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Mittwoch, 8. Februar 2023

Gelesen: Søg - Land ohne Licht

 Søg - Land ohne Licht von Jens Henrik Jensen (Thriller)
(Der dritte Fall)

Aus dem Dänischen, Originaltitel "Spøgelsfangen"
Deutsche Erstausgabe 2022
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-21979-22002-6

[Die ABC 2023 Lese-Challenge - C 3 Buch mit dem gleichen Wort 3]

"Søg" bedeutet übersetzt "Suche".

Warum dieses Buch? Ganz einfach, es ist das dritte Buch der Nina Portland-Reihe.

Rückseitentext:
«Ein schweres Unwetter über der Westküste. Mitten in den Dünen havariert eine Privatmaschine. An Bord finden die Bergungskräfte einen Toten und zwei Schwerverletzte. Alles sieht nach einem Unglück aus...»
"Äußerst widerwillig übernimmt Nina Portland die Routineuntersuchung der Unfallumstände. Warum lässt man sie nicht in dem Bandenkrieg ermitteln, der Esbjerg erschüttert? Sie ahnt nicht, dass das Flugzeugwrack ein Geheimnis birgt. Und dass in der kargen menschenleeren Gegend ein Mann vor Feinden flieht, die im Dunkeln operieren."

Klappentext:
"Nach einem langen heißen Sommer suchen Herbstunwetter die dänische Küste heim. Seit Nina die polizeiinterne Fortbildung aus politischer Überzeugung geschmissen hat, darf sie keine wichtigen Ermittlungen mehr leiten: Wellen schlagen nur die Fälle der Kollegen. Traut ihr Chef Birkedal Nina nichts mehr zu? Während in der Stadt ein brutaler Bandenkrieg entbrennt, wird sie gegen ihren Willen zu einer Routineuntersuchung außerhalb entsandt. In Strandnähe ist ein Privatjet verunglückt. Obwohl alles nach einem tragischen Unfall aussieht, lässt Nina der Anblick des Wracks nicht los. Hier muss etwas Anderes, Größeres geschehen sein. Ihre Ermittlungen führen sie in eine düstere und undurchsichtige Welt. Es ist die Kehrseite der Zivilgesellschaft - wo Menschen keine Namen haben, Tod und Folter nur Teile eines Plans sind."

Der Roman beginnt, ähnlich wie die Oxen-Bücher, aus der Sicht eines Täters und seiner Taten. Parallel dazu wird ein zweiter Handlungsstrang entwickelt, der den Absturz des kleinen Flugzeuges schildert, ebenfalls aus der Sicht eines Täters? Oder Opfers? Als Leserin habe ich zunächst gehofft und gebangt, dass der Flüchtende bitte entkommen möge.

In Esbjerg kommen kurz nacheinander zwei Personen zu Tode, da es sich um Opfer zweier unterschiedlicher Ethnien handelt, schließt die Polizei auf einen Bandenkrieg. Dies schlägt medial hohe Wellen, aus allen Landesteilen werden Polizeikräfte zusammen gezogen, und allerhöchste Ebenen bis hin zur Justizministerin zeigen Präsenz. Nur Nina darf nicht mit ermitteln.

Sie wird an den Strand nahe Vejers geschickt, wo das kleine  Geschäftsflugzeug abgestürzt ist. Zwei Schwerverletzte wurden geborgen. War nicht noch eine weitere Person mit an Bord? Die Frage lässt ihr keine Ruhe. Sie tut, was sie am besten kann und ermittelt eigeninitiativ weiter.

Als sie von ihrem Chef zu einer Besprechung eingeladen wird, an der außer dem dänischen Geheimdienstchef auch jemand vom CIA sowie ihr Freund Tim Wejse teilnehmen, entwickelt dieser Absturz plötzlich Brisanz...

Das Rundherum des Settings ist aus den vorherigen Büchern bekannt: Nina, alleinerziehende Mutter von Jonas, der sich nun gelegentlich pubertär benimmt, die Familie als ihr persönlicher Anker auf Fanø, Beschreibung der "wilden Westküste" Dänemarks.

Am Ende werden sowohl die anfänglich geschilderten Morde als auch der Geheimdienstfall zusammen geführt, aber wie üblich beim Geheimdienst bleibt ein etwas ungutes Gefühl, da eine Leiche auf Nimmerwiedersehen verschwindet und ein Mensch sich eine komplett neue Existenz aufzubauen gezwungen ist.

