Samstag, 31. Dezember 2016

Silvester

Ich wünsche Euch einen guten Übergang von 2016 in 2017!

Dieses Jahr war für mich sehr gemischt. Eine Heirat, noch ein Enkelkind, eine weitere Erkundung einer italienischen Stadt, mehr Zusammenkünfte mit dem Töchterlein als sonst in den letzten Jahren - aber auch viele Sorgen um das Kleinste, um meine Mutter, Gedanken um die Beziehungen zu anderen Menschen. Eine wacklige Gesundheit, viel Anstrengendes - das Jahr gehört jetzt mit dem großen Besen ausgekehrt.

Hach, dieses Bild ist immer wieder gern genommen... Silvester 1958 ... ich war also knapp 14 Monate alt.

Habt einen schönen Abend, eine fröhliche Feier oder einfach einen gemütlichen Abend!

Was es von mir dazu zu sagen gibt, habe ich schon einmal hier geschrieben.

Wir lesen uns 2017!

Das Geschenk der Seidenprinzessin

Das Geschenk der Seidenprinzessin
von H.W. Knobloch
Franz Schneider Verlag, 1964

Warum dieses Buch?  Hach, eine Kindheitserinnerung. Ich bekam das Buch zu einem Geburtstag geschenkt, ich meine zum zehnten, das Buch ist allerdings gekennzeichnet mit "M12."

Warum ich es vor Jahren weggegeben habe... vermutlich einem Anfall vom Aufräumwut zum Opfer gefallen? Und gebraucht gekauft vor einigen Wochen. Und gefreut. Ich lese alle paar Tage einige Seiten...

Klappentext: Keiner vorhanden.

Aus dem Inhaltsverzeichnis...
Das Mädchen Ying-Ying kommt in ein fremdes Huas.
Ein Kapitän plaudert zu viel, und ein Kaufmann fasst einen Plan.
Die kleine Ying-Ying entdeckt viel Neues und lernt den Gärtner kennen...

Eine Geschichte, die im alten China spielt, in der sich alles um die Pflege und Aufzucht der Seidenraupen dreht, zu der Zeit ein großes Geheimnis, von dem keine Kenntnis ins Ausland gelangen durfte - ich denke, dieses für mich seinerzeitige exotische Drumherum war der Grund, warum dieses Mädchenbuch bei mir nachhaltigen Eindruck hinterlassen hatte.

Aus heutiger Sicht fasziniert mich die schöne Sprache, mit der man in der Gegenwart vermutlich kein Kind begeistern kann, zumindest sind m.E. Kinder heutzutage damit möglicherweise überfordert.

Mir macht es Freude, dieses Buch nach Jahrzehnten wieder zu lesen.

Gelesen: Riley, die Geisterjägerin

Riley - Die Geisterjägerin (Young Adult/Fantasy)
von Alyson Noël
Page & Turner (Goldmann), Taschenbuch
ISBN 978-3-442-20385-7

Warum dieses Buch? Es ist der dritte Band der Serie
(Ich greife zu diesen Büchern, wenn ich eine längere Bahnfahrt vor mir habe.)

Klappentext:
"Riley Bloom hat sich im Jenseits inzwischen einigermaßen eingelebt. Aber den Kontakt zu Ever vermisst sie immer noch sehr. Ihre geliebte Schwester muss auf der Erde als Unsterbliche ihre eigenen Probleme lösen. Als Riley erfährt, dass es einen Ort gibt, an dem man Träume erzeugen und an Menschen auf der Erde schicken kann, macht sie sich gleich auf den Weg. Ein Traum ist die einzige Möglichkeit, Ever eine Botschaft zu schicken und ihr zu zeigen, dass es ihr gut geht. Doch als sie am Ort der Träume ankommt, hat sich dort bereits ein Geisterjunge niedergelassen, der seit einiger Zeit Albträume auf die Erde schickt. Riley weiß, er ist gefährlich, und es erfordert all ihren Mut, sich ihm in den Weg zu stellen ..."

Es geht mit Riley weiter. Allerdings ein wenig zäh und damit langweilig.

Riley hat im Moment keine neue Aufgabe und Sehnsucht nach ihrer Schwester Ever. Also begibt sie sich dorthin, wo Träume entstehen und zu den Lebenden geschickt werden. Allerdings ist das Traumweben inzwischen verboten, nur Traumsprünge sind erlaubt.

Nun wird lang und breit geschildert, wie sie die Technik der Traumsprünge bei Balthazar erlernt, bis  geschlossen wird... Wie wir Riley inzwischen kennen, gibt sie sich nicht damit zufrieden und erforscht auf eigene Faust die Abteilung weiter, trifft auf Satchel, den Traumweber, der seine ganz eigene tragische Geschichte hat, die durchaus beängstigend ist...

Letztendlich wagt sie ihren Traumsprung zu ihrer Schwester Ever, bekommt ein neues "Glühen" samt einer neuen Aufgabe. --- Hier endet die Erzählung.

Meine Meinung: Eine sehr schwache Geschichte, die erst ganz am Ende spannend wird - und endet. Kein schlechter Plot, bekannte Charaktere, aber ziemlich langweilig, leider.

Keine Empfehlung, kein Abraten. Teil einer ansonsten ganz guten Serie. Fertig.

Fibromyalgie

Fibromyalgie ... oder auf Seite drei ist man tot.

So sagte meine Mutter früher bezüglich der Lektüre eines "Gesundheitsbuches," das eher ein Buch über Krankheiten war. Wenn man nur intensiv genug las, war man recht bald der Ansicht, dass diese und jene Symptome auf einen selbst zuträfen und man mindestens eine schwere Krankheit haben musste.

Um so gefährlicher heutzutage der Konsum von "Dr. Google" und Co.

Nachdem ich mich seit zwei Wochen mit diesen wirklich bösartigen Schmerzen rumquäle - die zugegebenermaßen seit drei Tagen endlich deutlich rückläufig sind - stieß ich auf obigen Link, den ich hier einfach mal festhalten möchte. Wikipedia macht es auch nicht unbedingt besser. Und eine weitere chronische Krankheit brauche ich nun wirklich nicht. Aber diese Info einfach mal festhalten, das möchte ich wohl.

Nachdem ich Anfang November diesen Schmerz "eine Etage höher" hatte, habe ich im Leben nicht damit gerechnet, dass nach nur kurzer schmerzfreier Zeit, vielleicht so zehn Tage herrschte Ruhe, ich eines Morgens aufwachen würde - und es kaum fertigbringen sollte, aufzustehen. Ich war ein lebendiges Klappmesser, welches sich dauernd zuklappen wollte... Wer Schmerzen kennt, kann sich denken, dass ich im Büro mit denkbar schlechter Laune eintraf und vollkommen aus der Haut fuhr, als die Kaffeekanne nur einen Luftsprudler von sich gab... (kommt vor, dass der Letzte keinen neuen Kaffee kocht, ärgerlich, aber eigentlich kein Weltuntergang). Ich kannte mich selbst nicht mehr...

Seither bin ich bester Kunde der Pharmaindustrie, Ibuprofen 600 zum Frühstück... und der Weihnachtsmann brachte mir - wie passend! - ein Schulter- und Rückenheizkissen. Dieses war an freien Tagen fast jede Stunde im Einsatz. An Arbeitstagen morgens früh und feierabends. (Keine Cortison-Einnahme auf Verdacht! Das war zwar im November während meines Infektes ganz interessant, hieße aber jetzt, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Und so lustig sind die Nebeneffekte nicht, dass ich es unmittelbar probieren würde!)

Tatsächlich geht es mir seit drei Tagen allmählich immer ein wenig besser. Gestern deutlich während des Treffens mit meiner Freundin, man beachte die psychische Komponente. Heute nochmal ein wenig besser. Nicht gut, aber ich kann vom Stuhl aufstehen und losgehen - wundere mich dann erst, dass es ganz einfach ging...

Trotzdem mag ich das Thema "Fibromyalgie" hier festhalten. Man kann ja nie wissen.

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Weltliteratur

Weltliteratur: Was muss ich gelesen haben?

Lesezeichen zum Auffinden des sehr lesenswerten Artikels, der am Ende eine nach Jahrhunderten und alphabetisch sortierte Liste enthält.

Freitag, 23. Dezember 2016

Frohe Festtage

Allen Lesern wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest genau so, wie Ihr es gern möchtet, also ruhig oder lebhaft, allein oder mit einem Haufen Leute, mit zu viel Essen und Trinken, Musik oder Büchern, mit Wolldecke auf dem Sofa oder einem Spaziergang im Wald... die Vorlieben sind ja durchaus unterschiedlich.


Ich bin mal wieder gnadenlos im Rückstand mit allem... zwei Wochen Krankheitszeit und in dieser Woche die schlimmsten Rückenschmerzen meines Lebens machen es mir nicht leichter... in diesem Moment mache ich nach den allerletzten Besorgungen eine Stunde Pause mit einer Art umhängbaren Heizdecke, geliehen von der Kollegin, in der Hoffnung, mein Rücken möge davon profitieren.
Dann geht es gleich für zwei Stunden in die Küche, Vorbereitungen für morgen sind zu treffen. Hinterher muss ich mich dringend mit den Geschenken befassen. Das hat frau davon, wenn sie irgendwas bastelt: es wird erst in buchstäblich letzter Minute fertig!
Ist dann irgendwann wirklich - wirklich? - alles geschafft, ja, dann freue ich mich auf morgen! Je mehr kleine Nachkommen dabei sind, desto lebhafter wird es - und ein richtiges Weihnachten braucht ja auch Kinder! Oder? Hier sind mittlerweile Kinderhochstühle, ein Schemel und ein Töpfchen eingezogen, ein Bobby Car ist seit einem Jahr vorhanden, diverse andere Dinge ebenfalls... Ich bin gerne Oma. Und es ist gar kein bisschen schwer. - Wenn nur meine Gesundheit ein wenig besser wäre... wenn, wenn, wenn.

Das Foto ist übrigens  aus 2012... wir haben gerade letztens die Elchgeweihe wieder ausgegraben :-)

P.S. Vor zwei Tagen war Wintersonnenwende - das Licht kommt zurück. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Yahoo Hacker-Angriff

Und wieder gehen Meldungen durch die Medien.

Aber, liebe Leute, das ist doch nichts Neues!

Plötzlich wird so eine Welle gemacht... ich habe doch immer wieder die Erfahrung gemacht, dass irgendwelche bösartigen Mails an meine Kontakte verschickt wurden - sinnigerweise an diejenigen meiner auf dem Server gespeicherten Mailadressen aus einer ganz bestimmten Zeit. Mit manchen Leuten hatte ich nämlich nie vorher und fast nie hinterher Mailkontakt... Freunde schrieben mich regelmäßig an, ob diese oder jene Mail wirklich von mir sei...

Spaßig, dass immer auch eine Kopie an meine Firmenadresse und die meiner Kollegin ging, auf beide Konten hatte ich gelegentlich etwas von Zuhause geschickt, so dass Yahoo die Adresse kannte.

