Sonntag, 1. Juli 2018

Gelesen: Silber - Das erste Buch der Träume. Das zweite Buch auch.

Silber - Das erste Buch der Träume - Kerstin Gier (Roman)
FISCHER-Taschenbuch
ISBN 978-3-596-19673-9

Warum dieses Buch? Ich falle gelegentlich auf wunderschöne Covers herein und kann nicht widerstehen...

Klappentext:
"Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet. Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen …"

Die Protagonistin Liv Silber muss mit ihrer Familie mal wieder umziehen - um kurz danach nochmals zu wechseln: Ihre Mutter, Literaturwissenschaftlerin mit diversen Lehraufträgen, wechselt berufsbedingt ihren Arbeitsplatz, damit den Lebensmittelpunkt der ganzen Familie. Außerdem ist sie gerade verliebt in Ernest, in dessen Haus sie ziehen. Damit bekommen Liv und ihre Schwester Mia quasi Geschwister: Grayson und Florence. Zu Livs Familie zählen außerdem Lottie, deutsches Kindermädchen inzwischen mittleren Alters, und Buttercup, Hund der Familie. So viel zum Rahmen.

Es geht um Träume, natürlich. Und um die Mitschüler, Freunde, Parties von Liv. Unheimliche Dinge passieren in den Träumen, die sie bei Bedarf und auf Wunsch miteinander teilen können. Warum wissen sie am Tage Dinge, die sie in ihren Träumen erfahren haben? Liv, Grayson und seine Freunde verbindet etwas. Ein Dämon wurde beschworen und eine Mitschülerin hat nichts Gutes im Sinn.

Das Buch liest sich gut weg und hat durchaus Unterhaltungswert, allerdings scheint mir die Zielgruppe eher im Bereich 13 bis 17 Jahre zu liegen.


...und das nächste gleich hinterher!

Silber - Das zweite Buch der Träume - Kerstin Gier (Roman)
FISCHER-Taschenbuch
ISBN 978-3-596-19866-5

Klappentext:
"Liv ist erschüttert: Secrecy kennt ihre intimsten Geheimnisse. Woher nur? Und was verbirgt Henry vor ihr? Welche düstere Gestalt treibt nachts in den endlosen Korridoren der Traumwelt ihr Unwesen? Und warum fängt ihre Schwester Mia plötzlich mit dem Schlafwandeln an?

Albträume, mysteriöse Begegnungen und wilde Verfolgungsjagden tragen nicht gerade zu einem erholsamen Schlaf bei, dabei muss Liv sich doch auch schon tagsüber mit der geballten Problematik einer frischgebackenen Patchwork-Familie samt intriganter Großmutter herumschlagen. Und der Tatsache, dass es einige Menschen gibt, die noch eine Rechnung mit ihr offen haben – sowohl tagsüber als auch nachts …"

Eine gelungene Fortsetzung des ersten Buches. Wieder spielen Träume eine Rolle - und Anabel wird gefährlich, sogar aus der geschlossenen Psychiatrie heraus, nämlich in den Träumen...


Beide Bücher sind ganz bezaubernd aufgemacht, Schriftsatz und Seitengestaltung sind ein wenig verspielt, hin und wieder finden sich zarte Zeichnungen von Blütenranken.

In meiner Beurteilung bin ich ambivalent. Einerseits nette Unterhaltung. (Besonders vielleicht für ganz junge Mädchen.) Andererseits inhaltlich ein wenig flach. Aber amüsant geschrieben. Ich habe mich von beiden Büchern gut unterhalten gefühlt, weiß aber nicht, ob ich entweder das dritte Buch  - wenn es denn als Taschenbuch zu haben sein wird - kaufen sollte, oder ob ich sie ins öffentliche Bücherregal stellen werde.

Chronisch krank - sehr lesenswerter Text

https://guteskarmatogoblog.wordpress.com/2018/04/14/leben-mit-einer-chronischen-erkrankung-ihr-habt-keine-ahnung/

... gefunden in einer FB-Gruppe.

Gelesen: Eisenberg

Eisenberg - Andreas Föhr (Krimi)
Knaur-Taschenbuch
ISBN 978-3-426-51765-9

Warum dieses Buch? Noch ein Andenken aus der Buchhandlung in Göttingen.

Klappentext:
"Ein Opfer, das grausam stirbt.
Ein Verdächtiger, der nicht verteidigt werden will.
Eine Anwältin, die um die Wahrheit ringt.