Auch dieses Buch habe ich die meiste Zeit gern gelesen, aber qualitativ fällt es deutlich sowohl gegen die ersten beiden Bände als auch gegen die Oxen-Reihe deutlich ab, bis zur Mitte fand ich es zäh und war nicht immer motiviert, weiter zu lesen. Insgesamt solide Kost.

Dienstag, 10. Januar 2023

Gelesen: Søg - Dunkel liegt die See

Søg - Dunkel liegt die See von Jens Henrik Jensen (Thriller)
(Der erste Fall)

Aus dem Dänischen, Originaltitel "Økseskibet"
als überarbeitete Neuausgabe, früherer Titel "Das Axtschiff"
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-21951-8

[Die ABC 2023 Lese-Challenge - C 1 Buch mit dem gleichen Wort 1]

"Søg" bedeutet übersetzt "Suche".

Warum dieses Buch?  Ich war bisher fasziniert von der Oxen-Serie von Jens Henrik Jensen, und ich hatte ja herausgefunden, dass es die Nina Portland-Reihe gibt, diese Protagonistin spielte bereits bei "Oxen" eine Gastrolle. Da Nina Portland in Esbjerg und auf Fanø in Dänemark heimisch ist, "musste" ich diese Serie einfach haben. (Im Verlauf erkläre ich das.)

Rückseitentext:
«In sternklarer Nacht treibt ein Küstenschiff auf hoher See. An Deck ist es ganz still. Und dieser süßliche Geruch über den Planken....»
"Im Hafen von Esbjerg bestätigt sich ein düsterer Verdacht. Ermittler finden an Bord Blutspuren und Reste von Haut und Kleidung. Einziger Überlebender ist ein russischer Seemann. Hat er seine Kameraden kaltblütig mit einer Axt erschlagen? Aus Mangel an Beweisen wird er freigesprochen und der Fall des «Axtschiffs» wandert zu den Akten. Nur die junge Ermittlerin Nina Portland gibt sich damit nicht zufrieden. Das Lächeln des Seemanns lässt ihr keine Ruhe"

Klappentext:
"Mehr als zehn Jahre sind vergangen, seit Nina Portland in ihrem ersten Fall ermittelte - einem rätselhaften Verbrechen auf hoher See. Fünf Seeleute wurden brutal mit einer Axt erschlagen und ihr Mörder nie gefunden. Der Fall der MS Ursula, von der Boulevardpresse «Axtschiff» getauft, liegt seitdem als Cold Case auf Eis. Nina aber kann nicht aufgeben. Rasch wird der ungelöste Fall für sie zur Obsession."
Als sie den damals Hauptverdächtigen, einen Russen namens Romaniuk, zufällig in Estland wiedersieht, setzt sie sich auf seine Spur. Und ruft, ohne es zu wissen, Mächte auf den Plan, für die das Leben eines Menschen nur eine abstrakte Größe ist."

Das Buch beginnt rasant, kopfüber springt man in die Geschichte hinein: Nina Portland atemlos und durchgeregnet nachts in einem leeren Container im Hafen von Tallinn, dabei hat sie ein Foto eines lächelnden russischen Seemanns.

Nina, Kriminalbeamtin aus Esbjerg, alleinerziehende Mutter des zehnjährigen Jonas, ist zu einem Lehrgang der Estnischen Polizei in Tallinn. Nachdem sie aber den ehemals Hauptverdächtigen gefunden zu haben meint, meldet sie sich krank und begibt sich auf einsame Recherche, die sie in die estnischen Wälder, Moore und an die Küste führt.

Nach dieser abenteuerlichen und gefährlichen Episode, bei der ihr eine Art Tagebuch des Russen in die Hände fällt, reist sie zwar wieder nach Hause in ihren Alltag, findet aber keine Ruhe, da in diesem Tagebuch, deren Seiten sie übersetzen lässt, ihr Name auftaucht zusammen mit "den Engländern".

Der Vater ihres Sohnes war ein Engländer, der unauffindbar verschwand. Was soll Nina nur ihrem Sohn sagen, wenn der eines Tages nach seinem Vater fragen würde?

