Mittwoch, 11. April 2018

Gelesen: Reise in die Nacht

Reise in die Nacht - Gianrico Carofiglio (Roman)
aus dem Italienischen "Testimone inconsapevole"
Goldmann-Taschenbuch
ISBN 978-3-442-46429-6

Warum dieses Buch? Es sprang mir vom öffentlichen Bücherschrank direkt in die Tasche.

Aus dem recht umfangreichen Klappentext:
"Avvocato Guido Guerrieri, frisch geschieden und geschüttelt von einer tiefen Lebenskrise, übernimmt einen fast aussichtslosen Fall: Er verteidigt einen des Mordes angeklagten Immigranten aus dem Senegal, der ohne seine Hilfe verloren wäre. Es beginnt ein nervenzerreißender Kampf gegen rassistische Vorurteile, eine voreingenommene Justiz und eine erdrückende Last von Indizien …"

Das Leben des Anwalts Guido Guerrieri ist ein einziges Durcheinander. Seine Frau hat die Scheidung eingereicht, dadurch gerät er in eine Krise. Eines Tages steht die dunkelhäutige Abadschadsche in seiner Kanzlei und beauftragt ihn mit der Verteidigung des Senegalesen Abdou Thiam, dem der Mord an einem Kind vorgeworfen wird. Sie bezahlt eine große Summe bar - und Guido steht praktisch vor einem Fall ohne Aussicht auf Erfolg.

Im Folgenden berichtet er von seinem Leben, seiner Depression, der Bekanntschaft mit einer Nachbarin. Das alles geradezu liebevoll-selbstironisch.

Mein Hausarzt hatte schließlich eingewilligt, mir ein Schlafmittel verschrieben, und mit diesen Pillen war es wenigstens eine Zeit lang besser gegangen.
Stimmungsmäßig war ich immer noch auf dem Nullpunkt, aber wenigstens wandelte ich jetzt nicht mehr wie  ein verstörtes Gespenst durch die Gegend.
Meine beruflichen Leistungen bewegten sich allerdings im roten Bereich, und als Anwalt war nicht mehr der geringste Verlass auf mich. Es gab Menschen, deren Freiheit von meiner Arbeit und Konzentration abhing. Sie wären vermutlich höchst erstaunt gewesen, wenn sie gewusst hätten, dass ich meine Nachmittage damit zubrachte, zerstreut in ihren Akten zu blättern, dass sie selbst und der Inhalt dieser Akten mir vollkommen egal waren, dass ich völlig unvorbereitet in die Verhandlungen ging, dass der Ausgang der Prozesse praktisch dem Zufall überlassen war, mithin, dass ihr Schicksal in den Händen eines verantwortungslosen, psychisch gestörten Menschen lag.
Wenn ich Klienten in meinem Büro empfangen musste wurde die Situation geradezu surreal... 

Ich mag es, wenn beim Protagonisten eine Persönlichkeitsentwicklung mitzuerleben ist, so auch hier. Ungefähr im letzten Drittel des Buches kommt es zur Gerichtsverhandlung von Abdou Thiam, bei der der Avvocato Guerrieri zu ungeahnter Form aufläuft. Trotzdem ist es kein reiner Gerichtskrimi sondern eher eine Geschichte um den Menschen Guido.

Das Buch liest sich gut weg, eigentlich Lektüre für einen Tag, es ist mir vollkommen unverständlich, warum ich wochenlang daran herumgelesen habe.


Nette Unterhaltung, daher eine Empfehlung.

Welttag des Buches

Am 23. April ist der Welttag des Buches.

(Und ich habe endlich mein aktuelles Buch durchgelesen...)

Sonntag, 8. April 2018

Terrassengarten

Heute war der zweite Tag mit wunderschönem Frühlingswetter, also habe ich draußen mal ein wenig Ordnung gemacht! Innerhalb der letzten Woche habe ich nur eine einzige Ratte gesehen, also hat meine Panik auch etwas nachgelassen...



Einige unerwünschte Pflanzen entfernt, Dünger auf die Hortensien gegeben (eigentlich vier Wochen zu spät), große Pflanztöpfe aus der Wohnung rausgestellt... solche Sachen eben...



Klingt "nach nichts", ist/war aber für mich mega-anstrengend. Immerhin habe ich genau das geschafft, was mir wichtig war! Vielleicht gelingt es mir ja doch, meine Ansprüche meiner Belastarkeit ein wenig anzupassen?


Zufrieden.

Mobilisierung #ohne

Keine Nummer, weil kein Spaziergang.

Mein Schrittzähler ist bei allen Wegen außerhalb meines Haushaltes immer dabei. Abends wird Bilanz gezogen und verglichen.

Gestern stand ich früh auf und fuhr los, Uhrzeiten wie arbeitsalltags, verbrachte bei der Tochterfamilie den Tag. Auch wenn ich mit den Zwergen nicht herumtollen oder sie schleppen kann (diese Zeiten sind vorbei - ächz - haha), so bin ich doch den ganzen Tag irgendwie in Aktion gewesen. (Ein schöner Tag, viel Kommunikation mit den Kindern, Bücher angucken, spielen, auf der Terrasse aufhalten, aufpassen, gemeinsame Mahlzeiten...) Und die U-Bahnlinie war unterbrochen, dafür gab es Schienenersatzverkehr mit Bussen. Die Wegezeit war trotzdem fast nur normal lang.

Am Ende des Tages war ich "platt", einfach fertig. Keine Luft mehr. Ich kenne das nach solchen Tagen. (Eine Nacht richtig gut schlafen, zehn Stunden lang, dann bin ich wieder gut erholt.)

Jedenfalls war ich von der Menge meiner (immerhin nur die reinen Wegstrecken) gegangenen Schritte ziemlich überrascht. Schon das hätte gereicht, zum Beispiel als Spaziergang, um hinterher platt in der Ecke zu sitzen.

Ich sollte über meine geringe Belastbarkeit weniger enttäuscht sein, sondern mich darüber freuen, wieviel immer noch geht!