Dienstag, 27. Februar 2024

Gelesen: Saat der Sünde

Saat der Sünde - von Linda Castillo (Thriller)

Amerikanisches Original "The Hidden One"
Fischer Taschenbuch
ISBN 978-3-596-70610-5
Band dreizehn der Serie

Warum dieses Buch? Da braucht es hier schon weiter keine Erklärung, etwas mit Kate Burkholder zu lesen ist wie nach Hause kommen.

Klappentext:
"Der Tag des Gerichts ist gekommen
Auf einem Feld werden die Überreste des vor achtzehn Jahren verschwundenen Amisch-Bischofs Ananias Stoltzfus gefunden. Neben ihm John Bowmans Waffe, mit der der umstrittene Geistliche gerichtet wurde. Die Polizei in Belleville betrachtet den Fall als geklärt, aber die Ältesten der amischen Gemeinde können nicht an Jonas' Schuld glauben. Sie bitten Polizeichefin Kate Burkholder um Hilfe. Diese kennt Jonas von früher, und der Fall weckt lange begrabene Erinnerungen in ihr. Die beiden verbindet eine persönliche Vergangenheit. Ist Jonas wirklich der rachsüchtige Mörder, für den er gehalten wird? Kate ist die einzige, die den Mann noch vor der Todesstrafe bewahren kann."

Ein Krimi nach bewährtem Muster:
Im Prolog wird die Tat beschrieben, jedoch ohne dass die Leserin mitbekommt, wer Täter oder Opfer sein könnten.
Jahrzehnte später werden die Knochen gefunden, dazu die Tatwaffe, aber die Gemeindeältesten bitten Kate um Hilfe. Kate, Chief of Police in Painters Mill, hat im Bezirk Belleville keinerlei Machtbefugnisse, jedoch ist sie dem Angeklagten seit ihrer Jugend verbunden.
Nach und nach wird auch hier ein Stück von Kates Geschichte aus dem Umfeld der Amischen erzählt. Sie ist hartnäckig, wirbelt viel Staub auf mit ihren Nachforschungen und begibt sich wie immer auch in große Gefahr.

Auch wenn dieser Plot die altbekannte Linie verfolgt, liest sich die Geschichte dennoch spannend und sehr flüssig. In ihrer Beziehung zu Tomasetti, auch das Privatleben von Kate erfährt von einem Band zum nächsten eine Entwicklung, gibt es Neues.


Wie immer sehr gern gelesen, ich freue mich schon auf den nächsten Band, der im Sommer erscheinen wird.

Abgebrochen: Empfindliche Wahrheit

Empfindliche Wahrheit von John le Carré (Thriller)

Aus dem Englischen "A Delicate Truth"
Ullstein Taschenbuch
ISBN 978-3-548-28685-3

Warum dieses Buch? Ich hatte mich auf einen spannenden Spionageroman gefreut, lag irgendwann mal auf dem Tisch mit Mängelexemplaren.

Klappentext/Rückseite:
"In der britischen Kolonie Gibraltar findet eine streng geheime Anti-Terror-Operation statt: Ein islamistischer Waffenkäufer soll entführt werden. Die Drahtzieher: Fergus Quinn, ein hochrangiges Regierungsmitglied, und Jay Crispin, Chef einer internationalen Sicherheitsfirma.
Toby Bell, ein Mitarbeiter Quinns, stolpert über die geheime Aktion. Irgendetwas ist an der Sache faul und soll vertuscht werden. Seine Nachforschungen bringen ihn in eine gefährliche Lage. Toby muss sich zwischen seinem Gewissen und der Verpflichtung gegenüber dem britischen Geheimdienst entscheiden."

Hier habe ich schon nach 60 Seiten aufgegeben. Es ist mir alles zu verworren, gleichzeitig langweile ich mich. Nicht der erste Abbruch eines Buches von diesem Autor.

Merken: auch von John le Carré keine Bücher mehr kaufen!

