Donnerstag, 31. Dezember 2020

Jahresende

2020, wir haben fertig.

Danke der Nachfrage, ich hatte schöne Weihnachtsfeiertage. Etwas anders als sonst, vorsichtiger als nur vorschriftskonform und mit geteilter Familie an zwei Tagen. Ein Besuch im Pflegeheim war nicht möglich, aber ich habe ein Paket gesendet - so allmählich genieße ich den Luxus von bezahlten Dienstleistungen wie z.B. einem Taxi als Kurier - und in kürzeren Abständen angerufen.

Und als diese Woche zwischen den Feiertagen hätte so richtig gemütlich werden können, wurde ich erstmal krank. Es war Fieber und ein schier unendliches Schlafbedürfnis. Corona kann es nicht gewesen sein, denn ich hatte keinerlei Symptome irgendeiner Art. Nur Fieber eben, was ich gelegentlich mit einer IBU-Tablette gedeckelt habe (Als Alpha soll man kein Fieber haben.) Und geschlafen, geschlafen, geschlafen... Sehr mysteriös.

Inzwischen bin ich wieder okay, mein verrückter bunter Tannenbaum strahlt, und ich habe es gemütlich...

Gestern wurde meine Mutter im Pflegeheim mit dem neuen Impfstoff von BioNTec versorgt. Ich bin sehr erfreut, dass es dort so schnell gegangen ist. Ich werde mich wohl noch ein wenig gedulden müssen...

Nun also ein ruhiger Silvesterabend, wie er mir so richtig entgegen kommt.

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr, 2021 kann ja nur besser werden, bleibt einfach alle gesund!


Gelesen: Enna Andersen und das verschwundene Mädchen

Enna Andersen und das verschwundene Mädchen von Anna Johannsen (Krimi)
Taschenbuch, Edition M Amazon Media
ISBN 978-2-49670-153-1

Warum dieses Buch? Es lag gerade unter dem Tannenbaum.

Klappentext:

"Nach dem Unfalltod ihres Mannes und einer beruflichen Auszeit wird die alleinerziehende Hauptkommissarin Enna Andersen in eine Abteilung versetzt, die sich um alte ungelöste Fälle kümmern soll. Zunächst wenig begeistert von der Aufgabe, macht sie sich mit ihren beiden Mitstreitern, einem degradierten Oberkommissar und einer frisch gebackenen Kommissarin, an die Arbeit.

Vor zehn Jahren ist Marie Hansen bei einer Klassenfahrt auf der Ostfriesischen Insel Wangerooge spurlos verschwunden. Trotz intensiver neuer Ermittlungen landet das Team immer wieder in einer Sackgasse. Erst ein Telefonat mit der mittlerweile in Australien lebenden Schwester des Opfers bringt Bewegung in den Fall. Enna wird plötzlich das Gefühl nicht los, dass die Familie von Marie jahrelang etwas verschwiegen hat..."

Erfrischend. Ein ganz und gar deutscher Krimi, der sich hauptsächlich mit akribischer kriminalistischer Recherche befasst und durchaus spannende Momente mitbringt, ohne allzuviel Blut zu vergießen. Kein blutrünstiger Thriller sondern solide Ermittlungsarbeit eines Teams, das erst zusammenfinden muss.

Wir haben hier die Hauptkommissarin Enna Andersen, den degradierten Oberkommissar Jan Paulsen und die junge Kommissarin Pia Sims. Entgegen Ennas ursprünglicher Annahme, sind sie keine Gruppe von Loosern, jeder bringt seine speziellen Qualitäten ein, und am Ende scheinen sie Freunde geworden zu sein.

Natürlich wird der Fall furios gelöst und besteht letztendlich aus einer Reihe von unterschiedlichen Verfahren, es geht um mafiöse Umtriebe, Kindesentzug, Geldwäsche und Kinderpornografie, alles zu einem großen Knäuel verwickelt.

Die Geschichte liest sich ähnlich gut weg wie die Bücher von Linda Castillo, ist aber weniger brutal und blutig. Mir hat sie sehr gut gefallen. Und: Der Klappentext trägt die Überschrift "Der spannende erste Fall für die Ermittlerin Enna Andersen und ihr Team." Ich bleibe da mal dran.

Samstag, 26. Dezember 2020

Regalati tempo

 

Regalati tempo
per prenderti cura di te
per fare le cose che ami
per stare con le persone che ami.
Regalati tempo
per stare da sola ad ascoltare il silenzio
per godere della bellezza della natura
per perderti nei paesaggi della tua anima.
Regalati tempo per giocare,
tempo per amare,
tempo per sognare,
tempo per vivere.
E non dimenticare mai che
non c'è persona più ricca di chi ha tempo.
 
( Antonio Curnetta )

Gelesen: Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown

Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown (Roman) von Anne Helene Bubenzer
Hardcover, Thiele Verlag
ISBN 978-3-85179-028-3

Warum dieses Buch? Vor Jahren stolperte ich in der Büchergruppe über den Titel, und es dauerte länger, bis ich mich wieder daran erinnerte... Eine gute Wahl als Lesestoff für die Adventszeit.


Klappentext:
"Das ist mein Leben. Hier erfahren Sie alles von mir. Und dass ich ein Bär bin, stört Sie doch nicht - oder?"
 
"Henry N. Brown wird am 16. Juli 1921 geboren. Er erblickt das Licht der Welt, als ihm das zweite Auge angenäht wird. So beginnt ein Leben, wie es turbulenter nicht sein kann. Eine Odyssee durch Europa, durch das zwanzigste Jahrhundert, durch Krieg und Frieden, Angst und Hoffnung, Sehnsucht und Glück - gesehen durch die Augen und erlebt mit dem Herzen eines Teddybären.
 
Doch während all der Jahre hat niemand entdeckt, dass Henry einen kleinen Gegenstand in der Brust trägt, den er für sich immer nur "Die Liebe" nennt. Ein Geheimnis, das er sein ganzes Leben lang bewahrt und das nicht einmal er selbst kennt."
 
"Liebe ist eine Sprache, in der ohne Worte alles gesagt werden kann."
 
Viel mehr muss man über dieses Buch eigentlich nicht sagen. Es schildert ein Stück Zeitgeschichte durch die Augen eines Teddybären, der die Menschen beobachtet, alles fühlt, und den Geschehnissen ausgesetzt ist, ohne auf sie Einfluss nehmen zu können. Zahlreiche Kinder konnte er durch bloße Anwesenheit trösten - manches Mal auch Erwachsene. Die Geschichte ist traurig und fröhlich, zugleich sehr anrührend und nachdenklich machend. Frei von Kitsch außerdem. Sechzig Jahre Teddybärenleben eben. Klare Empfehlung für ein Buch der besonderen Art.

Samstag, 12. Dezember 2020

Shutdown oder Lockdown oder wie auch immer

Ich habe eben den letzten analogen Einkauf gemacht für dieses Jahr. Alles Weitere wird bei ReweOnline bestellt oder holt mir meine Tochter.

War aber total leer draußen, die Menschen fallen wohl gerade in Schockstarre.

Nun gibt es nur noch einmal Zahnarzt (Zahnärztin trägt FFP2 plus darüber OP-Maske) und Haare schneiden (Friseur hat einen coolen Trick für die Masken der Kunden zwecks Befestigung, damit die Maske nicht beim Schneiden stört.)

Bleibt alle möglichst fein zuhause und gesund! 💗

Samstag, 5. Dezember 2020

Advent, Corona, Bücher

Also alles Mögliche.

Ich habe die alljährlichen Adventsgrüße versäumt einzustellen, es tut mir nichtmal leid, denn so viele Leser habe ich nicht, dass es besonders auffallen würde...

All denjenigen, die noch Fragen zur hoffentlich tatsächlich bald beginnenden Impfkampagne gegen Covid19 haben, empfehle ich die große Fragenbeantwortungsrunde, deren Video bald zum Abruf stehen wird. https://www.zusammengegencorona.de/live/

Nachdem ich vorhin der zweistündigen Videorunde zugesehen und zugehört habe, ist mein Kopf noch ganz dumpf. Da dachte ich, es sei eine gute Idee, den Bücherstapel italienischer Literatur meiner Mutter "kurz durchzusehen" zwecks Entsorgung.
 
Pech gehabt! Ihr Niveau und Anspruch war während der gut dreißig Jahre, die sie Italienisch sprach und las, doch weit höher als angenommen. Einige Bücher sind in zwei Sprachen vorhanden (so habe ich selber für mich auch schon eingekauft). Damit muss ich mich ausgiebig befassen und nehme sie hiermit feierlich in meinen SuB auf. Das war ein überraschendes Erlebnis so zwischendurch.
 
 
Keine Adventsgrüße außer einem Nikolaus-Weihnachts-Neujahrswunsch: Bleibt gesund, passt auf Euch auf!
 

Sonntag, 1. November 2020

Happy November

Jahresende im Anmarsch und ein neuer Corona-Lockdown. Obwohl wir seit März innerfamiliär sehr vorsichtig waren, fahren wir auch unsere ohnehin in diesem Jahr wenigen Besuche wieder runter...

Das ist es, was mir am meisten zusetzt, ansonsten ändert sich mein Ruheständlerleben kaum. Ja, ich wäre gerne mehr unterwegs gewesen, hätte Museen und Ausstellungen, VHS-Kurse etc. besucht. Hätte Ausflüge gemacht, für die immer eine längere Bahnfahrt vorgeschaltet gewesen wäre. Möglicherweise hätte ich gerne eine kleine Urlaubsreise unternommen... Vielleicht hätte ich auch nichts davon gemacht, aber allein, dass mir die Möglichkeit genommen ist, setzt mir allmählich etwas zu.

Trotzdem gilt: Kopf hängen lassen ist keine Option. Glücklicherweise kann ich weder über mangelnde Sozialkontakte (aus der Ferne) noch über Langeweile klagen. Bleibt also alles auf hohem Niveau hier.

Folglich zuhause gemütlich machen und schauen, wie wir auf die Weihnachtszeit zusteuern werden...



