Samstag, 25. März 2017

Gelesen: Ein Vampir im Handgepäck

Ein Vampir im Handgepäck (Roman)
aus dem Amerikanischen " Runaway Vampire"
von Lynsay Sands
Lyx Taschenbuch, Bastei Lübbe
ISBN 978-3-7363-0233-4

Warum dieses Buch? Sehr, sehr simpel... auf der Suche nach einem Bilderbuch sprang mich dieses Buch vom Nebentisch dank seiner sommerlichen Umschlaggestaltung an.

Klappentext:
"Der Vampir Dante Notte hat bereits davon gehört, dass Liebe wehtun kann - er hat jedoch nicht damit gerechnet, dass sie ihn frontal mit einem Wohnmobil trifft! Und was sind schon gebrochene Rippen und eine verletzte Lunge verglichen mit der Erkenntnis, dass Mary Winslow, die Fahrerin, seine Seelengefährtin ist. Doch was eigentlich ein Glücksfall sein sollte, bedeutet für Mary Gefahr: Denn die Männer, die bereits Dantes Zwillingsbruder gefangen nahmen, sind nun auch hinter ihr her. Nur Dante kann sie jetzt noch beschützen und damit Mary überzeugen, dass sie für immer zusammengehören"

In Erinnerung an ihren verstorbenen Mann Joe fährt Mary mit dem Wohnmobil zum letzten Mal ihre alte Route von Kanada zu ihrem Urlaubsdomizil in Texas. Einzige Begleitung ist Bailey, ihr Schäferhund. Es ist schon dunkel, Mary ist müde von der langweiligen Fahrerei auf der Landstraße, da scheint sie etwas zu überfahren, sie humpelt zwei Mal mit dem Wohnmobil über irgendwas drüber, hatte aber kein Hindernis, auch kein Tier, gesehen. Obwohl es ihr ein wenig unheimlich scheint, steigt sie aus, um die Ursache zu finden, aber auch die Taschenlampe hilft dabei nicht. Sie steigen wieder ins Wohnmobil, in dem sich zahlreicher Inhalt einiger Schränke durch die plötzliche Bremsung verteilt hat. Während sie Ordnung schaffen möchte, findet sie auf dem Boden zwischen Schlafbereich und Bad eine unbekannte männliche Person, offenbar schwer verletzt und blutend.

Sie fährt den nächsten Rastplatz an und holt Hilfe, darunter ein Arztehepaar und einige Trucker. Nacheinander steigen sie ins Wohnmobil und verlassen es einige Zeit später wieder mit seligem Gesichtsausdruck und verkünden, es sei alles in bester Ordnung.

So lernt sie Dante Notte kennen, seines Zeichens Vampir mit italienischen Wurzeln.

"Sie wollen doch nicht allen Ernstes behaupten, dass er den Verstand anderer Leute kontrollieren kann, wie?" fragte sie und lachte dabei nervös.
"Ihren kann er jedenfalls nicht kontrollieren, sonst würden wir jetzt nicht diese Unterhaltung führen," konterte er bissig.
"Wie bitte?" krächzte sie.
Ein Seufzer war am anderen Ende der Leitung zu hören.
"Er hätte nicht über seine speziellen Fähigkeiten reden dürfen. Das unterliegt alles strengster Geheimhaltung und geht die Öffentlichkeit nichts an. Wo ist er? In Ihrer Nähe kann er jedenfalls nicht sein, sonst hätte er Sie niemals diesen Anruf tätigen lassen."

Würde ich jetzt mehr erzählen, hättet Ihr beim Selberlesen der Geschichte nicht mehr halb so viel Spaß! Es gibt wilde Verfolgungsfahrten, noch einen Unfall, eine mysteriöse Veränderung, Sex.

Ein heiterer, auch spannender, einfach kurzweiliger Roman. Andere Menschen lesen Romanheftchen, ich denke, ich werde (mehr) Vampirromane lesen, wenn ich einfach nur entspannen möchte. Dieses war, was ich vorher nicht wusste, vor dem Kauf nicht beachtet hatte, Band 23 einer ganzen Serie. Für Nachschub ist also gesorgt.

Freitag, 24. März 2017

Es frühlingt so vor sich hin

Heute früh war es noch frostig, aber bei stahlendblauem Himmel wurde es gegen Mittag ein richtig schöner Frühlingstag.


