... ist beendet.
Ich war Feuer und Flamme für diese Idee, habe meine Buchbesprechungen wirklich gern geschrieben. ABER: Nicht vorhersehbar war, dass das Jahr 2014 zwei Katastrophen für mich bereit hielt, die mich sowohl am Lesen als auch am Schreiben massiv hinderten, so dass es zeitweilig eine echte Herausforderung war, trotz allem etwas zu verfassen. Und am Ende konnte ich nicht einmal mehr ein längst gelesenes Buch auswählen und darüber schreiben - ich war einfach erschöpft. Schade.
Wann immer ich dazu kommen werde, ein Buch zu lesen (und ich vermisse es!), werde ich berichten, genau so, wie ich es auch früher schon getan hatte.
Es liegt offenbar außerhalb meiner Möglichkeiten, mich für zwölf Monate zu verpflichten, einen einzigen bestimmten Text zu einem festgelegten Datum zu veröffentlichen. Wer weiß, was die Zukunft bringen mag?
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Samstag, 31. Januar 2015
Freitag, 12. Dezember 2014
Kein Buch des Monats
... ich schaffe es einfach nicht, die Zeit läuft mir davon.
Zumindest nicht zum festgesetzten Termin, vielleicht nach Weihnachten, ganz bestimmt nicht vorher.
Ungern enttäusche ich meine Leser, aber - no chance, höhere Gewalt sozusagen.
Zumindest nicht zum festgesetzten Termin, vielleicht nach Weihnachten, ganz bestimmt nicht vorher.
Ungern enttäusche ich meine Leser, aber - no chance, höhere Gewalt sozusagen.
Mittwoch, 12. November 2014
Buch des Monats: Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
Mein zehnter Beitrag zur BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen.
(Denn der Juli musste hier leider ausfallen.)
Michael Ende: "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch"
(in meinem Falle eine Lizenzausgabe für Bertelsmann von 1989)
Mein Buch des Monats November
Jedes Jahr im November erinnere ich mich an eine ganz bestimmte Zeit und ein ganz bestimmtes Buch, werfe einen Blick in mein Bücherregal, stelle beruhigt fest, dass es noch dort an seinem Platz steht, seufze einmal kurz auf und gehe zur Tagesordnung über.
Jahrelang hatte ich allabendlich den Kindern Geschichten vorgelesen, und nun war ich der Meinung, dass wir in den Wochen vor Weihnachten einen Versuch wagen sollten: Der Sohn, neunjährig, konnte gut und flüssig (vor)lesen, die Tochter, siebenjährig, hatte gerade im ersten Schuljahr das Lesen erlernt. Ich saß also auf dem Sofa, ein Kind links, ein Kind rechts von mir, die Kleine auf dem Schoß, die natürlich "nur" zuhören durfte, und wir lasen zum allerersten Male ein Buch gemeinsam absatzweise abwechselnd vor. Das Ganze funktionierte erstaunlich gut, wobei der Sohn etwas längere und die Tochter etwas kürzere Abschnitte vorlesen durfte, und ich natürlich auch immer wieder einen Part hatte.
Ich kann mich daran erinnern, dass wir immer etwas fanden, worüber wir uns amüsieren konnten, und noch lange Zeit begleiteten uns die Namen der handelnden Personen und besonders originelle Ausdrücke im Alltag.
Der Geheime Zauberrat Beelzebub Irrwitzer und seine Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl, haben Probleme: das Jahr neigt sich seinem Ende zu, und beide haben ihr Soll an bösen Taten noch lange nicht erfüllt. Daran sind nur Kater Maurizio und der Rabe Jakob schuld. Doch mit einem besonders raffinierten Plan könnte es noch gelingen, den Rückstand an bösen Taten aufzuarbeiten. Maurizio und Jakob entdecken die finsteren Absichten, aber können sie diese auch verhindern? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...
So weit der rückwärtige Umschlagtext.
Heute nahm ich es in die Hand und begann zu lesen, wunderte mich währenddessen darüber, dass ich meinen Kindern dermaßen "schwere Kost" zugemutet hatte. Niemand hatte den Text bzw. die Geschichte als besonders schwierig empfunden, wir hatten einfach Vergnügen daran. Aber aus heutiger Sicht staune ich - es steckt voller Anspielungen auf die Themen der 80er/90er Jahre, das Waldsterben, das Artensterben, sie sind zwar stets aktuell, doch damals als Themen noch frisch schlugen sie hohe mediale Wellen, außerdem der Dioxinskandal.
Es muss das besondere Genie des Herrn Ende gewesen sein, ein Buch zu schreiben, das von sich selbst sagt, es sei "ein spannendes Kinderbuch, an dessen hintergründiger Komik auch Erwachsene ihren Spaß haben werden."
(Denn der Juli musste hier leider ausfallen.)
Michael Ende: "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch"
(in meinem Falle eine Lizenzausgabe für Bertelsmann von 1989)
Mein Buch des Monats November
Jedes Jahr im November erinnere ich mich an eine ganz bestimmte Zeit und ein ganz bestimmtes Buch, werfe einen Blick in mein Bücherregal, stelle beruhigt fest, dass es noch dort an seinem Platz steht, seufze einmal kurz auf und gehe zur Tagesordnung über.
Jahrelang hatte ich allabendlich den Kindern Geschichten vorgelesen, und nun war ich der Meinung, dass wir in den Wochen vor Weihnachten einen Versuch wagen sollten: Der Sohn, neunjährig, konnte gut und flüssig (vor)lesen, die Tochter, siebenjährig, hatte gerade im ersten Schuljahr das Lesen erlernt. Ich saß also auf dem Sofa, ein Kind links, ein Kind rechts von mir, die Kleine auf dem Schoß, die natürlich "nur" zuhören durfte, und wir lasen zum allerersten Male ein Buch gemeinsam absatzweise abwechselnd vor. Das Ganze funktionierte erstaunlich gut, wobei der Sohn etwas längere und die Tochter etwas kürzere Abschnitte vorlesen durfte, und ich natürlich auch immer wieder einen Part hatte.
Ich kann mich daran erinnern, dass wir immer etwas fanden, worüber wir uns amüsieren konnten, und noch lange Zeit begleiteten uns die Namen der handelnden Personen und besonders originelle Ausdrücke im Alltag.
Der Geheime Zauberrat Beelzebub Irrwitzer und seine Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl, haben Probleme: das Jahr neigt sich seinem Ende zu, und beide haben ihr Soll an bösen Taten noch lange nicht erfüllt. Daran sind nur Kater Maurizio und der Rabe Jakob schuld. Doch mit einem besonders raffinierten Plan könnte es noch gelingen, den Rückstand an bösen Taten aufzuarbeiten. Maurizio und Jakob entdecken die finsteren Absichten, aber können sie diese auch verhindern? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...
So weit der rückwärtige Umschlagtext.
Heute nahm ich es in die Hand und begann zu lesen, wunderte mich währenddessen darüber, dass ich meinen Kindern dermaßen "schwere Kost" zugemutet hatte. Niemand hatte den Text bzw. die Geschichte als besonders schwierig empfunden, wir hatten einfach Vergnügen daran. Aber aus heutiger Sicht staune ich - es steckt voller Anspielungen auf die Themen der 80er/90er Jahre, das Waldsterben, das Artensterben, sie sind zwar stets aktuell, doch damals als Themen noch frisch schlugen sie hohe mediale Wellen, außerdem der Dioxinskandal.
Es muss das besondere Genie des Herrn Ende gewesen sein, ein Buch zu schreiben, das von sich selbst sagt, es sei "ein spannendes Kinderbuch, an dessen hintergründiger Komik auch Erwachsene ihren Spaß haben werden."
