Sonntag, 9. Dezember 2018

Gelesen: Arkadien erwacht (1)

Arkadien erwacht von Kai Meyer (Fantasy) - Arkadien Teil 1
Piper Taschenbuch
ISBN 978-3-492-26788-5

Warum dieses Buch? Vor langer Zeit mal mit bei Arvelle bestellt, bei den günstigen Preisen habe ich gelegentlich Genre-Experimente gemacht.

Klappentext:
"Schon bei ihrer Ankunft auf Sizilien fühlt sich Rosa wie in einem alten Film – der Chauffeur am Flughafen, der heruntergekommene Palazzo ihrer Tante und dann die Gerüchte um zwei Mafiaclans, die seit Generationen erbittert gegeneinander kämpfen: die Alcantaras und die Carnevares, Rosas und Alessandros Familien. Trotzdem trifft sich Rosa weiterhin mit Alessandro. Seine kühle Anmut, seine animalische Eleganz faszinieren und verunsichern sie gleichermaßen. Doch in ihm ruht ein unheimliches Erbe, das nicht menschlich ist."

 ... und der Text von der Rückseite:
"Sie wartete. Zögerte. Dann zog sie den Kopf zurück, bevor sich ihre Lippen berühren konnten. Einen Herzschlag lang sah er verletzt aus, aber dann lächelte er, blinzelte in die Sonne und sagte: «Wenn es so weit ist, dann will ich dabei sein.» «Wenn was so weit ist?» «Wenn du allen anderen nicht mehr in die Augen schaust, als hätten sie dir gerade den Krieg erklärt. Und wenn du merkst, dass manches zwar aussieht wie das Ende der Welt, sie in Wahrheit aber weitergeht, drüben auf der anderen Seite.»"

Der Einstieg fiel mir leicht, denn die Geschichte spielt in Italien, genauer: auf Sizilien. Nun war ich dort zwar noch nie, konnte mich aber gefühlsmäßig sofort dort lokalisieren. Außerdem ist es eine Handlung, die in unserer aktuellen Zeit stattfindet. Bei Fantasy muss man ja grundsätzlich erstmal mit allem rechnen.

Rosa findet sich unversehens bei ihrer Tante Florinda und ihrer Schwester Zoe eingebunden in mafiöse Strukturen wieder, und längere Zeit liest sich der Roman ein wenig wie ein Familien-Mafia-Abenteuer-Liebesroman, wenn da nicht immer mal etwas aufblitzen würde, das jedem normalen Menschen unheimlich wäre...

Rosa ist trotz ihrer erst siebzehn Jahre ungewöhnlich angstfrei und eigenverantwortlich, erlebt gefährliche Abenteuer und lernt nach und nach, was es mit den Arkadiern auf sich hat, von denen besonders einer die Menschen möglicherweise wieder zurück in ein dunkles Zeitalter stürzen könnte.

"Und die Mafia", fragte sie, um sich abzulenken "ist in Warheit nichts als Maskerade? Um den Arkadischen Dynastien so was wie ein offizielles Gesicht zu geben?" Er schüttelte den Kopf. "Nein. Als die Mafia im neunzehnten Jahrhundert entstanden ist, aus Geheimbünden der sizilianischen Großgrundbesitzer, da wurden die Arkadier erst nur zufällig, auf Grund ihrer Geschichte, mit hineingezogen. Viele von ihnen gehörten zum alten Landadel, deine Familie und meine und noch ein paar andere, und so wurden sie Teil von etwas, das sie zuerst sogar abgelehnt haben. Sie fürchteten, dass bei Nachforschungen in Dokumenten und Akten weit mehr Dinge zu Tage gebracht würden als ein paar illegale Geschäfte. Aber schließlich haben die Dynastien erkannt, wie leicht es war, die Cosa Nostra für ihre Zwecke zu nutzen - und dass sie anderenfalls Gefahr liefen, ihren Einfluss auf Politik und Gesellschaft Siziliens an die Mafiaclans zu verlieren. Es ist jetzt drei, vier Generationen her, dass die Arkadischen Dynastien vollends mit der Cosa Nostra verschmolzen sind. Nur wenige Mafiaclans sind Arkadier, aber alle sizilianischen Arkadier gehören zur Mafia."


Und das unheimliche Element? Der Fantasy-Anteil? Ohne zu spoilern kann ich nur sagen: Gestaltwandler.

Ob ich es hier mit "ernstzunehmender Literatur" zu tun habe, kann ich gar nicht sagen, aber das Buch hat mich außerordentlich gut unterhalten. Es ist spannend und lässt sich flüssig lesen. Ich freue mich auf den zweiten Teil, der hier schon bereit liegt.

Samstag, 8. Dezember 2018

Gelesen: Sonntags in Trondheim

Sonntags in Trondheim von Anne B. Ragde
btb - Random House
ISBN 978-3-442-75737-4

Warum dieses Buch? Ein "nachgeschobener" vierter Band zur Trilogie um die Familie Neshov. "Natürlich" musste ich ihn lesen, da mir die anderen drei sehr gut gefallen hatten:

Das Lügenhaus
Einsiedlerkrebse
Hitzewelle

Klappentext:
"Blut ist dicker als Wasser. Das lässt sich zwischen Sonntagsbraten und Familienquerelen leicht aus den Augen verlieren. Bei de Neshovs ist das nicht anders. Einst auf einem Schweinezüchterhof in Trondheim zu Hause, lebt die Sippe inzwischen weit verstreut, man trifft sich nicht einmal mehr zu besonderen Anlässen. Margido etwa besucht den Vater im Altenheim nur ungern und widmet sich mit fast religiöser Hingabe seinem Bestattungsunternehmen. Sein Bruder Erlend, ein schwuler Schaufensterdekorateur, hat sein Glück in Kopenhagen gesucht. Torunn wiederum, die Nichte der beiden, vergeudet ihre Zeit mit einem Mann, der Schlittenhunde züchtet - zu denen sie eine bessere Beziehung unterhält als zu ihm. Als sie an einem Sonntagmorgen beschließt, dass es an der Zeit ist, die alten Familienbande neu zu knüpfen, erleben die Neshovs eine Überraschung..."

Der Einstieg ins Buch fällt leicht, es ist ein bisschen wie nach Hause kommen, den Kontakt zu den Personen wieder herzustellen. Im ersten Teil wird jeder Familienzweig beschrieben, Jahre nach dem Ende des dritten Bandes.

Torunn lebt als Partnerin des Schlittenhundezüchters, Erlend und Krumme haben mit Lizzy und Jytte drei Kinder, Margido macht sich Gedanken um sein Beerdigungsinstitut und der Großvater lebt stillvergnügt im Seniorenheim. So weit, so gut.

Nicht alle Handlungsstränge werden zusammengeführt, als Torunn sowohl den Großvater besucht als auch einen engeren Kontakt zu Margido herstellt, während sie ihrem Leben eine neue Richtung gibt.

Hier und jetzt, das war wirklich.
Sie hatte es getan, und sie war am Ziel. Es war nicht zu fassen. Sie verspürte nicht nur ein Aufflackern, sondern etwas viel Größeres: Das hier war richtig. Es war das einzig Richtige für sie. Da war eine Ruhe, von der sie auf seltsame Weise überrumpelt wurde. Sie zog das Telefon aus der Tasche und rief Margarete an.
"Jetzt bin ich hier. Jetzt bin ich auf meinem Hof, Margarete."
Unsere Anerbin, sagte Margarete.
"Es regnet und ist dunkel, also brauche ich mich heute Abend nur um Innen zu kümmern. Und ich glaube, das ist gut so. Der Hof war in grauenhaftem Zustand, als ich weggegangen bin, warum sollte er jetzt besser aussehen, um's mal so auszudrücken."
Aber sie schaffte das. Sie wollte auch ihre Mutter anrufen, damit sie das hinter sich hatte. 


Ein nettes Buch, das sich schnell wegliest. Wer die vorherigen drei Bände gelesen hat, fühlt sich vertraut mit den Personen. Aber auch ein Buch, das die Welt nicht braucht, Stückwerk, das kein harmonisches Ganzes ergibt und qualitativ nicht einmal in die Nähe der ursprünglichen drei Bände rückt.

