Eine heiße Woche liegt hinter uns. Viele Tage lang ging es mir gar nicht gut, und es dauerte tatsächlich eine ganze Weile, bis ich begriff, dass es einzig die Wärme war, die mir zugesetzt hatte. Ich war einfach nur "luftlos", Kontrollen ergaben ständig Werte von unter 90 % SpO2 und einen Puls deutlich über hundert. Ein paar Schritte mehr, und er schoss über 120. Das ist nicht witzig. Noch weniger witzig, wenn das schon auf dem kurzen Weg zur Pysio und zurück so ist.
Die Kraftsportübungen ließen sich trotzdem gut machen, sie unterscheiden sich belastungsmäßig ja auch deutlich vom Gehen, weder muss ich dabei mein Körpergewicht durch die Gegend tragen, noch belaste ich die Atemhilfsmuskulatur dabei. Ganz im Gegenteil... Ich habe also die halbe Stunde mit Jasmin genossen. Übrigens gelten in der Physiopraxis auch verschärfte Hygienevorschriften: Eintreten nur, wenn durch die (Glas-)Eingangstür zu erkennen ist, dass niemand am Tresen steht. Nicht mehr als fünf Minuten vor der Zeit. Im Kraftsportraum darf ich die Maske abnehmen, weil Jasmin (mit Maske) ausreichend Abstand hält. Beim Wechsel in den Behandlungsraum (heiße Rolle, Massage) muss ich sie wieder aufsetzen und aufbehalten. Jasmin desinfiziert inzwischen alles, was ich angefasst habe. (Übrigens haben sie und ihre Familie gleich im März Covid19 durchgemacht, mit einem eher milden Verlauf.)
Während der letzten Tage habe ich viel gelesen, wenn es mir ganz schlecht ging, konnte ich manchmal auch nur stumpf auf den Fernseher gucken und abwarten, ob mir besser werden würde. Solchen wetterbedingten Eskapaden ist ja mit Medikamenten nicht beizukommen. Es ist dann einfach zu wenig Sauerstoff in der Luft.
So elend wie es mir ging, habe ich natürlich auch nicht gekocht. War ja froh für jede Bewegung, die ich nicht machen musste. Wofür hat man einen vollen Tiefkühler? (Allerdings wenig Fertiggerichte, mehr so Gemüse, Fisch, Aufbackbrötchen.) Eines meiner zwei Fertigessen in den Ofen geschoben... überbackene Tortellini. Ergebnis: Nie wieder! Ich konnte sie nicht aufessen, einfach eklig...
Nach dem heftigen Gewitter/Regen gestern Abend ist nun alles etwas besser, obwohl es in der Wohnung immer noch wärmer ist als draußen. Aber ich will nicht klagen, immerhin bekomme ich wieder "normal" Luft.
Eingedenk meines Zustandes war ich in der letzten Woche auch nicht weiter draußen, habe auch keine Einkäufe gemacht. Eine gute Vorratshaltung ist gelegentlich nützlich. Nun überlege ich allerdings einen Besuch beim Frisör. Nicht bei Rosa, der Salon ist im Hause Karstadt, ob "mein" Karstadt bestehen bleibt, ist mir noch nicht ganz klar, vermutlich ja? Aber ich müsste mich dafür in die S-Bahn setzen, was ich immer noch vermeide. Ich war wirklich seit Anfang März nicht mehr unterwegs... Ja, ich fühle mich noch sehr eingeschränkt, muss aber eine Corona-Infektion nach Möglichkeit versuchen zu vermeiden. Hochrisikopatient eben. Aber meine Haare!
Letzter Haarschnitt war Mitte Januar, der nächste Termin hätte sein sollen, als es zum Lockdown kam. Fast 10 cm Nachwuchs, ich trage Mopp. Und das nach guten dreißig Jahren Kurzhaarschnitt... Allmählich wird es aber unbequem. Ich hatte sowieso vor, seit gut einem Jahr schon, mir als Rentnerin eine neue Frisur anzuschaffen, allerdings kam dann so viel dazwischen, dass mir für solcherlei Gedanken kein Raum blieb. - Ich habe hier in der Nähe einen Friseursalon (oben schrieb ich "Frisör", ich habe echt ein Problem mit dem eingedeutschten Wort), fußläufig, und heute überlege ich, morgen dort mal nach einem Termin zu fragen. Es nervt mich nur noch... Eine halbe Stunde oder mehr mit Maske (korrekt: Mund-Nasen-Schutz) auszuhalten ist auch keine fröhliche Vorstellung, da mir schon immer innerhalb weniger Minuten die Luft wegzubleiben droht. Aber so zottelig möchte ich nun auch nicht bleiben, das ist keine Frisur, das grenzt schon an Körperverletzung, Geschmacksverirrung etc. ...