Und nun, Jahre später, gibt es so eine Welle - was für ein Blödsinn. Jedem wachen Menschen (der mit Yahoo Mail zu tun hat) wird sowieso klar sein, dass vor langer Zeit Mailadressen abgegriffen wurden...

So lange man keine sensiblen Daten bei Yahoo speichert, ist eher wenig los... (auch wenn ich selbstverständlich meine, den Gaunern sollte das Handwerk gelegt werden!)

Sonntag, 4. Dezember 2016

Leser

Ich schau ja immer mal nach, woher meine Leser kommen. Die Statistik gibt über manches, nicht alles (!) Auskunft.

Irgendjemand kommt praktisch täglich über den Link in meinem Profil im Lungennetzwerk-Forum gucken, ohne sich je zu erkennen zu geben. Von so einem regelmäßigen Leser hätte ich mir hier einen Kommentar gewünscht. Nicht jeder dort ist unbedingt mein Freund.

Als kleine Protestreaktion - so unsinnig sie sein mag, denn ein Blog ist nahe verwandt mit einer Wandzeitung - habe ich dort jetzt meinen Link gelöscht.

Und du, unbekannter Leser, lass mich doch wissen, wer du bist.

Freitag, 2. Dezember 2016

Noch ein öffentliches Bücherregal

Die offenen/öffentlichen Bücherregale in meiner Umgebung werden mehr:




Heute im Untergeschoss eines lokalen Einkaufszentrums (Harburg Arcaden), in unmittelbarer Nähe aller möglichen Billigheimer (Aldi, Kik, Tedi usw.) direkt an der Rolltreppe stand ich wie vom Donner gerührt... ich bin entzückt... zwei britische Telefonzellen laden zum Deponieren und zum Stöbern ein. (Es muss während der Zeit meiner Krankheit eingerichtet worden sein - dafür, dass es noch so neu ist, ist es schon gut gefüllt.)



Ich konnte leider nicht widerstehen, habe mich aber auf zwei Bücher beschränkt, sonst hätte ich mich antisozial (nicht asozial!) gefunden. (Von Daringham Hall ist es Band drei, aber die ersten beiden werden mir bestimmt auch noch begegnen.) Ich werde künftig gut überlegen müssen, wie ich die Bücher, die nicht bei mir bleiben sollen, verteile - nach Jahren, in denen ich Mühe hatte, sie loszuwerden!

Gelesen: Wilde Akazien

Wilde Akazien von Johanna Nicholls, Roman
Aus dem Englischen "Ghost Gum Valley"
Page & Turner/Random House, Taschenbuch
ISBN 978-3-442-20349-9

Warum dieses Buch? Teil eines größeren Bücherschnäppchens vor einigen Monaten.

Klappentext:

"Allein in der Fremde. Gejagt von den Dämonen der Vergangenheit und auf der Suche nach einem Mann, den sie nicht kennt.
Gloucestershire im frühen 19. Jahrhundert: Die 17-jährige Isabel de Rolland lebt seit dem Tod ihrer Eltern auf dem Herrenhaus ihres Onkels Godfrey. Trotz ihrer Jugend wurde Isabel schon oft vom Schicksal gebeutelt. Weil er das Mädchen loswerden möchte, das ihm auf der Tasche liegt, will Godfrey seine Nichte mit einem Mann in Australien verheiraten. Und so begibt sich Isabel auf eine gefährliche Reise in eine ungewisse Zukunft..."

Ein Wälzer von über 700 Seiten, weshalb die Bezeichnung "Taschenbuch" schmunzeln lässt. Offiziell wird es bezeichnet als "broschiert." Etwa zwölf Stunden Lesezeit sollte man dafür einplanen - die allerdings vergehen wie im Fluge, es ist ein Buch zum Abtauchen aus dem Alltag, voller Spannung, großartiger Landschaften, gefühlvoll - und spielt zu einer Zeit und in einer fremden Welt, deren Faszination man gern erliegt.

Anfang des 19. Jahrhunderts, Isabel de Rolland, 17jährig, lebt auf dem Landgut ihres Onkels, der ihr Vormund ist. Sie hat lange gebraucht, sich zu erholen und verbringt nicht eine einzige Minute ohne Aufsicht, nachdem sie vor längerer Zeit verwirrt und verirrt im Wald gefunden wurde. Man sagt, sie leide an der "Schlafkrankheit" (sie schlafwandelt offenbar gelegentlich).

Ihrem Onkel droht das Schuldnergefängnis, woran ihr Cousin, dessen Frau offenbar todkrank ist, mit seinem schwungvollen Lebenswandel nicht unschuldig ist. Cousin Silas - innerhalb der Sippe der de Rolland haben generationenlang Cousinen und Cousins einander geheiratet - stellt ihr nach und bezeichnet sie als Hexe, beide haben die Gabe "das Andere" zu sehen.

Eines Tages wird Isabel eröffnet, dass sie heiraten muss, damit ihr Onkel schuldenfrei wird. Der Ehevertrag ist bereits unterzeichnet, das Geld für die "Auslösung" ist bereits angewiesen, die Schiffspassage bezahlt - Isabel bleibt keine Wahl.

Ich wurde in eine Ehe verkauft. Warum haben sie mir eingeredet, dass ich eine Wahl hätte? Dass ich London und Paris besuchen könne? Die Wahrheit ist, dass ich mein Leben in dieser Sträflingskolonie im Indischen Ozean beenden werde. Und wer ist dieser "verdammte Kerl?" Warum hat mich niemand gewarnt?
Die Antwort versetzte ihr einen solchen Schock, dass ihr schlecht wurde.
Zwei Fliegen mit einer Klappe! Das Vermögen der Familie wird wiederhergestellt, und gleichzeitig können sie die größte Bedrohung für die Familienehre loswerden - mich! Mein Gott, es ist also nicht nur der Abschaum der britischen Gesellschaft, der dorthin verfrachtet wird. Diesmal bin ich dran! Und die Ehe ist eine lebenslange Strafe!

In Australien trifft nach langer Abwesenheit Marmaduke Gamble ein, wo sein mütterliches Erbe auf ihn wartet - oder auch nicht. Die Ländereien seiner Mutter hatte sie ihm auf dem Totenbett versprochen, war jedoch vor Unterzeichnung des Testaments verstorben. Sein Vater Garnet Gamble, der seine eigenen Ländereien bewirtschaftet, besteht darauf, dass Marmaduke heiraten müsse, um sein Erbe anzutreten. Marmaduke - ein Casanova vor dem Herrn - hat sich geschworen, sich nie zu verlieben. Überhaupt sind Vater und Sohn zwei rechte Streithanseln...

"Ah, Sie sind also der Gentleman mit den Blumen," sagte sie und lächelte schwach. Er folgte ihrem Blick zu dem Bukett, das er ihr hatte schicken lassen. Leider hatte die Blumensprache keine Möglichkeit, ihr verschlüsselt zu sagen: Ich sterbe, wenn du mich nicht in dein Bett lässt. Doch Marmaduke erkannte am Blick ihrer dunklen Augen, dass sie auch so verstanden hatte, was er sagen wollte.

Unter abenteuerlichen Umständen lernt er dann seine Braut Isabel kennen und wertschätzen. Sie ist eine mutige und sehr ehrliche Frau. Sie treffen ein Abkommen, dass sie eine Ehe ohne Liebe führen werden für ein Jahr, bis Marmaduke sein Erbe antreten wird. (Nach Ablauf dieses einen Jahres, so hatte er angekündigt, wolle Cousin Silas Isabel abholen und ehelichen - wovor sie ein zunächst nicht näher benanntes Grauen empfindet.)

"In welcher Hinsicht entsprechen wir nicht Ihren englischen Vorstellungen von Etikette?"
Sie winkte sorglos ab, als wären es zu viele, um sie einzeln aufzuzählen. "Kein englischer Gentleman würde in Anwesenheit einer Dame sein Jakett ausziehen oder seinen Hut aufbehalten. Oder vulgäre Ausdrücke benutzen, die wahrscheinlich Sträflingsjargon sind. Und Ihre Manieren bei Tisch... nun, bestenfalls würde ich sagen, dass Sie eher mit Genuss als mit Eleganz speisen. Jedenfalls dürften Sie nicht darauf hoffen, sich als englischer Gentleman ausgeben zu können." 

Bis dahin passieren so viele Dinge, gibt es so viele Bedrohungen, entpuppen sich Stärken und Schwächen, dass der Leser wie gefangen in diesem Land und dieser Zeit bleibt.


Australiens Geschichte inklusive sozialer Strukturen unterscheidet sich von unserer europäischen, ein Großteil des Kontinents wurde von britischen Sträflingen besiedelt  - England entsorgte so auf elegante Weise seine Straftäter. Somit bildete sich eine Gesellschafsstruktur, die uns heute seltsam anmutet.

Isabel hingegen stammt aus der ehemaligen britischen Königsfamilie der Plantagenets, aus der höchsten Gesellschaftsschicht, wodurch der "Emanzipist" deutlich an Status gewinnen mochte.

Sehr gern gelesen und eine Empfehlung für alle, die einfach gut unterhalten werden möchten.

Sonntag, 27. November 2016

Erster Advent

Die Zeit, sie rennt - und schon ist es wieder Advent. (Und ganz aus Versehen reimt es sich auch noch. Schrecklich.)


Ich bin mit meiner Deko im Rückstand, Krankheitszeiten verzögern meine Hausarbeit, und bevor die nicht fertig ist, werden die Tannensträuße nicht bestückt... also bin ich mal weiter ein wenig (!) fleißig, damit ich vielleicht doch irgendwann mal fertig werde.

Weil die Sonne so schön scheint, ein Blick aus meinem Fenster - und auf einen gläsernen Vogel, jaja...


Habt eine ruhige und stressarme Vorweihnachtszeit!

Freitag, 25. November 2016

Weihnachten...

Krank sein ist blöd. Nicht nur wegen der Krankheit. Auch wegen der Einschränkungen, die damit verbunden sind. Schwierig teilweise. Morgen werde ich in Stadtteilnähe wenigstens ein paar Tannenzweige kaufen. Hier bin ich nun die ganze Zeit brav gewesen und habe nur kurze Wege gemacht...

Ein Mal am Tag muss ich wenigstens an die frische Luft... das nächste Ziel ist Budni (lokaler Drogeriemarkt)... ich musste *dringend* ein bisschen neue Weihnachtsdeko kaufen... noch fehlen die Tannenzweige ;-) Dieses hier ist mein Schlafzimmerfenster, dank der Teleskopstange sehr leicht zu handeln. Alles Weitere morgen oder übermorgen.


Alles, was sich evtl. nicht mit meiner Krankschreibung vertragen könnte, wird verschoben ;-)

Donnerstag, 24. November 2016

Lungenfunktionstest gut erklärt

Mein Lesezeichen gegen das Vegessen...

