Montag, 11. Juni 2012

Antiquitäten

Oder einfach "alter Krempel", je nach Betrachtungsweise.

Den Flyer mit der Ankündigung des Lagerverkaufes drückte uns jemand kürzlich bei unserem Flohmarktbummel in die Hand. Die Tochter und ich haben mittlerweile festgestellt, dass wir gerne gemeinsam alte Dinge anschauen, auch hin und wieder ein Schnäppchen machen, was nicht heißt, dass wir nun Antiquitätensammler wären. Dazu würde uns mithin auch der Topf voll Gold fehlen. Aber wir waren doch neugierig und machten uns nach einem gemütlichen Sonntagsfrühstück auf den Weg in den Hamburger Freihafen.

Das Unternehmen, welches an nobler Adresse ein reguläres und vermutlich auch teures Geschäft betreibt, muss hier sein Lager räumen:



Mit einem Lastenaufzug wurden wir in den 5. Stock gebracht, wo uns ein wahres Wunderland erwartete:

Alte Küchenbuffetschränke gab es zu bewundern.

Und ein altes Spinnrad.

Ein wundervoller Apothekerschrank.


Hier sitzt ein uralter Teddybär.


Dieses (Original-)Gemälde kommt nun bei der Tochter an die Wand.

Der Maler dieses Bildes (es ist signiert, aber nicht leserlich) ist uns unbekannt, aber es ist eindeutig eine impressionistische Hafenansicht. Und wir haben gut gehandelt!

Meine Errungenschaft ist noch nicht abgelichtet. Ich fand einen kleinen (und sehr bequemen) Korbsessel für mein kleines Zimmer. Er bekommt noch Unterlegeschalen von mir, damit er auf dem Teppich gut rutschen kann, und ich werde ein passendes Sitzkissen aussuchen. Über diesen Sessel freu ich mich sehr!

Und, während wir mit einem Becher Kaffee in der Hand uns weiter umsahen (es gab ein kleines Kaffee- und Keksbuffet dort), machte ich gleich noch einen Fang: Es lag dort ganz einsam ein Jahreswandteller der "Königlich-Dänischen Porzellanmanufaktur" herum, das konnte ich nicht zulassen! (Aus dieser Manufaktur habe ich - wenngleich aus anderen Serien - Wandteller, die seit vielen Jahren im Schrank lagern. Es wird Zeit, dass ich renoviere und sie wieder aufhänge.)

Offenbar bin ich so etwas wie eine Fachfrau für Glas- und Porzellandinge, das habe ich jetzt wiederholt festgestellt, und das macht mächtig Spaß!


Das gute Tochterkind hat alles ins Auto verfrachtet, und dann ging es erstmal in ein Eiscafé!

Freitag, 8. Juni 2012

Tod und Teufel

Schon länger bin ich voller innerer Unruhe, habe so viel zu tun, aber auch so viel, womit ich mich in meiner Freizeit beschäftigen möchte, dass ich irgendwie einen Zustand erreicht habe, in dem ich von allem ein bisschen mache, aber niemals genug, um zufrieden zu sein. So in Richtung ein bisschen lernen, ein wenig gärtnern, manchmal Küchenexperimente... Ich möchte gern öfter wieder unterwegs sein - aber auch mehr Haushaltsdinge schaffen. Und unbedingt wieder lesen, ganz ohne zu lernen, einfach zur Entspannung, ohne tieferen Sinn und Zweck.

Hier liegt, und so geht es wohl so manchem, ein Haufen ungelesener Bücher, die meisten aus meinem seit einigen Jahren bevorzugten Bereich der historischen Romane.

