Donnerstag, 5. August 2021

Freigeschaltet

Heute wieder einen Schwung alter Blogposts freigeschaltet und mich dabei an meinen Reiseberichten sehr erfreut.

Mittwoch, 4. August 2021

Einschulung

Mein erstes Enkelkind wurde heute eingeschult, und weil durch Corona die Kindergeburtstagsfeiern im letzten und diesem Jahr fast ausgefallen sind, haben wir alle ein wenig übertrieben, denn nicht nur das frische Schulkind sondern auch sein ein Jahr jüngerer Bruder sind mit Geschenken überhäuft worden. So viele Schultüten! So viele schöne Dinge!  

Aufgeregte Kinder, erzählende Erwachsene, teils drinnen, teils draußen, ein allerdings sehr gut erzogener Hund war auch von der Partie. Puh. Es war sehr schön, aber nun bin ich auch geschafft!

(Platzhalterfoto, etwas älter, an dem ich die Rechte habe. Kinderfotos gehören ansonsten nicht ins Netz.)

Ach, und noch ein P.S.: Gleichgültig, wer geimpft war, teilweise oder vollständig, eine Person auch gar nicht, die Kinder sowieso nicht, haben wir alle zeitnah vorher einen Corona-Test gemacht. So viel Verantwortungsgefühl muss sein.

Montag, 2. August 2021

Vergesslichkeit

Wieder einmal hat sie behauptet, ihr Schmuck sei ihr gestohlen worden - sie habe einen fremden Mann in ihr Zimmer gehen und gleich wieder rauskommen sehen, als sie gerade nicht drin war. Sie konnte die Teile aber nicht benennen. Schließlich hat sie alles, was vorhanden ist, am Telefon ausgepackt und beschrieben, zwei Teile trägt sie gerade. Und: Es ist alles da. Genau die Sachen, die ich ihr 2019 zur Weihnachtsfeier mitbrachte. Alles Andere liegt bei mir und soll hier bleiben.
Das ist das zweite Mal, dass sie behauptet hat, sie sei bestohlen worden, es scheint irgendwie eines ihrer Schreckgespenste zu sein.
 
Sie meint immer, ihr würde Kleidung abhanden kommen/aus der Wäscherei nicht zurückkommen. Aber ich gebe neue Dinge direkt an die Stationsleitung zwecks Namensmarkierung. Letztens gab es die Umkehrung, sie hatte behauptet, das T-Shirt sei nicht ihres, aber die Pflegerin wusste noch, dass ich es kürzlich mitgebracht hatte. Und außerdem sei es mit ihrem Namen markiert. Ja würden die Sachen denn schon mit ihrem Namen markiert eingekauft?
 
Und viele andere Kleinigkeiten, wenn z.B. während einer Unterhaltung mit großen Augen stauenend geguckt wird wie ein Kind, weil sie sich nicht mehr erinnern kann. 

Dienstag, 27. Juli 2021

Gelesen: Forderung

Forderung von John Grisham (Roman)
Heyne Taschenbuch
ISBN 978-3-453-43970-2

Warum dieses Buch? Auch ein Tochterbuch zur weiteren Verwertung.

Klappentext:
"Die Studenten Zola, Todd und Mark stehen kurz vor dem Juraexamen, als sie erkennen, dass sie betrogen worden sind. Die private Hochschule, an der sie studieren, bietet eine derart lückenhafte Ausbildung, dass die drei die Prüfung nicht schaffen werden. Doch ohne Abschluss wird es für sie unmöglich sein, einen gut bezahlten Job zu finden. Und ohne Anstellung werden sie die Schulden, die sie für die Zahlung der Studiengebühren aufgenommen haben, nicht begleichen können. Statt zu verzweifeln, schmieden die drei einen genialen Plan. In schicken Anzügen und ausgestattet mit Aktenkoffern, nehmen sie ihre Arbeit als Anwalt auf. Zwar ohne Lizenz, aber niemand fragt danach. Natürlich geht das nicht lange gut, aber die Zeit reicht, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Zu einem Preis, der sich gewaschen hat."