Ihre weiteren nicht autorisierten Recherchen führen sie nach London, Schottland und immer wieder nach Hause, in ihre Wohnung und ihre Arbeit in Esbjerg sowie zu ihren Verwandten nach Fanø. Ihr Vater, Seemann aus Sønderho, hatte jahrelang in Valparaiso gelebt, vermutlich hatte er den Unfalltod von Frau und Sohn nicht verkraften können, lebt nun ein alkoholseliges Leben in Nordby. Nina ist aufgewachsen bei Onkel (einem nun pensionierten Dorfpolizisten von Fanø) und Tante, die ihr wie Eltern sind, mit Rat und Tat stets zur Stelle.

Nina hat sich mit ihren Nachforschungen zwischen die Fronten begeben, der Fall des Axtschiffes ist größer als sie hätte ahnen können, mächtige Geheimdienste und Islamisten sind involviert... Und immer ist sie auch besorgte Mutter, die ihren Sohn beschützen muss, und einen Liebsten gibt es auch.

Ein großartiges Setting, gefährlich ohne blutrünstig zu sein, wird die Geschichte entwickelt.

Nun mein persönliches Goodie: Ein Großteil der Geschichte spielt auf der dänischen Nordseeinsel Fanø, ich kenne dort jeden Schritt und Tritt, so war es mir ein besonderes Vergnügen, die Handlung zu verfolgen. Ein Islamist, zu allem bereit, auf "meiner" beschaulichen Insel, allein dessen Beobachtungen zur Landschaft sind herrlich. Und die Schießerei und Flucht von Nina auf der großen Sandbank hatte ich direkt vor Augen. - Auch Esbjerg habe ich im Rahmen unserer Sommerurlaube dann und wann besucht, kenne zwar nicht jede Straße, aber ein Eindruck von dieser Stadt und dem Hafen scheint geblieben zu sein, ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. - Die Nachforschungen in London holten mir die Bilder ins Gedächtnis, wie ich die Stadt bei meinen beiden Besuchen wahrgenommen hatte.


Keine Frage, dass ich noch heute zum zweiten Band greifen werde!

Dienstag, 22. November 2022

Gelesen: OXEN - NOCTIS

 OXEN - NOCTIS von Jens Henrik Jensen (Thriller)

Aus dem Dänischen
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-26324-5

Warum dieses Buch?  Ich bin fasziniert von Oxen, denn Intelligenz zieht mich einfach an. Es ist auch hier gut, die ersten Bände gelesen zu haben, denn es geht um dieselben Personen, und das Vorherige wird als bekannt voraus gesetzt.

Klappentext:
«Lagerplatz, Schutzhütten, Kriegsveteranen. Das waren unbehagliche Parallelen zwischen seinem eigenen Gefühl einer latenten Bedrohung draußen im Gribskov und den Ereignissen, die sich offenbar tatsächlich in Ostjütland abgespielt hatten.»
"Niels Oxen träumt von einem Leben ohne Angst. Die Sitzungen bei Trauma-Therapeutin Leyla Damjanovic geben ihm Kraft. Flashbacks quälen ihn seltener, und das Verhältnis zu seinem Sohn Magnus entspannt sich zusehends.
Ausgerechnet jetzt bittet Ex-PET-Chef Mossman ihn um Unterstützung in einem Fall, der weite Kreise zieht. Auf dem Gelände einer verlassenen Kiesgrube und an einer geschützten Stelle im Wald sind die Leichen von sieben Veteranen gefunden worden. Die Männer wurden aus einiger Entfernung erschossen. Wird das Land von einem Sniper bedroht? Und was hat es mit der gemeinsamen Militärvergangenheit der Opfer auf sich? Als Ex-Elitesoldat fühlt Niels Oxen sich verantwortlich und gibt Mossmans Drängen nach. Immerhin wird Margrethe Franck an seiner Seite sein, die schon mit ihm den Danehof zerschlug. Doch ist er wirklich stark genug?

Die Geschichte beginnt damit, dass am Lagerplatz im Wald ehemalige Soldaten systematisch erschossen werden, wobei die Leserin zunächst die Perspektive des Täters erlebt und einigermaßen verwirrt zurück bleibt.

Es wird eine Wasserleiche geborgen, wobei es eine unbekannte Zuschauerin bzw. Ermittlerin gibt, Sally Finnsen, die eigentlich nur auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bruder ist und später mit zum festen Ermittlerteam gehört.

Nach und nach werden unterschiedliche Erzählstränge entwickelt, zunächst erschließt sich nicht, wie sie miteinander verknüpft sind, die Geschichte nimmt allmählich Fahrt auf.

