Freitag, 22. September 2023

Gelesen: Incarceron

Incarceron von Catherine Fisher (Dystopie)
aus dem Englischen unter identischem Titel
ISBN 978-3-7645-3080-8

Verlagsgruppe Random House

[Die ABC 2023 Lese-Challenge - A 2 Ein Buch mit einem Cover, dass Du besonders schön findest]

Warum dieses Buch? Ich bin dem wunderschönen Cover verfallen und hatte keine Vorstellung davon, was mich erwarten würde, wohl eine Art gruseliger Fantasy? Da das Original in einem Kinder-/Jugendbuchverlag erschienen war, sollte es aber nicht zu gruselig sein...

Ich hätte es in der Challenge auch unter "Dystopie" einsortieren können, aber dafür habe ich dann den Folgeband.

Klappentext:
"Incarceron ist ein Gefängnis von so gigantischer Größe, dass sich in seinem Inneren nicht nur Zellen und enge Korridore, sondern auch Wälder, Großstädte und ganze Meere befinden. Finn ist einer der Häftlinge dieses Gefängnisses. Er erinnert sich nicht an seine Vergangenheit, ist jedoch fest davon überzeugt, von Außerhalb zu stammen. Und er will nichts mehr, als dorthin zurückzukehren - obwohl Incarceron seit Jahrhunderten dicht versiegelt ist und der Legende nach nur ein einziger Mensch je aus ihm entfliehen konnte.

Claudia lebt im Außerhalb, in einer Gesellschaft, in der jeder technische Fortschritt verboten ist, insgeheim jedoch alles von seelenlosen Computern gesteuert wird. Es scheint nur so, als befände Claudia sich hier in Freiheit. Denn die junge Frau, die der gehobenen Schicht entstammt, kennt keinen sehnlicheren Wunsch, als ihrem Leben im goldenen Käfig zu entrinnen - und dem schrecklichen Schicksal, das ihr eigener Vater für sie vorgesehen hat.

Finn ist eingekerkert hinter undurchdringlichen Mauern, Claudia lebt im trügerisch schönen Außerhalb. Und doch sind sie beide gleichermaßen Gefangene von Incarceron..."

Dieser Klappentext ist gut und verrät doch nichts. Incarceron ist mehr als ein Gefängnis, und die Bewohner in den unterschiedlichen Flügeln haben ihre eigenen Hierarchien, bekämpfen einander mit Gewalt und Grausamkeit. Gleichzeitig ist Incarceron selbst lebendig, verändert sich nach Belieben, und überall sind die roten Lichtaugen, die alle überwachen.

Finn hat immer wieder eine Art epileptischer Anfälle, in denen er Dinge sieht, von denen er nicht wissen könnte, wenn er nicht wäre, wer er eigentlich ist.

Claudias Vater ist der Hüter von Incarceron und setzt alles dran, die Macht über das Außerhalb zu bekommen und spinnt seit vielen Jahren Intrigen.

Es entwickelt sich ein unglaublich spannendes fantastisches Abenteuer, in dessen Verlauf sich jeder in der Tiefe seiner Seele neu finden kann.

Da der Roman mit einer Teil-Lösung endet (ich gucke gerne vorzeitig auf die letzten Seiten), bin ich froh, den zweiten Band seit ein paar Tagen hier zu haben, damit geht es gleich weiter.

Sonntag, 17. September 2023

Gelesen: Das Humboldt-Tier

Das Humboldt-Tier, ein Marsupilami-Abenteuer von Flix

ISBN 978-3-551-78168-0
Carlsen Verlag GmbH

[Die ABC 2023 Lese-Challenge - B 20 Ein Graphic Novel oder Manga] Zur Challenge-Kategorie: Ich mag keine Mangas, und ein Graphic Novel kann eben auch ein Comic sein.

Warum dieses Buch? Ich war ein Opfer der Werbung, denn ich hatte ein Flashback in die 90er Jahre, in denen die ganze Familie Marsupilami-verrückt war. 

Klappentext entfällt.

Es ist kein klassischer Marsupilami-Comic, sondern eine Adaption. Der Forscher Alexander von Humboldt bereiste im Jahr 1801 den südamerikanischen Dschungel (so weit historisch korrekt), dabei verpackte er sämtliche ihm interessant vorkommende Dinge in Kisten, die er ins Naturkunde-Museum in Berlin schickte, wo sie dann in Vergessenheit gerieten.

1931 stürzt die Kiste von einem Stapel, springt auf und heraus fällt das Marsupilami! Es hatte geschlafen und ist nun bereit für allerlei übermütiges Tun...

