Mittwoch, 18. Januar 2023

Gelesen: Søg - Schwarzer Himmel

Søg - Schwarzer Himmel von Jens Henrik Jensen (Thriller)
(Der zweite Fall)

Aus dem Dänischen, Originaltitel "Kulmanden"
als überarbeitete Neuausgabe, früherer Titel "Der Kohlenmann"
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-21979-2

[Die ABC 2023 Lese-Challenge - C 2 Buch mit dem gleichen Wort 2]

"Søg" bedeutet übersetzt "Suche".

Warum dieses Buch? Ganz einfach, es ist das zweite Buch der Nina Portland-Reihe.

Rückseitentext:
«Blitze reißen den Himmel über Esbjerg auf. In der Kohlenhalde am Hafen geht schwarzer Regen nieder. Und die Leiche eines Gefolterten taucht auf...»
"Ermittlerin Nina Portland und ihre Kollegen forschen noch nach der Identität des Toten, als eine alte Dame leblos in ihrer Wohnung gefunden wird. Warum hörte ihr Herz zu schlagen auf? Und was hat es mit Ib Munk auf sich, dem autistischen Sohn der Verstorbenen? Als er verschwindet, folgt Nina ihrer Intuition und wagt einen Alleingang."

Klappentext:
"Der Sommer ist heiß und ruhig. In Ninas Beziehung herrscht Flaute, ihr Vater, der alte Kapitän Portland, hat sich auf seine letzte große Reise übers Meer begeben, und ihr Engagement bei einer polizeiinternen Fortbildung könnte in den Augen ihrer Vorgesetzten größer ausfallen. Da taucht in einer Gewitternacht die Leiche eines Gefolterten bei der Kohlenhalde am Hafen von Esbjerg auf. Bald geraten die Ermittlungen ins Stocken - Nachforschungen zur Identität des Fremden bleiben ergebnislos. Eine Spur führt Nina zu Ib Munk, einem Autisten mit fotografischem Gedächtnis und einer Leidenschaft für Vögel. Endlich gewinnt sie sein Vertrauen und begreift, warum er voller Angst ist. Er hat Unvorstellbares gesehen..."

Geradezu ungewohnt ruhig beginnt die Geschichte der Bier trinkenden, rauchenden, alleinerziehenden Kriminalkommissarin. Gemeinsam mit ihrem Sohn Jonas sieht sie von ihrem Balkon aus einem grandiosen Gewitter zu, welches die extreme Sommerhitze beendet.

Am nächsten Morgen kehrt ein Angler zur Kohlenhalde zurück, dem dort seine Angeltasche im beginnenden Unwetter abhanden kam, und entdeckt in der Kohlenhalde eine Leiche. Lange Zeit kann diese nicht identifiziert werden. - Die tote Frau Munk wird in ihrer Wohnung gefunden, wo ist ihr autistischer Sohn, der Vogelkenner und Fotograf? Nina hat eine Idee und begibt sich in ein lebensgefährliches Abenteuer, findet Ib, der ihr aber gleich wieder abhanden kommt.

Sehr sorgfältig wird das Setting aufgebaut als würfe man einen Stein ins Wasser, und es entsteht Kreis um Kreis... Schließlich verschlägt es Nina als Kontaktperson des dänischen Geheimdienstes PET gemeinsam mit ihrem neuen Kollegen Tim Wejse nach Istanbul, unnötig zu erwähnen, dass mehrere Geheimdienste involviert sind, ihr alter Freund Sir Walter aus der Ferne hilfreiche Informationen liefert.

Es geht um große Politik und die Europäische Union, mehr zu erzählen hieße zu spoilern.

Natürlich spielt auch die Familie auf Fanø wieder eine Rolle. Während ihrer Reisen nehmen Astrid und Jørgen immer wieder Jonas bei sich auf. Jonas findet eine DVD bei Ninas Sachen, mit der es eine besondere Bewandtnis hat und gerät in unmittelbare Gefahr...

(Hier gibt es eine Schilderung, die es mit den Gegebenheiten in Sønderho nicht so genau nimmt, und kurzerhand ein bisschen Natur vom Norden der Insel in den Süden verlegt, das wird aber dem unbedarften Leser völlig egal sein.)