Im Rahmen der Ermittlungen gerät Oxen in Gefangenschaft und in den Untergrund, was hier wörtlich zu nehmen ist, es wird nach Belieben gefoltert (was zwar beschrieben wird, aber einigermaßen verträglich ist für die Leserin), Dekadenz ausgelebt.

Mossman bemüht alle ihm zur Verfügung stehenden internationalen Geheimdienstkontakte, einmal noch hat der pensionierte PET-Chef die Fäden in der Hand...

Im Übrigen gibt es in diesem Buch zweimal ein Crossover mit einer anderen Bücherreihe, die hier schon wartet, deren Protagonistin Nina Portland kurz eingebunden wird.



Das war für mich allerfeinste und spannende Unterhaltung, trotzdem werde ich mit dem nächsten Buch zur Erholung das Genre wechseln. 

Nachtrag: Oxen wird derzeit für das dänische Fernsehen verfilmt, unter Beteiligung des Autors.

Dienstag, 16. August 2022

Gelesen: OXEN - Lupus

 OXEN - Lupus von Jens Henrik Jensen (Thriller)

Aus dem Dänischen
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-26243-9

Warum dieses Buch? Nachdem die vorherigen Oxen-Bücher zusammen gehören, ist dieses ein Stand-alone-Thriller. Aber es ist natürlich gut, die ersten Bände gelesen zu haben, denn es geht um dieselben Personen, und das Vorherige wird als bekannt voraus gesetzt.

Klappentext:
"Irgendwas liegt in der Luft. Etwas Bedrohliches. Die Wölfe, die Leiche im Bach, Wilderer, der verschwundene Kopenhagener, tote Schafe - und noch mehr Wölfe. Glaubt mir, uns stehen dunkle Zeiten bevor.
Der Danehof ist zerschlagen, aber Niels Oxen hadert noch immer mit sich selbst. Die Beziehung zu seinem Sohn Magnus gestaltet sich schwierig. Völlig unerwartet steht eines Tages Axel Mossman vor seiner Tür und bittet ihn um Hilfe - er soll den verschwundenen Poul Hansen aufspüren. Oxen zögert, bezieht aber schließlich im Haus des Vermissten, einem abgelegenen Hof in Jütland, Stellung. Anstatt sich auf die Suche nach Hansen zu machen, interessiert er sich mehr für die Wölfe, die in der Nähe des Hofes gesichtet wurden. Der Fall um Hansens Verschwinden ist jedoch brisanter als zunächst angenommen. Es scheint einen Zusammenhang mit einer brutalen Entführung aus dem Jahr 1963 zu geben. Und mit den lange zurückliegenden Ereignissen, die zur Folge hatten, dass Oxens Partnerin Margarethe Franck ihr rechtes Bein verlor. Gemeinsam stellen Oxen und Franck Nachforschungen an, doch das ruft dunkle Mächte auf den Plan. Und bald schon geht es um mehr als einen verschwundenen Mann, einen alten Entführungsfall und Wölfe in Jütland - es geht um Margarethes Leben."

Ich liebe Intelligenz. Dieses Buch ist brillant.

Zunächst werden wir wieder mit Oxen, dem ehemaligen Jäger-Soldaten mit Auszeichnung, bekannt gemacht. Er lebt zurückgezogen in einer kleinen Wohnung, bemüht sich um einen guten Kontakt zu seinem 14jährigen Sohn, und seine Albträume suchen ihn weiterhin heim. PTBS nach Einsätzen in Serbien und Afghanistan. Ansonsten ein eher langweiliges kleines Leben.

Bis der pensionierte Geheimdienstchef Mossmann bei ihm auftaucht. Obwohl Oxen den Suchauftrag nach Poul Hansen eher widerwillig annimmt, lebt er sich auf dem alten, verwahrlosten Heidehof schnell ein. Mehr als seine Recherche interessieren ihn die Wölfe, die er nachts zu beobachten hofft.

Mehrere Handlungsstränge werden entwickelt, auf unterschiedlichen Zeitebenen, und man fragt sich zunächst, wie der Missbrauchsfall von 1963, der Überfall auf einen kriminellen Libanesen, der Banküberfall mit der Folge von Margarethes Verletzung vor vielen Jahren und das Verschwinden von Hansen zusammenhängen könnten.

