Mittwoch, 13. Mai 2026

Randbemerkung

Es geht mir gerade länger als drei Tage akzeptabel, da kommen die Eisheiligen daher mit Kälte und Regen und einem sehr niedrigen Luftdruck, heute 999 mbar - für mich mal wieder das Aus. Keine Arbeiten außer der Reihe hier möglich. Dabei wartet meine Terrasse dringend darauf, dass ich mit der Machete rauskomme. Arghhhhh!

Sonntag, 10. Mai 2026

Gelesen: Die Leuchtturmwärter

Die Leuchtturmwärter von Emma Stonex (Roman)

Aus dem Englischen "The Lamplighters"
Fischer Taschenbuch
ISBN 978-3-596-70058-5

Klappentext/Rückseite:
"Spurlos verschwinden vor der Küste Cornwalls drei Leuchtturmwärter von ihrem Turm. Der zum Abendessen gedeckte Tisch ist unberührt. Die Uhren stehengeblieben. Die Tür von innen verschlossen. Zurück bleiben drei Frauen. Ein ganzes Leben lang wird dieser rätselhafte Fall Helen, Jennifer und Michelle nicht loslassen, bleibt die Abwesenheit ihrer Männer spürbar. Doch erst 20 Jahre später erzählen sie zum ersten Mal ihre Geschichte. Von einer Zeit voller Entbehrungen und Enttäuschungen. Von einer Zeit des monatelangen Getrenntseins, des Sehnens und Hoffens. Und je tiefer wir mit ihnen hinabtauchen, desto dichter wird das Geflecht aus Geheimnissen und Lügen, Realität und Einbildung."

Es wird in abwechselnden Kapiteln das Leben der Leuchtturmwärter aus den jeweiligen Perspektiven der drei Wärter erzählt. Ein Journalist nimmt Kontakt auf zu den drei verlassenen Frauen, nach einiger Zeit erzählen sie aus ihrer Sicht, wie das Leben mit den Leuchtturmwärtern vor vielen Jahren abgelaufen ist. Von ihren Wünschen, Träumen, Hoffnungen. Zuerst zögerlich, später ausführlicher. Dazwischen die Gedanken der Leuchtturmwärter, erst kollegial, dann freundschaftlich, später eher schwierig.

Zu einem gewissen Maße alles nachvollziehbar und berührend. Schwierigkeiten machte mir der letzte Teil, in dem es um die (vermuteten) Gedanken und Gefühle der Leuchtturmwärter ging bis hin zu einem Mechaniker, den niemand geschickt haben wollte, dann einem Wesen, das einem Sterbenden die Hand reicht.

Stellenweise berührend, zum Schluss hin eher enttäuschend und nicht nachvollziehbar.

Montag, 4. Mai 2026

Thalia Theater

Gestern dann Thalia, womit ich ein Geburtstagsgeschenk einlösen durfte. Und weil ich immer sehr rechtzeitig, also lange vor der abgesprochenen Zeit, eintreffe, habe ich noch ein wenig rundherum fotografieren können:


Durchblick am Eingang.


Infotafel am Gebäude.


Spiegelung im Fenster. Ursprünglich hatte ich die hängende goldene Figur ablichten wollen, aber das gegenüberliegende Haus hat gewonnen.


Da geht es runter zur Binnenalster.


Ach, einmal umgedreht, hängt dort glatt ein Pferd am Haus.


Im Foyer.


Foyer, Blick zum Eingang, gefällt mir.


Abendbrot :-)
Bilder wie immer hier ohne teilnehmende Personen.


Sankt Falstaff, so hieß unser Schauspiel.


Das Bühnenbild.

Und nun ein bisschen Text:
"Sankt Falstaff" ist eine ins Moderne transformierte Fassung von Shakespeares "König Heinrich der Vierte." So jedenfalls wurde es mitgeteilt, auch vorab. Brav, wie ich bin, hatte ich mir also den Shakespeare zugelegt, aber krankheitsbedingt nicht lesen können, musste also klarkommen mit dem freundlicherweise vom Thalia per Mail zur Verfügung gestellten Tonmaterial, das machen die wirklich nett.

