Freitag, 25. Juli 2014

Ergonomie

... am Arbeitsplatz. Was ist denn das? /Ironie

Seit einiger Zeit plagen mich Nackenschmerzen, rechts auch  undefinierbare Armschmerzen - mehr eine Art "ungesunde Anspannung" - seltsamerweise aber *nicht* Zuhause an Schreibtisch, obwohl ich hier feierabends auch nochmal so manche Stunde im Netz unterwegs, also mit PC-Mouse und Tastatur beschäftigt bin...

Wenn ich meinen - zugegebenermaßen schönen - Arbeitsplatz so betrachte, dann stimmt so Einiges nicht, wenn ich den Vergleich mit "ergonomischen Vorschriften für Bildschirmarbeit" (oder wie auch immer das heißt) anstelle...

Heute habe ich nun meinen Bürostuhl niedriger gestellt, damit der rechte Arm zumindest etwas höher positioniert ist. Aber das Gefühl, die Schreibtischplatte quasi vor der Brust zu haben, ist auch schon ganz schön blöd ;-)

Viel mehr kann ich so nicht machen.

Wer kümmert sich eigentlich um solche Angelegenheiten? (Möchte kein Theater und meinem Chef keinen Ärger machen - aber: wer ist für dieses Thema zuständig???)

Mein PC blockiert den Platz für meine Beine, meine Sitzhaltung ist sub-optimal - bestimmt gäbe es noch mehr Kritikpunkte?

Ich möchte eigentlich nur diese blöden Spannungsschmerzen los werden.

Urban Decay

Begehrlichkeiten.

Seit Februar in Dublin bin ich sehr brav zurückhaltend mit Kosmetik-Einkäufen geblieben. Dort hatte es mir Spaß gemacht, gemeinsam mit Töchterlein Sachen von meiner "Wunschliste" zu kaufen. Mein Bedarf ist gedeckt, und ich bin seit Monaten standhaft.

Jetzt aber!

Ab sofort führt Douglas die Marke "Urban Decay"!

Und ich überlege, ob ich mir - als kleines "Bonbon" nach all' dem Stress und der Trauer der letzten Zeit.... wenigstens die Sachen mal ansehen sollte?

Total ausgepowert.

Nein, ich möchte eigentlich nicht immer hier herum quaken - bin doch kein Frosch ;-)

Trotzdem, ich kann's nicht ändern, muss es raus. Erschöpfung, pur.

Angefangen mit dem Wetter (immer für eine Beschwerde gut, nun ja)... drückende Schwüle im Wechsel mit Wolkenbrüchen, die allerdings nicht für Frische und Kühle sorgten. Das macht mir mit meiner Atmung zu schaffen. In Ruheposition Pulsoxi-Werte, die okay sind, aber die geringste Anstrengung lässt sie im Nullkommanix in den End-Achtziger-Bereich rutschen, was sich dann in Stehenbleiben, Schnaufen und schleppenden Schritten äußert. Anstrengungen sind beispielsweise Wege über die Bahnhöfe, schwere Taschen, welche mitgeführt werden müssen, oder ganz allgemein etwas längere Wege. Ärgerlich, das.

Normalerweise reguliere ich dem gefühlten Wetter (Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Temperatur) gemäß meine Aktivitäten. Aber -

Anfang der kommenden Woche wird LaNonna heimwärts transportiert, da waren diverse Vorbereitungen zu treffen, und ich hatte nur heute Zeit. Wenn man davon absieht, dass ich am Sonntag mich wirklich mal ausruhen möchte. Das steht ganz oben auf meiner Agenda.

Also meinen Feierabend verbracht in Barmbek. Ordner mit Post, Telefonnotizen, Rechnungen nebst Zahlungsbelegen, alles schön sortiert und abgeheftet, komplettiert und bereit gelegt. Zwei Abo-Hotlines angerufen und die geliebten Abonnements re-aktiviert. Alles notiert und ab in besagten Ordner. Hackenroller geschnappt (Regenschirm, den auch) und raus aus der Tür.

Ein nahe gelegenes Sanitätshaus aufgesucht, Prospekt und Visitenkarte mitgeben lassen.

Zu Edeka gegangen, nachgefragt, ob es noch den Lebensmittel-Lieferservice gibt, das Angebotsblatt für die kommende Woche nebst Telefonnummer des Ladens geben lassen. (Jung, doll geschminkt, dafür blöde! Aber die Kassiererin: dick, sehr dick, nicht jung, aber pfiffig! Hatte alle Einzelheiten im Kopf und gab Auskunft während ihres Kassiervorganges!)

