Sonntag, 19. März 2017

Neuzugänge auf der Terrasse

Am Donnerstag war Frühlingswetter und beim Discounter gab es Hortensien und Rhododendren. Ich schnappte mir also meinen Hackenroller und besorgte jeweils eine Pflanze, die ich am selben Nachmittag noch aussetzte, denn für Freitag und dieses Wochenende war ja wieder schlechteres Wetter vorhergesagt...



Mein obligatorischer Fotorundgang ergab...


... dass die weißen Krokusse ab sofort blühen...


... und die Zwergnarzissen aufgewacht sind, viel früher als die normalen, von denen außer Blattwerk noch nichts zu sehen ist.

Da meine Forsythie im Herbst arg zrück geschnitten wurde und nur ganz spärlich blühen wird, wurde sie jetzt zum Osterbaum.

Freitag, 17. März 2017

Gelesen: Leise stirbst du nie

Leise stirbst du nie (Thriller)
von Daniel Annechino
aus dem Amerikanischen "They Never Die Quietly"
Ullstein Taschenbuch
ISBN 978-3-548-28262-6

Warum dieses Buch? Preisreduziertes Mängelexemplar, folglich vom Remittendentisch.

An Stelle des Klappentextes:

Buchrückseite

DU HAST GESÜNDIGT.
Dafür wirst du sterben.

ICH WEINE NICHT LÄNGER.
SO ALSO WERDE ICH STERBEN.
Er wird den kalten Stahl benutzen.

ICH SCHLIESSE MEINE AUGEN
UND BEGINNE ZU BETEN...

Aus dem Text vom Vorsatzblatt

"San Diego, Kalifornien. Detective Samantha (Sami) Rizzo und ihr Partner Alberto Diaz von der Mordkommission stehen vor einem schwierigen Fall. Immer wieder tauchen allein gelassene Kinder in Einkaufszentren auf, immer wieder finden sie tote Frauen in kleinen Kirchen auf dem Land. Was steckt dahinter? Fieberhaft fahnden die beiden Detectives nach einem unheimlichen, mysteriösen Killer, der es offenbar auf Mütter mit kleinen Kindern abgesehen hat.
. . ."

Schon der Prolog wirkt auf mich wie ein Donnerknall, dann ein Sog. Selten hat es ein Buch geschafft, mich innerhalb von einer Minute in seine Geschichte hinein zu ziehen, mich das Grauen zu lehren und mich gleichzeitig zu faszinieren. Genau in dem Moment, in dem ich denke, ich halte es nicht mehr aus, beginnt das erste Kapitel mit einem Szenenwechsel. Ich atme auf, nur einen Moment, da bahnt sich bereits Schreckliches an.

Simon genoss diesen Teil der Jagd. Er war wachsam, lauerte einer weiteren Seele auf, die geläutert werden müsste. Wie eine hungrige Straßenkatze einen verletzten Vogel verfolgt, so musste er auf den richtigen Moment warten, bevor er losschlug.

Sami und Al leiten das Ermittlungsteam, nur allmählich kristallisieren sich einige wenige Einzelheiten zur Person und Persönlichkeit des Täters heraus, auch mit Hilfe der Kinder, die ihre Mütter nie wieder sehen würden. Übereinstimmend sprechen sie von einem sehr großen und freundlichen Mann mit dunklen Haaren und blauen Augen.

Bei der ehrenamtlichen Ausgabe von Essen an Obdachlose lernt Sami jemanden kennen, der sie auf ihre Rückenschmerzen anspricht, er sei Physiotherapeut und könne ihr helfen. Sami, seit Jahren geschieden und alleinerziehende Mutter von Angelina, zwei Jahre alt, fühlt sich zu ihm hingezogen... verabredet sich mit ihm zum Essen, sagt wieder ab, aber er bleibt hartnäckig.

Die familiären Probleme von Sami werden nebenher geschildert, ihr geschiedener Mann wird ermordet - und der Vorgesetzte der Detectives übt Druck aus auf die Ermittler, das Team wird vergrößert, doch Ratlosigkeit greift um sich.

Inzwischen ist Sami sich sicher, dass ihr "Verehrer" der gesuchte Serienkiller ist; sie sieht keine andere Möglichkeit, als sich mit ihm zu verabreden - ohne Al oder ihr Team zu informieren.

Obwohl Simon seine wahren Gefühle sehr gut verbergen konnte, machte ihn lockeres Geplauder mit einer Auserwählten krank. Bis er sie in seinem Erlösungsraum eingesperrt hatte, musste er so tun, als ob das Ganze ein Date sei und die Rolle des charmanten Verehrers spielen. Wenn sie nur wüsste, was er mit ihr vorhatte. Detective Sami Rizzo würde sicher nicht einfach zu überwältigen sein. Mit den anderen war es ein Kinderspiel gewesen.