Eine spannende Geschichte, ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen - und am Ende gibt es etwas, das möglicherweise die Tür zu einer neuen Story sein könnte.

Dienstag, 1. September 2020

Gelesen: OXEN - Gefrorene Flammen

OXEN - Gefrorene Flammen von Jens Henrik Jensen (Thriller)
Aus dem Dänischen "De frosne flammer"
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-26180-7
Band 3/3

Warum dieses Buch? Es ist der Folgeband.

Klappentext:
«Von heute an diente jeder Tag der Mission seiner Befreiung, damit er nicht für immer von seinem Sohn getrennt sein würde. Es gab nur einen Weg ins Labyrinth der dunklen Männer. Ein Weg, der mit einer Menschenjagd in England begann...»
"Um seinen Verfolgern zu entkommen, flieht Niels Oxen auf die schwedischen Schären. Eine Ärztin nimmt ihn auf und pflegt ihn gesund. Sie bietet dem ehemaligen Elitesoldaten sogar die Möglichkeit, weit oben im Norden, abgeschieden von jeglicher Zivilisation, Arbeit und ein neues Zuhause zu finden. Doch die Gedanken an seinen Sohn Magnus und daran, dass der Danehof weiter seine üblen Machenschaften spinnt, lassen Oxen nicht los. Und so begibt er sich auf einen gnadenlosen Rachefeldzug gegen die Killer des Geheimbundes und dringt bis in dessen innerstes Machtzentrum vor. Oxens ehemalige Mitstreiter sind zunächst nicht von großer Hilfe. Die einst toughe Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck hält sich mit Aushilfsjobs über Wasser, und der Ex-Geheimdienstchef Axel Mossmann scheint sich mehr für seinen Hund als für den Kampf gegen den Danehof zu interessieren. Oxen ist aber dringend auf ihre Hilfe angewiesen. Denn er will sein altes Leben wiederhaben. Um jeden Preis."

Okay... ich hätte diesen ausführlichen Klappentext wohl mit etwas anderen Schwerpunkten geschrieben, insgesamt schildert er die Rahmenbedingungen aber ganz gut. Da bleibt nicht viel hinzuzufügen.

Niels findet den Mörder des Fischzüchters und bekommt von ihm Informationen und einen USB-Stick. Dass dieser Mensch durch einen Treppensturz zu Tode kommt, ist eher ein Kollateralschaden. Er nimmt Kontakt zu alten Freunden auf, die ihm weiterhelfen. Margrethe Franck ist schwieriger zu finden, schließlich besuchen sie Axel Mossmann, der sich mit seinem (zwangsweisen) Rentnerleben abgefunden zu haben scheint. Später komplettiert sein Neffe die Gruppe. Sie betreiben Recherche, nicht nur am Computer. Abenteuerliche Aktionen mit GPS-Empfängern und Abhörgeräten, Handy-Videos bilden meist die Grundlage für ihre "konspirativen Treffen."

Letztendlich gelingt es ihnen gemeinsam, die Verschwörung, die Intrigen und Machenschaften des "Danehof," zahlreicher Politiker und Industriegrößen aufzuklären...

Auch dieser dritte und letzte Band der Trilogie ist temporeich und intelligent gemacht. Der Leser wird mitgerissen und fiebert der Auflösung entgegen.

Außerordentlich gern gelesen.
 

Samstag, 29. August 2020

Gelesen: OXEN - Der dunkle Mann

 OXEN - Der dunkle Mann von Jens Henrik Jensen (Thriller)
Aus dem Dänischen "De mørke mænd"
dtv Taschenbuch/broschiert
ISBN 978-3-423-26179-1
Band 2/3

Warum dieses Buch? Keine Frage, es ist der Folgeband.

Klappentext:
«Es würde keine schnelle Lösung geben. Seine einzige Chance auf einen Freispruch lag darin, die Schuld der dunklen Männer zu beweisen. Irgendwo auf dem Weg zum Zentrum der Macht lag der Schlüssel zu seiner Freiheit.»
"Niels Oxen lebt und arbeitet unter falschem Namen auf einer abgelegenen Fischzucht in Jütland. Der alte Fischer lässt den ehemaligen Elitesoldaten in einem heruntergekommenen Häuschen wohnen. Noch immer wird Oxen von seinen Albträumen gequält. Eines Tages wird Museumsdirektor Malte Bulbjerg auf Nyborg Slot ermordet. Ihm hatte Oxen zuvor geheimes Material über den Danehof zukommen lassen. Margrethe Franck gelingt es schließlich, den Untergetauchten aufzuspüren. Allerdings kann sie ihn nicht davon überzeugen, sich mit Axel Mossman zu treffen. Nach wie vor ist Oxen nicht klar, welche Rolle der Geheimdienst im Zusammenhang mit dem Danehof spielt. Doch dann tauchen die dunklen Männer des Danehof in Oxens Versteck auf, und ihm bleibt keine andere Wahl, als Mossmans Kooperationsangebot anzunehmen."

