Gute Nacht, Gorilla! ist ein ganz wunderbares Bilderbuch für Kleinkinder, das uns seit Monaten amüsiert. Immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken, und so wie der Spracherwerb voran schreitet, ändert sich im Dialog die Geschichte.
Empfehlung für alle, die sich mit Kleinkindern unterhalten möchten. (Nichts ist schöner, als wenn so ein Zwerg sich aufs Sofa setzt, neben sich klopft und anordnet: "Oma setzen, gucken!")
Und weil ich natürlich andauernd vergesse, Fotos zu machen, gibt es einfach mal einen neutralen Amazon-Link.
Freitag, 9. September 2016
Donnerstag, 8. September 2016
Libraries in Italy
Damit mir der Link nicht verloren geht, muss ich ihn einfach hier verorten:
Die schönsten Büchereien in Italien. (Link von FB-Freundin Corina.)
Die schönsten Büchereien in Italien. (Link von FB-Freundin Corina.)
Mittwoch, 7. September 2016
Gelesen: Die Frau, die Männer mochte
Die Frau, die Männer mochte - als "Roman" tituliert, aber mindestens ein Krimi oder Psychodingens
von Petra Hammesfahr
Diana Verlag/Random House
ISBN 978-3-453-35845-4
Dieses ist der erste Roman von Petra Hammesfahr und erschien erstmalig nach 25 Jahren in neuer Auflage und um 100 Seiten erweitert. Er erschien zuvor 1991 unter demselben Titel beim Verlag Bastei Lübbe, Köln.
Warum dieses Buch? Ein Griff vom Remittendentisch.
Klappentext:
"Die Restaurantbesitzerin Marisa Behrend gab zurück, was sie bekam: Liebe, Zuwendung, Treue, Freundschaft. Jeder wusste das, alle bewunderten sie. Und dennoch musste sie jemand so gehasst haben, dass er sie nackt, ans Bett gefesselt, umbrachte. Ein Gast? Der Liebhaber? Ihr Arzt? Als Kriminalhauptkommissar Rolf Wegener die Ermittlungen aufnimmt, ahnt er nicht, in welchen Abgrund er hineingezogen wird. Zu spät erkennt er die Gefahr für sich selbst ...
Petra Hammesfahr macht aus den dunklen Seiten des Lebens Hochspannung.…"
Der Roman beginnt damit, dass die Erntehelferin Swetlana stirbt. Diese Tatsache ist erst spät in der Geschichte von gewisser Bedeutung und als Hintergrundinformation notwendig.
Marisa Behrend wird in entwürdigender Pose in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Mit der Aufklärung des Falles wird Kriminalhauptkommissar Rolf Wegener betraut, ihm zur Seite gestellt wird Simon Pauli, Kommissar zur Anstellung, eine Art Azubi.
In diesen Fall scheint die gesamte Lokalprominenz des Ortes verwickelt zu sein, und zunächst hat es den Anschein, als habe man an höchster Stelle versuchen wollen, die Tat zu vertuschen und als "natürlichen Tod durch Herzinfarkt" zu bezeichnen.
Es kommen viele Personen vor, denen jeweils ein Kapitel gewidmet ist, dieses macht es dem Leser einfacher, der Geschichte folgen zu können. Insbesondere die Putzfrau der Ermordeten, ihr Sohn und dessen Freundin, Krankenhausärzte, politische Prominenz, natürlich der vorgenannte Simon Pauli, der sich als außerordentlich tüchtig erweist, Ellen Wegener und Rolf. Natürlich.
Während Rolf durch die Befragung der Beteiligten allmählich ein genaues Bild von Marisa bekommt, wird er dadurch förmlich "getriggert," er bildet sich ein, er hätte sie kennenlernen sollen... jedoch war er bisher auf seinem zweiwöchentlichen Weg zu seiner Mutter stets auf der Landstraße an ihrem Lokal, dem "Waldschlösschen" vorbei gefahren.
Dass um jedes ihrer Hand- und Fußgelenke ein schwarzes Seidenband geschlungen war, fiel ihm wegen des dunkelblauen Satinlakens erst auf, als er die Streifen an ihren Gelenken bemerkte. Die Bänder bildeten quasi eine Verlängerung ihrer Gliedmaßen, führten zu den äußeren Messingstäben an Kopf- und Fußteil. Ein fünftes, weißes Band, offenbar der Gürtel des Frotteebademantels, war um ihren Hals geschlungen und wurde teilweise von ihren Haaren verdeckt. Kastanienbraunes Haar, schulterlang - wie bei Ellen früher.
Als sich herausstellt, dass einer der Liebhaber von Marisa bestimmte SM-Praktiken bevorzugte, bei Marisa ensprechende "Spielzeuge" gefunden werden, scheint der Mörder schnell festzustehen. Ganz so einfach verhält es sich aber nicht, die Obduktion bringt Klarheit - und als sich später herausstellt, dass Ute, die Freundin von Marisas Sohn, gewisse Dinge beobachtet hat, bekommt der Fall eine neue Dimension .
