Søg - Dunkel liegt die See von Jens Henrik Jensen (Thriller)
(Der erste Fall)
Aus dem Dänischen, Originaltitel "Økseskibet"
als überarbeitete Neuausgabe, früherer Titel "Das Axtschiff"
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-21951-8
[Die ABC 2023 Lese-Challenge - C 1 Buch mit dem gleichen Wort 1]
"Søg" bedeutet übersetzt "Suche".
Warum dieses Buch? Ich war bisher fasziniert von der Oxen-Serie von Jens Henrik Jensen, und ich hatte ja herausgefunden, dass es die Nina Portland-Reihe gibt, diese Protagonistin spielte bereits bei "Oxen" eine Gastrolle. Da Nina Portland in Esbjerg und auf Fanø in Dänemark heimisch ist, "musste" ich diese Serie einfach haben. (Im Verlauf erkläre ich das.)
Rückseitentext:
«In sternklarer Nacht treibt ein Küstenschiff auf hoher See. An Deck ist es ganz still. Und dieser süßliche Geruch über den Planken....»
"Im Hafen von Esbjerg bestätigt sich ein düsterer Verdacht. Ermittler finden an Bord Blutspuren und Reste von Haut und Kleidung. Einziger Überlebender ist ein russischer Seemann. Hat er seine Kameraden kaltblütig mit einer Axt erschlagen? Aus Mangel an Beweisen wird er freigesprochen und der Fall des «Axtschiffs» wandert zu den Akten. Nur die junge Ermittlerin Nina Portland gibt sich damit nicht zufrieden. Das Lächeln des Seemanns lässt ihr keine Ruhe"
Klappentext:
"Mehr als zehn Jahre sind vergangen, seit Nina Portland in ihrem ersten Fall ermittelte - einem rätselhaften Verbrechen auf hoher See. Fünf Seeleute wurden brutal mit einer Axt erschlagen und ihr Mörder nie gefunden. Der Fall der MS Ursula, von der Boulevardpresse «Axtschiff» getauft, liegt seitdem als Cold Case auf Eis. Nina aber kann nicht aufgeben. Rasch wird der ungelöste Fall für sie zur Obsession."
Als sie den damals Hauptverdächtigen, einen Russen namens Romaniuk, zufällig in Estland wiedersieht, setzt sie sich auf seine Spur. Und ruft, ohne es zu wissen, Mächte auf den Plan, für die das Leben eines Menschen nur eine abstrakte Größe ist."
Das Buch beginnt rasant, kopfüber springt man in die Geschichte hinein: Nina Portland atemlos und durchgeregnet nachts in einem leeren Container im Hafen von Tallinn, dabei hat sie ein Foto eines lächelnden russischen Seemanns.
Nina, Kriminalbeamtin aus Esbjerg, alleinerziehende Mutter des zehnjährigen Jonas, ist zu einem Lehrgang der Estnischen Polizei in Tallinn. Nachdem sie aber den ehemals Hauptverdächtigen gefunden zu haben meint, meldet sie sich krank und begibt sich auf einsame Recherche, die sie in die estnischen Wälder, Moore und an die Küste führt.
Nach dieser abenteuerlichen und gefährlichen Episode, bei der ihr eine Art Tagebuch des Russen in die Hände fällt, reist sie zwar wieder nach Hause in ihren Alltag, findet aber keine Ruhe, da in diesem Tagebuch, deren Seiten sie übersetzen lässt, ihr Name auftaucht zusammen mit "den Engländern".
Der Vater ihres Sohnes war ein Engländer, der unauffindbar verschwand. Was soll Nina nur ihrem Sohn sagen, wenn der eines Tages nach seinem Vater fragen würde?
Ihre weiteren nicht autorisierten Recherchen führen sie nach London, Schottland und immer wieder nach Hause, in ihre Wohnung und ihre Arbeit in Esbjerg sowie zu ihren Verwandten nach Fanø. Ihr Vater, Seemann aus Sønderho, hatte jahrelang in Valparaiso gelebt, vermutlich hatte er den Unfalltod von Frau und Sohn nicht verkraften können, lebt nun ein alkoholseliges Leben in Nordby. Nina ist aufgewachsen bei Onkel (einem nun pensionierten Dorfpolizisten von Fanø) und Tante, die ihr wie Eltern sind, mit Rat und Tat stets zur Stelle.
Nina hat sich mit ihren Nachforschungen zwischen die Fronten begeben, der Fall des Axtschiffes ist größer als sie hätte ahnen können, mächtige Geheimdienste und Islamisten sind involviert... Und immer ist sie auch besorgte Mutter, die ihren Sohn beschützen muss, und einen Liebsten gibt es auch.
Ein großartiges Setting, gefährlich ohne blutrünstig zu sein, wird die Geschichte entwickelt.
Nun mein persönliches Goodie: Ein Großteil der Geschichte spielt auf der dänischen Nordseeinsel Fanø, ich kenne dort jeden Schritt und Tritt, so war es mir ein besonderes Vergnügen, die Handlung zu verfolgen. Ein Islamist, zu allem bereit, auf "meiner" beschaulichen Insel, allein dessen Beobachtungen zur Landschaft sind herrlich. Und die Schießerei und Flucht von Nina auf der großen Sandbank hatte ich direkt vor Augen. - Auch Esbjerg habe ich im Rahmen unserer Sommerurlaube dann und wann besucht, kenne zwar nicht jede Straße, aber ein Eindruck von dieser Stadt und dem Hafen scheint geblieben zu sein, ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. - Die Nachforschungen in London holten mir die Bilder ins Gedächtnis, wie ich die Stadt bei meinen beiden Besuchen wahrgenommen hatte.
Keine Frage, dass ich noch heute zum zweiten Band greifen werde!