Wie schon im ersten Band beginnt die Geschichte mit einzelnen Sequenzen, die eine Zuordnung schwer machen, damit Rätsel aufgeben und die Spannung aufbauen.

Durch einen Zufall rettet Oxen einem alten Fischzüchter in der Neujahrsnacht das Leben und arbeitet unter falschem Namen für ihn, während Margrethe Franck das ganze Land nach ihm absucht, da der Geheimdienst dringend mit ihm sprechen oder arbeiten möchte.

Im Verlauf der Handlung taucht der Neffe von Mossman auf und arbeitet mit Oxen und Margrethe zusammen. Immer wieder versuchen dunkle Mächte, vermutlich der Danehof, Oxen zu finden, immer wieder schafft er es, zu entkommen.
 
 
Auch dieses ist wieder eine intelligente und mitreißende Geschichte, die ich erst mitten in der Nacht kurzzeitig aus der Hand legen mochte. Sie gibt dem Leser immer wieder Rätsel auf, und nur mit Konzentration lässt sich der Handlung folgen. Ich bin begeistert und beginne sofort mit dem dritten und letzten Band der Trilogie.

Dienstag, 25. August 2020

Gelesen: OXEN - Das erste Opfer

OXEN - Das erste Opfer von Jens Henrik Jensen (Thriller)
Aus dem Dänischen "De hængte hunde"
dtv Taschenbuch
ISBN 978-3-423-21765-1
Band 1/3

Warum dieses Buch? Irgendwo im Internet bin ich auf die Autorenseite gestoßen und wurde neugierig. Eine Geschichte mit Bezug zu Jylland machte mich neugerig. Weihnachten lagen dann alle drei Bände unter dem Tannenbaum.

Klappentext:
"Niels Oxen, ein hochdekorierter, aber schwer traumatisierter Elitesoldat, zieht sich in einen Wald auf dem dänischen Festland zurück. In der Einsamkeit Jütlands hofft er, seinen inneren Dämonen zu entkommen. Das Gegenteil passiert, als er nach einem nächtlichen Besuch des nahegelegenen Schlosses Nørlund zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall wird: Hans-Otto Corfitzen, ehemaliger Botschafter und Gründer eines einflussreichen Thinktanks, wurde auf dem Schloss zu Tode gefoltert. Oxen fängt an, selbst in der Sache zu ermitteln, gemeinsam mit der klugen, unangepassten Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck. Die beiden teilen ein ähnliches Schicksal und fassen nach und nach Vertrauen zueinander... Ein Kampf David gegen Goliath beginnt, denn bei ihren Ermittlungen bekommen es Oxen und Franck mit dem übermächtigen "Danehof" zu tun, einem Geheimbund, zu dem Corfitzen Verbindungen hatte und der sich als Brutstätte dunkler Machenschaften entpuppt."

Der Klappentext verrät schon sehr viel.

Die Persönlichkeit von Oxen ist kompliziert, zu Beginn weiß man eigentlich nicht, ob man ihn den "Guten" oder den "Bösen" zuordnen soll, aber spätestens als man ihn, unschuldig und nur durch seine Neugier ins Fadenkreuz geraten, als Täter festnageln will, ergreift die Leserin Partei für ihn.
Etwas komplizierter verhält es sich mit Margrethe Franck, die letztlich mit Oxen zusammenarbeitet, aber immer auch wenig durchschaubar bleibt.

Kriminelle Machenschaften, die sich durch den gesamten Polizei- und Geheimdienstapparat bis hin zum Justizminister ziehen, werden professionell vertuscht, letztlich deutet alles auf den Geheimbund hin...

Eine intelligente, spannende Geschichte mit komplizierten Wendungen und Verwicklungen, die ich nur aus der Hand legen mochte, weil ich gelegentlich auch etwas Schlaf brauchte.