Außer meiner üblichen Terrassenbegehung (um weitere frisch erblühte Blümchen zu begrüßen)...



(Sieht hier jemand die dicke Hummel? Vergrößern! Sie ist voller Blütenstaub.)


 ... samt des Traktierens meiner DigiCam natürlich, habe ich noch ein paar Samenkörnchen verteilt... ich netzwerke so vor mich hin, da gehören nun natürlich auch Gartenfreunde dazu. So hoffe ich, dass hier...


... irgendwann dann Wunderblumen blühen mögen. (Denn alle kahlen Stellen kann ich nicht sofort und auf der Stelle zupflanzen, da kommen bunte Sommerblumen gerade recht.)

Krämpfe

Seitdem ich Medikamente inhalieren muss, also nun etwa sechseinhalb Jahren, erlebe ich immer wieder Zeiten mit häufig wiederkehrenden Fußkrämpfen. Genauer: Der Spann krampft schmerzhaft, in seltenen Fällen kommen Wadenkrämpfe hinzu. Immer nachts. Dann springe ich wie angestochen aus dem Bett, stütze mich irgendwo ab und presse die Fußsohle auf den Boden. Dann löst sich der Krampf, droht aber, gleich wieder zu kommen. Also muss ich noch ein wenig herumlaufen... Lege mich wieder hin, und wenn ich Glück habe, kann ich den Rest der Nacht ruhig schlafen.

Oft aber wiederholt sich das Ganze im Zehnminutentakt. Heißt, ich schlafe zehn Minuten, da weckt mich der nächste Krampf, ich springe aus dem Bett... usw. usw. In schlechten Zeiten habe ich insgesamt vielleicht drei Stunden geschlafen, bevor ich aufstehen und den Tag beginnen muss.

Ursache ist vermutlich das in den Medikamenten enthaltene Formoterol. Das ich brauche.

Manchmal habe ich monatelang Pause, und ich vergesse das Ganze. Bis es wieder losgeht.

Hilfreich sind drei Dinge:

1. Magnesium, und das reichlich. Die Tütchen Magnesium Verla sind eine Lachnummer und bewirken überhaupt nichts.

2. Warme Füße, also möglichst mit Socken ins Bett gehen und eine zusätzliche Decke über die Füße legen.

3. Immer die selben Schuhe tragen!!!

Das mit den Schuhen funktioniert natürlich nicht. Im Winterhalbjahr haben alle Stiefeletten ungefähr die selbe Absatzhöhe und einen identischen Schnitt, meine Einlagen passen auch rein. Und Ruhe herrscht.

Nun habe ich pünktlich Anfang März mich von den Winterschuhen für diese Saison verabschiedet und die ersten flachen Schuhe angezogen. Meine Frühjahrs-Sommer-Herbstschuhe sind etwas unterschiedlich, manche ganz flach, manche mit wenig Absatz, meistens aber Ballerinas...

Seit ein paar Wochen habe ich häufig einen Anflug von Krämpfen, die ich manchmal noch im Halbschlaf gelöst bekomme... aber... letzte Nacht...!!! Puh.

Seit einigen Wochen löse ich ein Magnesiumpulver in einer Wasser-Saft-Mischung auf und trinke es über den Tag verteilt. Eigentlich deshalb, weil es empfohlen wird, wenn man Vitamin D (und K...) substituiert... aber Mittwoch - ich bin seit Montag wieder am Arbeitsplatz - war mir nicht gut, ich hatte böse Bauchschmerzen und letztlich mindestens am Abend auch Fieber, so dass ich Donnerstag praktisch nichts essen mochte. Und mir auch kein Magnesiumgetränk gemixt habe. Was sich offenbar böse gerächt hat.

Und die große Flasche mit dem Getränk, die hier vor mir steht, bekomme ich unmöglich bis zur Schlafenszeit ausgetrunken... Juchhu, das Leben ist schön. Oder so ähnlich

Mal wieder verlaufen

Geht es noch einer so wie mir? "Wenn es die Möglichkeit gibt, dass ich mich verlaufe, verirre, dann mache ich das auch." Das scheint das Motto meines Lebens zu sein.