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Sonntag, 12. Oktober 2014
Buch des Monats Oktober - Deutschstunde
Mein neunter Beitrag zur BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen.
(Denn der Juli musste hier leider ausfallen.)
Siegfried Lenz: "Deutschstunde"
dtv-Taschenbuch - ISBN 978-3-423-13411-8
(Es gibt viele verschiedene Ausgaben, meine erste war ein dickes, gebundenes Buch...)
Mein Buch des Monats Oktober
Warum eigentlich? Siegfried Lenz ist tot. Vergangene Woche gestorben.
Für mich bedeutet Siegfried Lenz die "Deutschstunde", auch wenn er natürlich wesentlich mehr geschrieben hat...
Die "Deutschstunde" war der erste Kontakt zu seinen Werken, ich habe sie zum ersten Male mit fünfzehn Jahren gelesen und ein Referat im Deutschunterricht darüber gehalten. Vor allem war ich beeindruckt vom norddeutschen Lokalkolorit - wie auf Knopfdruck sah und sehe ich in Gedanken den gewissenhaften, zu gewissenhaften, Polizisten Jepsen mit seinem Fahrrad im Sturmwind auf dem Deich radeln. In meinem Kopf entstehen die leuchtenden Gemälde des Malers Nansen, dem man nur zu deutlich den Emil Nolde (der bürgerlich ja "Hansen" hieß!) anmerkt, von der Obrigkeit verfolgt, denn seine Bilder galten als "entartete Kunst."
Deutschstunde - der Titel bezieht sich auf die Rahmenhandlung. Der Jugendliche Siggi J. sitzt in der Nähe von Hahnöfersand ein, ihm wird eine Strafarbeit aufgebrummt, ein deutscher Aufsatz. Und er beginnt zu schreiben, schreibt praktisch bis zum Tage seiner Entlassung, arbeitet seine Kindheit, seine Familie, alle Geschehnisse in seinem beschaulichen Ort während des Krieges auf.
Man braucht Geduld für diesen Roman, der, langsam zu lesen, geradezu beschaulich geschrieben ist. Ganz allmählich entrollt sich ein von Nordseewind und Regen, leuchtenden Gemälden und norddeutscher Sturheit getragenes Epos um "die Freuden der Pflicht."
"Wenn es bei uns regnet, dann verliert das Land seine Offenheit, seine schutzlose Tiefe, ein zerstäubter Nebel hängt über ihm und nimmt einem die Sicht; alles wird niedrig, verkürzt sich oder wächst sich schwarz und knollenhaft aus, und es lohnt sich einfach nicht, unter irgendein Dach zu treten, um ein Ende des Regens abzuwarten, denn das Ende läßt sich nicht absehen, man kann es nur nach einem Erwachen glücklich feststellen. Wenn es nur geregnet hätte, wären wir gemächlich nach Hause gegangen, das nehme ich doch an, aber das Gewitter trieb uns zum Lauf über die Düne, die reißenden Blitze über der See, der Donner, die harten Böen; das war kein Gehen unter der Wucht dieses Unwetters, wir taumelten über den stumpfen und nassen Sand der Düne, immer noch Hilke folgend, die jetzt auf die Hütte des Malers zulief, die Hütte erreichte und sogleich die Tür aufriß, aber nicht schloß, sondern in der dunklen, vom Regen schraffierten Öffnung stehen blieb, bis wir bei ihr waren. Sie rief uns in die Hütte hinein. Sie warf die Tür zu und seufzte zufrieden auf.
Den Riegel, sagte der Maler, du mußt noch den Riegel vorschieben, und meine Schwester schlug mit ihrem Handballen gegen den Riegel, und dann standen wir triefend in der Hütte des Malers."
(Denn der Juli musste hier leider ausfallen.)
Siegfried Lenz: "Deutschstunde"
dtv-Taschenbuch - ISBN 978-3-423-13411-8
(Es gibt viele verschiedene Ausgaben, meine erste war ein dickes, gebundenes Buch...)
Mein Buch des Monats Oktober
Warum eigentlich? Siegfried Lenz ist tot. Vergangene Woche gestorben.
Für mich bedeutet Siegfried Lenz die "Deutschstunde", auch wenn er natürlich wesentlich mehr geschrieben hat...
Die "Deutschstunde" war der erste Kontakt zu seinen Werken, ich habe sie zum ersten Male mit fünfzehn Jahren gelesen und ein Referat im Deutschunterricht darüber gehalten. Vor allem war ich beeindruckt vom norddeutschen Lokalkolorit - wie auf Knopfdruck sah und sehe ich in Gedanken den gewissenhaften, zu gewissenhaften, Polizisten Jepsen mit seinem Fahrrad im Sturmwind auf dem Deich radeln. In meinem Kopf entstehen die leuchtenden Gemälde des Malers Nansen, dem man nur zu deutlich den Emil Nolde (der bürgerlich ja "Hansen" hieß!) anmerkt, von der Obrigkeit verfolgt, denn seine Bilder galten als "entartete Kunst."
Deutschstunde - der Titel bezieht sich auf die Rahmenhandlung. Der Jugendliche Siggi J. sitzt in der Nähe von Hahnöfersand ein, ihm wird eine Strafarbeit aufgebrummt, ein deutscher Aufsatz. Und er beginnt zu schreiben, schreibt praktisch bis zum Tage seiner Entlassung, arbeitet seine Kindheit, seine Familie, alle Geschehnisse in seinem beschaulichen Ort während des Krieges auf.
Man braucht Geduld für diesen Roman, der, langsam zu lesen, geradezu beschaulich geschrieben ist. Ganz allmählich entrollt sich ein von Nordseewind und Regen, leuchtenden Gemälden und norddeutscher Sturheit getragenes Epos um "die Freuden der Pflicht."
"Wenn es bei uns regnet, dann verliert das Land seine Offenheit, seine schutzlose Tiefe, ein zerstäubter Nebel hängt über ihm und nimmt einem die Sicht; alles wird niedrig, verkürzt sich oder wächst sich schwarz und knollenhaft aus, und es lohnt sich einfach nicht, unter irgendein Dach zu treten, um ein Ende des Regens abzuwarten, denn das Ende läßt sich nicht absehen, man kann es nur nach einem Erwachen glücklich feststellen. Wenn es nur geregnet hätte, wären wir gemächlich nach Hause gegangen, das nehme ich doch an, aber das Gewitter trieb uns zum Lauf über die Düne, die reißenden Blitze über der See, der Donner, die harten Böen; das war kein Gehen unter der Wucht dieses Unwetters, wir taumelten über den stumpfen und nassen Sand der Düne, immer noch Hilke folgend, die jetzt auf die Hütte des Malers zulief, die Hütte erreichte und sogleich die Tür aufriß, aber nicht schloß, sondern in der dunklen, vom Regen schraffierten Öffnung stehen blieb, bis wir bei ihr waren. Sie rief uns in die Hütte hinein. Sie warf die Tür zu und seufzte zufrieden auf.
Den Riegel, sagte der Maler, du mußt noch den Riegel vorschieben, und meine Schwester schlug mit ihrem Handballen gegen den Riegel, und dann standen wir triefend in der Hütte des Malers."
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Freitag, 12. September 2014
Buch des Monats September: Helgoland - Reisereif für die Insel
Mein achter Beitrag zur BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen.
(Denn der Juli musste hier leider ausfallen.)
Wiebke Kramp: "Helgoland - Reisereif für die Insel"
Koehlers Verlagsgesellschaft Hamburg - ISBN 978-3-7822-1092-8
Mein Buch des Monats September
Warum eigentlich? Oh, das war dieses Mal ganz einfach: Ich suchte Lesestoff über Helgoland, weil ich vor einer Reise - und sei sie noch so kurz - mich gerne über mein Ziel informiere. Reiseführer lese ich gerne.