Montag, 3. Dezember 2018

Gelesen: Schwarzes Wasser

Schwarzes Wasser - Die Nordsee-Morde (3) von Isa Maron 
DuMont Buchverlag Köln
ISBN 978-3-8321-6418-8

Warum dieses Buch? Der nächste Band der Nordsee-Morde an der niederländischen Küste.

Klappentext:
"Im Garten einer Villa im Amsterdamer Norden wird ein grausiger Fund gemacht: ein weiblicher Schädel. Bei der Untersuchung des Geländes tauchen weitere Köpfe auf, allen fehlen die Körper. Kommissarin Maud Mertens ist höchst alarmiert - nicht zuletzt, weil sich die Villa in direkter Nachbarschaft zum Elternhaus der Kriminalistikstudentin Kyra Slagter befindet, deren ältere Schwester vor Jahren spurlos verschwand. Bei ihren Ermittlungen im Umfeld der ehemaligen Hausbesitzer stößt Mertens auf eine Mauer des Schweigens. Handelt es sich um ein Verbrechen aus der Vergangenheit, oder lebt der Mörder noch und sucht nach seinem nächsten Opfer?"

Wir begegnen bekannten Personen, nicht nur Maud Mertens und Kyra Slagter, sondern auch weiteren Kriminalbeamten sowie Familienmitgliedern von Maud und Kyra und Tom, der in einem früheren Kriminalfall mit Kyra nach einem Jungen gesucht hatte. Das ist nett, man fühlt sich sofort wieder zuhause, wenn man die vorherigen Bücher gelesen hat, gelegentlich wird Bezug auf die früheren  Fälle genommen. Obwohl dies ein komplett neuer Fall ist, ist es spätestens jetzt ratsam, die ersten beiden Bände gelesen zu haben, damit man wirklich alles versteht.

"Das ändert die Sachlage", sagt Niels und schüttelt den Kopf. Maud weiß, welchen massiven Widerwillen der Name Demsterwold bei ihrem Kollegen auslöst, aber in diesem Augenblick wirkt er eher fassungslos. Vor einigen Jahren hat er den Politiker verdächtigt, an dem Missbrauch und anschließenden Mord an einem kleinen Mädchen beteiligt gewesen zu sein, das in Einzelteilen über das ganze Land verteilt gefunden worden war. So viele blaue Flecken hatte sie nun auch wieder nicht...  Maud hatte sich damals auf die Eltern konzentriert, vor allem die Mutter. War es nicht ihre Aufgabe gewesen ihre Tochter zu beschützen? Gegen den Stiefvater, ja, egal gegen wen.

In diesem Buch rückt zusätzlich zum aktuellen Fall mehr die Geschichte um Kyras verschwundene Schwester in den Vordergrund, wieder recherchiert sie, knüpft neue Kontakte, unternimmt mit Tom eine Reise von Amsterdam bis hinauf nach Norwegen.

Außerdem gibt es immer wieder Sequenzen von Sarah/Béatrice, die allmählich ihr Erinnerungsvermögen zurück erlangt und dringend Kontakt zu Kyra aufzunehmen versucht.

Obwohl der Fall der vergrabenen Köpfe gelöst ist, endet das Buch mit einem heftigen Cliffhanger, so dass ich auch den letzten Band lesen werde.


Meine Meinung: Gut geschrieben, auch spannend, aber als einzelner Krimi eher nicht empfehlenswert, der Leser versteht dann nicht alle Zusammenhänge. Ich mag Serien, von daher ist das für mich in Ordnung. Wer die Nordsee-Morde noch nicht kennt, beginnt besser mit dem ersten Buch.

Dunkle Flut - Die Nordsee-Morde (1) von Isa Maron

Kalte Brandung - Die Nordsee-Morde (2) von Isa Maron

Sonntag, 2. Dezember 2018

Erster Advent

Schon wieder eilt das Jahr mit großen Schritten auf sein Ende zu...

Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen einen schönen ersten Advent und eine ruhige Vorweihnachtszeit.

Freitag, 30. November 2018

Gelesen: Die Lebenden und Toten von Winsford

Die Lebenden und die Toten von Winsford - Håkan Nesser
Ramdom House, btb (Taschenbuch)
ISBN 978-3-442-71389-9

Warum dieses Buch? Eine Empfehlung der Buchhandlung im vergangenen Jahr

Klappentext:
"Als ich zu dem Fenster hinaufblickte, entdeckte ich das Gesicht. Es war bleich, fast weiß, und gehörte einem jungen Mann, der uns offenbar beobachtete. Vollkommen reglos, so dass ich mir für einen kurzen Moment einbildete, es handelte sich um eine Puppe. Aber es war keine Puppe. Als wir ungefähr zehn Sekunden so gestanden und einander angeschaut hatten, hob er sachte seine rechte Hand und zog sie quer über die Kehle, die Bedeutung war unmissverständlich."

Dieser Klappentext ist vollkommen irreführend. Ja, es ist eine Szene, ein Moment, aus dem Buch, hat aber gar nicht die besondere Bedeutung, die dem potenziellen Leser nahe gebracht wird und wohl zum Kauf "überreden" soll.

Ich hatte das Buch als Reiselektüre mitgenommen und war zunächst enttäuscht, weil die Geschichte keinerlei Sog auf mich ausübte, die ersten gut vierzig Seiten zogen sich wie Kaugummi dahin und motivierten mich kaum zum Weiterlesen. Allein der Name Håkan Nesser war ein uneingelöstes Versprechen, dass ich doch etwas Gutes in Händen halten sollte, so nahm ich das Lesen in diesem Buch dann irgendwann wieder auf.

Maria fährt im Herbst durch die englische Grafschaft Somerset und mietet für mehrere Monate ein einfaches Haus in Exmoor, einer Heidelandschaft, teilweise einsam, mit häufig nebligem und regnerischem Wetter, wilden Ponys und gemütlichen Pubs in verschiedenen Dörfern.

Maria gibt sich als schwedische Schriftstellerin aus, die in der winterlichen Einsamkeit arbeiten möchte. Ihr Hund Castor begleitet sie.

Ich fragte ihn nicht nach Details, natürlich nicht, und während er erzählte, gewann ich, trotz allem, besagte Zeit und konnte entscheiden, wie viel ich von meinem Ich preisgeben wollte.
Nicht viel, stellte ich fest und blieb bei dieser Linie.
Maria Anderson, Schriftstellerin aus Schweden. Ich glaube sogar, dass es mir gelang, ihm weiszumachen, dass ich unter einem Pseudonym schrieb. Wohnhaft etwas oberhalb von Winsford, wie gesagt, wo genau, erwähnte ich nicht.
Was für Bücher, wollte er wissen.
Romane.
Nein, ich war keine bekannte Autorin. Erst recht nicht im Ausland, aber ich kam über die Runden. Hatte irgendein einjähriges Stipendium bekommen, deshalb hielt ich mich hier auf.
"Und Sie wollen über die Heide schreiben?"
"Ich denke schon."
Anschließend fragte ich ihn, was er mit seiner Bemerkung über den Schatten, den abwesenden Mann und dieses Haus im Süden gemeint habe. 

Nach und nach lernen wir Maria und ihre Geschichte kennen - das Buch besteht praktisch aus einem langen gedanklichen Monolog von ihr. Sie lernt unterschiedliche Menschen kennen, verliebt sich wohl auch ein wenig, und entwickelt eine Strategie. Was es damit auf sich hat, erfährt der Leser ganz allmählich...

Wo steckt eigentlich ihr Ehemann, der Literaturprofessor? Was ist überhaupt in der Vergangenheit passiert? Eine Schlüsselrolle mögen auch die Tagebücher und die Dateien auf einem Laptop spielen.

Längst schon hat man eine tiefe Sympathie für die Protagonistin entwickelt, als man feststellt, dass sie...

Ein Ende, das beinahe "happy" geworden wäre, endet auf fünfzehn Quadratmetern.

Samstag, 24. November 2018

Montag, 19. November 2018

Technik-Update

Technik-Update bei A. - Cyberwoche.