Donnerstag, 29. Oktober 2020

Feiertage

Hätte mich die liebe P. nicht ganz beiläufig während unseres Telefongespräches darauf gebracht, wäre mir der Reformationstag völlig untendurch gelaufen. Nicht schlimm, weil ich morgen letzte Einkäufe fürs Wochenende machen wollte, aber manchmal fällt einem ja etwas noch später ein... und steht dann eventuell vor verschlossenen Türen... Gleichzeitig ist dann Halloween für alle Kinder, die verkleidet an fremden Türen klingeln möchten - in Corona-Zeiten nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich...

Am Sonntag dann Allerheiligen für die tendenziell eher katholisch dominierten Bundesländer... und dass darauf Allerseelen folgt, weiß ich, so lange ich denken kann...

Was für ein Durcheinander!

Ich wünsche Euch ein schönes Oktober-Ende, zwei Monate, die durchaus spannend bleiben, haben wir in 2020 noch... es kann nur besser werden! 😷

Mittwoch, 28. Oktober 2020

Über Corona und Risikogruppen

 Darum ist der alleinige Schutz von Risikogruppen so schwer.

Gefunden bei https://hmbl.blog/

Das ist für mich als Hochrisikopatient besonders interessant, auch unter Berücksichtigung meiner hochbetagten Mutter im Pflegeheim. Wer von uns braucht jetzt den besonderen Schutz bzw. wie schütze ich mich bei möglichem Besuch im Heim? Es bleibt kompliziert.

Dienstag, 20. Oktober 2020

Wenn ich nicht schlafen kann...

... mache ich das Übliche: Lesen.

Heute Nacht ein Text aus Santiago de Chile über die dortige Covid19-Quarantäne.

Aufschlussreich.

(Gefunden über Frau Kaltmamsell, danke.)

Montag, 12. Oktober 2020

Nachtgedanken

1978 oder Anfang 79, frisch verheiratet, Bewerbung um einen neuen Job. Ich hatte gerade die mündliche Zusage und sollte einen Personalbogen ausfüllen. Dort wurde verlangt: Name, Geburtsdatum und Beruf des Ehemannes. Ich war innerlich auf 180, habe gefragt "wozu?" Na, weil es da nunmal so vorgesehen ist...

Ganz gelassen und höflich habe ich den Bogen zerrissen, mich für das Angebot bedankt und mich verabschiedet.
 
Ich hatte vorerst meine Arbeit behalten und stattdessen mein erstes Kind auf den Weg gebracht.
 
(Erst Jahrzehnte später habe ich erfahren, dass bis irgendwann in 1977 die Erlaubnis des Ehemannes erforderlich war, wenn die Frau einer Berufstätigkeit nachgehen wollte. Krass!)

Sonntag, 11. Oktober 2020

Ruhe in Frieden

Deine Qual hat nun ein Ende, Sabine.

Gestern ganz kurz vor Mitternacht hast du diese Welt verlassen. Ich werde dich vermissen. R.I.P.

Ich bin nicht tot,
ich tausche nur die Räume,
ich leb' in Euch und geh'
durch Eure Träume.

(Michelangelo)

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Argh...! Hautausschlag

Ich hatte ja quasi mit mir selbst abgemacht, dass dieser blöde rote und juckende Hautausschlag in die Psycho-Schublade gehört, habe ihn mittels ignorieren bekämpft. Er kam/kommt ja in Schüben und völlig überraschend an allen möglichen Körperteilen.

Heute Nacht glaube ich gerade, dass er doch von meiner Infusion kommt, denn gestern hatte ich ihn nur wenig und heute war er eigentlich mal verschwunden. Bis vor zwei Stunden.

Ich hatte schon etwas geschlafen, hatte aber den Fernseher an gelassen, weil ich eigentlich Markus Lanz sehen wollte. Das klappt meistens ganz gut: Eine halbe Stunde Tiefschlaf, von ganz allein wieder aufwachen und zwei von drei Interviews mitbekommen. (Lohnte sich, der letzte Gast war Campino!)

Während ich so vor mich hinguckte, kam er angerollt, der böse Juckreiz. Alles Ignorieren half nicht, es piekste, brannte, juckte, ich konnte fühlen, wie er sich ausbreitete. Neun Stunden zuvor war meine Infusion durchgelaufen. Vermutlich doch eine Reaktion auf diese Charge. Sehr lustig, ich habe einen großen Vorrat dieses Medikaments liegen, der ungefähr bis Jahresende reicht...

Vor einer Stunde habe ich also eine Hammer-Tablette genommen, und so allmählich wird es besser. Ich glaube, ich kann bald wieder ins Bett gehen. Wäre irgendwie ganz nett.

Montag, 5. Oktober 2020

Oktober

Unweigerlich und unvermeidbar ist es jetzt Herbst. Die Dunkelheit wird mehr, und ich genieße es, morgens aufstehen zu dürfen, wenn andere bereits im Büro sitzen, dann ist es nämlich auf jeden Fall hell! Dafür kann ich ganz anarchiemäßig bis in die Nacht entweder die späten Talkshows ansehen, Binge-Watching betreiben oder mal einen Krimi vom Nachmittag in einem Rutsch lesen.

Wenn es am Nachmittag sonnig ist, bieten sich auch zwei Stunden auf der Terrasse an - wozu wurden Wolldecken erfunden? Wahlweise ein Spaziergang, je nach tagesaktueller gesundheitlicher Verfassung.


Mein jüngstes Kind hatte Geburtstag... daran merke ich spätestens, wie die Zeit geflogen ist. 💗

Letzte Woche mein Lungencheck fiel erwartungsgemäß stabil mittelschlecht aus, der nächste erfolgt - keine besonderen Vorkommnisse vorausgesetzt - erst Ende März. Mein Doc wünscht nach wie vor nicht, dass ich mich mit langen Bahnfahrten einer erhöhten Infektionsgefahr aussetze. Grippeschutzimpfung erledigt.

Heute habe ich dann nach wochenlangem Herumdenken auf dem Thema mit der Heimleitung des Pflegeheims meiner Mutter gesprochen in der Absicht, doch gelegentlich wenigstens zu Besuch zu kommen.

1. Dass die Nachverfolgungszettel korrekt ausgefüllt werden, wird sporadisch kontrolliert, da vertraut man den Besuchern der Bewohner.
 
2. Abstandsregeln - Nasen-Mund-Bedeckungen etc. wurde alles den Bewohnern erklärt, aber fast alle sind kognitiv nicht in der Lage, dieses umzusetzen. (Mir wurde nahegelegt, mit meiner Mutter mich nächstes Mal an einen der großen Tische im Festsaal zu setzen, da sei der Abstand gewährleistet und gut einzuhalten bei entsprechender Platzierung einander gegenüber. Essen und trinken gemeinsam bleiben verboten, aber eine Möglichkeit an der Seite, um ein Glas Wasser zu trinken, sei vorhanden.)
 
Mein Einwand, dass ich doch bei jedem Telefonat mit meiner Mutter über alles mit Corona-Bezug sprechen würde, wurde so nicht angenommen mit nochmaligem Hinweis auf die kognitiven Fähigkeiten. Meine Idee, dass meine Mutter doch im Kopf für ihre 93 Jahre noch ganz gut sei, wurde vorsichtig abgeschwächt. (Hmja, ich habe vor Wochen von der Bereichsleitung gehört, dass meine Mutter sich derzeit verändern würde...)
 
3. Mein Hinweis auf eine Pflegekraft, die in meinem Beisein ohne Maske meiner Mutter sehr (!) nahe gekommen war, wird verfolgt. Alle Mitarbeiter sind geschult worden, die Heimleitung redet sich den Mund fusselig...
 
Das Gespräch verlief wirklich sehr freundlich und ja auch tatsächlich in gemeinsamem Interesse.

Donnerstag, 10. September 2020

Gelesen: Vom Himmel zum Meer

Vom Himmel zum Meer von Lisa Marcks (Roman)
(Pseudonym für Kerstin Sgonina)
Goldmann Taschenbuch
ISBN 978-3-442-48829-2

Warum dieses Buch? Wieder von meiner Großen zur Zweitverwertung  bekommen.

Klappentext:
"Hamburg 1892. Die junge Waise Agnes tritt eine Stelle als Gesellschafterin der Pfarrerswitwe Tilly Bevenkamp an. Doch dann bricht die Cholera aus und die Frauen fliehen in Tillys altes Elternhaus an die Ostseeküste. Eines Tages entdeckt Agnes bei einem Spaziergang ein leer stehendes Herrenhaus mit einer herrlich ausgestatteten Küche. Einer, in der man anders als in der Kate die wunderbarsten Köstlichkeiten zaubern könnte... Sie hat jedoch die Rechnung ohne den Besitzer, den attraktiven Adligen Benjamin von Reiker, gemacht. Kategorisch verweigert er ihr den Zutritt zu dem Haus. Aber gelingt es ihm auch, ihr den Zutritt zu seinem Herzen zu verbieten?"
 
Der Klappentext verrät schon, was das Cover verspricht: Es ist ein romantischer Roman. Eher nicht mein Genre. 
 
Aber er beginnt in Hamburg vor mehr als hundert Jahren, das fasziniert mich, vor allem die Beschreibung der Gängeviertel, die es wohl zu meiner Kinderzeit teilweise noch gab (ich erinnere mich an einen Sonntagsspaziergang mit meinen Eltern), inzwischen jedoch verschwunden sind, bis auf einen Rest, der m.W. als Museum Bestand hat. Das Leben war sehr schwer, und in den Gängevierteln lebten arme Menschen. Bedingt durch die katastrophalen bzw. nicht vorhandenen sanitären Verhältnisse hatte sich die Cholera ausbreiten können.
 
Die Protagonistin kommt also aus dem Elsass nach Hamburg, um ihre erste Stelle anzutreten, und es dauert nicht lange, bis sie gemeinsam mit ihrer Arbeitgeberin elf Waisenkinder einsammelt und die Stadt fluchtartig in Richtung Ostsee verlässt. In ärmlichen Wohnverhältnissen und völlig mittellos krempelt Agnes die Ärmel hoch, fleißig und einfallsreich sorgt sie für die Kinder, Tilly und sich.
 
Es entwickelt sich eine nette Geschichte, die auch ohne eine beginnende und zunächst hoffnungslos scheinende Liebe gut gewesen wäre. Agnes entwickelt Mut und Tatkraft, die verschlossene und nahezu störrische Tilly taut auf, sie schließen zahlreiche Freundschaften und werden Unternehmerinnen.