Gerade, weil ich mich in der Vergangenheit bereits mit allerlei Reiseliteratur beschäftigt habe, fällt meiner Meinung nach dieses Buch angenehm aus dem Rahmen. Es mag sein, dass, je kleiner das Reiseziel ist, desto mehr Wert auf Kleinigkeiten, Einzelheiten, gelegt werden darf, damit die Seiten gefüllt werden - das ist hier aufs Wunderbarste gelungen!
In zweiundzwanzig thematisch sortierten und liebevoll bebilderten Artikeln werden hier die Besonderheiten der kleinen Felseninsel in der Deutschen Bucht aufgezeigt. Da geht es um Vogelkunde, Geschichte, Hummeressen, Hafenbummel, Kunst und Wissenschaft... und wird keinen einzigen Moment langweilig:
"Woher sie ihren Namen tatsächlich hat, bleibt wohl das Geheimnis der alten Dame. Die Lange Anna ist seit 1865 Wahrzeichen Helgolands. Entstanden ist das markante Naturdenkmal durch Felsabbrüche an der Nordspitze der Insel. Es ist Deutschlands einziger Freistehender Felsturm. Der eientliche Name lautet Hengst (helgoländisch: Hingst), Mönch oder Nordhorn-Felsnadel (Nathurn Stak).
Die Legende spricht von einer schlanken, hochgewachsenen Tanzlokalkellnerin namens Anna als Namenspatronin. Sei es drum, seit mehr als hundert Jahren hat sich jedenfalls der Name durchgesetzt."
Reiseführern ist üblicherweise eine gewisse Trockenheit des Ausdrucks zu eigen, eine Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten nebst Öffnungszeiten, Kosten, Anfahrtwegen... Mit diesem Büchlein, das immerhin 144 Seiten umfasst, ist es der Autorin gelungen, die Daten und Fakten unterhaltsam zu präsentieren.
Es ist mir nicht gelungen, während meiner Reisevorbereitung alles zu lesen, deshalb begleitet es mich gerade jetzt auf meiner Stippvisite!
(Denn der Juli musste hier leider ausfallen.)
Wiebke Kramp: "Helgoland - Reisereif für die Insel"
Koehlers Verlagsgesellschaft Hamburg - ISBN 978-3-7822-1092-8
Mein Buch des Monats September
Warum eigentlich? Oh, das war dieses Mal ganz einfach: Ich suchte Lesestoff über Helgoland, weil ich vor einer Reise - und sei sie noch so kurz - mich gerne über mein Ziel informiere. Reiseführer lese ich gerne.
Gerade, weil ich mich in der Vergangenheit bereits mit allerlei Reiseliteratur beschäftigt habe, fällt meiner Meinung nach dieses Buch angenehm aus dem Rahmen. Es mag sein, dass, je kleiner das Reiseziel ist, desto mehr Wert auf Kleinigkeiten, Einzelheiten, gelegt werden darf, damit die Seiten gefüllt werden - das ist hier aufs Wunderbarste gelungen!
In zweiundzwanzig thematisch sortierten und liebevoll bebilderten Artikeln werden hier die Besonderheiten der kleinen Felseninsel in der Deutschen Bucht aufgezeigt. Da geht es um Vogelkunde, Geschichte, Hummeressen, Hafenbummel, Kunst und Wissenschaft... und wird keinen einzigen Moment langweilig:
"Woher sie ihren Namen tatsächlich hat, bleibt wohl das Geheimnis der alten Dame. Die Lange Anna ist seit 1865 Wahrzeichen Helgolands. Entstanden ist das markante Naturdenkmal durch Felsabbrüche an der Nordspitze der Insel. Es ist Deutschlands einziger Freistehender Felsturm. Der eientliche Name lautet Hengst (helgoländisch: Hingst), Mönch oder Nordhorn-Felsnadel (Nathurn Stak).
Die Legende spricht von einer schlanken, hochgewachsenen Tanzlokalkellnerin namens Anna als Namenspatronin. Sei es drum, seit mehr als hundert Jahren hat sich jedenfalls der Name durchgesetzt."
Reiseführern ist üblicherweise eine gewisse Trockenheit des Ausdrucks zu eigen, eine Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten nebst Öffnungszeiten, Kosten, Anfahrtwegen... Mit diesem Büchlein, das immerhin 144 Seiten umfasst, ist es der Autorin gelungen, die Daten und Fakten unterhaltsam zu präsentieren.
Es ist mir nicht gelungen, während meiner Reisevorbereitung alles zu lesen, deshalb begleitet es mich gerade jetzt auf meiner Stippvisite!
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Dienstag, 12. August 2014
Buch des Monats August: Nein, ich geh nicht zum Seniorentreff!
Mein siebter Beitrag zur BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen.
(Denn der Juli musste hier leider ausfallen.)
Virginia Ironside "Nein, ich geh nicht zum Seniorentreff!"
Goldmann-Taschenbuch - ISBN 978-3-442-47256-7
Titel der englischen Originalausgabe: "The Virginia Monologues"
Mein Buch des Monats August
Warum eigentlich? Weil ich aus privat-persönlichen Gründen derzeit keine "echte" oder "schwere" Literatur lesen kann, suchte ich etwas zum Entspannen, mit Humor und Augenzwinkern.
Schon wieder ein Monolog, ach, aber *das* war nun keine Absicht...
Es geht, wer hätte das gedacht, ums Älterwerden. Wann beginnt eigentlich "das Alter"? Mit fünfzig, sechzig - oder erst mit fünfundachtzig Jahren?
"Es scheint, als wäre das Altwerden eines der letzten Tabus, über das die meisten Alten nicht reden wollen. Immer, wenn ich Dinge sage wie "Ich hab nur noch ein paar Jahre, da kann ich genauso gut...", schnappen alle entsetzt nach Luft und schreien "Sag das nicht!", als würde ich durch die Erwähnung irgendeines, wenn auch noch so unbestimmten Endes meinen Tod heraufbeschwören.."
In zwanzig kurzweiligen Kapiteln, angefangen mit "Zipperlein", über "Arbeit", "Aussehen" und "Wieder allein" bis hin zu "Enkelkinder" werden die verschiedenen Themen humorig aufs Korn genommen.
"Natürlich kann ich im Notfall immer noch meine Black & Decker aufheulen lassen. Und wenn es alte Damen schaffen, Einbrecher mit dem Mopp zu verscheuchen (und die Zeitungen berichten fast täglich von diesen Heldinnen des Alltags, die bekifften Hooligans eins mit dem Schrubber überbraten), dann kann ich natürlich auch ein Regal zusammenzimmern.
Aber ich habe keine Lust mehr dazu."
Die Kapitel beginnen jeweils mit einem längeren Gedicht oder Zitat. Und zwar sind die Gedichte zunächst im englischen Original abgedruckt, dann folgt die deutsche Übersetzung. Das gefällt mir, denn hier wird im Englischen mit Sprache gespielt, was dem Leser sonst entgehen würde.
Aber es gibt auch etwas, das mich zeitwese störte: Das Buch ist inhaltlich trotz ordentlicher Übersetzung zu sehr im angelsächsischen Raum zu Hause, das fällt auf, wenn zum Beispiel über die Verordnung von Medikamenten gelästert wird oder irgendwelche Organisationen ge- und benannt werden.
Insgesamt ein Buch zum Entspannen, mehr nicht. Das dafür aber reichlich.
(Denn der Juli musste hier leider ausfallen.)
Virginia Ironside "Nein, ich geh nicht zum Seniorentreff!"
