Donnerstag, 29. September 2016

Gelesen (oder auch nicht): Ich will dir glauben

Ich will dir glauben -  Kriminalroman
von Elisabetta Bucchiarelli
Übersetzung aus dem Italienischen "Ti voglio credere"
btb Verlag/Random House
ISBN 978-3-442-74436-7

Warum dieses Buch? Ein Griff vom Remittendentisch.

Klappentext:
"Weil sie die Tatverdächtige ihres letzten Falls im Affekt getötet haben soll, wird die Mailänder Kommissarin Maria Dolores Vergani vom Dienst suspendiert und unter Hausarrest gestellt. Jetzt sucht sie selbst fieberhaft nach der Wahrheit, denn ihr fehlt die Erinnerung an jenen Abend."

Ein hochgelobter, italienischer Kriminalroman, ausgezeichnet mit irgendeinem tollen Krimipreis.

Die Hauptkommissarin Maria Dolores Vergani wird des Mordes beschuldigt. Sie hatte auf eigene Faust Ermittlungen angestellt und jemanden verfolgt, der in den Bergen (?) unterwegs war, jemanden, der Kinder missbraucht haben sollte. Frau Vergani steht unter Hausarrest im Hause ihrer Eltern, ihrer Kindheit. Regelmäßig wird sie von Polizisten besucht, die kontrollieren müssen, ob sie anwesend ist. Manchmal begleitet von ihrem jüngeren (?) Kollegen ...

Ich bin genervt. Wirklich genervt. Und breche das Buch nach weniger als hundert Seiten ab.

Jedes Kapitel ist zweieinhalb Seiten lang. Selten eine Seite mehr.

Kaum verstehe ich, um wen es hier eigentlich geht - ist der Teil schon wieder zu Ende. Ich komme auf diese Weise nicht in die Geschichte hinein. Das ärgert mich. Da nützt auch kein Krimipreis.


(Keine Zitate aus dem Buch, es lohnt die Mühe nicht.)

Es findet keine Handlung statt, es geht um Gedanken, Gefühle, innere Selbstgespräche. Zu anstrengend für mich.

Buch wird weiter gegeben.

Dienstag, 27. September 2016

Noch keine Hecke

Heute früh beim Verlassen des Hauses zufällig den Hausmeister getroffen... angeblich wartet er auf den Anruf des Gärtners.

Ich bin ja am Wochenende damit angefangen, Blumenzwiebeln zu setzen, noch nicht fertig mangels Kraft und Ausdauer, aber ich habe mit Steinen einfach dort Markierungen angebracht, wo die Hecke hin soll, also ca. 150 cm Platz gelassen und die Plätze mit Zwiebeln auch  markiert ...


Und nun soll mir die verflixte Hecke egal sein... nur der Nachbar hat es vermutlich etwas ungemütlich, so lange es keinen Sichtschutz von mir zu ihm gibt, aber ich bemühe mich, nicht übermäßig hinzusehen. (So wie beim Camping, man tut höflicherweise so, als würde man nichts sehen.)

Nächstes Pflanzen entweder am Feiertag oder am Wochenende drauf.

Und Ideen für weiteres Grünzeugs habe ich auch schon.

Schwerst genervt - Servicewüste

Am 12.09. unterschriebene Formulare fürs mütterliche online banking bei der Bank abgegeben.

Vergangenen Freitag dort reklamiert, dass ich die Anmeldedaten immer noch nicht erhalten habe.

Der Kundendienstberater hat nochmalige Aussendung veranlasst. Bis heute nichts in der Post. (Alle andere Post erreicht mich aber.) Nach 18:00 Uhr ist natürlich niemand telefonisch zu erreichen.

Mail geschickt. Morgen nach Feierabend stehe ich dort wieder auf der Matte.

(Wohin wohl die Briefe gelangt sein mögen? Konto noch unangetastet?)

Hier sammeln sich die mütterlichen Rechnungen; da die Bank ab September gepfefferte Gebühren für Papierüberweisungen nimmt, sollte ja ab sofort alles online von mir veranlasst werden.

Update einen Tag und mehrere Mails später.

