Donnerstag, 31. Mai 2012

Goldfund

Jeden Abend befördere ich die Firmenpost in den Briefkasten in der Nähe des U-Bahnhofes. Meistens bin ich am Briefkasten allein - auch wenn im 20-Meter-Umkreis diverses Volk steht, rauchend und saufend (sorry, aber es ist genau das).

Gestern kam ein Mann auf den Briefkasten zu, klein, rund, südliche oder osteuropäische Erscheinung. (Ich kann immer noch nicht so schnell ausmachen, woher jemand stammt, ist mir normalerweise auch egal.) Dieser Passant, Mann, auf jeden Fall kein Herr, wie sich gleich zeigen wird, bückte sich und sammelte vom Boden unmittelbar am Briefkasten einen goldenen Siegelring auf. Er kniff die Augen, las den Stempel (Donnerwetter, wie schnell er den sehen und erkennen konnte!) und sagte: "585er Gold, passt dir Ring?", probierte ihn selber auf - er war zu eng. Er hielt ihn mir hin: "Passt?"

Und in diesem Moment war ich zu blöd. Ich sagte nämlich: "Weiß ich nicht, aber ich nehme ihn mit und gebe ihn ab, im Fundbüro, besser noch bei der Polizei." Daraufhin sagte er: "Polizei." Steckte den Ring in seine Hosentasche und machte sich davon. (Hätte ich den Ring doch aufprobiert und wäre damit weg gegangen. Dann hätte ich ihn bei der Polizei abliefern können!)

Nun wird irgend jemand seinen schönen goldenen Siegelring vermutlich niemals mehr wiedersehen.

Und ich liefere weiterhin alles, was ich finde, bei unseren uniformierten Freunden ab!

Update 05.06.2012
Manchmal wird man durch Gespräche mit Kollegen auf die richtige Spur gebracht, und fünf Minuten suchen brachte den perfekt identischen Bericht zu Tage.

Interessant ist auch der Bericht über das Autobahngold.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Balsamico

Ich liebe ihn. Und die gemeine Drosophila offenbar auch.

Das warme Wetter brachte nicht nur Sonne in meine Wohnstatt, sondern auch Fruchtfliegen -. klein, schwarz, lästig und immer bereit, sich auf offene Lebensmittel und reifes Obst zu stürzen. Nicht zu vergessen: organische Abfälle. Nun kann frau zwar ordentlich und reinlich sein, Lebensmittel im Kühlschrank lagern oder in fest verschlossenen Dosen aufbewahren, so dass Klein-Droso nix findet, aber: Es stört mich doch ein kleines bisschen, wenn sich diese nervigen Insekten über meine persönlich-private (!) Mahlzeit herzumachen gedenken.

Irgendwo las ich vor längerer Zeit etwas von "Essig und Spülmittel"...? Ich habe nur Balsamico-Essig, anderen brauche ich nicht, also entschloss ich mich, davon ein wenig zu opfern und in eine Dessertschale zu gießen, der fruchtig-süße Duft soll wohl die Fliegen bezirzen, vermischte ihn mit einigen Tropfen Spülmittel und rührte die leckere Mischung kurz durch. (Spülmittel vermindert die Oberflächenspannung der Flüssigkeit, was sehr verhängnisvoll für Drosophilas ist!)

Das Ergebnis ist überzeugend: Seither ertränken sich die kleinen Biester mit wachsender Begeisterung im süßen Essig und in meiner Küche herrscht Lebensmittelfrieden.

Allerdings: Wenn ich abends nach Hause komme, umweht mich ein Odeur von Balsamico. Er schmeckt mir als Salatdressing gut, ob ich dieses Aroma aber längere Zeit als Raumduft bevorzugen kann, ist mir im Moment noch nicht ganz klar.

Dienstag, 29. Mai 2012

Warten

Zwangsweise musste ich für heute einen Urlaubstag nehmen: Es sollen neue Heizkostenverteiler an den Heizkörpern montiert werden, diese werden künftig die Messdaten "nach Hause telefonieren" und der alljährliche Besuch des Ablesers soll entfallen.

