Freitag, 30. November 2018

Gelesen: Die Lebenden und Toten von Winsford

Die Lebenden und die Toten von Winsford - Håkan Nesser
Ramdom House, btb (Taschenbuch)
ISBN 978-3-442-71389-9

Warum dieses Buch? Eine Empfehlung der Buchhandlung im vergangenen Jahr

Klappentext:
"Als ich zu dem Fenster hinaufblickte, entdeckte ich das Gesicht. Es war bleich, fast weiß, und gehörte einem jungen Mann, der uns offenbar beobachtete. Vollkommen reglos, so dass ich mir für einen kurzen Moment einbildete, es handelte sich um eine Puppe. Aber es war keine Puppe. Als wir ungefähr zehn Sekunden so gestanden und einander angeschaut hatten, hob er sachte seine rechte Hand und zog sie quer über die Kehle, die Bedeutung war unmissverständlich."

Dieser Klappentext ist vollkommen irreführend. Ja, es ist eine Szene, ein Moment, aus dem Buch, hat aber gar nicht die besondere Bedeutung, die dem potenziellen Leser nahe gebracht wird und wohl zum Kauf "überreden" soll.

Ich hatte das Buch als Reiselektüre mitgenommen und war zunächst enttäuscht, weil die Geschichte keinerlei Sog auf mich ausübte, die ersten gut vierzig Seiten zogen sich wie Kaugummi dahin und motivierten mich kaum zum Weiterlesen. Allein der Name Håkan Nesser war ein uneingelöstes Versprechen, dass ich doch etwas Gutes in Händen halten sollte, so nahm ich das Lesen in diesem Buch dann irgendwann wieder auf.

Maria fährt im Herbst durch die englische Grafschaft Somerset und mietet für mehrere Monate ein einfaches Haus in Exmoor, einer Heidelandschaft, teilweise einsam, mit häufig nebligem und regnerischem Wetter, wilden Ponys und gemütlichen Pubs in verschiedenen Dörfern.

Maria gibt sich als schwedische Schriftstellerin aus, die in der winterlichen Einsamkeit arbeiten möchte. Ihr Hund Castor begleitet sie.

Ich fragte ihn nicht nach Details, natürlich nicht, und während er erzählte, gewann ich, trotz allem, besagte Zeit und konnte entscheiden, wie viel ich von meinem Ich preisgeben wollte.
Nicht viel, stellte ich fest und blieb bei dieser Linie.
Maria Anderson, Schriftstellerin aus Schweden. Ich glaube sogar, dass es mir gelang, ihm weiszumachen, dass ich unter einem Pseudonym schrieb. Wohnhaft etwas oberhalb von Winsford, wie gesagt, wo genau, erwähnte ich nicht.
Was für Bücher, wollte er wissen.
Romane.
Nein, ich war keine bekannte Autorin. Erst recht nicht im Ausland, aber ich kam über die Runden. Hatte irgendein einjähriges Stipendium bekommen, deshalb hielt ich mich hier auf.
"Und Sie wollen über die Heide schreiben?"
"Ich denke schon."
Anschließend fragte ich ihn, was er mit seiner Bemerkung über den Schatten, den abwesenden Mann und dieses Haus im Süden gemeint habe. 

Nach und nach lernen wir Maria und ihre Geschichte kennen - das Buch besteht praktisch aus einem langen gedanklichen Monolog von ihr. Sie lernt unterschiedliche Menschen kennen, verliebt sich wohl auch ein wenig, und entwickelt eine Strategie. Was es damit auf sich hat, erfährt der Leser ganz allmählich...

Wo steckt eigentlich ihr Ehemann, der Literaturprofessor? Was ist überhaupt in der Vergangenheit passiert? Eine Schlüsselrolle mögen auch die Tagebücher und die Dateien auf einem Laptop spielen.

Längst schon hat man eine tiefe Sympathie für die Protagonistin entwickelt, als man feststellt, dass sie...

Ein Ende, das beinahe "happy" geworden wäre, endet auf fünfzehn Quadratmetern.

Samstag, 24. November 2018

Montag, 19. November 2018

Technik-Update

Technik-Update bei A. - Cyberwoche.