Hier beginnt eine andere Art von Spannung, das absolute Grauen verlässt mich beim Lesen. Stattdessen beginnt einerseits die fieberhafte Suche von Al, nachdem Samis Mutter die kleine Angelina vermisst gemeldet hat, sein Rückfall in die Nikotin- und Alkoholsucht - allerdings offenbar einmalig - andererseits folgt man Samis Gefühlen und Plänen, wie sie Simon entkommen könnte.

Da in den meisten Büchern am Ende der und das Gute siegt, bange ich hier nicht wegen der Sorge um Sami sondern wegen der Art und Weise, wie sie entkommt und was Al damit zu tun hat.


Absolute Leseempfehlung für Leute mit starken Nerven.

St. Patrick's

Happy St. Patrick's Day

(Irgendwie vermisse ich die Besuche in Dublin schon...)

Passend zum Tag und zum Land... Real Irish Ghost Stories, ist mir gerade wieder in die Hände gefallen, ebenso ein anderes Buch, aber das ist noch ungelesen...

Mittwoch, 15. März 2017

Gelesen: Wer Blut vergießt

Wer Blut vergießt (Kriminalroman)
von Deborah Crombie
Goldmann Taschenbuch
ISBN 978-3-442-47466-0

Warum dieses Buch? Preisreduziertes Mängelexemplar, folglich vom Remittendentisch.

Klappentext:
"Ein eisiger Januartag in London, eine gefesselte Leiche, der Beginn einer bizarren Mordserie.

London an einem eiskalten Tag im Januar: Detective Inspector Gemma James und ihre Assistentin Detective Sergeant Melody Talbot werden zu einem Tatort gerufen: Rechtsanwalt Vincent Arnott liegt tot in einem Hotelbett – nackt und mit gefesselten Händen und Füßen. Ein Sexspiel mit tödlichem Ausgang oder ein Verbrechen? Als jedoch kurz darauf ein weiterer Anwalt auf dieselbe Weise zu Tode kommt, ist klar, dass es sich um Mord handelt. Haben es Gemma und Melody mit einem Serienmörder zu tun?"

Es war Jahre her, dass sie zuletzt eine englische Kirche betreten hatte. Ob die Türen am frühen Abend dieses trostlosen Januartages wohl verschlossen sein würden? Einer plötzlichen Eingebung folgend wartete sie, bis sich eine Lücke im Verkehr auftat, überquerte mit raschen Schritten die Charing Cross Road und bog in die Denmark Street ein.

Und dann blieb sie erneut stehen und starrte wie hypnotisiert in die Schaufenster der Geschäfte, deren Auslagen hell erleuchtet waren, obwohl sie bereits geschlossen hatten. Wie hatte sie das vergessen können? Das hier war die Straße der Gitarren. Die Instrumente mit ihren elegant geschwungenen Formen und glänzenden Lackierungen schienen sie magisch anzuziehen. 

So beginnt eine Geschichte, die ihren Anfang fünfzehn Jahre zuvor genommen hatte und nun in mehr als einem Mord gipfelt.

Den Mordermittlerinnen Gemma und Melody bleibt im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg, als sie zur Leiche des Rechtsanwaltes Arnott in eine billige Absteige gerufen werden...

Die für mich übliche Verwirrung beginnt. Das halbe Morddezernat scheint miteinander befreundet, zum Teil auch verheiratet zu sein, es werden mal Vornamen, mal Nachnamen oder Dienstgrade genannt, das macht es für mich am Anfang etwas schwierig, den Einstieg zu finden. Es wird aus dem Privatleben der Ermittler erzählt, es geht u.a. um die Pflegetochter Charlotte, und ganz allmählich kristallisiert sich heraus, dass man auch privat bekannt ist mit einigen Personen, die aus Ermittlungsgründen befragt werden müssen, es wird ein komplexes Muster aus Beziehungen gewoben.

Außerdem gibt es immer wieder Rückblenden aus dem Leben von Andy, dem Gitarrenspieler, der kurz vor dem Durchbruch und einer glänzenden Karriere zu stehen scheint. Fünfzehn Jahre zuvor war er ein "gefährdeter Jugendlicher" gewesen, und die Nachbarin Nadine hatte sich ein wenig um ihn gekümmert, bis... unheilvolle Ereignisse ihren Lauf genommen hatten.

Der Krimi spielt in London in Chrystal Palace, einer Gegend, die durch kleine Zitate aus verschiedenen Quellen vor jedem Kapitel ein wenig mehr erklärt wird..

"Duncan, unser Andy hat mich gerade angerufen und gesagt dass Gemma heute Morgen bei ihm war und ihn vernommen hat. Es ging irgendwie um 'nen anderen Mord und 'nen Jungen, den er von ganz früher kannte, und was ich gerne wüsste, ist, wie Gemma eigentlich darauf kommt, dass er irgendwas darüber wissen könnte?"

Kincaid, der sich noch nicht ganz sicher war, ob das nun eine Frage war oder nicht, sagte nur: "Nun mal langsam, Tam. Du hast doch gewusst, dass das Gemmas Fall ist, dieser erste Mord in Chrystal Palace. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es eine Verbindung zwischen den zwei Verbrechen gibt."