Ja, ein Kindle (Paperwhite) ist dabei. Ich liebe immer noch "echte Bücher" - den Rest hatte ich schon mal verlauten lassen: Gewichtsreduzierung im Handgepäck bzw. der Handtasche. Außerdem Ladegeräte/USB-Kabel als Ersatz für die verschwundenen.

Nun bin ich gespannt.

Freitag, 16. November 2018

Neues Implantat für die Zähne

Ich war bei meiner Zahnärztin, die auch Implantologin ist, ich habe mir ein neues Zahnimplantat setzen lassen (das vorige hatte leider das Zeitliche gesegnet), damit ich im Frühjahr eine schöne neue Brücke bekommen kann. (Oben links nicht kauen zu können, ist echt nervig!)
 
Der Eingriff (und ich war durchaus sehr unruhig vorher!) verlief ganz unproblematisch, die Betreuung war hervorragend, wir haben sogar zwischendurch ganz viel gelacht (mit Betäubung und Wattedingern im Mund, es geht alles...), nach zweieinhalb Stunden war ich entlassen mit einer  Krankschreibung bis incl. Dienstag.


Was soll ich sagen... insgesamt geht es mir prima! Die Betäubung verschwindet und ich habe Hunger! 
Darf nicht alles essen und werde gleich mal gucken... Wundschmerz ist bisher (!!!) gleich null und die Schwellung geht auch schon zurück... nur die Einstichstellen der Betäubungsspritze schmerzen noch. 

(Den Tag nicht vor dem Abend loben - abwarten, wie es weiter geht! Ich bin mir etwas zu euphorisch.)

Ich bin richtig guter Dinge, und meine Luft ist heute auch klasse, ich kann jetzt mal zusehen, dass ich von den Prednis wegkomme... nur langsam, weil ich sie länger als sieben Tage nehme jetzt.

Samstag, 10. November 2018

Rom: Anreisetag 01.11.2018, erste Wiedersehensfreuden

Vorab: Dieses war mein Geburtstags-Weihnachtsgeschenk von meiner Tochter, und da ihre Handy-Camera um Welten bessere Fotos macht als mein Equipment, habe ich ihre Erlaubnis, die von ihr gemachten Bilder zu verwenden. (Vom Motiv her teilweise komplett identisch mit meinen Aufnahmen.)

Das Taxi entlud uns vor dem Hotel bei strömendem Regen.


Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen, am selben Abend noch Wiedersehen mit schönen Plätzen zu feiern! Rom im Dunkeln und mit Regen sieht einfach zauberhaft aus.





Zuerst ging es zum Petersplatz...






Zum Castel Sant'Angelo und zur Engelsbrücke...


Beendet wurde der Abend dann mit einem leckeren Essen.

Rom: An- und Abreise

Dieser Text soll auch zusammenfassen, womit ich als Atemwegserkrankte es besonders schwer hatte.

Meine persönliche Voraussetzung: COPD III mit Emphysem, FEV01 46 %, laut Arzt flugtauglich.

Vorab aber ein Riesendankeschön an meine Tochter, ohne die ich das alles sicherlich nicht geschafft hätte!

Ich war ja bereits ab ca. Mitte Oktober nicht ganz auf der Höhe, hatte zweimal einen beginnenden Infekt mit Cortison abgefangen, war immer brav im Büro (u.a. hatte die Kollegin Urlaub, dann kam der Monatsabschluss), irgendwie keine Chance, mich krank zu melden. Ich kämpfte also immer mit Cortison rauf - runter - weglassen... nach ein paar Tagen von vorn.

Direkt am Reisetag war mir dann auch noch übel (nein, nicht die Aufregung), mein Kreislauf machte lustige Dinge, und überhaupt kam ich gar nicht richtig in Gang. Das Ende vom Lied war ein etwas spätes Eintreffen am Airport, was aber unkritisch war, da wir überall (Gepäckaufgabe, Sicherheitskontrolle) ohne Wartezeiten drankamen. In meinem Handgepäck hatte ich alle möglichen USB-Kabel, Adapter und Stecker für die mitgenommene Elektronik. Vor der Kofferaufgabe (um Gewicht und Platz in der Tasche zu sparen) haben wir sie in eine Außentasche meines Koffers geschoben.

Unser Gate war ganz am Ende des langen Weges. Die Luft im Flughafengebäude ist immer zu warm, zu trocken, stickig. Vorher angezogene Jacken wurden ausgezogen und getragen, Wasser gekauft... Und ich habe mich so längsgeschleppt. Es ging mir wirklich nicht gut.


Irgendwann dann der Flug. Milchsuppe überall. Heißt: keine Sicht. Kein Himmel, keine Wolken, einfach alles grau. Und irgendwann dann Turbulenzen. Für die Tochter nichts Ungewöhnliches, Vielfliegerin eben, für mich ein Erlebnis der besonderen Art:

Ich hatte einen Becher mit Kaffee (ohne Deckel) in der Hand, als die Turbulenzen begannen. Und schwupps (!) drehte sich der Kaffee förmlich nach oben aus dem Becher heraus! Ohne Zupacken meiner Tochter und Einfangen des Kaffees - er war dann tatsächlich wieder im Becher - wären wir wohl warm geduscht worden. Vor meinen Augen sehe ich es immer noch wie in Zeitlupe.

Während ich mich mit meiner Reiselektüre beschäftigte, merkte ich, dass ich kurz vorm Einschlafen war - nicht normal! Schnell mit meinem Messgerät meine Werte kontrolliert: SpO2 war 77%. Das ist sozusagen nichts. Kein Wunder, dass ich so abbaute! Mein Berodual kam zum Einsatz, und die zweite Flugstunde war ich dann mit Atemübungen beschäftigt, um die Sättigung ein wenig hochzuholen. Das war nicht witzig!

In Rom angekommen ging es mit dem Leonardo-Express (Zug) von Fiumicino bis Termini (Hauptbahnhof), von dort mit dem Taxi weiter zum Hotel.



Im Hotel angekommen stellte ich dann fest, dass von meinem Kabel- und Steckersalat in der Kofferaußentasche Dinge fehlten... Da hat sich jemand wohl nach dem Durchleuchten nett bedient. Unverständlich, da es sich um Standardteile handelte!

+++

Die Rückreise verlief ähnlich, mit etwas besserer Sicht und weniger Turbulenzen. Allerdings waren in Fiumicino wieder lange Wege zu gehen, sehr lange. Zur offiziellen Boarding-Zeit wurde dann das Gate gewechselt, was nochmal antrengend war, mit Wegen und Stockwerkswechsel. Busfahrt übers Flugfeld und Einstieg über die Gangway. (Treppen sind für mich ziemlich schlimm!) Wieder im Verlaufe des Fluges ein Absacken des SpO2, nicht ganz so schlimm wie auf dem Hinflug, aber ich war während des ganzen Aufenthaltes ja auch ziemlich "gedoped".


Die Ankunft in Hamburg: Auf dem Flugfeld hieß es auszusteigen und ca. 20 m zu gehen bis zum Gebäude. Dann aber: Ein Treppenhaus mit zwei Etagen. Kein Lift. Nachfrage meiner Tochter beim Personal, ob es eine andere Möglichkeit gäbe, Ergebnis: NEIN. Also bin ich mühsam hochgegangen, mit Pausen. Dann folgte, wir waren wieder am Ende aller Gates angekommen, ein langer, langer Weg durch das Gebäude bis zur Gepäckausgabe.

+++

Fazit: Sollte ich wieder einmal fliegen wollen, dann bestelle ich mir die Behindertenassistenz dazu. Man wird (vor über zehn Jahren mit meiner Mutter so gemacht) über das Gelände gefahren, bekommt überall eine "fast lane" ohne Wartezeiten, einen Zustieg ins Flugzeug mittels Rolli über eine Rampe...

Außerdem: Das Netbook wiegt 1,5 kg - inzwischen zu viel für mein Handgepäck und mich. Sollte ersetzt werden durch ein zeitgemäßes Tablet. Ebenso das mitgenommene Buch, hier täte dann tatsächlich ein eBook-Reader gute Dienste. Alles Gewicht muss unbedingt reduziert werden für mich.

Sonntag, 30. September 2018

Lila Hut

Der lila Hut

Eine Frau schaut in ihren Spiegel.