Das Buch liest sich gut weg, vermutlich hätte es mir ohne die integrierte Liebesgeschichte tatsächlich noch besser gefallen. Nette Unterhaltung.

Unterwegs und im Pflegeheim

"Dank Corona" war ich seit Anfang März in keinem öffentlichen Verkehrsmittel mehr, deshalb auch nicht mehr zu Besuch im Pflegeheim. Immerhin "traue" ich mich seit einiger Zeit wieder in mein kleines Einkaufszentrum - immer brav mit Maske und Befolgung der Abstandsregeln.

Vor einer Woche war ich zum ersten Mal mit der S-Bahn unterwegs, ich hatte etwas zum Geburtstag meiner Mutter einzukaufen. Die Bahnfahrt kam mir nicht besonders unsicher vor. Die Bahn war maximal halbvoll, bis auf drei Ausnahmen am anderen Ende des Waggons trugen alle Fahrgäste den angesagten Mund-Nasen-Schutz, und die Sitzplätze waren mit reichlichem Abstand besetzt.

Ich war bei Karstadt, ja meine Filiale wird ganz offensichtlich nicht geschlossen, und ich bin sehr froh drum, es ist ganz einfach das Geschäft, in dem ich fast alles finde, zum Beispiel Kleidung für meine Mutter... Nun ist in Kaufhäusern eh keine gute Luft, nun also mit Maske. Sehr beschwerlich für mich. Dann das Lesen der Schilder in den Kleidungsstücken! Ohne Brille bin ich im Nahsichtbereich ja der reine Maulwurf. Mit Brille zusätzlich zur Maske dann aber blind. Die Brille beschlug schneller als ich sie aufsetzen konnte, und es dauerte einige Zeit, bis ich das Gewünschte dann schließlich zur Kasse tragen konnte. Auch hier hielten sich alle Kunden brav an die auf den Boden geklebten Abstandsmarkierungen.

Gestern dann der Besuch im Heim zum 93. Geburtstag. Zwecks Nachverfolgung möglicher Infektionsquellen war ein Formular auszufüllen. So weit, so gut. Aber außer zwei Besuchern eines anderen Bewohners und mir trug niemand eine Maske. Zunächst begaben wir uns in den Gartenbereich, denn im Freien kann man auf den MNS verzichten, aber - herrje! - hatte niemand den Bewohnern (meiner Mutter) erklärt, dass der Abstand unbedingt wichtig ist? Immer, wenn ich mit meinem Stuhl zurückrückte, zack!, kam Mama mit dem Rolli hinterher... Wollte meine Halskette anfassen. Ich: So dicht dürfen wir nicht, ich mache sie gerne ab, dann kannst du sie in die Hand nehmen. Sie: Kopfschütteln. Beleidigter Blick.

Zwecks Deponierens meiner Mitbringsel schob ich sie in ihr Zimmer... und wieder nach unten, da sie sich im großen Eingangsbereich von mir verabschieden wollte. Ihr Zimmer ist mit dem Lift zu erreichen. Knopf drücken für rauf, Knopf drücken für runter... Am Ausgang habe ich mir dann erstmal die Hände desinfiziert.

Also ist meine Beanstandung: Die Bewohner sollten doch im Kontakt mit Leuten von draußen (aka Besuchern) bitte einen Mund-Nasen-Schutz tragen! Warum ist das Pflegepersonal ohne Maske unterwegs? Sind die Bewohner nicht eingewiesen in die Abstandsregeln? Ich habe mich nicht sicher gefühlt und werde weiterhin nur sehr sporadisch hinfahren.

Meine Mutter: Nachdem unsere regelmäßigen Telefonate immer sehr freundlich verlaufen sind, war ich sehr überrascht, sie so schlecht gelaunt vorzufinden. Kein "Danke für deinen Besuch" oder "Danke für die schönen Sachen" - stattdessen plötzlich die Frage nach "den eleganten Hosen auf Bügeln aus ihrer Wohnung" - wo sind die eigentlich? (Seit mehr als fünf Jahren nicht getragen, inzwischen nicht mehr passend und bei der Räumung natürlich mit entsorgt.)

Donnerstag, 3. September 2020

Gelesen: Quälender Hass

Quälender Hass von Linda Castillo (Thriller)
Amerikanisches Original "Shamed"
Fischer Taschenbuch
ISBN 978-3-596-70449-1
Band elf der Serie

Warum dieses Buch? Kate Burkholder, mehr muss ich dazu eigentlich nicht mehr sagen...

Klappentext:
"Rache, Hass und ein gottesfürchtiges Leben
Eine verlassene Farm, eine brutal ermordete, ältere amische Frau, ein entführtes siebenjähriges Kind. Als Kate Burkholder von den Vorkommnissen erfährt, ist sie genauso schockiert wie die gesamte Gemeinde von Painters Mill. Sie setzt alle Hebel in Bewegung, um das Kind zu finden. Zunächst gibt ihr die ultrakonservative Familie noch bereitwillig Auskunft, doch Kate merkt, dass sie ihr etwas verschweigt. Was ist so brisant, dass die Wahrheit nicht ausgesprochen werden darf? Und warum wurden Großmutter und Enkelin zur Zielscheibe?"

Dieses Mal geht es um eine Suche unter Zeitdruck, das entführte Kind muss schnellstens gefunden werden, und um eine amische Familientragödie, so mitreißend geschrieben wie üblich, aber doch ein wenig anders als die vorherigen Fälle. Auch dieses ist eine Empfehlung.

 
Und nun muss ich wohl bis zum Sommer auf das Erscheinen des nächsten Buches dieser Serie warten...

Dienstag, 1. September 2020

Gelesen: OXEN - Gefrorene Flammen

OXEN - Gefrorene Flammen von Jens Henrik Jensen (Thriller)
Aus dem Dänischen "De frosne flammer"
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-26180-7
Band 3/3

Warum dieses Buch? Es ist der Folgeband.

Klappentext:
«Von heute an diente jeder Tag der Mission seiner Befreiung, damit er nicht für immer von seinem Sohn getrennt sein würde. Es gab nur einen Weg ins Labyrinth der dunklen Männer. Ein Weg, der mit einer Menschenjagd in England begann...»
"Um seinen Verfolgern zu entkommen, flieht Niels Oxen auf die schwedischen Schären. Eine Ärztin nimmt ihn auf und pflegt ihn gesund. Sie bietet dem ehemaligen Elitesoldaten sogar die Möglichkeit, weit oben im Norden, abgeschieden von jeglicher Zivilisation, Arbeit und ein neues Zuhause zu finden. Doch die Gedanken an seinen Sohn Magnus und daran, dass der Danehof weiter seine üblen Machenschaften spinnt, lassen Oxen nicht los. Und so begibt er sich auf einen gnadenlosen Rachefeldzug gegen die Killer des Geheimbundes und dringt bis in dessen innerstes Machtzentrum vor. Oxens ehemalige Mitstreiter sind zunächst nicht von großer Hilfe. Die einst toughe Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck hält sich mit Aushilfsjobs über Wasser, und der Ex-Geheimdienstchef Axel Mossmann scheint sich mehr für seinen Hund als für den Kampf gegen den Danehof zu interessieren. Oxen ist aber dringend auf ihre Hilfe angewiesen. Denn er will sein altes Leben wiederhaben. Um jeden Preis."

Okay... ich hätte diesen ausführlichen Klappentext wohl mit etwas anderen Schwerpunkten geschrieben, insgesamt schildert er die Rahmenbedingungen aber ganz gut. Da bleibt nicht viel hinzuzufügen.

Niels findet den Mörder des Fischzüchters und bekommt von ihm Informationen und einen USB-Stick. Dass dieser Mensch durch einen Treppensturz zu Tode kommt, ist eher ein Kollateralschaden. Er nimmt Kontakt zu alten Freunden auf, die ihm weiterhelfen. Margrethe Franck ist schwieriger zu finden, schließlich besuchen sie Axel Mossmann, der sich mit seinem (zwangsweisen) Rentnerleben abgefunden zu haben scheint. Später komplettiert sein Neffe die Gruppe. Sie betreiben Recherche, nicht nur am Computer. Abenteuerliche Aktionen mit GPS-Empfängern und Abhörgeräten, Handy-Videos bilden meist die Grundlage für ihre "konspirativen Treffen."

Letztendlich gelingt es ihnen gemeinsam, die Verschwörung, die Intrigen und Machenschaften des "Danehof," zahlreicher Politiker und Industriegrößen aufzuklären...

Auch dieser dritte und letzte Band der Trilogie ist temporeich und intelligent gemacht. Der Leser wird mitgerissen und fiebert der Auflösung entgegen.

Außerordentlich gern gelesen.
 

Samstag, 29. August 2020

Gelesen: OXEN - Der dunkle Mann

 OXEN - Der dunkle Mann von Jens Henrik Jensen (Thriller)
Aus dem Dänischen "De mørke mænd"
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-26179-1
Band 2/3

Warum dieses Buch? Keine Frage, es ist der Folgeband.

Klappentext:
«Es würde keine schnelle Lösung geben. Seine einzige Chance auf einen Freispruch lag darin, die Schuld der dunklen Männer zu beweisen. Irgendwo auf dem Weg zum Zentrum der Macht lag der Schlüssel zu seiner Freiheit.»
"Niels Oxen lebt und arbeitet unter falschem Namen auf einer abgelegenen Fischzucht in Jütland. Der alte Fischer lässt den ehemaligen Elitesoldaten in einem heruntergekommenen Häuschen wohnen. Noch immer wird Oxen von seinen Albträumen gequält. Eines Tages wird Museumsdirektor Malte Bulbjerg auf Nyborg Slot ermordet. Ihm hatte Oxen zuvor geheimes Material über den Danehof zukommen lassen. Margrethe Franck gelingt es schließlich, den Untergetauchten aufzuspüren. Allerdings kann sie ihn nicht davon überzeugen, sich mit Axel Mossman zu treffen. Nach wie vor ist Oxen nicht klar, welche Rolle der Geheimdienst im Zusammenhang mit dem Danehof spielt. Doch dann tauchen die dunklen Männer des Danehof in Oxens Versteck auf, und ihm bleibt keine andere Wahl, als Mossmans Kooperationsangebot anzunehmen."