Rolf hatte eine sehr schwere Kindheit, hatte unter der früh verstorbenen Schwester und seiner Mutter zu leiden, sich dann als junger Polizist anlässlich einer Razzia in Ellen verliebt, mit der er meinte, viele Jahre eine glückliche Ehe geführt zu haben.
Es war nicht so sehr die Aufregung vor der Konfrontation mit einer weiteren Leiche gewesen, die Pauli veranlasst hatte, während der Fahrt zum Waldschlösschen vor Anspannung seine Unterlippe zu zernagen. Er hatte vielmehr einen Riesenbammel gehabt, an Wegeners Seite erneut umzukippen. Nicht im Traum wäre Pauli auf die Idee gekommen, dass Wegener schon vor Wochen innerlich zusammengebrochen war, dass er sich bisher an seinem Job aufrechtgehalten, dass die Frau auf dem Bett ihm heute den Rest gegeben hatte und er sich in der Küche versteckte, damit es nicht auffiel.
Nun wird geschildert, auf welche Weise es mit seiner Ehe bergab gegangen ist, was seine Wünsche und Sehnsüchte waren bzw. sind - und ständig wird er im Rahmen seiner Ermittlungen daran erinnert, beginnt, sich einzubilden, die Verstorbene zu sehen, zu berühren, verfällt in Tobsuchtsanfälle, ermittelt eigenmächtig, ohne seinem Vorgesetzten Bericht zu erstatten...
(Spoiler:) Das Ganze Wirrwarr endet schließlich damit, dass er seine Ehefrau lebensgefährlich verletzt, die Mörderin umbringt, seine Kündigung schreibt und der halluzinierten Marisa folgt.
Meine Meinung: Man kann es gut lesen, mir sind zu viele Personen dabei, zu viel Hin und Her zwischen Ermittlungen und Halluzinationen, unglücklicher Ehe und ungelösten Kindheitskonflikten. Es scheint weniger ein Krimi als ein Psychogramm des Kriminalhauptkommissars zu sein.
Nochmal werde ich es nicht lesen, deshalb wird das Buch weitergegeben.
von Petra Hammesfahr
Diana Verlag/Random House
ISBN 978-3-453-35845-4
Dieses ist der erste Roman von Petra Hammesfahr und erschien erstmalig nach 25 Jahren in neuer Auflage und um 100 Seiten erweitert. Er erschien zuvor 1991 unter demselben Titel beim Verlag Bastei Lübbe, Köln.
Warum dieses Buch? Ein Griff vom Remittendentisch.
Klappentext:
"Die Restaurantbesitzerin Marisa Behrend gab zurück, was sie bekam: Liebe, Zuwendung, Treue, Freundschaft. Jeder wusste das, alle bewunderten sie. Und dennoch musste sie jemand so gehasst haben, dass er sie nackt, ans Bett gefesselt, umbrachte. Ein Gast? Der Liebhaber? Ihr Arzt? Als Kriminalhauptkommissar Rolf Wegener die Ermittlungen aufnimmt, ahnt er nicht, in welchen Abgrund er hineingezogen wird. Zu spät erkennt er die Gefahr für sich selbst ...
Petra Hammesfahr macht aus den dunklen Seiten des Lebens Hochspannung.…"
Der Roman beginnt damit, dass die Erntehelferin Swetlana stirbt. Diese Tatsache ist erst spät in der Geschichte von gewisser Bedeutung und als Hintergrundinformation notwendig.
Marisa Behrend wird in entwürdigender Pose in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Mit der Aufklärung des Falles wird Kriminalhauptkommissar Rolf Wegener betraut, ihm zur Seite gestellt wird Simon Pauli, Kommissar zur Anstellung, eine Art Azubi.
In diesen Fall scheint die gesamte Lokalprominenz des Ortes verwickelt zu sein, und zunächst hat es den Anschein, als habe man an höchster Stelle versuchen wollen, die Tat zu vertuschen und als "natürlichen Tod durch Herzinfarkt" zu bezeichnen.
Es kommen viele Personen vor, denen jeweils ein Kapitel gewidmet ist, dieses macht es dem Leser einfacher, der Geschichte folgen zu können. Insbesondere die Putzfrau der Ermordeten, ihr Sohn und dessen Freundin, Krankenhausärzte, politische Prominenz, natürlich der vorgenannte Simon Pauli, der sich als außerordentlich tüchtig erweist, Ellen Wegener und Rolf. Natürlich.
Während Rolf durch die Befragung der Beteiligten allmählich ein genaues Bild von Marisa bekommt, wird er dadurch förmlich "getriggert," er bildet sich ein, er hätte sie kennenlernen sollen... jedoch war er bisher auf seinem zweiwöchentlichen Weg zu seiner Mutter stets auf der Landstraße an ihrem Lokal, dem "Waldschlösschen" vorbei gefahren.