Sie ist 5 Jahre alt: Sie schaut sich im Spiegel an und sieht eine Königin.
 

Sie ist 10: Sie schaut sich an und sieht Aschenbrödel oder Dornröschen.

Sie ist 15: Sie schaut sich an und sieht Aschenbrödel, Dornröschen, eine Schauspielerin oder, wenn es einer ihrer schlechten Tage ist, sieht sie sich dick, hässlich, voller Pickel und sagt: “Mama, so kann ich unmöglich zur Schule gehen!”

Sie ist 20: Sie schaut sich im Spiegel an und sieht sich zu dick/zu dünn, zu klein/zu groß, die Haare sind zu kraus oder zu glatt, aber sie beschließt, trotzdem los zu gehen!

Sie ist 30: Sie schaut sich im Spiegel an und sieht sich zu dick/zu dünn, zu klein/zu groß, die Haare sind zu kraus oder zu glatt, aber sie findet, sie habe jetzt keine Zeit, sich darum zu kümmern, und sie geht trotzdem aus.

Sie ist 40: Sie schaut sich im Spiegel an und sieht sich zu dick/zu dünn, zu klein/zu groß, die Haare sind zu kraus oder zu glatt, aber sie sagt sich, sie sei zumindest “sauber”, und sie geht trotzdem aus.

Sie ist 50: Sie schaut in den Spiegel und sagt: “Ich bin ich!” Sie lächelt und geht da hin, wo sie hingehen will.

Sie ist 60: Sie schaut sich im Spiegel an und denkt daran, dass manche sich gar nicht mehr im Spiegel betrachten können. Sie lächelt und zieht los, um die Welt zu erobern.

Mit 70: Sie sieht sich im Spiegel und sieht Erfahrung, Lachen und Fähigkeiten. Sie lächelt und zieht los, um das Leben zu genießen.

Mit 80: Sie kümmert sie sich nicht mehr darum, in den Spiegel zu schauen. Sie setzt sich ganz einfach ihren kleinen lila Hut auf und zieht los, nur um die Freude zu haben, die Welt zu sehen!

Ja, wir alle sollten unseren kleinen lila Hut schon viel, viel früher aufsetzen…

Quellle:
http://www.journeypraxis.com/angebotkontakt/lesenswertes/der-lila-hut/
(aus dem Internet)

Nachdem ich heute meinen Mädchen erzählt habe, wann ich in den Ruhestand gehen möchte, wurde sofort ein Termin für den Besuch eines Hutgeschäftest fixiert... Weil ich seit Jahren davon spreche, dass ich als Rentnerin einen (lila) Hut haben möchte. Ob ich ihn dann aber auch tragen werde? Egal.

Möglicherweise greife ich das Thema in 2019 nochmal hier auf.   😎😎😎

Samstag, 15. September 2018

Quarktorte

Ja, ich bin immer noch hier... Trotz meines Urlaubes finde ich kaum mal etwas Zeit, um hier zu schreiben. Deshalb nur kurz... Quarktorte gebacken, heute.

Samstag, 25. August 2018

Der Sommer meines Lebens

Ich bin noch da, habe nur zu wenig Zeit...

Es ist kälter geworden, in kurzer Zeit ziemlich doll.

Ich hatte den Sommer meines Lebens. Obwohl sehr heiß, waren irgendwie Luftdruck und Luftfeuchtigkeit derart, dass es mir gut ging. Sogar in Berlin mit 38 Grad ging es mir für meine Verhältnisse supergut. (Berlin-Berichte in der Warteschleife.)

Schade, dass das Wetter sich jetzt für mich ungünstig ändert, aber ich will nicht undankbar sein. Der Sommer war - Klimanwandel hin und her - für mich total toll.

Alles andere kommt, wenn ich Zeit dafür habe. Wollte das mit dem Sommer nur mal festgehalten haben.

Mittwoch, 1. August 2018

Arctic Air

Ich war im Büro Tester für ein Kleinklimagerät, das mit Wasser arbeitet (Strom natürlich auch). Demnächst bekommt jeder so eines auf den Schreibtisch. Das Teil ist so genial gut, dass ich mir für mich privat auch eines bestellt habe. Letztens hatte ich 26 Grad im Schlafzimmer, da kann das zumindest beim Einschlafen gute Dienste tun. (Das ist keine Werbung, nur ein ganz frischer Erfahrungsbericht!)


Im Büro steht das Teil in weniger als 50 cm Entfernung von mir und ist sehr angenehm. Dank der feuchten Luft hatte ich endlich mal kein Dauerräuspern mehr und weniger Durst. Klimatisch war es angenehm und vom Handling besser als ein Ventilator, da mir nicht meine Papiere um die Ohren flogen. Mehr würde ich von so einem Würfelchen auch nicht erwarten. 

Mein Mini-Klimagerät lag seit gestern bei der Post. Ich liebe DHL, denn dann habe ich bei Nicht-Zustellung direkt Zugriff in meiner Postfiliale. Da möchte mir der Postmensch einen riesigen Karton aushändigen, ich hatte extra meinen Einkaufstrolley mitgenommen, aber der Karton hätte dort nicht hineingepasst. Lieb gefragt, ob wir das Teil nicht direkt auspacken könnten, ich zeigte das Fortmat mit den Händen... Eigentlich dürfe er das nicht, aber naja, ausnahmsweise... Und dann passte der kleine Karton auch locker in meinen "Hackenroller", sogar meine dann folgenden Einkäufe auch. Es gibt noch nette Menschen. 😀 Junger Mann mit ausländischen Wurzeln, sieht aus wie ein Teddybär 🐻, arbeitet schon länger in der Postfiliale, die nebenbei auch noch Billigzeugs und Handy-Zubehör verkauft. (Ade, liebe Postämter!). Jetzt steht mein kleiner Klimawürfel auf meinem Schreibtisch und tut mir gut.


Und wenn demnächst irgendwann der Sommer vorbei ist, kommt er in den Schrank und wartet aufs nächste Jahr.

Sonntag, 29. Juli 2018

Gelesen: Die vergessene Kammer

Die vergessene Kammer - Catherine Fisher (Fantasy-Roman)
blanvalet-Taschenbuch
ISBN: 978-3-44226406-3

Warum dieses Buch? Ich habe mehr Bücher von Catherine Fisher auf dem SuB und wollte dieses als "Appetizer" lesen.

Klappentext:
"Zac ist Lehrling bei dem berühmten Baumeister Jonathan Forrest. Einem Mann, der ebenso besessen ist von den Mysterien der Druiden wie von seiner kühnen architektonischen Vision. Doch Forrests Vorhaben, eine gigantische spiralförmige Straße namens King’s Circus zu bauen, scheitert. Und da erkennt Zac, dass die wahre Leidenschaft seines Meisters gar nicht der Straße gilt, sondern einer Kammer, die Forrest im Herzen des King’s Circus einbauen will – um darin ein Geheimnis zu verbergen. Doch welches Geheimnis könnte einen solchen Aufwand wert sein?"

Zwei Erzählstränge kennzeichnen diese Geschichte:

Einerseits geht es um das noch nicht ganz erwachsene Mädchen Su, das von (neuen) Pflegeeltern aufgenommen wird, welche im King's Circus wohnen. Ein Geheimnis umgibt Su, sie fühlt sich verfolgt und bedroht, trotzdem versucht sie, im normalen Leben Fuß zu fassen.

Andererseits handelt die Geschichte von Zac und Jonathan Forrest, die dabei sind, diese besondere Wohnanlage zu konstruieren. Welche Rolle die junge Frau Sylvia dabei spielt, hat sich mir nicht wirklich erschlossen, außer dass sie ein Bindeglied zu einer Person zweifelhaften Charakters ist.

Zwischen den Kapiteln kommt jeweils Bladud zu Wort, offenbar ein uralter druidischer Gott.

Am Ende werden die Erzählstränge zusammengeführt, jedoch scheint mir das Ganze sehr konstruiert zu sein. Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen, das Ende aber wenig spektakulär, so dass ich als Leser etwas ratlos zurückbleibe.


