Samstag, 21. März 2026

Kaputt geputzt

Seit einigen Monaten nervte mich meine Brille. Irgendwas stimmte nicht mit dem rechten Brillenglas, so ganz schlicht ausgedrückt war oben rechts im Sichtfeld Nebel, je nach Lichteinfall war ich auch geblendet.

Meine Sehschärfe ist unter regelmäßiger Kontrolle, also okay.

Vor einigen Tagen sah ich zufällig einen Fernsehbericht über genau dieses Problem, zu dem es kommt, wenn man nicht vorsichtig genug beim Putzen der Brille ist, also gern mal ein Handtuch, Taschentuch, den T-Shirt-Saum oder den Pulloverärmel nimmt. Damit schleift man praktisch feinste Staubpartikel in das Glas ein. Hallelujah!

Also besuchte ich den Optiker meines Vertrauens und bestellte ein neues Brillenglas, woraus dann ohne zusätzliche Kosten zwei wurden, da die Herstellerfirma ihre Brillengläser modernisiert/verbessert hat und ja beide Seiten gleich gut versorgt sein sollen. Jetzt sehe ich wieder ganz wunderbar, bin aber auch 350,00 Euro ärmer und eine Erfahrung reicher. (Der hohe Preis rechnet sich übrigens durch meine Wahl der Gläser, also Gleitsicht über die Breite, Entspiegelung, Material. Es gibt günstigere Brillengläser, aber nicht umsonst liebe ich meine Brille so, wie sie ist.)

Folglich werde ich ganz brav die Brille nur noch mit warmem Wasser (Staub abspülen), evtl. etwas Spülmittel und einem Brillenputztuch/Microfasertuch vorsichtig abtrocknen.

So viel just for the records.

Sonntag, 8. März 2026

Abgebrochen: Nachtzug nach Lissabon

Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier (Roman)

btb/Random House
ISBN 978-3-442-73436-8
Taschenbuchausgabe von 2006

Klappentext:
"Mitten im Unterricht steht der Lateinlehrer Raimund Gregorius auf und verlässt seine Klasse. Aufgeschreckt vom plötzlichen Gefühl der verrinnenden Zeit, lässt er sein wohlgeordnetes Leben hinter sich und setzt sich in den Nachtzug nach Lissabon. Im Gepäck hat er ein Buch von dem Portugiesen Amadeu de Prado, dessen Ausführungen über das Leben, über Liebe, Einsamkeit, Endlichkeit, Freundschaft und Tod ihn nicht mehr loslassen. Er macht sich auf die Suche nach den Spuren dieses faszinierenden Menschen. Langsam meint Gregorius zu ahnen, wer der Schriftsteller war. Doch was hat das für Konsequenzen für sein eigenes Leben? Kann man denn einfach so ausbrechen und alles Gewohnte hinter sich lassen? Dieser Roman ist ein vielstimmiges Epos von einer Reise nicht nur durch Europa, sondern auch durch unser Denken und Fühlen."

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Ganz entgegen meiner Gewohnheit beginne ich hier, ohne mehr als gute 80 Seiten bisher gelesen zu haben. Die Einleitung zieht sich, ist gemächlich bis langweilig, und erst ganz langsam komme ich in die Geschichte hinein.

Ich habe dieses Buch 2006 meiner großen Tochter geschenkt und frage mich gerade, ob das eine gute Wahl für eine junge Frau war?

Der Protagonist, allgemein nur "Mundus" genannt, hat ein Erlebnis, das ihn sein Leben neu durchdenken lässt. Im Zentrum steht der Satz: "Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist - was geschieht mit dem Rest?" (Und hier erinnert es mich stark an die Sinnfrage von Matt Haig in der "Mitternachtsbibliothek")

Mundus kauft sich ein Buch und einen Anfängersprachkurs Portugiesisch, lernt und übersetzt eine ganze Nacht lang, kauft sich eine Bahnfahrkarte nach Lissabon. Gesetzt, Mundus ist ein Sprachgenie für alte Sprachen, scheint es mir unglaubwürdig, dass er mit wenig mehr als rudimentären Fremdsprachenkenntnissen bereits ein philosophisches Werk abschnittweise übersetzen kann. Die tatsächlichen Sprechversuche hingegen sind nachvollziehbar und glaubwürdig. Im Zug knüpft er erste Kontakte. Ebenfalls mit meinen eigenen Erfahrungen überein stimmt das Bedürfnis, eine Buchhandlung aufzusuchen und sich dort fremdsprachlich einzudecken.

So allmählich kommt die Geschichte also in Gang und ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.
16.02.2026

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Tja, so wirklich in Gang gekommen ist die Geschichte dann nicht. Der Protagonist hält sich lange in Lissabon auf, lernt mehr und mehr die Sprache, wobei er auch häufig französisch spricht, und folgt den Spuren einer Person, macht Bekanntschaft mit deren Freunden und  Familienmitgliedern, stellt so allerlei Betrachtungen an. Unterdessen verändert er sich und damit auch sein Äußeres, die Brille wird erneuert, seine Kleidung auch. Er beginnt, durch den Kontakt mit einem Mann, den er nun regelmäßig im Heim besucht und eine Partie Schach mit ihm spielt, zu rauchen. Nach und nach entwirrt er allerlei Knoten der Vergangenheit, wobei allerdings nicht der Anschein von Spannung entsteht. Und: Ganz plötzlich zu Beginn eines neuen Kapitels bucht er sich einen Heimflug. Dies habe ich nicht verstanden. Ich gebe auf.

Fazit: Langweilig ohne Ende.