Dass um jedes ihrer Hand- und Fußgelenke ein schwarzes Seidenband geschlungen war, fiel ihm wegen des dunkelblauen Satinlakens erst auf, als er die Streifen an ihren Gelenken bemerkte. Die Bänder bildeten quasi eine Verlängerung ihrer Gliedmaßen, führten zu den äußeren Messingstäben an Kopf- und Fußteil. Ein fünftes, weißes Band, offenbar der Gürtel des Frotteebademantels, war um ihren Hals geschlungen und wurde teilweise von ihren Haaren verdeckt. Kastanienbraunes Haar, schulterlang - wie bei Ellen früher.
Als sich herausstellt, dass einer der Liebhaber von Marisa bestimmte SM-Praktiken bevorzugte, bei Marisa ensprechende "Spielzeuge" gefunden werden, scheint der Mörder schnell festzustehen. Ganz so einfach verhält es sich aber nicht, die Obduktion bringt Klarheit - und als sich später herausstellt, dass Ute, die Freundin von Marisas Sohn, gewisse Dinge beobachtet hat, bekommt der Fall eine neue Dimension .
Rolf hatte eine sehr schwere Kindheit, hatte unter der früh verstorbenen Schwester und seiner Mutter zu leiden, sich dann als junger Polizist anlässlich einer Razzia in Ellen verliebt, mit der er meinte, viele Jahre eine glückliche Ehe geführt zu haben.
Es war nicht so sehr die Aufregung vor der Konfrontation mit einer weiteren Leiche gewesen, die Pauli veranlasst hatte, während der Fahrt zum Waldschlösschen vor Anspannung seine Unterlippe zu zernagen. Er hatte vielmehr einen Riesenbammel gehabt, an Wegeners Seite erneut umzukippen. Nicht im Traum wäre Pauli auf die Idee gekommen, dass Wegener schon vor Wochen innerlich zusammengebrochen war, dass er sich bisher an seinem Job aufrechtgehalten, dass die Frau auf dem Bett ihm heute den Rest gegeben hatte und er sich in der Küche versteckte, damit es nicht auffiel.
Nun wird geschildert, auf welche Weise es mit seiner Ehe bergab gegangen ist, was seine Wünsche und Sehnsüchte waren bzw. sind - und ständig wird er im Rahmen seiner Ermittlungen daran erinnert, beginnt, sich einzubilden, die Verstorbene zu sehen, zu berühren, verfällt in Tobsuchtsanfälle, ermittelt eigenmächtig, ohne seinem Vorgesetzten Bericht zu erstatten...
(Spoiler:) Das Ganze Wirrwarr endet schließlich damit, dass er seine Ehefrau lebensgefährlich verletzt, die Mörderin umbringt, seine Kündigung schreibt und der halluzinierten Marisa folgt.
Meine Meinung: Man kann es gut lesen, mir sind zu viele Personen dabei, zu viel Hin und Her zwischen Ermittlungen und Halluzinationen, unglücklicher Ehe und ungelösten Kindheitskonflikten. Es scheint weniger ein Krimi als ein Psychogramm des Kriminalhauptkommissars zu sein.
Nochmal werde ich es nicht lesen, deshalb wird das Buch weitergegeben.
Dienstag, 6. September 2016
Terrasse - gerodet und geharkt
Gestern früh um sieben wachte ich von einem monotonen Geräusch auf. Die Gärtner haben ihr Werk zunächst vollendet: Letzte tief verwurzelte Baum- und Buschstumpen wurden ausgegraben (daher das Geräusch von Muskelkraft und Spaten).
Das seltsame Bäumchen ist nun auch verschwunden, der Boden sieht regelrecht gekämmt aus...
Demnächst werden Hecken gepflanzt als Abgrenzung zur Wiese bzw. den Nachbarn. Dieses Mal aber ohne Dornen!
Inwiefern ich die weitere Bepflanzung beeinflussen bzw. selber Stück für Stück vornehmen kann? Anfrage beim Hauswart läuft...
Auf jeden Fall hatte ich gestern früh die Eingebung, die Discounter-Angebote zu prüfen... als Folge führte mich mein erster Weg außer Haus direkt zu den Blumenzwiebel-Angeboten. Ich freue mich, wenn die Terrasse so weit ist, dass ich sie in den nächsten Wochen verbuddeln kann - und dann im nächsten Jahr überall Blühendes sprießt.
Das seltsame Bäumchen ist nun auch verschwunden, der Boden sieht regelrecht gekämmt aus...
Demnächst werden Hecken gepflanzt als Abgrenzung zur Wiese bzw. den Nachbarn. Dieses Mal aber ohne Dornen!
Inwiefern ich die weitere Bepflanzung beeinflussen bzw. selber Stück für Stück vornehmen kann? Anfrage beim Hauswart läuft...