Es ist lange, wirklich sehr lange her, dass ich "Grishams" gelesen habe, der "Regenmacher" war das letzte Buch von ihm, als ich feststellte, dass seine Romane irgendwie alle gleich waren. Entsprechend gespannt war ich auf diesen Roman.

Der Klappentext erzählt den Plot ganz gut, etwas komplizierter ist die Geschichte schon, vor allem die ersten hundert Seiten werden damit zugebracht, das System der privaten Hochschulen und Kreditvergaben zu erklären und dem Leser die Protagonisten nahe zu bringen. Der Vierte im Bunde begeht Selbstmord, nachdem er die unglaublichen finanziellen Verknüpfungen von privaten Unis mit den Kreditgebern der Studentenkredite und Anwaltskanzleien herausgefunden hat. Die verbliebenen Freunde werfen ihr Studium hin, und eine beispiellose Geschichte nimmt Fahrt auf, bis sie am Ende flüchten und mit neuen Identitäten weit weg von Amerika, dafür aber mit einem gesunden finanziellen Polster, ein neues Leben beginnen können.

Im Grunde sind die Protagonisten kriminell, aber man entwickelt unweigerlich Sympathien für sie, zumal sie für eine Art ausgleichender Gerechtigkeit gesorgt haben.

Der Roman liest sich gut weg, ist mäßig spannend, dabei einigermaßen unterhaltend.

Sonntag, 25. Juli 2021

Gelesen: Die Entscheidung

Die Entscheidung von Charlotte Link (Krimi)
Blanvalet/Random House
ISBN 978-3-7341-0522-7

Warum dieses Buch? Tochterbuch zur weiteren Verwertung.

Klappentext:
"«Ich glaube, ich habe einen Mann umgebracht!» Als Simon, ein deutscher Urlauber, der in seinem südfranzösischen Ferienhaus einem einsamen Weihnachtsfest entgegensieht, diese Worte von der jungen Französin hört, die er am Strand getroffen hat, reagiert er mit Fassungslosigkeit: Nathalie, verwahrlost und halb verhungert, redet von ominösen Verfolgern, die sie zur Flucht aus Paris veranlssst haben, und von einem in Notwehr begangenen Tötungsdelikt. Der von Selbstzweifeln gequälte Simon, der einmal im Leben eine richtige Entscheidung treffen wollte und der Fremden daher seine Hilfe angeboten hat, findet sich in einem Albtraum wieder. Gehetzt von skrupellosen Verbrechern, deren Ziele und Motive weder er noch Nathalie kennen. Und als Teil einer viel größeren Geschichte, deren Anfänge bis nach Osteuropa reichen, wo Eltern verzweifelt nach ihren verschwundenen Töchtern suchen..."

Es gibt zwei Handlungsstränge, einer dreht sich um junge bulgarische Mädchen, die ihr Glück in Westeuropa suchen wollten (sehr schnell ahnt hier die Leserin, dass es um Mädchenhandel geht) und den Hauptstrang von Nathalie, Simon, dubiosen Verfolgern, die vor keiner Schandtat zurückschrecken. Eine rasante Geschichte quer durch Frankreich, die nur wenig Zeit zum Luftholen lässt.

Das Ende des Romans ist kein klassisches Happy End, wenngleich die akute Gefahr gebannt ist und Täter festgenommen sind.

Ein echter Pageturner und in zwei Tagen durchgelesen.

Freitag, 23. Juli 2021

Aussortiert

Viele Bücher laufen in der Familie rund, so dass ich, bevor ich Bücher weggebe, immer auch mit einer Tochter bespreche, welche sie zuerst noch haben möchte. Dafür lädt aber die "Große" auch hier ab, denn wo sie wohnt, gibt es kein öffentliches Bücherregal/öffentlichen Bücherschrank. Ist die "Kleine" hier, bekommt sie meist einfach alle mit und guckt, was sie davon lesen möchte oder bringt die Bücher für mich weg, sie wohnt noch näher dran als ich.

