Sonntags in Trondheim von Anne B. Ragde
btb - Random House
ISBN 978-3-442-75737-4
Warum dieses Buch? Ein "nachgeschobener" vierter Band zur Trilogie um die Familie Neshov. "Natürlich" musste ich ihn lesen, da mir die anderen drei sehr gut gefallen hatten:
Das Lügenhaus
Einsiedlerkrebse
Hitzewelle
Klappentext:
"Blut ist dicker als Wasser. Das lässt sich zwischen Sonntagsbraten und Familienquerelen leicht aus den Augen verlieren. Bei de Neshovs ist das nicht anders. Einst auf einem Schweinezüchterhof in Trondheim zu Hause, lebt die Sippe inzwischen weit verstreut, man trifft sich nicht einmal mehr zu besonderen Anlässen. Margido etwa besucht den Vater im Altenheim nur ungern und widmet sich mit fast religiöser Hingabe seinem Bestattungsunternehmen. Sein Bruder Erlend, ein schwuler Schaufensterdekorateur, hat sein Glück in Kopenhagen gesucht. Torunn wiederum, die Nichte der beiden, vergeudet ihre Zeit mit einem Mann, der Schlittenhunde züchtet - zu denen sie eine bessere Beziehung unterhält als zu ihm. Als sie an einem Sonntagmorgen beschließt, dass es an der Zeit ist, die alten Familienbande neu zu knüpfen, erleben die Neshovs eine Überraschung..."
Der Einstieg ins Buch fällt leicht, es ist ein bisschen wie nach Hause kommen, den Kontakt zu den Personen wieder herzustellen. Im ersten Teil wird jeder Familienzweig beschrieben, Jahre nach dem Ende des dritten Bandes.
Torunn lebt als Partnerin des Schlittenhundezüchters, Erlend und Krumme haben mit Lizzy und Jytte drei Kinder, Margido macht sich Gedanken um sein Beerdigungsinstitut und der Großvater lebt stillvergnügt im Seniorenheim. So weit, so gut.
Nicht alle Handlungsstränge werden zusammengeführt, als Torunn sowohl den Großvater besucht als auch einen engeren Kontakt zu Margido herstellt, während sie ihrem Leben eine neue Richtung gibt.
Hier und jetzt, das war wirklich.
Sie hatte es getan, und sie war am Ziel. Es war nicht zu fassen. Sie verspürte nicht nur ein Aufflackern, sondern etwas viel Größeres: Das hier war richtig. Es war das einzig Richtige für sie. Da war eine Ruhe, von der sie auf seltsame Weise überrumpelt wurde. Sie zog das Telefon aus der Tasche und rief Margarete an.
"Jetzt bin ich hier. Jetzt bin ich auf meinem Hof, Margarete."
Unsere Anerbin, sagte Margarete.
"Es regnet und ist dunkel, also brauche ich mich heute Abend nur um Innen zu kümmern. Und ich glaube, das ist gut so. Der Hof war in grauenhaftem Zustand, als ich weggegangen bin, warum sollte er jetzt besser aussehen, um's mal so auszudrücken."
Aber sie schaffte das. Sie wollte auch ihre Mutter anrufen, damit sie das hinter sich hatte.
Ein nettes Buch, das sich schnell wegliest. Wer die vorherigen drei Bände gelesen hat, fühlt sich vertraut mit den Personen. Aber auch ein Buch, das die Welt nicht braucht, Stückwerk, das kein harmonisches Ganzes ergibt und qualitativ nicht einmal in die Nähe der ursprünglichen drei Bände rückt.
Samstag, 8. Dezember 2018
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