Wie schon im ersten Band beginnt die Geschichte mit einzelnen Sequenzen, die eine Zuordnung schwer machen, damit Rätsel aufgeben und die Spannung aufbauen.

Durch einen Zufall rettet Oxen einem alten Fischzüchter in der Neujahrsnacht das Leben und arbeitet unter falschem Namen für ihn, während Margrethe Franck das ganze Land nach ihm absucht, da der Geheimdienst dringend mit ihm sprechen oder arbeiten möchte.

Im Verlauf der Handlung taucht der Neffe von Mossman auf und arbeitet mit Oxen und Margrethe zusammen. Immer wieder versuchen dunkle Mächte, vermutlich der Danehof, Oxen zu finden, immer wieder schafft er es, zu entkommen.
 
 
Auch dieses ist wieder eine intelligente und mitreißende Geschichte, die ich erst mitten in der Nacht kurzzeitig aus der Hand legen mochte. Sie gibt dem Leser immer wieder Rätsel auf, und nur mit Konzentration lässt sich der Handlung folgen. Ich bin begeistert und beginne sofort mit dem dritten und letzten Band der Trilogie.

Dienstag, 25. August 2020

Gelesen: OXEN - Das erste Opfer

OXEN - Das erste Opfer von Jens Henrik Jensen (Thriller)
Aus dem Dänischen "De hængte hunde"
dtv Taschenbuch
ISBN 978-3-423-21765-1
Band 1/3

Warum dieses Buch? Irgendwo im Internet bin ich auf die Autorenseite gestoßen und wurde neugierig. Eine Geschichte mit Bezug zu Jylland machte mich neugerig. Weihnachten lagen dann alle drei Bände unter dem Tannenbaum.

Klappentext:
"Niels Oxen, ein hochdekorierter, aber schwer traumatisierter Elitesoldat, zieht sich in einen Wald auf dem dänischen Festland zurück. In der Einsamkeit Jütlands hofft er, seinen inneren Dämonen zu entkommen. Das Gegenteil passiert, als er nach einem nächtlichen Besuch des nahegelegenen Schlosses Nørlund zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall wird: Hans-Otto Corfitzen, ehemaliger Botschafter und Gründer eines einflussreichen Thinktanks, wurde auf dem Schloss zu Tode gefoltert. Oxen fängt an, selbst in der Sache zu ermitteln, gemeinsam mit der klugen, unangepassten Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck. Die beiden teilen ein ähnliches Schicksal und fassen nach und nach Vertrauen zueinander... Ein Kampf David gegen Goliath beginnt, denn bei ihren Ermittlungen bekommen es Oxen und Franck mit dem übermächtigen "Danehof" zu tun, einem Geheimbund, zu dem Corfitzen Verbindungen hatte und der sich als Brutstätte dunkler Machenschaften entpuppt."

Der Klappentext verrät schon sehr viel.

Die Persönlichkeit von Oxen ist kompliziert, zu Beginn weiß man eigentlich nicht, ob man ihn den "Guten" oder den "Bösen" zuordnen soll, aber spätestens als man ihn, unschuldig und nur durch seine Neugier ins Fadenkreuz geraten, als Täter festnageln will, ergreift die Leserin Partei für ihn.
Etwas komplizierter verhält es sich mit Margrethe Franck, die letztlich mit Oxen zusammenarbeitet, aber immer auch wenig durchschaubar bleibt.

Kriminelle Machenschaften, die sich durch den gesamten Polizei- und Geheimdienstapparat bis hin zum Justizminister ziehen, werden professionell vertuscht, letztlich deutet alles auf den Geheimbund hin...

Eine intelligente, spannende Geschichte mit komplizierten Wendungen und Verwicklungen, die ich nur aus der Hand legen mochte, weil ich gelegentlich auch etwas Schlaf brauchte.

Sonntag, 23. August 2020

Abgebrochen: Hoffnungsschatten

Hope & Despair: Hoffnungsschatten von Carina Mueller (Fantasy)
impress/Carlsen Verlag
ISBN 978-3-551-30060-7
Band 1/3

Warum dieses Buch? Ich bin einer Empfehlung aus der Büchergruppe gefolgt. Das ist schon ein paar Jahre her. (Ich arbeite sozusagen meinen SuB ab.)

Klappentext:
"Wahre Gegensätze finden immer zueinander.

Sie sind buchstäblich ein Geschenk des Himmels: Zum Dank für die heimliche Rettung eines schiffbrüchigen Ufos bekam die amerikanische Regierung einst zwölf übermenschliche Babys geschenkt. Sechs Mädchen und sechs Jungen - jeweils für die guten und die schlechten Gefühle der Menschen stehend. Dies ist genau siebzehn Jahre her und die Babys sind nicht nur groß geworden, sondern wurden auch voneinander getrennt. Während Hope und die anderen fünf Mädchen sich als Probas dem Guten im Menschen verpflichten, verhelfen die männlichen Improbas dem kriminellen Untergrund zu Geld und Macht. Bis zu dem Tag, an dem die Improbas ihre Gegenspielerinnen aufspüren und nur Hope entkommen kann. Mit ihrem Gegenpart Despair dicht auf den Fersen..."

Das ewige Spiel von gut/böse liest sich flott weg, die Story ist simpel, Spannung wird aufgebaut.

Trotzdem breche ich ab. Mich stört massiv die Verwendung von Alltags- bis hin zur Vulgärsprache, außerdem die Schilderung von Grausamkeiten und Folter. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

Die Trilogie umfasst folgende Bände:
1. Hoffnungsschatten
2. Hoffnungsnacht
3. Hoffnungsstunde

Ich werde sie komplett weggeben.

Samstag, 22. August 2020

Gelesen: Ewige Schuld

Ewige Schuld von Linda Castillo (Thriller)
Amerikanisches Original "Down a Dark Road"
Fischer Taschenbuch
ISBN 978-3-596-29802-0
Band neun der Serie

Warum dieses Buch? Eine Kate Burkholder-Geschichte geht immer. In diesem speziellen Fall war mir aufgefallen, dass ich letztens Band zehn gelesen (und diesen übersehen) hatte.

Klappentext:
«Sie sagen, ich sei vom rechten Weg abgekommen. Sie glauben, dass jetzt nur noch Gott mir helfen kann.»
"Seit zwei Jahren sitzt Joseph King wegen des Mordes an seiner Frau Naomi hinter Gittern. Er gilt als ein "gefallener" Amischer, einer, der ständig mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Doch diese Tat hat er immer vehement bestritten. Jetzt ist er ausgebrochen, hat seine fünf Kinder als Geiseln genommen. Als Kate Burkholder die Kinder auf eigene Faust befreien will, wird sie von King überwältigt. Seine Forderung lautet: Du kannst gehen, aber finde den Mörder meiner Frau!"
 
Als Kate in der Gewalt von Joseph, der einst ihr Kinderfreund war, ist, seine Kinder sind bei ihm, kommt ein großes Krisenteam und Einsatzkommando zu Hilfe. Nachdem Kate frei ist und zu ermitteln beginnt, eskaliert vor Ort die Situation, in deren Folge Joseph erschossen wird. Damit ist die Geschichte nicht zu Ende, denn mittlerweile stößt Kate auf diverse Ungereimtheiten bei Deputies, Sheriffs bis hin zur Staatsanwaltschaft. Als sie im Begriff ist, einen Skandal aufzudecken, gerät sie - wie in jeder dieser Stories - in Lebensgefahr.
 
Eine Geschichte mit Rückblenden in Kates Kindheit in ihrer amischen Familie mit viel Gefühl.

Wie immer fast in einem Rutsch gelesen (einmal angefangen, kann ich diese Bücher einfach nicht aus der Hand legen.)

Donnerstag, 20. August 2020

Urticaria

Urticaria ist ein roter, manchmal geschwollener, gelegentlich auch blasiger fürchterlich stark juckender Hautausschlag. Gelegentlich allergisch bedingt, aber nicht immer.

Vor Monaten hatte ich so eine Hauterscheinung als unerwünschte (Neben-)Wirkung meiner Infusion, die bereits auf dem Beipackzettel aufgeführt ist, zusätzlich noch von mir gemeldet wurde, weil für den Hersteller des Medikaments ja auch die Häufigkeit des Auftretens interessant ist.

Während der letzten Tage hatte ich gelegentlich rote juckende Flecken. Zunächst vermutete ich Insektenstiche, fand aber kein passendes Tierchen in meiner Wohnung. Mit ein bisschen Ablenkung, Konzentration auf andere Sachen, verschwanden die Flecken meist auch nach ein bis zwei Stunden wieder.

Aber gestern! Und vorgestern!
Beide Unterarme, ausgehend von den Innenseiten, waren eine einzige rote quälende Fläche. Dazu noch einzelne Partien an anderen Körperstellen. Da half weder Ablenkung noch die in meiner Verzweiflung zweite "Allergietablette" des Tages. Eine nehme ich ja ohnehin wegen meiner Pollenallergie. Der Abend ließ sich überhaupt nur mittels diverser CoolPacks überstehen, die ich ständig gegen frisch gekühlte durchtauschte. Also in dem Sinne, dass der Kältereiz stärker sein mochte als der Juckreiz.

Heute Vormittag nochmal nachgedacht und recherchiert. Rotwein kann so etwas auslösen. Ich hatte Rosé, zwei Abende lang. Üblicherweise vertrage ich einen leichten Roséwein sehr gut. Vielleicht spielte da meine Infusion vom Dienstag noch eine Rolle? (Ich bekomme seit einigen Wochen Flaschen aus der gleichen Charge, das Medikament kann also nicht die alleinige Ursache sein.)

Also erstmal kein Rosé. Und beobachten. (Man gönnt sich ja sonst nichts.)

Samstag, 15. August 2020

Schreck am Abend und Entwarnung

Gestern Abend ein Anruf, meine Mutter sei ins Krankenhaus gekommen, Verdacht auf Lungenentzündung. Heute Vormittag, bevor ich im KH anrufen wollte, dann die Entwarnung, sie sei seit ein Uhr in der Nacht zurück. Alles in Ordnung.

Folge: Eine praktisch schlaflose Nacht, in der ich gedanklich immer habe meine Mutter sterben sehen. Mit knapp 93 Jahren nicht so abwegig.