In "meiner" Arztpraxis stehen brandneue Testkabinen, dazu gehört eine neue Software. Nun sehen die Ausdrucke ein wenig anders aus, manche Bezeichnungen sind neu für mich - oder einfach nur andere Abkürzungen als zuvor.

Auf dieser Seite wird der Lungenfunktionstest sehr gut und ausführlich erklärt.

Mittwoch, 23. November 2016

Werner R.I.P.

Werner ist tot. Gestorben am 16.11.2016, ich habe es heute früh auf Facebook gelesen.

Werner war mein allerältester "Online-Freund" (so nannte man das damals) aus AOL 2.0-Zeiten.

Wir lernten uns in einem Partnersuche-Pinboard kennen, wussten zwar gleich, dass wir Partner nie werden würden, aber, ich zitiere aus der ersten Mitteilung von Werner: "wir können doch trotzdem Mail-Freunde sein." Das wurden wir augenblicklich.

Ich erinnere mich noch, wie er sich darüber amüsierte, ob eines meiner Kinder wohl das eigene Zimmer würde aufräumen wollen. Sämtliche Kinder sind heute in den Dreißigern...

Er zeichnete sich durch messerscharfen Verstand und einen besonderen Humor aus.

Ein Mal rief er an und gratulierte mir zum Geburtstag, ich war irgendwo Mitte 30 damals... fast hätte er sich ins Auto gesetzt und wäre gekommen, allein die Fahrtzeit von Herne war dann doch etwas hinderlich gewesen.

Irgendwann verschwand er komplett von der Online-/Internetbildfläche. Ich machte mir Sorgen, versuchte sogar, seine Postadresse zu recherchieren und schickte ihm eine Karte... bekam nie eine Reaktion.

Jahre später fand ich zwei Blogs von ihm, Thema "Dialyse in der Türkei." Oha, er hatte also inzwischen massive Probleme bekommen... trotzdem freute ich mich, von ihm zu lesen.

Ich muss immer in seinem Mail-Adressbuch gestanden haben, denn gelegentlich erreichten mich von ihm diverse Einladungen zu irgendwelchen "social networks" - ich schaute mir diese Netzwerke eine kurze Zeit an, kommunizierte ein wenig mit ihm - und meldete mich irgendwann wieder ab.

Enger wurde der Kontakt dann wieder über Facebook. Er kommentierte häufiger meine Posts, und ich stellte fest, dass es ihm insgesamt nicht gut ergangen war... Inzwischen multimorbid und stark gehbehindert, schien er mir verbittert geworden zu sein. Der Verstand war natürlich immer noch da, aber der Humor schien ihm abhanden gekommen zu sein.

Als seine Mutter verstarb, nachdem er für sie und sich Plätze im Pflegeheim organisiert hatte und dorthin umgezogen war, schien es, als hätte er frische Energie bekommen, er düste mit seinem  "Mobilchen" durch die Gegend, filmte mit einer neuen Kamera seine Wege, kaufte eine neue Fotokamera - die Liebe zur Fotografie hatte ihn ein Leben lang begleitet und war ungebrochen.

Seine Hoffnung auf eine Nierentransplantation bekam neuen Schwung, es war doch sein Plan für dieses Jahr gewesen, alle anderen gesundheitlichen Probleme in den Griff zu bekommen, um gelistet zu werden.

Die letzte OP war wohl eine Herzoperation. Ich weiß nicht, was dabei passierte, er wurde bettlägerig und sauerstoffpflichtig ins Heim entlassen; tagelang hat er gekämpft und es letztlich nicht geschafft.

In den letzten Jahren war Werner zusehends wirklich nicht nur kritisch, sondern auch knorrig und "sehr speziell" geworden. Jeder Satz von ihm endete mit mindestens einem Ausrufungszeichen - gelegentlich gerieten wir aneinander, ein Mal war ich kurz davor, ihn von meiner Freundesliste zu nehmen - er ärgerte sich immer gewaltig, wenn ich Themen hatte, die ihm lästig waren!

Ich war so sicher, dass sein Kampfgeist es schaffen würde, ihn über die nachoperativen Hürden zu bringen. Dem war ganz klar nicht so!

R. I. P.

Da seine schönen privaten Homepages nicht mehr zu existieren scheinen (in den 90ern hatten wir ja alle eine...), auch die Türkei-Blogs sind nicht mehr auffindbar, habe ich heute nur wenig Verlinkbares von ihm gefunden:

You Tube

 Eines dieser o.g. "sozialen Netzwerke"

Gelesen: Die Engelmacherin

Die Engelmacherin von Camilla Läckberg, Kriminalroman
Aus dem Schwedischen "Änglamakerskan"
Ullstein Taschenbuch,
ISBN 978-3-548-28684-6

Warum dieses Buch? Ein Schnäppchen vom Remittendentisch.

Klappentext:

"Du hast schon alles verloren, doch jetzt wünscht dir jemand den Tod
Im alten Schulhaus auf der Insel Valö wird ein Mordanschlag auf die junge Ebba Stark verübt. Kommissar Patrik Hedström vernimmt die verstörte Frau, die gerade erst nach Fjällbacka zurückgekehrt war, um den tragischen Tod ihres kleinen Sohnes besser zu verkraften. Schriftstellerin Erica Falck, Patriks Frau, vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Anschlag auf Ebba und der Geschichte ihrer Eltern. Die Elvanders verschwanden Ostern 1974 ohne jede Spur. Sollte dieser ungeklärte Fall der Grund für den Mordversuch gewesen sein?"

Angeblich von der erfolgreichsten Schriftstellerin Schwedens verfasst, hoffte ich auf eine würdige Nachfolgerin von Henning Mankell.

Die Geschichte beginnt vielversprechend:

Sie hatten versucht, die Trauer wegzurenovieren. Beide waren sie nicht überzeugt, dass dies ein guter Plan war, aber sie hatten keinen anderen. Die Alternative wäre gewesen, sich hinzulegen und nie wieder aufzustehen.

Auf den ersten vierzehn Seiten werden bereits zwei Paare vorgestellt, sich ihnen langsam genähert.

Dann folgt der erste von vielen weiteren Rücksprüngen, dass viele weitere folgen würden, stellte sich im Verlaufe des Lesens heraus. So am Anfang wirkte der Aufbau durchaus "mankellesk" und ließ Raum für Spekulationen.

Fjällbacka 1908 - Der Beginn einer Familienkatastrophe. Charaktere, Ereignisse, Drama.

Dagmar sah, wie ihre Mutter zusammenbrach. Die Wange brannte immer noch höllisch, und ihr Herz klopfte wie wild. Ringsherum schrien die Kinder, als würde die Welt untergehen. Vielleicht war das ja auch der Fall. Denn obwohl Dagmar nicht begriff, was hier passierte, verriet der Gesichtsausdruk ihrer Mutter, dass soeben deren Leben zerstört worden war.

Und weiter in der Gegenwart.

Und nun wurde es für mich als Leserin sehr anstrengend und verworren. Selbst wenn man berücksichtigt, dass vorn im Buch ein Personenverzeichnis aufgeführt ist, habe ich während des Lesens oft nicht gewusst, vom wem eigentlich gerade die Rede war, wer mit wem verbandelt, verwandt oder Kollege ist: Viele Paare mit und ohne Kinder, verstorbene Kinder, Geschwister, geschiedene Partner, die Belegschaft einer Polizeistation, ein Journalist, ein Politiker - der allerdings ist nicht aufgelistet, genau so wie die Personen der Vergangenheit und die ehemaligen Internatsjungen.

Ebba und Mårten sind nach dem Tod ihres Kindes auf die Schäreninsel Valö gekommen, um das leer stehende Haus, ehemaliges Internat, Erbe von Ebba, in Besitz zu nehmen und zu renovieren. Der Verlust ihres Sohnes hat sie voneinander entfernt, und sie können nicht gut miteinander umgehen, stecken in ihrer Trauer fest.

Zuerst kommt es zu einer Brandstiftung. Dann machen sie beim Entfernen von Bodendielen eine Entdeckung, die die komplette Polizeimaschinerie von Fjällbacka in Gang setzt. Und es trifft eine Postkarte mit einer Morddrohung ein.

Einschließlich der Aktivitäten von Erica, Ehefrau des Polizisten Patrik und Mutter kleiner Kinder. Erica ist Schriftstellerin mit detektivischem Gespür und ihre Recherchen werden letztlich von der Polizei geduldet. Gemeinsam mit einem Journalisten kommt sie einem hohen Politiker auf die Spur, der rechtslastiges Gedankengut verbreitet und eine größere Aktion plant...

Es werden Personen inmitten ihres gegenwärtigen Lebens und Versagens vorgestellt, die man erst langsam als Hauptdarsteller aus der Vergangenheit erkennt.

Immer wieder eingeschoben sind die Sequenzen der deprimierenden Frauenleben seit 1908 bis in die Gegenwart:
1908/1912: Helga Svensson wird als Kindsmörderin festgenommen und verurteilt, die Tochter Dagmar kommt in eine Pflegefamilie, wird dort misshandelt und missbraucht.
1919: Dagmar ist eine schöne junge Frau und hat eine Anstellung als Dienstmädchen in einem gehobenen Haushalt, verkauft dann und wann ihren Körper an Gäste. Anlässlich eines Festes lernt sie einen gut aussehenden deutschen Flieger kennen, der schon damals prominent ist: Hermann Göring. Sie verliebt sich, aber er verschwindet sang- und klanglos.
Jahre später führt sie mit Tochter Laura ein armseliges Leben, ertränkt ihren Kummer über ihre verlorene Liebe im Alkohol und spricht ständig von Hermann, "der sie bald nach Hause holen wird."
Auf Laura folgt Inez, folgt Ebba...

Ebba wurde als Kleinstkind gefunden, allein im Eßzimmer des Internats, wo die gesamte Familie direkt vom Osteressen, der Tisch war noch gedeckt, spurlos verschwunden war.

Patrik dachte einen Augenblick lang an Ebbas Vergangenheit. Nicht viele Durchschnittsbürger trugen ein solches Geheimnis mit sich herum. In Fjällbacka und Umgebung hatte man sich die wildesten Geschichten über das erzählt, was Ebbas Familie zugestoßen war.
"Außer..." Mårten warf Ebba einen fragenden Blick zu, doch die schien nicht zu wissen, worauf er hinauswollte. Er sah sie durchdringend an. "Das Einzige, was mir dazu einfällt, sind die Glückwunschkarten."
"Glückwunschkarten?" fragte Martin.
"Seit ihrer Kindheit bekommt Ebba zu jedem Geburtstag eine Karte von jemandem, der nur mit G unterschreibt. Ihre Adoptiveltern haben nie herausbekommen, wer dahintersteckte. Die Glückwunschkarten kamen auch noch, nachdem sie von zu Hause ausgezogen war." 