Blumenladen, wo verflixt gibt es hier in Barmbek einen Blumenladen??? Einfach einen älteren Herrn befragt, der Zuflucht vor dem Regenguss unter einer Ladenmarkise gesucht hatte. Dankeschön. Also auf zu Blume 2000. Während ich drin war, wurde der Regen wieder erträglicher, wenigstens etwas ;-)

Anscheinend sind gerade in der ganzen Stadt alle kleinen Blumentopf-Hortensien ausverkauft? Nur ein paar Reste großer Gartenhortensien standen in der Gegend herum. Ich suche schon seit ein paar Tagen in allen möglichen Geschäften nach blauen kleinen Hortensien - überall bin ich zu spät! Vermutlich ist die Zeit dafür gerade vorbei?

Eine kleinblütige Orchidee gekauft, sozusagen als Ersatz.

Zu Penny, eine Ladung Lebensmittel eingekauft. Zu viel für mich, das Geziehe des Einkaufswagens ging ja noch so eben, aber am Ende die Treppe hoch...! Schnauf.

Fernsehzeitschrift fast vergessen. Das Abo braucht ja zwei Wochen, ehe es wieder greift... schnell in den nächstbesten Zeitungsladen gehüpft (na ja, geschlichen natürlich) und zwei Zeitschriften gegriffen. Mitsamt Hackenroller und Mickey-Mouse-Einkaufstasche zurück in die Wohnung.

Alles verstaut, Zettelchen an alles geheftet, an die richtigen Plätze gepackt.

Man glaubt es kaum, aber mit dieser Aktion war ich insgesamt zweieinhalb Stunden beschäftigt!

Staubsaugen ist für mich Geschichte dort, ist aber beauftragt und bezahlt, wird bis dahin auch erledigt sein.

Zum Bahnhof geschlichen, ab in die S-Bahn . Dann am Jungfernstieg die bestimmt zehnte Störung... eine halbe Stunde gewartet, ich konnte kaum noch stehen... gegen 18 Uhr war ich dann zu Hause.

Nichts mehr geschafft hier. Morgen mit Wecker aufstehen, damit ich mittags fertig bin für meinen Besuch... aber heute nur noch schlafen!

Mittwoch, 23. Juli 2014

Tun und machen, kümmern und sorgen

Am Dienstag soll nach einem Vierteljahr Kummer und Sorge LaNonna in ihre heimische Umgebung zurück kehren.

Ob es letztlich funktionieren wird, wird sich zeigen - es ist aber ihr erklärter Wunsch und Wille.

So werde ich gegen Ende dieser Woche dort allerlei Vorbereitungen treffen und am Sonntag nicht in die Klinik fahren.

Mittlerweile bin ich auch kurz vorm Zusammenbruch und muss ein bisschen auf mich aufpassen.

Samstag, 12. Juli 2014

Kein Buch des Monats

Liebe Leser,

in diesem Monat muss meine Buchbesprechung leider ausfallen, denn aus familiendramatischen Gründen bin ich nicht zum Lesen, zum Gedanken sortieren gekommen.

Ich hoffe, dass es im August wieder damit weiter gehen kann!

Mittwoch, 9. Juli 2014

54 Jahre

... Kinder-, Jungen- und Männerleben in zwei Bilderrahmen verfrachtet. Schöne Arbeit, traurige Arbeit, gute Arbeit. Hilft. Beruhigt irgendwie auch.

[Mein Arzt ordnete mir für Herbst-Winter einen Kardiologentermin an... nachdem ich vom Tod meines Bruders - immerhin auch ein Alpha - erzählt hatte. Im übrigen hatte ich gestern den weltbesten Lufu-Messwert seit dreieinhalb Jahren.]

Unwetter

Es war ja Unwetter quer durch die Republik angekündigt gewesen. Deshalb wunderte mich um so mehr, dass heute ein strahlender Sommertag war. Zu strahlend. Zu heiß

Den ganzen Tag lang bei stickiger Hitze im Büro gesessen, bei Sonnenschein in die U-Bahn... aber dann...!

Es gab etwas zu besorgen, deshalb ein Heimweg mit Zwischenstopp.

