The Guest List von Lucy Foley (Roman)
Harper Collins Publishers - Taschenbuch
ISBN 978-0-00-829719-0
Warum dieses Buch? Wie schon vielfach gehabt ein Tochterbuch zur weiteren Verwertung.
Klappentext:
Hmja, es gbit eigentlich gar keinen. Vorn im Buch kommen zwei Seiten Lobhudeleien. Hintendrauf steht folgendes...
"Each has a secret
Each has a motive
Off the windswept Irish coast, guests gather for the wedding of the year
Old friends
Past grudges
Happy families
Hidden jealousies
Thirteen guests
One body
One guest won't leave this wedding alive..."
Da finde ich es besser, mal die ersten zwei Absätze des Romans hier hinzutippen:
"NOW
The wedding night
The lights go out.
In an instant, everything is in darkness. The band stop their playing. Insinde the marquee the wedding guests squeal and clutch at one another. The light from the candles on the tables only adds to the confusion, sends shadows racing up the canvas walls. It's impossible to see where anyone is or hear what anyone is saying: above the guests' voices the wind rises in a frenzy.
Outside a storm is raging. It shrieks around them, it batters the marquee. At each assault the whole structure seems to flex and shudder with a loud groaning of metal; the guests cower in alarm. The doors have come free from their ties and flap at the entrance. The flames of the paraffin torches that illuminate the doorway snicker.
It feels personal, this storm. It feels as though it has saved all its fury for them."
Etwa einhundertfünfzig Hochzeitsgäste treffen auf einer einsamen Insel im Atlantik vor der irischen Küste ein, die Hochzeit des Jahres zwischen einem Fernsehstar und der Herausgeberin einer Lifestyle-Zeitschrift, beide bildschön und wie füreinander geschaffen, soll am nächsten Tage stattfinden.
Will, der Bräutigam hat auch seine Freunde aus Internatszeiten eingeladen, bis auf einen haben alle eine steile Karriere hingelegt. Von Jules, der Braut, ist außer den Eltern auch ihre jüngere Schwester Olivia dabei. Die einzigen Bewohner der Insel sind Aoife, die Hochzeitsplanerin, und Freddy, ihr Mann, der für die Küche zuständig ist. Sie haben das Anwesen gekauft und für Feierlichkeiten instand gesetzt, kümmern sich um die Gäste. Draußen ist ein Festzelt mit Tanzboden aufgebaut.
Die Umgebung ist - wie es gut zu irischen Geistergeschichten passt - am Abend dunkel und stürmisch. Die Klippen sind nah, die Brandung schlägt auf Felsen. Verschlungene Pfade führen durch ein Moor, große keltische Grabsteine eines alten Friedhofes erscheinen im Nebel wie aus dem Nichts. Dichte Atmosphäre.
Es treffen Menschen aufeinander, deren Schicksale auf unglückliche Weise miteinander verwoben sind, es wird zu viel getrunken, Dinge werden ausgeplaudert, Probleme kommen zum Vorschein.
Die Geschichte wird in Zeitsprüngen erzählt: Der Hochzeitstag, meist mit der Überschrift NOW, wird vom neutralen Erzähler berichtet, alle weiteren Kapitel sind häufig Rücksprünge zum Vortag und tragen jeweils den Namen des Protagonisten plus seine Funktion im Titel (JULES, The Bride). Diese berichten jeweils aus ihrer Vergangenheit. Die Leserin erfährt komplexe Zusammenhänge, aber zunächst nicht alle.
Bis einer am Hochzeitsabend tot aufgefunden wird. Wer es getan hat, war für mich vollkommen überraschend.
So weit, so gern gelesen. Besonders die dichte Atmosphäre hat es mir angetan.
Zur schriftstellerischen Qualität kann ich überhaupt nichts sagen, denn:
Sprache lebt, und mein Englisch ist alt. Mein Abschluss ist 45 Jahre her, ich habe nur bis Klasse 10 "normales" Englisch gelernt. Die weiteren Jahre waren "Commercial English", meine Berufstätigkeit in meinen frühen 20ern fand in einem Umfeld statt, in dem ein Business English vowiegend mit Japanern und Südamerikanern gesprochen wurde, im nächsten Job korrespondiert wurde mit Afrikanern.
Ein bisschen gesprochen habe ich es während meiner beiden kurzen Besuche in Dublin, aber auch hier brauchte ich ein paar Tage, um mich einzuhören.
In diesem Buch begegneten mir Vokabeln, die es mit Sicherheit vor vierzig Jahren noch nicht gab, Abkürzungen von britischen Schulabschlüssen, auch viel Umgangsspache - und ein Haufen Grammatik, von dem ich hätte schwören mögen, dass sie schlicht falsch sein muss.
Aber es kann auch gut sein, dass ich Jahrzehnte an Sprachentwicklung verpasst habe, was mir bei der Lektüre von meist amerikanischen Büchern allerdings nie aufgefallen war. (Und mit medizinischem Englisch habe ich gar keine Probleme, da bin ich gut eingelesen.)
Dass mir viele Vokabeln unbekannt waren - egal, aus dem Kontext war mir das meist schnell klar, ich verderbe mir nicht das Lesen mit dem Nachschlagen von Wörtern!
Übrigens hatte es mir meine Große gegeben mit dem Kommentar: "Das ist ganz gut." - Ich werde sie nochmal ausführlicher zu ihrer Meinung befragen.




