARD Audiothek, Abteilung Literatur und Hörspiel, bewegt.

Hier ein paar meiner Aufzeichnungen dazu:

13.09.2022
Kriminalhörspiel - Deutschlandfunk Kultur

Endstation - nach John le Carré (43 Minuten)

Eine kleine, eher kurze Geschichte.
Zwei angebliche Priester treffen in einem Abteil des Zuges von Edinburgh nach London zusammen und beginnen einen seltsamen Dialog. 
Die Sprache ist etwas altertümlich und erinnert an Agatha Christie.
Zunächst schwer zu entschlüsseln, worum es geht. Letztlich scheinen es zwei Geheimagenten zu sein, ein alter (außer Dienst?) und ein aktiver. Der alte berichtet von seinem einstigen Freund "Charlie", der verschwunden ist. Sein Haus sei auch umgeräumt, sein Garten verändert worden. Desintegration nenne man so etwas wohl. Der jüngere Mann drängt ihn, einen Vertrag zu unterschreiben.
Der Zug bleibt stehen, sie seien die ganze Zeit im Kreis gefahren. Gleich würden ihn Männer abholen, denn er habe ja gerade sein Geständnis unterschrieben.

Meine Meinung:
Die Stimmen der Protagonisten sind schwer zu unterscheiden. Der Unterhaltungswert ist okay bis gering.

 

09.09.2022
Kriminalhörspiel - Deutschlandfunk Kultur

Endstation Venedig 
und Acqua Alta

nach Donna Leon (jeweils 2 x 54 Minuten)

Die Bücher von Donna Leon als Hörspiele aufbereitet, textlich ganz nahe an den Büchern. Die Stimmen sind gewöhnungsbedürftig, da ich die Filme kenne, die allerdings eher Familiengeschichten gleichen.

Meine Meinung:
Gut gemacht, aber ungewohnt. Damit hat sich das Lesen dieser beiden Bände erledigt.

(Endstation Venedig -> zweiter Fall /Acqua Alta -> fünfter Fall)


15.09.2022
NDR Hörspiel-Box - NDR Kultur

Die letzte Flucht - Bestseller-Krimi nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Schorlau (2 x 54 Minuten)

Bernhard Voss, Professor am Fachbereich Pharmakologie der Berliner Charité, wird beschuldigt, die neunjährige Jasmin entführt, missbraucht und ermordet zu haben. Alle Indizien sprechen gegen ihn. Sein Anwalt engagiert den Privatermittler und Ex-Polizisten Georg Dengler aus Stuttgart, um Voss' Unschuld zu beweisen. Zur gleichen Zeit wird Dirk Assmus, hochrangiger Marketingspezialist eines großen Pharmakonzerns, entführt.

Meine Meinung:
Zwei Erzählstränge, die erst gegen Ende zusammen geführt werden. Es geht um die Machenschaften der Pharmaindustrie und deren Sponsoring von Ärzten bei Verordnung ihrer Produkte zu Lasten der Krankenkassen und letztlich der Patienten. Gut gemacht!

26.09.2022
Kriminalhörspiel - Deutschlandfunk Kultur

Sörensen fängt Feuer - Krimi mit Bjarne Mädel:
Der zweite Fall aus Katenbüll (55 Minuten)

Katenbüll kommt nicht zur Ruhe: Ein neuer Fall erschüttert die nordfriesische Gemeinde. Und Kommissar Sörensen kämpft auch gegen die eigenen Dämonen, seit er die Medikamente gegen seine Angststörung abgesetzt hat.

Meine Meinung:
Ein echter Bjarne Mädel, obstruser Fall, den Sörensen natürlich löst. Verwirrend viele Personen, dazu im Hintergrund die Selbstgespräche. Unterhaltsam!


03.10.2022
WDR - Erdsee-Fantasy-Hörspiel-Podcast in mehreren Teilen:

Ursula K. LeGuins weltberühmte Fantasy-Trilogie in 3D-Audio: Erdsee. Weit entfernt, in einer anderen Zeit, liegt eine Welt, in der Magie alles durchdringt. Ein Reich, einst durch Frieden verbunden, nun durch Krieg und Hass geprägt. Aber es gibt Hoffnung: Das Schicksal von Erdsee liegt in den Händen zweier junger Menschen...
Kopfhörer auf und mit vollem 3D-Hörgenuss eintauchen.