Es braucht sorgfältige Recherchearbeit, die letztlich die Knoten der Gegenwart löst, die Verwicklungen und Handlungen der Vergangenheit klärt, in einem geheimen Verlies den Inhalt dreier Kisten erklärt und aus allem eine zusammenhängende Geschichte macht.


Meine Meinung: Fast hätte ich abgebrochen. Die Geschichte liest sich zäh, die viel zu vielen Personen verwirren. Die Beziehungen der Personen untereinander, deren Befindlichkeiten, waren anstrengend zu verfolgen. Es dauerte etwa 2/3 des Buches, bis die Geschichte allmählich Fahrt aufnahm und sich beinahe Spannung entwickelte.

Keine Empfehlung, kein nochmaliges Lesen, Buch wird weiter gegeben werden.

Dienstag, 22. November 2016

Krank III

Fortsetzung vom letzten Statusbericht.

Seit dem Wochenende geht es mir anders schlecht.

Der akute Infekt ist auf dem Rückzung. Aber die Schwäche! Die Müdigkeit! Und vor allem: Die Luftnot!

Schon bei geringer Belastung (kurzer Einkaufsweg, Weg zur Bahn, alles pro Strecke ca. 200/250 m) auf Alltagswegen bleibt mir ganz massiv die Luft weg. Das macht mir echt große Sorgen. Wie soll ich damit am Mittwoch überhaupt im Büro ankommen? Und so schwach dann meine Arbeit machen?

Liebe Facebookmenschen haben mich geschubst... noch ein Arztgespräch!

Weil die Praxis telefonisch so schlecht erreichbar ist, schreibe ich immer vormittags eine Mail.
Schöne neue Welt - das funktioniert nämlich!

Also den Wunsch nach einem Arztgespräch geäußert und dann ein wenig vor dem üblichen Infusionstermin in der Praxis eingetroffen. Als zwischengeschobene Patientin muss ich ein wenig mehr Zeit mitbringen, das war mir allerdings total egal!

  • Lungenfunktionsprüfung (nochmal, für den Vergleich zu letzter Woche und zum letzten Routinecheck).
  • Weil das Pulsoximeter bei 89 % hängen blieb ---> BGA
  • Vor der Infusion: Blutabnahme für "Praxisprofil 1" (Natürlich habe ich nachgefragt, was das beinhaltet!)
  • Arztgespräch. Abhorchen. Weitere AU für noch eine Woche. Verordnung von 40 mg Cortison täglich.

Tja. Ich habe eine Woche für weitere Genesung gewonnen. Klar, die Firma ist "not amused" - aber ich habe keine Wahl.

Übrigens sagte Dr. T., es sei ein Wunder, dass ich überhaupt noch arbeiten gehen würde!!! (Meine Antwort: Der Haushalt muss ja weiterlaufen.)

Samstag, 19. November 2016

Öffentlicher Bücherschrank

Öffentliche Bücherschränke oder Bücherregale erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Vor einiger Zeit hat eine Recherche ergeben, dass in relativer Nähe einer steht, der sogar von der öffentlichen Bücherhalle betreut wird.

Nun, ich bin noch krank, muss aber auch mal an die frische Luft. Spaziergänge sind schließlich erlaubt, dienen sie doch der Genesung. (Und: Ja, ich habe mich übernommen, die Strecke war zu lang für mich... sitze jetzt ganz erschöpft vorm Bildschirm.)

Ich spazierte also ins Neugrabener Zentrum zur öffentlichen Bücherhalle - die um diese Uhrzeit selbstverständlich geschlossen war - und suchte in der Umgebung nach etwas, das nach einem solchen Bücherschrank aussah. Erfolglos.


Ich wollte mich schon auf den Heimweg machen, da fiel mein Blick auf eine orangefarbene Telefonzelle auf der anderen Straßenseite.

Also nichts wie hin.


Direkt daneben steht sogar ein Bistrotisch, auf dem man seine Ausbeute näher betrachten und sortieren kann.


Die Regale sind in erstaunlich gutem Zustand, und eine kleine Auswahl habe ich mit nach Hause genommen, teils Bücher, von denen ich mich vor geraumer Zeit getrennt hatte und es inzwischen bedaure.


Zu den einzelnen Büchern im Rahmen meiner Buchbesprechungen irgendwann mal mehr.

Freitag, 18. November 2016

Geldgeschenk gebastelt

... Ende September.

Im Briefumschlag macht sich nur ein wahrhaft "großes" Geldgeschenk gut. In der unteren Mittelklasse muss es nett verpackt sein - dachte ich mir zumindest.

Ich suchte nach Ideen, fand dieses hier: Die Blume, Faltanleitung

Meine Umsetzung:
Zuerst ein paar Fingerübungen


... der Vergleich mit der Anleitung... 


... zweifarbig, damit ich die Struktur verstehe...


... nun geht es an die "wertvolle Bastelei"...


... die Grundlage ist ein Efeu...


 ... und ich probiere aus, wie ich es am besten mache...


... der Blumentopf muss natürlich eine auslaufsichere Plastik bekommen...


... dann eine Deko gemäß der Geschmacksvorliebe der zu Beschenkenden...


... die Dame liebt Verpackungen mit Packpapier und Bast..


... fertig!


Krank II

Ich weiß auch nicht.

Gestern hatte ich das Gefühl, "über den Berg" zu sein.

Heute habe ich Husten, und meine Nebenhöhlen...? Was will das werden? Der Nachmittag war nicht so prickelnd, fühlte mich schlapp und mies. Freitagnachmittag, natürlich, da ist auch mein guter Doc nicht mehr erreichbar. Nichts nehmen, abwarten, was passiert.

Eine halbe Stunde rausgegangen, den ganzen Tag in der Wohnung, da werde ich rappelig...


Donnerstag, 17. November 2016

Gelesen: Ausgeblutet

Ausgeblutet - sterbe wohl... von Marcus Sammet, Thriller
Taschenbuch, Schindler Verlag, Holzkirchen
ISBN 978-3-939571-05-6

Warum dieses Buch? Die Facebook-Bücherlesegruppe hat Schuld, dort trieb sich der Autor herum...

Klappentext:
"Jetzt dachte sie, jetzt ist der richtige Augenblick. Sie griff mit ihrer freien Hand in den hinteren Saum ihrer Korsage und holte ein frisch geschärftes, klassisches Rasiermesser hervor. Im gleichen Moment, in dem sie schnitt, drehte sie sich zur Seite, um nicht direkt mit seinem Blut vollgespritzt zu werden.“

Britta Stockinger steht der Sinn nach Rache. Alle die für ihr unglückliches Leben verantwortlich sind sollen sterben. Ihr besonderer Hass gilt dabei Männern. Männern, die sie noch für ihre Zwecke benutzt, bis sie sie ausbluten lässt. Ihre Mutter soll die Letzte sein, die sterben soll. Dann erfährt sie etwas, das ihrem Leben eine ganz neue Richtung geben könnte.

Wenn du beginnst, deine Identität zu verlieren, weil jemand anders dein Leben besitzen möchte.
Ein Thriller mit einer eiskalten Mörderin"

"Ausgeblutet" ist der zweite Band der Sterbe-wohl-Reihe, und ein Teil der Handlung bezieht sich auf die Geschehnisse des ersten Buches, was zunächst für Verwirrung bei mir sorgte und erst im Verlaufe der Story klarer wird.

Barbara Stein ist im Begriff, mit ihrem Retter (erstes Buch!) Tom einen Erholungsurlaub auf Gran Canaria zu verbringen. Auf dem Weg dorthin machen Sie eine Zwischenlandung auf Mallorca, wo Barbaras in die Jahre gekommene Mutter lebt, die sie direkt zu sich zitiert hatte. Dort angekommen, geht diese mit Tom in ein Nebenzimmer, wo sie ihm eine unglaubliche Geschichte erzählt und versucht, ihre Tochter von Tom förmlich freizukaufen. Ganz so, wie es ihr mit den früheren Freunden Barbaras gelungen war. Allerdings nicht mit Tom! Er nimmt das Geld mit dem Kommentar, es sei für die Ausbildung ihrer künftigen Kinder, nimmt Barbara an die Hand und startet in den Urlaub.

Rücksprung: Nach Barbaras Entlassung aus dem Krankenhaus (erstes Buch!) hatten Freunde von Tom eine Welcome-Party gegeben, bei der sie alle seine Freunde kennenlernte. Toms bester Freund Jens nahm ihn beiseite und erzählte ihm eine haarsträubende Geschichte über, wie er meinte, Barbara. Tom beruhigte ihn und startete am nächsten Tag mit Barbara nach Mallorca/Gran Canaria.

Während Barbara und Tom bei Barbaras Mutter sind, passieren in München schlimme Dinge, in deren Verlauf Jens auf bestialische Weise ums Leben kommt.

Von nun an überschlagen sich die Ereignisse sowohl in München als auch auf Mallorca, die Protagonisten fliegen hin und her, es verschwinden auf höchst blutige Weise noch ein paar Menschen, es gibt eine Entführung - aber auch eine Rettung - und am Ende eine wilde Verfolgungsjagd durch München.

"Vor dem Haus sah sie sich um. Es galt, einige Vorbereitungen zu treffen. Ihre wohlbehütet aufgewachsene Schwester würde sicherlich bald aufwachen, um nach dem Rechten zu sehen. In Gedanken erstellte sie ene Liste, die sie Schritt für Schritt abarbeiten würde. Allem voran brauchte sie einen Wagen. Einen Kombi oder einen kleinen Lieferwagen. Diverse Seile und Klebebänder. Die Liste in ihrem Kopf wurde länger und länger..."


Das Buch ist modern, liest sich schnell in einem Rutsch weg und hat mich gut unterhalten. Sex spielt eine große bzw. tragende Rolle, die Details überschreiten aber gewisse Grenzen nicht, dennoch sind sie deutlich und zum Verständnis der Geschichte notwendig.

Ein besseres Lektorat hätte dem Buch gut getan, zwei "richtige" Fehler sind mir aufgefallen und ein paar nicht korrekt benutzte Zeitformen.

Insgesamt habe ich es gern gelesen und kann es empfehlen - auch wenn ich den Untertitel "Thriller" etwas übertrieben finde. Krimi, ja. Blutiger Krimi, das auch. Thriller für mich: nein.

Dienstag, 15. November 2016

Krank

Da sind nun diese mörderischen Rückenschmerzen endlich so langsam auf dem Rückmarsch, macht sich jetzt ein Infekt breit...

Es ist nun mal eine Crux, dass jemand wie ich niemals eine "einfache Erkältung" hat, sondern es vorhersehbar immer zu Komplikationen kommt. Deshalb bin ich vernünftig und warte nicht, bis mein Kopf unter dem Arm ist - damit gewinne ich nichts als eine verlängerte Krankheitsdauer und vergrößertes Risiko - und bleibe heute, an Tag drei der Erkrankung, im Hause.

