Sonntag, 26. November 2017

Überlebenskampf

Ich hefte Papiere ab, lange überfällig. Und greife zu einem Ordner, in dem noch Platz ist.

Stoße auf Anwaltsbriefe, Korrespondenz mit der Kindergeldkasse, Mietausgleichszentrale (!).

Alles aus 1999/2000. Diese Art von Überlebenskampf für meine Familie hatte ich schon fast vergessen.

Nun sind diese alten Papiere im Müll, und nichts außer dieser Notiz hier wird mich nochmal daran erinnern. Das ist auch mehr als genug.

Samstag, 18. November 2017

Fluorchinolone - Ausnahmeantibiotika

Mein Arzt wollte mir so etwas am Dienstag anbieten, als ich sagte, wie es mir mit Amoxi immer geht... habe ihn darüber aufgeklärt, dass ich seit Jahren eine Notfallpackung Avalox beherberge, vor der ich einen Heidenrespekt habe, weil ich davon einmal ohnmächtig geworden bin. Also doch lieber Amoxicillin und dazu Milchsäurebakterien aus dem Reformhaus gegen den Durchfall ;-)

Wer Lust hat, meine Erfahrungen durchzulesen, klickt hier.

Unter anderem Moxifloxacin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der vierten Generation der Fluorchinolone. Heute stieß ich auf ein Forum mit massenweise - auch wissenschaftlichen - Infos.

Freitag, 17. November 2017

AATM

Mittlerweile bin ich auch in einer amerikanischen Alpha-1-Gruppe zugange, wo mir dieses Dokument förmlich zuflog: Diagnostic flow chart for targeted detection of Alpha1-antitrypsin deficiency.

Gutes Englisch braucht man dafür und den Willen, sich durch wissenschaftliches Geschwurbel zu wühlen ;-)

Nachtrag:
Ich werfe mal noch gleich einen Link hinterher: Rare alpha-1-antitrypsin variants:  Are they really so rare?

Donnerstag, 16. November 2017

Krank sein ist immer doof

Festgehalten für die Annalen...

Montag letzter Woche, dicker Nebel draußen, keine 2 m Sichtweite. Bekam kaum Luft, schon auf dem Weg zur S-Bahn war eine Pause nötig. Vollkommen platt im Büro angekommen. Mittags, nach Nebelauflösung, etwas besser.

Dienstag bis Freitag ging es stetig bergab, O2-Wert pendelte um 89-90 herum in Ruhe, sofortiges Absacken auf unter 80 schon bei Wegen durch meine Wohnung.

Sonnabend dann 40 mg Prednisolon genommen und ganz langsam auf den Weg zur Tochterfamilie gemacht. So weit okay, Belastungswerte schlecht, aber ich musste die Kinder ja nicht schleppen, alles Andere ging. Heimweg auch okay.

Sonntag kam der Husten, in der Nacht auf Montag verstopften die Nebenhöhlen, Kopfschmerzen, man kennt das ja. Sehr schlecht und wenig geschlafen, wach seit halb zwei! Im Büro krank gemeldet.

Dienstag zum Doc, großes Programm mit Lungenfunktion, Blutabnahme, Arztgespräch... seither Amoxicillin und noch zwei Tage länger Prednisolon. AU bis nächste Woche Mittwoch.

Mittwoch kurz zur Post, die AUs wegschicken. Schlapp ohne Ende, Schweißausbrüche. Der Kopf wurde langsam etwas freier, der Husten war schon rückläufig. Jedenfalls in Ruheposition. Unterwegs war er schon heftig. Aber Luft bekam ich schon wieder ganz gut. Immerhin.

Heute, Donnerstag, endlich wieder in einem Stück geschlafen, allerdings seit halb fünf wach - mein eingebauter Alltagswecker, vermute ich. Husten in Ruheposition deutlich weniger, draußen war ich noch nicht. NNH noch immer nicht ganz gut. Mein zweiter Name ist Geduld? Muss ja.

Mittwoch, 15. November 2017

Alpha-1-Antitrypsinmangel

Traditionell ist der November Alpha-1-Awareness Month, deshalb hier ohne weiteren Kommentar zwei der offiziellen Grafiken:



Gelesen: Asterix in Italien

Asterix in Italien
Asterix Band 37
in Nachfolge von R. Goscinny und A. Uderzo
von Jean-Yves Ferri und Didier Conrad
EGMONT/Ehapa Media
zu bekommen im gut sortierten Zeitschriftenhandel

Warum dieses Buch (bzw. ausnahmsweise dieser Comic)?
Das erklärt sich für mich von selbst: Italien!!! Seit dem 19.10.2017 im Handel - und am nächsten Tag schon bei mir!