Gelesen: Nur die Liebe bleibt

Nur die Liebe bleibt - Stefanie Zweig (Roman)
Heyne Taschenbuch
ISBN: 978-3-453-40156-5

Warum dieses Buch? Vom Tisch mit Mängelexemplaren mitgenommen, da mir "Jenseits von Afrika" so gut gefallen hatte.

Klappentext:
"Hoffnung und Angst bewegen den Vater auf der Flucht vor den Nazis 1938 von Leobschütz in Oberschlesien nach Ol' Joro Orok im Hochland Kenias; falsche Vorstellungen von einem neuen Leben begleiten seine Frau Jettel auf der Reise nach Hamburg, wo sie mit ihrer Tochter Regina das Schiff nach Afrika nimmt. Auf der Weiterfahrt von Mombasa nach Nairobi kommt es für Regina zur entscheidenen Begegnung mit Afrika. Ein Stück Zeitgeschichte, erlebt von Menschen, die ihre Heimat liebten und nicht zu Hause bleiben durften.
Die Schicksalspunkte im Leben der Familie Redlich sind durch Zugfahrten markiert, die der Autorin zum stilistischen Mittel dieses Romans werden. Mit feinen Wahrnehmungen und einer berührenden Vertrautheit gelingt ihr ein zeithistorisch bedeutendes Werk."

Ein leises Buch. Es handelt vom Abschied, immer und immer wieder.

Walter Redlich steht auf dem Bahnsteig von Leobschütz in Oberschlesien und wünscht sich, seine Familie würde jetzt gehen, um ihm den Abschied leichter zu machen. Als Jude auf der Flucht vor den Nazis auf dem Weg nach Afrika scheint er sich von allem und jedem gedanklich zu verabschieden, ganz besonders natürlich von seiner verwöhnten und streitlustigen Frau Jettel und der Tochter Regina, die schon früh lernen muss, in der Öffentlichkeit möglichst nichts zu sagen und nicht auf sich aufmerksam zu machen.

Er ist schließlich unterwegs nach Genua, von wo aus er mit dem Schiff nach Afrika reisen wird. Schmerzlich vermisst er seinen Freund, der aber später zusteigt, um ihn bis Genua zu begleiten. Immer wieder wird man Zeuge der Angst, die Walter unterwegs hat, Angst davor, als Jude erkannt zu werden, dem man unterwegs die Ausreise unmöglich machen könnte.

Es war eine Nacht mit Sternen. Sie funkelten so intensiv, als hätten die himmlischen Scharen beschlossen, dass auf Erden nur noch das Schöne und Gute geschehen dürfte. Der Zug drängte immer schneller in den Süden. Von den Schienen hörte der Davongekommene die verheißungsvolle Botschaft von Aufbruch und Neubeginn. Für den Moment der Gnade, da sich seine Seele betrügen ließ, schwor Walter, künftig mit dem alten Kinderglauben Gott zu vertrauen und nie mehr dem Kleinmut des Zweiflers nachzugeben.

Monate später wird der Abschied von Jettel und Regina thematisiert, die Zugfahrt nach Hamburg, das Bemühen von Jettel, die Tochter mit ihrem vorlauten Mundwerk ein wenig im Zaum zu halten, die Angst vor einer mit dem "Mutterorden" hochdekorierten Mitreisenden.

Ruhig erzählt, macht dieser Roman es möglich, die Ängste und Gefahren, denen Juden im III. Reich ausgesetzt waren, nachzuempfinden.

Auf dem letzten Stück der Reise mit dem Zug von Mombasa nach Nairobi verliebt sich Regina in Afrika.

Der Aufenthalt in Afrika wird nicht allzu ausführlich geschildert, die Familie lebt in relativer Armut, bis Walter eine Anstellung beim britischen Militär findet und man von der Farm umzieht in die Stadt, wo dann Jettel auch ein wenig mehr von der Aufmerksamkeit bekommt, nach der sie sich sehnt.

Schließlich bekommt Regina einen kleinen Bruder, den sie zu beschützen sich selbst versprochen hat. Nach Kriegsende zieht es Walter und Jettel zurück nach Deutschland, wo sie in Heidelberg landen, denn Oberschlesien ist mittlerweile polnisch, und man wird die Heimat nie wieder sehen.

Eine eindringlich beschriebene Geschichte, die nach meinem Empfinden ein Vorläufer von "Jenseits von Afrika" sein müsste.


Ein wunderbares Buch.

Gelesen: So weit die Hoffnung trägt

So weit die Hoffnung trägt - Richard Paul Evans (Roman)
Edition Nova
ISBN: keine angegeben

Warum dieses Buch? Eine Besucherin meiner Tochter hatte es hinterlassen. Da ich seit Kindertagen "alles lese, was gedruckt ist," habe ich mich drüber her gemacht.

Klappentext:
"Nach dem traumatischen Verlust seiner geliebten Frau, seiner Firma und seines Heims beschließt der ehemalige Werbemanager Alan Christoffersen, einmal quer durch die USA zu wandern. Wichtiger als die absolvierte Strecke sind jedoch die Menschen, die Alan ein Stück des Wegs begleiten und ihm unvermutet neue Hoffnung geben. Schritt für Schritt lernt Alan so, sein eigenes Schicksal zu akzeptieren. Aber plötzlich erhält er eine Nachricht, die seiner Reise ein jähes Ende zu setzen droht."

Das romantische Cover lässt eine Liebesschnulze erwarten, aber das ist diese kleine Geschichte nicht. Zumindest nicht auf herkömmliche Art und Weise.

Alan erwandert sich ein Großteil der Vereinigten Staaten, und ganz nebenbei lernt man die USA aus einem Blickwinkel kennen, den die Medien hier meist nicht vermitteln. Es wird von Städten und Dörfern, von Landschaften, deren Besonderheiten und kleinen Sehenswürdigkeiten erzählt, bis hin zu seltsam erscheinenden Frühstücksgewohnheiten.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, drehte sich alles. Ich fühlte mich, als wäre ich eben von der Teetassenbahn im Disneyland gestiegen. Ich lag in meinem Schlafsack und hielt mir fast zwanzig Minuten den Kopf, in der Hoffnung, das Gefühl von Schwindel und Übelkeit würde sich legen. Als es mir etwas besser ging, rollte ich meinen Schlafsack zusammen und ging los, nachdem ich das Frühstück zwangsläufig ausfallen lassen musste.
Ich ging drei Meilen weit bis zur Stadt Plankinton. Inzwischen fühlte ich mit fast wieder normal, daher ging ich zum Frühstücken in einen kleinen Eckladen namens Coffee Cup Fuel Stop. Eine Meile später ...

Wie im Klappentext erwähnt, hat Alan alles verloren, was sein Leben zuvor ausgemacht hatte, und er versucht, den Verlust seiner Frau zu verarbeiten. Unterwegs trifft er Menschen, mit denen er eine Stunde oder drei Tage verbringt, die ihm in Notsiutationen helfen oder ihm einen Teil ihrer eigenen Geschichte erzählen. Aus jeder Begegnung nimmt er wertvolle Erfahrungen und Gedanken mit. Insofern ist es auch ein philosophisches Buch, allerdings ohne schwülstig zu sein.

Nachdem er zum zweiten Male auf seiner Wanderung bewusstlos umgekippt ist und im Krankenhaus erwacht, erhält er eine Diagnose, die einigen Mut und viel Zuversicht erfordern wird.

Wider Erwarten habe ich dieses Büchlein gern gelesen.


Jedes Kapitel wird mit einem Zitat aus dem Tagebuch des Protagonisten eingeleitet, was mir gut gefallen hat, zwei davon zitiere ich mal...

Ich weiß nicht, ob es Poltergeister oder Gespenster gibt, und es ist mir auch egal. Es gibt zu vieles in meinem Leben, was ich nicht verstehe, um mir den Kopf über Dinge zu zerbrechen, denen ich noch nicht begegnet bin.

Zu sagen, dass jemand nicht weiß, wann er aufhören soll, ist entweder eine Beleidigung oder ein Kompliment, je nachdem, was bei seinen Mühen am Ende herauskommt.

Gelesen: Mord in Thingvellir

Mord in Thingvellir - Stella Blómkvist (Ein Island-Krimi)
Ramdom House, btb (Taschenbuch)
ISBN 978-3-442-73663-8

Warum dieses Buch? Vom öffentlichen Bücherregal mitgenommen, ich liebe Krimis...