Meine Meinung:
Gewiss gut gemacht, aber ich bin zwischendrin ausgestiegen = eingeschlafen, ich bin einfach kein Mensch für längere Hörspiele. Und die vielen Geräusche haben mich gestört. Als reine Lesung wäre es eventuell eher etwas für mich gewesen. Okay, bin halt nicht die Zielgruppe.
Aber ich erinnere mich daran, dass "Erdsee" eines meiner ersten Fantasy-Bücher war und habe mir das Buch mittlerweile antiquarisch wieder besorgt.


So viel zu meinen Versuchen, mir nachmittags "Literatur auf die Ohren" zu verschaffen.

Es gibt andere Podcasts, die ich mehr oder weniger regelmäßig höre, nicht als Ersatz für Bücher, dazu dann später mal mehr.

Dienstag, 20. September 2022

Spaziergang in Altona und an der Elbe

Hier eingestellt am 31.12.2022, anhand meiner Notizen erzählt.

Meine Busfahrten, insbesondere die Einfahrt zum ZOB am Altonaer Bahnhof, erinnerten mich daran, dass ich Ende der 1970er Jahre in Altona gearbeitet hatte, in der Palmaille mit direktem Blick aufs Elbpanorama vom ersten Stock unseres Büros. Was lag da näher, als einen wunderschönen und viel zu warmen Herbsttag zu nutzen und einen Ausflug dorthin zu machen?

Selbstverständlich ist der Bahnhof Altona im Laufe der Jahrzehnte einer Modernisierung unterzogen worden, schon der Ausgang erinnert an einen kleinen Park:


Der Weg führte parallel an der Museumstraße entlang und führte direkt in eine Parkanlage:


Der Brunnen ist leider ohne Wasser, ich komme zu spät, vor drei Tagen hat die Stadt zwecks Sparmaßnahmen alle öffentlichen Brunnen trocken gelegt. Aber beeindruckend ist die Anlage schon!

Nahaufnahmen vom Brunnen und seinen Figuren:








Mehr zum Stuhlmannbrunnen hier in der Wikipedia.

Überhaupt war die ganze Parkanlage begeisterungswürdig! Auf der großen Wiese ist eine Kunstinstallation vom Museum gegenüber.




Daneben ist übrigens ein Theater - schön, dass ich mir beide in Erinnerung geholt habe!

Der Weg führte mich dann geradewegs über den Platz der Republik zum Altonaer Rathaus.




Dort begrüßte mich hoch zu Ross der olle Kaiser Wilhelm:



Zu seinen Füßen gab es einen Blick in die Unterwelt, leider durch ungeputzte Fenster.



Am Rathaus stehen wunderschöne alte Straßenlaternen, deren filigrane Schönheit sich dem Betrachter erst im Detail erschließt.





Weiter zum Park an der Elbe, auch bekannt als Altonaer Balkon.





Leider hat das große Kreuzfahrtschiff am Terminal die restliche Sicht annähernd verdeckt.

In den vergangenen 45 Jahren sind die Bäume enorm gewachsen, so dass vom Spazierweg aus kaum noch ein Blick auf die Elbe geworfen werden kann, aber es ist dort wunderschön, und überall gibt es Bänke, sind Treffpunkte für Menschen. 








Unterwegs gab es viele kleine Gedenktafeln, Gedenksteine, es war schon interessant, was dieser Stadtteil alles schon erlebt hat!

Zurück bin ich dann auf der altehrwürdigen Palmaille zum Bahnhof gegangen:


So, ich bin komplett erledigt (ich kann ja nicht so viel rumlaufen, wie ich möchte), aber es war schön und es hat sich gelohnt, auf den Herbst zu warten (im Sommer war ich durch die Hitze ja "ausgeknockt"). Mehr von diesem Wetter bitte, ich habe noch Ideen...