Zitat (und deshalb inklusive aller Rechtschreibfehler): 
"... zusammen mit unserem Online Banking Filialsupport Ihren Online Banking  Zugang glatt gezogen. In unserer Teilnehmerverwaltung gab es  einen Fehler, der dafür gesorgt hat, das zwar die Briefe  als "bestellt/versendet" angezeigt hatte, durch  den Fehler aber nichts an Sie raus geschickt wurde. Sie  können uns gerne Ihre Überweisungsbelege für diesen Monat  in der Filiale abgeben. Wir werden diese dann kostenlos für  Sie durchbuchen.
Zum Ende des Monats, spätestens nach den Feiertagen, steht Ihnen  dann endlich Ihr Online Banking Zugang zur Verfügung.

Für die entstandenen Unannehmlichkeiten bitte ich Sie vielmals um  Entschuldigung."


Da hat sich ein sehr engagierter junger Mann mal richtig reingehängt - und ich bin erleichtert, dass die Angelegenheit nun (hoffentlich) in Ordnung gekommen ist.

Sonntag, 25. September 2016

Kühl-Gefrierschrank

Zu der Zeit, als ich mit dem jüngsten Kind allein lebte (was mehr als zehn Jahre her sein muss), kaufte ich das letzte Kühlgerät, das Gefrierteil war etwas kleiner dimensioniert als frühere Modelle, weil ich annahm, dass zwei Personen weniger Stauraum für Gefrorenes bräuchten.

Irrtum.

Sogar während der jetzt zehn Jahre, die ich nur für mich wirtschafte, habe ich diese Entscheidung ständig bereut. Ich kann noch immer nicht für nur eine Person kochen. Die im Handel angebotenen Packungen (Obst, Gemüse - egal, was) sind überdimensioniert, und wenn ich sonntags koche, kann ich bis Mittwoch davon essen. Viel lieber hätte ich einzelne Portionen eingefroren.

Meist war der Gefrierplatz aber bereits belegt vom Notvorrat Brot, einer Pizza, angebrochenen Tüten mit TK-Gemüse...

Schluss jetzt.

Da mein Gerät seit einem Jahr eine seltsame Macke hatte, ich befürchtete einen Defekt in der Isolierung an einer Stelle, war der Wunsch nach Neuanschaffung entstanden - aber stets "auf die lange Bank geschoben" worden.

Zwischenzeitlich war ich so oft im Haushalt von Tochter01, wo ich immer den tollen Kühlschrank bewundert habe... eine genial gute Innenraumaufteilung und ein veritables Gefrierteil... der Entschluss stand: Genau dieses Gerät sollte es für mich sein!

... und es kamen ein Sonderangebot, dann Lieferschwierigkeiten, schließlich sogar eine Sonnabend-Zustellung.

Ich mache hier keine Werbung, deshalb auch kein Herstellerlink, aber das Dingens ist innerlich mit besonderer Elektronik ausgestattet, die sich angeblich an die Nutzergewohnheiten anpasst. Das habe ich nicht gewusst und warte gespannt ab, wie sich das wohl äußern wird. Am allerbesten wäre es natürlich auf der Stromrechnung.

Warum ich das hier verewige? Mein Blog ist auch mein Tagebuch. Zu einem späteren Zeitpunkt kann ich dann bestimmte Dinge wiederfinden. Und Küchengeräte gehören genau so zum Alltag wie alle anderen Themen  :-) :-) :-)

Samstag, 24. September 2016

Küchenschublade

Zack! fiel mir am Dienstagabend die meistbenutzte Schublade vor die Füße. Nicht nur ausgehakt, nein, gleich auch auseinandergefallen. Die Körbe, die im Inneren für Ordnung sorgten, waren auch zersprungen, so dass die halbe Küche voller Plastiksplitter lag.

Ich habe sie jetzt wieder zusammengesetzt und geleimt, aber was soll man auch von einer 35 Jahre alten Küche erwarten?

Was ich möchte und angesichts meiner Krankheit an erleichternden Einrichtungsteilen wünsche, ist allerdings nicht aus der Portokasse zu bezahlen, so dass es die Küche schon noch einen Moment machen muss :-)

Allerdings bekomme ich heute meine neue Kühl-Gefrierkombination geliefert, genau das Teil, welches die Kinder haben, von dem ich so angetan bin, aus dem Sonderangebot... Nachgerechnet hat wohl mein Bestandskühli auch schon wieder zehn Jahre auf dem Buckel (er kommt mir immer noch so neu vor!), kein Wunder, dass er mackig ist.

Die Steckdose, über die frühere Kühlschranklieferanten sagten, sie sei defekt, habe ich nun vorausschauend bereits auswechseln lassen...

