Interessant, wie unterschiedlich man zu seinem Blog-Baby
stehen kann, abhängig davon, welches Ziel man damit verfolgt. Um es simpel
auszudrücken: Wozu soll das gut sein?
Mein erstes Blog eröffnete ich 2001 oder 2002 mit dem
einzigen Sinn und Zweck, die Zeit, welche häufig so schnell zu zerrinnen
scheint, festzuhalten. Ganz bewusst erstellte ich einen Flickenteppich von
Nebensächlichkeiten, die allerdings mir ganz privat als Erinnerungsstütze für
die wichtigen Dinge dienten. Das ist auch das einzig verbindende Element zu
meinem Blog in seiner späteren und immer noch aktuellen Form. (Also: die
wirklich wichtigen Dinge sind nur an den Auslassungen zu erkennen – für Insider,
und das ist mir wichtig.)
Nach einer Veränderung in meinem Privatleben machte ich eine
lange Blogpause, löschte dann alle alten Einträge und startete 2007 nach meiner
ersten Rom-Reise neu durch.
Sinn und Zweck war damals der Reisebericht, war die
Einbindung und Verlinkung von meinen Fotos, ich wollte meine Eindrücke
verarbeiten und (mit-)teilen.
Wen wollte ich und möchte ich noch erreichen?
Zuerst einmal schreibe ich für mich selbst. Das hilft, meine
Gedanken zu sortieren, mir Dinge zu merken, und eben auch, mir kleine Zeichen
zu setzen für die Dinge, über die ich bewusst nicht schreibe. Egal, wie schwer
es fallen mag, manches bleibt privat.
Mein Blog ist und bleibt aber auch ein Weg, einigen Familienmitgliedern
etwas zu erzählen, was dann im späteren Gespräch bei Bedarf vertieft werden
kann. Sehr praktisch auch hier: Der Kampf gegen das Vergessen.
Im Laufe der Jahre hat sich der
eine oder andere Stammleser gefunden, von manchen weiß ich, einige kenne ich
tatsächlich, viele scheinen auf ewig im
Verborgenen bleiben zu wollen.
Es ist mir gar nicht so wichtig,
besonders viele Leser zu bekommen, und obwohl ich mich über Kommentare jedes
Mal wie verrückt freue (seit dem ich beschlossen hatte, generell Kommentare
zuzulassen) – hier ist Kommunikation nicht der Hauptzweck.
- Finde
dein Thema.
Keines. Alles. Was mich gerade beschäftigt, mein Alltag mit allem Drum und Dran. Reisen, Computerzeugs, Bücher, Natur, Familie…
- Finde
deinen Stamm.
Siehe oben. Familie, Freunde, über Suchmaschinen kommende Besucher. Willkommen!
- Sei
authentisch.
Immer. Zu Beginn meines Schreibens nicht so einfach, ich wollte eine gewisse Qualität wahren, was sich dann etwas steif liest. Locker aus dem Handgelenk zu schreiben bringt einfach mehr Spaß, dabei fließen Emotionen und generell persönliche Färbung mit ein.
- Sei
großzügig.
Hmja. Großzügig mit allem, was ich teilen mag. Verlinken ja. Kommentare, so dann welche kommen, beantworten, gerne. Gastbeitäge: Nein. Mit einer Ausnahme vor einigen Jahren, ganz bewusst. Mein Blog. Meine Spielwiese.
- Überarbeite
deine Beiträge.
Meistens ja. Wenn ich veröffentliche, denke ich meist, der Text ist in Ordnung. Beim späteren Lesen, das kann eine Stunde, ein Tag, eine Woche später sein, finde ich Wortdoppel, verkehrte Zeichensetzung, Tippfehler. Die werden dann korrigiert. Ansonsten habe ich nicht den Anspruch, perfekt zu sein. Aber ich gebe mir Mühe.
- Blogge
regelmäßig.
Meistens sowieso. Schon aus Spaß an der Freude. Gibt es ein paar Tage Pause, kommt ein Lebenszeichen. Das meist für die Familie gedacht ist.
- Rufe
zur Diskussion auf.
Ach nein, das ist mir nicht wichtig. Wer mag, darf sich äußern. Sonst gibt es eben Monologe hier, in Ordnung.
- Vermarkte
dich selbst.
Eher nicht. In seltenen Fällen ein Hinweis auf Facebook, aber ich mag nicht übertreiben. (Bescheidenheit ist eine Zier…) Vermarkten eines privaten Blogs ist auch eher nicht wichtig. Meine Meinung.
- Sei
kritikfähig.
Passt nicht zu meinem Blog, weil hier keine Kritik ankommt. Das ist eher ein Thema für Facebook. Wenn überhaupt.
- Schreibe!
Ja, immer wieder gerne. Durch lesen und schreiben verändert sich der eigene Ausdruck, es fördert die persönliche Entwicklung in Bereichen, die in meinem Alltag zu kurz kommen.

Hallo!
AntwortenLöschenJa, siehst du, es gibt so viele Arten, seinen Blog zu betreiben und das finde ich schön!
Spannend, dass du einige Dinge anders siehst als ich, aber so gross ist in meinen Augen der Unterschied gar nicht.
Ich denke, der gravierendste Unterschied ist, das ich sehr bewusst mit anderen ins Gespräch kommen will und den Blog nie als privates Tagebuch angesehen habe (meine Familie liest meistens nicht mit!), aber immer auch so geschrieben habe. Also so, dass man die private Eva Maria kennenlernen kann.
Darüber könnte man auch wieder streiten, ob das eine gute Wahl ist.
Dir noch einen schönen Abend und viel Spass beim Schreiben.
Eva Maria