Donnerstag, 25. August 2022

Gelesen: Stay away from Gretchen - Eine unmögliche Liebe

Stay away from Gretchen
Eine unmögliche Liebe von Susanne Abel (Roman)
ISBN 978-3-423-28259-8
dtv Verlagsgesellschaft

Warum dieses Buch? Hinweise aus dem Imternet/Empfehlung unserer FB-Büchergruppe

Klappentext:
"Der Kölner Nachrichtensprecher Tom Monderath macht sich Sorgen um seine 84-jährige Mutter Greta, die mehr und mehr vergisst. Als die Diagnose Demenz im Raum steht, ist Tom entsetzt. Bis die Krankheit seiner Mutter zu einem Geschenk wird. Erstmals in ihrem Leben erzählt Greta von sich - von ihrer Kindheit in Preußisch Eylau mit den geliebten Großeltern, der Flucht vor den russischen Soldaten im eisigen Winter, ihrer Begegnung mit dem GI Robert Cooper in Heidelberg. Ist all das der Schlüssel, um Gretas Traurigkeit zu verstehen, die auch Toms Kindheit überschattet hat?
Als Tom auf Briefe und Bilder aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stößt, kommt er einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur. Wer ist das kleine Mädchen auf dem Foto, das Greta wie einen Schatz hütet? Mehr und mehr erkennt Tom, dass auch sein Lebensglück mit der Vergangenheit seiner Mutter verknüpft ist..."

Der ewig gestresste, getriebene Nachrichtenmoderator wird von seiner Mutter ausgebremst, als diese immer vergesslicher wird und aus abenteuerlichen Situationen befreit werden muss, bis sie zunächst in einem Krankenhaus strandet. Während Tom in der Wohnung seiner Mutter aufräumt, stößt er auf Fotos, Briefe, Dokumente, die ihm Rätsel aufgeben. Schließlich kommt ihm eine Kollegin zu Hilfe und stellt Nachforschungen an.

In einzelnen Sequenzen werden immer wieder die Erlebnisse der jungen Greta erzählt, von Flucht und Vertreibung, Angst vor den Russen, Aufnahme in Übergangslagern bis hin zum allmählichen Aufbau einer bescheidenen Existenz während der "Hungerwinter" 1945/1946. Dabei kommt unverhoffte Unterstützung eines schwarzen amerikanischen Soldaten. Im Laufe der Zeit verlieben sich Greta und Bob ineinander und leben eine heimliche Beziehung. Greta wird schwanger und Marie kommt zur Welt, aber Greta hat eine schwere Infektion und droht zu sterben. Nur Penicillin kann helfen, das damals nur die Amerikaner besitzen. Bob hilft, Greta gesund zu pflegen und fliegt schließlich in seine Heimat, um einiges zu regeln, damit sie heiraten können.

Greta sieht Bob nie wieder, als er endlich zurückkommt, ist Greta verheiratet und Marie verschwunden.

Greta droht, daran zu zerbrechen, und über ihrem Leben hängt die Traurigkeit wie eine große Wolke.

Die Recherchen von Tom und seiner Kollegin Jenny bringen Erstaunliches zu Tage, am Ende können sich Greta, Bob und Marie in die Arme fallen - manchmal ist Greta im Geiste jung und erkennt Bob, manchmal hat sie Angst vor dem Fremden in ihrer Wohnung.

Ein happy End, könnte man meinen.

In dieser fiktiven Familiengeschichte wird das Leiden von Krieg und Vertreibung, aber auch der damals bestehenden Unterschiede schwarz/weiß geschildert. Die dunklen Amerikaner erfuhren als Besatzungssoldaten in Deutschland erstmals eine Gleichbehandlung, die aber, zurück in Amerika, sofort wieder aufgehoben war. Außerdem wurden die mit deutschen Frauen gezeugten sogenannten "Brown Babies" stigmatisiert, einzelne Projekte zur Adoption in die USA führten auch nicht immer zu einem glücklichen Ausgang.