Am Ende stellt sich heraus, dass Tim Wejse mehr ist als ein normaler Kriminalkommissar, der von Kopenhagen nach Esbjerg versetzt wurde, weil er jütländische Wurzeln und Familie in der Nähe hat.


Auch dieses Buch habe ich ausgesprochen gern gelesen und werde noch heute mit dem dritten und letzten Band dieser Serie beginnen.

Dienstag, 10. Januar 2023

Gelesen: Søg - Dunkel liegt die See

Søg - Dunkel liegt die See von Jens Henrik Jensen (Thriller)
(Der erste Fall)

Aus dem Dänischen, Originaltitel "Økseskibet"
als überarbeitete Neuausgabe, früherer Titel "Das Axtschiff"
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-21951-8

[Die ABC 2023 Lese-Challenge - C 1 Buch mit dem gleichen Wort 1]

"Søg" bedeutet übersetzt "Suche".

Warum dieses Buch?  Ich war bisher fasziniert von der Oxen-Serie von Jens Henrik Jensen, und ich hatte ja herausgefunden, dass es die Nina Portland-Reihe gibt, diese Protagonistin spielte bereits bei "Oxen" eine Gastrolle. Da Nina Portland in Esbjerg und auf Fanø in Dänemark heimisch ist, "musste" ich diese Serie einfach haben. (Im Verlauf erkläre ich das.)

Rückseitentext:
«In sternklarer Nacht treibt ein Küstenschiff auf hoher See. An Deck ist es ganz still. Und dieser süßliche Geruch über den Planken....»
"Im Hafen von Esbjerg bestätigt sich ein düsterer Verdacht. Ermittler finden an Bord Blutspuren und Reste von Haut und Kleidung. Einziger Überlebender ist ein russischer Seemann. Hat er seine Kameraden kaltblütig mit einer Axt erschlagen? Aus Mangel an Beweisen wird er freigesprochen und der Fall des «Axtschiffs» wandert zu den Akten. Nur die junge Ermittlerin Nina Portland gibt sich damit nicht zufrieden. Das Lächeln des Seemanns lässt ihr keine Ruhe"

Klappentext:
"Mehr als zehn Jahre sind vergangen, seit Nina Portland in ihrem ersten Fall ermittelte - einem rätselhaften Verbrechen auf hoher See. Fünf Seeleute wurden brutal mit einer Axt erschlagen und ihr Mörder nie gefunden. Der Fall der MS Ursula, von der Boulevardpresse «Axtschiff» getauft, liegt seitdem als Cold Case auf Eis. Nina aber kann nicht aufgeben. Rasch wird der ungelöste Fall für sie zur Obsession."
Als sie den damals Hauptverdächtigen, einen Russen namens Romaniuk, zufällig in Estland wiedersieht, setzt sie sich auf seine Spur. Und ruft, ohne es zu wissen, Mächte auf den Plan, für die das Leben eines Menschen nur eine abstrakte Größe ist."

Das Buch beginnt rasant, kopfüber springt man in die Geschichte hinein: Nina Portland atemlos und durchgeregnet nachts in einem leeren Container im Hafen von Tallinn, dabei hat sie ein Foto eines lächelnden russischen Seemanns.

Nina, Kriminalbeamtin aus Esbjerg, alleinerziehende Mutter des zehnjährigen Jonas, ist zu einem Lehrgang der Estnischen Polizei in Tallinn. Nachdem sie aber den ehemals Hauptverdächtigen gefunden zu haben meint, meldet sie sich krank und begibt sich auf einsame Recherche, die sie in die estnischen Wälder, Moore und an die Küste führt.

Nach dieser abenteuerlichen und gefährlichen Episode, bei der ihr eine Art Tagebuch des Russen in die Hände fällt, reist sie zwar wieder nach Hause in ihren Alltag, findet aber keine Ruhe, da in diesem Tagebuch, deren Seiten sie übersetzen lässt, ihr Name auftaucht zusammen mit "den Engländern".

Der Vater ihres Sohnes war ein Engländer, der unauffindbar verschwand. Was soll Nina nur ihrem Sohn sagen, wenn der eines Tages nach seinem Vater fragen würde?

