Dienstag, 2. Januar 2018

Gelesen: Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten - Becky Chambers (Science Fiction)
aus dem Englischen "The Long Way to a Small Angry Planet"
Fischer/TOR
ISBN 978 -3-596-03568-7

Warum dieses Buch? Eine Empfehlung aus der Lesegruppe.

Klappentext:
"Die junge Rosemary Harper möchte vor allem eins: ihren Heimatplaneten Mars und ihre Vergangenheit hinter sich lassen. Die klapprige Wayfarer mit ihrer skurrilen Besatzung kommt ihr da gerade recht. Als Kapitän Ashby jedoch den Auftrag annimmt, einen Raumtunnel zu einem weit entfernten Planeten anzulegen, auf dem die kriegerische Spezies der Toremi lebt, bahnt sich eine Katastrophe an. Und für Rosemary beginnt das Abenteuer ihres Lebens..."

Die Schriftstellerin hat nicht nur eine neue Welt, sondern gleich eine ganze Galaxie erschaffen, die von vielfältigen intelligenten Spezies bewohnt wird. Liebevoll wird die Besatzung der "Wayfarer" vorgestellt, ihre meist nichtmenschlichen äußeren, sprachlichen und kulturellen Eigenarten. Jeder hat seinen ganz bestimmten Aufgabenbereich, gemeinsam sind sie ein etwas ungewöhnliches aber sehr liebenswertes Team, das große und kleine Schwierigkeiten gemeinsam meistert.

Gelegentlich werden interessante Gespräche geführt, unseren gar nicht so unähnlich - hier mit einer KI (Künstlichen Intelligenz):

"Genau das meine ich", sagte Lovey. "Sie tun so, als wollten alle KIs einen Körper. Es stimmt zwar, dass ich einen will, aber das bedeutet doch nicht, dass das auf uns alle zutrifft. Das ist so ein unglaublich organisches Vorurteil - die Vorstellung, eure schwammige physische Existenz wäre eine Art Gipfelpunkt, den alle Programme anstreben. Ohne dich beleidigen zu wollen."

"Ich bin nicht beleidigt." Er überlegte einen Augenblick. "Irgendwie scheinheilig, oder? Wir halten organische Körper für so großartig, dass alle sie wollen müssten, dabei besorgen wir uns genetische Verbesserungen, um jünger oder schlanker oder was auch immer auszusehen."

"Du hast doch selbst ein paar Modifikationen. Zwar keine genetischen Veränderungen, aber immerhin. Ist das so viel anders als jemand, der ein paar Jahre jünger aussehen will? Geht es nicht bei allen körperlichen Veränderungen um Eitelkeit?"

Das Buch liest sich nett, die Story dümpelt aber so vor sich hin, die im Klappentext angkündigte Katastrophe ereignet sich auf den letzten hundert von 539 Seiten, auch da ist die Spannung nur mäßig.

Ich habe mir von diesem Buch wesentlich mehr versprochen, vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch gewesen? Der Beginn erinnerte mich an einige der frühen "Sternenfahrer-Bücher" von Marion Zimmer Bradley, dieser Spannungsbogen wurde hier nicht erreicht.

Trotzdem habe ich das Buch sehr gern gelesen, weil die Personen und ihre "Macken" so liebenswert sind und sie teilweise große persönliche Entwicklungen durchmachen.

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