Das Buch endet mit einem neuen Aspekt, der eine Überleitung zu einem Folgeroman ist, von dem ich aber heute noch nicht weiß, ob ich ihn lesen möchte. (Ich habe mehr Bücher gelesen bzw. hier liegen, die sich mit der Zeit des Wiederaufbaus beschäftigen, und manchmal wird es mir etwas zu viel.)

Persönliches:
Dieses Buch, auch wenn es zum Ende hin etwas arg auf die Tränendrüse drückt, hat mir wieder einmal klar gemacht, woher diese Menge an Vorurteilen und Pauschalisierungen kam, mit der ich erzogen wurde. Meine Eltern sind ja während der NS-Zeit aufgewachsen und waren sehr indoktriniert worden, bis heute klingen bei meiner Mutter z.B. Abneigungen und Abwertungen gegenüber farbigen Menschen durch, die ich nie verstanden habe. In der weitläufigen Familie hatten wir ein GI-Kind, welches allerdings weiß war und vom späteren Mann der betroffenen Frau adoptiert wurde. Trotzdem wurde immer ein wenig verächtlich darüber gesprochen.

Dienstag, 16. August 2022

Schach

Mein großes "Kind" war hier, und wir haben wieder ein paar Partien gespielt. Ich verliere ja immer gegen ihn, wir amüsieren uns trotzdem dabei... Ich habe inzwischen mal die Apps für Handy/Tablet durchgeschaut, es gibt da allerlei Schachprogramme, aber ich weiß nicht, wann ich mich noch damit beschäftigen soll... Rentner haben nämlich nie Zeit (hier den lauten Lacher denken!).

Ach, übrigens, das Schachbrett hatte mein Sohn von seinem Vater bekommen während eines Tunesien-Urlaubs mit u.a. den Großeltern vor langer, sehr langer Zeit. Unter dem Brett aus Olivenholz sind zwei Schubladen mit Figuren, die allerdings nicht mehr vollzählig waren, als wir es Ende letzten Jahres aus meinem Keller holten. Folglich habe ich annähernd passende Figuren beim großen A bestellt, mit denen wir nun spielen.

Maniküre - Positivity #3a

Das gehört eigentlich noch zum letzten Blogpost, der besser "Terrasse" geheißen hätte, aber das nehmen wir ja nicht so genau, nicht wahr?

Ich experimentiere also weiter mit Nagelfolien, in Kombination mit Nagellack oder "pur", hier also die letzten Wochen...






Manches fand ich ganz fein, anderes eher grenzwertig. Aber ich halte hier für mich mal alles fest. Gegen Altersheimer oder so. Haha.

Alltagseindrücke - Positivity #3

Ich war nochmal bei Blume2000, Ersatz für die Pflanzen im Körbchen besorgt, das meine Große mir mitgebracht hatte.

Eine Pflanze passte nicht mehr hinein und wurde als Single ausgesetzt.

Nochmal eine Hortensienblüte festgehalten, ich bin erfreut über das Blau, aber meine Kameras, also DigiCam UND Handy, haben immer Probleme mit Blautönen... so ganz stimmt die Farbe nicht.

Kurz bevor es wieder so heiß wurde, habe ich mich über meine wuchernde Brombeere hergemacht, sie ist wirklich eine Pest, und wenn ich nicht aufpasse, wuchert sie überall. Was ich normalerweise nicht sehe, ist ja der Anblick von draußen, von der Wiese aus, auf die Hecke - OMG! Bevor ich daran ging, habe ich noch ein paar reife Brombeeren geerntet. - Leider habe ich nur die Hälfte wegschneiden können, dann ging bei mir gar nichts mehr... besser das, als gar nichts.