Das Bühnenbild bestand aus zwei Seiten einer Pyramide, die hier gezeigte hatte einen Club zum Thema, wo sich die weniger Privilegierten zusammenfanden auf der Suche nach Gesellschaft, Liebe und alkoholischen Getränken.

Auf der anderen Seite, die Pyramide drehte sich, saß oben auf dem Thron ein in die Jahre gekommener "König Heinz" auf der Suche nach seinem Nachfolger. Es gab zwei Bewerber, einer sein richtiger Sohn, spät gefunden und eher der Unterschicht zuzurechnen, und seinem Wunschkandidaten, der missliebige Personen in der Vergangenheit aus dem Weg geräumt hatte.

Zur "Halbzeit" und kleinen Pause hatte selbst ich verstanden, dass wir es hier jetzt mit einem Polizeistaat zu tun hatten.

Dann wurde es noch turbulenter, im Club kämpfte so mancher um seine Liebe, auf dem Thron hing König Heinz schon an einer lebenserhaltenden Infusion, wobei auf der Pyramide zum Thron stets eifrig hin- und her geklettert wurde, zuerst von seinem Gefolgsleuten/Sprechern, dann von seinen "Söhnen" beim Kampf um die Gunst seiner Nachfolge.

Ohne jetzt von der Nicht-Auflösung der Konflikte weiter zu erzählen: Einiges wurde unterlegt von sehr lauter Musik (bin ich nun zu alt?), meine Hörgeräte haben leider kein Noise-Cancelling. Dazu gab es teils im Hintergrund auf der Video-Leinwand, teils auf die Pyramide projiziert, Squenzen, die zumindest mir zum Verständnis des Stückes nicht weiterhalfen.

Die Schauspieler waren sehr gut und sympathisch, vor allem auch derjenige mit der Hauptrolle der benachteiligten Menschen auf der Suche nach seiner Liebe, ach Gott, wie ans Herz gehend!

Das Thalia ist ein Platz zum Wohlfühlen, keine Frage, alles sehr nett. Aber mit dem Stück hatte ich doch so meine Schwierigkeiten und konnte es auf Nachfrage auch nicht wirklich jemandem empfehlen.

O-Ton meiner eine Generation jüngeren Begleitung: "Wenigstens haben unsere Synapsen wieder etwas zu tun."

Donnerstag, 16. April 2026

Das Wunder des Lebens: Amseln

18. März

Schaut, was sich in meinem Kirschlorbeer versteckt: Ein Amselnest. Als ich wieder weit genug weg war, kam die Amsel und setzte sich auf ihre Eier.

20. März

Die brütende Amsel. Bild evtl. vergrößern, ich konnte nicht näher herangehen.

21. März

Frau Amsel liegt auf ihren Eiern und starrt regungslos vor sich hin. (Machen die das so? Keine Bewegung, kein Mucks.)

29. März

Und auf nochmal Frau Amsel, die weiterhin fleißig ihre Eier wärmt, ich werde langsam ungeduldig.

30. März

Frisch geschlüpfte Amselküken

31. März

Als ich das Nest fand, lagen drei Eier drin, irgendwann legte Frau Amsel klammheimlich ein viertes dazu. Heute Morgen ist nun Küken Nummer drei geschlüpft.


1. April

Video

Nun sind alle vier geschlüpft und bewegen sich eng aneinander gekuschelt, während die Amselmama unterwegs ist.

2. April

Video

Das tägliche Amsel-Update. Etwas mehr grauer Flausch als gestern. Die Amselmutter hat sich an mich gewöhnt und saß ganz in der Nähe im selben Busch.


3. April

Die Amselküken bekommen mehr graue Fusseln, erste Federn beginnen sich abzuzeichnen. Noch werden sie immer wieder von ihrer Mutter gewärmt.


4. April

Video

Amsel-Update. Sie scheinen etwas runder geworden zu sein und haben mehr grauen Flaum. Sie werden beweglicher.


5. April

Video

Man kann ihnen beim Wachsen zuschauen. So allmählich wird es eng im Nest. 