Goldmann-Taschenbuch - ISBN 978-3-442-47256-7
Titel der englischen Originalausgabe: "The Virginia Monologues"
Mein Buch des Monats August
Warum eigentlich? Weil ich aus privat-persönlichen Gründen derzeit keine "echte" oder "schwere" Literatur lesen kann, suchte ich etwas zum Entspannen, mit Humor und Augenzwinkern.
Schon wieder ein Monolog, ach, aber *das* war nun keine Absicht...
Es geht, wer hätte das gedacht, ums Älterwerden. Wann beginnt eigentlich "das Alter"? Mit fünfzig, sechzig - oder erst mit fünfundachtzig Jahren?
"Es scheint, als wäre das Altwerden eines der letzten Tabus, über das die meisten Alten nicht reden wollen. Immer, wenn ich Dinge sage wie "Ich hab nur noch ein paar Jahre, da kann ich genauso gut...", schnappen alle entsetzt nach Luft und schreien "Sag das nicht!", als würde ich durch die Erwähnung irgendeines, wenn auch noch so unbestimmten Endes meinen Tod heraufbeschwören.."
In zwanzig kurzweiligen Kapiteln, angefangen mit "Zipperlein", über "Arbeit", "Aussehen" und "Wieder allein" bis hin zu "Enkelkinder" werden die verschiedenen Themen humorig aufs Korn genommen.
"Natürlich kann ich im Notfall immer noch meine Black & Decker aufheulen lassen. Und wenn es alte Damen schaffen, Einbrecher mit dem Mopp zu verscheuchen (und die Zeitungen berichten fast täglich von diesen Heldinnen des Alltags, die bekifften Hooligans eins mit dem Schrubber überbraten), dann kann ich natürlich auch ein Regal zusammenzimmern.
Aber ich habe keine Lust mehr dazu."
Die Kapitel beginnen jeweils mit einem längeren Gedicht oder Zitat. Und zwar sind die Gedichte zunächst im englischen Original abgedruckt, dann folgt die deutsche Übersetzung. Das gefällt mir, denn hier wird im Englischen mit Sprache gespielt, was dem Leser sonst entgehen würde.
Aber es gibt auch etwas, das mich zeitwese störte: Das Buch ist inhaltlich trotz ordentlicher Übersetzung zu sehr im angelsächsischen Raum zu Hause, das fällt auf, wenn zum Beispiel über die Verordnung von Medikamenten gelästert wird oder irgendwelche Organisationen ge- und benannt werden.
Insgesamt ein Buch zum Entspannen, mehr nicht. Das dafür aber reichlich.
Samstag, 12. Juli 2014
Kein Buch des Monats
Liebe Leser,
in diesem Monat muss meine Buchbesprechung leider ausfallen, denn aus familiendramatischen Gründen bin ich nicht zum Lesen, zum Gedanken sortieren gekommen.
Ich hoffe, dass es im August wieder damit weiter gehen kann!
in diesem Monat muss meine Buchbesprechung leider ausfallen, denn aus familiendramatischen Gründen bin ich nicht zum Lesen, zum Gedanken sortieren gekommen.
Ich hoffe, dass es im August wieder damit weiter gehen kann!
Donnerstag, 12. Juni 2014
Buch des Monats Juni: Novecento
Mein sechster Beitrag zur BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen.
(Eine "normale Buchbesprechung" und ein Hinweis zum Lernmaterial am Ende)
Alessandro Baricco "Novecento"
Piper Taschenbuch - ISBN 3-492-23085-7, erscheint in Kürze neu bei dtv
Titel der italienischen Originalausgabe ebenfalls „Novecento“
Mein Buch des Monats Juni
Warum eigentlich? Weil ich es mir als italienisches Lernmaterial gekauft hatte. Wie bitte? Ja, genau: Gekauft als Multimedia-Paket samt Buch auf Italienisch, einmal durchgehört und für viel zu schwierig befunden. Dann die Eingebung - beim Buchversender auf Deutsch bestellt. Eine gute Entscheidung.
Das Buch, besser Büchlein, wurde verfasst 1994. Im Vorwort äußert sich der Autor dahin gehend, dass er selbst nicht wüsste, welche Art Lektüre er hier verfasst habe. Gedacht sei es wohl als Theaterstück für eine Person, im Grunde sei es ein Monolog, vielleicht gehöre es auch zu einem Genre, das bisher noch nicht erfunden sei? Für mich Poesie in Prosa.
Es geht um Novecento. Das ist zwar primär eine Jahreszahl - Neunzehnhundert - hier aber der Name einer ganz besonderen Person, eines Findelkindes auf einem Ozeandampfer.
"Gefunden hatte ihn ein Matrose namens Danny Boodmann. Er fand ihn eines Morgens in einem Pappkarton, als in Boston alle das Schiff zum Landgang verlassen hatten. Er war höchstens zehn Tage alt. Er weinte nicht, lag still, mit geöffneten Augen, in dem Karton. Man hatte ihn im Tanzsaal der ersten Klasse abgelegt. Auf dem Klavier."
Nun hieß er nicht einfach nur Novecento, nein, er bekam einen wunderschönen langen und klangvollen Namen: Danny Boodmann T. D. Lemon Novecento.
Als Novecento acht Jahre alt war, starb sein Ziehvater durch einen tragischen Unfall, und im nächsten Hafen war Novecento verschwunden. Alle Sucherei half nichts, er blieb unauffindbar. Nachdem das Schiff wieder abgelegt hatte, in der zweiten Nacht, fand man ihn plötzlich im Tanzaal der ersten Klasse, die Beine baumelnd vom Klaviersitz und Klavier spielend wie ein Gott.
"Passagiere im Schlafanzug standen im Eingang. Immer neue kamen aus ihren Kabinen gelaufen.
Auch Matrosen, darunter drei schwarz verschmierte aus dem Maschinenraum, sowie Truman, der Funker. Alle schauten stumm.
Novecento."
Das war der Beginn einer beispiellosen Karriere des Klavierspielers auf dem Ozean, sein ganzes Leben lang ging er nicht von Bord - das heißt, ein Mal, da hatte er es versucht...
Blieb an Bord, bis sein Schiff gesprengt werden sollte, er saß auf einer Tonne Dynamit und wurde nie wieder gesehen.
http://evamarianielsen.com/
(mehr Links morgen/übermorgen)
Und hier meine Anmerkung zum Lernpaket von digital publishing:
Ich erhielt eine Schachtel mit Lektüre (ungekürzte Originalausgabe mit Erklärung der ungewöhnlichsten Vokabeln), Audio-CD und CD-Rom in gewohnt hochwertiger Ausstattung. Da ich einen auch für mich eher nicht üblichen Weg ging und zuerst die Audio-CD anhörte, dabei versuchte, mitzulesen, mich an einer mir noch nicht sehr geläufigen Zeitform störte und Mühe hatte, mit dem Lesetempo Schritt zu halten, empfand ich das Material deutlich schwieriger als A2 wie angegeben. Ich benutze inzwischen die deutsche Übersetzung neben dem originalen Text und erfreue mich an vielen schönen Redewendungen und bildhaften Ausdrücken. Die schwierige Zeitform rückt eindeutig in den Hintergrund. Das Sprachniveau würde ich persönlich eher mit B2 angeben. Aber egal, es macht jetzt Spaß.
(Eine "normale Buchbesprechung" und ein Hinweis zum Lernmaterial am Ende)
Alessandro Baricco "Novecento"
Piper Taschenbuch - ISBN 3-492-23085-7, erscheint in Kürze neu bei dtv
Titel der italienischen Originalausgabe ebenfalls „Novecento“
Mein Buch des Monats Juni
Warum eigentlich? Weil ich es mir als italienisches Lernmaterial gekauft hatte. Wie bitte? Ja, genau: Gekauft als Multimedia-Paket samt Buch auf Italienisch, einmal durchgehört und für viel zu schwierig befunden. Dann die Eingebung - beim Buchversender auf Deutsch bestellt. Eine gute Entscheidung.