Und wieder ein ganz kleines bisschen Hamburg

 Ich wollte viel unternehmen, Neues sehen, fotografieren. Und dann hat mir der heiße Sommer einen dicken Strich durch die Rechnung bzw. mein Vorhaben gemacht: Bei großer Hitze sagt meine Lunge ganz einfach NEIN. An den meisten Tagen habe ich mich in meiner verhältnismäßig kühlen Wohnung aufgehalten, war mal nachmittags oder am frühen Abend ein paar Stunden draußen, lesend. Mehr ging nicht. (Und Lebensmittel liefert zuverlässig REWE Online)

Pflichtwege, einer recht früh am Tage, führten mich zur Radiologie, dieses Mal kein altes Treppenhaus sondern 70er Jahre Plattenbau...


Besser war der Blick auf die andere Straßenseite, wo Giovanni di Lorenzo residiert:


Hinterher ging es dann zu meinem allmontäglichen Termin, unterwegs nochmal mit der Kamera draufgehalten:




Und hinterher die Colonnaden nochmal festgehalten...





Hier, völlig ohne weiteren Zusammenhang, ein Foto vom 25.07. - Mir fiel auf, dass, keine Ahnung, wie das Gewächs heißt, dieses Gesträuch bereits gelbe Blätter hatte. Einen Monat zu früh, es läutet eigentlich Ende August für mich immer den beginnenden Herbst ein. Natürlich ist das der Trockenheit geschuldet. 

Gelesen: OXEN - Lupus

 OXEN - Lupus von Jens Henrik Jensen (Thriller)

Aus dem Dänischen
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-26243-9

Warum dieses Buch? Nachdem die vorherigen Oxen-Bücher zusammen gehören, ist dieses ein Stand-alone-Thriller. Aber es ist natürlich gut, die ersten Bände gelesen zu haben, denn es geht um dieselben Personen, und das Vorherige wird als bekannt voraus gesetzt.

Klappentext:
"Irgendwas liegt in der Luft. Etwas Bedrohliches. Die Wölfe, die Leiche im Bach, Wilderer, der verschwundene Kopenhagener, tote Schafe - und noch mehr Wölfe. Glaubt mir, uns stehen dunkle Zeiten bevor.
Der Danehof ist zerschlagen, aber Niels Oxen hadert noch immer mit sich selbst. Die Beziehung zu seinem Sohn Magnus gestaltet sich schwierig. Völlig unerwartet steht eines Tages Axel Mossman vor seiner Tür und bittet ihn um Hilfe - er soll den verschwundenen Poul Hansen aufspüren. Oxen zögert, bezieht aber schließlich im Haus des Vermissten, einem abgelegenen Hof in Jütland, Stellung. Anstatt sich auf die Suche nach Hansen zu machen, interessiert er sich mehr für die Wölfe, die in der Nähe des Hofes gesichtet wurden. Der Fall um Hansens Verschwinden ist jedoch brisanter als zunächst angenommen. Es scheint einen Zusammenhang mit einer brutalen Entführung aus dem Jahr 1963 zu geben. Und mit den lange zurückliegenden Ereignissen, die zur Folge hatten, dass Oxens Partnerin Margarethe Franck ihr rechtes Bein verlor. Gemeinsam stellen Oxen und Franck Nachforschungen an, doch das ruft dunkle Mächte auf den Plan. Und bald schon geht es um mehr als einen verschwundenen Mann, einen alten Entführungsfall und Wölfe in Jütland - es geht um Margarethes Leben."

Ich liebe Intelligenz. Dieses Buch ist brillant.

Zunächst werden wir wieder mit Oxen, dem ehemaligen Jäger-Soldaten mit Auszeichnung, bekannt gemacht. Er lebt zurückgezogen in einer kleinen Wohnung, bemüht sich um einen guten Kontakt zu seinem 14jährigen Sohn, und seine Albträume suchen ihn weiterhin heim. PTBS nach Einsätzen in Serbien und Afghanistan. Ansonsten ein eher langweiliges kleines Leben.

Bis der pensionierte Geheimdienstchef Mossmann bei ihm auftaucht. Obwohl Oxen den Suchauftrag nach Poul Hansen eher widerwillig annimmt, lebt er sich auf dem alten, verwahrlosten Heidehof schnell ein. Mehr als seine Recherche interessieren ihn die Wölfe, die er nachts zu beobachten hofft.