Diese Geschichte hat mir einen vergnüglichen Nachmittag beschert, und nachdem ich damit fertig war, habe ich einige Seiten gleich nochmal angeschaut/gelesen, denn sie stecken voller gesellschaftskritischer und politischer Anspielungen.


Freitag, 15. September 2023

Nur noch Bücher?

So könnte man denken.

Hm, ich lebe so vor mich hin, und bevor ich zum Bloggen der einen oder anderen Begebenheit komme, ist schon wieder etwas Neues los. So alltägliche Dinge wie Arzttermine und S-Bahnausfälle, halb gemachte Gartenarbeit, Familienkram. Es gibt gute Tage, oft vom Wetter abhängig, und mehrheitlich nicht so rund laufende, dafür genügen schon eine hohe Luftfeuchtigkeit und ein niedriger Luftdruck, dann geht nur noch wenig mit meiner Lunge. Also alles nicht neu. Ich bemühe mich, den Kopf oben zu behalten.

Da hilft dann oft lesen. Aber bitte nicht zu viel, Bewegung muss sein. Vor allem, weil mein seit Januar bestehendes muskuläres Problem mich weiterhin ärgert. Ja, es ist natürlich deutlich besser geworden, aber schmerzfrei gehen wäre noch eine begrüßenswerte Steigerung. Ach so, ja, Bewegung braucht auch der Rest meines Körpers, da sonst die Lunge einschläft. Das dann Sport zu nennen, wäre zu viel verlangt, aber egal was, irgendwas muss getan werden. Da ist die wöchentliche Physio mit den Geräten, die auch noch oft genug ausfällt (Fachkräftemangel, ja, ja!), bei weitem nicht genug.

Ein Lichtblick ist erweiterte Familienzeit im Oktober, die Kinder haben dann schon wieder Schulferien (wann wird eigentlich gelernt?), ich freue mich, obwohl mir die Woche auch einiges abverlangen wird.

Ich wünsche einen schönen Herbst!

Donnerstag, 14. September 2023

Gelesen: Bretonische Brandung

Bretonische Brandung - Kommissar Dupins zweiter Fall von Jean-Luc Bannalec (Krimi)

ISBN 978-3-442-47928-3

Goldmann Taschenbuch

[Die ABC 2023 Lese-Challenge - B 11 Ein Buch das Deine Reiselust weckt]

Warum dieses Buch? Ich hatte den ersten Band gern gemocht, und es gehört zu der Art von Zwischendurch-Büchern, die sich gut weglesen lassen und dabei gut unterhalten.

Klappentext:
"Zehn Seemeilen vor Concarneau: Die sagenumwobenen Glénan-Inseln wirken mit ihrem feinen weißen Sand und kristallklaren Wasser wie ein karibisches Paradies - bis eines schönen Maitages drei Leichen angespült werden.
Für den wenig seefesten Kommissar Dupin bedeutet das eine höchst unwillkommene Bootsfahrt am frühen Morgen. Denn wer sind die Toten am Strand? Wurden sie Opfer des heftigen Unwetters der vergangenen Nacht? Tatsächlich deutet zuerst alles auf Tod durch Ertrinken hin, doch als sich herausstellt, dass einer der Toten ein windiger Unternehmer mit politischen Beziehungen und der andere ein selbstherrlicher Segler mit jeder Menge Feinden war, ahnt Dupin nichts Gutes. War der vermeintlich tragische Unfall auf offener See in Wahrheit ein kaltblütig geplanter Mord? Wer ist der Dritte im Bunde, und was verbindet die drei Männer?
Während der nächste Sturm aufzieht, begegnet Dupin modernen Schatzsuchern, militanten Meeresbiologen, attraktiven Taucherinnen und unheimlichen Gestalten aus der überreichen Fabelwelt der Bretonen. Seine Ermittlungen führen ihn in die Geschichte der Inseln und ihrer eigensinnigen Bewohner und bringen eine dramatische Gewissheit ans Licht..."

Zuerst zur Einsortierung "Ein Buch, das meine Reiselust weckt": Ich liebe das Meer, kenne aber hauptsächlich die Nordsee, welche allerdings auch recht wild sein kann. Ich kenne sie friedlich, spiegelblank, mit hübscher Brandung - aber auch mit Sturmfluten, die ganze Küsten-/Dünenabschnitte wegreißt.
In diesem Buch wird der wilde Atlantik geschildert, den man hier gerne als einen Hauptdarsteller sehen kann, so dass ich am liebsten meinen Koffer packen und sofort losfahren möchte. (Wenn ich denn könnte.)

