Donnerstag, 25. Mai 2017

Venedig-Berichte

So ganz langsam beginne ich mit meinen venezianischen Erzählungen, ich schreibe sie nicht chronologisch, versuche aber, sie hier letztendlich chronologisch anzuordnen. Deshalb guckt auch immer mal weiter unten, ob dort etwas Neues eingefügt ist...

Sonntag, 21. Mai 2017

La "libreria acqua alta" (15.04.2017)

Neulich in Venedig - la libreria acqua alta, wörtlich "die Hochwasserbuchhandlung". 


Nicht weit von unserem Hotel entfernt kamen wir unterwegs automatisch an ihr vorbei, da mussten wir gar nicht lange suchen.


Es handelt sich um keine ganz normale Buchhandlung!


Wer schon mal vom mehr oder weniger regelmäßig eintreffenden Hochwasser in Venedig gehört hat, eben dem "acqua alta" (in der ganzen Stadt verteilt stehen gestapelte Holzbretter auf Metallstützen, die schnell zu provisorischen Wegen oberhalb des Wasserspiegels aufgebaut werden können), der weiß, dass viele Häuser mit häufigen Wassereinbrüchen zu tun haben.


In dieser Libreria hat man sich die traurigen Folgen der Wasserschäden zu Nutze gemacht und damit eine kultige und inzwischen sehr angesagte Buchhandlung geschaffen, die lange schon kein Geheimtipp mehr ist:


Mitten im Geschäft steht eine venezianische Gondel, in der die durchnässten Bücher, leidlich getrocknet, sie fühlten sich für mich immer noch leicht klamm an, aufbewahrt, ausgestellt oder zum Verkauf angeboten werden.


Die Bücherregale sind vollgestopft nach Sortierregeln, die vermutlich nur das Personal kennt.

 

Auf den seitlichen Ablagen herrscht Chaos, auch hier finden sich immer wieder Bücher mit Wasserschäden. Allerlei seltsame Dekorationsobjekte sind überall dazwischen gestopft.





Der Laden ist schlauchartig, sehr eng, denn, wie eingangs erwähnt, schon lange kein Geheimtipp mehr, deshalb voller Touristen.


Geht man nun durch das Geschäft hindurch, findet man dort einen Hinterausgang auf ein winziges, ebenfalls zugestelltes Areal mit einer Treppe aus durch das Wasser vollkommen unbrauchbar gewordenen Büchern...




... ich bin sie nicht hochgestiegen (vordergründig, weil meine gequälte Lunge keine Anstrengungen toleriert, aber vielleicht auch, weil ich es nicht fertigbringe, auf Bücher - und seien sie noch so kaputt - draufzusteigen?)



Selbstverständlich habe ich am Ende ein Buch gekauft, und zwar eines, das sich mit der Entstehung der Lagunenstadt beschäftigt, vorzugsweise dem Aufbau, natürlich auf Italienisch.

Samstag, 20. Mai 2017

Hotel (14.04.2017)

Unser Hotel war das Ruzzini Palace Hotel am Campo Santa Maria Formosa.

Wir wurden überaus höflich begrüßt und gebeten, zuächst im Foyer Platz zu nehmen, wo wir ein Begrüßungsgetränk bekamen. (Also erstmal "runterkommen" vor dem Bezug des Zimmers!)


Das Zimmer lag im sechsten Stock (obwohl wir EG hatten bestätigt bekommen), allerdings mit dem vorhandenen Lift gar kein Problem! Und nachdem wir die Vorhänge zur Seite gezogen hatten, stand sofort fest:




WOW!!! Hier bleiben wir!

Das Zimmer war groß und komfortabel, das Bad "state of the art"... wir haben uns sehr wohl gefühlt dort.







Übrigens ist ja ein guter Start in den Tag nicht zu vernachlässigen: Das Frühstücksbuffet ist sehr gut sortiert, bietet für jeden Geschmack etwas, und ein Cappuccino oder Latte Macchiato wird auf Wunsch frisch bereitet und an den Tisch gebracht.