Auf jeden Fall hatte ich gestern früh die Eingebung, die Discounter-Angebote zu prüfen... als Folge führte mich mein erster Weg außer Haus direkt zu den Blumenzwiebel-Angeboten. Ich freue mich, wenn die Terrasse so weit ist, dass ich sie in den nächsten Wochen verbuddeln kann - und dann im nächsten Jahr überall Blühendes sprießt.
Sonntag, 4. September 2016
Gelesen: Riley - Im Schein der Finsternis
Riley - Im Schein der Finsternis (Young Adult/Fantasy)
von Alyson Noël
Page & Turner (Goldmann), Taschenbuch
ISBN 978-3-442-20384-0
Warum dieses Buch? Ganz einfach, es ist der zweite Band der Serie
Klappentext:
"Riley ist tot, und das genießt sie ausgiebig, denn schließlich hat sie eine mehr als spannende Aufgabe: Seelen einzufangen, die auf ihrem Weg ins Jenseits verlorengegangen sind. Dabei sind es die schweren Fälle, derer sie sich mit Vorliebe annimmt. Allerdings fragt sie sich inzwischen, warum sie ausgerechnet diesem Geistermädchen Rebecca helfen wollte? Sie ist voller Hass und will nur Rache für ihren Tod: In einem gefährlich dunkel-glitzernden Nebel aus Zorn hält sie unzählige Seelen gefangen, um sie zu quälen. Riley ist verzweifelt – wie kann sie diesem Grauen ein Ende setzen? Wie kann sie der Finsternis gegenübertreten, ohne sich selbst darin zu verlieren?"
Frisch, frech und modern geht es hier mit Riley weiter.
Die junge Geisterjägerin Riley mit ihrem Hund Buttercup und ihrem Führer-Freund Bodhi haben sich nach dem letzten Abenteuer einen Urlaub verdient, den sie auf der Insel St. John verbringen, wo sie auf Rebecca mit ihrem Höllenhund treffen. Rebecca ist in einer Blase aus Wut gefangen und droht, alle in ihren Sog zu ziehen. (Die Blase kann übrigens durchaus wörtlich genommen werden.)
Riley trifft die Seele eines afrikanischen Prinzen, der ihr einen Wahrheitstrunk gibt und sie die Qualen der Sklaverei nachvollziehen lässt. Es geht hier um einen Sklavenaufstand, der Vater von Rebecca war der "Eigentümer"... und Rebecca war allein gelassen worden, als ihr Vater starb und das Haus, in dem sie versteckt war, angezündet worden war - was in ihr eine unglaubliche und unstillbare Wut hinterlassen hat, so dass weder ihre Seele noch die der umgekommenen Sklaven zur Ruhe kommen konnten.
Er musterte mich gründlich. Seine Miene wirkte ernst, und er erwiederte meinen Blick, als würde er sorgfältig drüber nachdenken.
Dann drehte er sich ohne ein weiteres Wort um und gab mir lediglich mit einem kaum merklichen Nicken seines Kopfes zu verstehen, dass ich ihm folgen sollte. Er führte mich weg vom Friedhof, weg von der Seifenblase und hin zu einer kleinen, mit Stroh gedeckten Hütte am Strand.
Ich blieb am Eingang stehen, nicht bereit, mich weiter vorzuwagen.
Für Riley gilt es wieder, Entscheidungen zu treffen, zu handeln, zu reifen.
Sie hat konstruktive Ideen, die sie wider alle Vernunft und ohne Befugnis des "Rates" in die Tat umsetzt, um letztendlich die in ihrer Wut gefangenen Seelen zu befreien und zur Brücke (ins Jenseits) zu führen.
Ein Roman, der sich leicht und locker liest (ideale Bahnfahrlektüre für mich), inhaltlich aber nicht seicht ist. Es geht hier um Verantwortung, Entscheidungen und das Bezwingen von Wut - die sehr jung verstorbene Teenagerin Riley wächst mit ihren Aufgaben und bekommt am Ende ein intensiveres "Glühen." (Was es damit auf sich hat, weiß der Leser bereits nach Band eins...)
Wem der erste Band gefallen hat, der wird auch dieses Buch gern lesen.
Übrigens: Am Ende sind sowohl ein Interview mit der Autorin abgedruckt als auch eine Leseprobe/eine Vorschau auf Band drei.
von Alyson Noël
Page & Turner (Goldmann), Taschenbuch
ISBN 978-3-442-20384-0
Warum dieses Buch? Ganz einfach, es ist der zweite Band der Serie
Klappentext:
"Riley ist tot, und das genießt sie ausgiebig, denn schließlich hat sie eine mehr als spannende Aufgabe: Seelen einzufangen, die auf ihrem Weg ins Jenseits verlorengegangen sind. Dabei sind es die schweren Fälle, derer sie sich mit Vorliebe annimmt. Allerdings fragt sie sich inzwischen, warum sie ausgerechnet diesem Geistermädchen Rebecca helfen wollte? Sie ist voller Hass und will nur Rache für ihren Tod: In einem gefährlich dunkel-glitzernden Nebel aus Zorn hält sie unzählige Seelen gefangen, um sie zu quälen. Riley ist verzweifelt – wie kann sie diesem Grauen ein Ende setzen? Wie kann sie der Finsternis gegenübertreten, ohne sich selbst darin zu verlieren?"