Mehrere Handlungsstränge werden entwickelt, auf unterschiedlichen Zeitebenen, und man fragt sich zunächst, wie der Missbrauchsfall von 1963, der Überfall auf einen kriminellen Libanesen, der Banküberfall mit der Folge von Margarethes Verletzung vor vielen Jahren und das Verschwinden von Hansen zusammenhängen könnten.

Eine spannende Geschichte, ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen - und am Ende gibt es etwas, das möglicherweise die Tür zu einer neuen Story sein könnte.

Freitag, 12. August 2022

Gelesen: Die weiße Hexe

Die weiße  Hexe - Meine Abenteuer in Afrika -  von Ilona Maria Hilliges (Autobiographie)

ISBN 3-548-35964-7
Ullstein Taschenbuchverlag

Warum dieses Buch? Vor einiger Zeit habe ich zwei Afrikabücher der Autorin gelesen, die mir sehr gut gefallen hatten. Deshalb habe ich zwei weitere gekauft. Dieses war nur noch antiquarisch zu bekommen.

Klappentext:
"Ilona Maria Hilliges lässt sich auf das Abenteuer ein, zusammen mit ihrem Exmann, dem Nigerianer John, Gebrauchtwagen nach Afrika zu verkaufen. Sie reisen in das Land seiner Väter und besuchen sein Heimatdorf. Begeistert von der afrikanischen Kultur, entscheidet Ilona sich, in Lagos, der Hauptstadt Nigerias, zu bleiben. Die kultische und mystische Seite des Schwarzen Kontinents zieht sie in ihren Bann. Sie begegnet dem afrikanischen Prinzen Victor - und sie verlieben sich ineinander. Doch Victors Onkel, ein gefürchteter Clanchef, belegt ihn mit einem Fluch. Und tatsächlich, Victor stürzt mit seinem Flugzeug ab. Auch Ilona fühlt sich bedroht und sucht Hilfe bei einem geheimen Frauenkult. Sie unterzieht sich einem magischen Ritual...

Der authentische Lebensbericht einer weißen Frau in der spirituellen Welt Afrikas."

Als ich Ende der 1970er Jahre für eine Exportfirma tätig war, verschiffte meine Abteilung ausgerechnet Autoersatzteile nach Nigeria. Beim Lesen dieses Buches fielen mir viele Geschichten wieder ein, die mein geschäftsreisender Kollege nach seiner jeweilige Rückkehr zum Besten gab. So konnte ich die haarsträubenden Ereignisse, von der die Autorin hinsichtlich des Autohandels und der Mentalität, ganz allgemein der seinerzeitigen Zustände in Lagos, berichtet, sehr gut nachvollziehen. Das Erzählte wurde Anfang der 1980er Jahre dort erlebt.

Es ist keine typische Culture-Clash-Geschichte, die ja eine gewisse Komik beinhalten würde, sondern Ilona berichtet vom ungewohnten Leben einer deutschen Geschäftsfrau in Nigeria, die sich in einer patriarchalen, von altem Glauben an magische Kräfte dominierten Welt wiederfindet. Sie erlebt an der Seite ihrer frischen Liebe (ein in England aufgewachsener Prinz, der dabei ist, sich seine Position  innerhalb seines Clans zu suchen und gleichzeitig Geschäftsmann sein möchte) riskante Abenteuer, die sie in die Mangrovensümpfe zu Krokodilen, an magische Orte zu "Medizinmännern" und "Hexen" bringt, bis zum Sternenhimmel in der Wüste.


Ich habe diesen Bericht sehr gern gelesen.

Mittwoch, 10. August 2022

Gelesen: Neujahr

Neujahr von Juli Zeh (Roman)

ISBN 978-3-442-71896-2
Random House/btb

Warum dieses Buch? Als ich kürzlich zwischen zwei Terminen zu viel Zeit hatte, räumte ich bei Rewe den Tisch mit Mängelexemplaren auf, dieses sprang dabei in meinen Einkaufswagen.