Gestern. Krankenhausbesuch. Ich kenne die Örtlichkeiten von vor drei Jahren. Der Bus hält dort, kleiner Nebeneingang, gleich das erste Haus. Kein Problem.

Rückweg. Dunkel. Gehe ich nun links oder rechts? Geradeaus ist Grünfläche. Gehe schräg links und komme irgendwo an. Aber wo? Kleine Straße. Dort fährt kein Bus.

Dem einzigen Wegweiser gefolgt - sicher ist sicher - Richtung S-Bahn. Viertelstunde mutterseelenallein übers dunkle Krankenhausgelände bis zur Bahn. Hm. Ich nun wieder

(Ich werde wohl einige Tage Zeit haben, das zu perfektionieren, das nächste Mal hoffentlich bei Tageslicht.)

Stadt: Hambug
Krankenhaus: Eilbek
S-Bahnhof: Friedrichsberg
Patient: Mutter

P.S. In solchen Situationen vergesse ich natürlich immer, dass ich ein "schlaues" Handy mit google maps habe, das mich finden und leiten kann... das Teil liegt dann warm und sicher in meiner Handtasche. Ich eben.

Sonntag, 19. März 2017

Neuzugänge auf der Terrasse

Am Donnerstag war Frühlingswetter und beim Discounter gab es Hortensien und Rhododendren. Ich schnappte mir also meinen Hackenroller und besorgte jeweils eine Pflanze, die ich am selben Nachmittag noch aussetzte, denn für Freitag und dieses Wochenende war ja wieder schlechteres Wetter vorhergesagt...



Mein obligatorischer Fotorundgang ergab...


... dass die weißen Krokusse ab sofort blühen...


... und die Zwergnarzissen aufgewacht sind, viel früher als die normalen, von denen außer Blattwerk noch nichts zu sehen ist.

Da meine Forsythie im Herbst arg zrück geschnitten wurde und nur ganz spärlich blühen wird, wurde sie jetzt zum Osterbaum.

Freitag, 17. März 2017

Gelesen: Leise stirbst du nie

Leise stirbst du nie (Thriller)
von Daniel Annechino
aus dem Amerikanischen "They Never Die Quietly"
Ullstein Taschenbuch
ISBN 978-3-548-28262-6

Warum dieses Buch? Preisreduziertes Mängelexemplar, folglich vom Remittendentisch.

An Stelle des Klappentextes:

Buchrückseite

DU HAST GESÜNDIGT.
Dafür wirst du sterben.

ICH WEINE NICHT LÄNGER.
SO ALSO WERDE ICH STERBEN.
Er wird den kalten Stahl benutzen.

ICH SCHLIESSE MEINE AUGEN
UND BEGINNE ZU BETEN...

Aus dem Text vom Vorsatzblatt

"San Diego, Kalifornien. Detective Samantha (Sami) Rizzo und ihr Partner Alberto Diaz von der Mordkommission stehen vor einem schwierigen Fall. Immer wieder tauchen allein gelassene Kinder in Einkaufszentren auf, immer wieder finden sie tote Frauen in kleinen Kirchen auf dem Land. Was steckt dahinter? Fieberhaft fahnden die beiden Detectives nach einem unheimlichen, mysteriösen Killer, der es offenbar auf Mütter mit kleinen Kindern abgesehen hat.
. . ."

Schon der Prolog wirkt auf mich wie ein Donnerknall, dann ein Sog. Selten hat es ein Buch geschafft, mich innerhalb von einer Minute in seine Geschichte hinein zu ziehen, mich das Grauen zu lehren und mich gleichzeitig zu faszinieren. Genau in dem Moment, in dem ich denke, ich halte es nicht mehr aus, beginnt das erste Kapitel mit einem Szenenwechsel. Ich atme auf, nur einen Moment, da bahnt sich bereits Schreckliches an.

Simon genoss diesen Teil der Jagd. Er war wachsam, lauerte einer weiteren Seele auf, die geläutert werden müsste. Wie eine hungrige Straßenkatze einen verletzten Vogel verfolgt, so musste er auf den richtigen Moment warten, bevor er losschlug.

Sami und Al leiten das Ermittlungsteam, nur allmählich kristallisieren sich einige wenige Einzelheiten zur Person und Persönlichkeit des Täters heraus, auch mit Hilfe der Kinder, die ihre Mütter nie wieder sehen würden. Übereinstimmend sprechen sie von einem sehr großen und freundlichen Mann mit dunklen Haaren und blauen Augen.