Das Buch, besser Büchlein, wurde verfasst 1994. Im Vorwort äußert sich der Autor dahin gehend, dass er selbst nicht wüsste, welche Art Lektüre er hier verfasst habe. Gedacht sei es wohl als Theaterstück für eine Person, im Grunde sei es ein Monolog, vielleicht gehöre es auch zu einem Genre, das bisher noch nicht erfunden sei? Für mich Poesie in Prosa.
Es geht um Novecento. Das ist zwar primär eine Jahreszahl - Neunzehnhundert - hier aber der Name einer ganz besonderen Person, eines Findelkindes auf einem Ozeandampfer.
"Gefunden hatte ihn ein Matrose namens Danny Boodmann. Er fand ihn eines Morgens in einem Pappkarton, als in Boston alle das Schiff zum Landgang verlassen hatten. Er war höchstens zehn Tage alt. Er weinte nicht, lag still, mit geöffneten Augen, in dem Karton. Man hatte ihn im Tanzsaal der ersten Klasse abgelegt. Auf dem Klavier."
Nun hieß er nicht einfach nur Novecento, nein, er bekam einen wunderschönen langen und klangvollen Namen: Danny Boodmann T. D. Lemon Novecento.
Als Novecento acht Jahre alt war, starb sein Ziehvater durch einen tragischen Unfall, und im nächsten Hafen war Novecento verschwunden. Alle Sucherei half nichts, er blieb unauffindbar. Nachdem das Schiff wieder abgelegt hatte, in der zweiten Nacht, fand man ihn plötzlich im Tanzaal der ersten Klasse, die Beine baumelnd vom Klaviersitz und Klavier spielend wie ein Gott.
"Passagiere im Schlafanzug standen im Eingang. Immer neue kamen aus ihren Kabinen gelaufen.
Auch Matrosen, darunter drei schwarz verschmierte aus dem Maschinenraum, sowie Truman, der Funker. Alle schauten stumm.
Novecento."
Das war der Beginn einer beispiellosen Karriere des Klavierspielers auf dem Ozean, sein ganzes Leben lang ging er nicht von Bord - das heißt, ein Mal, da hatte er es versucht...
Blieb an Bord, bis sein Schiff gesprengt werden sollte, er saß auf einer Tonne Dynamit und wurde nie wieder gesehen.
http://evamarianielsen.com/
(mehr Links morgen/übermorgen)
Und hier meine Anmerkung zum Lernpaket von digital publishing:
Ich erhielt eine Schachtel mit Lektüre (ungekürzte Originalausgabe mit Erklärung der ungewöhnlichsten Vokabeln), Audio-CD und CD-Rom in gewohnt hochwertiger Ausstattung. Da ich einen auch für mich eher nicht üblichen Weg ging und zuerst die Audio-CD anhörte, dabei versuchte, mitzulesen, mich an einer mir noch nicht sehr geläufigen Zeitform störte und Mühe hatte, mit dem Lesetempo Schritt zu halten, empfand ich das Material deutlich schwieriger als A2 wie angegeben. Ich benutze inzwischen die deutsche Übersetzung neben dem originalen Text und erfreue mich an vielen schönen Redewendungen und bildhaften Ausdrücken. Die schwierige Zeitform rückt eindeutig in den Hintergrund. Das Sprachniveau würde ich persönlich eher mit B2 angeben. Aber egal, es macht jetzt Spaß.
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Montag, 12. Mai 2014
Buch des Monats Mai: Liebes altes Hamburg
Mein fünfter Beitrag zur BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen.
Dieses Mal keine Belletristik.
"Liebes altes Hamburg", ein Hamburgensien-Buch (zweite Folge)
Mein Buch des Monats Mai
Warum eigentlich? Meine übliche Einleitung, die Antwort ist heute denkbar einfach: Ich räume auf, sichte, sortiere, seit Wochen, Monaten und immer wieder. Dabei fiel mir unter anderem dieses Buch in die Hände, zusammen mit alten Atlanten, Bildbänden - ich habe mich schlicht und ergreifend festgelesen, ließ mich einfangen vom Zauber der alten Bilder und begleitenden Texte zur Geschichte meiner Heimatstadt.
Dieses Mal keine Belletristik.
"Liebes altes Hamburg", ein Hamburgensien-Buch (zweite Folge)
Ausgewählt, eingeleitet und beschrieben von Helmuth Thomsen
Broschek Verlag, Hamburg, 1968, neue Auflage von 1972
Broschek Verlag, Hamburg, 1968, neue Auflage von 1972
ISBN 3 87102 018 4
Mein Buch des Monats Mai
Warum eigentlich? Meine übliche Einleitung, die Antwort ist heute denkbar einfach: Ich räume auf, sichte, sortiere, seit Wochen, Monaten und immer wieder. Dabei fiel mir unter anderem dieses Buch in die Hände, zusammen mit alten Atlanten, Bildbänden - ich habe mich schlicht und ergreifend festgelesen, ließ mich einfangen vom Zauber der alten Bilder und begleitenden Texte zur Geschichte meiner Heimatstadt.
Nun denke ich beileibe nicht, dass Ihr alle losrennt, um Euch dieses Buch, welches antiquarisch ohne Mühe erhältlich ist, zu besorgen - aber ich fand bei meiner Recherche eine Vielzahl ähnlicher Bücher für viele, viele Städte. So soll es eine Idee, ein Vorschlag, sein für diejenigen, die sich für die Geschichte ihrer Stadt interessieren oder einfach alte Stiche oder Litographien zu sich sprechen lassen mögen.
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Samstag, 12. April 2014
Buch des Monats April: London Killing
Mein vierter Beitrag zur BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen.
Oliver Harris, "London Killing"
HEYNE Taschenbuch 07/2013 - ISBN 978-3-453-43717-3
Titel der Originalausgabe „The Hollow Man“
Mein Buch des Monats April
Warum eigentlich? Nachdem ich hier gerne über ältere Bücher spreche, war mir selbst danach, eines von meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher) zu nehmen. Ein Krimi, als "Thriller" auf dem Buchtitel bezeichnet. Ich war positiv überrascht.
Nick Belsey, glückloser Londoner Cop - Geld verspielt, Polizeiwagen zu Schrott gefahren, Wohnung verloren - gerät in eine Spirale der Gesetzlosigkeit...
Zunächst erfährt er von einem Vermissten, den jedoch nie jemand gesehen zu haben scheint, lässt sich in dessen Haus praktisch nieder, stößt dann allerdings auf eine Menge Ungereimtheiten. Findet schließlich auch eine Leiche in einem geheimen Raum. Ganz der "gute Cop", ermittelt er eigenmächtig weiter, wohl wissend, dass seine Dienstsuspendierung so gut wie sicher ist. Bei diesen Ermittlungen bewegt er sich ständig im Grenzland zwischen Gut und Böse, so dass ich mich anfangs immer wieder fragte, welche Schublade für Nick Belsey die richtige ist.
Als schließlich in einem Starbucks ein junges Mädchen erschossen wird, nehmen die Dinge eine dramatische Wendung, Belsey gerät immer weiter in einen Strudel aus Korruption und gefährlichen Machtspielen, bei denen er vorgibt, jemand Anderes zu sein. Bei Bedarf allerdings ist sein Polizistenstatus hilfreich, um den Stand der Ermittlungen zu erfahren. Niemand weiß, dass er aus eigenem Antrieb ermittelt, sein Wissen nicht an die Polizeikollegen weitergibt, die den unsinnigsten Vermutungen und vermeintlichen Spuren zu folgen scheinen.
"Er ging in das Zimmer des toten Mädchens, und nichts ergab einen Sinn.
