Mittwoch, 23. Juni 2021

Die alten Posts

... die ich gerade nach und nach freischalte, sind für mich sehr interessant. Vieles hatte ich schon vergessen, sie erfüllen also sehr gut die Tagebuchfunktion. Mehr fällt mir beim Durchstöbern der Fotoalben ein - der eine oder andere Post muss repariert werden, weiß der Geier, was google mit den ehemaligen Picasa-Bildern veranstaltet... 

Ist mir also gerade ein großes Vergnügen.

Montag, 14. Juni 2021

Gelesen: Suche mich nicht

Suche mich nicht von Harlan Coben (Thriller)
Aus dem Englischen "Run Away"
Taschenbuch von Random House/Goldmann
ISBN 978-3-442-49062-2

Warum dieses Buch? Ein Geschenk von meiner Tochter.

Klappentext:
"Für Simon wird ein Alptraum wahr, als seine Tochter Paige von einem Tag auf den anderen verschwindet. Hinterlassen hat sie eine Nachricht an ihn und seine Frau, dass sie nicht gefunden werden will. Doch voller Sorge ignoriert Simon die klare Botschaft. Als er nach langer Suche seine Tochter im Central Park endlich entdeckt, erkennt er sie kaum wieder. Denn offensichtlich steckt Paige nicht nur in großen Schwierigkeiten, diese junge Frau ist zudem zutiefst verstört und voller Angst. Panisch flieht sie vor ihm, und Simon hat nur eine Chance, wenn er sie retten will: Er muss die Sicherheit seines bürgerlichen Lebens aufs Spiel setzen und Paige in die dunkle und gefährliche Welt folgen, in deren Sog sie geraten ist. Was er dort entdeckt, reißt ihn und seine gesamte Familie in einen bodenlosen Abgrund..."

Von der ersten Seite an spannend geschrieben erfährt man hier von der Suche eines Vaters nach seiner erwachsenen Tochter. Gehobene Oberschicht in New York trifft auf Drogenmilieu in der Bronx, es ist alles dabei, was einen Thriller ausmacht, inklusive einer gefährlichen Schussverletzung, diverser Morde, einem engagierten Cop, einer pfiffigen Privatermittlerin. Ein mitreißender Schreibstil, der mich das Buch nur ungern zur Seite legen ließ. So weit, so gut. Das Besondere dieser Geschichte, und ich mag nicht spoilern, ist der Twist zu einer Sekte und einer Ancestry-Website. Mehr erfahrt Ihr hier nicht von mir.

Ein ganz großes Lesevergnügen, den Schriftsteller werde ich mir merken.

Pusten

Ich war gerade nochmal shoppen, und es fiel mir viel leichter als vor zwei Wochen. So konnte ich hinterher noch in den Drogeriemarkt huschen und die letzten vorrätigen Pustefix-Dosen schnappen.

Meine Physio-Jasmin hat mir als Hausaufgabe mitgegeben, mit Seifenblasen zu experimentieren: große, kleine usw. Das wäre ja etwas, das ich auch zur Belustigung der Enkel beitragen könnte...
 
Übrigens habe ich letztens meine Schuhe durchgesehen, die gestapelten Kartons in meinem Kleiderschrank guckten mich so an... Festgestellt, dass ich wohl für die nächsten zehn Jahre keine Schuhe mehr brauche. (Ruhestand spart ungemein. Da ich mich nicht mehr jeden Tag aufbrezeln muss, nutzen sich Schuhe auch nicht mehr so ab...)
 
Übrigens ist heute einer der eher unsäglichen "Familiengedenktage", aber, denn die Sterbefälle werden ja nicht weniger, ich möchte nicht mehr schreiben "Heute vor x Jahren ist... Heute wäre ...gewesen" Einen positiven Tag zu verbringen ist sicherlich im Sinne derjenigen, denen ich auf ihrer Wolke zuwinke. Das nicht nur heute. Ich schick mal eine Seifenblase hoch.
 

Sonntag, 13. Juni 2021

Festgestellt...

 ..., dass es mir im Verhältnis ganz gut geht.

Heute habe ich wieder einen Schwung alter Posts durchgelesen und freigeschaltet, viele sind dabei, in denen ich schildere, wie wenig gut es mir ging, ich krank war, keine Luft bekam etc. pp.

Nun bin ich ja seit gut zwei Jahren in vorzeitiger Rente und hatte seither keinen einzigen Infekt mehr. Die Corona-Maßnahmen der letzten 14 Monate mögen ein Übriges dazu beigetragen haben.

Natürlich gibt es immer mal wieder schlechte Tage, meist wetterbedingt. Jeder Wetterumschwung meldet sich schon einen Tag vorher bei mir und klemmt mir für etwa drei Tage die Luft ab. Bedeutet, mein Sauerstoffwert ist niedrig und dadurch ist bereits kleinteilige Hausarbeit eine körperliche Belastung.

Aber an den meisten Tagen bin ich stabil (also stabil mittelschlecht, man gewöhnt sich an alles). Das ist gut so und eine deutliche Verbesserung gegenüber den letzten zehn Jahren, die ich noch im Berufsleben stand.