 

Anreise (14.04.2017)

Der Abflug war in Ordnung und ganz normal. Treffen am Flughafen, Koffer abgeben, boarden.



Der Anflug auf Venedig war zunächst enttäuschend, weil man mir von der tollen Sicht auf die Stadt erzählt hatte. Vermutlich saß ich einfach auf der "falschen" Seite im Flieger?


Wer in Venedig am Flughafen stumpf den Hinweisschildern folgt, Lifte, Laufbänder, merkwürdige Wege um Bauzäune herum nutzt..., der kommt tatsächlich am neuen und topmodernen Fähranleger an! Die zuvor via Internet gebuchte Überfahrt (Voucher) wurde umgewandelt in reguläre Tickets, dann ging es zur Anlegestelle.



Das Schiffchen von "Alilaguna" kam mir vor wie eine Nusschale, die Überfahrt war schaukelig - was ja Hamburger Mädels nicht erschüttern kann!


In Rialto angekommen, ging es schnurstracks über Brücken...



Hier genossen wir schon wunderschöne Aus- und Ansichten über einen bzw. zwei Kanäle, gingen zum ersten Mal durch einen Sotoportego und eine enge Gasse, kamen am Campo Santa Maria Formosa an - und waren damit bei unserem Hotel!

Venedig - Prolog

Ohne die Begleitung meiner wunderbaren Tochter hätte ich den Trip nach Venedig nie gewagt!

Ich weiß, dass sie mit meinen Einschränkungen/meiner Behinderung vertraut ist, mir ansieht, wenn etwas über meine Möglichkeiten bzw. Kräfte geht... es sind keine großen Worte nötig.

Dieses wunderbare Wesen hat nicht nur die komplette Navigation vom Flughafen zum Hotel übernommen, sondern auch alle Wege durch die Stadt gesucht, geplant, gefunden.

Sie hat sich um unsere beiden Koffer gekümmert, einen links, einen rechts, beide über die Brücken getragen... und dabei nie schlechte Laune bekommen!



Ganz klar ist: Wer behindert ist, für den ist normalerweise diese Stadt nichts. Zumindest nicht ohne Assistenz. Ein paar der großen  Brücken haben zwar Rampen an der Seite, so dass Rollatoren, Kinderwagen, Rollstühle irgendwie zurecht kommen können, aber es bleibt die Steigung. (Ich fand für mich die Treppen besser.)

Danke, meine kleine (gemeint: jüngste) Tochter!

Sonntag, 14. Mai 2017

Muttertag

Ein Sommertag, tatsächlich. 20 Grad und strahlender Sonnenschein.

Einen "Muttertag" brauche ich nicht, weil ich ihn so oft im Jahr habe... Eine Tochter ist mit den Kleinen gerade auf einer Insel, die ich auch sehr mag, schickt Fotos - ich soll mich "doll geblümt" fühlen - die andere Tochter hat mir Zukunftsweisendes erzählt. Es bleibt spannend!

Mir geht es wieder ein wenig besser, habe heute vergleichsweise viel bewerkstelligt, zum Schluss noch eine Stunde Gartenarbeit. Ich bedaure, dass ich zu mehr einfach nicht in der Lage bin, aber steter Tropfen... Jede Menge wilde Brombeere, Vogelmiere, Gras geschnitten und gerupft. Wenn das Wetter schön bleibt, kann ich auch jeden Abend noch ein wenig machen...

(Verblühte Schönheit.)

Es wird Zeit für einen Sonnenschirm!
(Und ein paar frische Pflanzen.)

Samstag, 13. Mai 2017

Auch das ist Frühling. Irgendwie.

Und muss auch mal sein.


Mein Leben besteht nicht nur aus Krankheit, Blumen, Büchern und Enkelkindern. Ich bin auch immer noch ich. Mit Schmuck, Schminke, Nagellack. Manchmal brauche ich ein Kosmetik-Update. Wie heute.