Dank meines Standard-Infusionstermins nachher, habe ich ja die Möglichkeit, Rücksprache mit meinem Lungen-Doc zu halten und muss ausnahmsweise nicht allein Medikamenten-Entscheidungen treffen. Ich würde so gern irgendwie die Komplikationen auf dem Vorwege verhindern...

Freitag, 4. November 2016

Das eiserne Band ist wieder da

... das, welches sich um meinen Rücken und Brustkorb zu legen scheint.
Statt unmittelbar einkaufen zu gehen, mache ich eine schöpferische Pause, drücke meinen von Tag zu Tag mehr schmerzenden oberen Rücken gegen meinen Komfort-Bürostuhl in der Hoffnung, dass es wenigstens einen Moment lang besser sein möge.
Ich erinnere mich an genau so ein Vorkommnis im Januar 2014, nach vier Wochen oder so hatte der Schmerz nachgelassen.
So viel Schmerzmittel, wie ich verantworten kann, sind drin in mir - ich muss damit vorsichtig sein, um nicht ein luftmäßiger Notfall zu sein (auch schon gehabt). Jeder Atemzug (der ja den Brustkorb und den ganzen Oberkörper bewegt) schmerzt, und draußen schleppe ich mich dahin wie meine eigene Großmutter - wenn sie es denn noch könnte.
(Entschuldigt mein Gequängel, ignoriert es einfach.)

Follow-Up  vom 23.11.2016
Seit acht Tagen bin ich frei von Schmerzmitteln - gerade pünktlich zum Beginn meines Infektes. Das Weglassen der Ibus basiert darauf, dass ich nur Schmerzmittel nehme, wenn es ohne überhaupt nicht geht, es bedeutet nicht, dass der Schmerz vollkommen verschwunden war/ist.
Immerhin ging es von Tag zu Tag ein wenig besser - den Rest habe ich, wie immer, heldenhaft ignoriert.
Und nun das Seltsame: Infektbedingte anhaltende "Luftlosigkeit" macht den Einsatz von Cortison erforderlich. Einnahmebeginn: gestern Abend.
Heute bin ich zu 95 % schmerzfrei aufgewacht. Es grenzt an eine Wunderheilung.
So stellt sich für mich die Frage, ob es sich hier nicht doch, wie immer von mir vermutet, um einen entzündlichen Prozess gehandelt hat, der als Nebeneffekt der Cortisonbehandlung "mal eben" mit aufgeräumt wird...?
Merken für die nächste Attacke - auf die ich allerdings gut und gern verzichten kann!

Ein mysteriöses Paket

Gestern:

Eine Paketbenachrichtigungskarte im Briefkasten. Ausgerechnet von GLS - privatkundenunfreundlich.

Problem: Ich erwarte überhaupt keine Sendung, kann mich an keine Bestellung erinnern. Die letzte hatte ich mir ja ins Büro schicken lassen.

Die Tracking-ID sagt mir nur den Sendungsverlauf. Nichts über den Absender.

Ich werde eine Mail schicken und um Zustellung entweder morgen nach 15 Uhr - was nicht klappen wird - oder am Montag ins Büro bitten müssen. In der Hoffnung, dass ich was-auch-immer-das-sein-mag nach Hause tragen kann.

Probleme, die die Welt nicht braucht.

Heute:

Ganz zäher Mailverkehr mit GLS, allerdings vollkommen nutzlos, da das Teil jetzt in einem nicht näher benannten Depot vier Arbeitstage rumliegen darf, bevor es zurück an den Absender geht. (Hatte ich schon gesagt, dass GLS für Privatkunden der allerletzte Versender ist? Hatte ich.)

tbc (to be continued) 

Update: Fortsetzung am 15.11.2016
Ich hatte ja endlich von GLS eine Absenderauskunft bekommen können. Der Firmenname sagte mir nichts. Also das Unternehmen recherchiert (sagte mir immer noch nichts) und per Web-Kontaktformular angeschrieben. Außer einer automatisierten Standard-Antwort (also praktisch einer Empfangsbestätigung) ist nichts gekommen. Keine Reaktion. Also ist das Paket irgendwann automatisch an den Absender zurück gegangen.

Gestern Abend dann eine Info auf meinem Anrufbeantworter mit Bitte um Rückruf bis 18 Uhr. Es war ganz kurz vor sechs, also schnell gemeldet... und nun hat sich die Sache endlich aufklären lassen:

Ich hatte im August 2015 beim Discounter einen Papierschredder gekauft, ihn ein Jahr später erstmalig in Betrieb genommen, dabei festgestellt, dass das Ding eine Macke hatte... schon beim ersten Blatt einen Papierstau verursachte. Nach meiner Meinung hatte es einen Fabrikationsfehler. Dort, wo mittig ein Sensor sein sollte, war ein Metalldingens, das den Einzug eines A4-Blattes zuverlässig verhinderte.

Das Gerät hatte seinerzeit nur knappe zehn Euro gekostet, aber ich habe irgendwie nicht eingesehen, es einfach so dem Müll zu überlassen und ging irgendwann im vergangenen Oktober damit zurück ins Geschäft - immerhin ist ja eine Garantie drauf gewesen!

Nach einer sehr umständlichen Datenaufnahme durch einen jungen Mann hieß es, ich würde angerufen werden...

Stattdessen wurde irgendwann ein Paket auf den Weg gebracht.

Lt. der Bearbeiterin am Telefon "mein bestelltes Austauschgerät."

Fragte sie, warum ich nicht den versprochenen Anruf bekommen hätte... nein, jedes Paket zu avisieren, das wäre ein zu großer Arbeitsaufwand.

Ich erklärte ihr, dass ich bei Zustellung mit GLS erhebliche Probleme habe... und ob man wohl mit DHL.. das müsse sie mit ihrem Vorgesetzten besprechen. Schließlich würde das mehrfache Versenden des Paketes ja auch kostspielig sein.

Das alles, weil ich ein 10-Euro-Teil nicht einfach so wegwerfen wollte. Ich werfe ja auch nicht mein Geld aus dem Fenster. Jedenfalls nicht mutwillig.

Paketdienste allgemein:

Das beste Versandunternehmen bleibt DHL, denn erstens liefern die am Sonnabend aus, zweitens ist deren Depot meine ganz normale Postfiliale.

Der zweitbeste ist Hermes, obwohl ich den auch hasse... liefern nicht am Sonnabend, und deren Depot verlangt einen strammen (für mich!) Spazierweg und einen Zeitaufwand von einer Stunde.

GLS, DPD, UPS - alle für Privatmenschen, die arbeiten, unbrauchbar. Umleiten ins Büro kann ich nur Sachen, die ich ohne Probleme schleppen kann... eine DVD, ein Büchlein, so etwas. (Ob ich Kinder-Weihnachtsgeschenke z.B. bei MyToys bestellen werde, ist noch die Frage, denn MyToys liefert mit Hermes... Vielleicht erledige ich das dann doch lieber persönlich im Handel, obwohl die Geschäfte auch immer schlechter werden - das überlege ich mir in den nächsten Tagen. Ist auch ein anderes Thema.)

Samstag, 29. Oktober 2016

Ausgetrickst

Oh. Man kann mich überlisten

Mail von thalia.de mit Sonderangebots-DVDs. Verglichen mit amazon - viel besserer Preis (Outlander...). Versandkostenfrei, wenn ein Buch dabei ist... schnell noch ein Buch angeklickt.
Buchkaufsperre? Reingefallen.

Zustellung ist in die Firma veranlasst, dann habe ich kein Problem damit.

("Buchkaufsperre" bedeutet, dass ich erstmal keine neuen Bücher mehr kaufen wollte...)

Eingeheckt :-)

Es ist vollbracht.

Meine Terrasse hat eine Hecke. Viel mehr, als ich wollte - Männer! Wozu hatte ich eigentlich Markierungen angebracht? Aber egal jetzt, das nächste Thema kann ich aus meinem Kopf verbannen.

Und mich auf das Frühjahr freuen, wenn meine Blumenzwiebeln Leben zeigen werden.
Danach dann hier und dort schöne neue Pflanzen setzen.

So sieht es jetzt aus:


Fertig

Aktvierung des Online-Banking, letzter Akt:

Inzwischen könnte ich ein Buch schreiben. Oder schreien: "Ich bin drin!" Und kann sogar etwas überweisen.

6 Wochen Zeitaufwand
2 Anträge
8 ausgedruckte Seiten Mails
4 verschiedene Aktivierungsbriefe der Bank
1 Telefonat mit der Filiale
1 Mail an die Hotline
2 Telefonate mit der Hotline

FERTIG

Die Kontonummer existiert seit mehr als fünf Jahrzehnten und muss, um heutigen Standards zu entsprechen, mit Nullen aufgefüllt werden. Leider war sich die Bank mit sich selbst uneins, ob die Nullen VOR oder HINTER der Nummer eingefügt werden mussten. Damit war der erste Antrag nicht zuordnungsbar gewesen.

Der Bearbeiter in der Zentrale in der City (wo ich der Einfachheit halber hinging/hingehe), war sehr freundlich, sehr engagiert, hatte mich aber nicht ausreichend aufgeklärt über die Besonderheiten der Freischaltung bei dieser Bank:

WENN die Aktivierung endlich klappt, kommen nacheinander zwei Briefe. Einer mit einer Teilnehmernummer, einer mit einer PIN. So weit, so klar. ABER es kommen - ebenfalls zeitversetzt - noch zwei Briefe! Einer mit einer Nummer für die mobileTAN und einer für die photoTAN. Wobei mir nicht klar war, wozu der Bearbeiter die photoTAN auf dem Antrag angekreuzt hatte.

Die photoTAN dient der Nutzung des Smartphones ("oder anderer Geräte") für Bankgeschäfte. Da ich dieses Konto auf gar keinen Fall vom Handy aus bearbeiten möchte - aus Sicherheitsgründen - also für mich überflüssig. Im Brief stand, man möge ihn gut verwahren, um später Geräte damit zu aktivieren.

Ich habe also die mobileTAN aktiviert und wollte die erste Zahlung tätigen - sperrt mir das System diese Funktion mit Hinweis auf  nicht aktivierte photoTAN!!!

Gute fünfzehn Minuten hing ich in der Warteschleife der Telefonhotline... mein Anliegen erklärt. Dort wurde mir gesagt, dass der Aktivierungsbrief nur zwei Wochen Gültigkeit hat. Das steht nicht im Brief. Ich dachte, ich könnte mir die Nutzung evtl. für einen langen Zeitraum vorbehalten (man weiß ja nie...). Ich habe diese Funktion herausnehmen lassen. Nun funktioniert alles.

Die vier Briefe sind geschreddert und weg.

"Ich habe fertig." - Ho finito.

Dienstag, 25. Oktober 2016

Vom Versuch, das mütterliche Online-Banking zu aktivieren

Nächster Akt.

Heute Abend war nun Brief 2 von 2 zwecks Anmeldung in der Post.