Eine junge Frau wird auf bestialische Weise ermordet, und alle Spuren belasten einen obdachlosen Mann. Anwältin Rachel Eisenberg übernimmt widerstrebend seine Verteidigung. Als sie ihrem Mandanten zum ersten Mal gegenübersitzt, ist sie jedoch fassungslos: Sie kennt den Mann - oder glaubte das zumindest..."

Zufällig ist es mir gelungen, den ersten Band einer neuen Serie zu kaufen. Auch der Autor war mir bis dahin unbekannt.

Zunächst gibt es zwei Erzählstränge, deren Handlungen nur wenige Monate auseinander liegen, und ich war erst ein wenig irritiert, gleichzeitig auch neugierig, wie diese beiden Geschichten wohl zusammengeführt werden würden. Und: Es ist gelungen, sehr gut sogar!

Im Mai 2015 wird eine grauslich zugerichtete Frauenleiche in einem Park gefunden, sehr schnell gerät ein Obdachloser ins Visier der Ermittlungsbehörden. Er wird verhaftet und kommt in Untersuchungshaft, wird angeklagt. Eine junge Obdachlose bittet die Anwältin Eisenberg um Übernahme der Pflichtverteidigung. Als sie dem Gefangenen erstmals gegenüber sitzt, stellt sie zu ihrer Verwunderung fest, dass es sich bei dem Obdachlosen um ihre einstmals große Liebe, Professor Heiko Opitz, jetzt Gerlach, handelt.

Der zweite Erzählstrang spielt im Januar 2015 und handelt von einer Kroatin, die mit ihrer neunjährigen Tochter auf der Flucht nach Deutschland ist, gefangen und bedroht wird, schließlich mit der Tochter fliehen kann und dann doch von der Bildfläche verschwindet. Aber es gibt eine junge Frau, die eine Vermisstenanzeige aufgibt...

Der Krimi erzählt auch von den Lebensverhältnissen der Anwältin Rachel Eisenberg, ihren persönlichen Konflikten und ist ein großartiger Gerichtsroman. Rachel und ihr Kanzleipartner, bezeichnenderweise ihr getrenntlebender Ehemann, auch die Angestellten, ermitteln, finden Widersprüchliches. Immer wieder ergeben sich neue Perspektiven während der laufenden Gerichtsverhandlung.

Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in amerikanischen Fernsehserien spazierte Rachel nicht im Gerichtssaal herum, sondern blieb sitzen und beschränkte sich auf Sichtkontakt mit dem Zeugen. Kommissar Glasmüllers Körperhaltung wurde eine Nuance verspannter, als Rachel das Wort an ihn richtete. Er war ihr schon einige Male vor Gericht begegnet. Meistens kamen von ihr Fragen, die Versäumnisse in den Ermittlungen aufdeckten. Versäumnisse gab es natugemäß immer. Aber nicht jeder Anwalt wusste, wo er nachhaken musste, falls er die Akten überhaupt vollständig gelesen hatte. Frau Dr. Eienberg schien in der Hinsicht über einen Röntgenblick zu verfügen.

Als man glaubt, das glückliche Ende zu kennen, ergibt sich eine überraschende und dramatische Wendung.

Mehr zu erzählen, hieße zu spoilern.


Uneingeschränkte Empfehlung. Ich freue mich schon auf die Folgeromane.

Zahnschmerzen

Eine Zahnwurzelentzündung hat mich vergangene Woche vollkommen ausgeknockt. Ich wusste nicht, dass man von so etwas derartige Gesichtsschmerzen und Schwellungen bekommen kann. Ich nannte mich auch "Zombie". (Tage zwischen schlafen und wachen verbracht, CoolPacks waren meine besten Freunde.) Heute ist der letzte Tag mit Penicillin, und morgen - der schuldige Zahn wird noch eine Weile medikamentös weiterbehandelt - wird die nächste Baustelle aufgemacht:

Mein Implantat hat sich verabschiedet! Bemerkt hatte ich nur, dass ich "irgendwie" auf der linken Seite nicht kauen kann, und wir haben gleich Freitag ein Röntgenbild gemacht... Frau Zahnärztin meditiert an diesem Wochenende darüber, wird morgen erstmal die Brücke entfernen und sich das Malheur ansehen.

Im Büro ärgert "man" sich darüber, dass ich in der Monatsendewoche ausgefallen bin, ich bin noch bis morgen einschließlich krank geschrieben... mehr sage ich an dieser Stelle besser nicht dazu.