Zum 1. Advent jetzt etwas zum Schmunzeln (mit Dank an Stefan aus dem Lungennetzwerkforum):
Auch in diesem Jahr
häufen sich Katastrophenmeldungen von Ereignissen, die auf zu exzessiven
Gebrauch von Weihnachtsdekoration zurückzuführen sind:
In einer kleinen norddeutschen Stadt:
Sonntag,1.Advent 10.00 Uhr.
In
der Reihenhaussiedlung Marienstraße läßt sich die Rentnerin Erna B.
durch ihren Enkel Norbert 4 Elektrokerzen auf der Fensterbank ihres
Wohnzimmers installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus,
die Freude ist groß.
10 Uhr 14:
Beim entleeren des Mülleimers
beobachtet Nachbar Ottfried P. die provokante Weihnachtsoffensive im
Nebenhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des 10-armigen
dänischen Kerzensets zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später
erstrahlt die gesamte Siedlung Marienstraße im besinnlichen Glanz von
134 Fensterdekorationen.
19 Uhr 03:
Im 12 km entfernten
Kraftwerk Hafen registriert der wachhabende Ingenieur irrtümlich einen
Defekt der Strommessgeräte für den Bereich Nord, ist aber zunächst
arglos.
20 Uhr 17:
Den Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt
der Anschluß einer Kettenschaltung von 96 Halogen-Filmleuchten, durch
sämtliche Bäume ihres Obstgartens, an das Drehstromnetz. Teile der
heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.
20 Uhr 25:
Die
Bewohner der Häuserblöcke im Stadtteil Süd-West fühlen sich genötigt
diese Herausforderung anzunehmen. Sie verhängen sämtliche Fassaden ihrer
4-Etagen-Wohnblöcke mit Lichternetzen.
20 Uhr 31:
Der Pilot
eines auf das örtliche Krankenhaus anfliegenden Rettungshubschraubers
berichtet völlig verwirrt über dampfende dunkle Linien im Schnee. Ein
Mitarbeiter der örtlichen Stadtwerke stellt daraufhin im Bereich der
unterirdischen Starkstromkabelzuleitungen eine Bodenerwärmung auf 32°C
fest.
20 Uhr 56:
Der Diskothekenbesitzer Frank K. sieht sich
genötigt seinerseits einen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung
beizutragen und montiert auf dem Flachdach seines Bungalows das
Laserensemble Metropolis das zu den leistungsstärksten Europas zählt.
Die 40 Meter Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem
Dauerfeuer der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit
einem häßlichen Geräusch zu Asche zerbröckelt.
21 Uhr 30:
Im Trubel einer Club-Feier im Kraftwerk Hafen verhallt das Alarmsignal aus der Generatorhalle in Block 2.
21 Uhr 50:
Der
85-Jährige Kriegsveteran August R. zaubert mit 190 Flakscheinwerfern
des Typs Varta Volkssturm den Stern von Bethlehem an die tief hängende
Wolkendecke.
22 Uhr 12:
Eine Gruppe asiatischer
Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und sommerlicher Kleidung irrt
verängstigt durch die Siedlung Osternheide. Zuvor war eine Boing 747 der
Singapur Airlines mit dem Ziel Sydney versehentlich in der mit 3000
bunten Neonröhren gepflasterten Zufahrt der örtlichen Stadthalle
gelandet.
22 Uhr 37:
Die NASA Raumsonde Voyager 7 funkt vom
Rande der Milchstrasse Bilder einer angeblichen Supernova auf der
nördlichen Erdhalbkugel, die Experten in Houston sind ratlos. Einige
Bürger im süddeutschen Raum berichten über Wetterleuchten im Norden.
22 Uhr 50:
Ein
leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kraftwerks Hafen, der
gesamte Komplex mit seinen Dampfturbinen läuft mit 500 Megawatt brüllend
jenseits der Belastungsgrenze.
23 Uhr 06:
In der taghell
erleuchteten Siedlung Schillerstraße erwacht Studentin Martina U. und
freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen. Um genau 23 Uhr
12 betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.
23 Uhr 12 und 14 Sekunden:
In
die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises bricht die Explosion
des Kraftwerks Hafen wie Donnerhall. Durch den stockfinsteren Ort
stapften irre, verwirrte Menschen, Menschen wie du und ich, denen eine
Kerze auf dem Adventskranz nicht genug war.
Sonntag, 1. Dezember 2013
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