Kontrolltermin - just for the records

Aktennotiz gegen das Vergessen 😀

Nachdem ich zehn Tage böse krank war und glücklicherweise komplett ohne Komplikationen (Weltwunder, seit Jahrzehnten nicht gehabt) durch den Infekt gekommen bin, hatte ich gestern meinen geplanten Dreimonatskontrolltermin mit Arztgespräch.

1. Prolastin/Respreeza: Meinem Doc war der Unterschied gar nicht so geläufig, weil er "schon immer" Prolastin verordnet hat. Nun, Respreeza ist ein paar Jahre später auf den Markt gekommen... Ich hatte eine Kopie aus meinem "schlauen Buch" dabei, woraus die Unterschiede hervorgehen. Durfte er behalten, vielleicht kauft er sich ja das Buch? Kommentar: "Auch Ärzte lernen immer noch dazu."

2. Impfungen: 

a) Die STIKO empfiehlt (mein Stand 2023) ja, die Pneumokokkenimpfung nach fünf Jahren zu wiederholen. Letztes Jahr wollte er sie mir nicht geben mit Hinweis auf neue Erkenntnisse. Also, es gibt einen neuen Impfstoff, der jetzt empfohlen wird, den bekomme ich nächste Woche.

b) RSV - Man hat festgestellt, dass es verhältnismäßig viele Krankenhauseinweisungen von Erwachsenen gibt, bisher ging man ja davon aus, dass Erwachsene die Infektion als Kind unbemerkt durchgemacht haben (nur Babys galten als gefährdet), nun gibt es auch dagegen für Erwachsene einen Impfstoff. ABER der kostet knappe 250 Euro, da empfiehlt es sich zu warten, bis die KK die Kosten übernehmen.

Alles in allem ein sehr gutes und konstruktives Gespräch.

Samstag, 10. Februar 2024

Gelesen: Die Mitternachtsbibliothek

Die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig (Roman)

aus dem Englischen unter dem Titel "The Midnight Library"
ISBN 978-3-426-30825-7
Taschenbuch, Droemer/Knaur Verlag

Warum dieses Buch? Ich war schon lange neugierig darauf gewesen.

Klappentext/Rückseite:
"Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gefüllt mit all den Leben, die du hättest führen können.
Alles, was du jemals bereut hast, könntest du ungeschehen machen.
Genau dort findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort zwischen Raum und Zeit, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, hat sie plötzlich die Möglichkeit, all das zu ändern, was sie aus der Bahn geworfen hat.
Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?"

Nora verliert ihren Job, ist mit ihrer Miete im Rückstand, und nun ist auch noch ihr Kater gestorben. Sie hat das Gefühl, in ihrem Leben nur falsche Entscheidungen getroffen und alle Menschen enttäuscht zu haben: Ihren Vater, weil sie auf dem Weg zu Olympia ihre Schwimmkarriere aufgegeben hat; ihren Verlobten, weil sein Zukunftstraum von einem Pub auf dem Lande nicht ihrer war, und noch viel mehr.

Sie bedauert und verzweifelt, nimmt Tabletten. Und findet sich wieder in einer seltsamen Bibliothek mit sich bewegenden Bücherregalen und ihrer ehemaligen Schulbibliothekarin Mrs. Elm, der einzigen Person, die in einer sehr traurigen Zeit für sie da gewesen war. Mit Mrs. Elm hat Nora immer wieder interessante Gespräche, zunächst erklärt ihr Mrs. Elm aber die Bibliothek: Jedes Buch ist eines der ungelebten Leben von Nora, ein Leben, das von einer einzigen getroffenen Entscheidung aus sich hätte entwickeln können. Und jedes Buch gibt ihr die Möglichkeit, in dieses Leben jetzt sofort einzutauchen.