Zu allem Überfluss stellte ich am Sonnabend fest, dass von einem Fenster die Drehkippmechanik defekt ist, besprach den Anrufentgegennehmer*) meines Hausmeisters mit der Bitte um Aktivierung einer Fachfirma. Ich hoffe, dass alles so rechtzeitig erledigt sein wird, mein üblicher Dienstagsweg in die Stadt ist ja auch dran.

Und ich muss Akkus kaufen, dringend! Die Lady beklagte, dass ihr Telefon sich nicht mehr auflädt - dieses Mal gut nachvollziehbar, da meine Akkus ebenfalls schwächeln und diese aus dem gleichen Paket stammen wie ihre.

*) Ein "Anrufbeantworter" beantwortet keine Anrufe, nimmt lediglich Anrufwünsche entgegen.

Immerhin, Herr H. meldete sich soeben und bestätigte Auftragserteilung an die Tischlerfirma, merkte aber bereits an, dass bei 30 Jahre alten Fenstern Ersatzteile erst bestellt werden müssten....

11:49 Uhr - Update: Alle wieder weg. Heizkostendingsda dauerte ungefähr 5-7 Minuten, der Tischler hat sich vor der Haustür die Schuhe aus- und mitgebrachte Pantoffeln angezogen**), sich eine Leiter geben lassen, Fenster angeschaut, geprüft, ausgemessen und Notizen gemacht zur Ersatzteilbestellung. Montage wird mindestens vier Stunden dauern. Also einen Urlaubstag einplanen. Seufz.

**) Ich war völlig entsetzt! Meine Kollegen werden mitunter gebeten, sich ihres Schuhwerkes zu entledigen - was  verboten ist! Sicherheitsschuhe dienen der Sicherheit nur dann, wenn sie an den Füßen sind. Tischler, welche Fenster aus- und einbauen benötigen doch sicherlich auch diesen Schutz?

Montag, 28. Mai 2012

Antikflohmarkt in den Colonnaden

Weil es der Tochter und mir im vergangenen Jahr so gut gefallen hatte, besuchten wir auch gestern wieder den "Flohmarkt der schönen Dinge" in der City. Dieses Mal begleitete sie ihr Liebster, der mit großem Interesse stöberte, sich auch sachkundig machte, was unsere speziellen Vorlieben betraf, und sich außerdem bewährte, in dem er psychologisches Verhandlungsgeschick bewies und wir so den einen oder anderen Euro sparen konnten.


 

Die jungen Leute waren sehr interessiert an alten Möbeln, zugegebenermaßen fand ich diese Stühle auch genial-originell...



Eine Tischdecke für meinen neuen, riesigen Esstisch fand ich nicht, hier gab es anscheinend nur Massenware, aber der kleine Kerl, der dort saß, erinnerte mich an meinen eigenen Teddy:


Ein entzückendes Paar:

Noch mehr Glitzerndes:




Kaffeepause ...




Arkaden:






Nun war's auch genug. Fast jedenfalls. Auf dem Rückweg gab es noch zwei Schnäppchen - was den Verkauf von Gläsern an mich betraf, hatten wir den Verkäufer noch ein wenig schmoren lassen - das silberne Kleinod bekam die Tochter.

Donnerstag, 24. Mai 2012

Alles blüht!

Kaum zu glauben, dass ich vor nicht allzu langer Zeit befürchtete, mein Gärtchen würde durch unachtsame Handwerker zerstört werden! Ein paar Tage Sonne und Wärme, schon beginnt alles zu blühen:

Noch einmal die Weigelie:


Weitblick:



Alle meine Rhododendren blühen (bis auf den weißen, der ist schon verblüht), sogar die eigentlich kränkelnden scheinen sich zu erholen.