Ihre weiteren nicht autorisierten Recherchen führen sie nach London, Schottland und immer wieder nach Hause, in ihre Wohnung und ihre Arbeit in Esbjerg sowie zu ihren Verwandten nach Fanø. Ihr Vater, Seemann aus Sønderho, hatte jahrelang in Valparaiso gelebt, vermutlich hatte er den Unfalltod von Frau und Sohn nicht verkraften können, lebt nun ein alkoholseliges Leben in Nordby. Nina ist aufgewachsen bei Onkel (einem nun pensionierten Dorfpolizisten von Fanø) und Tante, die ihr wie Eltern sind, mit Rat und Tat stets zur Stelle.

Nina hat sich mit ihren Nachforschungen zwischen die Fronten begeben, der Fall des Axtschiffes ist größer als sie hätte ahnen können, mächtige Geheimdienste und Islamisten sind involviert... Und immer ist sie auch besorgte Mutter, die ihren Sohn beschützen muss, und einen Liebsten gibt es auch.

Ein großartiges Setting, gefährlich ohne blutrünstig zu sein, wird die Geschichte entwickelt.

Nun mein persönliches Goodie: Ein Großteil der Geschichte spielt auf der dänischen Nordseeinsel Fanø, ich kenne dort jeden Schritt und Tritt, so war es mir ein besonderes Vergnügen, die Handlung zu verfolgen. Ein Islamist, zu allem bereit, auf "meiner" beschaulichen Insel, allein dessen Beobachtungen zur Landschaft sind herrlich. Und die Schießerei und Flucht von Nina auf der großen Sandbank hatte ich direkt vor Augen. - Auch Esbjerg habe ich im Rahmen unserer Sommerurlaube dann und wann besucht, kenne zwar nicht jede Straße, aber ein Eindruck von dieser Stadt und dem Hafen scheint geblieben zu sein, ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. - Die Nachforschungen in London holten mir die Bilder ins Gedächtnis, wie ich die Stadt bei meinen beiden Besuchen wahrgenommen hatte.


Keine Frage, dass ich noch heute zum zweiten Band greifen werde!

Freitag, 6. Januar 2023

Gelesen: Das Zauberhaus

Das Zauberhaus von Henriette Wich, Carola Sieverding (Kinderbuch)

ISBN 978-3-473-36495-4
Ravensburger, Serie "Leserabe", 3. Lesestufe

[Die ABC 2023 Lese-Challenge - A 9 Ein Kinder- oder Jugendbuch]

Warum dieses Buch?
Das ältere Schulkind hat Geburtstag, und die Bücher für die zweite Klasse haben bereits zu wenig Text. Ich suchte eines mit einer schon längeren Geschichte, in die sich der Junge vertiefen kann.

Rückseitentext:
"Noah und Juli ziehen in ein geheimnisvolles altes Haus. Bald passieren seltsame Dinge: Die Zimmer verändern ihre Größe! Die Geschwister gehen der Sache nach und kommen dabei einem Geheimnis auf die Spur..."

In sechs Kapiteln wird die Geschichte eines Umzuges erzählt, bei dem die alten Möbel plötzlich nicht in das neue Haus passen. Nachts rumpelt es auf dem Dachboden, die Kinder gehen auf die Suche und treffen jemanden dabei. Sie können sich unsichtbar machen und die Größe der Zimmer ändern... Dabei gehen Eltern und Kinder respektvoll miteinander um, selbst ein klitzekleiner Streit wird gütlich beigelegt.

Das Buch enthält viele hübsche Zeichnungen, liebevoll und modern gehalten.

Am Ende gibt es ein kleines Glossar zu einzelnen gekennzeichneten Begriffen zwecks Wortschatzerweiterung sowie auf den letzten Seiten ein Rätsel.

Ich mag das Buch und hoffe, mein Enkel wird Freude daran haben!

Donnerstag, 5. Januar 2023

Gelesen: Das Echo der Wahrheit

Das Echo der Wahrheit von Eugene Chirovici (Roman)

Aus dem Englischen "Bad Blood"
ISBN 978-3-442-49059-2
Goldmann Taschenbuch

Warum dieses Buch? Vermutlich zur Zweitverwertung von meiner Tochter bekommen. Aber genau weiß ich es nicht, irgendwie war es plötzlich aufgetaucht.