Nora probiert viele Leben aus, die Abschnitte werden lebhaft erzählt, auch diese Leben sind voller Höhen und Tiefen. Nachdem sich Nora eingewöhnt hat, stellt sie fest, dass dieses jeweilige Leben nicht richtig für sie ist und kommt augenblicklich zurück in die Bibliothek zu Mrs. Elm, wo die Uhren immer noch exakt Mitternacht anzeigen. Es gibt ein "Buch des Bedauerns" von Noras Leben, das Kapitel um Kapitel dünner wird, denn nach jedem anderen Leben gibt es weniger zu bedauern.

Das alles ist gut und spannend geschildert, ein bisschen überfordert war ich vom Prinzip der Quantenphysik ("Schrödingers Katze"), gelegentlich auch von den reichlichen Philosophiezitaten (Nora war in ihrem Ursprungsleben eine studierte Philosophin). 

Ein Kapitel, in dem viele Leben einer Aufzählung gleich genannt werden, fand ich überflüssig, obwohl dies wohl zeigen sollte, dass Nora viele Leben mehr als nur die ausführlich geschilderten gelebt hat - bzw. Zeitabschnitte davon.

Ende gut, alles gut, in buchstäblich letzter Minute gelingt ihr die Rückkehr in ihr Leben inklusive Krankenhausaufenthalt und Treffen mit Menschen, die in manchen der ausprobierten Leben bereits verstorben waren. - Ihre Probleme sind geblieben, aber die Sicht auf die Menschen und Dinge sowie den Sinn des Lebens haben sich geändert.


Mich hat das Buch phasenweise sehr nachdenklich gemacht, und ich habe zwischendurch mein eigenes Leben reflektiert - da komme ich ganz gut bei weg.

Eine erstaunliche und sehr gut lesbare Lektüre, die mir viel Freude bereitet hat.

Montag, 5. Februar 2024

Gelesen: Die Henkerstochter und der schwarze Mönch

Die Henkerstochter und der schwarze Mönch von Oliver Pötzsch (Historischer Roman)

ISBN 978-3-548-61103-7
List/Ullstein Taschenbuch

Teil 2/6 (inzwischen weiß ich, dass es noch mehr Bände gibt, ich lass es mal mit sechs hier laufen)

Warum dieses Buch? Der nächste Band eben.

Klappentext:
"Schongau 1660: Der Pfarrer der Lorenzkirche wurde vergiftet. Mit letzter Kraft konnte er noch ein Zeichen geben, das zu einem uralten Templergrab in der Krypta führt. Der Henker Jakob Kuisl, seine Tochter Magdalena und der Medicus Simon suchen den legendären Schatz der Templer - und dabei sind sie nicht allein. Denn nicht nur eine Räuberbande, auch ein unheimlicher schwarzer Mönch hat schon längst die Verfolgung aufgenommen."

Ein sehr komplexer und vielschichtiger Historienkrimi, bei dem man gut aufpassen muss, nicht den Faden zu verlieren. Es geht um einen sagenumwobenen Templerschatz, der nur mit der Lösung von jahrhundertealten Rätseln ausfindig gemacht werden kann, wobei eines zum nächsten führt.

Auf mehreren Handlungsebenen widerfahren dem Henker, seiner Tochter und Simon, diesem in Begleitung einer scheinbar vornehmen Händlerin, allerlei teils lebensgefährliche Abenteuer nach Mittelalterart. Also inklusive Kampf mit einer Räuberbande, Festnahme, Hinrichtung. Jagd auf Magdalena nebst Unschädlichmachung eines frömmelnden Mönchs, Einbruch in eine Klosterkirche mit Reliquienentweihung und einem wortwörtlich feurigen Ende sowie der zufälligen und einmaligen Erfindung von Penicillin.


Im umfangreichen Nachwort erzählt der Autor, Nachkomme der Familie Kuisl, von seinen Unterhaltungen mit seiner Großmutter und vielerlei Verwandtschaft. Außerdem beschreibt er die bayrische Gegend dieser Handlung so genau, dass man ihn gut und gern auf einer Wanderung dort begleiten könnte.