Keine Vorstellung der Hauptfiguren auf Seite drei. Es geht sofort in die Handlung. Einzige vorkommende Hauptfiguren sind Asterix, Obelix, Idefix, Methusalix (ganz am Anfang eine Szene), Cäsar. Das Fest nach der Rückkehr der Helden scheint etwas bescheidener auszufallen als normal.

Es geht um ein Wagenrennen durch Italien, zu dem sich viele unterschiedliche Völker bzw. Volksgruppen angemeldet haben. Die verschiedenen Gruppen werden mitsamt ihrer abenteuerlichen Fuhrwerke und ethnischen Eigenarten liebevoll aufs Korn genommen. Diverse italienische Städte liegen auf der Route (Venedig im Bau, Florenz, Siena, Parma, die römischen Thermen), sind unterschiedlich ausgearbeitet - und mir sämtlich zu kurz gekommen. Da hätte ich mehr erwartet. Allerdings bricht der Vesuv gerade aus, nett.

Der "Teutates" kommt vor. Ich habe jetzt lange gesucht und die "spinnenden Römer" nicht gefunden. Das sind zwei Ausdrücke/Redewendungen, die üblicherweise in keinem Asterix-Band fehlen dürfen.

Natürlich sind reichliche Anspielungen und Wortspielereien verarbeitet worden, ich glaube, ich habe nicht einmal jede gefunden. Etwa eine halbe Seite lang gibt es einen geschäftstüchtigen Fabrikanten, der aus allem Geld zu machen scheint. Berlusconi.

Der Comic liest sich nicht so leicht, weil stellenweise ziemlich klein gedruckt, auch mit meiner superduper Brille ist es nicht so einfach. Das Heft ist kein "Burner", aber auch nicht richtig schlecht. Amüsiert habe ich mich auch, aber ich stolpere über manches. Das muss ich bei Gelegenheit nochmal kontrollieren.



Allemal für einen entspannenden Nachmittag zu empfehlen.

Sonntag, 12. November 2017

Gelesen: Hitzewelle

Hitzewelle von Anne B. Ragde
btb - Random House
ISBN 978-3-442-74161-8

Warum dieses Buch? Der dritteTeil der Trilogie um das Lügenhaus.

Das Lügenhaus
Einsiedlerkrebse

Schon wieder war es ein Klappentext, der es unmöglich machte, den dritten Teil länger liegen zu lassen...

"Familien haben es in sich. Die junge Torunn kann ein Lied davon singen. Ihren leiblichen Vater, Schweinezüchter aus Leidenschaft, lernt sie erst am Sterbebett ihrer Großmutter kennen. Ebenso ihre grundverschiedenen Onkel, der eine Bestattungsunternehmer, der andere Schaufensterdekorateur und schwul. Und als ob das nicht schon genug Veränderung in ihrem Leben ist, soll sie nun auch noch den heruntergekommenen Familienhof übernehmen …"

Torunn bemüht sich, den Hof zu führen, die Schweinezucht aufrecht zu erhalten, den "Vater" gut zu versorgen.... es kostet sie alle ihre Kraft, bis sie... verschwindet.

Das Kopenhagener Paar freut sich auf das Kind/die Kinder, besucht den Hof, bringt einen Architekten mit, der die Silos in Ferienwohnungen verwandeln möchte. Gleichzeitig versucht Margido es mit der Nutzung eines Gebäudes als Lager für seine Särge...

Ehe sie beschlossen hatten, Kinder zu bekommen,war er starr vor Angst darüber gewesen, was ihm entgehen würde, wenn er Vater würde. Das war auch nach so gewesen, unmittelbar nachdem Jyttes Schwangerschaftstest positiv gewesen war. Aber jetzt! Wie sollte er es noch einen ganzen Monat bis zum Ultraschall aushalten können!

Irgendwann wird es Torunn alles zu viel, die Avancen des Betriebshelfers tun ein Übriges, sie flüchtet... zu Christer... ohne Zukunftspläne, einfach für das Hier und Jetzt.