Bei der ehrenamtlichen Ausgabe von Essen an Obdachlose lernt Sami jemanden kennen, der sie auf ihre Rückenschmerzen anspricht, er sei Physiotherapeut und könne ihr helfen. Sami, seit Jahren geschieden und alleinerziehende Mutter von Angelina, zwei Jahre alt, fühlt sich zu ihm hingezogen... verabredet sich mit ihm zum Essen, sagt wieder ab, aber er bleibt hartnäckig.

Die familiären Probleme von Sami werden nebenher geschildert, ihr geschiedener Mann wird ermordet - und der Vorgesetzte der Detectives übt Druck aus auf die Ermittler, das Team wird vergrößert, doch Ratlosigkeit greift um sich.

Inzwischen ist Sami sich sicher, dass ihr "Verehrer" der gesuchte Serienkiller ist; sie sieht keine andere Möglichkeit, als sich mit ihm zu verabreden - ohne Al oder ihr Team zu informieren.

Obwohl Simon seine wahren Gefühle sehr gut verbergen konnte, machte ihn lockeres Geplauder mit einer Auserwählten krank. Bis er sie in seinem Erlösungsraum eingesperrt hatte, musste er so tun, als ob das Ganze ein Date sei und die Rolle des charmanten Verehrers spielen. Wenn sie nur wüsste, was er mit ihr vorhatte. Detective Sami Rizzo würde sicher nicht einfach zu überwältigen sein. Mit den anderen war es ein Kinderspiel gewesen.

Hier beginnt eine andere Art von Spannung, das absolute Grauen verlässt mich beim Lesen. Stattdessen beginnt einerseits die fieberhafte Suche von Al, nachdem Samis Mutter die kleine Angelina vermisst gemeldet hat, sein Rückfall in die Nikotin- und Alkoholsucht - allerdings offenbar einmalig - andererseits folgt man Samis Gefühlen und Plänen, wie sie Simon entkommen könnte.

Da in den meisten Büchern am Ende der und das Gute siegt, bange ich hier nicht wegen der Sorge um Sami sondern wegen der Art und Weise, wie sie entkommt und was Al damit zu tun hat.


Absolute Leseempfehlung für Leute mit starken Nerven.

St. Patrick's

Happy St. Patrick's Day

(Irgendwie vermisse ich die Besuche in Dublin schon...)

Passend zum Tag und zum Land... Real Irish Ghost Stories, ist mir gerade wieder in die Hände gefallen, ebenso ein anderes Buch, aber das ist noch ungelesen...

Mittwoch, 15. März 2017

Gelesen: Wer Blut vergießt

Wer Blut vergießt (Kriminalroman)
von Deborah Crombie
Goldmann Taschenbuch
ISBN 978-3-442-47466-0

Warum dieses Buch? Preisreduziertes Mängelexemplar, folglich vom Remittendentisch.

Klappentext:
"Ein eisiger Januartag in London, eine gefesselte Leiche, der Beginn einer bizarren Mordserie.

London an einem eiskalten Tag im Januar: Detective Inspector Gemma James und ihre Assistentin Detective Sergeant Melody Talbot werden zu einem Tatort gerufen: Rechtsanwalt Vincent Arnott liegt tot in einem Hotelbett – nackt und mit gefesselten Händen und Füßen. Ein Sexspiel mit tödlichem Ausgang oder ein Verbrechen? Als jedoch kurz darauf ein weiterer Anwalt auf dieselbe Weise zu Tode kommt, ist klar, dass es sich um Mord handelt. Haben es Gemma und Melody mit einem Serienmörder zu tun?"

Es war Jahre her, dass sie zuletzt eine englische Kirche betreten hatte. Ob die Türen am frühen Abend dieses trostlosen Januartages wohl verschlossen sein würden? Einer plötzlichen Eingebung folgend wartete sie, bis sich eine Lücke im Verkehr auftat, überquerte mit raschen Schritten die Charing Cross Road und bog in die Denmark Street ein.