Freitag, 23. September 2016

GAEB

Wenn Leute meinen, Datenaustausch betreiben zu müssen, die keine Ahnung von irgendwas haben, wird es für den "Tauschpartner" reine Nervensache. So. Ich. Gestern. Ooooommmmmm

GAEB = Gemeinsamer Ausschuss für Elektronik im Bauwesen

Mittwoch, 21. September 2016

Hortensie

(Ich hatte heute einen Urlaubstag, damit Tochter01 in Ruhe zum Zahnarzt gehen konnte, ich habe die Zwerge gehütet und bespaßt.)

Tochter brachte mir zu meiner persönlichen und ganz großen Freude ein neues "Horti" mit!!! (Wer mich kennt, weiß, wie gern ich Hortensien mag, wie traurig ich bin, dass das Horti, das ich in memoriam HR gepflanzt hatte, verkümmert ist...)

Heute Abend noch schnell auf die kürzlich gerodete (und noch ziemlich leere!) Terrasse gepflanzt. Ein schöner Anfang!!!




Freitag, 16. September 2016

lesejury.de

Ich habe mich bei der Lesejury mal interessehalber registriert und mich um ein Vorabexemplar beworben.

Auffällig ist, dass diverse Rezensionsplattformen abgefragt werden und bei Angabe dieses Blogs sehr viele Einzelheiten zu Page-Impressions etc. So rechne ich mir keine großen Chancen aus.

Aber Versuch macht klug.

Sonntag, 11. September 2016

Gelesen: Dunkle Flut (Die Nordsee-Morde)

Dunkle Flut - Die Nordsee-Morde (1) von Isa Maron 
DuMont Buchverlag Köln
ISBN 978-3-8321-6357-0

Warum dieses Buch? Spontaner Nordsee-Krimi-Kauf (zusammen mit zwei anderen)

Klappentext:
"Ein mysteriöser Mordfall in Amsterdam-Nord: An einer Laterne hängt ein toter Mann. Die Szene erinnert an eine berühmet Rembrandt-Zeichnung. Durch Zufall ist Kyra Slagter eine der ersten am Tatort. Die 19-Jährige will unbedingt Polizistin werden. Auf eigene Faust beginnt sie zu ermitteln, was Maud Mertens, die mit dem Fall betraut wird, natürlich nicht gefällt. Die altgediente Kommissarin hat eine pubertierende Tochter zuhause und nimmt die selbsternannte Kollegin zunächst nicht ernst. Aber dann findet Kyra eine Spur – und gerät selbst ins Visier des Täters, dessen Blutgier noch lange nicht gestillt ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Gelingt es Mertens den Mörder zu fassen, bevor es zu spät ist?"

Ausnahmsweise gleich am Anfang: spontane Begeisterung! Wer Mankells Wallander mag, muss diesen Krimi mögen!

Amsterdam, Kyra Slagter gelingt es, als erste einzutreffen am Nicht-Tatort. Der Tote, ihr Kunstlehrer, wurde nicht dort ermordet, aber dort, wo in früheren Jahrhunderten die Toten aufgeknüpft zur Schau gestellt wurden, förmlich präsentiert...

Die Kommissarin  Maud Mertens, Mutter einer pubertierenden Tochter, ermittelt und scheint angewiesen auf die Informationen von Kyra - die Ihr aber zunächst einiges vorenthält.

Kyras Schwester verschwand vor vier Jahren spurlos, und Kyra trägt immer noch Hinweise zusammen - sehr zum Ärgernis ihrer Eltern, die sich mit dem Verschwinden, vielleicht Mord, irgendwie abgefunden oder arrangiert zu haben scheinen.

Was hat es mit dem besonderen Kreis von Schülerinnen auf sich, die Privatstunden bei ihrem Kunstlehrer hatten, welche Bedeutung haben die Bilder, die Maud Mertens und Kyra in seinem Atelier finden?

Der vielversprechendeste Hinweis scheint tatsächlich der Galgen zu sein. die ganze Zeit war sie auf die Mädchen und auf Gaulliers Gemälde fixiert gewesen. Warum? Weil sie sich persönlich getroffen fühlte. Weil sie Roos im Atelier sitzen sah. Nackt.

Der nächste Tote, dessen Körper und Kopf auf separaten Fußballfeldern gefunden werden, war er das Opfer des selben Täters? Welche Verbindungen gibt es?