Hier steht mittig ein Gewächs, das mir kürzlich die Gärtner setzten, die Blüten (ja, es blüht schon gleich los!) dank grellen Sonnenlichtes nur knapp zu erkennen, gestatten "Felsenbirne":


Dieses hier werden ganz prächtige Gewächse - Roter Fingerhut - vor zwei Jahren habe ich selber die Samen verstreut von einer Pflanze im Wald, die Jahr für Jahr wunderschönen Nachwuchs produziert:



Ja, er ist giftig durch und durch, aber ich habe keine Kinder mehr, und in der Nachbarschaft sind auch alle mindestens im Schulalter und stürmen keine fremden Terrassen - sie sind nämlich durchweg gut erzogen.

Was hier nach ein paar mickrigen Blättern aussieht...


... in dieser Ausführung schon zwei Knospen hat...

 
... und hier ganz hinten rechts Richtung Hauswand strebt...


... sind Clematis. Jahrelang  wollte ich gern welche kaufen, nie gab es sie, wenn ich gerade auf der Suche war, so dass ich einmal im letzten Spätsommer und einmal in diesem Frühjahr gierig zugriff. Gestern Abend zeigte ich den vorwitzigen Trieben mittels Blumendraht ein wenig, wo es langgeht... und, Überraschung! ... heute Abend erlebte ich mein strahlendes Wunder:



Der Rest jetzt in Kurzform:
Beide Hibiscus-Sträuchlein bekommen reichlich Blattwerk:


Die Malve hat sich vermehrt und treibt fleißig aus, rundherum wächst im Moment zu viel, was dort nichts zu suchen hat:


Verblühte, struppige Hornveilchen entfernt und Knollen gesetzt, vorne die schon üblichen Samen aus der Streudose - Bienen und Schmetterlinge wollen auch etwas zu tun bekommen:



Zum Abschluss noch ein paar an die frische Luft verfrachtete Zimmerpflanzen im Sonnenschein...


... und der verblühende Flieder, der gerade im Abendlicht noch richtig toll aussieht:

Mittwoch, 23. Mai 2012

Statt Workout

... eine Stunde im Garten gewerkelt. Durch meinen gestrigen Totalausfall war meine Flora recht durstig, das konnte ich nicht mit ansehen. So habe ich ungefähr 70 oder 80 Liter Wasser geschleppt, was in Kombination mit ein wenig Rupf- und Pflanzarbeit an körperlicher Ertüchtigung für heute genug sein muss. Und überhaupt: Mai! Explosionsartig hat alles zu blühen begonnen, und jetzt wächst so viel auf meiner Terrasse, dass vielleicht nur noch ich weiß, wo das Eine anfängt und das Andere aufhört.

Die Weigelie blüht:


Für heute Abend auf die Schnelle muss das reichen, restliche Fotos vielleicht morgen.

Dienstag, 22. Mai 2012

Schlapp von der Wärme

Nun ist es zu schnell zu heiß geworden, heute über 30°C.

Nein, ich gehöre nicht zu den Dauernörglern, den man es nicht recht machen kann... mir bekommen einfach bestimmte Wetterlagen nicht. Als ich heute früh (7:00 Uhr - 17 °C) aus der Tür ging, merkte ich sofort - oha! - keine Luft für mich. Langsam gehen, anstrengend alles. Im Büro ging es, noch ist das Gebäude nicht "aufgeladen" von der Wärme. Aber der Rückweg vorhin - von der Bahn nach Hause - nach dem üblichen Tropf in der Arztpraxis - war arg mühsam.

Seither liege ich lang. Sehr praktisch, das Netti: Im Liegen gegen die angewinkelten Beine gelehnt, habe ich meine wichtigsten Blogs abgeklappert. Jetzt mag ich nicht mehr. Bin einfach nur furchtbar müde. Also werde ich jetzt meine Schlussrunde durch die Wohnung drehen, Fenster schließen etc... vorsichtshalber "bettfertig" machen, nach meiner Erfahrung schlafe ich in kürzester Zeit ein, sobald ich einen Tatort einschalte...

Achso, ab morgen geht die Temperatur ein wenig zurück. Danke, Petrus.