Beim Telefonat heute war sie ausgesprochen guter Dinge und sehr gut sortiert. Aber sie hatte überhaujpt nicht verstanden, warum sie gestern mit Alarm ins KH gekommen war... Besser so, als wenn das Heim etwas übersehen hätte. So bin ich sicher, dass man einen aufmerksamen Blick auf die Bewohner hat.

Das Nuf

Neuer Bloglisten-Eintrag. Eigentlich gar nicht neu, überall und nirgends schon mal drüber gestolpert, aber nun habe ich mich festgelesen und den Link verankert, damit er mir nicht wieder entwischt. Viele gute und sehr kritische Gedanken, auch das Lesen der Kommentarposts empfehle ich sehr! Das Nuf Advanced

Donnerstag, 13. August 2020

Ausgelaugt

 Warum? - Darum:

"Bei sehr hoher Temperatur ist die Atemluft sauerstoffarm. Ein m3 Warmluft enthält weniger Moleküle als ein m3 Kaltluft; auch weniger Sauerstoffmoleküle. Es sind deshalb bei Hitze mehr Atemzüge notwendig, um die selbe Sauerstoffmenge einzuatmen. Durch die geringe Bewegung der Luft (Wind) ist sie zunehmend mit Staub und Allergenen belastet. Bleibt die Wetterlage über mehrere Tage stabil kann die Ozonbelastung Ihre Atemwege reizen.Sie müssen heute mit verstärkten Beschwerden rechnen." (Quelle: www.menschenswetter.de)

So allmählich reichts mir mit der Wärme: schlechte Atmung, Pollenallergie trotz Medikament so schlimm wie sonst Anfang Juni, dadurch brennende Augen, deshalb Buch lesen nicht möglich... Mimimimimi...

Samstag, 8. August 2020

Dreiunddreißig Grad

Sommer. Für etwa eine Woche, dann wird es das möglicherweise gewesen sein.

Also nutze ich meine Terrasse mit dem Kopf im Schatten und den Füßen in einer Wasserschüssel. Immer dabei: Etwas zu trinken. Auch wenn es auf dem Foto aussieht wie Aperol, nein, das ist Rote-Beeren-Tee mit geeister Zitrone. Löscht prima den Durst, ist gut für den Wasserhaushalt und hält den Puls unten.

Immer noch umtreibt mich die Sorge, wie es wohl mit S. weitergehen wird. Immer noch an der Beatmungsmaschine, jetzt noch eine Komplikation obendrauf.

Passt alle gut auf Euch auf!

Donnerstag, 6. August 2020

Gelesen: Mit der Flut

Mit der Flut von Agnes Krup (Roman)
PiperTaschenbuch
ISBN 978-3-492-31409-1

Warum dieses Buch? Zusammen mit anderen Büchern hat es hier Einzug gehalten, nachdem meine Tochter sie gekauft und gelesen hatte. Sozusagen Zweitverwertung bei mir.

Klappentext:
"Paul ist fast noch ein Junge, als er alles hinter sich lässt und zu einem neuen Leben nach New York aufbricht. Dort findet er, was ihm bei seiner Familie in Finkenwerder unmöglich war: eine gute Schulbildung, eine vielversprechende Anstellung und alle Chancen, etwas aus sich zu machen. Als er Antonina begegnet, scheint sein Leben perfekt. Aber Paul hat einen Traum: Er möchte Arzt werden, und nur in Deutschland kann er sich seinen Wunsch erfüllen. Ein zweites Mal wagt er einen Neuanfang - und kommt im Jahr 1937 in ein Land, das er kaum wiedererkennt. Je länger er dort bleibt, desto unüberwindlicher werden die Grenzen zwischen seinem neuen und seinem alten Leben. Doch Antonina ist entschlossen und nicht bereit, Paul aufzugeben...
Inspiriert vom bewegten Leben ihres Großonkels, erzählt Agnes Krup eine so dramatische wie faszinierende deutsche Familiengeschichte - und von einer scheinbar aussichtslosen Liebe, die keine Hindernisse akzezptieren will."

Eine Geschichte, die einen Bogen spannt von 1920 bis 1969. Die italienischstämmige Amerikanerin Antonina mit ihrer Familie in New York, bereit, Paul zu heiraten und, es gibt kaum einen größeren Kontrast, Pauls bäuerliche Familie in Finkenwerder sorgen für jede Menge Konflikte in einer schweren Zeit.

Für Hamburger wie mich ist der Genuss des Romans ein Stück Heimatgeschichte: Die Elbinsel Finkenwerder ist heute ein Stadtteil Hamburgs, viele Orte und Begriffe sind mir vertraut. Ebenso die vielfach eingestreute wörtliche Rede der Obstbauern auf Finkenwerder, Pauls Familie, sie sprechen durchgängig Plattdeutsch.

Paul kommt quasi-verlobt allein aus New York zurück, lebt wieder im Haus seiner Eltern in seinem Jungenzimmer und trifft viele alte Freunde und Bekannte wieder. Auch seine Kinderfreundin. Schnell fügt er sich wieder in das eher ärmlich anmutende Leben ein und nimmt seine Studien auf. Antonina schreibt regelmäßig lange Briefe und schickt Pakete, oft hat Paul keine Lust, ihr zu antworten. Inzwischen ist Krieg, und kurz vor seiner letzten Prüfung wird Paul eingezogen, zunächst nach Russland, wo er verwundet wird und deshalb Heimaturlaub bekommt. Er hat eine Nachricht eines gefallenen Freundes zu überbringen und verliebt sich in dessen Frau, die zwei kleine Kinder hat.

So nehmen das Leben und die Verwicklungen ihren Lauf, die amerikanische Freundin schreibt Briefe und schickt Pakete mit Kaffee, Zucker, Mehl, warmen Strümpfen und vielen Dingen mehr, die der großen Familie - Pauls Bruder ist verheiratet und hat Kinder, aber irgendwie gehört die halbe Nachbarschaft versippt und verschwägert dazu - durch Nachkriegszeit und harte Winter hilft.

Paul ist schreib- und mundfaul, aber das, was man einst "einen Weiberheld" nannte.

Irgendwann gelingt es Antonina, mit viel Mühe und guten Beziehungen, ein Visum zu bekommen. Sie besucht "ihren Paul" auf Finkenwerder, bleibt jedoch in seiner Familie eine Außenseiterin. Trotzdem heiraten sie irgendwann heimlich. Nach einigen Monaten reist sie zurück nach Amerika und sucht eine Wohnung für beide. Paul hat auf Finkenwerder mittlerweile eine Arztpraxis und ist mit dem Nachkommen sehr zögerlich.

An dieser Stelle höre ich auf zu spoilern.
Ich habe diesen Roman sehr gern gelesen, weil er mir die Geschichte meines Vaters (nein, kein Obstbauer auf Finkenwerder!) näher gebracht und ich viele seiner plattdeutschen Ausdrücke gelesen habe. Gleichfalls haben mich die Schilderungen des ärmlichen Lebens nach dem Krieg und in den Wintern 1944/1945 (von denen meine Mutter manchmal erzählt hat) sehr berührt.
Die ständige Entschlusslosigkeit von Paul war anstrengend zu lesen, aber auch verständlich.
Das sich ankündigende Ende in der nächsten Generation stimmt versöhnlich.
Das Buch ist gut geschrieben, mir hat es beim Lesen Freude gemacht. Ob es Lesern ohne norddeutschen Hintergrund oder jüngeren Lesern gefallen kann, mag ich nicht beurteilen.

Prolastin

Insider wissen, dass die Heiminfusion nach abgeschlossenem Gerichtsverfahren im Mai nun offiziell erlaubt ist.

In meiner soeben erhaltenen neuen Sendung lag obenauf ein großes Faltblatt mit einer entsprechend überarbeiteten Gebrauchsinformation. Außerdem fällt mir auf, dass der Text "pharmakodynamische Eigenschaften" zur Wirkweise ausführlicher geworden zu sein scheint. Da können sich weniger gut informierte Patienten weitere Aufklärung zu dieser Krankheit verschaffen.

Sonntag, 2. August 2020

Gelesen: Schöne neue Welt

Schöne neue Welt von Aldous Huxley (Ein Roman der Zukunft)
Englische Originalausgabe von 1932 unter dem Titel "Brave New World"
Fischer Taschenbuch
ISBN 978-3-596-90573-7
Neu übersetzt von Uda Strätling mit einem ausführlichen Nachwort von Tobias Döring und Daten zu Leben und Werk

Warum dieses Buch? Man sollte es gelesen haben. Ich folgte einem Impuls aus der Büchergruppe.

Klappentext:
" Schließlich ist es, wo immer die Massen politische Macht errangen, stets eher um Glück als um Wahrheit und Schönheit gegangen."

"1932 erschien einer der wichtigsten utopischen Romane des 20. Jahrhunderts: ein heimtückisch verführerischer Aufriss unserer Zukunft, in der das Glück verabreicht wird in Form einer Tablette. Sex und Konsum fegen alle Bedenken hinweg, und Fertilisationsstationen haben das Fortpflanzungsproblem gelöst. Es ist die beste aller Welten - bis einer von außen dahinter blickt und einen Abgrund aus Arroganz und Verzweiflung entdeckt.

Endlich erscheint die längst fällige Neuübersetzung. Uda Strätling legt den spöttischen Witz und die visionäre Kraft der Sprache Huxleys frei: Das prophetische Buch, dessen Aktualität jeden Tag aufs Neue bewiesen wird, erhält eine sprachlich zeitgemäße Gestalt."

City-Brüter und Konditionierungscenter London: Der Roman beginnt mit einer Werksführung durch die Fertilisationsanstalt. Man erfährt in aller Ausführlichkeit, wie Menschen produziert, vermehrt und, entsprechend ihrer späteren Verwendung, bereits im Embryonenstadium in ihrer Entwicklung beeinflusst werden. Es entstehen riesige Mengen ("Produktionsreihen") von Mehrlingen für einfache Arbeiten (Gammas, Deltas, Epsilons). Nur Alphas und Betas, teilweise noch unterschieden mit "plus" und "minus", sind Einzelprodukte.

Eltern gibt es nicht, die Kinder werden im Center aufgezogen und konditioniert, u.a. mit automatisierten Einflüsterungen im Schlaf. Konsum und Promiskuität sind erwünscht und werden gefördert. Wer sich als Erwachsener nicht fügt, eventuell auch noch die übliche Glücksdroge ("Soma") verweigert, fällt unangenehm auf und macht sich verdächtig. Eigene Gedanken, vor allem kritische, werden zum ernstzunehmenden Problem.