Und dann blieb sie erneut stehen und starrte wie hypnotisiert in die Schaufenster der Geschäfte, deren Auslagen hell erleuchtet waren, obwohl sie bereits geschlossen hatten. Wie hatte sie das vergessen können? Das hier war die Straße der Gitarren. Die Instrumente mit ihren elegant geschwungenen Formen und glänzenden Lackierungen schienen sie magisch anzuziehen. 

So beginnt eine Geschichte, die ihren Anfang fünfzehn Jahre zuvor genommen hatte und nun in mehr als einem Mord gipfelt.

Den Mordermittlerinnen Gemma und Melody bleibt im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg, als sie zur Leiche des Rechtsanwaltes Arnott in eine billige Absteige gerufen werden...

Die für mich übliche Verwirrung beginnt. Das halbe Morddezernat scheint miteinander befreundet, zum Teil auch verheiratet zu sein, es werden mal Vornamen, mal Nachnamen oder Dienstgrade genannt, das macht es für mich am Anfang etwas schwierig, den Einstieg zu finden. Es wird aus dem Privatleben der Ermittler erzählt, es geht u.a. um die Pflegetochter Charlotte, und ganz allmählich kristallisiert sich heraus, dass man auch privat bekannt ist mit einigen Personen, die aus Ermittlungsgründen befragt werden müssen, es wird ein komplexes Muster aus Beziehungen gewoben.

Außerdem gibt es immer wieder Rückblenden aus dem Leben von Andy, dem Gitarrenspieler, der kurz vor dem Durchbruch und einer glänzenden Karriere zu stehen scheint. Fünfzehn Jahre zuvor war er ein "gefährdeter Jugendlicher" gewesen, und die Nachbarin Nadine hatte sich ein wenig um ihn gekümmert, bis... unheilvolle Ereignisse ihren Lauf genommen hatten.

Der Krimi spielt in London in Chrystal Palace, einer Gegend, die durch kleine Zitate aus verschiedenen Quellen vor jedem Kapitel ein wenig mehr erklärt wird..

"Duncan, unser Andy hat mich gerade angerufen und gesagt dass Gemma heute Morgen bei ihm war und ihn vernommen hat. Es ging irgendwie um 'nen anderen Mord und 'nen Jungen, den er von ganz früher kannte, und was ich gerne wüsste, ist, wie Gemma eigentlich darauf kommt, dass er irgendwas darüber wissen könnte?"

Kincaid, der sich noch nicht ganz sicher war, ob das nun eine Frage war oder nicht, sagte nur: "Nun mal langsam, Tam. Du hast doch gewusst, dass das Gemmas Fall ist, dieser erste Mord in Chrystal Palace. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es eine Verbindung zwischen den zwei Verbrechen gibt."

Dem zweiten Mord, der ein ähnliches Muster wie der erste zu haben scheint, folgt die Suche nach den Verbindungen zwischen den Opfern. Es waren beides Prozessanwälte, aber auf den ersten Blick war das schon alles... Der detektivischen Kleinarbeit des Ermittlerteams gelingt am Ende die fast überraschende Aufklärung, natürlich.


Ich habe diesen Krimi gern gelesen und werde, wenn ich weitere Bücher aus dieser Serie finde, gern mehr von diesen Londoner Ermittlern lesen. Klare Empfehlung also.

Heimatkunde: Neues Jahr, neue Fotos

Es geht wieder los, ich fotografiere alles, was nicht schnell genug entkommt.

Gestern war ich zu früh dran, hatte einen Arzttermin zu einer anderen Uhrzeit als üblich und musste noch ein bisschen Zeit herum bekommen. Da lag nichts näher, als die Smartphone-Linse auf die Fassaden zu richten...

Im Laufe der Jahre ist zwischen die alten Gründerzeit-Häuser viel Neues mit Glas gesetzt worden - macht Euch gerne selbst ein Bild:






 

Alles in den Colonnaden zwischen Gustav-Mahler-Platz und Esplanade...