Am Freitag auf dem Weg zur Physiopraxis fuhr eines "meiner" (ehemaligen) Firmenfahrzeuge an mir vorbei... war seltsam. Halb so ein Zuhausegefühl, aber auch gepaart mit Emotionen aus der Schlussphase. Okay, der Fahrer war keiner meiner Spezies, anderenfalls hätte ich gerne "guten Tag" sagen mögen.
Lange habe ich meine Rubrik "Gelesen" nicht mehr bedient. Das liegt nicht daran, dass ich nicht mehr lesen würde. Es liegt daran, dass ich mich seit Wochen durch einen Ken Follett-tausend Seiten-Wälzer arbeite. Ich hatte mich so auf das Buch gefreut und wollte jetzt im Sommer die Trilogie endlich in Angriff nehmen...
... da erweist sich der "Sturz der Titanen" als sehr zähes Gesamtkunstwerk! Manche Passagen lesen sich flott weg, dann aber wieder geht es nur mit Durchhalteparolen durch die nächsten Abschnitte. Es dauert also noch ein wenig bis zur nächsten Buchbesprechung.
Noch ein offenes Thema... Meine Mutter im Pflegeheim habe ich noch immer nicht besucht. Es würde für mich bedeuten, mit der Bahn fahren zu müssen, ich glaube, ich erwähnte das Problem bereits, außerdem während des ganzen Besuchs (max. eine Stunde sehen die neuen Vorschriften vor) mit NMS hinter einer Plexiglasscheibe zu sitzen. Eine Stunde mit "Maske" ertrage ich nicht. Und mitbringen dürfte ich nichts, kein gemeinsames Kaffeetrinken, kein gemeinsames Anschauen von Enkelfotos auf dem Smartphone... Derzeit rufe ich einigermaßen regelmäßig bei meiner Mutter an, und wir telefonieren so lange, wie es ihre Konzentration zulässt. Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen. Sie ist gesund und munter, das Pflegeheim blieb bisher von der Pandemie verschont. Die Risikopatientin bin ich. Das nennt man denn gesunden Egoismus.
Sonntag, 28. Juni 2020
Montag, 22. Juni 2020
She Chose
by Cara Alwill Leyba
She realized she had this one.
This big, bold,
and beautiful life.
And she realized she didn't want to live it
chasing and crying and apologizing.
Starving and fearing and regretting.
She realized
She wanted to live it
Proudly and freely and creatively.
Lovingly and fully and sweetly.
She realized
She could coose.
And so, she chose.
She realized she had this one.
This big, bold,
and beautiful life.
And she realized she didn't want to live it
chasing and crying and apologizing.
Starving and fearing and regretting.
She realized
She wanted to live it
Proudly and freely and creatively.
Lovingly and fully and sweetly.
She realized
She could coose.
And so, she chose.
Freitag, 19. Juni 2020
Zahnwurzelentzüdung
... an einem vor längerer Zeit wurzelbehandelten Zahn*. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Nun erstmal eine Woche Penicillin.
*Ja, unsere Zahnärztin hat mir auch erklärt, wie so etwas sein kann, selbstverständlich.
*Ja, unsere Zahnärztin hat mir auch erklärt, wie so etwas sein kann, selbstverständlich.
Samstag, 13. Juni 2020
Alt oder was?
Im WDR Fernsehen läut heute mal wieder so eine Retro-Sendung, heute mit dem Fokus auf Musiksendungen im TV. Ich bin very amused, habe das alles doch damals life erlebt... Wir hatten einen Fernseher im Wohnzimmer, und geguckt wurde, was meine Eltern auswählten. Vor allem erinnere ich mich an ihre Kommentare zu den Stars und Sternchen. Mir fiel kürzlich mehrfach auf, wie sehr mich die Äußerungen meiner Eltern, vor allem meiner Mutter, geprägt haben, was ging, was nicht. In der Retrospektive ist das alles recht nett anzusehen, man kann sich über einiges amüsieren, aber damals war das alles toll, geradezu rebellisch ...!
