Augustus von John Williams (Roman)
dtv Verlagsgesellschaft, gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-423-28089-1
Warum dieses Buch? Es war vor Jahren ein Weihnachtsgeschenk meiner Tochter gewesen.
Klappentext:
"Octavius ist neunzehn, sensibel und wissbegierig. Er will Schriftsteller und Gelehrter werden. Doch als Großneffe und Adoptivsohn Julius Cäsars fällt ihm nach dessen Ermordung ein gewaltiges politisches Erbe zu. Seine Mutter Atia warnt ihn eindringlich davor, es anzunehmen. Doch ihm, der von schwächlicher Konstitution aber enormer Willenskraft ist, wird es durch Glück, List, Intelligenz und Entschlossenheit gelingen, das riesige Römische Reich in eine Epoche des Wohlstands und Friedens zu führen.
Williams schildert das Wirken und Leben dieses außergewöhnlichen Mannes, des späteren Kaisers Augustus, in dramatischen Szenen, so plastisch, als würden die Geschehnisse sich in unseren Tagen ereignen.
Briefe und Notizen, Erinnerungen und Senatsprotokolle, die sich wie ein Mosaik langsam zu einem Bild formen, lassen die Person eines Herrschers lebendig werden, dem das Schicksal der Macht und Reichtum in vorher ungekanntem Ausmaß zuspielte. Aber er, der sich zum Gott erheben ließ, sieht am Ende, von Frau und Tochter entfremdet, dem Tod so ungeschützt entgegen, wie jeder Mensch - als das "arme Geschöpf, das er nun einmal ist."
Die Art und Weise, wie Umstände und Zufälle unser Selbst für immer verändern, gehört zu Williams' zentralen Themen. So fügt sich "Augustus" in sein durch "Stoner" posthum weltberühmt gewordenes Œuvre, in dessen Mittelpunkt die tiefgreifende Frage steht, was es heißt, ein Mensch zu sein."
Wer mich kennt, weiß, dass allein das Thema des antiken Roms und seiner Herrscher bei mir ein Volltreffer ist, schon als Mädchen habe ich weitaus langweiligere Bücher zum Thema gelesen. Sachbücher.
Bei diesem Roman, der in Form einzelner Briefe, Tagebucheinträge, öffentlicher Mitteilungen etc. geschrieben ist, musste ich mich zwingen, ihn nicht zur Seite zu legen. Bis mindestens zur Mitte hin erscheint er mir gähnend langweilig, später durch die "Aufzeichnungen der Julia" und am Ende einen philosophisch anmutenden Brief von Octavius/Augustus wird der Lesefluss etwas besser.
Interessant schienen mir natürlich die Lebens- und Liebesverhältnisse des antiken Roms, Moralvorstellungen, Verwandtschaftsbeziehungen und so weiter, aber dies hätte ein Sachbuch vielleicht sogar besser vermitteln können.
Im Anhang des Buches ist ein sehr langes Nachwort zu lesen, es erinnert mich an Textanalysen der Mittelstufe (die ich gehasst habe) und verärgert mich insofern, als dass - wie schon im Klappentext - ständig Bezug auf einen früheren Roman des Autors genommen wird. Wer, wie ich, diesen Roman nicht kennt, kann damit nicht viel anfangen.