Montag, 15. Juni 2026

Gelesen: Circle of Days

Circle of Days von Ken Follett (Roman)

Auf Deutsch erhältlich als "Stonehenge"
Quercus, London/John Murray Group
ISBN 978-1-529234-2

Klappentext, ich beschränke mich hier nur auf die Überschriften:
"A flint miner with a gift.
A priestess who believes the impossible.
A monument that will define a civilization."

Wieso-weshalb-warum ich dieses Buch auf Englisch gekauft hatte und von dem ganzen Drumherum mit der Veranstaltung hatte ich schon berichtet.

Vorne im Buch ist eine Doppelseite mit einer Zeichnung des Gebietes, in dem die verschiedenen Stämme leben. Diese Abbildung empfand ich als hilfreich und habe während des Lesens immer mal nachgesehen, um mich zu orientieren.

Der Roman beginnt mit den Vorbereitungen zum Mittsommerfest, das bei den Priesterinnen stattfindet, parallel mit der Geschichte von Seft, einem jungen Feuersteinschläger, der vom Vater misshandelt und von den Brüdern drangsaliert wird. Zum Sonnenwendfest kommen Leute aus den verschiedenen Stämmen zusammen, auch um nach den Feierlichkeiten den einen oder anderen One-Night-Stand zu haben, denn schon damals war es wichtig, Inzucht entgegen zu wirken. Wer sich nun mit wem oder zu welchem Zwecke zusammentat, alle hatten ihren Spaß dabei.

Follett verwendet viel Mühe darauf, die Stämme zu schildern, überall hatte sich eine ganz eigene Gesellschaftsform mit speziellen Sitten und Gebräuchen gebildet. Hirten, Farmer, Waldbewohner, Steinschläger, sie kamen alle zum Fest zusammen. Problematisch fand ich die Namen, hatte oft die Schwierigkeit, überhaupt zu erkennen, ob ich es mit einem Mann oder einer Frau zu tun hatte.

Im Laufe der fiktiven Geschichte gibt es eine lange anhaltende Dürre und Hungersnot, Überfälle, Landraub bis hin zum Krieg. Um das Monument geht es erst im letzten Drittel des Romans. Der ursprüngliche Steinkreis aus Holz war einem Feuer zum Opfer gefallen und Seft (inzwischen verpartnert und Vater dreier Kinder) und die Priesterin Joia (Schwester seiner Frau Neem) entwickeln den Plan, den Kreis aus riesigen Steinen neu zu bauen. Viel dreht sich jetzt also um das Anwerben von freiwilligen Helfern und Bewältigen logistischer Probleme.

Das ist so etwa eine ganz kurze Zusammenfassung. Außer Alltagsproblemen, Mord und Totschlag geht es auch um Sex. Ein älterer Gentleman (Follett) sollte nicht darüber schreiben. Handlungen werden sehr technisch-beschreibend geschildert, ohne Empathie. Außerdem gibt es zu viele Vergewaltigungen und Missbrauch innerhalb der Priesterinnenschaft. Die Hälfte hätte es auch getan.

So sehr ich mich auf diese Lektüre gefreut hatte, so bin ich doch enttäuscht. Zunächst empfand ich die Sprache als zu simpel - Follett sagte ja, ihm sei wichtig, dass jeder seine Bücher lesen kann - aber wenn ich das als Fremdsprachenleserin so empfinde, ist es vielleicht doch zu sehr "einfache Sprache"?

Weiterhin hatte der Roman deutliche Längen. Von den fast 600 Seiten hätten gerne 300 gekürzt werden können, so war denn im zweiten Teil meine Lesemotivation nicht mehr sehr stark. Schade.

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