Nun, gestern habe ich also voller Freude eines der Regale in einer der beiden ehemaligen englischen Telefonzellen gefüllt. Mir war, nachdem die Geschäfte wieder hatten öffnen dürfen und ich das erste Mal wieder unterwegs war, aufgefallen, dass die beiden Bücherschränke komplett leer waren. Vorher monatelang gut gefüllt mit Bücherclub-Büchern aus den 60er Jahren - genau davon habe ich hier von meinen Eltern selber noch einen Schrank voll. Entweder haben die Leute in ihrer Isolation alles gelesen, was sie in die Hände bekommen konnten, oder irgendjemand hat dort mal "tabula rasa" gemacht und Ungeliebtes entsorgt?

Keine Frage, dass Bücher, die mir ans Herz gewachsen sind, hier im Laufe der Jahre/Jahrzehnte wiederholt gelesen werden, aber es gibt genug Bücher, die nicht das Potenzial dazu haben, was nicht in jedem Fall ein Qualitätsurteil sein muss.

(Wer ganz genau hinschaut, sieht, dass ich ganz dezent gleich mal einen "Elbstone" dort hinterlassen habe.)

Donnerstag, 22. Juli 2021

Gelesen: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert von Joël Dicker (Roman)
aus dem Franzöischen "La Vérité sur l'Affaire Harry Quebert"
Piper Verlag, München
ISBN 978-3-492-05600-7

Warum dieses Buch? Ich habe es von einer lieben Bücherfreundin bekommen, und es wartet schon eine ganze Zeit darauf, gelesen zu werden.

Klappentext:
"Es ist der Aufmacher jeder Nachrichtensendung. Im Garten des hochangesehenen Schriftstellers Harry Quebert wurde eine Leiche entdeckt. Und in einer Ledertasche direkt daneben: das Originalmanuskript des Romans, mit dem er berühmt wurde. Als sich herausstellt, dass es sich bei der Leiche um die sterblichen Überreste der vor dreiunddreißig Jahren verschollenen Nola handelt und Quebert auch noch zugibt, ein Verhältnis mit ihr gehabt zu haben, ist der Skandal perfekt. Quebert wird verhaftet und des Mordes angeklagt. Der einzige, der noch zu ihm hält, ist sein ehemaliger Schüler und Freund Marcus Goldman, inzwischen selbst ein erfolgreicher Schriftsteller. Überzeugt von der Unschuld seines Mentors - und auf der Suche nach Inspiration für seinen nächsten Roman - fährt Goldman nach Aurora, und beginnt auf eigene Faust im Fall Nola zu ermitteln."
---Ich habe den Klappentext wie immer nur abgetippt, die enthaltenen Grammatikfehler stehen genau so auf dem Umschlag, ich musste mehrfach gucken, und es widerstrebte mir eigentlich.---

Ich wurde gefragt, ob dieses Buch ein Krimi sei. Klare Antwort "jein." Es ist viel mehr, was sich wie eine Schachtel-in einer Schachtel-in einer Schachtel-Geschichte entwickelt. (Oder, wie letztens in einer anderen Buchbesprechung bereits einmal bildhaft gesagt, eine Matrjoschka.)

Es ist die Geschichte über das Bemühen, ein Buch zu schreiben.
Es ist die Geschichte einer Männerfreundschaft.
Es ist eine Liebesgeschichte.
Und es ist auch eine Geschichte über einen Kriminalfall.
Auf jeden Fall haben wir es hier mit einem ganz und gar ungewöhnlichen Buch zu tun, das immer wieder überrascht durch unerwartete Wendungen.

Der Roman bewegt sich durch unterschiedliche Zeitebenen, was auch immer wieder deutlich gemacht wird durch das Aufgreifen von erzählender wörtlicher Rede mit Schilderung einer Begebenheit, die bereits früher beschrieben wurde.

Das Buch liest sich flüssig, und ich habe mich gut unterhalten gefühlt.