Unterleuten von Juli Zeh (Roman)
Luchterhand Literaturverlag/Random House
ISBN 978-3-630-87487-6
Warum dieses Buch? Dieses Buch wurde von Anfang an so sehr gehyped, dass ich bei einem meiner Besuche von Thalia nicht dran vorbei kam. Das ist schon ein bisschen her, und nun habe ich mich herangetraut. Irgendwie "wollte" ich immer nicht, bis es irgendwann den Fernsehfilm dazu gab...
Klappentext:
"Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf Unterleuten irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den Gutshäusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist..."
Jedes Kapitel trägt die Übereschrift des Protagonisten, auf den die Autorin das Augenmerk lenken möchte, und es ist anerkennenswert, wie sorgfältig die Persönlichkeiten entwickelt werden. Schmunzeln musste ich gleich zu Beginn über den Lebenslauf des ehemaligen ältlichen Ex-Dozenten, der sich nun als Vogelschutzwart um die "Kampfläufer" kümmert. (Hier gab es vor Jahrzehnten etwas Ähnliches mit einem "Wachtelkönig". Aber ich schweife ab.)
Allmählich, wirklich sehr allmählich, wird das unsichtbare Netz sichtbar, welches das Dorf zusammenhält, aus gemeinsamer Geschichte, gegenseitigen Abhängigkeiten und Verpflichtungen.
Wirklich genial. Aber leider sehr zäh zu lesen bis hin zur Langeweile, weshalb ich dafür fast einen Monat gebraucht habe. (Ich hatte meist anderen Beschäftigungen den Vorzug gegeben.)
Übrigens bildet der sehr gute Fernsehfilm nur einen Aspekt der Geschichte ab und ist weitaus unterhaltsamer als das Buch.


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