"Er hat nichts über die Ermittlungen zu dem Klebstoff gesagt." flüstert Myrna, als sie in ihr eigenes Büro zurückkehren. Im Präsidium findet derzeit eine Art Völkerwanderung statt da Platz für etwa dreißig zusätzliche Teammitglieder geschaffen werden muss...."

In die Geschichte sind Sequenzen einer jungen Frau eingeflochten, die in Schottland gefunden wird, eingeklemmt unter einem Felsen, völlig verängstigt, nicht in der Lage zu sprechen... wie passt sie in die Geschichte?

Unbedingte Leseempfehlung!
Dieses ist offensichtlich der Auftakt zu einer groß angelegten Serie, ich bin gespannt auf den zweiten Band, der im Oktober erscheinen soll!

Freitag, 9. September 2016

Angeschaut: Gute Nacht, Gorilla!

Gute Nacht, Gorilla! ist ein ganz wunderbares Bilderbuch für Kleinkinder, das uns seit Monaten amüsiert. Immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken, und so wie der Spracherwerb voran schreitet, ändert sich im Dialog die Geschichte.

Empfehlung für alle, die sich mit Kleinkindern unterhalten möchten. (Nichts ist schöner, als wenn so ein Zwerg sich aufs Sofa setzt, neben sich klopft und anordnet: "Oma setzen, gucken!")

Und weil ich natürlich andauernd vergesse, Fotos zu machen, gibt es einfach mal einen neutralen Amazon-Link.

Gebacken

Torta Paradiso gestern gebacken, heute gegessen. Empfehlung!

Donnerstag, 8. September 2016

Libraries in Italy

Damit mir der Link nicht verloren geht, muss ich ihn einfach hier verorten:

Die schönsten Büchereien in Italien. (Link von FB-Freundin Corina.)

Mittwoch, 7. September 2016

Gelesen: Die Frau, die Männer mochte

Die Frau, die Männer mochte - als "Roman" tituliert, aber mindestens ein Krimi oder Psychodingens
von Petra Hammesfahr
Diana Verlag/Random House
ISBN 978-3-453-35845-4
Dieses ist der erste Roman von Petra Hammesfahr und erschien erstmalig nach 25 Jahren in neuer Auflage und um 100 Seiten erweitert. Er erschien zuvor 1991 unter demselben Titel beim Verlag Bastei Lübbe, Köln.

Warum dieses Buch? Ein Griff vom Remittendentisch.

Klappentext:
"Die Restaurantbesitzerin Marisa Behrend gab zurück, was sie bekam: Liebe, Zuwendung, Treue, Freundschaft. Jeder wusste das, alle bewunderten sie. Und dennoch musste sie jemand so gehasst haben, dass er sie nackt, ans Bett gefesselt, umbrachte. Ein Gast? Der Liebhaber? Ihr Arzt? Als Kriminalhauptkommissar Rolf Wegener die Ermittlungen aufnimmt, ahnt er nicht, in welchen Abgrund er hineingezogen wird. Zu spät erkennt er die Gefahr für sich selbst ...

Petra Hammesfahr macht aus den dunklen Seiten des Lebens Hochspannung.…"

Der Roman beginnt damit, dass die Erntehelferin Swetlana stirbt. Diese Tatsache ist erst spät in der Geschichte von gewisser Bedeutung und als Hintergrundinformation notwendig.

Marisa Behrend wird in entwürdigender Pose in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Mit der Aufklärung des Falles wird Kriminalhauptkommissar Rolf Wegener betraut, ihm zur Seite gestellt wird Simon Pauli, Kommissar zur Anstellung, eine Art Azubi.

In diesen Fall scheint die gesamte Lokalprominenz des Ortes verwickelt zu sein, und zunächst hat es den Anschein, als habe man an höchster Stelle versuchen wollen, die Tat zu vertuschen und als "natürlichen Tod durch Herzinfarkt" zu bezeichnen.

Es kommen viele Personen vor, denen jeweils ein Kapitel gewidmet ist, dieses macht es dem Leser einfacher, der Geschichte folgen zu können. Insbesondere die Putzfrau der Ermordeten, ihr Sohn und dessen Freundin, Krankenhausärzte, politische Prominenz, natürlich der vorgenannte Simon Pauli, der sich als außerordentlich tüchtig erweist, Ellen Wegener und Rolf. Natürlich.