Die Hitparade mit Dieter Thomas Heck, Der Beat Club, Zitat Wikipedia:" Am 25. September 1965 wurde die erste Sendung live ausgestrahlt. Die Reaktion des älteren Publikums fürchtend, kündigte Wilhelm Wieben, der spätere Tagesschausprecher, die Livesendung mit tanzenden Jugendlichen und lauter Musik mit einer Vorwarnung für die Eltern an („Sie aber, meine Damen und Herren, die Sie Beat-Musik nicht mögen, bitten wir um Verständnis …)", Ilja Richter und mehr... Das alles mutet heute seltsam antiquarisch an... Das FERNSEHBALLETT!!! Keine Show ohne...
Bekannt ist ja, dass ich nicht gesund bin, aber wenn ich mit ebenfalls Kranken kommuniziere, reduziert man sich allzuoft auf die Krankheit und damit verbundene Einschränkungen! Die meisten aus meinem (FB-Gruppen-)Umfeld sind ungefähr meines Alters - und lamentieren... Menno, wir waren doch auch jung und (zumindest ein bisschen) verrückt, fröhlich... Wenn ich an meine Discozeiten denke, die praktisch ihren Höhepunkt fanden in "Saturday Night Fever", bevor ich 1980 mein erstes Kind bekam und für mich eine neue Ära begann... Mit einem kurzen Revival 1990/1991.
Eine Stunde später beim Review... Was ich sagen wollte: Eingedenk dessen, dass wir alle übermütige und fröhliche junge Leute waren (nie war die Welt besser als in den 70ern und 80ern), finde ich es sehr traurig, wie vielen die Lebensfreude abhanden gekommen ist. - Auch ich tanze nicht mehr herum, aber es gibt so vieles, worüber ich mich freue, was mir Spaß und das Leben lebenswert macht.
Die Hitparade mit Dieter Thomas Heck, Der Beat Club, Zitat Wikipedia:" Am 25. September 1965 wurde die erste Sendung live ausgestrahlt. Die Reaktion des älteren Publikums fürchtend, kündigte Wilhelm Wieben, der spätere Tagesschausprecher, die Livesendung mit tanzenden Jugendlichen und lauter Musik mit einer Vorwarnung für die Eltern an („Sie aber, meine Damen und Herren, die Sie Beat-Musik nicht mögen, bitten wir um Verständnis …)", Ilja Richter und mehr... Das alles mutet heute seltsam antiquarisch an... Das FERNSEHBALLETT!!! Keine Show ohne...
Bekannt ist ja, dass ich nicht gesund bin, aber wenn ich mit ebenfalls Kranken kommuniziere, reduziert man sich allzuoft auf die Krankheit und damit verbundene Einschränkungen! Die meisten aus meinem (FB-Gruppen-)Umfeld sind ungefähr meines Alters - und lamentieren... Menno, wir waren doch auch jung und (zumindest ein bisschen) verrückt, fröhlich... Wenn ich an meine Discozeiten denke, die praktisch ihren Höhepunkt fanden in "Saturday Night Fever", bevor ich 1980 mein erstes Kind bekam und für mich eine neue Ära begann... Mit einem kurzen Revival 1990/1991.
Eine Stunde später beim Review... Was ich sagen wollte: Eingedenk dessen, dass wir alle übermütige und fröhliche junge Leute waren (nie war die Welt besser als in den 70ern und 80ern), finde ich es sehr traurig, wie vielen die Lebensfreude abhanden gekommen ist. - Auch ich tanze nicht mehr herum, aber es gibt so vieles, worüber ich mich freue, was mir Spaß und das Leben lebenswert macht.
Donnerstag, 11. Juni 2020
Hachja
... wenn das Töchterlein auf eine halbe Stunde am Vormittag herkommt, weil es gerade in der Nähe war...
Was für ein Unterschied gegenüber der Zeit, die das "Kind" tausend bzw. fast zweitausend Kilometer entfernt gelebt hatte.
Nur mal so gedacht.
Was für ein Unterschied gegenüber der Zeit, die das "Kind" tausend bzw. fast zweitausend Kilometer entfernt gelebt hatte.
Nur mal so gedacht.
Italienische Filme
Vermutlich zufällig spülte mir Facebook die Seite mit einer Veranstaltung in die Timeline:
Das Italienische Kulturinstitut Berlin in Zusammenarbeit mit dem in Hamburg zeigt online Filme als Streaming. 140 Kinoplätze werden angeboten, es zählt die Reihenfolge der Registrierung.
Das Ganze ist eine Aktion im Rahmen des Corona-Kinoverbots. (Also wird diese Möglichkeit leider enden, sobald Kinos wieder geöffnet werden dürfen.)