Dann hätten wir hier noch das Spielcasino in der Esplanade... vor vielen Jahren (zwanzig!) war hier die DG Bank ansässig, wo ich mal ein paar Wochen gearbeitet habe. Ich zitiere hier aus der Wikipedia: "Bei der anschließenden Renovierung wurde im ersten Obergeschoss eine kleine Einkaufspassage mit Läden eingefügt, die durch eine Fußgängerbrücke als Verlängerung von der Dag-Hammarskjöld-Brücke und über die Esplanade durch eine Brücke von den Colonnaden zu erreichen war. 2005 wurden die Brücken wieder abgerissen und die Ladenpassage geschlossen. Es erfolgte dann ein kompletter Umbau zum Casino und Restaurant." Das hatte mich, als ich vor Jahren begann, regelmäßig zum Doc in den Colonnaden zu gehen, etwas verstört. Ich war lange nicht dort gewesen und erinnerte mich an die Rolltreppe zur Brücke, den Durchgang in die Einkaufspassage... war das doch Teil meines Arbeitsweges gewesen. Plötzlich sah alles so verändert aus. Vertraut-unvertraut.


Und der Blick auf die Esplanade-Hochhäuser, eines davon einst das BAT-Haus, eines das Finnland-Haus.


P.S. Ich darf nächste Woche wieder ins Büro gehen und hoffe, dass es das jetzt war! Ich habe eine Menge privater Termine in Kürze - und eine gebuchte Reise.

P.S. von P.S.: Frühling ist, wenn die Hamburger die Stühle vor die Tür stellen, auch wenn es gerade mal 10 °C sind!


Wikipedia-Link zu den Colonnaden, der mir auch vieles erklärt hat. (Das hat man davon, wenn man ein paar Jahre dort nicht gewesen war. Ich muss mal meine älteren Fotos suchen...)

Es blüht

Wenigstens ein bisschen.

Der erste grünliche Schimmer draußen lässt sich fotografisch noch nicht in Szene setzen, er ist noch kaum wahrnehmbar. Ich bin viel zu ungeduldig, stelle ich immer wieder fest.

Außer einem Weg zur Post hatte ich keine Erledigungen zu machen, wenn man davon absieht, dass ich ein, zwei spezielle Samentütchen suchte - die weder mein örtlicher Drogeriemarkt noch Rewe im Sortiment hatten. (Die bekomme ich jetzt aus anderer Quelle.)


Der erst seit kurzem ansässige Blumenladen hat Deko vor der Tür - und Mittagspause. Wer schließt denn noch über Mittag? Na ja.


Dafür ergibt meine Terrassenbegehung kleine Überraschungen:


Ich kann mich nicht an eine Zwiebeltütenbeschriftung in Richtung Mini-Iris oder Kleinstlilie erinnern, deshalb bin ich so freudig überrascht.


Das hier scheint ein Relikt aus früheren Jahren zu sein, eine vermutlich degenerierte Narzisse. Ich finde sie ganz bezaubernd, kaum daumengroß, blüht das Blümchen so vor sich hin.

Hatte ich schon gesagt, wie schön ich den Himmel finde, seitdem ich wieder so viel davon sehen kann? (Seitdem meine Terrasse wieder freie Sicht zulässt?)


Montag, 13. März 2017

Der Frühling ist bei mir ausgebrochen

... anders lässt es sich nicht erklären, dass ich vom Lebensmitteleinkauf wieder zwei Pflanzen mitgebracht habe. Jetzt stehen sie zusammen in einem großen Topf, und ich hoffe, dass sie nicht noch erfrieren werden:


Ansonsten habe ich die übliche Terrassenbegehung gemacht - jeder Sonnenstrahl weckt irgendwelche Blümchen auf, scheint mir.




P.S. Fieberfrei aufgewacht. Mal hören, was der Doc morgen sagt.

Sonntag, 12. März 2017

Fieber

Ich bin begeistert. So erklärt sich, warum ich schon gestern so schlapp und antriebslos war... Heute Nachmittag dann zum Thermometer gegriffen. Irgendwie ist es nicht lustig, wenn man während laufender Antibiose ganz neu Fieber bekommt.

Weil ich sonst irgendwie nichts machen kann, lese ich. Bald habe ich den nächsten Krimi durch. (Das Fernsehprogramm wird, wenn man länger als ein paar Tage krank ist, geradezu unterträglich!)

Samstag, 11. März 2017

Krokus

Nach dem Besuch von P. mit der Vierjährigen bin ich, obwohl es sehr nett und vollkommen unanstrengend war, doch irgendwie geschafft. So gehe ich heute nicht mehr raus, erfreue mich aber daran, dass ein paar mehr Sonnenstrahlen die Krokusse locken...


