Drei Frauen am See von Dora Heldt (Roman)
dtv
ISBN 978-3-423-26206-4
Warum dieses Buch? Die Tochter hat es hier angeschleppt.
Klappentext:
"«Sommer am See 1981» stand über dem verblichenen Foto. Auf einem Steg drei Mädchen, die nackten Füße im Wasser, die Abendsonne im Gesicht. «Wir haben unsere Sommer immer gemeinsam am See verbracht», sagte Marie leise. «Wie ich dieses Haus geliebt habe!»
Marie, Jule, Friederike und Alex: Freundinnen fürs Leben - das sind sie jahrzehntelang gewesen. Alles haben sie miteinander geteilt, bis ins Erwachsenenalter hinein haben sie es geschafft, sich mindestens einmal im Jahr an Pfingsten im Haus am See zu treffen. Doch dann ist etwas geschehen, das ihre Freundschaft bis ins Mark erschütterte.
Zehn Jahre sind seit dem Bruch vergangen, und die Nachricht von Maries Tod trifft jede Einzelne von ihnen mit voller Wucht. Erinnerungen werden wach, alte Wunden reißen auf, und es kommt zu einem höchst unfreiwilligen Wiedersehen..."
Seit dreißig Jahren lese ich keine reinen Frauenbücher mehr, weil ich sie irgendwann einfach lächerlich fand, vielleicht war ich auch nur der Zielgruppe entwachsen.
Nach den beiden grauslich-brutalen Mittelalterkrimis kam mir dieses nun gerade recht, um Abstand zu gewinnen.
Das aktuelle Leben der vier Protagonistinnen wird abschnittweise geschildert, immer wieder unterbrochen von den Tagebuchaufzeichnungen der verstorbenen Marie. Zunächst kam ich mit den Namen etwas durcheinander, aber das gab sich, je mehr ich von der jeweiligen Frau erfuhr. Alle sind sie beruflich sehr erfolgreich geworden, das Privatleben hakelt etwas, man erfährt von den Konflikten, mit denen sie sich herumplagen.
Die Herausforderung besteht in der Befolgung des letzten Willens von Marie, nämlich für ein Treffen zum Haus am See zurück zu kehren. Alle sind zunächst voller Widerwillen, alte Verletzungen die Ursache. Aber da gibt es Hanna, Partnerin von Marie, die dieses Treffen gemäß Absprache mit Marie, die noch vom Krankenbett aus alles genau geplant und festgelegt hatte, regelrecht inszeniert...
Das Buch ist ein großes Lesevergnügen, Dora Heldt schreibt mitreißend und mitfühlend, ohne auf die Tränendrüse zu drücken.