Dienstag, 24. Juni 2014

Verlorene Kindheit

Mit meinem Bruder ist meine Kindheit verloren gegangen.

Niemand mehr da aus meiner Familie, mit den gleichen Erfahrungen, Erlebnissen.

Sonntag, 15. Juni 2014

Trauer

14. Juni.
Morgens hatte ich noch mit ihm telefoniert. -

Und dann das.
Mitten aus dem Leben, aus seinen eigenen Hochzeitsvorbereitungen, gerissen, hat sich mein kleiner Bruder von dieser Welt verabschiedet.
54 ist zu früh.
Und schlimm, der betagten Mutter die Nachricht vom Tod ihres Sohnes ins Krankenhaus bringen zu müssen.

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Donnerstag, 12. Juni 2014

Buch des Monats Juni: Novecento

Mein sechster Beitrag zur BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen.
(Eine "normale Buchbesprechung" und ein Hinweis zum Lernmaterial am Ende)

Alessandro Baricco "Novecento"
Piper Taschenbuch - ISBN 3-492-23085-7, erscheint in Kürze neu bei dtv
Titel der italienischen Originalausgabe ebenfalls „Novecento“

Mein Buch des Monats Juni

Warum eigentlich? Weil ich es mir als italienisches Lernmaterial gekauft hatte. Wie bitte? Ja, genau: Gekauft als Multimedia-Paket samt Buch auf Italienisch, einmal durchgehört und für viel zu schwierig befunden. Dann die Eingebung - beim Buchversender auf Deutsch bestellt. Eine gute Entscheidung.

Das Buch, besser Büchlein, wurde verfasst 1994. Im Vorwort äußert sich der Autor dahin gehend, dass er selbst nicht wüsste, welche Art Lektüre er hier verfasst habe. Gedacht sei es wohl als Theaterstück für eine Person, im Grunde sei es ein Monolog, vielleicht gehöre es auch zu einem Genre, das bisher noch nicht erfunden sei? Für mich Poesie in Prosa.

Es geht um Novecento. Das ist zwar primär eine Jahreszahl - Neunzehnhundert - hier aber der Name einer ganz besonderen Person, eines Findelkindes auf einem Ozeandampfer.

"Gefunden hatte ihn ein Matrose namens Danny Boodmann. Er fand ihn eines Morgens in einem Pappkarton, als in Boston alle das Schiff zum Landgang verlassen hatten. Er war höchstens zehn Tage alt. Er weinte nicht, lag still, mit geöffneten Augen, in dem Karton. Man hatte ihn im Tanzsaal der ersten Klasse abgelegt. Auf dem Klavier."

Nun hieß er nicht einfach nur Novecento, nein, er bekam einen wunderschönen langen und klangvollen Namen: Danny Boodmann T. D. Lemon Novecento.

Als Novecento acht Jahre alt war, starb sein Ziehvater durch einen tragischen Unfall, und im nächsten Hafen war Novecento verschwunden. Alle Sucherei half nichts, er blieb unauffindbar. Nachdem das Schiff wieder abgelegt hatte, in der zweiten Nacht, fand man ihn plötzlich im Tanzaal der ersten Klasse, die Beine baumelnd vom Klaviersitz und Klavier spielend wie ein Gott.

"Passagiere im Schlafanzug standen im Eingang. Immer neue kamen aus ihren Kabinen gelaufen.

Auch Matrosen, darunter drei schwarz verschmierte aus dem Maschinenraum, sowie Truman, der Funker. Alle schauten stumm.

Novecento." 

Das war der Beginn einer beispiellosen Karriere des Klavierspielers auf dem Ozean, sein ganzes Leben lang ging er nicht von Bord - das heißt, ein Mal, da hatte er es versucht...

Blieb an Bord, bis sein Schiff gesprengt werden sollte, er saß auf einer Tonne Dynamit und wurde nie wieder gesehen.


http://evamarianielsen.com/ 
(mehr Links morgen/übermorgen)


Und hier meine Anmerkung zum Lernpaket von digital publishing:

Ich erhielt eine Schachtel mit Lektüre (ungekürzte Originalausgabe mit Erklärung der ungewöhnlichsten Vokabeln), Audio-CD und CD-Rom in gewohnt hochwertiger Ausstattung. Da ich einen auch für mich eher nicht üblichen Weg ging und zuerst die Audio-CD anhörte, dabei versuchte, mitzulesen, mich an einer mir noch nicht sehr geläufigen Zeitform störte und Mühe hatte, mit dem Lesetempo Schritt zu halten, empfand ich das Material deutlich schwieriger als A2 wie angegeben. Ich benutze inzwischen die deutsche Übersetzung neben dem originalen Text und erfreue mich an vielen schönen Redewendungen und bildhaften Ausdrücken. Die schwierige Zeitform rückt eindeutig in den Hintergrund. Das Sprachniveau würde ich persönlich eher mit B2 angeben. Aber egal, es macht jetzt Spaß.

