Sonntag, 29. Juli 2018

Gelesen: So weit die Hoffnung trägt

So weit die Hoffnung trägt - Richard Paul Evans (Roman)
Edition Nova
ISBN: keine angegeben

Warum dieses Buch? Eine Besucherin meiner Tochter hatte es hinterlassen. Da ich seit Kindertagen "alles lese, was gedruckt ist," habe ich mich drüber her gemacht.

Klappentext:
"Nach dem traumatischen Verlust seiner geliebten Frau, seiner Firma und seines Heims beschließt der ehemalige Werbemanager Alan Christoffersen, einmal quer durch die USA zu wandern. Wichtiger als die absolvierte Strecke sind jedoch die Menschen, die Alan ein Stück des Wegs begleiten und ihm unvermutet neue Hoffnung geben. Schritt für Schritt lernt Alan so, sein eigenes Schicksal zu akzeptieren. Aber plötzlich erhält er eine Nachricht, die seiner Reise ein jähes Ende zu setzen droht."

Das romantische Cover lässt eine Liebesschnulze erwarten, aber das ist diese kleine Geschichte nicht. Zumindest nicht auf herkömmliche Art und Weise.

Alan erwandert sich ein Großteil der Vereinigten Staaten, und ganz nebenbei lernt man die USA aus einem Blickwinkel kennen, den die Medien hier meist nicht vermitteln. Es wird von Städten und Dörfern, von Landschaften, deren Besonderheiten und kleinen Sehenswürdigkeiten erzählt, bis hin zu seltsam erscheinenden Frühstücksgewohnheiten.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, drehte sich alles. Ich fühlte mich, als wäre ich eben von der Teetassenbahn im Disneyland gestiegen. Ich lag in meinem Schlafsack und hielt mir fast zwanzig Minuten den Kopf, in der Hoffnung, das Gefühl von Schwindel und Übelkeit würde sich legen. Als es mir etwas besser ging, rollte ich meinen Schlafsack zusammen und ging los, nachdem ich das Frühstück zwangsläufig ausfallen lassen musste.
Ich ging drei Meilen weit bis zur Stadt Plankinton. Inzwischen fühlte ich mit fast wieder normal, daher ging ich zum Frühstücken in einen kleinen Eckladen namens Coffee Cup Fuel Stop. Eine Meile später ...

Wie im Klappentext erwähnt, hat Alan alles verloren, was sein Leben zuvor ausgemacht hatte, und er versucht, den Verlust seiner Frau zu verarbeiten. Unterwegs trifft er Menschen, mit denen er eine Stunde oder drei Tage verbringt, die ihm in Notsiutationen helfen oder ihm einen Teil ihrer eigenen Geschichte erzählen. Aus jeder Begegnung nimmt er wertvolle Erfahrungen und Gedanken mit. Insofern ist es auch ein philosophisches Buch, allerdings ohne schwülstig zu sein.

Nachdem er zum zweiten Male auf seiner Wanderung bewusstlos umgekippt ist und im Krankenhaus erwacht, erhält er eine Diagnose, die einigen Mut und viel Zuversicht erfordern wird.

Wider Erwarten habe ich dieses Büchlein gern gelesen.


Jedes Kapitel wird mit einem Zitat aus dem Tagebuch des Protagonisten eingeleitet, was mir gut gefallen hat, zwei davon zitiere ich mal...

Ich weiß nicht, ob es Poltergeister oder Gespenster gibt, und es ist mir auch egal. Es gibt zu vieles in meinem Leben, was ich nicht verstehe, um mir den Kopf über Dinge zu zerbrechen, denen ich noch nicht begegnet bin.

Zu sagen, dass jemand nicht weiß, wann er aufhören soll, ist entweder eine Beleidigung oder ein Kompliment, je nachdem, was bei seinen Mühen am Ende herauskommt.

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