Klappentext:
"Eine junge Frau wird tot im Wasser gefunden. Und die lokale Presse hat den Schuldigen schnell ausgemacht: Der Vater, ein iranischer Einwanderer, soll einen Ehrenmord an seiner Tochter begangen haben, zumal diese schwanger war. Doch als die junge Anwältin Stella Blómkvist zu recherchieren beginnt, stellt sie fest, dass die Geschichte komplizierter ist als gedacht. Sie stößt auf einen Kreis von Männern, die mit dem professionellen Missbrauch von Frauen Geschäfte machen …"

Normalerweise schreibe ich gleich nach dem Lesen über ein Buch, nicht jetzt. Ich bin im Rückstand und versuche, mich wieder in die Geschichte hineinzufinden. Was mir beim Durchblättern seltsamerweise nicht gelingen will. Den Inhalt habe ich komplett vergessen. Kein gutes Zeugnis für das Buch. Island-Krimis sind wohl einfach nichts für mich.

 

Samstag, 21. Juli 2018

Ich bin schon noch da, aber gerade nicht hier

Ich hätte so allmählich mal einiges zu erzählen, aber mir läuft andauernd die Zeit weg, weshalb ich davon Abstand nehme, alles aufzuzählen, was in der Gedankenwarteschleife ist.

Mir geht es gerade einigermaßen gut, wenn man von meinen Zahngeschichten mal absieht, und ein viertägiger Kurzurlaub ist auch geplant. Das Wetter ist zwar warm, aber zu meinem Erstaunen gerade für mich ganz wunderbar... Vermutlich sind Luftdruck und Luftfeuchtigkeit in einem Bereich, der für mich verträglich ist. Wer weiß.

Familiär ist alles gut, vergangenen Sonntag mit der Tochter gechillt...


Achja, Buchbesprechungen sind auch noch outstanding... 📕
Bis bald also.

Katzenrettung

Unsere Firma hat einen Werkstatt-/Garagenhof mit Altmetall und Wertstoffcontainern. Da hinten treibe ich mich selten bis gar nicht herum... Meine Kollegin sah dort eine Katze, ziemlich struppig und mager, vielleicht sogar krank? Jedenfalls schien die Katze unter den Containern zu "wohnen."
Da die Kollegin sehr Katzen-affin ist (sich erst kürzlich hat von ihrer trennen müssen), ist sie nach einigem Hin und Her zum Tierheim gefahren und hat eine Lebendfalle gegen Kaution geholt. Na, wir konnten gar nicht so schnell gucken, wie die Katze im Käfig saß - Thunfisch hatte es möglich gemacht!


Zack, konnte meine Kollegin sofort die Rückfahrt ins Tierheim antreten... netterweise hat sie ihre Kaution als Spende dort gelassen, weil das Tier ja auch Kosten verursachen wird.

Sonntag, 1. Juli 2018

Gelesen: Silber - Das erste Buch der Träume. Das zweite Buch auch.

Silber - Das erste Buch der Träume - Kerstin Gier (Roman)
FISCHER-Taschenbuch
ISBN 978-3-596-19673-9

Warum dieses Buch? Ich falle gelegentlich auf wunderschöne Covers herein und kann nicht widerstehen...

Klappentext:
"Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet. Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen …"

Die Protagonistin Liv Silber muss mit ihrer Familie mal wieder umziehen - um kurz danach nochmals zu wechseln: Ihre Mutter, Literaturwissenschaftlerin mit diversen Lehraufträgen, wechselt berufsbedingt ihren Arbeitsplatz, damit den Lebensmittelpunkt der ganzen Familie. Außerdem ist sie gerade verliebt in Ernest, in dessen Haus sie ziehen. Damit bekommen Liv und ihre Schwester Mia quasi Geschwister: Grayson und Florence. Zu Livs Familie zählen außerdem Lottie, deutsches Kindermädchen inzwischen mittleren Alters, und Buttercup, Hund der Familie. So viel zum Rahmen.

Es geht um Träume, natürlich. Und um die Mitschüler, Freunde, Parties von Liv. Unheimliche Dinge passieren in den Träumen, die sie bei Bedarf und auf Wunsch miteinander teilen können. Warum wissen sie am Tage Dinge, die sie in ihren Träumen erfahren haben? Liv, Grayson und seine Freunde verbindet etwas. Ein Dämon wurde beschworen und eine Mitschülerin hat nichts Gutes im Sinn.

Das Buch liest sich gut weg und hat durchaus Unterhaltungswert, allerdings scheint mir die Zielgruppe eher im Bereich 13 bis 17 Jahre zu liegen.


...und das nächste gleich hinterher!

Silber - Das zweite Buch der Träume - Kerstin Gier (Roman)
FISCHER-Taschenbuch
ISBN 978-3-596-19866-5

Klappentext:
"Liv ist erschüttert: Secrecy kennt ihre intimsten Geheimnisse. Woher nur? Und was verbirgt Henry vor ihr? Welche düstere Gestalt treibt nachts in den endlosen Korridoren der Traumwelt ihr Unwesen? Und warum fängt ihre Schwester Mia plötzlich mit dem Schlafwandeln an?

Albträume, mysteriöse Begegnungen und wilde Verfolgungsjagden tragen nicht gerade zu einem erholsamen Schlaf bei, dabei muss Liv sich doch auch schon tagsüber mit der geballten Problematik einer frischgebackenen Patchwork-Familie samt intriganter Großmutter herumschlagen. Und der Tatsache, dass es einige Menschen gibt, die noch eine Rechnung mit ihr offen haben – sowohl tagsüber als auch nachts …"

Eine gelungene Fortsetzung des ersten Buches. Wieder spielen Träume eine Rolle - und Anabel wird gefährlich, sogar aus der geschlossenen Psychiatrie heraus, nämlich in den Träumen...


Beide Bücher sind ganz bezaubernd aufgemacht, Schriftsatz und Seitengestaltung sind ein wenig verspielt, hin und wieder finden sich zarte Zeichnungen von Blütenranken.

In meiner Beurteilung bin ich ambivalent. Einerseits nette Unterhaltung. (Besonders vielleicht für ganz junge Mädchen.) Andererseits inhaltlich ein wenig flach. Aber amüsant geschrieben. Ich habe mich von beiden Büchern gut unterhalten gefühlt, weiß aber nicht, ob ich entweder das dritte Buch  - wenn es denn als Taschenbuch zu haben sein wird - kaufen sollte, oder ob ich sie ins öffentliche Bücherregal stellen werde.

Chronisch krank - sehr lesenswerter Text

https://guteskarmatogoblog.wordpress.com/2018/04/14/leben-mit-einer-chronischen-erkrankung-ihr-habt-keine-ahnung/

... gefunden in einer FB-Gruppe.

Gelesen: Eisenberg

Eisenberg - Andreas Föhr (Krimi)
Knaur-Taschenbuch
ISBN 978-3-426-51765-9

Warum dieses Buch? Noch ein Andenken aus der Buchhandlung in Göttingen.

Klappentext:
"Ein Opfer, das grausam stirbt.
Ein Verdächtiger, der nicht verteidigt werden will.
Eine Anwältin, die um die Wahrheit ringt.

Eine junge Frau wird auf bestialische Weise ermordet, und alle Spuren belasten einen obdachlosen Mann. Anwältin Rachel Eisenberg übernimmt widerstrebend seine Verteidigung. Als sie ihrem Mandanten zum ersten Mal gegenübersitzt, ist sie jedoch fassungslos: Sie kennt den Mann - oder glaubte das zumindest..."

Zufällig ist es mir gelungen, den ersten Band einer neuen Serie zu kaufen. Auch der Autor war mir bis dahin unbekannt.

Zunächst gibt es zwei Erzählstränge, deren Handlungen nur wenige Monate auseinander liegen, und ich war erst ein wenig irritiert, gleichzeitig auch neugierig, wie diese beiden Geschichten wohl zusammengeführt werden würden. Und: Es ist gelungen, sehr gut sogar!