Klappentext:
"Lanzarote am Neujahrsmorgen. Henning sitzt auf dem Fahrrad und will den Steilaufstieg nach Fernés bezwingen. Seine Ausrüstung ist miserabel, das Rad zu schwer, Proviant nicht vorhanden. Während er gegen Wind und Steigung kämpft, lässt er seine Lebenssituation Revue passieren. Eigentlich ist alles in bester Ordnung. Er hat zwei gesunde Kinder und einen passablen Job. Mit seiner Frau Theresa praktiziert er ein modernes, aufgeklärtes Familienmodell, bei der sich die Eheleute in gleichem Maße um die Familie kümmern. Aber Henning geht es schlecht. Er lebt in einem Zustand permanenter Überforderung. Familienernährer, Ehemann, Vater - in keiner Rolle findet er sich wieder. Seit Geburt seiner Tochter leidet er unter Angstzuständen und Panikattacken, die ihn regelmäßig heimsuchen wie ein Dämon.

Als Henning schließlich völlig erschöpft den Pass erreicht, trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: Er war als Kind schon einmal hier in Fernés. Damals hatte sich etwas Schreckliches zugetragen - etwas so Schreckliches, dass er es bis heute verdrängt hat, weggesperrt irgendwo in den Tiefen seines Wesens. Jetzt aber stürzen die Erinnerungen auf ihn ein, und er begreift: Was seinerzeit geschah, verfolgt ihn bis heute."

Dafür, dass dieses Büchlein weniger als 200 Seiten hat, ist der Klappentext eigentlich schon viel zu ausführlich.

Ich habe die Geschichte an zwei Nachmittagen gelesen und war verwundert, wieviel Spannung darin untergebracht war. Zunächst dominiert die Radfahrt, die das Tempo vorzugeben scheint, in der die Gedanken von Henning vorbeiziehen. Das hat mich dabei bleiben lassen, normalerweise kann mich Juli Zeh sehr ermüden, aber nicht in diesem Fall.

Als Henning sein Ziel erreicht hat, gibt es eine Art Verschnaufpause auch für die Leserin, bevor dann die Geschichte in einen Zeitstrudel gerät. Da zwei kleine Kinder betroffen sind, packte mich das Entsetzen.

Schließlich gibt es ein ganz alltägliches Happy End, in dem Henning seinen Dämon vermutlich besiegt.


Beeindruckend und unbedingt lesenswert!

Dienstag, 9. August 2022

Gelesen: Blinde Furcht

Blinde Furcht von Linda Castillo (Thriller)

Amerikanisches Original "Fallen"
Fischer Taschenbuch
ISBN 978-3-596-70609-9
Band dreizehn der Serie

Warum dieses Buch? Immer wieder gern ein Krimi um Kate Burkholder.

Klappentext:
"Sie war aufsässig und rebellisch. Doch musste sie deshalb auch sterben?
Ein brutaler Mord in einem Motel schockiert ganz Painters Mill. Für Kate Burkholder ist das Opfer keine Unbekannte. Rachael Schwartz war eine charmante, aber auch rebellische junge Frau, die der strengen Ordnung ihrer amischen Familie entfloh. Doch was nur wenige wissen: Rachael hütete ein dunkles Geheimnis. Eines, das auch der Mörder kennt. Und er wird alles daran setzen, dass es nicht ans Tageslicht kommt."

Die Burkholder-Krimis folgen meist diesem Muster: Der Leser sieht der Tat zu, ohne den Täter zu sehen. Chief Officer Kate kommt ins Spiel und entwirrt Lebenswege, Schicksale, findet einen Schuldigen. Doch halt! Das ist nicht das Ende der Geschichte. Kate folgt ihrem Bauchgefühl und forscht weiter nach, begibt sich - wie immer - in Lebensgefahr, wobei die des Mordes schuldige Person sich dann selbst entlarvt.

Genau so auch hier wieder. Andere Personen, aber immer amische, was die Geschichten stets ein wenig exotisch sein lässt, andere Taten, mitreißend geschrieben. Gut für einen langen Sonntag.