6. April

Obwohl sie auf den Fotos so groß aussehen, bin ich immer wieder überrascht, wie winzig sie tatsächlich sind. Es wachsen ihnen nun viele dunkle Federn. Der helle Fleck ist Sonnenlicht, das durch die Zweige scheint.

7. April

Es wird eng im Nest, sie atmen heftig und bewegen sich viel. Und dunkel werden sie. Nun wird es allmählich mal Zeit für mehr Action

8. April

Sie haben merklich mehr dunkle Federn, die Augen sind nun geöffnet. Ich wollte ja Action, aber doch nicht so: die Amselmutter mag mich nun nicht mehr in der Nähe des Nestes haben, sie machte dauernd Sturzflüge neben und hinter mir, wollte mich wohl vertreiben.



9. April

Eine Handvoll Flausch mit Schnäbeln, vollkommen reglos. Der Amselpapa ist aufgetaucht und bewacht seine Brut, während die Mama ein Sonnenbad nimmt.


10. April

Ein dicker Nestling liegt auf seinen Geschwistern. Inzwischen hat er ein hübsches Federkleid. Ich muss schnell sein mit meinen Fotos, die Mutter bewacht Ihr Nest vom Aussichtpunkt aus meinem Flieder und beginnt sofort mit ihren Sturzflügen über meinen Kopf hinweg. Sie beruhigt sich, wenn ich ungefähr einen Meter zurück trete. 


11. April

Video

Amselkükenfütterung. Inzwischen wechseln sich die Eltern ab.


12. April

Video

Es ist Bewegung im Nest. Die Amselmama zeigt mir genau, wie weit ich herankommen darf, so kann ich natürlich keine Zweige mehr zur Seite halten, aber immerhin.

13. April

Oh. Da guckt mich eine einsame junge Amsel an - vielleicht die zuletzt geschlüpfte und damit jüngste? Nach meiner Recherche müssten die Jungvögel jetzt als Ästlinge unter den Büschen herumhüpfen, allerdings habe ich keine gesehen. Auch die Amseleltern sind nirgends auszumachen.


Fertig zum Sprung aus dem Nest, nun war die Amselmutter doch wieder in der Nähe und hat aufgepasst. Nach allem, was ich mir angelesen habe, hüpfen die jungen Vögel nun durch die Gegend, rufen ihre Eltern und lassen sich noch zwei Wochen lang füttern. Da haben sie sich nun gut versteckt, vielleicht auch auf den Terrassen meiner Nachbarschaft. Ich werde trotzdem immer mal nach ihnen Ausschau halten.

14. April

Empty nest syndrome.

Nachdem ich vier Wochen lang mindestens zweimal täglich nach meinen Amseln geschaut habe, finde ich diesen Anblick jetzt etwas befremdlich.

Samstag, 21. März 2026

Kaputt geputzt

Seit einigen Monaten nervte mich meine Brille. Irgendwas stimmte nicht mit dem rechten Brillenglas, so ganz schlicht ausgedrückt war oben rechts im Sichtfeld Nebel, je nach Lichteinfall war ich auch geblendet.

Meine Sehschärfe ist unter regelmäßiger Kontrolle, also okay.

Vor einigen Tagen sah ich zufällig einen Fernsehbericht über genau dieses Problem, zu dem es kommt, wenn man nicht vorsichtig genug beim Putzen der Brille ist, also gern mal ein Handtuch, Taschentuch, den T-Shirt-Saum oder den Pulloverärmel nimmt. Damit schleift man praktisch feinste Staubpartikel in das Glas ein. Hallelujah!

Also besuchte ich den Optiker meines Vertrauens und bestellte ein neues Brillenglas, woraus dann ohne zusätzliche Kosten zwei wurden, da die Herstellerfirma ihre Brillengläser modernisiert/verbessert hat und ja beide Seiten gleich gut versorgt sein sollen. Jetzt sehe ich wieder ganz wunderbar, bin aber auch 350,00 Euro ärmer und eine Erfahrung reicher. (Der hohe Preis rechnet sich übrigens durch meine Wahl der Gläser, also Gleitsicht über die Breite, Entspiegelung, Material. Es gibt günstigere Brillengläser, aber nicht umsonst liebe ich meine Brille so, wie sie ist.)