Harburger Bahnhof Eingang Phoenixcenter: Schwimmflossen erforderlich. Ersatzweise lief mir das Wasser in die Schuhe. Fast genau so schlimm: S-Neuwiedenthal, da rann das Wasser von den Fahrradparkplätzen die Schräge hinunter bis in den Eingangsbereich. Der Weg zu meinem Zuhause war nicht besser. Schuhe trocknen jetzt (hoffentlich).Und es geht schon wieder los...

Montag, 7. Juli 2014

Bad Bevensen

LaNonna  befindet sich in Bad Bevensen in der Reha-Klinik.

So halbwegs hatte ich einen  Besuch dort geplant, abhängig von anderen Parametern. Endgültig beschlossen gestern Vormittag. Als Überraschung, da ich sie telefonisch nicht erreichte.

Die Linie des Regionalzuges (Metronom) kenne ich bereits - keine große Sache.

Aber dann!

Ausgestiegen, den Bahnsteig dort verlassen, wo das Schild TAXI zu sehen war. Und? Kein Taxi weit und breit. Nur ein leerer Taxistand (Parkplatz für zwei PKW) und ein verwaister Parkplatz. Warten? Warten. Gleißender Sonnenschein, brüllende Hitze. Ich mit Rollköfferchen. (Was ich ziehen kann, muss ich nicht schleppen!) Nach zehn Minuten immer noch kein Taxi in Sicht. Keine Rufsäule.

Handy, mein geliebt-verhasstes LG-Smartphone, das eh nur tut, was es will... aus der Handtasche geholt, Brille aufgesetzt. Suchworte "Taxi Bad Bevensen" - die lokalen Telefonverzeichnisse werden angezeigt. Vierstellige Rufnummern, Vorwahl kenne ich schon. Toll: Das mobile Internet funktioniert nicht nur - es ist im Moment sogar nützlich! Ich bin ein wenig versöhnt gerade.

Taxiruf gewählt, das Taxi steht auf der anderen Seite der Bahngleise, man kommt herum... und für sechs Euro komme ich dann vor der Klinik an!

Der Fahrer erzählte, dass es nur wenige Taxen und wenige Touren am Wochenende gäbe, es hier alles andere als großstädtisch sei... gibt mir noch eine Visitenkarte mit zwei Telefonnummern...

Okay.

Am Empfang der Klinik - alles sehr edel eingerichet, wie im Hotel - erhalte ich Stockwerk, Zimmernummer und Wegbeschreibung. Funktioniert alles. Die Lady überrascht. Wirliche, echte Freude gesehen! Nach einem Käffchen und dem Wäschetausch wurde sie von einer Krankenschwester in den Rollstuhl "begleitet" (keine Ahnung, wie man das beschreiben kann), dann schoben wir ab nach draußen.

Immer im Zimmer zu sein, kann ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein - und uns unterhalten konnten wir auch draußen! Die Klinik hat schöne Außenanlagen, so saßen wir an einem kleinen Teich mit Seerosen in einer Art Parkanlage, baumumstanden... bis es Zeit wurde für die Dame... gegen halb sechs wird in der Klinik das Abendessen gereicht...

Verabschiedet und mit meinem Köfferchen von dannen gezogen.

Draußen dann den freundlichen Taxifahrer angerufen - er hatte keine Zeit und nannte mir eine andere Telefonnummer. Hmja. Angerufen... Fahrer total im Stress, keine Zeit,.... okay, er würde mich einsammeln... eine andere Kundin saß im Großraumtaxi, die auch zum Banhof wollte, Fahrer freundlich, aber vollkommen unter Strom, die nächste Tour war für vier Minuten später vorgesehen, die übernächste wartete schon am Banhof...!

Ganz offenbar gibt es in diesem Nest zu wenig Taxen, am besten müsste man/ich wohl die Abholung rechtzeitig bestellen ... allerdings kam ich am Bahnhof mit einer älteren Dame ins Gespräch, die ihr Taxi bereits mittags beauftragt hatte - und das trotzdem nicht pünktlich zur Stelle war!

Die weitere Rückfahrt verlief ereignislos, und ich war gegen 19:15 Uhr wieder im Hause. Etwas erschöpft, aber ich habe immerhin heute und morgen zwei Urlaubstage genommen.

Samstag, 5. Juli 2014

Forumstreffen

Trotz aller Trauer (um den Bruder) und Sorgen (wegen LaNonna) - das Leben geht weiter. Würde ich mich hier vergraben, so käme doch H. nicht zurück - wäre nicht die Lady plötzlich wieder auf den Beinen. Und ich muss auch für mich selber sorgen.