Popstars an der Wand. Popmagazine. Er schaute auf die Titel: zwei Jahre alt, drei Jahre alt. Der Schreibblock eines Kindes, Schulunterlagen. Belsey zeichnete mit dem Finger eine Linie in die Staubschicht auf dem Nachttisch. Er schaute in den Kleiderschrank und in Schubladen und fand nichts außer jeder Menge Kaufhausklamotten.
Während er wieder nach unten ins Wohnzimmer ging, dachte er an die elegante junge Frau, die er am Morgen gesehen hatte.
...
Jetzt war er sich sicher: Jessica war Sophie gewesen. Alexei Devereux' Assistentin."
Als Leser, das dürfte so weit klar sein, steht man stets auf der Seite von Belsey, trotz all seiner Verfehlungen kann man nicht umhin, ihn zu mögen und mit ihm zu fiebern.
Fast fünfhundert Seiten spannender Lesegenuss!
http://evamarianielsen.com/
http://evamarianielsen.com/2014/04/10/bald-gehts-wieder-los-mit-der-buchblogparade/
und
http://evamarianielsen.com/2014/04/12/die-buchblogparade-im-april-zum-aufstieg-und-fall-einer-deutschen-familie-in-tsingtau/
Oliver Harris, "London Killing"
HEYNE Taschenbuch 07/2013 - ISBN 978-3-453-43717-3
Titel der Originalausgabe „The Hollow Man“
Mein Buch des Monats April
Warum eigentlich? Nachdem ich hier gerne über ältere Bücher spreche, war mir selbst danach, eines von meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher) zu nehmen. Ein Krimi, als "Thriller" auf dem Buchtitel bezeichnet. Ich war positiv überrascht.
Nick Belsey, glückloser Londoner Cop - Geld verspielt, Polizeiwagen zu Schrott gefahren, Wohnung verloren - gerät in eine Spirale der Gesetzlosigkeit...
Zunächst erfährt er von einem Vermissten, den jedoch nie jemand gesehen zu haben scheint, lässt sich in dessen Haus praktisch nieder, stößt dann allerdings auf eine Menge Ungereimtheiten. Findet schließlich auch eine Leiche in einem geheimen Raum. Ganz der "gute Cop", ermittelt er eigenmächtig weiter, wohl wissend, dass seine Dienstsuspendierung so gut wie sicher ist. Bei diesen Ermittlungen bewegt er sich ständig im Grenzland zwischen Gut und Böse, so dass ich mich anfangs immer wieder fragte, welche Schublade für Nick Belsey die richtige ist.
Als schließlich in einem Starbucks ein junges Mädchen erschossen wird, nehmen die Dinge eine dramatische Wendung, Belsey gerät immer weiter in einen Strudel aus Korruption und gefährlichen Machtspielen, bei denen er vorgibt, jemand Anderes zu sein. Bei Bedarf allerdings ist sein Polizistenstatus hilfreich, um den Stand der Ermittlungen zu erfahren. Niemand weiß, dass er aus eigenem Antrieb ermittelt, sein Wissen nicht an die Polizeikollegen weitergibt, die den unsinnigsten Vermutungen und vermeintlichen Spuren zu folgen scheinen.
"Er ging in das Zimmer des toten Mädchens, und nichts ergab einen Sinn.
Popstars an der Wand. Popmagazine. Er schaute auf die Titel: zwei Jahre alt, drei Jahre alt. Der Schreibblock eines Kindes, Schulunterlagen. Belsey zeichnete mit dem Finger eine Linie in die Staubschicht auf dem Nachttisch. Er schaute in den Kleiderschrank und in Schubladen und fand nichts außer jeder Menge Kaufhausklamotten.
Während er wieder nach unten ins Wohnzimmer ging, dachte er an die elegante junge Frau, die er am Morgen gesehen hatte.
...
Jetzt war er sich sicher: Jessica war Sophie gewesen. Alexei Devereux' Assistentin."
Als Leser, das dürfte so weit klar sein, steht man stets auf der Seite von Belsey, trotz all seiner Verfehlungen kann man nicht umhin, ihn zu mögen und mit ihm zu fiebern.
Fast fünfhundert Seiten spannender Lesegenuss!
http://evamarianielsen.com/
http://evamarianielsen.com/2014/04/10/bald-gehts-wieder-los-mit-der-buchblogparade/
und
http://evamarianielsen.com/2014/04/12/die-buchblogparade-im-april-zum-aufstieg-und-fall-einer-deutschen-familie-in-tsingtau/
Mittwoch, 12. März 2014
Buch des Monats März: Außenseiter der Gesellschaft
Mein dritter Beitrag zur BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen.
Warwick Deeping, „Außenseiter der Gesellschaft“
1955, Bertelsmann Lesering, Titel der Originalausgabe „Roper’s Row“
aus dem Englischen übertragen von Curt Thesing
Mein Buch des Monats März
Warum eigentlich? Ich habe dieses Buch im Laufe meines Lebens mehrere Male gelesen, und jedes Mal hat es mich anders angesprochen, je nach meinem Lebensalter. Als junges Mädchen war es einfach ein Buch unter vielen anderen, die mein Vater mir empfohlen hatte. Später bezauberte mich die vermeintlich altertümliche Sprache, jetzt ist es eher das Eintauchen in die Gesellschaftsstruktur einer sehr lang vergangenen Zeit.
Christopher Hazzard, mit einer Gehbehinderung geboren und dadurch körperlich benachteiligt, ist der Inbegriff eines sehr eifrigen, geradezu leidenschaftlichen Medizinstudenten. Seine Mutter, die ihn liebt und immer gefördert hat, kann ihn finanziell nicht unterstützen, so dass er mit kleinen Jobs und rigoroser Sparsamkeit in seiner kleinen Dachkammer ein sparsames, geradezu ärmliches Leben führt.
"Er öffnete die Holztüren der beiden Zuckerkisten, nahm einen Petroleumofen, einen Kessel, einen halben Laib Brot, ein Stück Holländer Käse, einen weißen Milchtopf, zwei blaue Teller, eine braune Teekanne, einen Teelöffel und ein Messer mit schwarzem Griff heraus. Er ordnete die Sachen auf dem Tisch. Der Petroleumofen war peinlich sauber, sonst hätte der Duft jener Wiltshirerosen nicht noch immer in dem Zimmer geschwebt. Sorgfältig und genau, ja, fast zaghaft deckte er den Tisch, als gehöre es zu seiner Selbsterziehung, das Beste aus dem wenigen zu machen, was er besaß."
Wie es Menschen, die ein wenig anders sind als die Anderen, immer schon ergangen ist, so wird auch Hazzard von seinen mitunter übermütigen, auch manchem bösartig veranlagten, Mitstudenten schikaniert und so manch übler Streich gespielt. Den Begriff „Mobbing“ gab es noch nicht, bezeichnet aber genau diesen Sachverhalt.
Auf derselben Etage des Mieshauses in der Ropers Gasse Nr. 7 wohnt das Fräulein Ruth Avery, das sich tags als Stenotypistin durchs Leben schlägt und bis in die Nacht hinein mit ihrer Schreibmaschine laut klappernd Texte abtippt, um ein wenig Geld hinzu zu verdienen.
Aus heutiger Sicht bezaubernd altertümlich-umständlich lernen sich nun der Medizinstudent und das Fräulein kennen – und auch wieder nicht. Das mühsam-höfliche Gebaren, nicht ausgesprochene Gedanken, große und kleine Missverständnisse, all dieses wirkt wie ein Tanz mit komplizierter Choreografie, und es dauert mehr als ein halbes Buch lang, bis sie einander „kriegen“ und fast nochmal so lang, bis sie sich ihrer Liebe sicher sind.