Gleich mal eingeloggt, schließlich liegt mir hier eine Rechnung zur Bezahlung vor... wird mir das Konto angezeigt mit Kontostand +0,00 und null Umsätzen.

Nun kenne ich aber so in etwa den Kontostand und auch die Umsätze der letzen Wochen/Monate...

Hotline angerufen, das Mädel hat hin und her nachgefragt. Auskunft: Technische Störung. Ist seit einiger Zeit bekannt und sollte längst behoben sein. Abhilfe: Keine. Immer mal wieder versuchen. Ich würde inzwischen gerne mal Erfolgsmeldung machen...

Unglaublich, das alles.

Montag, 24. Oktober 2016

Der Remittendentisch

Der "Remittendentisch" wurde ja schon häufiger von mir genannt auf die Frage, warum ich gerade dieses Buch gelesne habe.

Dieser mysteriöse Tisch mit den "preisreduzierten Mängelexemplaren," deren einziger Mangel meist eine Markierung am unteren Buchschnitt oder eine Prägung auf der Rückseite ist, dann aber dafür sorgt, dass ein Buch (nein, Bücher! viele!) zu einem Bruchteil des Ladenpreises (wir haben für Bücher eine Preisbindung!) verkauft werden darf, stellt eine Verlockung dar:

Angesichts des "Schleuderpreises" ist die Kauf-Hemmschwelle deutlich herab gesetzt.

Ähnliches gilt für Buchversender wie arvelle.de - dazu gleich mehr.

Bei herabgesetzter Kauf-Hemmschwelle ist die Versuchung, ein Mal mehr zuzugreifen, auch Autoren und Themen in Erwägung zu ziehen, die sonst nicht meinem Beuteschema entsprechen, exponentiell.

Meistens mache ich Glücksgriffe, teilweise treffe ich eine bessere Wahl als im normalen Buchhandel. Vor allem (aber nicht nur) finde ich Kriminalromane von namhaften Autoren, von denen ich jetzt zum ersten Mal etwas lese. Den einen oder anderen Namen sollte ich mir merken.

Arvelle.de ist nochmal ein stärkerer Kaufanreiz: Ein virtueller Remittendentisch, der für mich - vielleicht suche ich auch besonders danach - vor allem Fantasy und verwandte Genres bereit hält. Ebenfalls zum Schleuderpreis kann man hier große Buchpakete erwerben... Verführung pur.

Schreibe ich hier also, mein Lesegrund sei "ein Griff vom Remittendentisch" gewesen, bedeutet das auf jeden Fall, dass hier etwas oder jemand Neuland für mich war.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Gelesen: Im Bann der Dämonin

Im Bann der Dämonin von Stephanie Chong
Amerikanisches Original "The Demoness Of Waking Dreams"
MIRA Taschenbuch, Harlequin Enterprises GmbH
ISBN 978-3-86278-730-2

Warum dieses Buch? Schon wieder hat der Tisch mit den Mängelexemplaren Schuld.

Klappentext:
"Der Excop Brendon Clarkson ist ein Engel auf geheimer himmlischer Mission: Er soll die gefährliche Dämonin Luciana Rossetti gefangen nehmen, während sie beim alljährlichen Erlöserfest in Venedig auf ihr nächstes Blutopfer lauert. Getarnt als Tourist, lockt Brendon die grünäugige Femme fatale in die Falle. Doch sie entfacht ein leidenschaftliches Verlangen in ihm, dem er nicht widerstehen kann. Und er erkennt in ihren Augen, dass sie für ihn genauso empfindet. Aber den Kampf zwischen den Mächten des Lichts und der Finsternis kann nur einer von ihnen gewinnen …"

Die Geschichte spielt überwiegend in Venedig, was der Erzählung eine dichte Atmosphäre verleiht. Sie beginnt damit, dass Luciana in der Erlöserkirche gerade dabei ist, sich ihr alljährliches Opfer auszusuchen, als Ihr Blick auf Brandon fällt, den eine Aura von Macht umgibt.

Luciana braucht ihr jährliches Opfer, um ihr unsterbliches Dämonendasein in der Villa Rossetti leben zu können, es ist ihr Preis, den sie für ihre Freiheit zu zahlen hat. Die Freiheit, Böses zu tun, Gift zu mischen, zu morden.

Für Männer ist sie die fleischgewordene Verführung schlechthin, und auch Brandon scheint ihr erliegen zu wollen.

Brandon ist ein mächtiger Schutzengel mit dem Auftrag, Luciana festzusetzen und mitzunehmen zur "Kompanie der Engel."

Dabei kommt ihm nicht nur ein anderer mächtiger Dämon in die Quere, seine Engel-Supervisorin Arielle, seine eigenen ständig wiederkehrenden Träume vom Moment seines irdischen Todes - sondern auch die besondere Anziehungskraft, die zwischen Luciana und ihm besteht, sie ihn in seinen Träumen heimsucht und zu verführen trachtet.

Seit über zweihundertfünfzig Jahren bewegte sie sich mit einzigartiger Finesse durch diese Stadt. Sie glitt durch die Straßen wie ein Schatten und besorgte sich, was sie brauchte, kostete jede ihrer Taten im Schutz der Dunkelheit aus. Sie hatte sich aus der Hölle befreit und ihren Haushalt neu gegründet.
Diesen Haushalt hatte sie mit der Würde geführt, die ihrem nobeln Namen angemessen war.

Niemals zaudernd, niemals zögernd, niemals bedauernd.
Allerdngs hatte sich mit dem Auftauchen dieses verdammten Eindringlings von Engel alles geändert.
Luciana verabscheute Veränderung. Sie musste etwas gegen diesen Engel unternehmen.
Und zwar schnell, denn ihr lief die Zeit davon.
"Irgendwann musst du auch mal schlafen," murmelte sie und spähte aus dem Fenster hinaus in die Dunkelheit, wohl wissend, dass er da draußen war. "Und wenn du schläfst werde ich da sein."

Es ist das erste Mal, dass ich ein Engel-und-Dämonen-Buch gelesen habe. Es ist sehr gut, einfühlsam und spannend geschrieben, tatsächlich ließ es sich kaum aus der Hand legen. Gestört haben mich die ein wenig zu ausführlich beschriebenen Sexszenen, wenngleich sie unbedingt zur Handlung gehörten.

Ein Buch über den Kampf zwischen Gut und Böse, Liebe, Verlust und Hoffnung mit offenem Ende.

Insgesamt habe ich es recht gern gelesen.


Freitag, 21. Oktober 2016

Vielleicht?

Online-Banking Freischaltung bei der Commerzbank.

Vielleicht klappt es ja jetzt?

Die Kontonummer meiner Mutter ist sehr alt - aus den frühen 60er Jahren... und muss aus Gründen der Kompatibilität mit Nullen aufgefüllt werden. Das müsste der Grund sein, warum das alles nicht funktionierte.... Teilweise wurden die Nullen vor die Nummer gesetzt (falsche IBAN - aber alle Überweisungen gingen problemlos raus!!!), dabei gehören sie drangehängt...

Nochmal neue Formulare unterschrieben abgeliefert, mal sehen, wie es jetzt weitergeht!

Verärgert

Meine Hausarztpraxis ist schon sehr speziell... Ich wollte mir heute meine Grippesschutzimpfung abholen... klebt mal wieder ein Zettel an der Tür, dass die Praxis heute geschlossen ist.

Jedes einzelne Mal, wenn ich diese Praxis brauche, gibt es ein Problem. Ob ich mir doch eine andere suchen muss?

Garten & Wespen

Anscheinend oder scheinbar (man beachte den feinen Unterschied!) muss man dem Hausmeister gelegentlich mal auf die Füße treten (?).

Gestern neue Mail geschickt und heute früh Antwort plus zwei Stunden später Anruf  bekommen... der Gärtner ist aktiviert, man hat sich meine Terrasse gemeinsam angeschaut, die Hecke wird gepflanzt. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, dass eine Hecke ja auch ein Windbrecher ist (bisher war meine Terrasse ja sehr schön windgeschützt gewesen... jetzt, so kahl und leer, nicht mehr). Soll also demnächst passieren, Auftrag an die Gartenbaufirma soll raus sein. (Und der seltsame Nachbar zur Linken, der mich nur knapp grüßt, bekommt seine Trennwand auf der Terrasse... Ich habe, ohne je mit ihm gesprochen zu haben, das Gefühl, dass er sich nicht wohl fült ohne "Sichtschutz" aus meiner Richtung.)

Dieser Nachbar in der Mittelwohnung scheint sehr speziell zu sein, hat die ersten Monate mich nicht gegrüßt... ich habe "irgendwie" das Gefühl, er mag es nicht, dass mein "Wildwuchs" zwischen unseren Terrassen jetzt verschwunden ist... er hat seinen kleinen Garten sehr liebevoll angelegt und bekommt jetzt wohl eine Trennwand (s.o.) auf die Terrasse, obwohl ich  nie "geglotzt" habe. Aber das unterstütze ich ja auch bei Herrn H. (HW). Alles wird gut.

Wespen... unklar. Ob das nicht nur passiert sei, weil mein Licht................blafasel.
Nein, die Tierchen kommen auch rein, wenn ich früh um halb fünf mein Fenster öffne - ohne Licht. Die Schädlingsbekämpfungsfirma wurde - sagte der HW - nochmal angesprochen. Immerhin habe ich die Telefonnummer bekommen.

Es ist ja auch im Interesse der Genossenschaft, dass ich mein Schlafzimmer richtig lüften kann ... (von Berufs wegen kenne ich ja die eine oder andere Problematik).

Gestern früh eine Nachbarin getroffen, die mit mir S-Bahn gefahren ist,  die offenbar auch ein Wespenproblem hat (was dem HW nicht bekannt war).

Es bleibt interessant.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Italienische Gewürze

... abgefüllt für meine Mutter.


Ich versorge ja mit Begeisterung meine gesamte Familie damit... meine Vorräte angesehen und beschlossen, dass ich SPÄTESTENS 2017 nach Rom fliegen muss... Diese Gewürze sind nur echt vom "mercato di campo de' fiori"...

Beantragung des Online-Banking

... nächster Akt:

Die Kontonummer meiner Mutter ist sehr alt, datiert aus der Zeit, in der mein Vater erstmalig zur Eröffnung eines Gehaltskontos aufgefordert wurde, weil sein Arbeitgeber die Lohntüten abschaffte - ich denke, das muss Mitte/Ende der 60er Jahre gewesen sein.

Die Nummer ist also kurz und bankintern angeblich ungültig (obwohl auf diesem Konto regelmäßige Bewegungen stattfinden). Sogar die Umschlüsselung zur IBAN war fehlerhaft, weil bei der IBAN automatisch Nullen VOR die Nummer gesetzt wurden - anstatt hintendran. So die Erklärung. Keine Ahnung, ob ich das glauben soll.

Nun ist die selbe Nummer mit veränderter Nullen-Ergänzung genommen worden, um die Formulare neu zu erstellen, welche wir nun wieder zu unterschreiben haben. Bekomme ich morgen die Unterschrift meiner Mutter, stehe ich Donnerstag wieder bei der Bank.