Dem zweiten Mord, der ein ähnliches Muster wie der erste zu haben scheint, folgt die Suche nach den Verbindungen zwischen den Opfern. Es waren beides Prozessanwälte, aber auf den ersten Blick war das schon alles... Der detektivischen Kleinarbeit des Ermittlerteams gelingt am Ende die fast überraschende Aufklärung, natürlich.


Ich habe diesen Krimi gern gelesen und werde, wenn ich weitere Bücher aus dieser Serie finde, gern mehr von diesen Londoner Ermittlern lesen. Klare Empfehlung also.

Heimatkunde: Neues Jahr, neue Fotos

Es geht wieder los, ich fotografiere alles, was nicht schnell genug entkommt.

Gestern war ich zu früh dran, hatte einen Arzttermin zu einer anderen Uhrzeit als üblich und musste noch ein bisschen Zeit herum bekommen. Da lag nichts näher, als die Smartphone-Linse auf die Fassaden zu richten...

Im Laufe der Jahre ist zwischen die alten Gründerzeit-Häuser viel Neues mit Glas gesetzt worden - macht Euch gerne selbst ein Bild:






 

Alles in den Colonnaden zwischen Gustav-Mahler-Platz und Esplanade...

Dann hätten wir hier noch das Spielcasino in der Esplanade... vor vielen Jahren (zwanzig!) war hier die DG Bank ansässig, wo ich mal ein paar Wochen gearbeitet habe. Ich zitiere hier aus der Wikipedia: "Bei der anschließenden Renovierung wurde im ersten Obergeschoss eine kleine Einkaufspassage mit Läden eingefügt, die durch eine Fußgängerbrücke als Verlängerung von der Dag-Hammarskjöld-Brücke und über die Esplanade durch eine Brücke von den Colonnaden zu erreichen war. 2005 wurden die Brücken wieder abgerissen und die Ladenpassage geschlossen. Es erfolgte dann ein kompletter Umbau zum Casino und Restaurant." Das hatte mich, als ich vor Jahren begann, regelmäßig zum Doc in den Colonnaden zu gehen, etwas verstört. Ich war lange nicht dort gewesen und erinnerte mich an die Rolltreppe zur Brücke, den Durchgang in die Einkaufspassage... war das doch Teil meines Arbeitsweges gewesen. Plötzlich sah alles so verändert aus. Vertraut-unvertraut.


Und der Blick auf die Esplanade-Hochhäuser, eines davon einst das BAT-Haus, eines das Finnland-Haus.


P.S. Ich darf nächste Woche wieder ins Büro gehen und hoffe, dass es das jetzt war! Ich habe eine Menge privater Termine in Kürze - und eine gebuchte Reise.

P.S. von P.S.: Frühling ist, wenn die Hamburger die Stühle vor die Tür stellen, auch wenn es gerade mal 10 °C sind!


Wikipedia-Link zu den Colonnaden, der mir auch vieles erklärt hat. (Das hat man davon, wenn man ein paar Jahre dort nicht gewesen war. Ich muss mal meine älteren Fotos suchen...)

Es blüht

Wenigstens ein bisschen.

Der erste grünliche Schimmer draußen lässt sich fotografisch noch nicht in Szene setzen, er ist noch kaum wahrnehmbar. Ich bin viel zu ungeduldig, stelle ich immer wieder fest.

Außer einem Weg zur Post hatte ich keine Erledigungen zu machen, wenn man davon absieht, dass ich ein, zwei spezielle Samentütchen suchte - die weder mein örtlicher Drogeriemarkt noch Rewe im Sortiment hatten. (Die bekomme ich jetzt aus anderer Quelle.)


Der erst seit kurzem ansässige Blumenladen hat Deko vor der Tür - und Mittagspause. Wer schließt denn noch über Mittag? Na ja.


Dafür ergibt meine Terrassenbegehung kleine Überraschungen:


Ich kann mich nicht an eine Zwiebeltütenbeschriftung in Richtung Mini-Iris oder Kleinstlilie erinnern, deshalb bin ich so freudig überrascht.


Das hier scheint ein Relikt aus früheren Jahren zu sein, eine vermutlich degenerierte Narzisse. Ich finde sie ganz bezaubernd, kaum daumengroß, blüht das Blümchen so vor sich hin.

Hatte ich schon gesagt, wie schön ich den Himmel finde, seitdem ich wieder so viel davon sehen kann? (Seitdem meine Terrasse wieder freie Sicht zulässt?)


Montag, 13. März 2017

Der Frühling ist bei mir ausgebrochen

... anders lässt es sich nicht erklären, dass ich vom Lebensmitteleinkauf wieder zwei Pflanzen mitgebracht habe. Jetzt stehen sie zusammen in einem großen Topf, und ich hoffe, dass sie nicht noch erfrieren werden:


Ansonsten habe ich die übliche Terrassenbegehung gemacht - jeder Sonnenstrahl weckt irgendwelche Blümchen auf, scheint mir.




P.S. Fieberfrei aufgewacht. Mal hören, was der Doc morgen sagt.