Das Treffen des "Lungenforums" war seit etwa einem halben Jahr geplant. Hamburg wurde vom Initiator festgelegt, an der Auswahl des Lokals war ich maßgeblich beteiligt. Da K. und M. (die so freundlich gewesen war, mich von Göttingen nach Nürnberg mitzunehmen) schon gestern hier in HH eingetroffen waren, gab es gestern ein Zusammensein im kleinen Kreise...

Ich mal wieder! Sitze mit K. am Tisch, ein "kleines Blondes" vor mir, sehe M. ankommen, freue mich, will sie begrüßen - und lasse das volle Glas quer über den Tisch segeln...! Das erinnerte mich sofort an ein anderes Vorkommnis, ich sucher nachher mal im Blog... Hier in Hamburg nennt man das "einen Töffel"... hmja. Das Lokal war so freundlich, mir das Bier nicht zu berechnen, ging "auf's Haus"-... Peinlich war's mir, Tisch und Stuhl begossen... Wir wechselten den Tisch, den Rest machte das Personal...

Jedenfalls hatten wir schon zu dritt einen unterhaltsamen Abend.

K., den ich bisher nur schriftlich kannte, wir trafen uns an meinem Bahnhof und fuhren gemeinsam mit dem Bus zum Lokal, entsprach ganz und gar dem Bild, das ich mir vorher von ihm gemacht hatte - allerdings war er insgesamt wesentlich klüger und schlauer...

M. kannte ich ja nach den vergangenen Autofahrstunden schon, tatsächlich war ich verwundert, wie sehr ich mich über unser Wiedersehen gefreut habe. Der imponierende berufliche Hintergrund ist die eine Seite (ich könnte hier ja nun einknicken...) - beeindruckend sind für mich die Gesamtpersönlichkeit, die aufmerksamen Augen, die klugen Gedanken, der mitunter überraschende Humor!

Nicht zu vergessen: Wir sind alle schwerkrank. Mir geht es allerdings hier vielleicht noch am besten. So etwa wie dem Einäugigen, der unter Blinden König ist.

Heute nun das Gruppentreffen. Viele Absagen auf dem Vorwege. Einige "Vielleichts", die zum Nichterscheinen wurden... ich kann gut verstehen, dass K. keine Lust mehr auf die Organisation größerer Treffen hat. Es kamen noch einige Personen, die ich vom Forum mehr oder weniger "kannte", ein mir bis dato Unbekannter wohnt tatsächlich nur zehn Gehminuten von mir entfernt...

Lange Stunden haben wir im Gartenrestaurant verbracht, das nachmittägliche Gewitter schien uns zu verschonen  - bis dann ein kurzes Unwetter hereinbrach, das uns noch für ein Stündchen Zuflucht in den Räumen des Lokals suchen ließ... Meine in diesen Tagen wieder heftigst allergisch reagierenden Augen waren einigermaßen friedlich, Mücken waren nicht in Sicht, und es war einfach angenehm... ein bisschen zu warm, aber unter dem großen Sonnenschirm ließ es sich aushalten! Lecker gegessen,  getrunken, geredet.

S. kennen gelernt, die quasi am anderen Ende meiner S-Bahnlinie wohnt - da könnte man sich ja gelegentlich mal in der Mitte (City) treffen...

Interessant sind die jeweiligen Lebensgeschichten - ganz abgesehen von "der Krankheit" - irgendwie haben wir alle "ganz schön was hinter uns"... vielleicht ist das auch irgendwie normal?

Verlorener Bruder

Es gäbe viel, was ich erzählen könnte, zum Beispiel die näheren Umstände, oder vom Kurzbesuch der "kleinen Tochter", den "besonderen Umständen" ... , der überraschenden Hilfsbereitschaft und Anteilnahme sowie Anwesenheit bei der Trauerfeier des Schwagers, des Transports der noch nicht wieder mobilisierten Lady durch einen herzensguten Fahrer... aber die Details kann ich unmöglich hier in die Öffentlichkeit streuen, das käme mir wie Verrat vor.

Möglicherweise erzähle ich im Laufe der Zeit kleine Geschichten, die wohl überwiegend für die Familienhistorie gedacht sein werden, gegen das Vergessen.

Immer noch habe ich hier weiße Rosen stehen. Und auf der Terrasse eine blaue Hortensie, gepflanzt am Tag nach der Trauerfeier. Aus Gründen.



Das Leben geht weiter.
Aber es gibt Bilder in mir, die ich nie vergessen werde.