Der Alte hatte endlich im Pflegeheim Byneset in Bråmyra einen Heimplatz bekommen, wie er das erträumt hatte. Margido hatte noch nie in einem Menschen eine solche Veränderung gesehen. Der Alte strahlte. Frisch rasiert und gepflegt mit sauberem Gebiss saß er in seinem Zimmer, mit Büchern und Fernseher und Radio. Alle Mahlzeiten nahm er zusammen mit den anderen ein, und es hatte sich herausgestellt, dass er im Heim viele Bekannte hatte.
...
Der Alte lächelte jetzt auch auf eine ganz neue Weise, es war ein Lächeln, das seine Augen erreichte und seine Wangen auf eine fast kindliche Weise zittern ließ.

"Hitzewelle"... während der Handlung herrscht eine Hitzewelle in Trondheim, auch wohl eine Hitzewelle der Gefühle...

Damit ist die Trilogie zu Ende, dieses Mal ohne echten Cliffhanger, trotzdem mit einem Ende, das viele Fragen offen lässt.

Immerhin gibt es einen neuen Roman, der an diese Bücher  anschließen soll.

Samstag, 11. November 2017

Zwerge

Die Eltern machen alles richtig.

Zwei wunderbare kleine Menschen, aufmerksam, sehr lebendig bis wild, leise und oft laut, liebevoll und gleichzeitig kleine Egoisten, wissbegierig ohne Ende. Anstrengend, natürlich.

Jeder bekommt die Kinder, die er verdient. Ich kann ein Lied davon singen.

Mittwoch, 8. November 2017

Gelesen: Einsiedlerkrebse

Einsiedlerkrebse von Anne B. Ragde
btb - Random House
ISBN 978-3-442-74022-2

Warum dieses Buch? Der zweite Teil der Trilogie um das Lügenhaus. Nach dem abschließenden Cliffhanger bleibt einem gar nichts Anderes übrig, als unmittelbar mit dem nächsten Buch weiterzumachen.

Klappentext:
"Seit dem Tod der Mutter ist auf dem maroden Familienhof Byneset nichts mehr so, wie es war. Der tief religiöse Bestattungsunternehmer Margido hat eine Affäre mit einer Witwe, Erlend und sein Lebensgefährte werden Vater, und ausgerechnet Bauer Tor verletzt sich schwer am Bein. Seine Tochter Torunn eilt extra aus Oslo zu Hilfe, aber Tor erwartet sich mehr von ihr: Als Anerbin soll sie ihr altes Leben hinter sich lassen und den Hof übernehmen. Doch manche Wünsche führen ins Verderben..."

Nach dem furiosen Ende des ersten Bandes geht es zunächst unerwartet beschaulich weiter. Niemand mag sich so recht mit der Eröffnung des Großvaters auseinandersetzen, so bleibt oberflächlich nach dem Tod von Anna fast alles beim Alten. Weihnachten ist vorbei, und alle fahren wieder nach Hause.

In diesem Buch werden die Charaktere vertieft, das Leben geht weiter...

Torunn lernt Christer kennen, vordergründig ein Mann, wie er im Buche steht, hat Schlittenhunde und lebt in der Natur. Andererseits ist er ein Finanzmanager, der "nebenbei" am Computer mit großen Geldsummen jongliert. Sie haben eine leidenschaftliche Affaire - oder ist es doch Liebe? Bis sich herausstellt, dass Christer... (kein Spoiler!)...

Tor verletzt sich beim Holzhacken am Bein, Torunn kommt aus Oslo zurück zum Hof und unterstützt ihren Vater mit der Schweinezucht, die ihr unerwartet Freude macht. Viel Arbeit ist es für sie, Ordnung und Sauberkeit auf den Hof am Rande des Ruins einziehen zu lassen. Der "Vater" lebt mit Tor und Torunn auf dem Bauernhof, gibt sich oft unbeteiligt, schwierig, zusehends wird seine Rolle ein wenig klarer, man bekommt Mitleid mit ihm. Aber er bleibt noch ein wenig rätselhaft. Torunn tut mir leid, sie arbeitet pausenlos und bekommt wenig Dank, weiß wohl auch selbst noch nicht so recht, was sie letztendlich möchte.

Es gibt eine Haushaltshilfe, einen Betriebshelfer, trotzdem geht es irgendwie auf dem Hof nicht recht voran.

Margido versucht, den Annäherungen einer Witwe zu entkommen...