Bei meinem letzten Gang durch die Buchhandlung schien es "kauf mich!" zu rufen - und ich bin ganz sicher, dass ich genau dieses Buch dem Töchterlein vor einiger Zeit schenkte. Aber egal (auch wenn wir ansonsten natürlich kreuz und quer tauschen) - ihr Buch liegt in Dublin und ich bin hier :-)

Frank Schätzing - Tod und Teufel - Taschenbuch - Goldmann-Verlag

Ein Kriminalroman aus Köln im Jahr 1260. Es gibt nicht allzuviele historische Romane aus dem deutschen Mittelalter, also stürzte ich mich auf dieses Lesevergnügen: Vier Tage, in denen es um Leben und Tod geht, rasante Szenen, immer wieder unterbrochen von langatmigen historischen Erklärungen und philosophischen und psychologischen Weltbetrachtungen der Protagonisten. Immer dann, wenn mich die Leselust zu verlassen drohte, wurde die Handlung flott vorangetrieben. Schade. Normalerweise lese ich Frank Schätzing sehr gern (wer kennt ihn nicht, den "Schwarm"?), dieses Buch bekommt von mir nur eine 3+ bescheinigt.

P.S. 10.06.2012: Das Buch der Kleinen liegt inzwischen bei der Großen, die sogleich rückmeldete, dass es ihr ebenfalls zu langatmig ist und sie nicht recht voran kommt.

Kaffee mit Trinkhalm

Eigentlich sollte ich heute das Ersatzteil montiert bekommen.

Ah ja, der Eckzahn muss noch ein wenig "radiert" werden, was ist das denn? Kleine Spritze, (kein blauer Traum, kleiner Tiger immer noch krank<--- das war ein Insider), mächtig herumgeschliffen am bereits provisorisch überkront gewesenen Eckzahn.

Die flache Abdeckschraube vom Implantat ausgetauscht gegen den metallenen Aufbau.

Brücke drauf, nein, passt nicht!

Neue Abdrücke gemacht, provisorische Brücke (schon hierbei ein heftiges Fremdkörpergefühl!) gefertigt und eingesetzt bekommen.

Zum Trost den kleinen "Empfangsblumenstrauß" von Frau Dr. Gesa mit ins Wochenende bekommen.

Es folgen: Zwei Termine dieses Mal. "Gerüstanprobe" - wie immer das funktioniert - und Endmontage. (Ja, das ist Installateurssprache, der Alltag färbt ab.)

Jetzt: Halbes Gesicht ist betäubt, das kenne ich..., deshalb gibt es in diesen Situationen immer Kaffee mit Trinkhalm. Werde gleich mal einen Keks einstippen. Denn: Ich habe Hunger! (Cousine abgesagt. Was soll das, wenn ich doch nicht sprechen kann?)

Donnerstag, 7. Juni 2012

Cupcakes, erster Versuch

Gestern Abend die ersten Cupcakes meines Lebens gebacken, heute früh schnell vier Stück dekoriert und im Büro "uns vier Mädels" probeessen lassen. Überlebt haben wir es ganz sicher, und die Teile waren auch ganz lecker, aber...


...ich bin noch nicht wirklich zufrieden, es besteht Optimierungsbedarf. Und im Kochblog verewige ich dieses Experiment, so bald ich Zeit dafür finde. Diese rennt mir nämlich im Moment andauernd davon.

Dienstag, 5. Juni 2012

Blühende Überraschung

Seit ein paar Tagen ist sie wieder da, die sogenannte "Schafskälte", ein bisschen eher als normal. Im Gegensatz zu früheren Zeiten, so ändert sich das Leben mitunter,  bin ich recht froh um dieses Wetter. Es bekommt meiner Gesundheit einfach besser, wenn die Temperaturen unter 20°C bleiben, es auch hin und wieder etwas regnet oder weht.

Andererseits freue mich mich natürlich über ein paar freundliche Sonnenstrahlen und habe rein zufällig vorhin die einzigen des Tages erwischt, die meine frisch erblühten Pflanzen förmlich leuchten ließen:





Ich habe heute von achteinhalb Arbeitsstunden sechs mit einer riesigen Excel-Liste verbracht, die ich komplett neu aufbaue. Das ist eine rechte Strafarbeit, aber ich tu es für mich, mit der Vorgängerversion habe ich zehn Jahre lang gearbeitet, ich habe es damals schon richtig gemacht und werde es auch künftig so halten: Diese Liste lässt mich jederzeit intern und extern aussagefähig sein, liefert mir fünfhundertfache Vertrags- und Verwaltungsdetails wann immer erforderlich auf den Monitor. Um aber damit arbeiten zu können, muss sie nun, nach dem Erhalt frischer Verträge komplett neu gezaubert werden...