Ja, ein Kindle (Paperwhite) ist dabei. Ich liebe immer noch "echte Bücher" - den Rest hatte ich schon mal verlauten lassen: Gewichtsreduzierung im Handgepäck bzw. der Handtasche. Außerdem Ladegeräte/USB-Kabel als Ersatz für die verschwundenen.

Nun bin ich gespannt.

Freitag, 16. November 2018

Neues Implantat für die Zähne

Ich war bei meiner Zahnärztin, die auch Implantologin ist, ich habe mir ein neues Zahnimplantat setzen lassen (das vorige hatte leider das Zeitliche gesegnet), damit ich im Frühjahr eine schöne neue Brücke bekommen kann. (Oben links nicht kauen zu können, ist echt nervig!)
 
Der Eingriff (und ich war durchaus sehr unruhig vorher!) verlief ganz unproblematisch, die Betreuung war hervorragend, wir haben sogar zwischendurch ganz viel gelacht (mit Betäubung und Wattedingern im Mund, es geht alles...), nach zweieinhalb Stunden war ich entlassen mit einer  Krankschreibung bis incl. Dienstag.


Was soll ich sagen... insgesamt geht es mir prima! Die Betäubung verschwindet und ich habe Hunger! 
Darf nicht alles essen und werde gleich mal gucken... Wundschmerz ist bisher (!!!) gleich null und die Schwellung geht auch schon zurück... nur die Einstichstellen der Betäubungsspritze schmerzen noch. 

(Den Tag nicht vor dem Abend loben - abwarten, wie es weiter geht! Ich bin mir etwas zu euphorisch.)

Ich bin richtig guter Dinge, und meine Luft ist heute auch klasse, ich kann jetzt mal zusehen, dass ich von den Prednis wegkomme... nur langsam, weil ich sie länger als sieben Tage nehme jetzt.

Samstag, 10. November 2018

Rom: Anreisetag 01.11.2018, erste Wiedersehensfreuden

Vorab: Dieses war mein Geburtstags-Weihnachtsgeschenk von meiner Tochter, und da ihre Handy-Camera um Welten bessere Fotos macht als mein Equipment, habe ich ihre Erlaubnis, die von ihr gemachten Bilder zu verwenden. (Vom Motiv her teilweise komplett identisch mit meinen Aufnahmen.)

Das Taxi entlud uns vor dem Hotel bei strömendem Regen.


Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen, am selben Abend noch Wiedersehen mit schönen Plätzen zu feiern! Rom im Dunkeln und mit Regen sieht einfach zauberhaft aus.





Zuerst ging es zum Petersplatz...






Zum Castel Sant'Angelo und zur Engelsbrücke...


Beendet wurde der Abend dann mit einem leckeren Essen.

Rom: An- und Abreise

Dieser Text soll auch zusammenfassen, womit ich als Atemwegserkrankte es besonders schwer hatte.

Meine persönliche Voraussetzung: COPD III mit Emphysem, FEV01 46 %, laut Arzt flugtauglich.

Vorab aber ein Riesendankeschön an meine Tochter, ohne die ich das alles sicherlich nicht geschafft hätte!

Ich war ja bereits ab ca. Mitte Oktober nicht ganz auf der Höhe, hatte zweimal einen beginnenden Infekt mit Cortison abgefangen, war immer brav im Büro (u.a. hatte die Kollegin Urlaub, dann kam der Monatsabschluss), irgendwie keine Chance, mich krank zu melden. Ich kämpfte also immer mit Cortison rauf - runter - weglassen... nach ein paar Tagen von vorn.

Direkt am Reisetag war mir dann auch noch übel (nein, nicht die Aufregung), mein Kreislauf machte lustige Dinge, und überhaupt kam ich gar nicht richtig in Gang. Das Ende vom Lied war ein etwas spätes Eintreffen am Airport, was aber unkritisch war, da wir überall (Gepäckaufgabe, Sicherheitskontrolle) ohne Wartezeiten drankamen. In meinem Handgepäck hatte ich alle möglichen USB-Kabel, Adapter und Stecker für die mitgenommene Elektronik. Vor der Kofferaufgabe (um Gewicht und Platz in der Tasche zu sparen) haben wir sie in eine Außentasche meines Koffers geschoben.