Im Mai 2015 wird eine grauslich zugerichtete Frauenleiche in einem Park gefunden, sehr schnell gerät ein Obdachloser ins Visier der Ermittlungsbehörden. Er wird verhaftet und kommt in Untersuchungshaft, wird angeklagt. Eine junge Obdachlose bittet die Anwältin Eisenberg um Übernahme der Pflichtverteidigung. Als sie dem Gefangenen erstmals gegenüber sitzt, stellt sie zu ihrer Verwunderung fest, dass es sich bei dem Obdachlosen um ihre einstmals große Liebe, Professor Heiko Opitz, jetzt Gerlach, handelt.

Der zweite Erzählstrang spielt im Januar 2015 und handelt von einer Kroatin, die mit ihrer neunjährigen Tochter auf der Flucht nach Deutschland ist, gefangen und bedroht wird, schließlich mit der Tochter fliehen kann und dann doch von der Bildfläche verschwindet. Aber es gibt eine junge Frau, die eine Vermisstenanzeige aufgibt...

Der Krimi erzählt auch von den Lebensverhältnissen der Anwältin Rachel Eisenberg, ihren persönlichen Konflikten und ist ein großartiger Gerichtsroman. Rachel und ihr Kanzleipartner, bezeichnenderweise ihr getrenntlebender Ehemann, auch die Angestellten, ermitteln, finden Widersprüchliches. Immer wieder ergeben sich neue Perspektiven während der laufenden Gerichtsverhandlung.

Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in amerikanischen Fernsehserien spazierte Rachel nicht im Gerichtssaal herum, sondern blieb sitzen und beschränkte sich auf Sichtkontakt mit dem Zeugen. Kommissar Glasmüllers Körperhaltung wurde eine Nuance verspannter, als Rachel das Wort an ihn richtete. Er war ihr schon einige Male vor Gericht begegnet. Meistens kamen von ihr Fragen, die Versäumnisse in den Ermittlungen aufdeckten. Versäumnisse gab es natugemäß immer. Aber nicht jeder Anwalt wusste, wo er nachhaken musste, falls er die Akten überhaupt vollständig gelesen hatte. Frau Dr. Eienberg schien in der Hinsicht über einen Röntgenblick zu verfügen.

Als man glaubt, das glückliche Ende zu kennen, ergibt sich eine überraschende und dramatische Wendung.

Mehr zu erzählen, hieße zu spoilern.


Uneingeschränkte Empfehlung. Ich freue mich schon auf die Folgeromane.

Zahnschmerzen

Eine Zahnwurzelentzündung hat mich vergangene Woche vollkommen ausgeknockt. Ich wusste nicht, dass man von so etwas derartige Gesichtsschmerzen und Schwellungen bekommen kann. Ich nannte mich auch "Zombie". (Tage zwischen schlafen und wachen verbracht, CoolPacks waren meine besten Freunde.) Heute ist der letzte Tag mit Penicillin, und morgen - der schuldige Zahn wird noch eine Weile medikamentös weiterbehandelt - wird die nächste Baustelle aufgemacht:

Mein Implantat hat sich verabschiedet! Bemerkt hatte ich nur, dass ich "irgendwie" auf der linken Seite nicht kauen kann, und wir haben gleich Freitag ein Röntgenbild gemacht... Frau Zahnärztin meditiert an diesem Wochenende darüber, wird morgen erstmal die Brücke entfernen und sich das Malheur ansehen.

Im Büro ärgert "man" sich darüber, dass ich in der Monatsendewoche ausgefallen bin, ich bin noch bis morgen einschließlich krank geschrieben... mehr sage ich an dieser Stelle besser nicht dazu.

Samstag, 9. Juni 2018

Sommer

Mein Sonnenschirm steht. ⛱️ Vor Wochen bestellt und geliefert, war es trotzdem ein Projekt mit kleinen Hindernissen. Zu meinem Erstaunen war der angedachte Platz suboptimal, was den Schattenwurf betraf... Tochter und Schwieso haben schweißtreibende Arbeit geleistet, was den Aufbau und die Ausrichtung betraf. (Vier schwere Bodenplatten fixieren den Fuß.)
Währenddessen freuten sich die Zwerge 🤼‍♀️, entdeckten den Boden (dort ist das Gras gerupft und nackte Erde lacht), bröselten mit Erde herum, liefen durchs Gras (eher nicht optimal - aus Gründen)... und fanden schließlich meine gefüllte Gießkanne...
Viele, viele Male durften Mama und Papa die Kanne füllen, es wurden Schüsseln, Wasserflaschen und noch diverses Zeugs gefüllt... die Lastautos 🚚 aus meinem Sandspielzeugsortiment lernten Erde und Wasser kennen...
Viele kleine schwarze Fußspuren 👣 zieren meinen Boden, ich darf gleich mal ein Wischwasser machen...
Das schönste für die Zwerge heute: dass wir Matschepampe machen konnten!
Hinterher wurden sie hier geduscht und im Schlafzeug ins Auto verfrachtet...
Das war die Kurzform unseres Tages auf meiner jetzt schattigen Terrasse. ⛱️ Der Spielplatz fiel heute also aus. 🌞

Samstag, 2. Juni 2018

Gelesen: Die Engelsmühle

Die Engelsmühle - Andreas Gruber (Thriller)
Goldmann-Taschenbuch
ISBN 978-3-442-48123-8

Warum dieses Buch? Andenken aus der Buchhandlung in Göttingen.

Klappentext:
"In einer Villa am Stadtrand Wiens wird der pensionierte Arzt Abel Ostrovsky brutal gefoltert und ermordet. Vor seinem Tod konnte Ostrovsky noch ein Videoband verstecken. Auf der Suche nach diesem Film zieht der Mörder eine blutige Spur durch die Stadt. Dem Privatdetektiv Peter Hogart gelingt es, das Video zu finden, von dem er sich einen entscheidenden Hinweis auf den Täter erhofft. Doch die rätselhafte kurze Schwarz-Weiß-Sequenz, die über den Bildschirm flimmert, gibt Hogart nur noch weitere Rätsel auf. Der entscheidende Hinweis zu deren Lösung scheint in der Vergangenheit zu liegen – und in einer verlassenen Mühle vor den Toren der Stadt ..."

Die Hauptperson Peter Hogart, Detektiv, der für eine Versicherung arbeitet und die Ursache für den Brand im Archiv einer Krankenkasse herausfinden soll, gerät in einen immer gefährlicher werdenden Strudel von Ermittlungen und Gefahr.

Im Wesentlichen geht es um die Zwillingsschwestern Linda und Madeleine Bohmann, die Eine seit einem Unfall querschnittgelähmte Dozentin an der Kunsthochschule, die Andere extrovertierte Künstlerin, deren Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen waren.

 Als er jenes Plateau erreichte, das die Busfahrer als Umkehrplatz verwendeten, drosselte er die Geschwindigkeit. Es war der Ort, an dem er nachts auf Madeleine gewartet hatte, um ihr zur Mühle zu folgen. Deutlich war das drei Meter lange Stück Leitplanke zu erkennen, das zu beiden Seiten an das rostige, verbeulte Blech anschloss. Es musste jene Stelle sein, an der Ernst und Agathe Bohmann vor zweieinhalb Jahren mit dem Wagen in die Schlucht gestürzt waren. Hogart hatte in der Nacht eine Spiegelung des Mondlichtes zwischen den Bäumen gesehen. Möglicherweise lag das Auto noch dort unten. Immerhin hatte Rektor Priola erzählt, dass es nie geborgen worden war.
Hogart hielt den Wagen in der Kurve an und stieg aus. Am Tag war die Aussicht überwältigend...

Eine Schere spielt eine Rolle, mit der einige Personen gefoltert und zu Tode gekommen sind und ein Blasrohr... Nur mit viel Glück entkommen sowohl Hogart als auch der polizeiliche Ermittler Eichinger diesem Schicksal.

Insgesamt ein interessanter, wenngleich  ein wenig an den Haaren herbei gezogener, Plot,  der mich zunächst (wieder einmal) durch eine schnelle Folge auftretender Personen irritiert hat. Der Schreibstil ist gefällig, mir fehlt allerdings die Spannung. Nach meiner Meinung hat dieser Krimi den Untertitel "Thriller" nicht verdient.