Frisch, frech und modern geht es hier mit Riley weiter.
Die junge Geisterjägerin Riley mit ihrem Hund Buttercup und ihrem Führer-Freund Bodhi haben sich nach dem letzten Abenteuer einen Urlaub verdient, den sie auf der Insel St. John verbringen, wo sie auf Rebecca mit ihrem Höllenhund treffen. Rebecca ist in einer Blase aus Wut gefangen und droht, alle in ihren Sog zu ziehen. (Die Blase kann übrigens durchaus wörtlich genommen werden.)
Riley trifft die Seele eines afrikanischen Prinzen, der ihr einen Wahrheitstrunk gibt und sie die Qualen der Sklaverei nachvollziehen lässt. Es geht hier um einen Sklavenaufstand, der Vater von Rebecca war der "Eigentümer"... und Rebecca war allein gelassen worden, als ihr Vater starb und das Haus, in dem sie versteckt war, angezündet worden war - was in ihr eine unglaubliche und unstillbare Wut hinterlassen hat, so dass weder ihre Seele noch die der umgekommenen Sklaven zur Ruhe kommen konnten.
Er musterte mich gründlich. Seine Miene wirkte ernst, und er erwiederte meinen Blick, als würde er sorgfältig drüber nachdenken.
Dann drehte er sich ohne ein weiteres Wort um und gab mir lediglich mit einem kaum merklichen Nicken seines Kopfes zu verstehen, dass ich ihm folgen sollte. Er führte mich weg vom Friedhof, weg von der Seifenblase und hin zu einer kleinen, mit Stroh gedeckten Hütte am Strand.
Ich blieb am Eingang stehen, nicht bereit, mich weiter vorzuwagen.
Für Riley gilt es wieder, Entscheidungen zu treffen, zu handeln, zu reifen.
Sie hat konstruktive Ideen, die sie wider alle Vernunft und ohne Befugnis des "Rates" in die Tat umsetzt, um letztendlich die in ihrer Wut gefangenen Seelen zu befreien und zur Brücke (ins Jenseits) zu führen.
Ein Roman, der sich leicht und locker liest (ideale Bahnfahrlektüre für mich), inhaltlich aber nicht seicht ist. Es geht hier um Verantwortung, Entscheidungen und das Bezwingen von Wut - die sehr jung verstorbene Teenagerin Riley wächst mit ihren Aufgaben und bekommt am Ende ein intensiveres "Glühen." (Was es damit auf sich hat, weiß der Leser bereits nach Band eins...)
Wem der erste Band gefallen hat, der wird auch dieses Buch gern lesen.
Übrigens: Am Ende sind sowohl ein Interview mit der Autorin abgedruckt als auch eine Leseprobe/eine Vorschau auf Band drei.
Terrasse - alles neu macht der Herbst
Herbst, weil seit dem ersten September der meteorologische Herbstanfang ist. Mir fällt es leichter, den Jahreszeiten volle Monate zuzuordnen. Aber egal. sollte sich - wie vorher gesagt - der Spätsommer nochmal bemerkbar machen, würde ich mich freuen. Zumal ich noch eine Woche Urlaub vor mir habe.
Meine Terrasse ist verwildert.
In den letzten Jahren hatte ich viel Freude daran gehabt, in meinem Terrassengarten zu werkeln. Stammleser wissen das.
Vor zwei Jahren brachen gewisse Familienkatastrophen auf mich herein, die - abgesehen von jeglicher Dramatik - zu großen Zeitfressern mutiert sind. Folglich habe ich seit fast genau zwei Jahren meine gärtnerischen Aktivitäten eingestellt mit dem Effekt, dass mein Grün dermaßen gewuchert ist, dass ich es im Nachhinein nicht mehr bändigen konnte.
Meine Mitteilung an den Hausmeister hatte ich neulich hier verewigt.
Vor einer Woche besuchte mich der Gärtnermeister, und am Donnerstag rückten seine Leute an und meiner Terrasse zu Leibe. Einen ganzen Tag lang haben sie damit verbracht, das Stückchen Erde zu roden. Mein geliebter Flieder (Ableger von meiner längst dahin gegangenen Oma aus dem Garten) wurde zurecht gestutzt, desgleichen die Forsythie (von meinen Ex-Schwiegereltern). Ja, ich bin befragt worden, und es ist in Ordnung so.
Das wild gewachsene Bäumchen wurde - entgegen meiner Idee - nicht entfernt, aber so sieht es eigentlich auch ganz lustig aus. Meine wunderschön blühende Hortensie wurde auch nicht angefasst. Bevor ich es vergesse: Meine Hibiskussträucher stehen noch und bekommen endlich mehr Licht! Die Hortensie (das Andenken an meinen Bruder) hat in der letzten Wärmeperiode sehr gelitten, nachdem sie doch endlich ein paar Blätter produziert hatte, wurde aber tatsächlich auch stehen gelassen...