Unser Gate war ganz am Ende des langen Weges. Die Luft im Flughafengebäude ist immer zu warm, zu trocken, stickig. Vorher angezogene Jacken wurden ausgezogen und getragen, Wasser gekauft... Und ich habe mich so längsgeschleppt. Es ging mir wirklich nicht gut.


Irgendwann dann der Flug. Milchsuppe überall. Heißt: keine Sicht. Kein Himmel, keine Wolken, einfach alles grau. Und irgendwann dann Turbulenzen. Für die Tochter nichts Ungewöhnliches, Vielfliegerin eben, für mich ein Erlebnis der besonderen Art:

Ich hatte einen Becher mit Kaffee (ohne Deckel) in der Hand, als die Turbulenzen begannen. Und schwupps (!) drehte sich der Kaffee förmlich nach oben aus dem Becher heraus! Ohne Zupacken meiner Tochter und Einfangen des Kaffees - er war dann tatsächlich wieder im Becher - wären wir wohl warm geduscht worden. Vor meinen Augen sehe ich es immer noch wie in Zeitlupe.

Während ich mich mit meiner Reiselektüre beschäftigte, merkte ich, dass ich kurz vorm Einschlafen war - nicht normal! Schnell mit meinem Messgerät meine Werte kontrolliert: SpO2 war 77%. Das ist sozusagen nichts. Kein Wunder, dass ich so abbaute! Mein Berodual kam zum Einsatz, und die zweite Flugstunde war ich dann mit Atemübungen beschäftigt, um die Sättigung ein wenig hochzuholen. Das war nicht witzig!

In Rom angekommen ging es mit dem Leonardo-Express (Zug) von Fiumicino bis Termini (Hauptbahnhof), von dort mit dem Taxi weiter zum Hotel.



Im Hotel angekommen stellte ich dann fest, dass von meinem Kabel- und Steckersalat in der Kofferaußentasche Dinge fehlten... Da hat sich jemand wohl nach dem Durchleuchten nett bedient. Unverständlich, da es sich um Standardteile handelte!

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Die Rückreise verlief ähnlich, mit etwas besserer Sicht und weniger Turbulenzen. Allerdings waren in Fiumicino wieder lange Wege zu gehen, sehr lange. Zur offiziellen Boarding-Zeit wurde dann das Gate gewechselt, was nochmal antrengend war, mit Wegen und Stockwerkswechsel. Busfahrt übers Flugfeld und Einstieg über die Gangway. (Treppen sind für mich ziemlich schlimm!) Wieder im Verlaufe des Fluges ein Absacken des SpO2, nicht ganz so schlimm wie auf dem Hinflug, aber ich war während des ganzen Aufenthaltes ja auch ziemlich "gedoped".


Die Ankunft in Hamburg: Auf dem Flugfeld hieß es auszusteigen und ca. 20 m zu gehen bis zum Gebäude. Dann aber: Ein Treppenhaus mit zwei Etagen. Kein Lift. Nachfrage meiner Tochter beim Personal, ob es eine andere Möglichkeit gäbe, Ergebnis: NEIN. Also bin ich mühsam hochgegangen, mit Pausen. Dann folgte, wir waren wieder am Ende aller Gates angekommen, ein langer, langer Weg durch das Gebäude bis zur Gepäckausgabe.

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Fazit: Sollte ich wieder einmal fliegen wollen, dann bestelle ich mir die Behindertenassistenz dazu. Man wird (vor über zehn Jahren mit meiner Mutter so gemacht) über das Gelände gefahren, bekommt überall eine "fast lane" ohne Wartezeiten, einen Zustieg ins Flugzeug mittels Rolli über eine Rampe...

Außerdem: Das Netbook wiegt 1,5 kg - inzwischen zu viel für mein Handgepäck und mich. Sollte ersetzt werden durch ein zeitgemäßes Tablet. Ebenso das mitgenommene Buch, hier täte dann tatsächlich ein eBook-Reader gute Dienste. Alles Gewicht muss unbedingt reduziert werden für mich.