"Genau, wie sie sich an jenem ersten Abend eine Schürze umgebunden hatte, unterzog sie sich jetzt der Arbeit einer Haushälterin, und Hazzard brauchte nur zuzusehen und nachzudenken und sich zu freuen. Sie fegte und säuberte sein Arbeitszimmer; sie machte die Betten und kochte, obwohl der Himmel allein wußte, wo und wie sie das Kochen gelernt hatte. Sie war stets gegenwärtig, unterwürfig, sanft und schweigsam."
Ein wunderbarer Gesellschaftsroman, der vergangene Zeiten wieder belebt und bei aller be- und verzaubernder Romantik dem Leser, mehr noch der Leserin, vor Augen führt, wie sehr sich die Rollenklischees aufgelöst haben und wie entspannt wir in aller Regel miteinander umgehen!
Auch, wenn die Veröffentlichung dieses Romans etwas her ist, er ist antiquarisch vielerorts erhältlich, eine einfache Internetsuche führt zu zahlreichen Treffern.
Warwick Deeping, „Außenseiter der Gesellschaft“
1955, Bertelsmann Lesering, Titel der Originalausgabe „Roper’s Row“
aus dem Englischen übertragen von Curt Thesing
Mein Buch des Monats März
Warum eigentlich? Ich habe dieses Buch im Laufe meines Lebens mehrere Male gelesen, und jedes Mal hat es mich anders angesprochen, je nach meinem Lebensalter. Als junges Mädchen war es einfach ein Buch unter vielen anderen, die mein Vater mir empfohlen hatte. Später bezauberte mich die vermeintlich altertümliche Sprache, jetzt ist es eher das Eintauchen in die Gesellschaftsstruktur einer sehr lang vergangenen Zeit.
Christopher Hazzard, mit einer Gehbehinderung geboren und dadurch körperlich benachteiligt, ist der Inbegriff eines sehr eifrigen, geradezu leidenschaftlichen Medizinstudenten. Seine Mutter, die ihn liebt und immer gefördert hat, kann ihn finanziell nicht unterstützen, so dass er mit kleinen Jobs und rigoroser Sparsamkeit in seiner kleinen Dachkammer ein sparsames, geradezu ärmliches Leben führt.
"Er öffnete die Holztüren der beiden Zuckerkisten, nahm einen Petroleumofen, einen Kessel, einen halben Laib Brot, ein Stück Holländer Käse, einen weißen Milchtopf, zwei blaue Teller, eine braune Teekanne, einen Teelöffel und ein Messer mit schwarzem Griff heraus. Er ordnete die Sachen auf dem Tisch. Der Petroleumofen war peinlich sauber, sonst hätte der Duft jener Wiltshirerosen nicht noch immer in dem Zimmer geschwebt. Sorgfältig und genau, ja, fast zaghaft deckte er den Tisch, als gehöre es zu seiner Selbsterziehung, das Beste aus dem wenigen zu machen, was er besaß."
Wie es Menschen, die ein wenig anders sind als die Anderen, immer schon ergangen ist, so wird auch Hazzard von seinen mitunter übermütigen, auch manchem bösartig veranlagten, Mitstudenten schikaniert und so manch übler Streich gespielt. Den Begriff „Mobbing“ gab es noch nicht, bezeichnet aber genau diesen Sachverhalt.
Auf derselben Etage des Mieshauses in der Ropers Gasse Nr. 7 wohnt das Fräulein Ruth Avery, das sich tags als Stenotypistin durchs Leben schlägt und bis in die Nacht hinein mit ihrer Schreibmaschine laut klappernd Texte abtippt, um ein wenig Geld hinzu zu verdienen.
Aus heutiger Sicht bezaubernd altertümlich-umständlich lernen sich nun der Medizinstudent und das Fräulein kennen – und auch wieder nicht. Das mühsam-höfliche Gebaren, nicht ausgesprochene Gedanken, große und kleine Missverständnisse, all dieses wirkt wie ein Tanz mit komplizierter Choreografie, und es dauert mehr als ein halbes Buch lang, bis sie einander „kriegen“ und fast nochmal so lang, bis sie sich ihrer Liebe sicher sind.
"Genau, wie sie sich an jenem ersten Abend eine Schürze umgebunden hatte, unterzog sie sich jetzt der Arbeit einer Haushälterin, und Hazzard brauchte nur zuzusehen und nachzudenken und sich zu freuen. Sie fegte und säuberte sein Arbeitszimmer; sie machte die Betten und kochte, obwohl der Himmel allein wußte, wo und wie sie das Kochen gelernt hatte. Sie war stets gegenwärtig, unterwürfig, sanft und schweigsam."
Ein wunderbarer Gesellschaftsroman, der vergangene Zeiten wieder belebt und bei aller be- und verzaubernder Romantik dem Leser, mehr noch der Leserin, vor Augen führt, wie sehr sich die Rollenklischees aufgelöst haben und wie entspannt wir in aller Regel miteinander umgehen!
Auch, wenn die Veröffentlichung dieses Romans etwas her ist, er ist antiquarisch vielerorts erhältlich, eine einfache Internetsuche führt zu zahlreichen Treffern.
Mittwoch, 12. Februar 2014
Buch des Monats Februar: Die Prinzen von Irland
Mein zweiter Beitrag zur BuchBlogParade von Eva MariaNielsen.
Edward Rutherford, „Die Prinzen von Irland“ – Die große DUBLIN-SAGA
Wilhelm Heyne Verlag München, Taschenbuch, ISBN 978-3-453-47072-9
Mein Buch des Monats Februar
Warum eigentlich? Vor einem Jahr stand ich in Tara, bestieg die Hügel mit den Königsgräbern (rollte auch einen hinab, aber das ist eine andere Geschichte) und wusste nicht wirklich viel über die Geschichte Irlands. Mein Wissen beschränkte sich auf das, was Reiseführer bezüglich Dublin hergaben sowie erste Stadterkundungen, Kirchenbesichtigungen, Touristenprogramm eben.
Mein jährlicher Besuch in Dublin stand an. Seit Monaten lag nun dieses Buch hier, ich hatte es mir auf eine persönliche Empfehlung hin zugelegt, und „es guckte mich die ganze Zeit an."
Das Buch beginnt mit einer kleinen und sehr liebevollen Einleitung über die Entstehung der grünen Insel und Unterschiede gegenüber Britannien. Vieles scheint im Dunkel der Geschichte verloren zu sein, das Wenige ist gut aufbereitet ohne zu langweilen.
„Der Himmel war bereits klarer, blasser Azur. In wenigen Augenblicken würde vom Meer her die Sonne aufgehen. Schon war von der Ostküste der Insel aus längs des Horizonts ein goldenes Schimmern zu sehen. Es war die Wintersonnenwende, der kürzeste Tag des Jahres.“
Die eigentliche Geschichte beginnt im Jahr 430, als Deidre zum Hochsommerfest Lughnasa verkauft werden soll und sich während der Festvorbereitungen in den Prinzen verliebt, der als Säugling von einem Druiden mit einem Spruch belegt worden war:
„Conall soll nicht sterben,
bevor er erstens sein eigenes Gewand beerdigt hat,
zweitens bei Sonnenaufgang das Meer überquert hat,
drittens durch einen schwarzen Nebel nach Tara gelangt ist.“
Im Folgenden wird ein gewaltiges Wortgemälde vom Leben, den Sitten und Gebräuchen der frühen Iren entworfen, das dem Leser eine erste Orientierung gibt von einer Historie, die sich deutlich von der bekannten Geschichte Nord- und Mitteleuropas unterscheidet.
Da ich das Buch nicht fertig gelesen hatte vor meinem Abflug, nun gerade wieder zurück bin, warten hier die weitere Geschichten des (der) Prinzen und der Insel, deren Gras wirklich grüner ist als anderswo – und das Wasser leuchtet türkis.