Rückseitentext:
"Du kannst niemandem trauen - nicht einmal dir selbst.
Als der Multimillionär Joshua Fleischer erfährt, dass er bald sterben wird, bittet er den New Yorker Psychiater Dr. James Cobb um Hilfe. Fleischer trägt eine schwere Last mit sich: Er hat Angst, am Tod einer jungen Frau schuld zu sein, mit der er vor Jahren einen Abend in einem Pariser Hotelzimmer verbracht hat. Fleischers Erinnerung ist nur bruchstückhaft, und Cobb soll ihm nun helfen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Doch damit wird Cobb mit den Dämonen seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert...
Eine fesselnde Geschichte über die Macht der Erinnerung und die Frage, wer wir wirklich sind."

Ich halte den Klappentext für irreführend.

Der Psychiater James Cobb wird vorgestellt, er hat eine gewisse Berühmtheit, hält Vorträge, veröffentlicht Bücher. Joshua Fleischer nimmt Kontakt zu ihm auf und lädt ihn auf sein Anwesen ein, wo er ihm eine lange und etwas verworrene Geschichte erzählt, Erlebnisse aus den 1970er Jahren. Er hatte viel Zeit verbracht mit einem Freund und einer jungen Frau, in die wohl beide etwas verliebt gewesen waren. In dieser Geschichte erscheinen noch mehr Personen, und sie scheint mir während des Lesens immer verworrener zu werden. Nun hat Joshua Fleischer eine große Erinnerungslücke, entweder dem Alkohol oder der Verdrängung geschuldet, die er mit Hilfe von Cobb und dessen Hypnose zu füllen gedenkt, was allerdings nicht wirklich gelingt.

Nach dessen Tod nimmt Cobb die Fährte auf, macht alle seinerzeit beteiligten Personen ausfindig, versucht sie zu befragen. Auf Umwegen fällt ihm eine Art Tagebuch eines der Beteiligten in die Hände und am Ende wird die Geschichte ganz anders aufgelöst, reicht zurück bis in den II. Weltkrieg.

Eher am Rande wird uns etwas aus dem Leben des Psychiaters mitgeteilt, er trägt schwere Schuld daran, dass er sich einst in eine seiner Patientinnen verliebte, die später Selbstmord beging. Die persönliche Beziehung zu einer Patientin ist nicht erlaubt und verstößt gegen die ärztlichen Regeln der Ethik und muss sanktioniert werden.

Der Roman las sich außerordentlich zäh.

Interessant für mich waren einige Passagen aus dem Bereich der Psychologie, insbesondere der Wahrheit, denn "die Wahrheit" ist nicht absolut, diese gibt es nicht, da jeder Mensch schon während des Erlebens seine eigene Wahrheit ins Gedächtnis übernimmt und bei jedem Erinnern oder Erzählen verändert. Das sind keine für mich neuen Erkenntnisse, aber es gibt hier einige wenige Passagen, die dieses gut zusammenfassen, die werde ich mir herauskopieren, bevor ich das Buch weggebe.

Montag, 2. Januar 2023

Diary - Just for the Records

Seit Silvester kurzatmig. Am Neujahrstag eskaliert, Wege von einem Zimmer zum anderen erfordern hinterher minutenlanges Luftholen in Ruhe. Mittags 40 mg Prednisolon blieben ohne Wirkung, eine zusätzlich gegen 17 Uhr, allmählich leichte Besserung. Alle denkbaren NW vom Predni.

Gerade zurück vom Arzt. Bin immer noch extrem kurzatmig. Als ich zur Infusion ankam, beschloss ich spontan, dass ich zum Doc rein musste. Das bedeutete natürlich volles Programm, also Blut, BGA, LuFu, abhorchen, Gespräch. Interessanterweise war die Lungenfunktion besser als im ganzen Jahr 2022. Tabletten weiter nehmen wie gestern und heute früh schon. Mit nur drei Stunden Schlaf letzte Nacht hat mich das ganze Procedere schon sehr angestrengt, bin froh, dass ich jetzt wieder zu Hause bin und mir erstmal einen Kaffee gemacht habe.

Je nach Labor werde ich morgen angerufen, auf jeden Fall soll ich mich am Donnerstag melden.

Update 05.01.2023 Telefonat mit meinem Doc. Tabletten weiter bis incl. Sonntag nehmen. Labor war einwandfrei. Status: besser als Montag, aber immer noch sehr angestrengt und luftlos.

Update 06.01.2023 Endlich wieder gut geschlafen. Befinden ist deutlich besser!