Gelesen: Der Schatten des Chamäleons

Der Schatten des Chamäleons (Psychothriller)
von Minette Walters
Goldmann Taschenbuch
ISBN 978-3-442-46796-9

Warum dieses Buch? Vom öffentlichen Bücherschrank mitgenommen, weil Minette Walters für Qualität bürgt.

Klappentext:
"Das Fremde in dir - wehe, wenn es erwacht!
Charles Acland erleidet eine schwere Kopfverletzung, die nicht nur sein Gesicht zeichnet, sondern vor allem seine Seele zutiefst verwundet. Der bisher als heiter und offen geltende Charles entwickelt sich zu einem unberechenbaren Mann, der seine Umwelt terrorisiert. Das Beängstigende: Charles ist sich seiner Persönlichkeitsveränderung bewusst, steht aber seinen eigenen Ausbrüchen vollkommen hilflos gegenüber. Als er nach einer Auseinandersetzung mit einem Mann in den Verdacht gerät, mit einer Mordserie in Verbindung zu stehen, sind weder er noch die Polizei sich sicher, ob er der gesuchte Killer ist ..."

Eingeflochten in die eigentliche Handlung sind immer wieder Zeitungsberichte, Arzt- und Polizeiprotokolle. So beginnt denn dieses Buch gleich mit der Schlagzeile "Mordopfer brutal erschlagen."

Bei einem Sprengstoffattenat im Irak wird Charles Acland schwer verletzt. Zwei seiner Kameraden sterben dabei, er wird nach Birmingham ausgeflogen, wo er mehrfach operiert wird. Ein Auge ist nicht zu retten, so dass er piratengleich künftig eine Augenklappe trägt, seine eine Gesichtshälfte wird metallverstärkt und hauttransplantiert so gut es geht wieder aufgebaut. Jedoch bleibt der 26jährige Charles Acland, Lieutenant Charles Acland, um genau zu sein, für den Rest seines Lebens entstellt.
Noch im Krankenhaus wird er von Dr Willis psychiatrisch betreut, auch von Dr. Willis finden wir im Buch Auszüge aus Protokollen. Bald fällt auf, dass Charles ein problematisches Verhältnis zu seiner Mutter hat sowie mit Aggression reagiert, so bald die Sprache auf seine Ex-Verlobte kommt.

Acland sah sich die kleine Pantomime an, wie sein Vater überfürsorglich seine Mutter ins Zimmer geleitete, um Abschied zu nehmen, und fragte sich, weshalb er überhaupt keine Schuldgefühle hatte. Vermutlich lag es daran, dass er diese Frau endlich in die Knie gezwungen hatte. Er fügte sich ihrem Bedürfnis, alles Unangenehme unter den Teppich zu kehren, und sagte, es täte ihm leid, ja ließ sich von ihr sogar auf die Wange küssen, aber sie wussten beide, dass es Theater war. Der Händedruck, mit dem er sich von seinem Vater verabschiedete, war etwas herzlicher, doch auch nur, weil er wusste, welche Vorwürfe den Mann wegen des Fehlverhaltens seines Sohnes erwarteten.

Mehr und mehr neigt er zu unvorhersehbaren Gewaltausbrüchen, was ihm, nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen ist und er in einem Pub massiv überreagiert, die Bekanntschaft von Dr. Jackson, die sich selber nur "Jackson" nennt, einbringt. Jackson ist eine bemerkenswerte Frau, Notärztin und bodenständig, die im Laufe der Handlung ganz offensichtlich zu einer guten Freundin wird.

"Klasse," sagte Jackson brummig. "Wirf mal ein Geschirrtuch rüber, Daisy." Sie fing das Tuch auf und reichte es Acland. "Nehmen Sie das," befahl sie. Dann zog sie ihn hoch und hievte ihn über ihre Schulter. "Und versauen Sie mir ja nicht meine Sachen, sonst kostet Sie das noch mal einen Fünfziger." Vor den beiden Polizisten blieb sie kurz stehen. "Ich schlag ihn k.o., wenn er Amok laufen sollte," erklärte sie. "Kommen Sie mir also nicht mit schwerer Körperverletzung, wenn er sich hinterher bei ihnen beschwert."
"So viel Herz, Jackson."
"Wie wahr," stimmte sie zu und trug ihre Last davon, als wäre sie nicht schwerer als ein Kind. 