Edward Rutherford, „Die Prinzen von Irland“ – Die große DUBLIN-SAGA
Wilhelm Heyne Verlag München, Taschenbuch, ISBN 978-3-453-47072-9
Mein Buch des Monats Februar
Warum eigentlich? Vor einem Jahr stand ich in Tara, bestieg die Hügel mit den Königsgräbern (rollte auch einen hinab, aber das ist eine andere Geschichte) und wusste nicht wirklich viel über die Geschichte Irlands. Mein Wissen beschränkte sich auf das, was Reiseführer bezüglich Dublin hergaben sowie erste Stadterkundungen, Kirchenbesichtigungen, Touristenprogramm eben.
Mein jährlicher Besuch in Dublin stand an. Seit Monaten lag nun dieses Buch hier, ich hatte es mir auf eine persönliche Empfehlung hin zugelegt, und „es guckte mich die ganze Zeit an."
Das Buch beginnt mit einer kleinen und sehr liebevollen Einleitung über die Entstehung der grünen Insel und Unterschiede gegenüber Britannien. Vieles scheint im Dunkel der Geschichte verloren zu sein, das Wenige ist gut aufbereitet ohne zu langweilen.
„Der Himmel war bereits klarer, blasser Azur. In wenigen Augenblicken würde vom Meer her die Sonne aufgehen. Schon war von der Ostküste der Insel aus längs des Horizonts ein goldenes Schimmern zu sehen. Es war die Wintersonnenwende, der kürzeste Tag des Jahres.“
Die eigentliche Geschichte beginnt im Jahr 430, als Deidre zum Hochsommerfest Lughnasa verkauft werden soll und sich während der Festvorbereitungen in den Prinzen verliebt, der als Säugling von einem Druiden mit einem Spruch belegt worden war:
„Conall soll nicht sterben,
bevor er erstens sein eigenes Gewand beerdigt hat,
zweitens bei Sonnenaufgang das Meer überquert hat,
drittens durch einen schwarzen Nebel nach Tara gelangt ist.“
Im Folgenden wird ein gewaltiges Wortgemälde vom Leben, den Sitten und Gebräuchen der frühen Iren entworfen, das dem Leser eine erste Orientierung gibt von einer Historie, die sich deutlich von der bekannten Geschichte Nord- und Mitteleuropas unterscheidet.
Da ich das Buch nicht fertig gelesen hatte vor meinem Abflug, nun gerade wieder zurück bin, warten hier die weitere Geschichten des (der) Prinzen und der Insel, deren Gras wirklich grüner ist als anderswo – und das Wasser leuchtet türkis.
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Sonntag, 12. Januar 2014
Buch des Monats Januar: Die Schule der Rätselmeister
Was ist das überhaupt, das Buch des Monats?
Ich stolperte über die BuchBlogParade: 12 Bücher in 12 Monaten und fühlte mich spontan angesprochen. Ohne zu wissen, ob ich aufgenommen werde, "musste" ich einfach anfangen zu schreiben.
Buch des Monats Januar
Patricia A. McKillip, Band 1 der Erdzauber-Trilogie „Die Schule der Rätselmeister“
Wilhelm Goldmann Verlag 1981, ISBN 3-442-23805-6
Mein Buch des Monats Januar.
Warum eigentlich? Es war einmal vor langer Zeit im Januar, als mir dieses Buch in die Hände fiel. Zugegebenermaßen war es – wie so oft – die Umschlaggestaltung, welche mich spontan ansprach. Fantasy-Roman? Nie gehört. Was war das? Egal. Es war Januar, und das Buch verhieß ein helles Licht in dunkler Zeit.
Wie ein Donnerschlag beginnt die Geschichte des Fürsten Morgon von Hed – und stürzt den Leser kopfüber in eine Welt voller Magie, wo es um das Landrecht geht (eine Art siebter Sinn für das, was das Land ausmacht und in ihm vor geht), einen mystischen Harfner mit einer Harfe ohne Saiten und dringend zu lösende Rätsel.
Es dauerte eine ganze Weile, bis ich der Geschichte voller Geheimnisse und Seltsamkeiten folgen konnte, eine gewisse geistige Flexibilität des Lesers ist gefragt, genauso wie der unbedingte Wunsch, dem Helden wider Willen in sein Abenteuer zu folgen.
„Auber berichtete Mathom, und als Mathom hörte, daß jemand sich heimlich in sein Land gestohlen und einen Rätselkampf gewonnen hatte, bei dem jahrhundertelang Männer ihr Leben lassen mußten, und daß dieser Unbekannte sich dann ebenso heimlich wieder fortgemacht hatte, rief er mich aus Caithnard und bat mich, die Krone für ihn zu finden, in Hed hätte ich sie zu allerletzt erwartet.“
„Sie liegt unter meinem Bett“, sagte Morgon.
(Alte Rechtschreibung zitiert.)
Das Buch ließ mich sofort nach den Folgebänden suchen, und in späteren Jahren habe ich es wiederholt gelesen. Fantasy? Was war das noch gleich? Jedenfalls nichts von alledem, was später dieses Etikett bekam. Wer jetzt neugierig geworden ist, voilà, es ist gebraucht vielerorts erhältlich, einfach die Suche bemühen.
Ich stolperte über die BuchBlogParade: 12 Bücher in 12 Monaten und fühlte mich spontan angesprochen. Ohne zu wissen, ob ich aufgenommen werde, "musste" ich einfach anfangen zu schreiben.
Buch des Monats Januar
Patricia A. McKillip, Band 1 der Erdzauber-Trilogie „Die Schule der Rätselmeister“
Wilhelm Goldmann Verlag 1981, ISBN 3-442-23805-6
Mein Buch des Monats Januar.
Warum eigentlich? Es war einmal vor langer Zeit im Januar, als mir dieses Buch in die Hände fiel. Zugegebenermaßen war es – wie so oft – die Umschlaggestaltung, welche mich spontan ansprach. Fantasy-Roman? Nie gehört. Was war das? Egal. Es war Januar, und das Buch verhieß ein helles Licht in dunkler Zeit.
Wie ein Donnerschlag beginnt die Geschichte des Fürsten Morgon von Hed – und stürzt den Leser kopfüber in eine Welt voller Magie, wo es um das Landrecht geht (eine Art siebter Sinn für das, was das Land ausmacht und in ihm vor geht), einen mystischen Harfner mit einer Harfe ohne Saiten und dringend zu lösende Rätsel.
Es dauerte eine ganze Weile, bis ich der Geschichte voller Geheimnisse und Seltsamkeiten folgen konnte, eine gewisse geistige Flexibilität des Lesers ist gefragt, genauso wie der unbedingte Wunsch, dem Helden wider Willen in sein Abenteuer zu folgen.
„Auber berichtete Mathom, und als Mathom hörte, daß jemand sich heimlich in sein Land gestohlen und einen Rätselkampf gewonnen hatte, bei dem jahrhundertelang Männer ihr Leben lassen mußten, und daß dieser Unbekannte sich dann ebenso heimlich wieder fortgemacht hatte, rief er mich aus Caithnard und bat mich, die Krone für ihn zu finden, in Hed hätte ich sie zu allerletzt erwartet.“
„Sie liegt unter meinem Bett“, sagte Morgon.
(Alte Rechtschreibung zitiert.)
Das Buch ließ mich sofort nach den Folgebänden suchen, und in späteren Jahren habe ich es wiederholt gelesen. Fantasy? Was war das noch gleich? Jedenfalls nichts von alledem, was später dieses Etikett bekam. Wer jetzt neugierig geworden ist, voilà, es ist gebraucht vielerorts erhältlich, einfach die Suche bemühen.
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