Während Rolf durch die Befragung der Beteiligten allmählich ein genaues Bild von Marisa bekommt, wird er dadurch förmlich "getriggert," er bildet sich ein, er hätte sie kennenlernen sollen... jedoch war er bisher auf seinem zweiwöchentlichen Weg zu seiner Mutter stets auf der Landstraße an ihrem Lokal, dem "Waldschlösschen" vorbei gefahren.

Dass um jedes ihrer Hand- und Fußgelenke ein schwarzes Seidenband geschlungen war, fiel ihm wegen des dunkelblauen Satinlakens erst auf, als er die Streifen an ihren Gelenken bemerkte. Die Bänder bildeten quasi eine Verlängerung ihrer Gliedmaßen, führten zu den äußeren Messingstäben an Kopf- und Fußteil. Ein fünftes, weißes Band, offenbar der Gürtel des Frotteebademantels, war um ihren Hals geschlungen und wurde teilweise von ihren Haaren verdeckt. Kastanienbraunes Haar, schulterlang - wie bei Ellen früher.

Als sich herausstellt, dass einer der Liebhaber von Marisa bestimmte SM-Praktiken bevorzugte, bei Marisa ensprechende "Spielzeuge" gefunden werden, scheint der Mörder schnell festzustehen. Ganz so einfach verhält es sich aber nicht, die Obduktion bringt Klarheit - und als sich später herausstellt, dass Ute, die Freundin von Marisas Sohn, gewisse Dinge beobachtet hat, bekommt der Fall eine neue Dimension .

Rolf hatte eine sehr schwere Kindheit, hatte unter der früh verstorbenen Schwester und seiner Mutter zu leiden, sich dann als junger Polizist anlässlich einer Razzia in Ellen verliebt, mit der er meinte, viele Jahre eine glückliche Ehe geführt zu haben.

Es war nicht so sehr die Aufregung vor der Konfrontation mit einer weiteren Leiche gewesen, die Pauli veranlasst hatte, während der Fahrt zum Waldschlösschen vor Anspannung seine Unterlippe zu zernagen. Er hatte vielmehr einen Riesenbammel gehabt, an Wegeners Seite erneut umzukippen. Nicht im Traum wäre Pauli auf die Idee gekommen, dass Wegener schon vor Wochen innerlich zusammengebrochen war, dass er sich bisher an seinem Job aufrechtgehalten, dass die Frau auf dem Bett ihm heute den Rest gegeben hatte und er sich in der Küche versteckte, damit es nicht auffiel.

Nun wird geschildert, auf welche Weise es mit seiner Ehe bergab gegangen ist, was seine Wünsche und Sehnsüchte waren bzw. sind - und ständig wird er im Rahmen seiner Ermittlungen daran erinnert, beginnt, sich einzubilden, die Verstorbene zu sehen, zu  berühren, verfällt in Tobsuchtsanfälle, ermittelt eigenmächtig, ohne seinem Vorgesetzten Bericht zu erstatten...

(Spoiler:) Das Ganze Wirrwarr endet schließlich damit, dass er seine Ehefrau lebensgefährlich verletzt, die Mörderin umbringt, seine Kündigung schreibt und der halluzinierten Marisa folgt.

Meine Meinung: Man kann es gut lesen, mir sind zu viele Personen dabei, zu viel Hin und Her zwischen Ermittlungen und Halluzinationen, unglücklicher Ehe und ungelösten Kindheitskonflikten. Es scheint weniger ein Krimi als ein Psychogramm des Kriminalhauptkommissars zu sein.


Nochmal werde ich es nicht lesen, deshalb wird das Buch weitergegeben.

Dienstag, 6. September 2016

Terrasse - gerodet und geharkt

Gestern früh um sieben wachte ich von einem monotonen Geräusch auf. Die Gärtner haben ihr Werk zunächst vollendet: Letzte tief verwurzelte Baum- und Buschstumpen wurden ausgegraben (daher das Geräusch von Muskelkraft und Spaten).

Das seltsame Bäumchen ist nun auch verschwunden, der Boden sieht regelrecht gekämmt aus...


Demnächst werden Hecken gepflanzt als Abgrenzung zur Wiese bzw. den Nachbarn. Dieses Mal aber ohne Dornen!


Inwiefern ich die weitere Bepflanzung beeinflussen bzw. selber Stück für Stück vornehmen kann? Anfrage beim Hauswart läuft...