Zur Story: Vieles steht schon im Klappentext. Wieder haben wir es mit einem Krimi zu tun, der zunächst einfach scheint, im Laufe der Ermittlungen durch das Auftauchen vieler spannender Persönlichkeiten aber dann immer verworrener wird. Selbstverständlich hat Kommissar Dupin am Ende die rettende Eingebung, und es gibt ein Geständnis von jemandem, der nach meinem Dafürhalten... okay, okay, gespoilert wird nicht. Auf jeden Fall wieder eine gute Geschichte.


Da jetzt nur noch Band fünf in meinem Bestand ist, werde ich leider ein wenig warten müssen, bis es mit dem eigensinnigen, schweigsamen und coffeinabhängigen Kommissar weitergeht.

Sonntag, 27. August 2023

Gelesen: Aimée & Jaguar

Aimée & Jaguar - Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943 von Erica Fischer

ISBN 978-3-462-03499-8
KiWi-Taschenbuch/Verlag Kiepenheuer und Witsch

[Die ABC 2023 Lese-Challenge - C 29 Ein Buch, in dem eine gleichgeschlechtl. Beziehung vorkommt]

Vor sehr langer Zeit hatte mir eine Freundin dieses Buch ausgeliehen, aber ich fand keinen Zugang. Es war einfach für mich die falsche Zeit dafür. Nun fiel es mir wieder ein, als ich die Punkte unserer Lese-Challenge studierte.

Klappentext bzw. Vorsatzblatt:
Über das Buch:
"Berlin 1942. Lilly Wust, 29, verheiratet, vier Kinder, führt das Leben von Millionen deutscher Frauen. Doch dann lernt sie die 21-jährige Felice Schragenheim kennen. Es ist Liebe fast auf den ersten Blick. «Aimée und Jaguar» schmieden Zukunftspläne, schreiben einander Gedichte, Liebesbriefe, schließen einen Ehevertrag. Als Jaguar-Felice ihrer Geliebten gesteht, dass sie Jüdin ist, bindet dieses gefährliche Geheimnis die beiden Frauen noch enger aneinander. Doch ihr Glück währt nur kurz. Am 21. August 1944 wird die Jüdin Felice verhaftet und deportiert. Erica Fischer ließ sich von der 80jährigen Lilly Wust die Geschichte erzählen und verarbeitete sie zu einem eindringlichen Zeugnis. Nach Erscheinen des Buches 1994 meldeten sich weitere Zeitzeuginnen, und so konnte in der vorliegenden Ausgabe neues Material hinzugefügt werden. In der Verfilmung von Max Färberböck mit Juliane Köhler und Maria Schrader in den Hauptrollen wurde die Geschichte von Aimée und Jaguar weltweit bekannt."

Ich habe das Buch über einen längeren Zeitraum gelesen, weil es mich stark beschäftigte und ich zur Verarbeitung des Gelesenen ein wenig Zeit brauchte.

Es ist eine Liebesgeschichte, ja, eine ganz wunderbare, und es hatte mich schon erstaunt, dass die Berliner Gesellschaft seinerzeit so tolerant war, die lesbische Beziehung offenbar zu dulden. Natürlich bot auch die lange Zeit weiterhin bestehende Ehe von Lilly einen gewissen Schutz.

Weit mehr als eine Liebesgeschichte ist dieses Buch ein erschütterndes und beeindruckendes Zeitzeugnis aus der Nazizeit. Judenverfolgung bis hin zum Abtransport in Konzentrationslager und Mord, alles wird dokumentiert anhand verzweifelter Liebesbriefe und später Mitteilungen, die über Dritte geschickt werden mussten. Viele geschilderte Dokumente sind zusammen mit Fotos im Anhang abgebildet. - Am Ende bleibt Lilly unglücklich und depressiv zurück.

Sonntag, 23. Juli 2023

Gelesen: Möwenfraß

Möwenfraß von Klara Holm (Krimi)

ISBN 978-3-499-26694-2
rororo Taschenbuch/Rowohlt Taschenbuch Verlag

[Die ABC 2023 Lese-Challenge - B 3 Ein Buch mit einer Insel auf dem Cover, im Titel oder in der Handlung]

Warum dieses Buch? Nachdem ich "Krähennest" gelesen hatte, ging ich gezielt auf die Suche nach weiteren Büchern dieser Reihe. Krähennest war ja offenbar Band zwei, nun haben wir es hier also mit Buch Nummer eins der Serie zu tun.