Die Entschuldigungen sind professionell (mache ich in meinem Job selber so, etwas Anderes bleibt einem Angestellten kaum übrig), und ich bin dem freundlichen und bemühten Mitarbeiter nicht böse. Aber sauer auf das C-Bank-System. Diese Nummerngeschichte hätte ein anständiges Computerprogramm längst reklamieren müssen.

Es bleibt zumindest interessant.

Mithin dauert das bisher erfolglose Prozedere jetzt fünf Wochen.

Freitag, 14. Oktober 2016

Lebensqualität und Arbeit

(Ich schreibe manchmal etwas für einen geschlossenen Bereich "Chronisch krank & Lebensqualität" - und da es diese meine Texte nun mal gibt verankere ich sie, leicht modifiziert, auch hier. Neues Label = LQ (für Lebensqualität)

Ich war heute die meisten Stunden total allein im Büro und hoffnungslos überlastet: Meine Kollegin ist im Urlaub, freitags ist meine Chefdame nie anwesend... und alle Männer hatten Termine und fuhren irgendwo in der Weltgeschichte herum.

Ich mache Auftragsbearbeitung und nehme 99% aller eingehenden Telefonate an, habe natürlich auch selber Gespräche zu führen... Als Handwerksbetrieb gibt es auch dringende Fälle, Notdiensteinsätze usw.

Durch die Abwesenheit der Kollegin habe ich also gerade alles für zwei Abteilungen bzw. vier Kollegen, und besonders ein Bereich ist unglaublich papierintensiv. (Ich verzichte auf ein Foto, weil mein Chef möglicherweise etwas dagegen haben könnte.)

Dadurch, dass der Freitag immer nur ein halber Arbeitstag bei uns ist, muss ich natürlich (und ich arbeite sowieso immer schon schnell) alles ein paar Umdrehungen schneller machen.

Und das ist der Knackpunkt:
Steigt der Arbeits-/Zeitdruck, bleibt mir nämlich langsam und sicher immer mehr die Luft weg. (Abgesehen davon, dass ich meine Wege durch die Räume immer noch viel zu schnell gehe und hinterher mich selbst schnaufen höre!) Also je größer der Druck, desto weniger die Luft. Was außer mir niemand bemerkt. Aber ich bin ja auch wichtig! In dem Moment, wo ich das feststelle - und hier kommen wir dann auch zur Lebensqualität! - mache ich einen Moment lang erstmal gar nichts und besinne mich. Am Ende des Arbeitstages spielt es doch keine Rolle, ob ich einen Zettel mehr oder weniger bearbeitet habe, so lange die wichtigsten Dinge erledigt sind.

Ich "fahre mich runter." Ganz bewusst. Dann geht es auch wieder mit der Luft. Schluck Kaffee oder Wasser, tief durchatmen, beim nächsten Anrufer lächeln und betont geduldig sein...

Schön wär's... Ich habe nämlich seit über 20 Jahren ein Knie "mit Macke" - lt. Orthopäden inoperabel, auch nicht dramatisch - aus ärztlicher Sicht. Aber es kommt vor, dass sich irgendwelche Bändergeschichten im Gelenk verklemmen, das schmerzt nicht nur ungemein, sondern legt mich auch total lahm, ich kann dann nicht einen einzigen Schritt gehen. Es gibt so Momente, da will sich etwas einklemmen, es "schnappt" plötzlich irgendwas FAST zu - und im letzten Moment rückt alles wieder an seinen Platz. Alles gut, Glück gehabt, Knie ist etwas empfindlich hinterher, aber das geht vorbei. Kenne ich alles.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich glaubte mich also beruhigt zu haben, bekam prima Luft, die Arbeit lief - da sagte mein Kniegelenk kurz "Hallo!" zu mir. Ich sehe es als Warnung.

Lebensqualität? Na klar, es ist alles sehr gut gegangen und ich sitze zuhause mit einem Gläschen Wein, während ich Euch das erzähle.

Lebensqualität bedeutet eben auch, auf sich zu achten...

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Was, verdammt noch mal, läuft falsch in unserem Schulsystem?

Durch Zufall bin ich eben auf einen interessanten und nachdenklich machenden Text gestoßen, den ich einfach nur mal hier festtackern möchte.

Einiges erinnert mich... anderes, so hoffe ich, wird die Tochterfamilie besser machen als geschildert... fünf Jahre noch, dann geht es los. Puh.

Wespen

Immer, wenn ich mein Schlafzimmerfenster nachts oder frühmorgens auf "Kipp" öffne, scheinen ganze Wespenfamilien hier einzuziehen. Mache ich nämlich danach das Licht an, kurven sie um die Lampe... grusel.... aber nicht nur zwei oder drei...........

Da bleibt mir völlig panisch nur mein Staubsauger - morgens um fünf. Vermutlich freut sich darüber mein Nachbar über mir? Vielleicht habe ich ein Wespennest in der Hecke unter dem Fenster?

Nachtrag vom nächsten Tag:
Manchmal ist man ja betriebsblind. Der Anstoß von jemandem genügte für einen "Klick" im Kopf bei mir... ja klar. Hausmeister hat dann offenbar sofort nach Eingang meiner Mail eine Firma beauftragt, deren Mitarbeiter mich umgehend im Büro anrief... sich sofort nach Ortsbesichtigung wieder meldete und berichtete, das Wespennest sei im 4. OG in einer Mauernische. Nun wird es einen Moment dauern, bis ein Termin mit den Mietern im 4. OG abgesprochen ist... und ich bekomme einen neuen Anruf, sobald ich wieder gefahrlos mein Fenster öffnen kann.

Immer noch kein Online-Banking für die alte Dame

Erinnert sich noch jemand an mein geschildertes Problem, die Zugangsdaten für das Online-Banking des Kontos meiner Mutter zu bekommen?

Außer vielen Versprechungen des Bearbeiters, der sinnigerweise derzeit offenbar im Urlaub ist, ist nichts weiter passiert.

Neue Mail an seine Kollegin ist eben raus. Das Theater dauert jetzt schon vier Wochen!

Jetzt gebe ich denen noch den Rest dieser Woche Zeit, dann stehe ich wieder dort am Tresen..

Update am nächsten Vormittag, zwei Mails und ein Telefonat später:

"...ich habe noch einmal mit unserer Hotline telefoniert. Der Fehler liegt daran, dass das Online Banking an eine Kontonummer angeknüpft ist, die nicht mehr im Bestand ist. Ich habe Ihnen einen neuen Antrag mit der aktuellen Kontonummer (Nummer ergänzt mit drei Zahlen vor einem / und ein paar Nullen nach der Nummer) vorbereitet, bitte senden Sie den Antrag erneut von Ihrer Mutter und Ihnen unterschrieben zurück. Dann sollte es nun endlich mit den Zugangsdaten funktionieren. Entschuldigen Sie bitte die Unannehmlichkeiten."

Was heißt überhaupt "nicht mehr im Bestand?" Diese Nummer existiert seit mindestens 1970 und das Konto wird dauerhaft aktiv genutzt. Muss ich das verstehen???

Dienstag, 11. Oktober 2016

Infusion

Wenn die erste Assistentin mit der vernarbten Armbeuge nicht klar kommt und sich so versticht, dass die Infusion ins Gewebe laufen möchte... (sie war einige Jahre lang meine bevorzugte "Stechtante" - scheint wohl bei mir aus der Übung zu sein)... und die Kollegin, die neulich noch Azubine war, holt...

Wir haben zu zweit meine Arme abgesucht nach Alternativen... (eine Vene am anderen Arm hält nichts aus und ist in der Vergangenheit einfach geplatzt, die zweite liegt sehr tief und ist nicht zu sehen, nur zu fühlen... hat sich heute aber total versteckt)... schließlich musste der Unterarm herhalten.

Dann lief die Infusion auch ganz gut, aber meine Psyche hat sich mit der Situation nicht wohl gefühlt... Schließlich musste ich überirdisch lange auf meine S-Bahn warten und bin spät nach Hause gekommen.

Bevor ich mir mein Essen heiß mache, habe ich (verboten...!) zwei Kleinkindeiswaffelchen gegessen - irgendwas in mir brauchte ein Trösterchen

Was, wenn die bevorzugte Vene nicht will oder die MTA falsch sticht und die Infusion neu gesetzt werden muss?

Unterarme, Handgelenke, Hände? (Handgelenke und Hände tun wiederlich weh und bekommen große blaue Flecken, die nach zwei Wochen noch nicht weg sind...)

Fragen, die sich alle paar Monate mal stellen...


Samstag, 8. Oktober 2016

Mit Luftnot durch den Alltag

Ich greife mal das Thema ... auf, ... was  "mir eh niemand abnimmt." (Person auf Facebook)