(Interessant sind die technischen Gerätschaften, von denen tatsächlich einige heute existieren, z.B. der "Televisor", nur auf unsere Digitaltechnik ist der Autor nicht gekommen, es wird also eifrig mit Stiften auf Notizblöcke geschrieben.)

Mit kritischen Gedanken plagt sich der erste Protagonist Bernard Marx herum, trifft teilweise auf Verständnis bei einem Freund. Schließlich beantragt er Urlaub gemeinsam mit einer Gefährtin in einem mittelamerikanischen Reservat, wo er auf die einst verschollene Freundin des "Direktors" und ihren erwachsenen Sohn trifft.

Zwei Kulturen treffen endgültig aufeinander, als Marx die beiden mit nach Hause nimmt. Die inzwischen deutlich gealterte Freundin (und äußerliches Alter gibt es in der Weltengemeinschaft üblicherweise nicht!) flüchtet sich in einen anhaltenden Drogenrausch. Ihr Sohn John aber, dessen Bildung im Reservat in einem Band von Shakespeares gesammelten Werken bestand, nachdem seine Mutter ihm das Lesen beigebracht hatte, hinterfragt alles. Er ist der eigentliche Protagonist, der alles in Frage stellt, was das Leben dort ausmacht.

Schließlich hat er eine Unterhaltung mit dem ranghöchsten Regierungsmitglied, in deren Verlauf ihm deutlich gemacht wird, aus welchen Gründen die Weltordnung so sein muss, wie sie ist, warum eigenständiges Denken nicht erwünscht ist, wohin die systemkritischen Denker ausgewiesen werden können (gerne auf eine abgelegene Insel) und warum.

Nach dem Tod seiner Mutter bezieht John einen verlassenen Turm und baut sich ein beinahe autarkes einsames Leben auf, jedoch lassen die Medien ihn nicht in Ruhe, verfolgen ihn bis in seinen schlussendlichen Selbstmord.

Fazit: zunächst natürlich eine Utopie, die zum "culture clash" und letztlich philosophisch wird. Über jeden einzelnen Aspekt, jeden Abschnitt, lässt sich lange nachdenken. Empfehlenswert!


P.S. : Den Anhang zu lesen mit dem Vorwort des Autors, der Begriffserklärungen und dem Nachwort, ist eine lohnenswerte Aufgabe!

Samstag, 1. August 2020

Gelesen: Brennendes Grab

Brennendes Grab von Linda Castillo (Thriller)
Amerikanisches Original "A Gathering of Secrets"
Fischer Taschenbuch
ISBN 978-3-596-70426-2
Band zehn der Serie

Warum dieses Buch? Immer wieder gern ein Krimi um Kate Burkholder. Als Buch zwischendurch, gegen Grübelei, schlaflose Nächte oder für einen Tag auf der Terrasse ohne Verpflichtungen.

Klappentext:
"Eine brennende Scheune wird zur tödlichen Falle
Der 18jährige Sohn der Familie Gingerich verbrennt bei lebendigem Leib in der Scheune. Daniel galt als tüchtig, freundlich und zuverlässig. Doch die Ermittlungen bringen auch seine dunkle Seite ans Licht. Eine Seite, von der die amische Gemeinde nichts wissen will, aber hinter vorgehaltener Hand wird getuschelt.
Als Kate Burkholder den Dingen auf den Grund geht, finden sich plötzlich viele Verdächtige. Jemand muss Daniel Gingerich grenzenlos gehasst haben. So sehr, dass er ihn in die Scheune lockte."

Wie immer bei diesen Geschichten beginnt das Buch mit einem Prolog, der einer Person eine zentrale Rolle gibt, deren Wichtigkeit erst im Verlaufe der Ermittlungen zu Tage tritt. Eine kurze, aber wichtige Episode, die die Leserin zunächst etwas verstört.

Ein allseits beliebter junger Mann wird in eine Falle gelockt, aus der es kein Entkommen gibt. Kate Burkholder ermittelt mit ihrem Team, dem staatlichen Brandermittler und ihrem Freund Tomassetti, außerdem dem Leichenbeschauer, wir würden sagen dem Gerichtsmediziner.

Es entwickelt sich eine verstörende Geschichte über Missbrauch, Scham und Schweigen, und Kate sieht sich einmal mehr mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Linda Castillo folgt ihren üblichen Muster eines spannenden Plots, in dem auch hier Kate in mehr als eine lebensbedrohliche Situation gerät und der Täter sich als jemand entpuppt, mit dem vorher nicht (oder kaum) zu rechnen war. Trotzdem halte ich diesen Band für den bisher besten, die Geschichte liest sich noch flüssiger, die psychologischen Abgründe werden noch einfühlsamer geschildert als gewohnt.

Ich habe dieses Buch an einem einzigen Tag durchgelesen und freue mich schon auf das nächste!

Donnerstag, 30. Juli 2020

Plakat

Eine aus meiner Alpha1-Gruppe hat mich auf einem Plakat in Frankfurt entdeckt. - Leider habe ich von den versprochenen Fotos nach unserem Videotermin nichts mehr gesehen oder gehört, entgegen der Absprache. Sie müssen hunderte von Bildern von mir haben.

Sonntag, 26. Juli 2020

Schlaflosigkeit

Nervt.

Ich war sie eigentlich schon los geworden, diese Nächte, in denen ich aufwachte, gerne so gegen zwei oder drei Uhr, und das Wiedereinschlafen schlicht unmöglich war. Im Gegenteil, in diesen für mich sehr ruhigen Corona-Zeiten habe ich mich bisher eines geradezu dekadent guten Schlafes erfreut. Aus die Maus. Schlafen von Mitternacht bis um zwei, danach einschlafen erst nach sechs Uhr, und dann am Vormittag völlig matschig im Kopf den Tag anpacken. Nicht meins.

Heute war so ein Tag. Ich habe allerlei To-Do-Sachen erledigt in der Hoffnung, es waren genau die Sachen dabei, die mich unbewusst in Unruhe versetzt haben. Who knows?

Außerdem bange ich noch immer um meine Freundin, die vor drei Tagen mit dem Heli als Notfall in eine andere Stadt geflogen wurde...


P.S. Mein Laptop tut wieder seinen Dienst. Ein Dank dem netten Helfer.

Donnerstag, 16. Juli 2020

Hardwareprobleme - Luxusprobleme

Ich gebe es ja gerne zu. Ein Gerät fällt aus, und ich bin genervt ohne Ende.

Das Laptop ist tot. Bekommt keinen Strom mehr. Schaltet nicht mehr ein. Entweder ein bestimmter Jemand bekommt es wieder hin - ich denke da an aufschrauben und mit Lötkolben hantieren, aber es ist gut möglich, dass ich mich irre - oder ein neues muss her. Wobei eine Lebensdauer von zwei Jahren ja nun auch nicht die Gewalt ist.

Okay, mit Smartphone und Tablet bin ich ganz ordentlich ausgestattet, keine Frage. ABER ich bin es gewohnt, problemlos drei bis fünf Browsertabs plus ein bis drei Programme im Hintergrund geöffnet zu haben und zügig hin- und herzuspringen. Ich habe mein altes Netbook wiederbelebt, das zwei Jahre lang im Schrank gelegen hat.

Allein der Download der Updates für die letzten zwei Jahre sowie deren Installation dauerten neun (9!!) Stunden. Und alle möglichen Log-Ins mussten akutalisiert werden.

Und gleich weiß ich auch wieder, warum das Netbook in den Schrank verbannt gewesen war: Die Tastatur schlägt lustige Kapriolen. Keine Frage, dass das Gerät langsam ist und ständig überfordert. Da warte ich gerne mal ein paar Minuten, bis der Datei-Explorer sich öffnet. 😉

Samstag, 11. Juli 2020

In Sorge

Chronisch krank sein ist auch unter dem Aspekt des sozialen Umfeldes mehr als blöd.

Alte Freundschaften gehen den Bach runter, vielleicht habe ich in einer gesundheitlichen Krisensituation mehr geäußerte Sorge oder Anteilnahme erwartet, eventuell bin ich nicht die einzige Person, die nun dauerhaft im Schmollwinkel sitzt. Es kann auch sein, dass wir einander nicht mehr so sehr brauchen wie viele Jahrzehnte lang. Da hilft dann auch die miteinander geteilte Geschichte nichts.

Neue Freundschaften rekrutieren sich derzeit überwiegend aus dem Kreis der ähnlich chronisch Kranken, vielfach auch mit genau dieser Art von Gendefekt, mit wöchentlicher Infusion etc. pp. Da bin ich teilweise die "Blinde unter den Einäugigen", meine Lungenfunktion und Belastbarkeit, egal wie vermindert, ist überwiegend noch viel besser als die z.B. von Freundin S.

Freundin S., wohnhaft in einer anderen Stadt, ging drei Tage nach einem Sturz mit einer Fußverletzung in das örtliche Krankenhaus. Anscheinend sind dort gewisse Dinge eskaliert. Gestern habe ich erfahren, dass sie im künstlichen Koma liegend beatmet wird. (Kein Covid19!). Ihre Tochter wird sich wieder bei mir melden, so bald es etwas Neues gibt.

Ich bin seit gestern Abend sehr geschockt, tatsächlich kann ich überhaupt nichts tun außer das Beste zu hoffen.

Dabei kommt mir natürlich auch der Gedanke, wie wenig klug es generell ist, sich seine Freunde unter gleichartigen Leuten zu suchen. Da ist das gegenseitige Verständnis - und das ist mehr als bequem - vom Grundsatz her gegeben, man muss überhaupt nichts zu seinen Einschränkungen erklären, auf der anderen Seite... kann man sie auch durch genau diese Gemeinsamkeit bedingt schneller verlieren als man sich vorstellen kann.

Sonntag, 28. Juni 2020

Sommer und Alltag und Corona und Befindlichkeiten und alles

Eine heiße Woche liegt hinter uns. Viele Tage lang ging es mir gar nicht gut, und es dauerte tatsächlich eine ganze Weile, bis ich begriff, dass es einzig die Wärme war, die mir zugesetzt hatte. Ich war einfach nur "luftlos", Kontrollen ergaben ständig Werte von unter 90 % SpO2 und einen Puls deutlich über hundert. Ein paar Schritte mehr, und er schoss über 120. Das ist nicht witzig. Noch weniger witzig, wenn das schon auf dem kurzen Weg zur Pysio und zurück so ist.


