Donnerstag, 1. März 2012

Modernes Wohnen

Dublin.

Die üblicherweise städtereisende Touristin wird teilweise sicher andere Eindrücke mit nach Hause nehmen als ich, da dieser Besuch ja ein Mix aus Tochterbesuch und Stadterkundung war. Ein ganz hervorragender Mix übrigens!

Die Tochter wohnt im Süden der Stadt, fast schon in den Vororten, sie lebt mitten in einem der neuen Stadtviertel, das dominiert wird von Glas und Stahl, Betonfertigbau. Das liest sich schrecklich, ist aber ganz toll und futuristisch gestaltet, durchsetzt von feinen Einkaufzonen, so dass alles Notwendige praktisch vor der Tür liegt. Ungewöhnliche Ideen - die Architekten müssen sich sehr viel Mühe gegeben haben - wurden umgesetzt, sehr viel mit Wasser (überreichlich vorhanden und kostenlos) und farbigen Lichtern gestaltet. Vor allem im Dunklen eine optische Wucht!







Mehr Bilder hatte ich schon hier gezeigt.

Aber auch in dieser Gegend des wohlsituierten Mittelstandes sieht man überdeutlich die Spuren der Rezession: Bauruinen großen Umfanges! Ein Wohn-Hochhaus im Rohbau, die Arbeitsplanen flattern im Wind.



Ein geplantes Einkaufszentrum, das Fundament mit bereits eingelassenen Stahlträgern, rottet im Regen vor sich hin, der Bauzaun zeigt noch ein Bild des ursprünglich geplanten Projektes. An anderer Stelle steht ein wunderbares Wohnhaus in rotem Klinker, Balkons, den Mauern sieht man an, dass sie nicht erst heute fertig wurden: Durch die Balkonfenster blickt man auf die Rohbauwände. - Als Touristin muss mich das nicht wirklich interessieren, aber der Anblick stimmt doch ein bisschen traurig.

Zurück zur Wohnung der Tochter: edel, Fenster von der Decke zum Fußboden, Marmorbad, natürlich Internet überall standardmäßig "aus der Steckdose" und so weiter und so fort. Das Beste: vom Schlafzimmer aus sieht man in der Ferne die Irische See, manchmal mit Schiffen. Eine schöne morgendliche Begrüßung!



Mit der LUAS kommt man innerhalb von 20 Minuten ins Zentrum zum St. Stephen's Green, wo man nun die Qual der Wahl hat, in welche Richtung der Ausflug weitergehen soll.





Wir haben es hier übrigens mit zwei Amtssprachen zu tun, alle offiziellen Schilder sind zweisprachig in Gälisch und Englisch beschriftet. Noch besser sind die Durchsagen der Haltestellen, nämlich auch in beiden Sprachen - weil ich dies so lustig fand, habe ich ein Mal während meiner kompletten Strecke den Ton aufgezeichnet.

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