Auf jeden Fall hatte ich gestern früh die Eingebung, die Discounter-Angebote zu prüfen... als Folge führte mich mein erster Weg außer Haus direkt zu den Blumenzwiebel-Angeboten. Ich freue mich, wenn die Terrasse so weit ist, dass ich sie in den nächsten Wochen verbuddeln kann - und dann im nächsten Jahr überall Blühendes sprießt.

Sonntag, 4. September 2016

Gelesen: Riley - Im Schein der Finsternis

Riley - Im Schein der Finsternis (Young Adult/Fantasy)
von Alyson Noël
Page & Turner (Goldmann), Taschenbuch
ISBN 978-3-442-20384-0

Warum dieses Buch? Ganz einfach, es ist der zweite Band der Serie

Klappentext:
"Riley ist tot, und das genießt sie ausgiebig, denn schließlich hat sie eine mehr als spannende Aufgabe: Seelen einzufangen, die auf ihrem Weg ins Jenseits verlorengegangen sind. Dabei sind es die schweren Fälle, derer sie sich mit Vorliebe annimmt. Allerdings fragt sie sich inzwischen, warum sie ausgerechnet diesem Geistermädchen Rebecca helfen wollte? Sie ist voller Hass und will nur Rache für ihren Tod: In einem gefährlich dunkel-glitzernden Nebel aus Zorn hält sie unzählige Seelen gefangen, um sie zu quälen. Riley ist verzweifelt – wie kann sie diesem Grauen ein Ende setzen? Wie kann sie der Finsternis gegenübertreten, ohne sich selbst darin zu verlieren?"

Frisch, frech und modern geht es hier mit Riley weiter.

Die junge Geisterjägerin Riley mit ihrem Hund Buttercup und ihrem Führer-Freund Bodhi haben sich nach dem letzten Abenteuer einen Urlaub verdient, den sie auf der Insel St. John verbringen, wo sie auf Rebecca mit ihrem Höllenhund treffen. Rebecca ist in einer Blase aus Wut gefangen und droht, alle in ihren Sog zu ziehen. (Die Blase kann übrigens durchaus wörtlich genommen werden.)

Riley trifft die Seele eines afrikanischen Prinzen, der ihr einen Wahrheitstrunk gibt und sie die Qualen der Sklaverei nachvollziehen lässt. Es geht hier um einen Sklavenaufstand, der Vater von Rebecca war der "Eigentümer"... und Rebecca war allein gelassen worden, als ihr Vater starb und das Haus, in dem sie versteckt war, angezündet worden war - was in ihr eine unglaubliche und unstillbare Wut hinterlassen hat, so dass weder ihre Seele noch die der umgekommenen Sklaven zur Ruhe kommen konnten.

Er musterte mich gründlich. Seine Miene wirkte ernst, und er erwiederte meinen Blick, als würde er sorgfältig drüber nachdenken.
Dann drehte er sich ohne ein weiteres Wort um und gab mir lediglich mit einem kaum merklichen Nicken seines Kopfes zu verstehen, dass ich ihm folgen sollte. Er führte mich weg vom Friedhof, weg von der Seifenblase und hin zu einer kleinen, mit Stroh gedeckten Hütte am Strand.

Ich blieb am Eingang stehen, nicht bereit, mich weiter vorzuwagen.

Für Riley gilt es wieder, Entscheidungen zu treffen, zu handeln, zu reifen.

Sie hat konstruktive Ideen, die sie wider alle Vernunft und ohne Befugnis des "Rates" in die Tat umsetzt, um letztendlich die in ihrer Wut gefangenen Seelen zu  befreien und zur Brücke (ins Jenseits) zu führen.

Ein Roman, der sich leicht und locker liest (ideale Bahnfahrlektüre für mich), inhaltlich aber nicht seicht ist. Es geht hier um Verantwortung, Entscheidungen und das Bezwingen von Wut - die sehr jung verstorbene Teenagerin Riley wächst mit ihren Aufgaben und bekommt am Ende ein intensiveres "Glühen." (Was es damit auf sich hat, weiß der Leser bereits nach Band eins...)


Wem der erste Band gefallen hat, der wird auch dieses Buch gern lesen.

Übrigens: Am Ende sind sowohl ein Interview mit der Autorin abgedruckt als auch eine Leseprobe/eine Vorschau auf Band drei.