Samstag, 12. Juni 2021

Frühsommer

Nach einem kalten und nassen Mai hatten wir eine Woche Sommer. Da es heute eher unfreundlich ist, regnerisch, stürmisch, die Sonne traut sich kaum heraus, habe ich meine Bilder gesichtet. Nicht, dass der gelegentliche Leser oder die Leserin annimmt, da hätte es keine schönen Augenblicke gegeben...

Die Natur war hier ungefähr vier Wochen verzögert, die Kastanie blühte Ende Mai statt am Anfang:

Nicht festgehalten habe ich die Narzissen, die, anstatt Anfang April erst Anfang Mai blühten... Dafür aber meinen Flieder, als er am Verblühen war, er begann Mitte Mai und nicht wie sonst um den 15. April herum...

Weil das Wetter so unerfreulich war, habe ich dann lieber mal wieder eine Partie Kekse gebacken - wer von meinen Nachkömmlingen mit seiner hoffentlich leeren Keksdose herkommt, wird mit Nachschub versorgt.

Ich hatte ein klein wenig weiter weg etwas zu erledigen und fiel auf dem Rückweg in den hübschen kleinen Laden mit italienischen Lebensmitteln ein, wo, durchgefroren und nassgeregnet ein leckerer Cappuccino gerade recht kam!

Dann kam besseres Wetter und, fast zeitgerecht Ende Mai, blühte dann mein Rhododendron so schön wie noch nie.

Eine Runde durch meinen frisch renovierten Garten fotografiert...




... und in netter Gesellschaft in der Sonne gesessen.

So ging es dann ein paar schöne Tage weiter...


 bis heute dann der Regen kam...

Gelesen: Augustus

Augustus von John Williams (Roman) 

dtv Verlagsgesellschaft, gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-423-28089-1

Warum dieses Buch? Es war vor Jahren ein Weihnachtsgeschenk meiner Tochter gewesen.

Klappentext:
"Octavius ist neunzehn, sensibel und wissbegierig. Er will Schriftsteller und Gelehrter werden. Doch als Großneffe und Adoptivsohn Julius Cäsars fällt ihm nach dessen Ermordung ein gewaltiges politisches Erbe zu. Seine Mutter Atia warnt ihn eindringlich davor, es anzunehmen. Doch ihm, der von schwächlicher Konstitution aber enormer Willenskraft ist, wird es durch Glück, List, Intelligenz und Entschlossenheit gelingen, das riesige Römische Reich in eine Epoche des Wohlstands und Friedens zu führen.

Williams schildert das Wirken und Leben dieses außergewöhnlichen  Mannes, des späteren Kaisers Augustus, in dramatischen Szenen, so plastisch, als würden die Geschehnisse sich in unseren Tagen ereignen.

Briefe und Notizen, Erinnerungen und Senatsprotokolle, die sich wie ein Mosaik langsam zu einem Bild formen, lassen die Person eines Herrschers lebendig werden, dem das Schicksal der Macht und Reichtum in vorher ungekanntem Ausmaß zuspielte. Aber er, der sich zum Gott erheben ließ, sieht am Ende, von Frau und Tochter entfremdet, dem Tod so ungeschützt entgegen, wie jeder Mensch - als das "arme Geschöpf, das er nun einmal ist."

Die Art und Weise, wie Umstände und Zufälle unser Selbst für immer verändern, gehört zu Williams' zentralen Themen. So fügt sich "Augustus" in sein durch "Stoner" posthum weltberühmt gewordenes Œuvre, in dessen Mittelpunkt die tiefgreifende Frage steht, was es heißt, ein Mensch zu sein."

Wer mich kennt, weiß, dass allein das Thema des antiken Roms und seiner Herrscher bei mir ein Volltreffer ist, schon als Mädchen habe ich weitaus langweiligere Bücher zum Thema gelesen. Sachbücher.

Bei diesem Roman, der in Form einzelner Briefe, Tagebucheinträge, öffentlicher Mitteilungen etc. geschrieben ist, musste ich mich zwingen, ihn nicht zur Seite zu legen. Bis mindestens zur Mitte hin erscheint er mir gähnend langweilig, später durch die "Aufzeichnungen der Julia" und am Ende einen  philosophisch anmutenden Brief von Octavius/Augustus wird der Lesefluss etwas besser.

Interessant schienen mir natürlich die Lebens- und Liebesverhältnisse des antiken Roms, Moralvorstellungen, Verwandtschaftsbeziehungen und so weiter, aber dies hätte ein Sachbuch vielleicht sogar besser vermitteln können.

Im Anhang des Buches ist ein sehr langes Nachwort zu lesen, es erinnert mich an Textanalysen der Mittelstufe (die ich gehasst habe) und verärgert mich insofern, als dass - wie schon im Klappentext - ständig Bezug auf einen früheren Roman des Autors genommen wird. Wer, wie ich, diesen Roman nicht kennt, kann damit nicht viel anfangen.