Jede Stunde bin ich ein Mal aufgestanden, herumgegangen, habe mich gedehnt und gereckt... gegen Rückenschmerzen und damit ich nicht wie gestern Abend wieder Krämpfe in den Beinen bekomme. Nach sechs Stunden war ich quasi blind wie ein Maulwurf... Nebenbei ein bisschen Tagesarbeit, dann der übliche Dienstagsweg in die City...

Und ich habe nichts mehr von dem gemacht, womit ich eigentlich meinen Feierabend hatte verbringen wollen. Dabei türmen sich hier Dinge für ein experimentelles Backvergnügen, dass noch in dieser Woche probegekostet werden sollte!

Sonntag, 3. Juni 2012

Kleiderschrank

... ausräumen, aufräumen, sortieren, manches wegwerfen, einiges beiseite legen.

Wie war das noch gleich: Was man zwei Jahre lang nicht getragen hat, wird man auch nicht mehr tragen? Ausmisten fällt schwer, echt jetzt. Trennungsschmerz.

Samstag, 2. Juni 2012

Zwanzig Jahre später

Normalerweise gönne ich sonnabends meiner Haut und meinen Augen eine Ausruhpause vom täglichen Make-up. Ich habe keine Ahnung, warum ich heute eine Ausnahme machte und mich wunderfein zurecht machte, vielleicht aus Routine, vielleicht auch nur aus "Spaß an der Freund", sei's drum.

Im Supermarkt traf ich Frau "das Jahr ist wieder um", die früher auf Bio-Öko-Trip war und vehement gegen Tu.-Plastikdosen zu Felde zog. Meine Kinder werden jetzt wissen, von wem ich spreche. Wir standen also eine Weile mit unseren Schiebewagen als quasselndes Hindernis in den Gängen, wobei ich hauptsächlich nach ihren Töchtern fragte - und ihrem Oma-Dasein. Die ältere Tochter hat einen 20-monatigen quirligen Jungen, die jüngere - nun ja, hat wohl nicht viel Lust auf ihre Mama und lebt in ostdeutscher Hansestadt. - Hier war ich das erste Mal froh, heute besonders gut auszusehen. Frau B. hatte das übliche Outfit, Schlabberdies und Schlabberdas, dazu Hängehaare und Faltengesicht. Und hat garantiert kein Internet und keine Ahnung von meinem Blog.

Als ich mich zu meinem zweiten "Ausflug" aufmachte, traf ich auf dem Bahnsteig Frau Rothaar "wir sind ja so gut drauf und haben immer etwas zu lachen" in Begleitung einer Freundin auf dem Wege zu einer Veranstaltung. Boah, wieder war ich froh, dass ich gut aussah - und keine leuchtenden langen Haare habe. Wir unterhielten uns einige Zeit - natürlich wieder über unsere Kinder. Dass Frau A. nun beim Berichten diverser Dramen ständig lachte... das war schon immer ihre Art, über Probleme zu sprechen... befremdlich.

Ich stelle fest, dass alle die früheren Wunderkinder, die selbstverständlich ein 1er Abi haben (stimmt nicht ganz, hört sich aber so an), inzwischen alle zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, sehr wohl Probleme haben, beruflich Fuß zu fassen. Das sage ich ohne Häme, es waren alles ganz normale Kiddies, und wir (alleinerziehenden) Frauen haben uns jahrzehntelang alle erdenkliche Mühe mit ihnen gegeben - jede auf ihre eigene Art.

Es ist etwa 20 Jahre her, dass ich sowohl mit der einen als auch der anderen Frau befreundet war, aus verschiedenen Gründen sind wir es heute nicht mehr. Aber wenn wir uns begegnen, unterhalten wir uns und interessieren uns hauptsächlich für den Werdegang unserer Kinder.