Natürlich sieht jetzt alles sehr kahl aus ... und ich kann wieder auf die Wiese gucken, Sonnenuntergänge sehen. So bald der Hausmeister seinen Urlaub beendet haben wird, entscheidet er gemeinsam mit dem Gärtner über weitere Bepflanzung - eine Hecke, ohne Dornen dieses Mal (!) als Begrenzung zur Wiese und zum Nachbarn, wird es geben. Was man sich weiter denkt, werde ich sehen... auf jeden Fall bleibt mir genug Spielraum und Platz für neue Frühlingsblumenzwiebeln und die eine oder andere neue Pflanze. Ich denke, ich schicke dem Hausmeister nochmal eine Nachricht. So weit ist erstmal alles bestens.
Ich überlege, einige Kübel zu bepflanzen, wie es die Tochter gemacht hat - mit Heidekraut und Gräsern... hübsch für Herbst und Winter.
Meine Terrasse ist verwildert.
In den letzten Jahren hatte ich viel Freude daran gehabt, in meinem Terrassengarten zu werkeln. Stammleser wissen das.
Vor zwei Jahren brachen gewisse Familienkatastrophen auf mich herein, die - abgesehen von jeglicher Dramatik - zu großen Zeitfressern mutiert sind. Folglich habe ich seit fast genau zwei Jahren meine gärtnerischen Aktivitäten eingestellt mit dem Effekt, dass mein Grün dermaßen gewuchert ist, dass ich es im Nachhinein nicht mehr bändigen konnte.
Meine Mitteilung an den Hausmeister hatte ich neulich hier verewigt.
Vor einer Woche besuchte mich der Gärtnermeister, und am Donnerstag rückten seine Leute an und meiner Terrasse zu Leibe. Einen ganzen Tag lang haben sie damit verbracht, das Stückchen Erde zu roden. Mein geliebter Flieder (Ableger von meiner längst dahin gegangenen Oma aus dem Garten) wurde zurecht gestutzt, desgleichen die Forsythie (von meinen Ex-Schwiegereltern). Ja, ich bin befragt worden, und es ist in Ordnung so.
Das wild gewachsene Bäumchen wurde - entgegen meiner Idee - nicht entfernt, aber so sieht es eigentlich auch ganz lustig aus. Meine wunderschön blühende Hortensie wurde auch nicht angefasst. Bevor ich es vergesse: Meine Hibiskussträucher stehen noch und bekommen endlich mehr Licht! Die Hortensie (das Andenken an meinen Bruder) hat in der letzten Wärmeperiode sehr gelitten, nachdem sie doch endlich ein paar Blätter produziert hatte, wurde aber tatsächlich auch stehen gelassen...
Natürlich sieht jetzt alles sehr kahl aus ... und ich kann wieder auf die Wiese gucken, Sonnenuntergänge sehen. So bald der Hausmeister seinen Urlaub beendet haben wird, entscheidet er gemeinsam mit dem Gärtner über weitere Bepflanzung - eine Hecke, ohne Dornen dieses Mal (!) als Begrenzung zur Wiese und zum Nachbarn, wird es geben. Was man sich weiter denkt, werde ich sehen... auf jeden Fall bleibt mir genug Spielraum und Platz für neue Frühlingsblumenzwiebeln und die eine oder andere neue Pflanze. Ich denke, ich schicke dem Hausmeister nochmal eine Nachricht. So weit ist erstmal alles bestens.
Ich überlege, einige Kübel zu bepflanzen, wie es die Tochter gemacht hat - mit Heidekraut und Gräsern... hübsch für Herbst und Winter.
Gelesen: Die Magie der kleinen Dinge
Die Magie der kleinen Dinge, historischer Roman
von Jessie Burton
engl. Original "The Miniaturist"
Blanvalet/Random House
ISBN 978-3-7341-0307-0
Warum dieses Buch? "Kauf mich," sprach es zu mir in der Buchhandlung. Das schöne Cover sprach mich an, und ich hatte das unklare Gefühl, schon mal darüber etwas gelesen zu haben.
Klappentext:
"Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur ihr Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt – und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen – sowie dunkle Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden …"
Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, geschildert wird die Beerdigung einer Frau. Am Ende wird sich hier der Kreis schließen, zunächst verwirrt diese Einleitung nur.
Nella trifft, 18jährig und frisch mit einem Amsterdamer Kaufmann verheiratet, in ihrem neuen Zuhause ein, wo sie von ihrer Schwägerin und zwei Hausbediensteten empfangen wird. Die Stimmung ist angespannt und unterkühlt, ihr Ehemann, der nicht einmal bei der sehr schlichten Hochzeit in ihrem Heimatdorf ihre Hand gehalten oder sie gar geküsst hat, ist auf Reisen. Außer ihrem grünen Wellensittich, den sie mitgebracht hat, scheint es kein Wesen im ganzen Haushalt zu geben, das ihr freundlich gesonnen ist.