Klappentext/Rückseite:
Vor dem Tod sind alle gleich.
"So hat sich Luka Kroczek seinen ersten Arbeitstag als Leiter der Kripo Bergen nicht vorgestellt: Er kommt viel zu spät, seine kleine Tochter Tilda muss mangels Kindergartenplatz mit ins Büro, die neue Kollegin Conny Böhme empfängt ihn alles andere als herzlich. Und dann muss Luka, der sich nur seiner Lebensgefährtin zuliebe von Düsseldorf nach Rügen beworben hat, auch gleich zu seinem ersten Einsatz. In einem alten Fischerhaus wurde eine Leiche gefunden. Wer hat die Frau so übel zugerichtet? Hat das Verbrechen mit ihrem Mann zu tun, einem allseits unbeliebten Immobilienspekulanten und Wendegewinner? Luka macht sich an die Ermittlungen. Und erkennt schnell: Auf Rügen wird nichts so schnell vergeben und vergessen..."

Luka und seine Freundin sind frisch auf Rügen eingetroffen und noch nicht richtig "angekommen", da geht es auch schon los... und immer die kleine Tilda im Schlepptau, das macht die Ermittlungen nicht einfacher. Er lernt David, den Musiker, kennen, mit dem er sich anfreundet, den er dann aber verdächtigt. Schließlich hilft er ihm mit einem improvisierten Konzert. Hilfe kommt von einem kleinen Jungen, der einiges beobachtet hat.

Alles in Allem ein Krimi mit ausreichend Verwicklungen, am Ende ist natürlich alles gut.

Sehr gern gelesen, ein weiterer Band wartet hier schon!

Freitag, 7. Juli 2023

Abgebrochen: Das Schweigen des Sammlers

Das Schweigen des Sammlers von Jaume Cabré (Roman)

Aus dem Katalanischen "Jo confesso"
Insel Taschenbuch
ISBN 978-3-458-35926-5

Warum dieses Buch? Mich hatte die Umschlaggestaltung angesprochen, und der Rückseitentext gefiel mir auch.

Klappentext:
"Der Antiquitätenladen des Vaters in Barcelona ist eine wahre Schatzkammer, doch die Faszination des jungen Adrià gehört allein einer wertvollen Storioni-Geige aus dem 18. Jahrhundert mit einem bezaubernden Klang.
Heimlich tauscht Adrià sie eines Tages mit seiner eigenen Geige aus, um sie stolz seinem besten Freund zu zeigen. Als er die Storioni zurücklegen möchte, sind seine Geige und sein Vater verschwunden, der Antiquitätenhändler wurde kaltblütig ermordet. Viele Jahre danach - Adrià ist inzwischen Gelehrter und Sammler - sucht er das Rätsel um die Storioni zu lösen und so den wahren Grund für den Mord herauszufinden. Er ahnt nicht, dass die Vergangenheit des Musikinstrumentes Familiengeheimnisse, dunkle Mordfälle, Hass und Intrigen, Liebe und Verrat verbirgt. Für Adrià steht einiges auf dem Spiel - auch seine große Liebe Sara..."

Gelesen 372 von841 Seiten. Und nun mit großem Bedauern abgebrochen. Zweifellos ein großes Stück Literatur, und zunächst hatte mich das Buch in seinen Bann ziehen können. Schriftstellerisch und sprachlich ganz fein, werden hier die Kindheit und Jugend des Jungen Adrià geschildert, man leidet förmlich mit, einem hochintelligenten, sprachbegabten Jungen in einem emotional eisigen Elternhaus aufwachsen zu sehen.

Der Roman hat große Zeitsprünge in der Erzählung, beispielsweise beginnt alles mit der Geschichte eines Mönchs Jahrhunderte zuvor, die aus einem alten Schriftstück hervorgeht, welches Adrià als Kind genötigt wird zu lesen.

Es geht auch um Geigenunterricht, den er nicht mag, aber das Gelernte weiter gibt an seinen Freund, dessen Eltern nicht so gut betucht sind. Der Vater stirbt, die Mutter übernimmt das Antiquitätengeschäft, aber immer noch wird mit dem Sohn nicht wirklich gesprochen. Er zieht zum Studieren weg, verliebt sich, sein Freund besucht ihn... Hier wird die Geschichte zusehends wirr, es werden Begebenheiten aus der NS-Zeit eingestreut, ohne Überleitung und Erklärung. Manche Treffen mit dem Freund werden so ausführlich geschildert, dass die Leserin gern einschlafen würde...

Die Erzählung wird immer unübersichtlicher.

Da ich ganz hinten ein paar Seiten vom Schluss gelesen habe, erklärt sich das Wirre dann, aber dafür noch über 400 Seiten durchhalten wollte ich dann doch nicht.

Schade.