Folglich werde ich ganz brav die Brille nur noch mit warmem Wasser (Staub abspülen), evtl. etwas Spülmittel und einem Brillenputztuch/Microfasertuch vorsichtig abtrocknen.

So viel just for the records.

Sonntag, 8. März 2026

Abgebrochen: Nachtzug nach Lissabon

Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier (Roman)

btb/Random House
ISBN 978-3-442-73436-8
Taschenbuchausgabe von 2006

Klappentext:
"Mitten im Unterricht steht der Lateinlehrer Raimund Gregorius auf und verlässt seine Klasse. Aufgeschreckt vom plötzlichen Gefühl der verrinnenden Zeit, lässt er sein wohlgeordnetes Leben hinter sich und setzt sich in den Nachtzug nach Lissabon. Im Gepäck hat er ein Buch von dem Portugiesen Amadeu de Prado, dessen Ausführungen über das Leben, über Liebe, Einsamkeit, Endlichkeit, Freundschaft und Tod ihn nicht mehr loslassen. Er macht sich auf die Suche nach den Spuren dieses faszinierenden Menschen. Langsam meint Gregorius zu ahnen, wer der Schriftsteller war. Doch was hat das für Konsequenzen für sein eigenes Leben? Kann man denn einfach so ausbrechen und alles Gewohnte hinter sich lassen? Dieser Roman ist ein vielstimmiges Epos von einer Reise nicht nur durch Europa, sondern auch durch unser Denken und Fühlen."

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Ganz entgegen meiner Gewohnheit beginne ich hier, ohne mehr als gute 80 Seiten bisher gelesen zu haben. Die Einleitung zieht sich, ist gemächlich bis langweilig, und erst ganz langsam komme ich in die Geschichte hinein.

Ich habe dieses Buch 2006 meiner großen Tochter geschenkt und frage mich gerade, ob das eine gute Wahl für eine junge Frau war?

Der Protagonist, allgemein nur "Mundus" genannt, hat ein Erlebnis, das ihn sein Leben neu durchdenken lässt. Im Zentrum steht der Satz: "Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist - was geschieht mit dem Rest?" (Und hier erinnert es mich stark an die Sinnfrage von Matt Haig in der "Mitternachtsbibliothek")

Mundus kauft sich ein Buch und einen Anfängersprachkurs Portugiesisch, lernt und übersetzt eine ganze Nacht lang, kauft sich eine Bahnfahrkarte nach Lissabon. Gesetzt, Mundus ist ein Sprachgenie für alte Sprachen, scheint es mir unglaubwürdig, dass er mit wenig mehr als rudimentären Fremdsprachenkenntnissen bereits ein philosophisches Werk abschnittweise übersetzen kann. Die tatsächlichen Sprechversuche hingegen sind nachvollziehbar und glaubwürdig. Im Zug knüpft er erste Kontakte. Ebenfalls mit meinen eigenen Erfahrungen überein stimmt das Bedürfnis, eine Buchhandlung aufzusuchen und sich dort fremdsprachlich einzudecken.

So allmählich kommt die Geschichte also in Gang und ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.
16.02.2026

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Tja, so wirklich in Gang gekommen ist die Geschichte dann nicht. Der Protagonist hält sich lange in Lissabon auf, lernt mehr und mehr die Sprache, wobei er auch häufig französisch spricht, und folgt den Spuren einer Person, macht Bekanntschaft mit deren Freunden und  Familienmitgliedern, stellt so allerlei Betrachtungen an. Unterdessen verändert er sich und damit auch sein Äußeres, die Brille wird erneuert, seine Kleidung auch. Er beginnt, durch den Kontakt mit einem Mann, den er nun regelmäßig im Heim besucht und eine Partie Schach mit ihm spielt, zu rauchen. Nach und nach entwirrt er allerlei Knoten der Vergangenheit, wobei allerdings nicht der Anschein von Spannung entsteht. Und: Ganz plötzlich zu Beginn eines neuen Kapitels bucht er sich einen Heimflug. Dies habe ich nicht verstanden. Ich gebe auf.

Fazit: Langweilig ohne Ende.