Die Kraftsportübungen ließen sich trotzdem gut machen, sie unterscheiden sich belastungsmäßig ja auch deutlich vom Gehen, weder muss ich dabei mein Körpergewicht durch die Gegend tragen, noch belaste ich die Atemhilfsmuskulatur dabei. Ganz im Gegenteil... Ich habe also die halbe Stunde mit Jasmin genossen. Übrigens gelten in der Physiopraxis auch verschärfte Hygienevorschriften: Eintreten nur, wenn durch die (Glas-)Eingangstür zu erkennen ist, dass niemand am Tresen steht. Nicht mehr als fünf Minuten vor der Zeit. Im Kraftsportraum darf ich die Maske abnehmen, weil Jasmin (mit Maske) ausreichend Abstand hält. Beim Wechsel in den Behandlungsraum (heiße Rolle, Massage) muss ich sie wieder aufsetzen und aufbehalten. Jasmin desinfiziert inzwischen alles, was ich angefasst habe. (Übrigens haben sie und ihre Familie gleich im März Covid19 durchgemacht, mit einem eher milden Verlauf.)


Während der letzten Tage habe ich viel gelesen, wenn es mir ganz schlecht ging, konnte ich manchmal auch nur stumpf auf den Fernseher gucken und abwarten, ob mir besser werden würde. Solchen wetterbedingten Eskapaden ist ja mit Medikamenten nicht beizukommen. Es ist dann einfach zu wenig Sauerstoff in der Luft.

So elend wie es mir ging, habe ich natürlich auch nicht gekocht. War ja froh für jede Bewegung, die ich nicht machen musste. Wofür hat man einen vollen Tiefkühler? (Allerdings wenig Fertiggerichte, mehr so Gemüse, Fisch, Aufbackbrötchen.) Eines meiner zwei Fertigessen in den Ofen geschoben... überbackene Tortellini. Ergebnis: Nie wieder! Ich konnte sie nicht aufessen, einfach eklig...


Nach dem heftigen Gewitter/Regen gestern Abend ist nun alles etwas besser, obwohl es in der Wohnung immer noch wärmer ist als draußen. Aber ich will nicht klagen, immerhin bekomme ich wieder "normal" Luft.


Eingedenk meines Zustandes war ich in der letzten Woche auch nicht weiter draußen, habe auch keine Einkäufe gemacht. Eine gute Vorratshaltung ist gelegentlich nützlich. Nun überlege ich allerdings einen Besuch beim Frisör. Nicht bei Rosa, der Salon ist im Hause Karstadt, ob "mein" Karstadt bestehen bleibt, ist mir noch nicht ganz klar, vermutlich ja? Aber ich müsste mich dafür in die S-Bahn setzen, was ich immer noch vermeide. Ich war wirklich seit Anfang März nicht mehr unterwegs... Ja, ich fühle mich noch sehr eingeschränkt, muss aber eine Corona-Infektion nach Möglichkeit versuchen zu vermeiden. Hochrisikopatient eben. Aber meine Haare!

Letzter Haarschnitt war Mitte Januar, der nächste Termin hätte sein sollen, als es zum Lockdown kam. Fast 10 cm Nachwuchs, ich trage Mopp. Und das nach guten dreißig Jahren Kurzhaarschnitt... Allmählich wird es aber unbequem. Ich hatte sowieso vor, seit gut einem Jahr schon, mir als Rentnerin eine neue Frisur anzuschaffen, allerdings kam dann so viel dazwischen, dass mir für solcherlei Gedanken kein Raum blieb. - Ich habe hier in der Nähe einen Friseursalon (oben schrieb ich "Frisör", ich habe echt ein Problem mit dem eingedeutschten Wort), fußläufig, und heute überlege ich, morgen dort mal nach einem Termin zu fragen. Es nervt mich nur noch... Eine halbe Stunde oder mehr mit Maske (korrekt: Mund-Nasen-Schutz) auszuhalten ist auch keine fröhliche Vorstellung, da mir schon immer innerhalb weniger Minuten die Luft wegzubleiben droht. Aber so zottelig möchte ich nun auch nicht bleiben, das ist keine Frisur, das grenzt schon an Körperverletzung, Geschmacksverirrung etc. ...

Am Freitag auf dem Weg zur Physiopraxis fuhr eines "meiner" (ehemaligen) Firmenfahrzeuge an mir vorbei... war seltsam. Halb so ein Zuhausegefühl, aber auch gepaart mit Emotionen aus der Schlussphase. Okay, der Fahrer war keiner meiner Spezies, anderenfalls hätte ich gerne "guten Tag" sagen mögen.

Lange habe ich meine Rubrik "Gelesen" nicht mehr bedient. Das liegt nicht daran, dass ich nicht mehr lesen würde. Es liegt daran, dass ich mich seit Wochen durch einen Ken Follett-tausend Seiten-Wälzer arbeite. Ich hatte mich so auf das Buch gefreut und wollte jetzt im Sommer die Trilogie endlich in Angriff nehmen...


... da erweist sich der "Sturz der Titanen" als sehr zähes Gesamtkunstwerk! Manche Passagen lesen sich flott weg, dann aber wieder geht es nur mit Durchhalteparolen durch die nächsten Abschnitte. Es dauert also noch ein wenig bis zur nächsten Buchbesprechung.

Noch ein offenes Thema... Meine Mutter im Pflegeheim habe ich noch immer nicht besucht. Es würde für mich bedeuten, mit der Bahn fahren zu müssen, ich glaube, ich erwähnte das Problem bereits, außerdem während des ganzen Besuchs (max. eine Stunde sehen die neuen Vorschriften vor) mit NMS hinter einer Plexiglasscheibe zu sitzen. Eine Stunde mit "Maske" ertrage ich nicht. Und mitbringen dürfte ich nichts, kein gemeinsames Kaffeetrinken, kein gemeinsames Anschauen von Enkelfotos auf dem Smartphone... Derzeit rufe ich einigermaßen regelmäßig bei meiner Mutter an, und wir telefonieren so lange, wie es ihre Konzentration zulässt. Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen. Sie ist gesund und munter, das Pflegeheim blieb bisher von der Pandemie verschont. Die Risikopatientin bin ich. Das nennt man denn gesunden Egoismus.

Montag, 22. Juni 2020

She Chose

by Cara Alwill Leyba

She realized she had this one.
This big, bold,
and beautiful life.
And she realized she didn't want to live it
chasing and crying and apologizing.
Starving and fearing and regretting.
She realized
She wanted to live it
Proudly and freely and creatively.
Lovingly and fully and sweetly.
She realized
She could coose.
And so, she chose.

Freitag, 19. Juni 2020

Zahnwurzelentzüdung

... an einem vor längerer Zeit wurzelbehandelten Zahn*. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Nun erstmal eine Woche Penicillin.

*Ja, unsere Zahnärztin hat mir auch erklärt, wie so etwas sein kann, selbstverständlich.

Samstag, 13. Juni 2020

Alt oder was?

Im WDR Fernsehen läut heute mal wieder so eine Retro-Sendung, heute mit dem Fokus auf Musiksendungen im TV. Ich bin very amused, habe das alles doch damals life erlebt... Wir hatten einen Fernseher im Wohnzimmer, und geguckt wurde, was meine Eltern auswählten. Vor allem erinnere ich mich an ihre Kommentare zu den Stars und Sternchen. Mir fiel kürzlich mehrfach auf, wie sehr mich die Äußerungen meiner Eltern, vor allem meiner Mutter, geprägt haben, was ging, was nicht. In der Retrospektive ist das alles recht nett anzusehen, man kann sich über einiges amüsieren, aber damals war das alles toll, geradezu rebellisch ...!

Die Hitparade mit Dieter Thomas Heck, Der Beat Club, Zitat Wikipedia:" Am 25. September 1965 wurde die erste Sendung live ausgestrahlt. Die Reaktion des älteren Publikums fürchtend, kündigte Wilhelm Wieben, der spätere Tagesschausprecher, die Livesendung mit tanzenden Jugendlichen und lauter Musik mit einer Vorwarnung für die Eltern an („Sie aber, meine Damen und Herren, die Sie Beat-Musik nicht mögen, bitten wir um Verständnis …)", Ilja Richter und mehr... Das alles mutet heute seltsam antiquarisch an... Das FERNSEHBALLETT!!! Keine Show ohne...

Bekannt ist ja, dass ich nicht gesund bin, aber wenn ich mit ebenfalls Kranken kommuniziere, reduziert man sich allzuoft auf die Krankheit und damit verbundene Einschränkungen! Die meisten aus meinem (FB-Gruppen-)Umfeld sind ungefähr meines Alters - und lamentieren... Menno, wir waren doch auch jung und (zumindest ein bisschen) verrückt, fröhlich... Wenn ich an meine Discozeiten denke, die praktisch ihren Höhepunkt fanden in "Saturday Night Fever", bevor ich 1980 mein erstes Kind bekam und für mich eine neue Ära begann... Mit einem kurzen Revival 1990/1991.

Eine Stunde später beim Review... Was ich sagen wollte: Eingedenk dessen, dass wir alle übermütige und fröhliche junge Leute waren (nie war die Welt besser als in den 70ern und 80ern), finde ich es sehr traurig, wie vielen die Lebensfreude abhanden gekommen ist. - Auch ich tanze nicht mehr herum, aber es gibt so vieles, worüber ich mich freue, was mir Spaß und das Leben lebenswert macht.

Donnerstag, 11. Juni 2020

Hachja

... wenn das Töchterlein auf eine halbe Stunde am Vormittag herkommt, weil es gerade in der Nähe war...

Was für ein Unterschied gegenüber der Zeit, die das "Kind" tausend bzw. fast zweitausend Kilometer entfernt gelebt hatte.

Nur mal so gedacht.

Italienische Filme

Vermutlich zufällig spülte mir Facebook die Seite mit einer Veranstaltung in die Timeline:

Das Italienische Kulturinstitut Berlin in Zusammenarbeit mit dem in Hamburg zeigt online Filme als Streaming. 140 Kinoplätze werden angeboten, es zählt die Reihenfolge der Registrierung.