Der zunächst andere Handlungsstrang dreht sich um die Aufklärung dreier Mordfälle. Während der polizeilichen Ermittlungen gerät auch Charles immer wieder ins Visier ...

Wie sich die Geschichte entwickelt, welche Personen noch eine Rolle spielen und welche fast unerwartete Wendung (fast, weil ich sie von einem bestimmten Moment an vorher gesehen hatte) es gibt, könnt Ihr selbst erlesen.

Ein wirklich intelligenter Krimi, der in die Abgründe menschlichen Verhaltens taucht, geschrieben in einer Art, die mich das Buch nicht hat zur Seite legen lassen wollen...

Aber Psychothriller? Psycho ja, aber Thriller für mich nicht, dafür fand ich das Buch bzw. die Handlung nicht spannend genug. Trotzdem gern gelesen und eine Empfehlung wert.

Freitag, 10. März 2017

Sonnenschein

Wenigstens das. Wenn schon noch nichts blühen mag, so war immerhin der Himmel blau.



Schließlich muss auch ein kranker Mensch gelegentlich mal etwas frische Luft schnappen... und etwas einkaufen. Dabei begegeneten mir bei Rewe ein paar winzige Hortensien...



Gartenarbeit kann man es nun wirklich nicht nennen, was ich damit gemacht habe: Ab in einen großen Topf damit! (Hoffentlich kommt nicht nochmal Frost!!!)

Ansonsten: Geguckt!


Donnerstag, 9. März 2017

Frühling. Oder so.

Auch in krank muss man mal ein paar Schritte draußen rumgehen, ich muss mich ja auch immer mal ein wenig ausprobieren...

Leider war das Wetter erst kalt und grau, dann dunkel und sehr regnerisch. Da blieb mir nur, die Auslagen des Blumenladens zu betrachten. Auf einen Kauf habe ich verzichtet - ich hatte keine Lust, Blumen durch den Regen zu tragen oder gar im Regen auf der Terrasse in meine Kübel zu setzen.




Aber fotografieren konnte ich sie!
Immerhin.

Mittwoch, 8. März 2017

Angeschaut und hingehört: Am Meer

Ein Text, der schon längere Zeit in Vorbereitung und fast vergessen war...

Ich freue mich sooooo über den Spracherwerb des Zweijährigen.... er macht Riesensprünge, was sicherlich auch dran liegt, dass Bücher für uns alle und damit Bilderbücher für ihn besonders total wichtig sind! Er überrascht mich immer wieder mit Wörtern, die Kinder im Allgemeinen nicht drauf haben. Und ganzen Sätzen, Fragen... Was wieder mal zeigt, wie wichtig Bücher schon für die Kleinsten sind.
Immer wieder, und natürlich ganz besonders zu den Feiertagen, suche ich nach besonders schönen Bilderbüchern, von denen die ersten bereits an den kleinen Bruder weitergehen.

Dieses hier war ein Volltreffer: Am Meer (mit 6 echten Meeresgeräuschen) vom Carlsen Verlag.



Es werden Szenen gezeigt vom Strand, vom Hafen (ich unterstelle: vom Hamburger Hafen), mit Wellen, Windrädern, Möwen, Schiffen und vielem mehr. Auf jeder Doppelseite ist eine Art "Kontaktpunkt", der, wenn man ihn drückt, einen integrierten Geräuschchip aktiviert. Da kreischen plötzlich Möwen oder tutet ein Schiff... Das kann für die "Großen" manchmal ein wenig anstrengend sein, macht aber den "Kleinen" einen Höllenspaß!

Die Bilder sind ansprechend und detailreich, für den kleinen Beschenkten haben sie außerden einen direkten Kontakt zu seinem wirklichen Leben bzw. dem seiner Familie.

Empfehlung!
Übrigens sind die Bilderbücher nicht mit Altersempfehlungen versehen, und der Buchhändler mochte dazu auch nichts sagen. Man muss seinen Zwerg also schon ein bisschen kennen, um eine richtige Auswahl zu treffen. Ich denke aber, mit diesem Buch und dieser Reihe (es gibt noch andere Themen vom selben Verlag) kann man es nur richtig machen.