Zweimal habe ich schon mitgemacht, die nächste Anmeldung für kommenden Montag läuft.
Leider erkennt mein Laptop meine Bluetooth-InEar-Kopfhörer nicht, so war ich zunächst angewiesen auf den integrierten Lautsprecher. Der leider nicht laut genug war, damit ich das Italienische einwandfrei hören (und eventuell verstehen) konnte. Viel zu sehr hatte ich mich auf die englischen Untertitel verlassen müssen.
Gestern aber war ich schlau 😉: Ich hatte ja irgendwo noch jahrealte aber nie benutzte (also praktisch neuwertige) Kopfhörer liegen... entstaubt und angeschlossen... Was soll ich sagen?!? Ich hatte Kino-Ton auf den Ohren! Damit habe ich sehr viel mehr verstehen können. Für eine, die sich jetzt in mühseliger Heimarbeit durch die Sprache arbeitet, ging es ziemlich gut.
(Ja, ich habe das aktive Lernen wieder aufgenommen, der Kopf möchte ja schließlich gelegentlich Input haben.)
Eigentlich sehr schade, dass diese Aktion irgendwann wieder eingestellt werden wird!
Das Italienische Kulturinstitut Berlin in Zusammenarbeit mit dem in Hamburg zeigt online Filme als Streaming. 140 Kinoplätze werden angeboten, es zählt die Reihenfolge der Registrierung.
Das Ganze ist eine Aktion im Rahmen des Corona-Kinoverbots. (Also wird diese Möglichkeit leider enden, sobald Kinos wieder geöffnet werden dürfen.)
Zweimal habe ich schon mitgemacht, die nächste Anmeldung für kommenden Montag läuft.
Leider erkennt mein Laptop meine Bluetooth-InEar-Kopfhörer nicht, so war ich zunächst angewiesen auf den integrierten Lautsprecher. Der leider nicht laut genug war, damit ich das Italienische einwandfrei hören (und eventuell verstehen) konnte. Viel zu sehr hatte ich mich auf die englischen Untertitel verlassen müssen.
Gestern aber war ich schlau 😉: Ich hatte ja irgendwo noch jahrealte aber nie benutzte (also praktisch neuwertige) Kopfhörer liegen... entstaubt und angeschlossen... Was soll ich sagen?!? Ich hatte Kino-Ton auf den Ohren! Damit habe ich sehr viel mehr verstehen können. Für eine, die sich jetzt in mühseliger Heimarbeit durch die Sprache arbeitet, ging es ziemlich gut.
(Ja, ich habe das aktive Lernen wieder aufgenommen, der Kopf möchte ja schließlich gelegentlich Input haben.)
Eigentlich sehr schade, dass diese Aktion irgendwann wieder eingestellt werden wird!
Sonntag, 7. Juni 2020
Vierundachtzig
Es waren wohl vor allem die Bilder aus Norditalien, Bilder überfüllter Krankenhäuser und von Militärtransporten mit Särgen, die uns die Gefahr von "Corona" vor Augen führten. Das war Europa, nicht das ferne China...
Am 14. und 15. März häuften sich on- und offline die Berichte, Bilder, Töne von Italienern, die - ganz frisch in häuslicher Quarantäne - auf ihren Balkonen sangen.
Am 16. März begann ich, auf Facebook jeden Tag ein italienisches Lied einzustellen, den Anfang hatte Angelo Branduardi gemacht. Ich bin immer noch dabei, im In- und Ausland darf man sich wieder fast unbegrenzt in der Öffentlichkeit bewegen, die Infektionszahlen sind gesunken (Hamburg hat sogar immer wieder einzelne Tage ohne Neuinfektionen gemeldet). Und von mir gibt es weiterhin jeden Nachmittag ein italienisches Lied.
84 Songs bis heute.
Am 14. und 15. März häuften sich on- und offline die Berichte, Bilder, Töne von Italienern, die - ganz frisch in häuslicher Quarantäne - auf ihren Balkonen sangen.
Am 16. März begann ich, auf Facebook jeden Tag ein italienisches Lied einzustellen, den Anfang hatte Angelo Branduardi gemacht. Ich bin immer noch dabei, im In- und Ausland darf man sich wieder fast unbegrenzt in der Öffentlichkeit bewegen, die Infektionszahlen sind gesunken (Hamburg hat sogar immer wieder einzelne Tage ohne Neuinfektionen gemeldet). Und von mir gibt es weiterhin jeden Nachmittag ein italienisches Lied.
84 Songs bis heute.
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