Das Ganze ist eine Aktion im Rahmen des Corona-Kinoverbots. (Also wird diese Möglichkeit leider enden, sobald Kinos wieder geöffnet werden dürfen.)

Zweimal habe ich schon mitgemacht, die nächste Anmeldung für kommenden Montag läuft.

Leider erkennt mein Laptop meine Bluetooth-InEar-Kopfhörer nicht, so war ich zunächst angewiesen auf den integrierten Lautsprecher. Der leider nicht laut genug war, damit ich das Italienische einwandfrei hören (und eventuell verstehen) konnte. Viel zu sehr hatte ich mich auf die englischen Untertitel verlassen müssen.

Gestern aber war ich schlau 😉: Ich hatte ja irgendwo noch jahrealte aber nie benutzte (also praktisch neuwertige) Kopfhörer liegen... entstaubt und angeschlossen... Was soll ich sagen?!? Ich hatte Kino-Ton auf den Ohren! Damit habe ich sehr viel mehr verstehen können. Für eine, die sich jetzt in mühseliger Heimarbeit durch die Sprache arbeitet, ging es ziemlich gut.

(Ja, ich habe das aktive Lernen wieder aufgenommen, der Kopf möchte ja schließlich gelegentlich Input haben.)

Eigentlich sehr schade, dass diese Aktion irgendwann wieder eingestellt werden wird!

Sonntag, 7. Juni 2020

Vierundachtzig

Es waren wohl vor allem die Bilder aus Norditalien, Bilder überfüllter Krankenhäuser und von Militärtransporten mit Särgen, die uns die Gefahr von "Corona" vor Augen führten. Das war Europa, nicht das ferne China...

Am 14. und 15. März häuften sich on- und offline die Berichte, Bilder, Töne von Italienern, die - ganz frisch in häuslicher Quarantäne - auf ihren Balkonen sangen.

Am 16. März begann ich, auf Facebook jeden Tag ein italienisches Lied einzustellen, den Anfang hatte Angelo Branduardi gemacht. Ich bin immer noch dabei, im In- und Ausland darf man sich wieder fast unbegrenzt in der Öffentlichkeit bewegen, die Infektionszahlen sind gesunken (Hamburg hat sogar immer wieder einzelne Tage ohne Neuinfektionen gemeldet). Und von mir gibt es weiterhin jeden Nachmittag ein italienisches Lied.

84 Songs bis heute.

Freitag, 29. Mai 2020

Apotheke

Vor einigen Wochen war meine Stammapotheke einverstanden mit der Lieferung meiner Infusionen dorthin - Abholung durch M. Dann gab es irgendwelche Probleme bei der Aushändigung, alles sehr kompliziert.

Ich hatte heute sowieso ein Rezept einzulösen, da sprach ich die Problematik an... der Inhaber reagierte ärgerlich, meinte, man hätte das anlässlich "Corona" für mich als jahrelanger Kundin gemacht, aber nun solle sich der Hersteller mal bitte etwas Anderes ausdenken, schließlich hätte er davon ja keinen Benefit. Ja, vielen Dank auch. Seit zehn Jahren lasse ich mein komplettes "Taschengeld" in dieser Apotheke. Das ist nicht gerade wenig.

Da ich erhebliche Probleme mit den sog. "Community-Masken" habe, fragte ich in der Apotheke danach. Ja, man hat wieder OP-Masken. Fünf Euro für fünf Stück. Zuhause ausgepackt - nur vier in der Tüte. Super.

Weil mein Medikament lt. Rezept erst bestellt werden musste, bot man mir immerhin an, es mir am Abend nach Hause zu bringen. Hat geklappt. (Als Chroniker und Stammkunde brauche ich seit Jahren Verschiedenes in je nach Medikament unterschiedlichen Abständen regelmäßig , warum kann das denn nicht vorgehalten werden? Nur mal so.)

Dienstag, 26. Mai 2020

Blog-Liste

Dem aufmerksamen Stammleser wird aufgefallen sein, dass meine Liste sich verändert. Zuerst hatte ich letztens die Blogs entfernt, auf denen sich nichts mehr tut oder die mich thematisch nicht mehr interessieren. Seit gestern fülle ich die Liste fortlaufend mit allem, was mir begegnet und für gut befunden ist.

Wer also nach frischem Lesestoff lechzt: stay tuned!

Montag, 25. Mai 2020

Coronazeit hier

Ich war in der ersten Märzwoche zuletzt "richtig" draußen. Also beim Arzt und im Pflegeheim.

Ganz kurz vorm Lockdown ging ich in Selbstisolation. Sicherheitshalber.

Danach der offizielle Lockdown.

Für mich:
Tägliche einsame Spaziergänge. Bewegung muss schließlich sein.
Jeden Tag ein Anruf von der Großen. Um zu hören, ob ich ok bin, nicht vereinsame.
Bis auf einen Weg Anfang April zur Post keine Wege in die Einkaufsgaleria.
Finale Wohnungsräumung der mütterlichen Wohnung aus der Ferne beauftragt.
Wohnungsübergabe aus der Ferne mittels Versand der Schlüssel.
Rewe online liefert zuverlässig Lebensmittel.
Keine Besuche im Pflegeheim, aber regelmäßige Telefonate.
Überhaupt kann man irgendwie alles online bestellen, meine Kreditkarte freut sich.
Irgendwann ist der Not gehorchend das Heiminfusionsprogramm des Medikamentenherstellers erweitert worden. Also einmal wöchentlich die Prolastin-Infusion jetzt zuhause.
Besuche über die Terrasse, mit viel Abstand. Besser als nichts. Aber es fühlt sich seltsam an.
Wenn jetzt nichts dazwischen kommt, sehe ich am Pfingstsonntag meine Enkelkinder, seit vielen Wochen das erste Mal. Sie fehlen mir.

Für die Familie:
Wir haben es gut. Niemand gerät in finanzielle Not.
Manche machen Homeoffice.
Einer, der als systemrelevant gilt, ist in Kurzarbeit mit gutem Tarifvertrag.
Eine im Homeoffice macht keine Geschäftsreisen mehr.
Eine im Homeoffice betreut "nebenbei" zwei kleine Jungen. (Nebenbei!!!)
Wer Rente bekommt, ist auch sicher.

Ich:
Um nach vielen Wochen ein bisschen "normales Leben" zurück zu erobern, war ich letzte Woche draußen. Kleine Besorgungen in meiner Einkaufsgaleria... nur zum Gemüsemann und zum Bäcker, zum Optiker.
Mit Mund-Nasenschutz, genannt "Maske."
Ich bin brav und halte mich an die Vorgaben.
Nach fünf bis zehn Minuten bekomme ich kaum noch Luft.
Erdbeeren gekauft und frische  Brötchen.
Dann raus. Auf eine Bank gesetzt und verschnauft.
Anstrengend.
Ich kann ein Attest zur Befreiung bekommen, wenn ich vorher zum Lungenfunktionstest antrete.
Aber noch habe ich "Angst," mit der Bahn zu fahren.
Für das Pflegeheim gibt es ein "Hygienekonzept." Gleiches Problem für mich, ich müsste über eine Stunde lang diese "Maske" tragen. Und ich dürfte nichts (!) mitbringen.

Wir sind noch alle gesund, das ist es, was zählt.

Nebenbeigedanken:
Manchmal ist es erstaunlich, wie gut alles passt... Mein Rentenbeginn kurz vor dem Sturz meiner Mutter mit allen Folgen... Krankenhaus, Wohnungsbetreuung, Unterbringung im Heim, dann Wohnungsauflösung, jetzt Corona mit Isolation etc... Ich bin froh, dass das alles eintrat, als ich schon im Ruhestand war. Nicht auszudenken die Probleme am Arbeitsplatz spätestens in diesem Frühjahr, was mit Sicherheit eine Langzeitkrankschreibung bedeutet hätte. Nicht gut für die Firma, aber auch nicht gut für mich wegen des schlechten Gewissens und der Sorgen.

Achja: Haare
In der Lockdown-Woche hätte ich zu Rosa gehen müssen, in den Friseursalon.
Nun wachsen meine Haare. Ich bin nach über 30 Jahren Kurzhaarschnitt interessiert, zu sehen, was meine Haare eigentlich wollen. Jede Woche eine neue Überraschung.
Am Ende wird wenigstens die sog. Übergangszeit von kurz zu... weiß nicht, was, erledigt sein.
Ich bin gespannt, was ich am Ende damit oder daraus mache.

Coronazeit anderswo

Ein Corona-Tagebuch von Christian Fischer.
Bei Frau Fragmente gibt es Zeitverschiebungen.
Wie es ist, einen schweren Verlauf von Covid-19 überlebt zu haben, Bericht im Tagesspiegel.
Sind so brave Kinder, Kolumne in der SZ.
Croco schreibt bei Corona siebenundzwanzig kurz und knapp über Verschwörungstheorien.
Die Corona-Chronik von Frau Novemberregen.
Ein Erfahrungsbericht im formschub-blog.
Kiki Thaeringen schreibt über "Mit Abstand lieber allein."

Und wenn ich noch mehr finde, setze ich es hier drunter.

Sonntag, 24. Mai 2020

Ja, genau so

Medienkompetenz, nicht ganz neu, aber sehr gut erklärt. Betrifft Blogs, social Dings und so weiter. Spricht mir aus der Seele. Immer noch.

Dem Dekowahn verfallen

"Dank" Corona bin ich noch mehr zuhause als sonst, da bietet es sich an, die Umgebung immer wieder neu zu verschönern. Spätestens seit Ostern... davon kommen jetzt keine Bilder, erst Ostern 2021 vielleicht.

Letztens in der NDR-Talkshow habe ich ganz wundervolle Arrangements mit Blumen und Kerzen gesehen, ja, dadurch, dass Mindestabstände eingehalten werden mussten, gab es mehr Tische und mehr Deko als sonst, aber ich war ganz hingerissen.

Google zeigt auch wunderbare Deko, aber die kommt längst nicht an die im TV gesehene heran.


Ich habe allein im Wohnzimmer drei größere und kleinere Tische, da gibt es noch viel Luft nach oben...

Corona, ja, ich könnte mal wieder etwas dazu schreiben. Aber nicht heute.