Geschildert wird das Amsterdamer Leben der überwiegend wohlhabenden Leute, der Kaufmannschaft und selbständigen Handwerker in den Jahren 1686/87. Man bekommt Einblick in das soziale und gesellschaftliche Leben aus der Perspektive von Nella. Obwohl nicht in der autobiografischen Form geschrieben, schildert der Roman ihre Sicht, Empfindungen, Entscheidungen. Nella, genauer Petronella, durchlebt eine Entwicklung, gezwungenermaßen wird sie reifer - aber nicht glücklicher.
Nellas Ehemann, Johannes Brandt, schenkt ihr zum Trost - er ist viel im Kontor oder auf Reisen und hält sich auch ansonsten von seiner Frau fern - ein Puppenhaus aus edlem Material, jedoch ohne Inventar. (Anmerkung: Wer schon mal solche Puppenhäuser z.B. im Museum gesehen hat, weiß, dass es sich nicht um ein Kinderspielzeug handelt sondern um eine Art Ausbildungsutensilie in Haushaltsführung für junge Frauen.)
Johannes' gleichgültiges Verhalten ihr gegenüber schmerzt sie sehr. Immer wieder verschwindet er zur Börse, in die VOC (Anm.: die Niederländische Ostindien-Kompanie) oder in sein Lagerhaus unweit der Taverne im Osten, wo einem die Kartoffeln im Munde zergehen. Er straft sie mit Nichtachtung, er kommt nicht mit zur Kirche. Marin nimmt mich wenigstens zur Kenntnis, um mich zu kneifen, denkt Nella. Es ist doch albern, für einen blauen Fleck auch noch dankbar zu sein! Sie hat den Anker ausgeworfen, aber er hat keinen Halt gefunden. Und so wird sie mitgerissen von einem gewaltigen, rauen, aufgewühlten und gefährlichen Meer.
Nella findet in "Smits Liste" die Adresse eines "Miniaturisten," den sie zunächst mit kleinen Bestellungen beauftragt.
In Folge erhält sie mehr als bestellt, jedoch geben ihr die Dinge Rätsel auf. Rätsel, die sie annähernd erst am Ende der Geschichte lösen kann.
Sobald Cornelia mit einem letzten Blick über die Schulter das Zimmer verlassen hat, kippt Nella den Inhalt des Päckchens aufs Bett. Mit so etwas hätte sie nie gerechnet! Auf einem blauen Streifen Samt liegen acht Püppchen. So lebensecht und zart, makellose Kunstwerke. Nella fühlt sich wie eine Riesin, als sie so vorsichtig nach einem davon greift, als könnte sie es zerbrechen.
An dieser Stelle hatte ich, dem Buchtitel gemäß, tatsächlich etwas wie Magie erwartet.
Die Erzählung zieht sich dahin, die Personen gewinnen an Kontur, der Winter in Amsterdam legt sich mit Düsternis aufs Gemüt.
Die ersten ca. 170 Seiten empfand ich als Quälerei. Trotz der ausgesucht schönen Sprache war das Buch unendlich langweilig. Ab ungefähr dem zweiten Drittel nimmt das Ganze ein wenig an Fahrt auf, und langsam wächst das Interesse am Fortgang der Geschichte.
Nicht nur, dass finanzielle Probleme am Horizont auftauchen und damit soziale Wirren ans Tageslicht bringen, nein, der wohlangesehene Kaufmann Brandt wird eines Vergehens beschuldigt, eines Verhaltens, das in der damaligen Zeit, in der Pseudo-Religiosität und strenge Moralvorstellungen sowie die Gier der Meute nach spektakulären Gerichtsverhandlungen eine große Rolle spielen, zu keinem anderen Ende führen kann als der Verurteilung.
Verurteilt dazu, mit einem Mühlstein am Hals der Nordsee übergeben zu werden.
In den Tagen der Gerichtsverhandlung spielt sich im Hause Brandt ein ganz anderes Drama ab, an dessen Ende Nellas Schwägerin stirbt - und neues Leben beginnt.
Nella sinniert über ihr Puppenhaus, betrachtet die Püppchen und kleinen Dinge - um dann das Puppenhaus zu Feuerholz zu machen.
Muss man nicht lesen.
von Jessie Burton
engl. Original "The Miniaturist"
Blanvalet/Random House
ISBN 978-3-7341-0307-0
Warum dieses Buch? "Kauf mich," sprach es zu mir in der Buchhandlung. Das schöne Cover sprach mich an, und ich hatte das unklare Gefühl, schon mal darüber etwas gelesen zu haben.
Klappentext:
"Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur ihr Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt – und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen – sowie dunkle Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden …"
Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, geschildert wird die Beerdigung einer Frau. Am Ende wird sich hier der Kreis schließen, zunächst verwirrt diese Einleitung nur.