"Margido, hier ist eine Dame, die mit dir sprechen will, soll ich sie reinschicken?" fragte Frau Marstad.
"Wer ist das denn? Ich habe jetzt keine Zeit, ich habe tausend andere Dinge zu erledigen."
"Wir hatten im Herbst ihren Mann hier. Selma Vanvik."
"Ach so. Ja, jetzt, wo du es sagst, kann ich mich an sie erinnern."
"Kann ich sie reinschicken? Oder soll sie hier auf dich warten?"
"Bitte sie herein. In ... In fünf Minuten."
Frau Marstads Kopf verschwand, er hörte, wie sich ihre Schritte in Richtung Empfangszimmer entfernten.
"Herr, mein Gott, blicke in Gnade auf mich herab, sei mir jetzt nah", flüsterte er, schloss seinen Füllfederhalter und legte ihn vorsichtig in die schmale Rinne in seiner Schreibgarnitur. Er saß so gut in seinem Sessel, hatte gerade noch daran gedacht, dass sich der hohe Preis für einen Håg-Sessel wirklich gelohnt hat. Rückenlehne und Sitz und Armlehnen ließen sich perfekt einstellen. Hier hatte er gesessen, hoch zufrieden, alles für überstanden gehalten und den Komfort eines Sessels genossen. War das auch eine Probe auf die er gestellt, Konflikte, in die er Hals über Kopf hineingestürzt wurde?

... der er dann doch zu Silvester kurzzeitig und zu seinem eigenen Entsetzen erliegt. Ansonsten geht er ganz in seinem Gewerbe als Bestatter auf. 

Erlend und Krumme führen ihr luxuriöses Leben in Kopenhagen fort und beschließen, Vater zu werden. Sehr hilfreich ist dabei die Freundschaft zu einem Fauenpaar, das gerne Mutter werden möchte.

Alkohol spielt eine Rolle, sowohl bei dem Kopenhagener Paar als auch bei Tor, der zeitweise versucht, sich damit zu betäuben.

Jede Menge Erinnerungen (auch an Einsiedlerkrebse, obwohl der Titel ebenso gut die Personen beschreibt, die alle irgendwie gefühlsmäßige Einsiedler sind) kommen zutage, das Leben schleppt sich mühsam dahin.

Nach meiner Beschreibung ist es vermutlich kaum zu glauben, dass das Buch trotzdem so fesselnd ist, dass man es kaum aus der Hand legen mag - aber es ist so! Die Charaktere und ihre Gefühlswelten werden dermaßen eindringlich geschildert, dass man förmlich mitfühlt, lebt, leidet.


Da es ein durchaus würdiger Nachfolger des ersten Bandes ist, endet "natürlich" dieser Teil mit einem ganz erschreckenden, überraschenden Cliffhanger! (Wie gut, dass das dritte Buch bereits hier bereit lag!)

Mittwoch, 1. November 2017

Weihnachten - Gelesen: Unvergessene Weihnachten

Es geht auf Weihnachten zu, was uns ja immer wieder völlig überraschend trifft. Genau so überraschend brauchen wir dann vollkommen unerwartet Geschenke. Nein? Oder du möchtest einfach etwas lesen, das der Zeit angemessen ist? Etwas Weihnachtliches?

Hier kommt meine Empfehlung!
Ich habe vor Jahren drei Bücher meiner Mutter geschenkt... Am meisten berührt sie, dass eine der Geschichten ihre eigene hätte sein können, sie war dabei, und nur durch Zufall war sie nicht mit auf das Foto gelangt... Ich hatte mir die identischen Bücher gekauft und wirklich gern gelesen. Es ist erlebte Geschichte, festgehalten in kurzen und sehr persönlichen Episoden. Gut geeignet für besinnliche Stunden bei Kerzenschein oder dem Nachempfinden echter, erlebter Geschichte der normalen (kleinen) Leute. Sehr berührend.

Unvergessene Weihnachten
Erinnerungen aus guten und aus schlechten Zeiten
Zeitzeugen-Erinnerungen
Zeitgut Verlag
Keine ISBN, da es um mehr als ein Buch geht

Der Zeitgut Verlag sammelt Zeitzeugengeschichten und veröffentlicht sie in diversen Büchern.

Ich habe festgestellt dass die Reihe forgesetzt wurde/wird und überlege, meiner Mutter zu Weihnachten weitere Bände zu schenken.