Kann man lesen.

DSGVO - Datenschutz-Grundverordnung

Nachdem nun alle Welt ein bisschen verrückt gespielt hat hinsichtlich der DSGVO, freue ich mich, dass google mir das für mein Blog komplett abgenommen hat. (Blogger/blogspot gehört seit Jahren google.) Der geneigte Leser bekommt eine Cookie-Meldung nebst ggf. weiteren Informationen angezeigt, welche Daten google erhebt und wofür.

Da ich keine Drittanbieter-Anlaysetools verwende, bin ich also fein raus. Soviel zu Eurer Information.

Freitag, 18. Mai 2018

Gelesen: Das Herz der Nacht

Das Herz der Nacht - Ulrike Schweikert (Roman)
LYX/Egmont Verlagsgesellschaft
ISBN 978-3-8025-8223-3

Warum dieses Buch? Teil einer Bestellung als ich anfing, wieder mehr zu lesen... eher intuitiv ausgesucht.

Klappentext:
"Wien im 19. Jahrhundert. In den Salons des Hofadels und der schönen Fürstin Therese Kinsky wird der Vampir András Petru Báthory von den Damen umschwärmt. Da erschüttert eine grausame Mordserie die Kaiserstadt, und András gerät unter Verdacht. Die Schlinge zieht sich zu. Als es fast zu spät ist, erkennt er, dass nicht nur seine Existenz auf dem Spiel steht. Ein Wettlauf beginnt, um die zu retten, die er liebt."

Der Roman ist ein Mittelding zwischen historischem Gesellschaftsroman, Krimi, Vampirgeschichte.

Die Geschichte spielt im Wien des 19. Jahrhunderts.

András Petru Báthory (schnell erkennt der Leser, dass er ein Vampir ist), freundet sich mit der Fürstin Kinsky an, welche in einer unglücklichen Ehe - ihr Mann misshandelt sie - feststeckt... begleitet sie zu gesellschaftlichen Zusammenkünften, macht nächtliche Ausfahrten mit ihr, beide genießen sie den intellektuellen Austausch und schlagfertige Unterhaltungen.

Er macht die Bekanntschaft von Karoline, einer Komponistin und Pianistin, bei der er Unterricht nimmt. Karoline hat ein Geheimnis, dem András aber bald auf die Spur kommt.

Es häufen sich mysteriöse Todesfälle in der Stadt, und bald wird András verdächtigt - jemand stellt ihm eine Falle.

Die Fürstin trat ans Fenster und sah in den Hof hinaus. Er war nur schwach vom Schein, der durch die Scheiben fiel, erhellt, dennoch war sie sicher, in der Gestalt, die mitten im Hof stand, Graf Báthory zu erkennen. Er streckte den Arm aus, als würde er jemanden rufen. Es war aber niemand zu sehen.
Ein hektisches Flattern vor dem Fenster. Therese zuckte erschreckt zurück. Was war das? Als das Tier in den Hof hinunterflog, erkannte sie es. Eine Fledermaus. Sie schien einen Kreis um den Grafen zu ziehen. Dann war sie verschwunden.
"Darf ich Ihnen Ihren Umhang reichen? Mein Kutscher wird jede Minute da sein."
Noch einmal fuhr Therese zusammen. Hatte sie ihn nicht gerade noch unten gesehen? Er musste die Treppen heraufgerannt sein, doch sein ruhiger Atem ließ nicht auf derlei schließen. 

Irgendwann (ich lasse hier vieles aus, da ich nicht spoilern möchte) sind András, Karoline und ... auf der Flucht, bauen sich schließlich ein neues Leben in Hamburg auf, wo sie den Hamburger Brand von  1842 erleben, der sehr authentisch geschildert wird.

Der Roman ist in einer sehr gepflegten Sprache geschrieben, ich möchte sie als klassisch bezeichnen, wie sie mir aus Büchern der 60er Jahre geläufig ist, allerdings ohne angestaubt zu sein, eher zeitlos. Das Einzige, was mich stört, ist die jetzt auch erlaubte Verwendung des Dativs anstatt des Genitivs, dadurch geriet gelegentlich mein Lesefluss ins Stocken.


Ein eher ungewöhnlicher Roman, der sich gut wegliest, mir hat er gefallen.

Dienstag, 15. Mai 2018

Unkraut rupfen

... vor allem Gras. Ich werde es einfach nicht los.

Ich bleibe dabei, etwas Bewegung ist besser als gar keine. Und das Gras auf der Terrasse wächst und wächst und wächst...


Dazu kommt die wilde Brombeere, die die Erde komplett unterwurzelt haben muss, die frischen Triebe erscheinen an den unwahrscheinlichsten Stellen. Mehr als abschneiden kann ich nicht, immer in der Hoffnung, dass das Gesträuch die Lust verliert, sich bei mir auszubreiten.


Jedenfalls lege ich einige kleine Pflanzen vom letzten Jahr jetzt aus dem Graswald frei - nach und nach - manchmal geht nur eine Stunde am Stück, zumal bei der aktuellen Wärme. Aber wenigstens das.

Sonntag, 13. Mai 2018

Muttertag

Mein Muttertag fand auch schon gestern statt.

Vormittags bis zum Nachmittag mit M&M Ikea durchstreift. Eine Liste sollte abgearbeitet werden, aber wie das so ist, sprangen mir noch diverse Kleinmöbel und sonstige -teile in den Einkaufswagen. (Keine Kerzen!). Im Baumarkt wurde eine vernünftige Trittleiter besorgt und schwupps, war es (nach einer kurzen Kaffeestärkung bei den Beiden) halb fünf, ehe wir hier ankamen.

Die "Kinder" haben bei mir gewerkelt, gebohrt, Lampen angebracht und diverse Dinge zusammengebaut - Ikea-Sachen halt.

Ich war nach den vielen Stunden total erledigt (blöde Krankheit, raubt mir die Kraft), aber nach dem Abendessen ging es mir dann etwas besser.

Bis dann noch alle Verpackungsmaterialien entsorgt waren - sogar gesaugt hatten sie noch! - und alles gebührend bewundert war, war es halb elf, wir hatten also zwölf Stunden mit allem verbracht.

Ich freue mich über mein Wohnungs-Upgrade, denn auch wenn eine Komplettrenovierung gerade nicht möglich ist, sieht doch jetzt vieles wieder viel schöner aus...

Diese Aktion ist für mehrere Muttertage gut...

Heute bekam ich von dem anderen Teil meiner Familie einen wunderfeinen Blumenstrauß geliefert nebst einer Karte, die mich sehr berührt...

Freitag, 11. Mai 2018

Freitags-Folterkammer

Ich hätte mir nie träumen lassen, dass mir die Physio so gut bekommen würde... heute mal schnell die Kamera gezückt.




Keine Spaziergänge heute, keine großen Aktionen... Physio und Rewe-Lieferung lassen sich schlecht mit einer Unternehmung takten, die früh hätte sein müssen und von der ich die Rückkehr nicht unbedingt passend hätte planen können. Also geht es etwas ruhiger zu.

Donnerstag, 10. Mai 2018

Mobilisierung #8 - kleiner Waldspaziergang

Gewitter oder Sonnenschein?


Das Wetter wusste nicht, was es wollte, so entschied ich mich für einen Spaziergang ohne Anfahrtweg... nur ein Fußweg durch eine Wohnstraße, leider mit Steigung. Dadurch und durch die anhaltende Schwüle musste ich immer mal verschnaufen... 

Am Beginn des Wanderweges ist ein Privatgrundstück umgeben von Rhododendren! Ich liebe Rhododendren...




Als ich dann so richtig schön drin im Wald war...






... wurde es dunkel, ich hörte es grollen... Gewitter und Wald sind keine gute Kombination, also bin ich durch ein paar einzelne Regentröpfchen nach Hause gegangen. Besser eine Stunde als gar keine Bewegung... 

Angekommen bekam ich eine Unwetterwarnung aufs Handy "Gewitter, Starkregen und Hagel". Und die Sonne lachte. (Na gut, inzwischen ist es deutlich abgekühlt und der Himmel grau, aber von irgendeinem Unwetter fehlt jede Spur.)