Nella trifft, 18jährig und frisch mit einem Amsterdamer Kaufmann verheiratet, in ihrem neuen Zuhause ein, wo sie von ihrer Schwägerin und zwei Hausbediensteten empfangen wird. Die Stimmung ist angespannt und unterkühlt, ihr Ehemann, der nicht einmal bei der sehr schlichten Hochzeit in ihrem Heimatdorf ihre Hand gehalten oder sie gar geküsst hat, ist auf Reisen. Außer ihrem grünen Wellensittich, den sie mitgebracht hat, scheint es kein Wesen im ganzen Haushalt zu geben, das ihr freundlich gesonnen ist.
Geschildert wird das Amsterdamer Leben der überwiegend wohlhabenden Leute, der Kaufmannschaft und selbständigen Handwerker in den Jahren 1686/87. Man bekommt Einblick in das soziale und gesellschaftliche Leben aus der Perspektive von Nella. Obwohl nicht in der autobiografischen Form geschrieben, schildert der Roman ihre Sicht, Empfindungen, Entscheidungen. Nella, genauer Petronella, durchlebt eine Entwicklung, gezwungenermaßen wird sie reifer - aber nicht glücklicher.
Nellas Ehemann, Johannes Brandt, schenkt ihr zum Trost - er ist viel im Kontor oder auf Reisen und hält sich auch ansonsten von seiner Frau fern - ein Puppenhaus aus edlem Material, jedoch ohne Inventar. (Anmerkung: Wer schon mal solche Puppenhäuser z.B. im Museum gesehen hat, weiß, dass es sich nicht um ein Kinderspielzeug handelt sondern um eine Art Ausbildungsutensilie in Haushaltsführung für junge Frauen.)
Johannes' gleichgültiges Verhalten ihr gegenüber schmerzt sie sehr. Immer wieder verschwindet er zur Börse, in die VOC (Anm.: die Niederländische Ostindien-Kompanie) oder in sein Lagerhaus unweit der Taverne im Osten, wo einem die Kartoffeln im Munde zergehen. Er straft sie mit Nichtachtung, er kommt nicht mit zur Kirche. Marin nimmt mich wenigstens zur Kenntnis, um mich zu kneifen, denkt Nella. Es ist doch albern, für einen blauen Fleck auch noch dankbar zu sein! Sie hat den Anker ausgeworfen, aber er hat keinen Halt gefunden. Und so wird sie mitgerissen von einem gewaltigen, rauen, aufgewühlten und gefährlichen Meer.
Nella findet in "Smits Liste" die Adresse eines "Miniaturisten," den sie zunächst mit kleinen Bestellungen beauftragt.
In Folge erhält sie mehr als bestellt, jedoch geben ihr die Dinge Rätsel auf. Rätsel, die sie annähernd erst am Ende der Geschichte lösen kann.
Sobald Cornelia mit einem letzten Blick über die Schulter das Zimmer verlassen hat, kippt Nella den Inhalt des Päckchens aufs Bett. Mit so etwas hätte sie nie gerechnet! Auf einem blauen Streifen Samt liegen acht Püppchen. So lebensecht und zart, makellose Kunstwerke. Nella fühlt sich wie eine Riesin, als sie so vorsichtig nach einem davon greift, als könnte sie es zerbrechen.
An dieser Stelle hatte ich, dem Buchtitel gemäß, tatsächlich etwas wie Magie erwartet.
Die Erzählung zieht sich dahin, die Personen gewinnen an Kontur, der Winter in Amsterdam legt sich mit Düsternis aufs Gemüt.
Die ersten ca. 170 Seiten empfand ich als Quälerei. Trotz der ausgesucht schönen Sprache war das Buch unendlich langweilig. Ab ungefähr dem zweiten Drittel nimmt das Ganze ein wenig an Fahrt auf, und langsam wächst das Interesse am Fortgang der Geschichte.
Nicht nur, dass finanzielle Probleme am Horizont auftauchen und damit soziale Wirren ans Tageslicht bringen, nein, der wohlangesehene Kaufmann Brandt wird eines Vergehens beschuldigt, eines Verhaltens, das in der damaligen Zeit, in der Pseudo-Religiosität und strenge Moralvorstellungen sowie die Gier der Meute nach spektakulären Gerichtsverhandlungen eine große Rolle spielen, zu keinem anderen Ende führen kann als der Verurteilung.
Verurteilt dazu, mit einem Mühlstein am Hals der Nordsee übergeben zu werden.
In den Tagen der Gerichtsverhandlung spielt sich im Hause Brandt ein ganz anderes Drama ab, an dessen Ende Nellas Schwägerin stirbt - und neues Leben beginnt.
Nella sinniert über ihr Puppenhaus, betrachtet die Püppchen und kleinen Dinge - um dann das Puppenhaus zu Feuerholz zu machen.
Muss man nicht lesen.
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