Ja, da habe ich auch so meine Schwierigkeiten!
Ich sehe gesund aus, etwas übergewichtig und dadurch eher "robust." Fahre jeden Morgen ins Büro und lebe (als Single) einen ganz normalen Alltag.
So weit, so gut.
Was niemand sieht:
Ich habe morgendliche Anlaufschwierigkeiten und muss daher recht früh aufstehen, dann beim Kaffee meine Medikamente inhalieren, warten bis sie wirken. (Ich gebe es zu, Facebook am Morgen und eine halbe Stunde TV Morgenmagazin gehören mit zu meiner Routine.)
Dann duschen und fertig machen - als Frau gehört auch Styling dazu, ich lege Wert auf mein Äußeres und gehe nie ungeföhnt und ungeschminkt aus der Tür.
Nur: Jede einzelne Minute im Morgenablauf ist durchgetaktet, es darf nichts dazwischen kommen! Verspäte ich mich, bekomme ich erst die übernächste Bahn später!
Warum die übernächste???
Ich habe zwar einen Schwerbehindertenausweis und darf jederzeit um einen Sitzplatz bitten (morgens, wenn die S-Bahn voll ist, wird auch die Luft knapp, weil sehr verbraucht!) - habt Ihr das mal ausprobiert?
Die jungen Leute haben Knopfhörer in den Ohren und bekommen nichts mit, die Blicke sind starr auf die Smartphones gerichtet (sie stellen sich tot?), die Männer ignorieren mich... wer ggf. aufsteht, sind ältere Frauen, denen ich ihren Sitzplatz gönne!!!
Ich weiß natürlich längst, welche S-Bahnen etwas leerer sind und lasse dann bedarfsweise die eine oder andere Bahn fahren, bis eine kommt, in der ich mich problemlos hinsetzen kann... (Ich habe eine halbe Stunde bis zum Hauptbahnhof, danach zwei Male umsteigen, aber ohne weitere Probleme.)
Am Hauptbahnhof beginnt dann die "Rennerei" durch die Treppen- und Tunnelsysteme. Ich bin nur ein wenig langsamer als die Masse, aber das genügt schon, um evtl. umgerannt zu werden. Beginnend damit, dass ich bei den Treppen (abwärts ist kein Problem für mich) gerne rechts am Handlauf gehe (ich habe auch noch ein Knie mit Macke und fühle mich sicherer, wenn ich im Zweifelsfalle mich schnell festhalten kann) und andere Leute damit ausbremse, weiter... mich freue, wenn die Rolltreppen aufwärts funktionieren!!!
Bei Rolltreppen außer Funktion könnt Ihr Euch vorstellen, dass ich dann, oben angekommen, gern irgendwo stehenbleiben und verschnaufen würde - aber nirgends ist Platz und Gelegenheit, überall wird gerannt... und zahlreiche Leute mit "Ziehköfferchen"/Trolleys kommen mir noch in den Weg, muss aufpassen, dass ich nicht falle...
Das Ganze setzt mich so unter Stress, dass ich im letzten Abschnitt mit der U-Bahn dann schon ziemlich "erledigt" bin.
Aussteigen - an den meisten Tagen ist die Rolltreppe in Ordnung, ca. 50 m noch bis zur Firma... bin ich knapp mit der Zeit, gehe ich auch (aus Versehen und Reflex!) noch viel zu schnell und komme völlig aus der Puste an ;-)
Meine Kollegin sieht mir seit einiger Zeit an, wenn es mir nicht so gut geht und lässt mich ein paar Minuten in Ruhe, neuerdings hat auch meine Chefdame schon mal etwas wahrgenommen...
Ich habe Glück, dass ich im Büro arbeite. Allerdings muss man auch dabei manchmal durch die Räume gehen, hier und dort etwas erledigen (was ich völlig in Ordnung finde, außerdem strengt auch das stundenlange Sitzen an!)... nach einer Runde durch die Firma wird mir manchmal die Luft knapp, was ich eigentlich erst merke, wenn ich unmittelbar danach, ich sitze noch gar nicht wieder, ans Telefon gehen muss. Hole dann zwei Male tief Luft und melde mich dann - noch im Stehen...
+++
Ich habe einen GDB von 50, was meinen Chef (und seine Frau, die sich um Personalsachen kümmert) verwunderte, am meisten ärgert man sich darüber, dass ich fünf Tage mehr Urlaub habe als alle, dass ich aber wirklich eingeschränkt bin, nimmt niemand wahr.
Außer meiner Kollegin, die inzwischen sehr wohl weiß, dass ich keine Ordner schleppen kann, ich Schwierigkeiten habe, mich zu bücken, weil mir dann die Luft abgeklemmt wird (das betrifft auch das Ausräumen der Spülmaschine in der Firma)... aber wir führen ja auch seit vielen Jahren so eine Art "Zwangsehe"...
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Ich lebe alleine und versorge mich alleine. Das bedeutet, ich muss einkaufen und Einkaufstaschen schleppen. Mein "Hackenroller" kommt immer dann zum Einsatz, wenn ich absehen kann, dass ich etwas mehr einkaufe. Aber bei "ein paar Dingen am Feierabend" gleich auf dem Rückweg von der Arbeit verliere ich auch gern mal den Überblick und kaufe zu viel ein... muss dann sehen, wie ich (langsam! mit Pausen...) den Rückweg bewerkstellige.

Von der Straße führt eine Treppe zur Ebene meiner Wohnanlage hoch, 2 x 9 Stufen mit Absätzen und einem Plateau dazwischen. Wenn ich gedankenverloren die ganze Treppe plus den Rest bis zur Haustür gehe, habe ich einen guten Tag! Meistens muss ich, oben angekommen, eine Pause einlegen... dann suche ich in meiner Handtasche schon mal meinen Haustürschlüssel... bin für die Nachbarschaft relativ unauffällig.
Geht es mir nicht so gut oder habe ich Einkäufe zu tragen, manchmal reicht es auch, wenn in meiner Handtasche ein "Extra" ist, muss ich oben angekommen erstmal verschnaufen. Mich haben schon Nachbarn gefragt, ob ich "in Ordnung" bin. Nur kann ich in dem Moment gar nicht sprechen, dafür fehlt mir die Luft. Später nochmal darauf angesprochen, reagierten sie verärgert, sie hätten "ja gar nichts gesagt." (Ausnahme ist ein Nachbar, mit dem ich gelegentlich ins Gespräch komme, der die Situation richtig einschätzt und so lange selber redet, bis ich wieder sprechen kann!) Ich selber finde die Verschnaufpause gar nicht so schlimm, habe die Gelegenheit, meinen Schlüssel schon mal aus der Tasche zu holen... Vermutlich alles Gewohnheitssache?
Dann noch 50 oder 100? Meter, dann bin ich bei meiner Haustür *schnauf* - nochmal ein paar Stufen, bis ich in meiner Wohnung bin. Dann Pause. Außer, wenn ich Tiefkühlware eingekauft habe, die muss noch sofort in den Gefrierschrank. Ansonsten bleiben die Einkäufe erstmal eine halbe Stunde stehen und liegen, bis ich wieder einen akzeptablen O2-Wert von > 90 % habe.
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Die Beispiele sind aus meinem Alltag gegriffen, decken natürlich nicht die ganze Bandbreite ab...
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Bei meinem ganzen "Geschwafel" geht vielleicht das Wichtigste unter...? Ich sehe gesund aus, arbeite normal, versorge mich alleine... und bin trotzdem an manchen Tagen ziemlich "am Ende," was niemand mitbekommt.

Bezüglich meiner Arbeit wirke ich normal -- gelegentlich frage ich einen Kollegen... ich habe (immer schon) Angst, auf eine Leiter zu steigen (um Sachen aus der Ablage zu suchen, die auf unserem Schrank ist!)... schwere Ordner schleppe ich nicht ins Archiv...
Die Kartons mit dem Endlospapier für den Nadeldrucker kann ich auch nicht schleppen und einspannen (bücken und beugen, hinknien), da frage ich auch schon mal - meine Kollegin weiß Bescheid aber manchmal ist sie ja auch im Urlaub oder krank...

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Alltagsgedanken. Ich arbeite in Vollzeit. Ich fahre an manchen Tagen in einem regelmäßigen Turnus zu meiner Mutter (89 Jahre alt) und kümmmere mich um dies & das..., an manchen Wochenenden fahre ich (mit Öffis) zur Tochter, um ihr mit den Babys zu helfen (macht glücklich, strengt aber auch sehr an!), wenn ihr Mann arbeiten muss (Schichtdienst)... bin manchmal ziemlich geschafft hinterher ;-)
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Selten, viel zu selten, mache ich etwas Besonderes (Kunst, Kultur...), komme viel zu spät nach Hause... aber es tut mir gut!
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Meine Kollegin hat geheiratet. Ich bin eingeladen worden zur Trauung und anschließendem Empfang mit Essen... zusammen mit den “älteren Leuten”... weil ich eine Feier am Abend bis zum nächsten Morgen nicht mehr durchhalte... schon seit vielen Jahren nicht mehr tanzen kann (was ich leidenschaftlich gern gemacht hatte)... außerdem sind die meisten Kollegen starke Raucher... Das ist okay und auch mit mir abgesprochen... Zu den Firmenweihnachtsfeiern gehe ich seit Jahren nicht mehr... aus den gleichen Gründen... Ich bin meistens um 21 Uhr bettreif... halte keine langen Abende mehr durch... Ein Essen zu später Stunde macht mich “schachmatt” - dann habe ich nur noch knapp genug Luft für einen Heimweg...
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Ein Alltag mit dieser Krankheit ist möglich, anstrengend, notwendig, muss sein..
Résumé: Alles ist gut, so lange du normal fuktionierst. Was dir tatsächlich Schwierigkeiten macht, bekommt sowieso fast niemand mit.
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Was ich bisher vergessen habe bei meinem Bericht... Urlaub!
Seit ein paar Jahren verreise ich. Allein, weil ich Single bin. Ich habe mich in Italien verliebt, lerne seit einigen Jahren die Sprache (oder versuche es zumindest). Da es immer Flüge von höchtens zwei Stunden Dauer sind (Norditalien wird leider von Hamburg nicht mehr direkt angeflogen!), meistens mit Stopp und Wartezeiten (in Frankfurt oder Wien oder Paris)... komme ich ganz gut klar.
Wichtig ist für mich, mein Handgepäck sehr reduziert zu halten, denn die Wege durch die Flughäfen sind für mich sehr anstrengend - je mehr Handgepäck = Schlepperei, desto schlimmer... ansonsten ist es eigentlich gut, wenn nach einer Stunde eine Pause eingelegt wird, ich bin nicht so erschöpft wie nach einem zweistündigen Flug, den ich aber auch relativ gut überstehe. (Bin bisher nach Rom, Florenz, Verona geflogen. Und Dublin, ja, nicht Italien ;-) ) Auf alle Fälle bin in ich am Anreisetag dann - in der Unterkunft angekommen - ziemlich “platt.”
Ob ich längere Strecken überhaupt fliegen darf, bleibt zu untersuchen, wenn ich ein entsprechendes Ziel auf meine Reise-Wunschliste setze...
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Nicht über die Krankheit sprechen, weil sie mir sowieso niemand abnimmt... mit wem denn überhaupt sprechen?
Meine Kollegin versteht mich, wenn ich es ihr erkläre. Meine Chefdame (und dadurch mein Chef) versteht nichts, aber respektiert, wenn ich schnaufe. (Blöd, wenn ich ans Telefon gehe und der Gesprächspartner fragt, ob ich gerannt bin...) Meine Kollegen begreifen nichts, helfen mir aber, wenn ich explizit darum bitte. Meine Familie... klar... ist aber im Alltag nicht um mich. Meine Nachbarn... Mehrfamilienhaus, kennen mich kaum. Ich wohne zwar seit 35 Jahren hier, aber die Anderen nicht...
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Nachtrag, weil ich ein wichtiges Thema ganz vergessen habe: DAS WETTER!
Das Wetter ist für mich nie so wie für gesunde Leute:
Freuen Andere sich über “schönes” warmes Sommerwetter, so ist es für mich zu heiß, zu trocken - ich schleppe mich dann so durch den Tag. Dass mein letzter Urlaub mit der heißen Periode Ende August/Anfang September zusammenfiel, war mein persönliches Pech, ich war so schlapp und knapp mit der Luft, dass ich auf meine Ausflüge verzichten musste und nur die notwendigen Programmpunkte erledigen konnte.
Hinterher, wieder im Büro, dann der Text, ich hätte ja super Wetter im Urlaub gehabt... mein Kommentar, das es für mich nicht so super war, traf auf Unverständnis. Oder es ist zu feucht, zu schwül... Das, was für mich super ist, sind Temperaturen von 20-25 Grad, gerne auch Regen - aber nur mit etwas Wind dabei - oder Sonnenschein in Frühjahr und Herbst. Ungünstig ist auch “knackige Kälte” im Winter, wenn mir förmlich die Luft abgeschnitten wird...