Wieder sehr gern gelesen!

Mittwoch, 3. August 2022

Gelesen: Ein Tanz mit Drachen

Ein Tanz mit Drachen von George R.R. Martin (Fantasy)

Das Lied von Eis und Feuer 10/10
Aus dem Amerikanischen "A Dance with Dragons"
Blanvalet/Random House
ISBN 978-3-7645-3102-7

Warum dieses Buch? Siehe hier.

Klappentext:

Wahre Macht kennt keine Liebe.

"Das Schicksal des Nordens entscheidet sich in Winterfell, wohin Stannis Baratheon mit Feuer und Schwert gezogen ist, um Arya Stark aus den Fängen Roose Boltons zu befreien - oder bei dem Versuch zu sterben. Währenddessen schmieden Lord Wyman Manderley und Arnolf Karstark ihre eigenen verräterischen Pläne.

In Meeren steht Daenerys Targaryen zwischen zwei Freiern. Hidzahr zo Loraq, ein Adliger aus alter ghiscarischer Abstammung, und Quentyn Martell von Dorne halten um ihre Hand an. Für einen der beiden muss Daenerys sich wohl oder übel entscheiden. Doch könnte sie ihrem Herzen folgen, würde sie ihren Liebhaber Daario Naharis heiraten, einen Soldaten, so wild und grausam wie ihr Drache Drogon.

An der Mauer schmiedet derweil Jon Schnee Bündnis um Bündnis gegen die Anderen. Dabei wird er zwar von der zwielichtigen Priesterin Melisandre unterstützt, doch kann er auch auf die Loyalität seiner eigenen Männer vertrauen?"

Durch diesen letzten Band habe ich mich regelrecht durchgearbeitet, ohne rechte Freude. Immer mehr neue Personen kommen ins Spiel, dafür verschwinden liebgewonnene Charaktere im Nirgendwo. Die Beschreibung - immer wieder - von Kälte und Schnee, von Mahlzeiten und Kleidung, Wappen und Familienzugehörigkeiten sind ermüdend. Der plötzliche Tod von Lieblingsfiguren (Jon Schnee!!!) und das Verschwinden im Nirgendwo (Jaime mit der Jungfrau von Tarth, Bran unter dem Wehrbaum, wo bleiben Rickon und Sansa?) und das weiterhin offene Ende der Geschichte von Arya sind enttäuschend.

Am Ende wird Aerys (der nach Abstammung wahre König) aus dem Hut gezaubert und der übergangsweise Regent kurzerhand erledigt. 

So weit, so nicht gut. Es ist bekannt, dass weitere Bücher folgen sollen, ob sie das Wirrwarr um die "offenen Enden" (Schicksale weiterer Personen) nun auflösen sollen oder nicht, interessiert mich jetzt nicht mehr.

Nicht nur für diesen Band sondern alle zehn:

Besonders abstoßend - trotz guter Lesbarkeit und Sprache allgemein - empfand ich die Schilderungen von Brutalität und Missbrauch, nicht nur die Details, sondern auch die Ausdrücke. Es wird genauestens beschrieben, wie Finger, Füße, Arme, Köpfe rollen, Blut läuft, Haut abgezogen wird, sondern auch, wie brutal mit den Frauen verfahren wird, Schilderung von Ausscheidungen... Die Ausdrucksweise in diesen Zusammenhängen empfand ich als ausgesprochen ordinär/vulgär. Nichts für zarte Seelen.

Somit habe ich mein Jahresprojekt abgeschlossen.

Band 1 - 3 habe ich gern gelesen, Band 4 und 5 waren ermüdend, Band 6 war der nach meiner Meinung beste Teil der Geschichte, es gab mehr Spannung und überraschende Wendungen. Alle folgenden Teile waren mehr oder weniger mein Pflichtprogramm. Einmal wurden Teile der Geschichte chronologisch in einem falschem Band erzählt (die Reise von Samwell, Goldy und dem alten Maester), so etwas sollte nicht vorkommen.