Terrasse - alles neu macht der Herbst

Herbst, weil seit dem ersten September der meteorologische Herbstanfang ist. Mir fällt es leichter, den Jahreszeiten volle Monate zuzuordnen. Aber egal. sollte sich - wie vorher gesagt - der Spätsommer nochmal bemerkbar machen, würde ich mich freuen. Zumal ich noch eine Woche Urlaub vor mir habe.

Meine Terrasse ist verwildert.

In den letzten Jahren hatte ich viel Freude daran gehabt, in meinem Terrassengarten zu werkeln. Stammleser wissen das.

Vor zwei Jahren brachen gewisse Familienkatastrophen auf mich herein, die - abgesehen von jeglicher Dramatik - zu großen Zeitfressern mutiert sind. Folglich habe ich seit fast genau zwei Jahren meine gärtnerischen Aktivitäten eingestellt mit dem Effekt, dass mein Grün dermaßen gewuchert ist, dass ich es im Nachhinein nicht mehr bändigen konnte.




Meine Mitteilung an den Hausmeister hatte ich neulich hier verewigt.

Vor einer Woche besuchte mich der Gärtnermeister, und am Donnerstag rückten seine Leute an und meiner Terrasse zu Leibe. Einen ganzen Tag lang haben sie damit verbracht, das Stückchen Erde zu roden. Mein geliebter Flieder (Ableger von meiner längst dahin gegangenen Oma aus dem Garten) wurde zurecht gestutzt, desgleichen die Forsythie (von meinen Ex-Schwiegereltern). Ja, ich bin befragt worden, und es ist in Ordnung so.



Das wild gewachsene Bäumchen wurde - entgegen meiner Idee - nicht entfernt, aber so sieht es eigentlich auch ganz lustig aus. Meine wunderschön blühende Hortensie wurde auch nicht angefasst. Bevor ich es vergesse: Meine Hibiskussträucher stehen noch und bekommen endlich mehr Licht! Die Hortensie (das Andenken an meinen Bruder) hat in der letzten Wärmeperiode sehr gelitten, nachdem sie doch endlich ein paar Blätter produziert hatte, wurde aber tatsächlich auch stehen gelassen...

Natürlich sieht jetzt alles sehr kahl aus ... und ich kann wieder auf die Wiese gucken, Sonnenuntergänge sehen. So bald der Hausmeister seinen Urlaub beendet haben wird, entscheidet er gemeinsam mit dem Gärtner über weitere Bepflanzung - eine Hecke, ohne Dornen dieses Mal (!) als Begrenzung zur Wiese und zum Nachbarn, wird es geben. Was man sich weiter denkt, werde ich sehen... auf jeden Fall bleibt mir genug Spielraum und Platz für neue Frühlingsblumenzwiebeln und die eine oder andere neue Pflanze. Ich denke, ich schicke dem Hausmeister nochmal eine Nachricht. So weit ist erstmal alles bestens.




Ich überlege, einige Kübel zu bepflanzen, wie es die Tochter gemacht hat - mit Heidekraut und Gräsern... hübsch für Herbst und Winter.

Gelesen: Die Magie der kleinen Dinge

Die Magie der kleinen Dinge, historischer Roman
von Jessie Burton
engl. Original "The Miniaturist"
Blanvalet/Random House
ISBN 978-3-7341-0307-0

Warum dieses Buch? "Kauf mich," sprach es zu mir in der Buchhandlung. Das schöne Cover sprach mich an, und ich hatte das unklare Gefühl, schon mal darüber etwas gelesen zu haben.

Klappentext:
"Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur ihr Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt – und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen – sowie dunkle Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden …"

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, geschildert wird die Beerdigung einer Frau. Am Ende wird sich hier der Kreis schließen, zunächst verwirrt diese Einleitung nur.

Nella trifft, 18jährig und frisch mit einem Amsterdamer Kaufmann verheiratet, in ihrem neuen Zuhause ein, wo sie von ihrer Schwägerin und zwei Hausbediensteten empfangen wird. Die Stimmung ist angespannt und unterkühlt, ihr Ehemann, der nicht einmal bei der sehr schlichten Hochzeit in ihrem Heimatdorf ihre Hand gehalten oder sie gar geküsst hat, ist auf Reisen. Außer ihrem grünen Wellensittich, den sie mitgebracht hat, scheint es kein Wesen im ganzen Haushalt zu geben, das ihr freundlich gesonnen ist.