Montag, 2. Juni 2014

Müll-Mails

Liebe Leute,

die Ihr mir irgendwann oder sogar häufiger gemailt habt an meine meistgebrauchte Adresse, es hat sich Sonntag und heute irgendwas verselbständigt und morgens kurz vor 6 Uhr einen Schwung Mails an je zehn Adressen abgeschickt. Lustigerweise nicht nur an nette Menschen, auch so nutzlose Dinge wie Newsletter-Absender, Terminkalender-Erinnerungen und Bestellbestätigungs-Adressen waren dabei. Aber eben auch liebe Leute aus dem Familien- und Freundeskreis...

Gleich heute früh trafen einige aufgebrachte Anfragen ein, was ich für dubiose Links durch die Gegend schicken würde. NEIN. Nein, das war ich nicht.

Nach ausführlicher Prüfung meines Netbooks war es auch nicht der Verursacher. Aufgefallen ist mir (sogar ich im Büro habe eine davon abbekommen!), dass mein Anmeldename als Klarname erscheint - nicht mein ganzer Name, wie es mein Mailprogramm macht.

Ich habe heute Abend alles hoch und runter geprüft, getestet, Passwörter geändert und letztlich noch eine Anfrage ans BSI zwecks Prüfung geschickt.

Also bitte - nicht böse sein!

Ich versende nur Mails mit aussagefähigem Betreff. Unaufgefordert kommen - besonders jetzt - keine Anhänge, keine Links, das müsste dann extra abgesprochen sein!

Alles, was irgendwie mysteriös aussieht - weg damit!

Danke.

Sonntag, 1. Juni 2014

La grande bellezza

Heute Abend habe ich mir den Film "La grande bellezza" auf Italienisch angesehen. Mit italienischen Untertiteln, die helfen mir nämlich immer, wenn ich irgendwie den Anschluss verliere...

Wikipedia schreibt dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/La_grande_bellezza

Ich sage dazu: Inhaltlich ein bisschen wie "Der große Gatsby", ein bisschen philosophisch (alter Schriftsteller auf der Suche nach dem Sinn seines restlichen Lebens), ein bisschen durcheinander. Nach einer Viertelstunde war ich gut drin (die ersten 10 Minuten sind praktisch ohne Text, viel Musik, Party, Durcheinander) - ganz nett, wenn man sein Italienisch wiederbeleben möchte, als Film und rein von der Handlung her verstehe ich nicht, warum dieser Film so sehr gelobt wurde!

Odyssee

Gestern LaNonna im Krankenhaus besucht, am Ende war ich so genervt - für zwei, drei Stunden Besuch war mein ganzer Tag "im Eimer"!

Die Hinfahrt war okay, aber die Rückfahrt! Zuerst fuhr mir der Bus (171, Dehnhaide) vor der Nase weg, der nächste dann in zwanzig Minuten... Dann U-Bahn, S-Bahn.. eine Viertelstunde von Zuhause entfernt tapperte mal wieder ein Lebensmüder im Gleisbett der S-Bahn herum, irgendwo zwischen Veddel und Wilhelmsburg (kommt ein Mal pro Vierteljahr vor) - die S-Bahn stellt dann fürs ganze Netz den Strom ab - was ja richtig und verständlich ist!. Bis die Polizei dort war (man konnte Rettunghubschrauber fliegen sehen) und alles okay war, der Strom wieder eingeschaltet, hatte die Bahn eine geschlagene Stunde auf freier Strecke stillgestanden... (Schön, dass ich Lesestoff dabei hatte!)

Ich war also für etwa zweieinhalb Stunden Krankenhausbesuch satte sechseinhalb Stunden unterwegs...

Zur Sachlage: Neue OP am Montag... wir kommen aus Kummer & Sorge kaum raus!

Ich bin der Juni, guten Tag

Genau. Juni, der sechste Monat des Jahres. (Wo ist nur die Zeit geblieben?)

Hört mal fein hin: in den Kellern und auf den Dachböden werden die Engelein unruhig, schütteln sich den Staub von den Flügeln, zwinkern mit den Äuglein, seufzen einmal kurz auf, drehen sich um und fallen wieder in tiefen Schlaf...


Nachdem ich gestern meinen Sonnenbrand gepflegt und den Tag am Krankenbett verbracht habe - und unterwegs - habe ich noch gar nicht erzählt???! war "natürlich" heute das Wetter eher grau und kühl. Das hat mir dann die Lust genommen, auf meiner Terrasse gegen unerwünscht Sprießendes anzurupfen. Toll - heute Abend strahlt die Sonne, aber: no chance. Tag vorbei. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen! 




P.S. Juni = wird ab sofort mit "Sommer" getagged.