Geschildert wird das Amsterdamer Leben der überwiegend wohlhabenden Leute, der Kaufmannschaft und selbständigen Handwerker in den Jahren 1686/87. Man bekommt Einblick in das soziale und gesellschaftliche Leben aus der Perspektive von Nella. Obwohl nicht in der autobiografischen Form geschrieben, schildert der Roman ihre Sicht, Empfindungen, Entscheidungen. Nella, genauer Petronella, durchlebt eine Entwicklung, gezwungenermaßen wird sie reifer - aber nicht glücklicher.

Nellas Ehemann, Johannes Brandt, schenkt ihr zum Trost - er ist viel im Kontor oder auf Reisen und hält sich auch ansonsten von seiner Frau fern - ein Puppenhaus aus edlem Material, jedoch ohne Inventar. (Anmerkung: Wer schon mal solche Puppenhäuser z.B. im Museum gesehen hat, weiß, dass es sich nicht um ein Kinderspielzeug handelt sondern um eine Art Ausbildungsutensilie in Haushaltsführung für junge Frauen.)

Johannes' gleichgültiges Verhalten ihr gegenüber schmerzt sie sehr. Immer wieder verschwindet er zur Börse, in die VOC (Anm.: die Niederländische Ostindien-Kompanie) oder in sein Lagerhaus unweit der Taverne im Osten, wo einem die Kartoffeln im Munde zergehen. Er straft sie mit Nichtachtung, er kommt nicht mit zur Kirche. Marin nimmt mich wenigstens zur Kenntnis, um mich zu kneifen, denkt Nella. Es ist doch albern, für einen blauen Fleck auch noch dankbar zu sein! Sie hat den Anker ausgeworfen, aber er hat keinen Halt gefunden. Und so wird sie mitgerissen von einem gewaltigen, rauen, aufgewühlten und gefährlichen Meer.  

Nella findet in "Smits Liste" die Adresse eines "Miniaturisten," den sie zunächst mit kleinen Bestellungen beauftragt.

In Folge erhält sie mehr als bestellt, jedoch geben ihr die Dinge Rätsel auf. Rätsel, die sie annähernd erst am Ende der Geschichte lösen kann.

Sobald Cornelia mit einem letzten Blick über die Schulter das Zimmer verlassen hat, kippt Nella den Inhalt des Päckchens aufs Bett. Mit so etwas hätte sie nie gerechnet! Auf einem blauen Streifen Samt liegen acht Püppchen. So lebensecht und zart, makellose Kunstwerke. Nella fühlt sich wie eine Riesin, als sie so vorsichtig nach einem davon greift, als könnte sie es zerbrechen.

An dieser Stelle hatte ich, dem Buchtitel gemäß, tatsächlich etwas wie Magie erwartet.

Die Erzählung zieht sich dahin, die Personen gewinnen an Kontur, der Winter in Amsterdam legt sich mit Düsternis aufs Gemüt.

Die ersten ca. 170 Seiten empfand ich als Quälerei. Trotz der ausgesucht schönen Sprache war das Buch unendlich langweilig. Ab ungefähr dem zweiten Drittel nimmt das Ganze ein wenig an Fahrt auf, und langsam wächst das Interesse am Fortgang der Geschichte.

Nicht nur, dass finanzielle Probleme am Horizont auftauchen und damit soziale Wirren ans Tageslicht bringen, nein, der wohlangesehene Kaufmann Brandt wird eines Vergehens beschuldigt, eines Verhaltens, das in der damaligen Zeit, in der Pseudo-Religiosität und strenge Moralvorstellungen sowie die Gier der Meute nach spektakulären Gerichtsverhandlungen eine große Rolle spielen, zu keinem anderen Ende führen kann als der Verurteilung.

Verurteilt dazu, mit einem Mühlstein am Hals der Nordsee übergeben zu werden.

In den Tagen der Gerichtsverhandlung spielt sich im Hause Brandt ein ganz anderes Drama ab, an dessen Ende Nellas Schwägerin stirbt - und neues Leben beginnt.

Nella sinniert über ihr Puppenhaus, betrachtet die Püppchen und kleinen Dinge - um dann das Puppenhaus zu Feuerholz zu machen.

Muss man nicht lesen.

Wer es trotzdem lesen möchte, dem schenke ich mein Exemplar. Entsprechender Kommentar genügt.